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Blog 29 | Glaube, Liebe, Hoffnung – Bail-in in Ihrem Zinsbuch?

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Es ist kein Geheimnis mehr, die EZB hat sich hinsichtlich der Notenbankfähigkeit von ungedeckten Bankschuldverschreibungen entschieden. Wie Sie wissen, verlieren große Teile derzeit emittierter ungedeckter Bankschuldverschreibungen zum 01.01.2019 Ihre Notenbankfähigkeit. Not eligible – no Cash. Kalter Kaffee und wenig relevant? Vielleicht ja nicht…

Hintergrund der EZB-Entscheidung ist die geänderte Haftungs-Kaskade gemäß der Bail-In-Regeln im Zuge der BRRD und des gemeinsamen Abwicklungsmechanismus.

Der Mensch denkt, die Aufsicht lenkt…

Im Ergebnis werden bisher emittierte ungedeckte Bankschuldverschreibungen (Senior Unsecured) im Rang zurückgestellt und werden so im Bedarfsfalle Bail-In-fähig. Soll die Bail-In-Fähigkeit vermieden werden, muss die Bank künftig sogenannte nicht strukturierte ungedeckte Schuldverschreibungen mit Prefered-Senior-Rang emittieren. Nur, noch ist es für deutsche Kreditinstitute aufgrund nicht angepasster Regelungen und KWG-Paragrafen derzeit noch nicht möglich derartige Prefered-Bonds zu emittieren. Die Anpassungen des Rechtsrahmens wird aber bis zum Herbst erwartet.

Neben der Geburt einer neuen Assetkategorie (Prefered Seniors) und der Zurückstellung einer Anderen (alte Seniors werden zu Non Prefered Seniors) stellt sich die Frage wie mit den -nennen wir es Altlasten- in Ihren Beständen umgegangen werden soll. Halten, verkaufen, nachkaufen, hoffen?

Isoliert betrachtet scheint die Umsetzung der bereits lang diskutierten Bail-In-Regelungen und infolgedessen dem Verlust der EZB-fähigkeit kein Beinbruch und salopp ausgedrückt tatsächlich kalter Kaffee.

Die Hoffnung stirbt zuletzt?

Riskiert man einen genauen Blick und taucht man etwas tiefer in die Materie ein – am besten in Verbindung mit der aktuellen Gesamtgemengelage um EZB-Exit, Vola-Anstieg und Marktverwerfungen stellt sich schon die Frage nach den Auswirkungen.

Möglicherweise befindet sich auch In Ihrem Eigengeschäftsportfolio die ein oder andere Non Prefered ungedeckte Bankschuldverschreibung. Immerhin war und ist die Investition in derartige „Altschuldverschreibungen“ ein probates Mittel das Eigengeschäftsportfolio ein wenig in Richtung ZÜB zu pimpen. Nicht grandios, aber immer noch mehr als bei gedeckten Titeln.

Nur gut, dass sie die Investments Innerhalb definierter Bandbreiten aufgrund Ihrer EZB-Fähigkeit (eligible Assets) als Fundingpotential und damit zur Sicherstellung Ihres internen Liquiditätspuffers heranziehen konnten. Nur, jetzt ist es vorbei mit dieser Herrlichkeit. Künftig bedeuten derartige Investitionen quasi einen „harten“ Liquiditätsverzehr, ähnlich wie bei Investitionen in Namenspapieren von Banken. No EZB-Fähigkeit – No Offenmarkt – no Repo – No Cash. Nicht nur vor dem Hintergrund – i.S. der MaRisk geforderter interner Refinanzierpläne – eine interessante Sache.

Die künftig Bail-In-fähigen Papiere liegen also de facto als eine Art Kreditersatzgeschäft in Ihrem Iliquiditätsbuch, bestenfalls noch als veräußerbare Assetklasse. Sicherlich kann erwartet werden, dass die Marktliquidität der ab dem 01.01.2019 nicht mehr EZB-privilegierten Titel sukzessive dafür aber deutlich abnehmen dürfte. Kleinerer Markt, weniger Wettbewerb, geringerer Nutzen, höheres Credit-Risk, wunderbar.

