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Blog 39 | Love it, Change it or Leave it – der ZÜB als Überwindungsprämie

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Love it, Change it or leave it! Keine Angst es geht hier nicht um die X-te Abhandlung des Brexit und wie es mit den Briten weiter gehen könnte oder eben auch nicht. Und es geht auch nicht um Simplify-your-Life Tipps und OOOOMMM. Jede Situation bietet Chancen – auch in Ihrem Zinsbuch.

Wir sind uns sicher und erleben es täglich: Auch im aktuellen (Zins)Umfeld existieren zahlreiche Handlungsoptionen um Ihre Bank voranzubekommen. Ob das ganze zu Ihnen passt? Love it or Leave it. J

Good News are Bad News?

Beginnen wir mit der erfreulichen Nachricht. Im Zuge von 10jährigen Bunds bei -0,03%, 10-Jahres Swaps bei knapp 0,50% und kurzfristigen Rates im Negativbereich, dürften in nahezu jedem Zinsbuch gründlich Reserven vorherrschen. Und das Beste daran, unter Einbezug aktueller Credit-Spreads dürfte sich das Bild sich sogar noch verbessern und zumindest (größtenteils) nicht ändern. Reserven wohin, das Auge reicht und damit quasi alles in Butter? Auf Deutsch “Love it“, oder etwa nicht?

Einmal davon abgesehen, dass es alleine Ihre Entscheidung ist wie Sie mit Ihrem Zinsbuch umgehen, sehen wir auch im aktuellen Zins- und Marktumfeld zahlreiche Chancen wie Sie Ihr Ergebnis stabilisieren. Ergebnisstabilisierung gilt hier im Kontext „sich Zeit für notwendige Anpassungen am Geschäftsmodell „kaufen“ können“. Erfahrungsgemäß ist der Bedarf hierfür hoch.

Vier gewinnt  – die 4. NZU herbei

Immerhin steht ja die 4. Niedrigzinsumfrage (NZU) der Bundesbank bevor . Auch wenn der Ertragstest der Banken zwischenzeitlich „umgetauft“ wurde (LSI), dürften die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Häuser bei weiterhin angespannter Ertragslage, hinsichtlich Reserven mittlerweile deutlich ausgezehrter dastehen. Das neue „Interesse“ der Aufsicht an „funktionierenden“ Geschäftsmodellen untermauert dies.

Woher nehmen und nicht stehlen…?

Ärgerlicherweise hat sich das Zinsniveau mittlerweile auf deutlich tieferem Niveau eingependelt, hochverzinsliche Bestände sind fällig geworden oder wurden sondergetilgt, der Wettbewerb hat deutlich zugenommen und der Provisionsüberschuss fällt auch nicht wie „Manna“ vom Himmel. Love it? Eher die Notwendigkeit von Change it.

Nachdem der 10 Jahres-Swapsatz zwischenzeitlich bei knapp 1,20 BP handelte, bewegen sich die Sätze aktuell in den Vierzigern. Bis 5 Jahre sind damit quasi keine positiven Sätze zu erzielen. Salopp gesagt ist mit 5jähriger Duration nichts zu holen.

Interessant hierbei könnte sein: Welche Duration hat eigentlich Ihr Gesamtzinsbuch?

Erfahrungsgemäß dürfte sich Ihre Gesamtduration in einem Korridor von 4-max 5,5 Jahre bewegen. Würden Sie diese Positionierung heute zu aktuellen Marktsätzen eingehen, hätten Sie sich die Nullrendite eingelockt? Würden Sie? – Quasi Ausfallrisiko unverzinst Leave it!

Passive Benchmark heisst 5 Jahres-Duration- heisst Nullzins…

Verfolgen Sie eine passive Strategie in Ihrem Zinsbuch – würden oder vielmehr „müssen“ Sie wahrscheinlich. Das Beste daran, Immerhin investieren Sie ja selektiv in lange Laufzeiten und „glätten“ mit einer derartigen Strategie Ihr Zinsergebnis, vorausgesetzt es ist künftig noch etwas da, dass Sie glätten können. Spaß beiseite: Die Investition in 5jährige (oder die Aufrechterhaltung eines 5jährigen Portfolios) macht eigentlich nur dann Sinn, wenn Sie über die Refinanzierung deutlich negative Refisätze durchholen können. Stellt sich die Frage: Wie hoch ist Ihr volumensgewichteter Einstandsatz auf Ihrer Passivseite? 0,00%,0,25% oder noch höher?

