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Blog 42 |Take no Zins, make no ZÜB – Alarmstufe Rot in Ihrem Zinsbuch

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Um Gottes Willen und es kam schlimmer als gedacht. Die gesamte Swapkurve handelt mit negativen Renditen, 10jährige bei – 23 BP von Bunds ganz zu schweigen, mit minus 67 BP der absolute Horror und keine einzige Bund mit positiver Rendite. Und wie das halt immer so ist, finden zahlreiche Experten schnell die Lösung Brexit, Handelskonflikt, Konjunkturabschwung, etc. Chapeau Bank(Treasury) – wahrlich echte Herausforderungen! DIE Frage aller Fragen: Ist das Zinsbuch nun tot und wie soll man als Treasurer oder Bankvorstand in diesem Umfeld überhaupt noch Erträge generieren. Vielleicht ein Lösungsansatz…

Bisher machten Receiver-Swaps wenigstens noch ein bisschen Freude. So konnte man sich bisher die niedrigen Positiv-Sätze immerhin noch über das vorherrschende negative “Euribor-Leg” schönreden. Im Gesamtergebnis gab´s dadurch immer noch ein leicht positives Zinsergebnis.

Verkehrte Welt im Zinsbuch

Zwischenzeitlich -bei 10jahres-Sätzen in der Spitze bei minus 33 BP- ist der “Spaß” nahezu verflogen: Minus 30 BP empfangen heißt letztendlich aufgrund der Negativ-Rate 30 BP zu zahlen. Na, und da das Euribor-Fixing -welches ja  bei Receivers gezahlt werden muss, ebenfalls negativ ist – bekommen Sie das negative Fixing (aktuell minus 42 BP) gutgeschrieben. Verkehrte Welt, in Vollendung.

Im Ergebnis liefern derzeit nur noch Receiver-Zinsswaps mit einer Mindestlaufzeit von knapp 8 Jahren eine positive (Gesamt)Carry und damit einen positiven laufenden Ertrag. Woow, bei 10jährigen-Zinsswaps erlösen Sie damit unter Einrechnung des variablen Leg’s knapp 11 BP. Sehr bedauerlich, dass die gesamte Jahres-Carry kalkulatorisch bei einem Zinsanstieg von 1 BP aufgezehrt ist. Sexy ist anders!

 

Der Payer-Swap als Assetklasse?

Demgegenüber drängen sich Payer-Swaps geradezu in den Vordergrund: Hier erzielen Sie mit 5jährigen Payer-Swaps (bei rund minus 53 BP) – auch unter Berücksichtigung des negativen EURIBORS – einen positiven Carry von knapp 11 BP. Irgendwie verkehrte Welt.

Ist ja schön, nur was bedeutet das Ganze für Ihr Zinsbuch? In der Regel 10jahre Gleitend, passiv und leicht gehebelt bewirtschaftet, bedeutet dies doch: “Empfange jeden Monat 10 Jahre – auch zum aktuellen Zinsniveau” Mutig, mutig – wenn das mal kein Fehlsteuerungsimpuls ist. 

 

Das unbezahlte Zinsänderungsrisiko?

Ihr ZÄR wird nämlich nicht mehr bezahlt, d.h. Sie gehen Long, akzeptieren barwertige Zinsänderungsrisiken aber erlösen im Gegenzug noch nicht einmal einen kleinen periodischen Ertrag. Sorry, mit Verlaub aber dass muss man sich leisten können.

Wie stehen Sie in Ihrem Depot A eigentlich zu Low-Yield-Corporates?

Würden Sie in den 0,5% Sanofi Corporate Bond 2027 mit Rendite von knapp minus 10 BP zum Kurs von knapp 105% investieren? Rating im übrigen bei A1.

Die gewöhnlichen Argumente:

  • Besser bei minus 10 BP investieren – als das Geld zu minus 40 BP auf die EZB zu legen
  • Ist doch ein gutes Geschäft – solange die Refinanzierung unter der negativen Renditen erfolgt
  • Warum schlecht? Es könnte doch sein, dass die Renditen noch negativer werden, dann performed das Ding
  • Als Teil-Substitut für HQLA´s sind die CorpBonds mit minus 10 BP  doch immer noch besser, als deutlich “rot”-rentierliche Staatsanleihen, Covereds und Sovereigns
  • Die Rendite ist sekundär, da sie ohnehin auf Endfälligkeit kalkuliert ist; außerdem erhöht der laufende Kupon von 0,50% den Zinsertrag (und hat damit einen positiven Einfluss auf die CIR), also her damit.

Alles irgendwie gekauft und nachvollziehbar, nur betriebswirtschaftlich nicht immer der „Bringer“. Zerlegen Sie doch mal Ihre Anleihenrendite in die Bestandteile Zins-, Adress-, Liquiditäts- und Marktilliquiditätsrisiko. Schnell wird klar, wo die Risiken und damit letztendlich auch die Ertragschancen liegen.

Worauf ich hinaus will? Mit  Verlaub:  Klug scheißen ist es nicht. Vielmehr möchte ich Sie darauf vorbereiten, dass im aktuellen Umfeld die Standardlösung “Hier ein wenig Duration, da eine Prise Credit” nicht mehr wirklich trägt.  Zielführend sind mehrere Maßnahmenbündel die ineinandergreifen und auf das selbe Ziel einzahlen.

No More Zins – Einigkeit und Überall

Na ja irgendwie scheint die große Einigkeit um sich zu greifen: Die Zinsen steigen nie wieder. So signalisieren die Forwards: Die Kurve bleibt tief und Selbst der 10 Jahres Satz in 10 Jahren steigt nie mehr an. Wir sind also auf dem besten Weg in Richtung Schweizer-Renditen. Staatsanleihen, Corporates, Pfandbriefe und glaubt man der Presse bald sogar  Kundenkreditgeschäfte  mit negativem Zins.

Und vergleicht man die verschiedenen Research-Meinungen der Kreditinstitute: No more, Zins!

Take no Zins, make no ZÜB

Selbst wenn die Zinsen nie mehr steigen, verdienen Sie mit negativ-verzinsten Bonds halt auch nichts mehr, es sei denn die Kurve bleibt extrem steil und Sie haben den Mut im negativ Terrain in “Size und in Style” die Zinsfristen-, Bonitätsfristen- und Liqui-Transformation zu fahren. Auch ein interessantes Geschäftsmodell.