Langfristig dürften zahlreiche Investorengruppen sicherlich kein allzu großes Interesse an einer Bail-In-Fähigkeit Ihrer Aktivseiten haben. Banken schon gar nicht. Das heißt mit dem Vollzug der notwenigen Anpassungen von Richtlinien und Gesetztestexten dürfte die Emissionstätigkeit von neuen „bevorzugten (Prefered)“ und damit nicht nachrangigen Bankschuldverschreibungen deutlich an Fahrt gewinnen.

Es ist schon immer gutgegangen?

Stellt sich die Frage was mit den „bekannten Altbeständen“ passiert. Klar dürfte sein: Die Altbestände dürften spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf allzu große Nachfrage mehr stoßen, dürften illiquider werden und dürften die ein oder andere Anlagelinie „verstopfen“. Rosige Aussichten?

Interessant wird zudem die Behandlung in den Kreditrisikomodellen. Potentieller Nachrang mit Solva 20? Never!
Echter Spaßfaktor oder zumindest interessante Diskussionen im RWA-Management scheinen garantiert.

Glaube, Liebe, Hoffung vs. Auswirkungsanalyse?

Hinsichtlich künftiger Performanceentwicklung der neuen „Alten“ Assetklasse bietet die Marktentwicklung vom Jahresanfang einen möglichen Vorgeschmack. So ergaben sich bei nichtdeutschen Emissionen (dort existieren die unterschiedlichen Senior-Stufen bereits seit dem letzten Jahr) deutliche Performanceunterschiede zwischen Non-Prefered und Prefered-Emissionen. Teilweise um 45 Bp. Na ja für den gleichen Emittenten, und das gefühlte gleiche Adressausfallrisiko ne echte Hausnummer. 45 BP x 10 Jahre sind barwertig 4,50 Euro. Wow. Reservieren Sie schon mal Platz in Ihrer Risikvorsorge. Spaß beiseite. Keep Care.

Interessant wird das Ganze wenn wir versuchen ein aktuelles Gesamtbild zu zeichnen. Eine EZB im Tapering-Modus, temporär selektiv steigende Refinanzierungskosten, zunehmende Volatilitäten am Finanzmarkt, einen tendenziell reifen Konjunkturzyklus und regulatorische Experimenten – Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Folgende Grafik verdeutlichen die Zusammenhänge.

Was Gewinner von Verlierer unterscheidet ist, wie jemand auf Wendungen des Schicksals reagiert.

Klar, keine Wirkung ohne Ursache. Und da gibt es potentiell viele. Das sollten Sie nun tun:

  1. Identifizieren Sie Ihre ungedeckten Schuldverschreibungen Eigenbestand
  2. Diskutieren Sie wie Sie mit dem Bestand perspektivisch Umgehen wollen, denken Sie dabei auch an Auswirkungen hinsichtlich potentieller Ratingeinschätzungen, RWA-Änderungen, Risikovorsorge
  3. Welche Auswirkungen ergeben sich infolge des Verlusts hinsichtlich EZB-Fähigkeit, auf Ihr Funding-Potenzial.
  4. Machen Sie sich Gedanken über das Funding derartiger Positionen. Auch der Repomarkt dürfte schwieriger werden.
  5. Wie viel Freiräume bestehen noch in Ihren Credit-Linien um neue „Vorrangige“ Bonds zu kaufen – sicherlich werden im Rahmen einer regen Emissionstätigkeit der eine oder andere Spreadaufschlag zu vereinnahmen sein-, sofern der Altbestand Ihre Anlagelinie nicht „verstopft“.
  6. Welche Spielräume bestehen im Abbau der Altpositionen. Oder ab wann macht es Sinn gerade in Non-Prefered-Titel zu investieren.
  7. Denken Sie auch an Asset-Swap-Packages und damit variabler Positionen.
  8. Setzen Sie sich zum Monitoring eine Musterportfolio – aus Prefered und Non-Prefered Emissionen europäischer Emittenten auf. So bekommen Sie Entwicklungen rechtzeitig mit.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Intention ist es nicht – aus den aktuellen Entwicklungen ein ausgeklügeltes Tradingkonzept zur Vereinnahmung von Handelsgewinnen zu machen!