Die Ausführungen unterstreichen den vorherrschenden Handlungsbedarf, nur woher nehmen und nicht stehlen zu deutsch:

Welche Handlungsoptionen haben Sie:

Die Assetklasse Refinanzierung

Mario Draghi sei Dank, bekommen Sie am Interbankgeldmarkt immer noch kurzfristige ungedeckte Refinanzierungen bei Sätzen um die -0,35%. Über Repogeschäfte erreichen Sie sogar -0,40% und wenn Sie die richtige Bund hatten konnten Sie sich in den letzten 2 Monaten auch zu – 0,70% refinanzieren. Eigentlich interessant: 35-70 Basispunkte über eine Geldaufnahme zu erzielen, also ohne Adressausfallrisiko- schon beinahe skurril.

Nutzen Sie die Assetklasse Refinanzierung und zwar solange es Sie noch gibt. Immerhin denkt Super Mario bereits darüber nach, bei fortlaufender Niedrigzinsphase sogenannte Threshholds (Freibeträge) auf der Einlagenfazilität einzuholen.

Hindernis oder Hemmnis – Zum Teufel mit den Reserven

Wir haben definitiv nichts gegen hohe Reserven im Eigengschäftsportfolio. Allerdings, machen wir regelmäßig die Erfahrung, dass Positionen allein aufgrund Ihrer Reservensituation gehalten werden. Ökonomische oder Risiko-Aspekte werden hier oftmals ausgeblendet. Change it!

Schon mal daran gedacht, Ihr Zinsbuch auch (zumindest teilweise) mit Terminkäufen und -verkäufen zu steuern.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen 5%er Bond mit deutlichen Reserven. Wie wäre der Verkauf z.B. 3 Jahre auf Termin? Über den Verkauf zum (niedrigeren) Terminkurs realisieren Sie weniger Reserven und vereinnahmen den hohen Kupon noch die nächsten 3 Jahre. Ganz nebenbei hat das Ganze den Scharm des reduzierten Adressausfallrisikos. Think about it.

Flach, flacher, invers – Survival comes first

Die Zinskurve in Euroland hat sich deutlich verflacht. Nachdem sich der 2s10 (Zinsdifferenz zwischen 10 und 2 Jahren) mittlerweile von 100 BP auf rund 60 BP verflacht hat, dürfte man Auswirkungen im Strukturbeitrag spüren. (Lesen Sie hierzu gerne vergangene Blogartikel – vielleicht haben Sie ja was umgesetzt?)

Mit ziemlicher Sicherheit hat auch Ihr Gesamtzinsbuch und die GUV Ihrer Bank etwas davon, wenn sich die Zinskurve weiter abflacht. Wir würden mit deutlich negativen Effekten rechnen. Ganz blöde wäre eine flache oder gar Inverse Zinskurve.

Gesetzt dem theoretischen Falle, Ihre Position würde so aussehen: Bei steiler Kurve profitieren Sie im Gesamtzinsbuch, hingegen im Abflachungsszenario verlieren Sie periodisch und barwertig.

Lösungsansatz: Sie benötigen eine Zinsposition, die barwertig von einer Abflachung der Zinskurve profitiert, sich im Zinsanstiegsszenario (Parallelshift) dagegen neutral verhält: Der 2s10s Flattener.

Zahlen Sie bspw. € 40 Mio. 2 Jahre und empfangen Sie ≈ €10 Mio. 10 Jahre. è Im übrigen anfänglich ZÄR (PV0- neutral).

Simulieren sich doch mal genau: Sie werden die Besonderheit und den Nutzen der Position schnell identifizieren. Sie können mich auch gerne einfach anrufen.

2,15% für 100 Jahre – jetzt wird´s lächerlich?

Who the F..ck investiert bei diesem Zinsniveau in 100jährige NRW-oder Österreich-Anleihen? Wie kann man nur? By the Way: Wo würden Sie den Anleihenkurs der 100- jährigen Anleihe erwarten wenn die Rendite um 100 BP ansteigt? Schätzen Sie mal?