Das Umfeld bleibt damit schwierig (ja wissen Sie; I know, so sorry), kommen wir deshalb zu ein paar Alternativen, die Ihnen im Treasury und damit in der Gesamtbank möglicherweise ein wenig Zeit kaufen können – die Sie dann bitteschön auch nutzen sollten um neue Ertragsquellen auf der Kundenseite zu erschließen.

 Swaptions – mit Bordmitteln zum Zinsüberschuss?

Das Zinsniveau ist schrecklich und eigentlich wollen Sie – wenn Sie könnten – auf diesem Zinsniveau gar nicht erst in lange Zinsbindung investieren. Sie warten lieber bis sich die 10Y-Sätze wieder in positivem Terrain wiederfinden. Wenngleich auch ich dieses Zinsniveau als extrem sagen wir –ambitioniert- ansehe, kann uns niemand sagen wie lange es dauert bis oder ob wir wieder deutlich positive Sätze sehen. M.E. liegt das Risiko – und das sage ich schon seit dem ersten Blog – in einer lang andauernden Niedrigzinsphase.

Das Warten “versüssen”?

Warum monetarisieren Sie das Warten auf höhere (Zins)Sätze nicht mit einer Stillhalterposition in einer Payer-Swaption? Oh mein Gott – Teufelszeug! Warum? Weil die Verluste bei Stillhalterpositionen unbegrenzt sind, hingegen die Verlustrisiken bei Long-Positionen begrenzt? Unter Umständen springen Sie hier zu kurz.

Ein kleines Beispiel:

Über einen 10y Receiver-Swap (Festsatz -0,30%p.a., 10 Mio., aktuelles Euribor-Fixing -0,42%) erlösen Sie grob gesagt 12 BP laufende Carry p.a. ≈ € 12.000.
Dem periodischen „laufenden Ertrag“ (den Sie für den ZÜB ja auch benötigen) steht ein barwertiges ZÄR gegenüber. Mit einem PV01 (BPV, Basispunkt-Value) von rund -10.500, verlieren Sie mit der Festsatzempfängerposition bei einem Zinsanstieg von 1 BP rund € 10.500 und vice versa.

Bei einem Zinsanstieg von 25 BP wäre das approximativ ein (temporärer) Marktwertverlust von ≈ 263.000. Subtrahieren Sie den wahnsinnig attraktiven laufenden Carry, kommen Sie All-In und rein ökonomisch bei knapp minus 250.000 raus. Ok, Sie bewerten Zinsswaps ohnehin nicht, trotzdem müssen Sie den Barwert z.B. i.S. verlustfreie Bewertung des Bankbuches im Blick behalten.

Alternativlos? Ne, aber trotzdem interessant?

Jetzt zur Alternative: Da Sie ohnehin bei 0,25% die 10 Jahre empfangen wollen – bzw. ihre gleitende Benchmark die Investition in 10jährige „einfordert“ können Sie sich auch heute schon „verpflichten“ die 10Y bei +0,25 % zu empfangen.

Operativ erfolgt dies über den Verkauf einer 6m10y Payer-Swaption mit Strike 0,25%. Hier verpflichten Sie sich in 6 Monaten ggf. in einen 10jährigen Festsatzempfänger-Swap eintreten zu müssen und zwar auch wenn der 10Y Swap bei 0,50% steht.

Für das Stillhalten erhalten Sie derzeit (und indikativ) eine einmalige Optionsprämie in Höhe von 0,30% des Nominals. Bei 10 Mio. also € 30.000. By the way: Unterstellt man bei einem 10y Zinsswap ein laufende Carry von 15 BP. Ist das die Carry für 2Jahre (!).

Hört sich ja ganz gut an, aber was ist wenn die Marktrenditen steigen! Unbegrenzte Verluste  brauch kein Mensch und schon gar kein Treasurer.

Auf die Perspektive kommt es an…

Sie empfangen heute die 10 Jahre bei minus 0,25% p.a. Hieraus resultiert ein ZÄR in Höhe von € PV01 -10.500. Steigen die Sätze auf 0,25% liegen Sie mit der Position nette 500.000 hinten.

In einem solchen Szenario würde dann auch die Payer-Swaption ausgeübt werden, was Sie in den Receiver-Swap bei 0,25% „drückt“. Berücksichtigt man erhaltene Prämie von 0.30% ergibt sich eine Break-Even-Rate von ≈ 0,28% p.a.

Vergleichen Sie beide Positionen bei einer 10Y-Rate von plus 50 BP, wird der Vorteil schnell bewusst.(und nur der Vollständigkeithalber: bei einem Strike von 0,00%, ist die Prämie bei ≈ 85 BP

Zur Info: Verfällt die Payer-Swaption wertlos, erfolgt der Ausweis der erhaltenen Swaption-Prämie im übrigen als a.o. Ertrag im ZÜB – not so Bad, oder….?

Zu offensiv? Ich meine: Eine Sache der Perspektive: Wenn Sie denn heute schon wissen, dass Sie in den nächsten Monaten „empfangen“ müssen, warum dann nur warten und „hoffen“. Die Alternative zur Stillhalter-Strategie wäre natürlich der Forward-Swap, aber das wäre eine andere Geschichte… und da gibt es noch so einige….

 

  1. Receiver-Swaptions
  2. Forward-Swaps
  3. Terminkäufe-Verkäufe in Bonds und SSD
  4. Caps
  5. Floors
  6. Floored Floater
  7. CDS
  8. CMS-Bond
  9. ALM-Modellierung
  10. Steuerung

Nur der Vollständigkeithalber…

PS: Nur um kein falsches Bild zu malen. Es geht hier nicht um Handel oder gar „Zocken“. Es geht hier um verschiedene (Teil)Strategien im Kontext der Zinsbuchsteuerung und zwar in nennen wir es „ in einem eher unüblichem Umfeld”.

Natürlich könnten Sie auch, Ihre Margen im Kundenkreditgeschäft so ausweiten, oder Ihre Provisionen erhöhen, so dass Sie auf derartige „Spielereien“ verzichten können. Aber nur wenn Sie „können“….

Die Zeiten sind herausfordernd, das wissen Sie selbst. Erfahrungsgemäß gibt es aber auch in diesem Umfeld schnell umsetzbare und praktische Handlungsoptionen und Möglichkeiten zur Steuerung und Bewirtschaftung des Gesamtzinsbuches.Das klingt kompliziert, aufwändig oder gar riskant?