Vielmehr sollten rechtzeitig Handlungsoptionen und Alternativen zum Umgang mit der neuen Situation entwickelt werden. Noch ist das Zeitfenster geöffnet.

Here we go…

Erfahrungsgemäß macht es Sinn, sich diesem Thema konzentriert und fokussiert zu widmen. Keine Zeit, keine Ressourcen? Warum nicht mit einem persönlichen Sparringspartner und Fachexperten die Thematik gemeinsam und fokussiert, entwickeln, diskuttieren und Handlungsoptionen und Lösungsalternativen abzuleiten. Wir stehen bereit.

Bleiben Sie erfolgreich
Herzliche Grüsse
Ihr Dennis Bach

 

 

Blog 22 | Sommerloch & SummerCamp – Kein Sommerloch für Ihr Zinsbuch

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Endlich! Sommer, Sonne, Grillen, ein kühles Bier, Sommerweinchen und natürlich das Sommerloch im Büro. Die Urlaubszeit beginnt und es wird ruhiger im Office. Auch wenn uns die letzten Tage der ein oder andere „(d)trag(h)ische“ Regenschauer (Bund) oder gar ein kleines Sommergewitter (italienische Banken, Aktien) überraschte, dürften die nächsten Wochen transaktions- und Steuerungsmäßig eher dünn verlaufen. So machen Sie das Sommerloch zur Ertragsoffensive für Ihr Zinsbuch und Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen. Wetten?

Warum eigentlich Sommerloch? Na, ja: Entweder gibt es keine Stücke mehr, da die EZB in Ihrer Frühjahrsoffensive alles gekauft hat, was bei 3 nicht auf den Bäumen war; oder weil man den optimalen Kaufzeitpunkt z.B. französischer Anleihen ärgerlicherweise verpasst hat. Und jetzt signalisiert uns die EZB auch noch dem Einstieg in den Exit. Gut die Füße still zu halten. Just Sommerloch.

Etwas ruhiger schadet nicht, aber…

Zu Beginn erscheint ein Sommerloch gar nicht so schlecht. Alles ein bisschen ruhiger, Vorstände in Urlaub, weniger ad hoc Aufträge und dadurch kaum operative Hektik. Wunderbar, etwas früher aus dem Büro, es gibt wirklich schlimmeres! Hält die Flaute eine gewisse Zeit lang an – und das ist erfahrungsgemäß meist bis Mitte September der Fall – kann es schon fast „langweilig“ werden. Immerhin können die Tage in einem schwülen Büro ohne eine gewisse Auslastung bzw. ohne „Drive“ ganz schön lange werden. So viel Research-Material oder EBA-Guidelines können oder wollen Sie gar nicht lesen.

 3 Alternativen für Ihr Sommerloch…

Wie wäre es damit? Sie nehmen sich für das Sommerloch genau 1 Thema vor, welches Sie aus eigenem Interesse intensiv bearbeiten. Der Vorteil, Sie sind produktiv, sie haben ein gutes Gewissen. Außerdem bringen ein für SIE wichtiges Thema voran. Im Ernst! Hier 3 Alternativen fürs Sommerloch:

  1. Später kommen, Früher gehen – die Zinsen steigen wir werden sehen
  2. Exit, Brexit, Trump it – Keine Überraschungen für Ihre Zinsbuch
  3. Besuch des Summer exklusiven derivatexx | SummerCamp© Treasury & Gesamtbanksteuerung – Offensive für Ihre Fachskills und Ihre Ban
    I.  Exit, Brexit, Trump it – Keine Überraschungen für Ihre Zinsbuch

Ihnen ist natürlich klar: Themenstellungen gibt es genug. Mit ziemlicher Sicherheit steht auch ihr Haus vor zahlreichen (un)erträglichen Herausforderungen: Stabilisierung des Zinsüberschusses, Propfitabisileierung der Einlagen(steuerungI, Margenausweitung im Kundengeschäft und natürlich die mittlerweile fast liebgewonnene Regulatorik führen hier die Hitlisten an. Hinzukommen Unsicherheiten über das weiteren Vorgehen der EZB oder vielmehr potentieller Marktreaktionen auf die EZB-Strategie.