Genau, der Kurs geht auf knapp 70% (Upps, hätten sie mehr erwartet?

Im übrigen eine 30jährige würde auf rund 77% fallen. 3x längere Laufzeit, doppelt so hoher Zins, aber kaum mehr Kursrisiko? Oha, was soll das denn? Willkommen Konvexität. Sie kennen ja die Geschichte vom Hase und dem Igel, wer ist wohl schlauer.

Vergleichen Sie doch mal verschiedene Portfolios anhand harter Zahlen. PS: Sie müssen ja nicht gleich in 100jährige Investieren, aber machen Sie sich doch mal die Mühe und vergleichen Sie Ihr aktuelles Zinsbuch mit ein paar durchgemischten Alternativportfolien (barwertig und periodisch), Sie werden begeistert sein. Neugierig geworden: Ein Inhouse-Workshop oder FachCoaching zum Thema Zinsbuchsteuerung/ Zinskurvenmanagement bringt maximale Klarheit, Inspiration und Umsetzungsideen.

CAPtain Future?

Die Erfahrung hat gezeigt, auch Floors mit einem Strike von Null können einen deutlichen Wert entfalten. Das Beste daran, die Floors hatten lange Zeit nichts gekostet; war ja auch unwahrscheinlich die Sache mit den negativen Zinssätzen. Den Rest der Geschichte kennen Sie ja. Schon mal daran gedacht sich im aktuellen Umfeld ein paar Zinsobergrenzen für EURIBOR also Caps zu kaufen? Teuer ist anders, zudem ergeben sich im Vergleich zu Swaptions ergeben sich zahlreiche Vorteile. Die intensive Befassung würde hier zu weit gehen, aber denken Sie doch mal darüber nach oder rufen Sie an.

Denken Sie an die -IBORS und EONIAs – Leave it ist angesagt!

Apropos EURIBOR und by the Way und der Vollständigkeithalber: Die ≈IBOR- und EONIA-Reform ist in vollem Gange. Als freundschaftlicher Tipp: Kümmern Sie sich rechtzeitig darum, die Überraschungen können groß bzw. kostspielig sein – und ich meine nicht dass Risiko dass der EURIBOR wegfällt. Denken Sie auch an Bewertungsrisiken bei collateralisierten Zinsswaps.

…nichts für Sie dabei?

Wir wollen Sie mit unserem Blogartikel nicht langweiligen, aber glauben Sie Handlungsoptionen gibt es genug. ZÜB ist eine Überwindungsprämie. Love it…

Ein kleines Goody für Sie…

Kennen Sie unseren Depot A-Schnellcheck bzw. unser Strategiegespräch rund um das Thema Treasury und Gesamtbanksteuerung? Das Beste daran, aus Sicht der Nutzer ist eben nicht nur, dass Sie das Erstgespräch völlig kostenlos buchen können. Vielmehr honorieren die Nutzer den guten Austausch mit viel Inspiration und wertvollen Handlungsoptionen für die tägliche Praxis. Fragen?.. Wir freuen uns auf Sie. P.S: Ihr Erfolg ist die Summe Ihrer Handlungen 🙂

Bleiben Sie erfolgreich
Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer derivatexx GmbH

 

 

 

 

 

 

Blog 26 | Indian Summer oder Zinsbuchherbst – Goldener Oktober in Ihrem Zinsbuch

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Indian Summer? Haben Sie das schon einmal erlebt; diese ungewöhnlich warme Wetterperiode im Spätherbst auf dem nordamerikanischen Kontinent? Dazu noch einen strahlend blauen Himmel, viel Sonne und einer besonders intensiven Blattverfärbung in den Laub- und Mischwäldern. Sieht toll aus! Aber es ist auch die Phase, die letztendlich die dunkle Jahreszeit einläutet. Wie Sie einen goldenen Herbst in Ihrem Zinsbuch erleben, lesen Sie hier…

Wie geht es Ihnen? So ein goldener Herbst ist quasi Gold wert. Noch einmal richtig Sonne tanken und die müde machenden Melatonin-Speicher entleeren, bevor die ganze Jahresendhektik losgeht und man frühmorgens ins dunkle Büro fährt um im Dunkeln dann wieder nach Hause zu fahren. Genießen Sie die schönen Tage. So golden und schön der Herbst meteorologisch auch ausfallen kann; beim Blick auf das Gesamtzinsbuch ergibt sich wahrscheinlich ein eher anderes Bild.