Nutzen Sie doch einfach die „Gunst der Stunde“ und entscheiden Sie sich für eine 1:1 Trainings-Session rund um Ihre Treasury, Depot A oder Zinsbuch. Nur Sie und Dennis Bach für 2 Tage außerhalb Ihrer Geschäftsräume tauschen Sie sich aus, entwickeln bei Bedarf Lösungsansätze und bringen sich fachlich weiter. Und nebenbei gewinnen Sie einen Sparringspartner für Ihr (Berufs)Leben. Natürlich gerne auch als Inhouse-Workshop. Wir sind für Sie da, nur entscheiden müssen SIE sich….. Kontaktieren Sie uns gerne, wir freuen uns auf Sie.

Bleiben Sie erfolgreich!

Herzliche Grüße

Ihr Dennis Bach

Blog 41 | T(D)raghische Sommerhitze – so entgeht Ihr Zinsbuch der Sommerdürre

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Das war ja schon beinahe ein Deja vu, quasi Whatever it takes 2.0. – nur das es diesmal nicht um Euro oder Inflation geht, sondern eher um – falls die Konjunktur nicht ausreichend wächst und prosperiert. Wooww – so deutlich war Mario selten – Hauptziel Niedrigzins und er verabschiedet sich in den Ruhestand. Und es kommt noch besser: In diesem Kontext und vor dem Hintergrund eines „No Zins, no Ertrag, no Geschäftsmodell“ erwartet die Bankenaufsicht –namentlich Felix Hufeld- ein verstärktes Bankensterben. Ja geht’s´ denn eigentlich noch..? Die Bankenaufsicht macht es sich hier ein wenig zu leicht. Allein die durch Banken an die u.a. für die Aufsicht zuständige EZB gezahlten € 7,5 Mrd. Negativzinsen müssen ja auch irgend woher kommen. (Quasi 4,5 Mio.pro Bank in Deutschland). Aber mal losgelöst von diesen Debatten, hilft ja alles nichts: Am Ende wird halt abgerechnet und die Zeche zahlen Sie und Ihr Kreditisntitut. Sie brauchen ganz einfach Erträge.

Tolle Studien aber wo bleiben die Lösungen?

Man kann es kaum ja noch hören und mag es schon erst gar nicht mehr lesen:  Studien über Studien dass die Erträge der Banken schrumpfen, die Geschäftsmodelle bedroht sind, und das Risiko vom Bankensterben mittlerweile eher exponentiell wächst. Ehrlich gefragt: Ist das neu? Mit Verlaub: Wer jetzt noch eine Studie benötigt, dass es Banken schlechter geht, die EK-Renditen nicht erreicht werden und der Kostendruck wächst und der Handlungsbedarf enorm ist, der hat den Schuss ohnehin nicht gehört.

Die Frage aller Fragen: Paradigmenwechsel oder Endgame und vor allem wie entkommen Sie dem Dilemma?

Paradigmenwechsel oder Endgame für Ihr Zinsbuch? Egal wie sie denken, aber jetzt scheint wirklich dem letzten klar – die Zinsen werden nie mehr steigen. (ist zumindest meine Wahrnehmung aus zahlreichen Gesprächen in den vergangenen 3 Wochen.)

Völlig losgelöst ob das so ist, oder nicht – spätestens jetzt wird klar, Sie müssen umdenken in ihrem Zinsbuch. Es geht nämlich nicht mehr nur darum wie Sie mit (potenziell) steigenden Zinsen umgehen, sondern auch wie Sie die Zeit bis dahin „überleben“.

Es gibt Möglichkeiten. Und nur der Vollständigkeithalber, dem verändertem Mindset sollten auch Taten folgen. Ein paar Ansätze (und längst nicht alle) aus der Praxis…

4 gewinnt – Zins, Zinskurve, Credits und Refi

Nicht neu: Die Zinsen sind mal wieder abgetaucht und Bund- und Swaprenditen so tief wie niemals zuvor. Die Zinskurve ist flach und bietet hinsichtlich Fristentrafo nur noch sagen wir „begrenzten Value”.

Bleiben noch die Assetklassen “Credit und Refinanzierung”. Danke an die Goldi-Locks: Credits scheinen sich im aktuellen Goldi-Lock Umfeld sehr wohlzufühlen. Niedrigzins, Wachstum, Low Inflation – Unternehmerherz, was willst du mehr! Die Creditspreads tendieren hier im Großen und Ganzen seitwärts (also ganz stabil). Das Gute daran, die Bonitätsaufschläge haben ihre Tiefstände noch nicht einmal erreicht und selbst der Brexit scheint kalter Kaffee. Zumindest psychologisch ein Vorteil.

Na und die Assetklasse Refinanzierung scheint uns noch eine ganze Weile erhalten zu bleiben. Nicht als Option sondern eher als Muss, denn wenn Sie auf der Aktivseite schon nichts mehr Erlösen, sollten sie zumindest die Opportunitäten auf der Passivseite mitnehmen.

Zinsniveau und Zinsbuch:

Irgendwie scheint es verständlich: Bei 10 Jahres-Raten von 0,18 % in großem Stile weiter Long zu gehen, scheint nicht unbedingt der heilige Gral für das Zinsbuch. Bei kürzeren Laufzeiten, macht dann reines Zinsexposure irgendwie gar keinen Sinn mehr. Ab 7 Jahren alles negativ und selbst 30 Jahre bringen kaum noch Rendite.

Möglicherweise sind Sie glücklich und betreiben die passive Steuerung Ihres Zinsbuches und Sie „leben“ Ihre prognosefreie Dispositionsvorschrift 1:1. Sie halten sich damit strikt an die Vorgaben Ihrer passiven Benchmark und werden dadurch weiter in Longs gedrückt. Mit anderen Worten, Sie halten Ihr Zinsänderungsrisiko stabil, verdienen salopp ausgesprochen nur kaum mehr damit. Insbesondere vor dem Hintergrund „nullverzinster Spareinlagen“. Ach ja und by-the-way “verwässern” Sie Ihre guten Einstände aus der Vergangenheit.