Wir können sicher sein, es kommt anders als wir denken. Die EZB wird weder abrupt die Käufe einstellen noch wird sie sich an der Erhöhung der Einlagenfazilität versuchen. Und schon gar nicht wird sich die EZB an einem Fahrplan anlehnen den wir uns wünschen. Im Gegenteil, die Märkte werden die ein oder andere Zinsrichtung austesten. Das Ganze in umsatzarmen Tagen, the same procedure as every year.

Ob der Auslöser Brexit-Verhandlungen, Trump-Sonderdebatten oder diverse EZB-Spekulationen sind ist unerheblich.

Sind Sie vorbereitet? – die WildCard kommt sicherlich

Und Sie? Sie sollten trotzdem vorbereitet sein. Vergessen Sie hierbei nicht; Die Zinsen haben sich seit ihrem Tief nahezu verdreifacht. Der vor allem basisgetriebene Inflationsschock scheint verdaut, die Konjunktur brummt (noch) und auch die europäische Wirtschaft wächst. Politisch sind die Wildcards nicht eingetreten und die FED schummelt die Fed Funds nach oben. Also alles in Butter? Und die Zinsen steigen bald?

Na ja, muss nicht sein. Was wenn während des politischen Sommertheaters Trump unter Druck gerät? Der Konjunkturhype etwas abklingt oder sich die Inflationsraten wieder etwas reduzieren? Immerhin mahnt der Ölpreis zur Vorsicht. Bahnt sich hier eine Konjunkturabkühlung an?

Aus Bankensicht dürften nach wie vor die Konstant- wie auch die Niedrigzinsszenarien das Hauptrisiko für den Zinsüberschuss darstellen. Wäre es da nicht schlau, die Wildcard eines potentiellen Zinsrückgangs oder gar eine Verflachung der Zinskurve im Auge zu behalten oder gar ganz systematisch zu analysieren? Wie wäre es mit einem Handlungsplan?

Zuviel Arbeit für ein Sommerloch? Wetten nicht?

 Alternative III:
Sie besuchen das derivatexx Summer Camp© 
Treasury & Gesamtbanksteuerung – DIE Offensive für Ihre Fachskills

Die Gefahr des Sommerlochs liegt eindeutig darin, irgendwie nicht aus dem Quark zu kommen, Kennen Sie, oder? Da haben Sie in normalen Zeiten Stress ohne Ende ggf. auch 5 Dinge synchron zu beackern und. trotz des ganzen Chaos, bekommen Sie alles irgendwie hin. Das beste daran ist, Sie fühlen sich noch nicht mal gestresst.

Und dann im Sommerloch: In einem ruhigen Umfeld – nur 1 Aufgabe – und Sie sind am Abend fix und fertig. Tja, irgendwie ein Geheimnis des Sommers – Das Sommerloch. In einem solchen Umfeld sich selbst zu motivieren – schwierig. Sehr schwierig – aber nicht unmöglich.

Carpe Sommerloch  …

Realistisch gesehen werden Sie im weiteren Laufe des Jahres nie mehr soviel Zeit für Ihre EIGENE Entwicklung haben wie im Sommer(Loch). Also warum nicht ein paar Tage investieren und das derivatexx | Summer Camp © Treasury & Gesamtbanksteuerung zu besuchen.

Das derivatexx | SummerCamp Treasury & Gesamtbanksteuerung

Unser exklusives und beliebtes derivatexx | SummerCamp© Treasury & Gesamtbanksteuerung ist die Sommeroffensive für ihre Fach- & Methodenskills.

Quasi DIE Entwicklungsmaßnahme zur Lösung Ihrer aktuellen Herausforderungen und Erhöhung ihrer Schlagkraft.

Im Zuge unseres  SummerCamps werden IHRE Themenstellungen „aufgerollt: Zinsüberschusslücke, Ertragsoffensive, Gesamtbanksteuerung, Depot A, Treasury, Regulatorik etc.

In exklusiver Runde von max. 8 Teilnehmern diskutieren, entwickeln, bearbeiten und trainieren Sie verschiedene Handlungsoptionen und Alternativen zur Weiterentwicklung der integrierten Gesamtsicht und Bewirtschaftung Ihres Geschäftsmodells.