Novemberstürme in Ihren Zinsbuch?

Der periodische Zinsüberschuss bleibt weiter unter Druck und das Jahr ist schon beinahe rum, Irgendwie hatte man sich auf der Ertragsseite für 2017 mehr vorgenommen und der Schuh der Kostenbasis drückt weiterhin. Regulationsbedingt steht nicht nur  MiFID II nun unmittelbar vor der Tür und hat das Potential ebenfalls für Farbenspiele in Ihrer GuV zu sorgen. Der Subventionshebel der Kreditrisikovorsorge wird nächstes Jahr ganz sicherlich kürzer und die Bestandsabläufe im Kredit- und Eigenegeschäft werden so richtig spürbar. Klingt fasst so wie die Vorbereitung auf die dunkle Jahreszeit. Die Frage nach Lösungen ebbt nicht ab.

In Guter Gesellschaft – die Beschreibung des Status Quo

Im Oktober wurden wieder zahlreiche Berichte über das Eh und Weh in der Bankenbranche publiziert und diskutiert. Da wären beispielsweise die mittlerweile bekannten und etwas entschärften Ergebnisse der Niedrigzinsumfrage 2017 (vgl. auch Blog 25) oder der regelmäßig erscheinende Bundesbankbericht zur Ertragslage der deutschen Kreditinstitute. Beautiful ist anders.

Auch die renommierte Unternehmensberatung Bain & Company meldete sich mit ihrer Studie „Battle of the Banks“ zu Wort. Sehr interessant: Jede 4. Bank kämpft um das Überleben und der Zinsüberschuss ist unter Druck. Aha! Neu?. Das Beraterhaus Oliver Wyman findet in der Ausarbeitung „European Banking Agenda 2017- Leaving, Restructuring, Entering an New World“ heraus, das Banken sich noch nicht stark genug um Ihre Neuausrichtung kümmern, und immer noch ein Stück in der Vergangenheit agieren. Es wird langsam eng.

Die Spatzen auf den bunt gefärbten Herbstbäumen

Eigentlich ist es doch interessant dass mittlerweile nicht nur die Spatzen auf den buntgefärbten Herbstbäumen sondern fast alle „Fachexperten“ von der Notwendigkeit sprechen, bei den Banken das Ruder endlich herumreisen zu müssen… Digitalisierung, Automatisierung, Reduzierung Kostenbasis, EK-Entlastung, Regulation, Niedrigzins, Zahlungsverkehr, Fintech-Kooperationen, Provisionsbasis etc., echt disruptiv.

Strategie – und der Wald vor lauter Bäumen wird unsichtbar

Extrem viele strategische Baustellen. Strategisch ist da einiges zu tun. Lesen wir zumindest in jeder Studie. Absolut korrekt. Doch vor lauter strategischen Diskussionen sollten operative Themenfelder oder ganz einfach grundlegende Anforderungen nicht unbedingt hinten herunterfallen. Immerhin beklagen zahlreiche Häuser, das man vor lauter strategischen Diskussionen das Geld verdienen vergisst. So beginnen zahlreiche Häuser nun Ihre Schwachstellen aufzuschreiben, zu katalogisieren oder das Wunschbild zu diskutieren. Interessant aber irgendwie auch spät.

Der Ertrag von heute ist der Handlungsspielraum von morgen

Immerhin herrscht ein gewisser Ertragsdruck vor und das aktuelle Umfeld bietet auch Chancen. Und diese Chancen werden wir in Zukunft herbei sehnen, Quasi, wenn es Brei regnet, darf oder muss man auch den Löffel heraushalten. Vor allem sollte man wissen was man im Sinne des Risikoappetit, der Risikotragfähigkeit und des Produktkataloges will , kann und darf (vielleicht auch muss). Keine Angst es folgt keine Tirade auf den Handel und hochriskante Tradingstrategien. Es geht darum, zunächst das Eigengeschäftsbuch zu nutzen um durchs flache Gras zu kommen. Quasi sich Zeit kaufen, die die Stabilisierung/ Transformation des Geschäftsmodells benötigt.