Sie stehen trotzdem auf ZÄR? – Ihre Handlungsoptionen:

  1. Hoch mit dem Zinsbuchhebel? Natürlich können Sie Ihren Zinsbuchhebel nach oben schrauben, vorausgesetzt Sie haben den Risikoappetit und das Risikobudget hierfür. In Abhängigkeit Ihres aktuellen Zinsbuchhebels, Basel II-Koeffizienten oder SREP-Bucket, bringt das Ganze bei 250 Mio. EK im aktuellen Marktumfeld dann rund € 1 Mio. Zinsergebnis p.a. – wenn das Niveau so bleibt. Im Übrigen wären dann knapp T€ 600 des erwirtschafteten ZÜBs auf die negativen Kurzfristzinsen zurückzuführen. Im Gegenzug holen Sie sich ein barwertiges ZÄR in Höhe von BPV € -125.000 ins Buch. Tolle Idee? I don´t know. Stellt sich die Frage ob sich überhaupt die Frage stellt ob der Markt das ZÄR adäquat bezahlt?
  2. Den Zinsbuchhebel hochzufahren – ob das schlau ist? – wo der Hebel doch auch in die andere Richtung wirkt.
    Schon mal daran gedacht oder besser gesagt analysiert was ihnen die Einführung einer 15 jährigem Stützstelle im Gesamtzinsbuch bringt? Jetzt nicht erschrecken, Sie müssen ja nicht gleich 15 jährige “Long” gehen, aber denken Sie mal an die vermiedenen Zinssicherungskosten für 15jährige Darlehen (und dabei die Optionsthematik nach BGB §489 noch gar nicht mitgerechnet).
    Mit im Schnitt und konservativ gerechnet 1% p.a. sehen Sie da schnell Land. Und das momentan 15jährige im Kundnegeschäft laufen ist ja kein Geheimnis.
  3. Als weiterer echter Hebel kann sich die Diskussion Außen vs. Innenzins bei der Berechnung des Zinsschocks (oder auch SREP-Buckets) erweisen. Hier erlaubt die Aufsicht ja seit geraumer Zeit,  ausdrücklich das herausrechnen der Margen. Konkret eröffnen die EBA-GLs, den Banken die Möglichkeit bei der Berechnung des ZÄR im Anlagebuch die Cashflows ohne Margen (d. h. auf Basis des „Innenzinssatzes“ bzw. des laufzeitadäquaten Geld- und Kapitalmarktzinssatzes) zu berücksichtigen. Was das bringt’s? Na zum Beispiel Entlastung des Basel II-Koeffizienten (respektive SREP-Bucket) von 20-30%.

Krass oder? und kombinieren sie beide Maßnahmen, reduzieren Sie Ihr Zinsrisiko – sagen wir – ganz erheblich. Im Ergebnis bleibt aber die Frage im Raum, ob Sie auf dem aktuellen Zinsniveau direktionales Zinsrisiko überhaupt wollen. Alternativen… Buchen Sie doch einfach unser kostenloses Strategiegespräch

Die Zinskurve – deutlich flacher

Mit einer Zinsdifferenz von 56 BP zwischen 10 und 2 Jahren hat sich die Zinskurve mittlerweile deutlich verflacht. Hintergrund dürfte u.a. die wieder aufkommende QE-Phantasie von Mario Draghi sein. Wie flach die Kurve zwischenzeitlich ist, zeigt ein Vergleich mit den amerikanischen Konsorten. Dort war die Kurve nach zahlreichen Zins-Hikes im Tief bei knapp 15 BP. Flache Kurve, was macht da noch Sinn. Outright longs, eher nicht.

Auch wenn Die Kurve recht flach anmutet, erscheint es momentan sinnvoller, Verflachungspositionen in 2s10s zu eröffnen. Warum ? Ganz einfach: Kein direktionales ZÄR (Parallelshift), dadurch keine Auswirkung auf Basel II und das beste Mehrertrag ggü. normaler Outright-Position in 10 Jährigen.

Credits und Zinskurve:

Wenngleich die Credit-Spreads bei Unternehmensanleihen immer noch ein gewisse Attraktivität besitzen, scheinen die Spreadaufschläge für Covereds und SSA mit (Negativ)Renditen unter der Swap-Kurve echt teuer.

Rein ökonomisch betrachtet drängen sich hier eigentlich Verkäufe auf . Eigentlich! Wenn nur der damit verbundene Verzicht auf den so wichtigen Zinsüberschuss nicht wäre. Wir wissen ja, der Zinsüberschuss leidet ohnehin schon genug und nun noch negative Vorzieheffekte durch (ökonomisch) sinnvolle Verkäufe triggern? Never.

Oder vielleicht doch? Nutzen Sie doch die mittlerweile abgeflachte Zinskurve und die daraus resultierenden niedrigen Forwards bei gleichzeitig niedrigen Creditspreads und verkaufen Sie Ihre teuren Schätzchen auf Termin. Sie verkaufen dadurch quasi die Prämie, schaffen Platz in Ihrem Adressrisiko und haben Ihre Position und damit den Zinsüberschuss sagen wir noch 2-3 Jahre im Buch. Not Bad!

Natürlich bietet die Credit-Welt auch noch andere Opportunitäten … just Call us!

Die Assetklasse Refinanzierung

Mittlerweile handeln deutlich mehr als  50% aller Staatsanleihen mit negativer Rendite, das wissen Sie längst. Theoretisch ja nicht so schlimm, denn kaufen Sie eine Bundesanleihe und “funden” diese über kurzfristige Repos erlösen Sie trotzdem noch einen Trafo-Beitrag von 50 BP. Also was ist schlimm an Negativ-Yields?

Klar, da bin ich bei Ihnen. Das Leben besteht eben nicht nur aus Neugeschäften sondern insbesondere die Passivseite besteht aus Einlagen mit „Nullzinsfloor“. Eine Reduzierung der Einlagen unter Null ist dadurch nicht möglich. Da nützt einem das repo halt auch nichts.

 Was tun, sprach Zeus…

Natürlich können Sie für Teile Ihrer Bestände  auch heute noch 0%- Floors kaufen, d.h. Sie bekommen dann eine Ausgleichszahlung wenn das entsprechende EURIBOR-Fixing unter Null festgestellt wird. Vor Marios Rückfall war ein derartiges Interesse bei zahlreichen Häusern festzustellen.  Wohl dem der auch gehandelt hat. Wem der Outright-Kauf zu teuer ist, könnte zur Verbilligung auch Caps verkaufen und gelangt so in eine Collar-Struktur. Vielleicht ist das Ganze gar nicht so dumm, kommmt darauf welche EURIBORS gerade eingepreist sind.

Zugegebenerweise sind Optionsstrategien mit Sicherheit nicht die Plain-Vanilla-Variante für Ihre Herausforderungen im Zinsbuch und Geschäftsmodell:  Richtig, und wohl dosiert können Sie sich aber  – wie mit den anderen Strategien –zumindest ein Wenig Zeit kaufen.