Im Zuge des Intensiv-Camps entwickeln und trainieren Sie Ihre Fachlichkeit. Das Ganze gepaart mit der Richtigen Methode und den Quellen der Motivation ein echtes Offensivprogramm. Und da es gemäß dem Motto: Mens sana in corpore sano – einen gesunden Geist in einem gesunden Körper braucht, beginnen Ihr Tag in unserem SummerCamp abwechselnd sportlich und aktiv.

Intensiver geht nicht!

So dass Sie das Maximum aus dem Wissenstransfer und unserem Erfahrungsschatz rausholen. 3 Tage für Sie, Ihren Geist, Ihrem Unternehmen und Ihrer Gesundheit. IHR Sommer-Offensiv-Programm Offensivprogramm.
Nach Ihrer Rückkehr werden sie vor Tatendrang sprühen und Ihre Bank nach vorne bringen. Darauf verzichten? Sie würden es bereuen.

Ein echtes Sommerlochprogramm. Neugierig geworden? Hier geht’s zu den Informationen zum derivatexx | SummerCamp© Treasury & Gesamtbanksteuerung

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Neugierig. Wir freuen uns.

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Praxis gelebt , nicht doziert

Blog 19 | Der Tragödie zweiter Teil – und wie Sie 2017 ihr Zinsbuch steuern

Neues Jahr! Neues Glück. Willkommen in 2017. Die Karten werden neu gemischt. Angelehnt an das Goethe Werk Faust II aus dem Jahre 1832 in der Faust zahlreiche verwirrende Handlungen durchlebt – und u.a. Gold durch Papiergeld abschafft – dürfte auch in 2017 die Gesamtgemengelage an den Kapitalmärkten, der Regulatorik und Bankenlandschaft deutlich unübersichtlicher – und deshalb auch schwieriger für ihr Gesamtzinsbuch werden. Da steh ich nun ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor? Wir bringen Licht ins Dunkel. Schluss mit T(D)rag(h)ödie

Los geht’s mit einem echten Knalleffekt. Da hat das Jahr kaum begonnen und wie aus dem Nichts scheinen Marktteilnehmer sich plötzlich auf deutlich steigende Teuerungsraten einzustellen. Mit anziehenden Energiepreisen und wegfallenden Basiseffekten erwarten zahlreiche Häuser nun Teuerungsraten von knapp 2%. So soll die Inflationsrate in Deutschland – gemessen am Verbraucherpreisindex –im Dezember 2016 voraussichtlich 1,7 % betragen.

Das Ganze dann in einem Umfeld konjunktur-, Trump- & notenbankbedingter Zinssteigerungen in den USA, gewürzt mit ein wenig nachlassender EZB-Ankaufspower und zunehmenden Populismus-Ängsten in Europa.

Die Krönung sind dann noch einzelne Spekulationen hinsichtlich Brexit und gestiegene Risiken eines Wiederauflammens der Eurokrise oder gar Zerfallerscheinungen der Währungsunion.

Differenzierter

Nachdem die Renditen bis auf wenige Ausnahmen, die letzten Jahre nur die eine Richtung kannten, Credit-Spreads bei Banken-, Peripherie und Unternehmensanleihen immer weiter komprimiert wurden und Refinanzierungskosten eher zu einer ertragsreichen Assetklasse mutierten, wird 2017 wohl etwas – sagen wir „differenzierter“.

 

So schlimm, das Null- und Negativzinsumfeld auch ist, so nervig komprimierte Credit-Spreads auch sind und so schwierig die infolge des EZB-Hungers eingeschränkte Marktliquidität erscheint: 2016 erschien hier doch „nicht nur im geldpolitischen Zusammenhang“ eher locker.

Das Zinsbuch oder Depot A mutiert im dargestellten Szenario nicht gerade zur Ertragsbombe. Trotzdem können immer noch gewisse Transformationserträge generiert werden.

Et lääuuffttt – solange sich die Märkte „ruhig“ verhalten

Solange die Märkte „ruhig“ bleiben und marktbedingte Abschreibungen in der Risikovorsorge damit nicht entstehen, ja sogar eingeplante Einlösungsverluste (Pull-To-Par-Effekte) zunächst ausbleiben, ist die Welt noch „sehr“ in Ordnung.
Wenig Ertrag – Geringes Risiko – Wundervoll. Doch, was ist wenn die Stimmung dreht? Ja, schon klar. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wann werden Sie eigentlich Wie in in Ihrem Zinsbuch tätig? Zu welcher Fraktion gehören Sie?