Das schwächste Argument Ertrag? Schaufeln Sie rein was geht!

Natürlich wissen wir, dass Ertrag eigentlich das „schwächste Argument ist“. Immerhin werden Sie für 1 Mio. Mehrertrag nicht in den Himmel gelobt, hingegen bei „aktiv produzierten“ Verlusten, wahrscheinlich gevierteilt. Brauch kein Mensch, oder?

Wahrscheinlich doch, denn der Ertrag von heute ist das Eigenkapital von morgen ist Ihr Handlungsspielraum von Übermorgen. Also schaufeln Sie rein was geht, Sie brauchen die Erträge zur Finanzierung Ihres Geschäftsmodells. Oberste Prämisse ist jedoch die Risiken zu jedem Zeitpunkt zu beherrschen. Quasi ein intelligentes in die integrierte Gesamtbanksteuerung eingebettetes Asset Liability Management. Ja auch als kleine Bank. Verständlicherweise erfordert dies bei Führungskräften, Mitarbeitern neue nicht nur fachliche Fähigkeiten, Arbeitsansätze und Partnerschaften. Nur so werden Sie es schaffen, die Opportunitäten für sich zu nutzen. Und es gibt Opportunitäten um durchs flache Gras zu kommen. Ein paar kleine Auszüge:

Trotzdem ein paar Denkanstösse

Die neue Assetklasse Refinanzierung 
Stellen Sie sich ein Wertpapierportfolio – vereinfacht als gleichverteilte Laufzeiten- zusammen, refinanzieren Sie das Depot über einen Refinanzierungsmix aus Tagesgeld und Repos und lassen Sie das Ergebnis auf sich wirken. Der originäre Zinsertrag – also der Ertrag aus den Kupons Ihrer Aktivseite – ist der geringste Teil. Der Hebel liegt in der Refinanzierung.

Keine unbedingt hoch wissentschaftliche Erkenntnis, aber dennoch sehr interessant. Die Frage ist doch, wie kann man das Ganze nutzen. Mit den richtigen Produkten (Repo, TRLTRO, Leihe, EONIA-Swap) bestehen Möglichkeiten, auch ohne zu stark ins ZÄR zu gehen.

Die Immer noch steile Zinskurve
Regelmäßig wird das aktuelle Niedrigzinsniveau diskutiert. Klar, die „Windfall-Profite“ aus der Veranlagung der Eigenmittel fehlen im Strukturbeitrag natürlich. Aber ein hohes Zinsniveau sorgt noch nicht automatisch zu hohen Zinsüberschuss. Vielmehr ist die Steilheit der Zinskurve der interessantere Teil. Aktuell sehen die Zinsdifferenzen auf der Euro-Zinskurve mit 108 BP (2s10s), 65 BP (5s10s) oder gar ausgesuchte Zinsdifferenzen gegen 6-Monatsgeld gar nicht so schlecht aus. Noch sind die Zinskurven eher Steil und diese ist nutzbar. Möglicherweise nicht über SREP-schädliche direktionale Positionierung vielmehr über weitgehend ZÄR-freie (Parallelshift) Investitionen. Schauen Sie über den Teich: Dort notiert die Zinsdifferenz 2 gegen 10 Jahre mittlerweile bei nur noch 48 BP – eine sehr flache Kurve. Es kann also nicht Schaden, sich die steilen Euro-Zinskurven -und damit den Zinsüberschuss- für die Zukunft zu sichern.

Schöne Einstandsätze bei US-Zinsen bei gleichzeitig hohem Euro – Bevor Sie Jetzt gleich abwinken. Es geht hierbei nicht um die Übernahme von Fremdwährungsrisiken, sondern um die Vereinnahmung einer Fristentransformationsmarge in Fremdwährung. So befindet sich beispielsweise die US/ Euro-Zinsdifferenz bei 2 jährigen Zinsswaps auf einem Extrem-Niveau (Grafik). Während die FED weiter in Tippelschritten agiert und Yellen wohl ihre letzten Zinserhöhungen vorbereiten darf, steht die EZB eher vor dem Einstieg in den Ausstieg Ihrer ultraexpansiven Zinspolitik. Die vorgeschlagene Position bringt Carry, ist relativ ZÄR arm und stellt einen gewissen Hedge gegen den EZB-Exit oder einer Konjunkturabkühlung in USA dar. Auch ein Rückgang des Euro macht sich positiv bemerkbar.