Refi again

Zurück zur Assetklasse Refi. Schauen Sie sich die Refinanzierungssätze doch einmal genau an. Gerne auch die Forwards. Hier preisen Marktteilnehmer mittlerweile weitere Notenbankmaßnahmen ein. Haben Sie Refinanzierungsbedarf?

Sie könnten sich die Mittel aktuell recht günstig aufnehmen. Noch besser: Sie sichern sich das aktuell niedrige Geldmarktniveau über EONIA-Payer-Swaps (künftig €ster-Swaps). Im Zuge eines solchen Vorgehens zahlen Sie einen Festsatz und empfangen dagegen das variable Tagesgeld-Fixing (EONIA-Satz – welcher ja durch €str abgelöst wird). Ob aus der Kasse heraus oder auf Forwardbasis wäre im Rahmen Ihrer ZÜB-Planung abzuleiten.

Für Sie nichts dabei: Über Repos gelangen Sie an wirklich niedrige Refi-Sätze. Mit teilweise minus 55 BP wird hier sogar die Einlagenfazilität der EZB zur Assetklasse.

Das Fazit  – ein kleines Potpourri:

Sie sehen zahlreiche Möglichkeiten zur Steuerung und Bewirtschaftung Ihres Depot A und Ihres Zinsbuches. Klar, nicht nur Buy and Hold und Selbstläufer. Die Zeiten das „Gottgegebenen Zinsüberschuss“ sind endgültig vorbei. Und wenn noch Risikoaversion ins Spiel kommt, hat sind die Aussagen von Hufeld nicht aus der Luft gegriffen.

Der Blog-Artikel soll Sie ein wenig inspirieren. Gemäß unserem Motto: “Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe” gibt es auch im atuellen schwierigen Umfeld noch Möglichkeiten. Wir sagen nicht, dass es einfach ist. Aber klar ist, um jetzt noch Erträge zu generieren müssen  Sie das Spiel  beherrschen und zwar auf allen Ebenen:

  • Fachskills
  • Instrumentenkasten (Produkte- und Märkte-Katalog)
  • Ressourcen
  • Intellekt
  • Sie müssen wollen…

Ich bin seit vielen Jahren anerkannter Experte in Sachen Ertrags-Optimierung durch einen verantwortungsvollen Einsatz von Risiko-Budgets. Gemeinsam mit dem Treasury und Risiko Controlling erarbeite ich Strategien, um aus freien Risikobudgets sofort Erträge zu erwirtschaften. Besonderes Augenmerk widmen wir dabei den Risiken und Anforderungen des Vorstands. Damit die Manager dem Aufsichts- und Verwaltungsrat greifbare Lösungen und erste Ertrags-Erfolge präsentieren können.

Bleiben Sie erfolgreich

 

Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer der derivatexx GmbH

 

 

 

 

Blog 26 | Indian Summer oder Zinsbuchherbst – Goldener Oktober in Ihrem Zinsbuch

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Indian Summer? Haben Sie das schon einmal erlebt; diese ungewöhnlich warme Wetterperiode im Spätherbst auf dem nordamerikanischen Kontinent? Dazu noch einen strahlend blauen Himmel, viel Sonne und einer besonders intensiven Blattverfärbung in den Laub- und Mischwäldern. Sieht toll aus! Aber es ist auch die Phase, die letztendlich die dunkle Jahreszeit einläutet. Wie Sie einen goldenen Herbst in Ihrem Zinsbuch erleben, lesen Sie hier…

Wie geht es Ihnen? So ein goldener Herbst ist quasi Gold wert. Noch einmal richtig Sonne tanken und die müde machenden Melatonin-Speicher entleeren, bevor die ganze Jahresendhektik losgeht und man frühmorgens ins dunkle Büro fährt um im Dunkeln dann wieder nach Hause zu fahren. Genießen Sie die schönen Tage. So golden und schön der Herbst meteorologisch auch ausfallen kann; beim Blick auf das Gesamtzinsbuch ergibt sich wahrscheinlich ein eher anderes Bild.

Novemberstürme in Ihren Zinsbuch?

Der periodische Zinsüberschuss bleibt weiter unter Druck und das Jahr ist schon beinahe rum, Irgendwie hatte man sich auf der Ertragsseite für 2017 mehr vorgenommen und der Schuh der Kostenbasis drückt weiterhin. Regulationsbedingt steht nicht nur  MiFID II nun unmittelbar vor der Tür und hat das Potential ebenfalls für Farbenspiele in Ihrer GuV zu sorgen. Der Subventionshebel der Kreditrisikovorsorge wird nächstes Jahr ganz sicherlich kürzer und die Bestandsabläufe im Kredit- und Eigenegeschäft werden so richtig spürbar. Klingt fasst so wie die Vorbereitung auf die dunkle Jahreszeit. Die Frage nach Lösungen ebbt nicht ab.

In Guter Gesellschaft – die Beschreibung des Status Quo

Im Oktober wurden wieder zahlreiche Berichte über das Eh und Weh in der Bankenbranche publiziert und diskutiert. Da wären beispielsweise die mittlerweile bekannten und etwas entschärften Ergebnisse der Niedrigzinsumfrage 2017 (vgl. auch Blog 25) oder der regelmäßig erscheinende Bundesbankbericht zur Ertragslage der deutschen Kreditinstitute. Beautiful ist anders.

Auch die renommierte Unternehmensberatung Bain & Company meldete sich mit ihrer Studie „Battle of the Banks“ zu Wort. Sehr interessant: Jede 4. Bank kämpft um das Überleben und der Zinsüberschuss ist unter Druck. Aha! Neu?. Das Beraterhaus Oliver Wyman findet in der Ausarbeitung „European Banking Agenda 2017- Leaving, Restructuring, Entering an New World“ heraus, das Banken sich noch nicht stark genug um Ihre Neuausrichtung kümmern, und immer noch ein Stück in der Vergangenheit agieren. Es wird langsam eng.

Die Spatzen auf den bunt gefärbten Herbstbäumen

Eigentlich ist es doch interessant dass mittlerweile nicht nur die Spatzen auf den buntgefärbten Herbstbäumen sondern fast alle „Fachexperten“ von der Notwendigkeit sprechen, bei den Banken das Ruder endlich herumreisen zu müssen… Digitalisierung, Automatisierung, Reduzierung Kostenbasis, EK-Entlastung, Regulation, Niedrigzins, Zahlungsverkehr, Fintech-Kooperationen, Provisionsbasis etc., echt disruptiv.