  1. Et läääuuffftttt (scheinbar)
    Wir steuern dass Zinsbuch passiv auf 10 Jahre gleitend. Die Cash-Flow-Anpassungen erfolgen demnach 1x monatlich. Wen die Zinsen steigen kommt uns das gerade gut gelegen. Wir investieren ja jeden Monat zu gleichen Teilen. Zins- und Credit Spreads tangieren uns kaum. Wir investieren ohnehin nur in unser Kundekreditgeschäft oder im Depot A in kurze Laufzeiten und gute Bonitäten. Außerdem: Hin und Her macht Taschen leer, also nicht übersteuern.

 

  1. Limit erreicht, Order gestrichen

Grundsätzlich sollen Opportunitäten an den Zinsmärkten mitgenommen werden. Das ungünstige an der Sache ist, dass Opportunitäten in der Regel mit volatileren Märkten einhergehen. Und blöderweise weiß vorher Niemand ob der Zinsanstieg letztendlich zur „Baisse“ oder der Zinsrückgang gar zur „Hausse“ wird. Im Zuge von Marktvolatilität diskutieren Sie zwar intensiv und leidenschaftlich, aber weil zahlreiche GuV, regulatorischen & bilanziellen Nebenbedingungen ohnehin zu berücksichtigen wären, Unsicherheiten vorherrschen, oder gar Risiken zur Fehlsteuerung bestehen, machen Sie lieber mal nichts.

  1. Wenn´s Brei regnet, Löffel raushalten

Das Zinsbuch wie auch das Depot A werden quasi „Semi“-Aktiv gesteuert. In Konsequenz bedeutet dies, bei vorherrschenden Marktopportunitäten auch definitiv aktiv zu werden. Im Zuge eines Zinsanstieges soll auch sukzessive investiert werden. Im Zuge von deutlichen Zinsrückgängen einzelne Bestände auch abgebaut werden. Quasi „Kaufe die Prämie, verkaufe den Discount“. Nicht Trading sondern professionelles Management. Sie sind zu jedem Zeitpunkt „Mental bereits in der Zukunft“ und schließen Überraschungen damit weitgehend aus. Bei auftretenden „Events“ setzen Sie vorher geplantes um.

Keep Calm And Carry On?

Erfahrungsgemäß agieren die meisten Häuser nach 1 und 2. Das langfristig erfolgreichere aber auch anstrengendere Vorgehensmodell ist Modell 3. Sie wissen zu jedem Zeitpunkt Was Sie Wann und Wie umsetzen wollen. Welche Bestände Sie auf- abbauen oder absichern wollen. In welchem Volumen, welcher Schrittfolge, mit welchen Instrumenten und zu welchen Marktsätzen.

Sie monitoren nicht nur Ihr Zinsbuch, sondern auch die Märkte. Die Herausforderungen ihrer Gesamtbank sind Ihnen klar. Sie wissen, dass ihr periodisches Zinsüberschuss-Gap vor allem im Flacher-, Konstant- und Invers-Szenario belastet wird. Sie kennen auch die quantifizierten Lücken in den einzelnen Jahresscheiben. Nicht nur deshalb beobachten Sie auch Ihre Schließungszinsen (i.d.R. die 1jahres Forwards) um rechtzeitig und pro aktiv Handlungsmöglichkeiten ableiten zu können.

Nicht nur die Bondrenditen oder gar die Swapsätze sind Ihnen wichtig. Nein, um mental in der Zukunft zu sein, gehören die Forwardsätze zu Ihrem festen Monitoring-Set. Immerhin ist Ihnen klar, dass wesentliche Teile der periodischen Zinsüberschussplanung von den Forward-Rates abhängen (und damit ein gewisser Zinsanstieg in der Planung bereits eingepreist ist). Und wenn dies schon so ist, ergeben sich je nach Zinsniveau sicherlich auch Steuerungsansätze über den Einsatz von Forward-Produkten. Zumindest ist es die Frage wert, welche Forwards der Treiber für Ihren periodisches Zinsänderungsrisiko ist.