Bei den Staatsanleihen und Pfandbriefen existieren ebenfalls Opportunitäten. Doch die Identifizierung ist nicht ganz einfach.

Haben Sie irische oder portugiesische Staatsanleihen, Österreicher oder französische Titel im Buch? Vielleicht agieren Sie auch in Bundesländern, EFSF Bonds oder europäischen Covereds und Unternehmensanleihen? Erfahrungsgemäß bestehen hier zahlreiche Ansätze zur Optimierung von Risk, Return und RWA´s.

Ein kleines Beispiel: Österreich sorgte in der jüngsten Vergangenheit mit Ihrer 100jährigen Kapitalmarktaufnahme für Furore. Im Zuge dessen kam es nachvollziehbarer Weise aiúch zu Anpassungen bei der Gesamtrenditekurve. So bewegt sich die Zinsdifferenz zwischen 10 und 30 jährigen Austria-Bonds derzeit auf dem absoluten High (rund 100 BP) der letzten 5 Jahre. Warum switchen Sie Ihre 10jährigen Österreicher nicht in ein geringeres Volumen 30jähriger. Mit besserem Assetswapspread, höherer Verzinsung, höherer Konvexität und Entlastung der Risikobudgets und das ganze mit Mehrertrag. Zwar nur ein einfaches aber ertragreiches und damit dankbares Beispiel. Interessant wird’s bei systematischer Aufarbeitung des Portfolios, das macht Lust auf mehr. Versprochen.

Um den strategischen Blick nicht zu verlieren. Die Welt am Kapitalmarkt scheint derzeit in Ordnung. Woher soll denn Ungemach drohen? Aussitzen eine echte Option?

Der Anfang kennt das Ende nicht…

Aber Achtung auch der schönste goldene Herbst endet in der Regel mit Regen, Sturm oder Schnee. Haben Sie die richtigen Produkte, Methoden- & Fachskills griffbereit und funktionsbereit? Nutzen Sie das ruhige Umfeld. Wir helfen Ihnen gerne. derivatexx | systematisch, diszipliniert, transparent.

Schauen Sie doch einfach auf unserer Website www.derivatexx.de vorbei. Stöbern Sie in unserem interessanten Weiterbildungskatalog zu den Themen Treasury und Gesamtbanksteuerung oder rufen Sie uns einfach an. Eines versprechen wir Ihnen. Mehr Praxis geht nicht! Bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Dennis Bach

Blog 25 | Sommerweinchen oder kalter Kaffee – Was Ihr Zinsbuch aus der Niedrigzinsumfrage lernen kann

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Wunderbar. Die Ergebnisse der am 30.August veröffentlichten Niedrigzinsumfrage unter 1555 kleineren und Less Signifikant Institutions (LSI´s) sind schlecht, aber besser als erwartet. Bleiben die Zinsen konstant auf dem Niveau vom Jahresanfang sind nur Ertragseinbußen von bis zu 40% zu verkraften. Gegenüber der NZU im Jahr 2015 scheinen die Umfrageergebnisse etwas besser. Endlich reduzierter Handlungsbedarf im Zinsbuch? Mitnichten! Das Zeitfenster schließt sich und Draghi schweigt hinsichtlich steigender Zinsen. Was ist zu tun?

Als grober Abriss zur  Niedrigzinsumfrage 2017 gilt: Die Zinsergebnisse bleiben weiter unter Druck und sollen „wunschgemäß“ laut den Planungen der befragten Kreditinstitute immer noch über ein stärkeres Provisonsgeschäft kompensiert werden.

Ertragseinbussen je nach Szenario bis zu 60%

Hinsichtlich Erträge: Bleibt das Zinsniveau auf konstantem Niveau, oder dreht die Zinskurve auf invers resultieren daraus massive Ertragseinbußen von bis zu 40%. Ausserdem wäre ein heftiger Zinsanstieg  das kurzfristig dominierende Schreckensszenario, da Wertberichtigungen insbesondere der zinstragenden Aktiva zu Buche schlagen würden.