Strategie – und der Wald vor lauter Bäumen wird unsichtbar

Extrem viele strategische Baustellen. Strategisch ist da einiges zu tun. Lesen wir zumindest in jeder Studie. Absolut korrekt. Doch vor lauter strategischen Diskussionen sollten operative Themenfelder oder ganz einfach grundlegende Anforderungen nicht unbedingt hinten herunterfallen. Immerhin beklagen zahlreiche Häuser, das man vor lauter strategischen Diskussionen das Geld verdienen vergisst. So beginnen zahlreiche Häuser nun Ihre Schwachstellen aufzuschreiben, zu katalogisieren oder das Wunschbild zu diskutieren. Interessant aber irgendwie auch spät.

Der Ertrag von heute ist der Handlungsspielraum von morgen

Immerhin herrscht ein gewisser Ertragsdruck vor und das aktuelle Umfeld bietet auch Chancen. Und diese Chancen werden wir in Zukunft herbei sehnen, Quasi, wenn es Brei regnet, darf oder muss man auch den Löffel heraushalten. Vor allem sollte man wissen was man im Sinne des Risikoappetit, der Risikotragfähigkeit und des Produktkataloges will , kann und darf (vielleicht auch muss). Keine Angst es folgt keine Tirade auf den Handel und hochriskante Tradingstrategien. Es geht darum, zunächst das Eigengeschäftsbuch zu nutzen um durchs flache Gras zu kommen. Quasi sich Zeit kaufen, die die Stabilisierung/ Transformation des Geschäftsmodells benötigt.

Das schwächste Argument Ertrag? Schaufeln Sie rein was geht!

Natürlich wissen wir, dass Ertrag eigentlich das „schwächste Argument ist“. Immerhin werden Sie für 1 Mio. Mehrertrag nicht in den Himmel gelobt, hingegen bei „aktiv produzierten“ Verlusten, wahrscheinlich gevierteilt. Brauch kein Mensch, oder?

Wahrscheinlich doch, denn der Ertrag von heute ist das Eigenkapital von morgen ist Ihr Handlungsspielraum von Übermorgen. Also schaufeln Sie rein was geht, Sie brauchen die Erträge zur Finanzierung Ihres Geschäftsmodells. Oberste Prämisse ist jedoch die Risiken zu jedem Zeitpunkt zu beherrschen. Quasi ein intelligentes in die integrierte Gesamtbanksteuerung eingebettetes Asset Liability Management. Ja auch als kleine Bank. Verständlicherweise erfordert dies bei Führungskräften, Mitarbeitern neue nicht nur fachliche Fähigkeiten, Arbeitsansätze und Partnerschaften. Nur so werden Sie es schaffen, die Opportunitäten für sich zu nutzen. Und es gibt Opportunitäten um durchs flache Gras zu kommen. Ein paar kleine Auszüge:

Trotzdem ein paar Denkanstösse

Die neue Assetklasse Refinanzierung 
Stellen Sie sich ein Wertpapierportfolio – vereinfacht als gleichverteilte Laufzeiten- zusammen, refinanzieren Sie das Depot über einen Refinanzierungsmix aus Tagesgeld und Repos und lassen Sie das Ergebnis auf sich wirken. Der originäre Zinsertrag – also der Ertrag aus den Kupons Ihrer Aktivseite – ist der geringste Teil. Der Hebel liegt in der Refinanzierung.

Keine unbedingt hoch wissentschaftliche Erkenntnis, aber dennoch sehr interessant. Die Frage ist doch, wie kann man das Ganze nutzen. Mit den richtigen Produkten (Repo, TRLTRO, Leihe, EONIA-Swap) bestehen Möglichkeiten, auch ohne zu stark ins ZÄR zu gehen.

Die Immer noch steile Zinskurve
Regelmäßig wird das aktuelle Niedrigzinsniveau diskutiert. Klar, die „Windfall-Profite“ aus der Veranlagung der Eigenmittel fehlen im Strukturbeitrag natürlich. Aber ein hohes Zinsniveau sorgt noch nicht automatisch zu hohen Zinsüberschuss. Vielmehr ist die Steilheit der Zinskurve der interessantere Teil. Aktuell sehen die Zinsdifferenzen auf der Euro-Zinskurve mit 108 BP (2s10s), 65 BP (5s10s) oder gar ausgesuchte Zinsdifferenzen gegen 6-Monatsgeld gar nicht so schlecht aus. Noch sind die Zinskurven eher Steil und diese ist nutzbar. Möglicherweise nicht über SREP-schädliche direktionale Positionierung vielmehr über weitgehend ZÄR-freie (Parallelshift) Investitionen. Schauen Sie über den Teich: Dort notiert die Zinsdifferenz 2 gegen 10 Jahre mittlerweile bei nur noch 48 BP – eine sehr flache Kurve. Es kann also nicht Schaden, sich die steilen Euro-Zinskurven -und damit den Zinsüberschuss- für die Zukunft zu sichern.

Schöne Einstandsätze bei US-Zinsen bei gleichzeitig hohem Euro – Bevor Sie Jetzt gleich abwinken. Es geht hierbei nicht um die Übernahme von Fremdwährungsrisiken, sondern um die Vereinnahmung einer Fristentransformationsmarge in Fremdwährung. So befindet sich beispielsweise die US/ Euro-Zinsdifferenz bei 2 jährigen Zinsswaps auf einem Extrem-Niveau (Grafik). Während die FED weiter in Tippelschritten agiert und Yellen wohl ihre letzten Zinserhöhungen vorbereiten darf, steht die EZB eher vor dem Einstieg in den Ausstieg Ihrer ultraexpansiven Zinspolitik. Die vorgeschlagene Position bringt Carry, ist relativ ZÄR arm und stellt einen gewissen Hedge gegen den EZB-Exit oder einer Konjunkturabkühlung in USA dar. Auch ein Rückgang des Euro macht sich positiv bemerkbar.

Bei den Staatsanleihen und Pfandbriefen existieren ebenfalls Opportunitäten. Doch die Identifizierung ist nicht ganz einfach.

Haben Sie irische oder portugiesische Staatsanleihen, Österreicher oder französische Titel im Buch? Vielleicht agieren Sie auch in Bundesländern, EFSF Bonds oder europäischen Covereds und Unternehmensanleihen? Erfahrungsgemäß bestehen hier zahlreiche Ansätze zur Optimierung von Risk, Return und RWA´s.