Sei es zur Schließung der Zinspositionen (Zinsbindungsbilanzen) oder zur Absicherung von Depot-A-Beständen oder der Steuerung des Kundenkreditgeschäfts: Go Forward.

In der jüngsten Vergangenheit (Oktober – Dezember) beeinflussten energiepreisbedingte Reflationierungsgedanken die Zinsentwicklung. So zogen im Zuge sogenannter „bearisher Gedankenspiele“ die Renditen über die gesamte Kurve hinweg deutlich an. Mit dem anspringen der Kassazinssätze und einer steiler werdenden Zinskurve ergaben sich damit auch deutliche Änderungen bei den Forward Zinssätzen.

Interessant ist, dass zahlreiche Häuser nun im Zuge der ansatzweise bearishen Entwicklung über Absicherungsstrategien diskutieren. Dabei fällt auf, dass die günstigen Absicherungsniveaus bereits Schnee von gestern sind.

Bei der Entwicklung der Cap- und Swaptions-Preise wird dies sogar besonders auffällig. Hier scheint sich der Markt auf die Möglichkeit auch mal wieder steigender Zinsen einzustellen. Absicherungsstrategien werden dadurch teurer. Ein guter Grund, sich das Gesamtzinsbuch mal näher anzuschauen. Welche Positionen möchte ich noch, welche nicht und welche sollen perspektivisch wie abgesichert werden? The early Bird, catch the Worm.

„Da steh ich nun ich armer Tor, und bin so Klug als wie zu vor:

Ja und was sollen Sie nun tun? Na ja, entweder Sie checken Ihre Gesamtgemengelage in Ihrem Gesamtzinsbuch anhand des dargestellten „Schnell-Checks“ selbst oder wir übernehmen das für Sie:

Ihr Kurzcheck fürs Zinsbuch: Sie oder Wir?

  1. Wo liegen die konkreten Risiken in Ihrem Zinsbuch! Barwertig? Periodisch? Credit-Wise?
  1. Welche Auswirkungen ergeben sich bei Marktveränderungen auf Ihre Risikovorsorge? Die Zinsüberschuss-Lücke vs. Plan (natürlich nur falls Sie eine haben) und welche Auswirkungen ergeben sich infolge der Laufzeitenverkürzung und der Bestandsfälligkeiten im Eigen- und Kundengeschäft. Auswirkungen auf auf Zinsergebnis, (Kredit)Risikovorsorge und Adressrisiko.
  1. Ergeben sich Änderungen Ihrer Risikotragfähigkeit bei Marktveränderungen oder infolge von Laufzeitverkürzungseffekten. Welchen Spielraum erlaubt Ihre Risikotragfähigkeit oder Risikotoleranz (auch im Hinblick auf SREP) überhaupt.
  1. Welche Ergebnisbeiträge, Zinsüberschuss oder Risikovorsorge etc. entsprechen Ihrer Zielsetzung.
  1. Welche Möglichkeiten – auch „Unkonventionelle“ – bestehen grundsätzlich um das Ist/ Soll-Gap zu reduzieren? Gelingt dies mit den aktuellen Risikobudgets überhaupt?
  1. Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind notwendig um die Ziele zu erreichen?
  1. Wer übernimmt die Führung und Verantwortung bei der Entwicklung, Entscheidungsvorbereitung, und Umsetzung eines Maßnahmenbündels?

 

Alles keine Raketenwissenschaft? Stimmt. Nur Komplex. Wir helfen Ihnen dabei. Sie wünschen einen Depot A Schnell-Check? derivatexx | Praxis gelebt, nicht doziert!

 

Blog 10 | Just Eleven to go – vom Zeitwert des Zinsbuches

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Relativ betrachtet ist das Jahr noch Jung. Jung genug um Ihre Ziele und Vorsätze umzusetzen. Aus der absoluten Perspektive jedoch, ist bereits ein Monat vergangen. Dies bedeutet noch 11 Monate Zeit um weiter systematisch und fokussiert am Zinsüberschuss und an  ihren Jahres- und Unternehmenszielen zu arbeiten.