Bei Anwendung der 5 Stressszenarien stellte sich heraus, das 68 oder 4,5 % der Häuser die aufsichtlichen EK-Mindestanforderungen unterschreiten und das obwohl stille Reserven bereits im EK berücksichtigt sind.

Aber wie heißt es schön: Hässlich aber nicht existenzgefährdend! Und es würde ja alle oder ziemlich viele betreffen. Rund die Hälfte der befragten Banken könnte sich zur Lösung eine Fusion – zur Reduzierung der Kostenbasis vorstellen. F

Das  alte Fazit  ist das neue Fazit

Fazit von Bundesbank und BaFin: Trotz leicht verbesserter Situation im Vergleich zur NZU 2015 ist die Lage immer noch besorgniserregend. Insbesondere die enorme Zinsabhängigkeit der Ergebnisse und die damit verbundene Abhängigkeit vom ZÄR werden durch Andreas Dombret  massiv angemahnt. Das ganze gewinnt an Brisanz, wenn man berücksichtigt, das rund die Hälfte der Kreditinstitute den unrühmlichen internen Titel „Kreditinstitut mit erhöhten Zinsänderungsrisiken“ tragen.

Damit scheint alles beim Alten: Das ZÄR ist (zu) hoch, die Kosten ebenfalls, die Provisionen zu niedrig und Banken gibt es auch zu viele! – Kalter Kaffee und nicht wirklich neu!

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nur, in Anbetracht der Tatsache, dass der Zinsüberschuss rund 2/3 der Erträge ausmacht, dürfte es schwierig sein, den Rückgang dauerhaft über den Provisionsüberschuss zu kompensieren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Sicherlich, sind Gebühreneinführungen und sagen wir eine Anpassung der Bepreisung gewisser Dienstleistungen zielführend und legitim, aber eben auch deutlich begrenzt.

Weitere Provisionsquelle ist das Wertpapiertransaktions- & Fondsgeschäft. Auch hier ruhen zahlreiche Hoffnungen auf Erhöhung der Erlöse. Doch der Börsenzyklus scheint reif, und seitwärts- bzw. Bärenmärkte zeigten selten nachhaltige Anstiege im Provisonsüberschuss. Und MiFID blenden wir aus.

Stellhebel Zinsbuch –  keine Raketenwissenschaft – aber wirksam

Na ja und wieder bleibt das Gesamtzinsbuch – neben den Anpassungen der Kundenmargen- als ein elementarer Stellhebel des Zinsüberschusses übrig? Nur, im Umfeld der Bundesbankäußerungen um die Höhe des ZÄR und der intensiven Zinsabhängigkeit eher schwierig? Nicht unbedingt.

Wenn gleich Sie die Anstrengungen zur Steigerung des Provisionsüberschusses und Erhöhung der Kundenmargen in jedem Fall weiter vorantreiben sollten, werden Sie an der Stabilisierung Ihres Zinsüberschusses – zunächst über das Eigengeschäft- nicht vorbeikommen. Never!

Richtig ist, dass die bloße Erhöhung der Duration im Eigengeschäftsportfolio oder im Gesamtzinsbuch kaum umsetzbar sein dürfte.

Temporäre Freiheitsgrade durch Überarbeitung Standardzinsshock?

Gerade vor dem Hintergrund der von der BaFin avisierten Neufassung des seit 2011 geltenden Rundschreibens 11/2011 (BA) für das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (Standardzinsschock) leuchtet dies ein.

Dies gilt umso mehr, als das Modellierungen von Zinsbindungsannahmen wie sie bei Verbindlichkeiten mit unbestimmter Zinsbindung auftreten in Anlehnung an die EBA-Leitlinie nun auf durchschnittlich 5 Jahre begrenzt werden sollen. Hier kann u.U. also eine entlastende Wirkung der modellierten Passiva im ZÄR wegfallen. Fazit: Abbau von Fristentrafo?

Eher nicht, da Ihre Modellierung höchstwahrscheinlich im Mittel bei 5 Jahren (max. 10Jahre Gleitend) modelliert sein dürfte. Hört sich also schlimmer an, als es ist.

Gone with the Wind – Schwellenwert 20%?