Ein kleines Beispiel: Österreich sorgte in der jüngsten Vergangenheit mit Ihrer 100jährigen Kapitalmarktaufnahme für Furore. Im Zuge dessen kam es nachvollziehbarer Weise aiúch zu Anpassungen bei der Gesamtrenditekurve. So bewegt sich die Zinsdifferenz zwischen 10 und 30 jährigen Austria-Bonds derzeit auf dem absoluten High (rund 100 BP) der letzten 5 Jahre. Warum switchen Sie Ihre 10jährigen Österreicher nicht in ein geringeres Volumen 30jähriger. Mit besserem Assetswapspread, höherer Verzinsung, höherer Konvexität und Entlastung der Risikobudgets und das ganze mit Mehrertrag. Zwar nur ein einfaches aber ertragreiches und damit dankbares Beispiel. Interessant wird’s bei systematischer Aufarbeitung des Portfolios, das macht Lust auf mehr. Versprochen.

Um den strategischen Blick nicht zu verlieren. Die Welt am Kapitalmarkt scheint derzeit in Ordnung. Woher soll denn Ungemach drohen? Aussitzen eine echte Option?

Der Anfang kennt das Ende nicht…

Aber Achtung auch der schönste goldene Herbst endet in der Regel mit Regen, Sturm oder Schnee. Haben Sie die richtigen Produkte, Methoden- & Fachskills griffbereit und funktionsbereit? Nutzen Sie das ruhige Umfeld. Wir helfen Ihnen gerne. derivatexx | systematisch, diszipliniert, transparent.

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Ihr Dennis Bach

Blog 21 | Divide et impera -So profitabilisieren Sie ihre Einlagen

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Teile und Herrsche – Der Urheber der lateinischen Redewendung ist nicht wirklich identifiziert. Ob der Vater von Alexander des Großen, Niccoló de Machiavielli oder König Ludwig der XI., alle machten sich die Redewendung irgendwie zu Nutzen. Was das Ganze mit Ihrem Gesamtzinsbuch zu tun hat? Seien Sie gespannt.

Insbesondere die Römer verfolgten lange Zeit die „Teile-&-Herrsche-Taktik“ in vielen ihrer Kriege: Erst den Gegner entzweien um ihn dann zu zerschlagen. Viele Siege der Römer, nicht immer, aber oft.

Was das ganze mit der Bank zu tun hat? Ähnlich wie zum Ende der Blütezeit Roms sind auch im Banking die Herausforderungen riesig. Und heute noch wird darüber spekuliert, ob Rom an der eigenen inneren Schwäche oder aber infolge übermächtiger Gegner zerfallen ist. Entdecken Sie Parallelen?

Keine Angst es folgt nun keine Aufzählung der ungünstigen Rahmenbedingungen von Regulatorik bis Nullzins oder den übermächtigen Gegnern von Digitalisierung bis Wettbewerbsdruck.

In diesem und in den Folgebeiträgen  geht’s um die praktischen Stellschrauben in Ihrem Gesamtzinsbuch und der Gesamtbanksteuerung rund um die Herausforderungen: Einlagenprofitabilität, Vergabe 15jähriger Darlehen, Fristentransformation im SREP- und/oder IRRBB – Regime, oder auch dem Umgang mit dem Depot A im aktuellen Spannungsfeld von Nullzins und Leverage-Ratio etc.

Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach…

Zugegebenermaßen, die Ausgangslage ist bescheiden. Zu wenig Ressourcen, zu viele Themen! Unschön aber leider wahr. Im Übrigen wird es am Ende ohnehin niemanden interessieren ob Ressourcenengpässe der Grund des Scheiterns waren oder nicht. Es geht darum das Scheitern zu verhindern. Und zwar mit aller Kraft.

Elementar in diesem Kontext ist wie die Gesamtgemengelage aussieht und wie sie beherrscht werden kann. Welche Probleme, mit welchen Ertragsauswirkungen und welchem Handlungsdruck?

Ertragskrise in der SELI-Bank

In der Ihnen sicherlich mittlerweile bekannten SELI-Bank stellt sich die Gesamtgemengelage im groben Abriss wie wie folgt dar:

  • Der Zinsüberschuss ist unter Druck. Insbesondere in den nächsten 2 Jahren belasten Bestandsabläufe im Kunden- &  Eigengeschäft die Situation weiter.
  • Die Konditionenbeiträge sind ebenfalls unter Druck.
  • Ist man ehrlich, ist das Einlagengeschäft mittlerweile defizitär; wächst dafür aber aufgrund der Nullverzinsung weiter um wirklich kaum brauchbare „fast-money“-Komponenten.
  • Die Margen der Aktivseiten scheinen gefühlt zwar auskömmlich, erreichen aber lange nicht den notwendigen DB III.
  • Die Zinsbuchsteuerung wirft aufgrund Basel-II-Schock-bedingter reduzierter Hebel und einem fallenden Gleitend-10jahres-Zins
    weniger ab.
  • Das früher sehr ertragreiche Depot A ist mittlerweile eher ein Sammelbecken für HQLA-Papiere und zudem im Volumen deutlich reduziert.
  • Zuletzt befinden sich die Produktkataloge im Kunden- und Eigengeschäft in einer Art Investitionsstarre.
  • Die Risikovorsorgen (Kredit und Wertpapiere) sind aktuelle positiv und scheinen aktuell als „DIE“ neue „Ertragsquelle“ entdeckt worden zu sein.
  • Das Eigenkapital schmilzt infolge zu geringer Thesaurierung eher ab und limitiert die Risikobudgets insbesondere in der Zukunft

Willkommen in der SELI-Bank: Auch wenn das Top-Management und die Mitarbeiter den Handlungsdruck noch nicht voll spüren oder realisiert haben, aber den beschriebenen Aggregatszustand bezeichne ich als Ertragskrise.

Divide et Impera – Insbesondere im Einlagengeschäft

Nun zum Thema „Teile und Herrsche“ – zerlege das eigentliche Problem solange in kleinere und einfachere Teilprobleme, bis man diese einfach lösen kann. Na ja, und dann wird aus diesen Teillösungen eine Lösung für das Gesamtproblem konstruiert. Beginnen wir in diesem Beitrag zunächst mit der Einlagenseite, aktuell einer der größten Herausforderungen unserer SELI-Bank.

Die Einlagen der SELI-Bank

Ein schneller Abriss. Die Einlagensteuerung erfolgt über den Ansatz der gleitenden Durchschnitte. Letztendlich wird die juristische Zinsbindungsdauer des Passivportfolios durch ein Mischungsverhältnis bestehend aus gleitenden Durchschnitten ersetzt. Die Konditionierung der Passivprodukte erfolgt in Abhängigkeit des Replikationsportfolios. Kennen Sie alles – die Herausforderungen auch: In ruhigen Zeiten ein stressfreies Modell, nur: Gleitend bedeutet auch: Sie legen zu historischen Sätzen an, wie das geht? Gute Frage. Das Problem wird drängender, je mehr „fast-money-Gelder“ sich in Ihr Passiv-Portfolio verirren, die Gelder sind schneller wieder weg als Sie da waren. Prämisse „Volumenkonstants“ adjeu. Und zu guter Letzt: Aufgrund deutlich niedriger Opportunitätszinsen der aktuellen Mischungsverhältnisse müsste die Einlagenverzinsung zur Aufrechterhaltung der kalkulierten Marge für einige Produkte schon lange negativ verzinst werden. Aufgrund juristischer, vertrieblicher und liquiditätstechnsicher Faktoren erscheint hier aktuell keine weitere Reduzierung der Passivkonditionen möglich, es herrscht also der sogenannte Nullzins-Floor.

Verlängerung der Mischungsverhältnisse?

Zahlreiche Häuser diskutieren intern gerade die Verlängerung der Mischungsverhältnisse ihrer Passivprodukte. Infolge des dann angestiegenen Opportunitätszinssatzes würde ein steigenden ZKB Passiv zu einer steigenden Produktprofitabilität führen. Eine Reduzierung des Produktzins wäre damit quasi nicht mehr zwingend erforderlich. Wunderbar. Nur, der Bank ist damit nicht geholfen. Der Kniff bringt dem Haus keinen Cent mehr Zinsüberschuss. Vielmehr wird der in der Regel als Residualgröße errechnete Strukturbeitrag zu Gunsten des Konditionenbeitrags belastet.

Fraglich ist zudem inwieweit verlängerte Ablauffiktionen – die ja das Zinsanpassungsverhalten realistisch abbilden sollen- im Falle eines Zinsanstieges überhaupt durchgehalten werden können.

Die Elemente Kapital- und Zinsbindung

Ergänzen Sie Ihrer Methodik der gleitenden Durchschnitte um Elemente der Kapitalbindung, also um die Ermittlung von verschiedenen stabilen Bodensätzen. Ganz sicherlich benötigen Sie hierzu verschiedene statistische Auswertzungen oder mindestens belastbare Expertenschätzungen. Trennen Sie insbesondere die volatilen Anteile (fast money Komponenten) ab. Diese Bestandteile bilden Sie über einen Geldmarktpuffer ab. Das Neugeschäft oder deutliche Teile davon, pricen Sie in keinem Falle über die historischen Sätze.

Sie schaffen letztendlich die  einer getrennten Steuerung von Zins- und Kapitalbindung. Während Sie das über Gleitende Durchschnitte modellierte Zinsänderungsrisiko nahezu in sekundenschnelle über Zinsswaps in jede beliebige Position transferieren und damit steuern können, identifizieren Sie über die Kapitalbindungsdauer ihren wirklichen Impact auf Fundingmix, Bilanz und struktureller Liquiditätstransformation.

Getrennte Steuerung erhöhen Flexibilität und Nutzen

Für Ihre Steuerung eröffnen sich ganz neue Wege z.B. über den Einsatz von Swaptions, Caps, Floors und CMS-Strukturen . Auch die Voraussetzung zur Ableitung eines institutsspezifischen Refinanzierungsmixes wird geschaffen Und wie wir wissen, die Passivseite ist der Wettbewerbsvorteil der Aktivseite.

Während über den o.a. Ansatz letztendlich auch die Frage beantwortet werden kann, für welchen Bestand  eine Negativ-Verzinsung – und damit die Aktivierung des Nullzins Floors- überhaupt erforderlich ist, ist zudem die Frage zu beantworten wie mit einem etwaigen Nullzins-Floor in Steuerung und Bewirtschaftung umgegangen werden soll.

Und der Nullzins-Floor?

Der Nullzins-Floor entsteht letztendlich über die Festlegung -variable Bestände nicht mit einer Negativ-Verzinsung auszugestalten. Dem Kunde wird dadurch – für die Dauer ihres Entschlusses- eine Zinsuntergrenze (Floor) bei 0,00% zugesprochen. Sie haben ihrem Kunden also einen Floor mit 0,00% geschenkt.

Allein schon der Vergleich mit dem aktuellen 6-Monats-Euribor-Fixing bei -0,24% zeigt, dass der Floor für den Kunden einen nicht unerheblichen Wert haben muss. Wert für den Kunden bedeutet in ihrem Fall, die Zeche zahlen sie als Bank: Immerhin verzichten Sie auf Zinsanpassungen nach unten.

Die Idee des Floors als Zinsbegrenzungsvertrag ist der Erhalt einer Ausgleichszahlung wenn das Fixing des gewählten Referenzzinssatzes eine vereinbarte Untergrenze unterschreitet.

Für den Erwerb des Floors fallen Kosten an. Je nach Laufzeit und Strike variieren die Preise erheblich. So kostet ein aktueller Floor mit 3jähriger Laufzeit mit Strike 0% in etwa 45 BP p.a. oder 1,40% Upfront.

Love it, change it or leave it

Für das Management ihres Zinsüberschuss bedeutet dies, Sie können die bestehende Zinsüberschusslücke über Konditionenanpassungen vom Kunde „holen“ oder diese über den Derivate-Einsatz am Kapitalmarkt schließen (Kauf Floor). Quasi der Tradeoff zwischen Reputation, Liquiditätsabfluss und Optionsaufwand. Nicht gleich erschrecken.

Zunächst ist es doch hilfreich die Kosten des Nullzins Floors zu bemessen, so schaffen Sie überhaupt eine Basis zur Ableitung von Handlungsoptionen und Maßnahmen. Im zweiten Schritt können Sie dann verschiedene Alternativen quantifizieren und ableiten.

derivatexx – unser Support für Ihre Schlagkraft

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Ihr Dennis Bach,
Geschäftsführer, derivatexx GmbH, Stuttgart