Erfreuliche Konkretisierung im überarbeiteten Entwurf ist zudem , dass der bekannte 20%-Schwellenwert des szenariobedingten Barwertverlust in Relation zu den regulatorischen Eigenmitteln zwar weiterhin als Indikator für „Institute mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko“ gelten soll, dieser aber in der Weise relativiert wird, dass er nicht als harte Schwellenwerte für die Anordnung aufsichtlicher Maßnahmen angewandt wird . Im Ergebnis soll die bisherige Ad-hoc-Meldepflicht bei erstmaliger Überschreitung des Schwellenwerts, entfallen. Super, oder?

Perspektivisch kommt es aber hart – EBA und CRD V

Achtung. Das Rundschreiben (Entwurf) ist das Eine, die avisierte Überarbeitung der CRDIV und EBA-Guidelines das andere. Artikel 98 – „Ausreißer-Kriterium“ und Standardzinsschock

So ist das Langfristziel der o.a. Papiere eine Begrenzung des „Standardzinsschocks“, auf einen Barwertverlust in Höhe 15 % des harten Kernkapitals. Und das Ganze dann noch mit 4 zusätzlichen auf 6 erweiterte Zinsszenarien.

Der Handlungsdruck bleibt enorm

Lange Rede kurze Sinn: Während die Ergebnisse der NZU mittlerweile etwas an Schrecken verloren haben (man kann es ja beinahe nicht mehr hören), die Bundesbank Ihren Standardzinsschock augenscheinlich zunächst etwas entspannt bzw. zumindest die EBA-Ideen nicht vorwegnimmt, bleibt der Handlungsdruck hoch. Der Standardzinsshock nach EBA und CRDV werden mittelfristig Ihre Fristentransformationsmöglichkeiten de facto weiter reduzieren. Im Ergebnis bedeutet dies:

Noch haben Sie Spielräume

Noch haben Sie Spielräume Ihr Eigengeschäftsportfolio & Gesamtzinsbuch umzugestalten, sich Gedanken über einen angepassten Steuerungsansatz des Gesamtzinsbuches zu machen. Weg von Duration, möglicherweise hin zu einem „prognosefreien Zinsbuch“. Und operativ gesehen, war es wahrscheinlich noch nie so leicht, sich von „ungeliebten“ Positionen – dank der draghischen Kauflust -zu trennen.

Wie das funktioniert? Überprüfen Sie Ihre gelebte Strategie zum Eigengeschäft. Ist das Eigengeschäft bloßes Residual oder systematisch, diszipliniert und Transparent abgeleitet. Beantworten Sie die Fragen, nach dem optimalen Zielvolumen und der Funktion. Setzen Sie Ihr EG in den Kontext der verfügbaren Risikobudgets und reflektieren Sie die Ergebnisse. Sie werden überrascht sein. Belive us. Noch bestehen vor dem Hintergrund des regulatorischen Rahmenwerkes und des Marktumfeldes Handlungsoptionen zur Stabilisierung der Ertragslage. Noch.

Was hält Sie eigentlich ab?

Was hält Sie eigentlich davon ab, eine Task-Force Zinsüberschuss zu Gründen, die der Thematik systematisch, diszipliniert und Transparent bearbeitet und bewirtschaftet?

Möglicherweise Fusionsgedanken, wie die anderen 50%. Nur – Die Fusion kommt, das ZÜB-Problem bleibt.

Problemlöser derivatexx. Mit unserer jahrelangen Erfahrung in Treasury, Gesamtbanksteuerung und Organisationsentwicklung zeigen wir Ihnen wie Sie durchs flache Grass kommen. systematisch, diszipliniert und Transparent – und zwar so dass die Risiken beherrschbar bleiben und Sie ruhig schlafen können.

Hierfür stehen zur Verfügung

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derivatexx | HerbstCamp 2018 – Das EXKLUSIVE 3-Tages INTENSIV-TRAINING zu den aktuellen Herausforderungen im  TREASURY | GESAMTBANKSTEUERUNG | KAPITALMARKTGESCHÄFT. Maximal 8 Teilnehmer in den Tiroler Alpen am Achenssee. Endlich Lösungen! Intensiver geht nicht. (10.10.2018 – 12.10.2018)

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Bleieben Sie erfolgreich.
Ihr derivatexx Team