Themenstellungen gibt es genug wie: dem Zinsüberschuss, ihrem Strukturbeitrag, Provisionsbeiträgen, ihren laufenden Projekten zur Verbesserung der Ablaufprozesse, der Erweiterung des Produktkataloges und vor allem der Verbesserung Ihrer eigenen Unternehmenskennzahlen – nämlich Ihrer eigenen fachlichen Skills oder Führungsqualitäten. Zu tun gibt es genug.

PRT – Performance – Risiko – Treasury? Nein Pro-Rata-Temporis!

Treasury-, Bank- und Kapitalmarktgeschäft bezeichne ich gerne als „Pro-Rata-Temporis-Geschäft“. Hintergrund ist, dass zur Erreichung der relevanten Ergebnisgrößen (z.B: Zinsüberschuss) untrennbar ein notwendiges Zeitbudget verbunden sein muss. So ergibt sich beispielsweise der Zinsüberschuss letztendlich aus der Formel Zins x Zeit. Heisst: Je früher Sie mit Maßnahmen zur Stabilisierung des Zinsüberschusses oder anderer Ergebnisbeiträgen beginnen (und auch durchhalten), desto stärker dürften sich Ihre Bemühungen in erfreulichen Zahlen niederschlagen.

Der Zeitwert des Zinsbuches

Die angeführten Ausführungen sind nicht neu und höchstwahrscheinlich auch nicht nobelpreisverdächtig, aber stimmen tun Sie doch alle mal. So ist Zinsüberschuss nun mal über die Zeit ( & Zins) zu erreichen und auch Neue Produkte Prozesse benötigen Ihr Zeitbudget. Auch und vor allem die Diskussion von Fachthemen, Handlungsoptionen und Lösungsmöglichkeiten wie auch die eigene Weiterbildung benötigen Zeit.

Ein Blick in Ihr Zinsbuch

Betrachten wir uns das Zinsbuch. Im Januar sind sicherlich auch in Ihrem Zinsbuch hochverzinsliche Bestände fällig geworden. Zudem ist unschön, dass die bereits fällig gewordenen und auch künftig fällig werdenden Kupons in Ihrer Höhe kompensiert werden müssen.

Bleibt die Frage inwieweit das entstehende Zinsüberschuss-Gap beispielsweise über eine Anpassung der Volumen und Laufzeiten kompensiert werden kann.

Losgelöst von regulatorischen und risikorelevanten Kenngrössen scheint klar, dass zur Kompensation der Zinsüberschussgaps mittlerweile deutlich längere Laufzeiten und betragsmäßig deutlich höhere Investitionen erfolgen müssen.

In einem typischen Zinsbuch dürften mittlerweile die letzten 5%-Kupons aus der Hochzinsphase 2008 fällig geworden sein oder noch fällig werden. Möchte man das schwindende Zinsergebnis durch Veranlagungsmöglichkeiten auf der aktuellen Zinskurve (Swapkurve) kompensieren sind je nach Laufzeitenpräferenz Volumenserhöhungen zwischen dem Faktor 55 (bei 5 jährigen) und 4 (bei 30jährigen) notwendig. Zinskurvenbedingt liefern nur noch lange Laufzeiten einen wahrnehmbaren Beitrag zur Zinsergebnisstabilisierung. Allerdings mit massiven Auswirkungen auf das laufzeitenbedingt deutlich erhöhte Zinsänderungsrisiko.

Eine Kompensation ausschließlich erhöhte Veranlagungsbeträge und über das Zinsrisiko scheint deshalb kaum darstellbar oder zielführend.

Die Beimischung von Credits

Fraglich ist inwieweit die Beimischung von Spreadprodukten als eine sinnvolle Handlungsalterative zur Stabilisierung des periodischen Zinsüberschuss darstellen kann.

Das derivatexx | Zinsüberschuss-Gebirge zeigt die Ergebnisbeiträge verschiedener Credit-Investitionen. Das ganze auf ein einheitliches PV01-Budget kalibriert. So werden Investments auf der Credit und Zinskurve vergleichbar. Eine hervorragendes Monitoring Tool.

Hier zeigt sich ein gemischtes Bild. So können mit Hilfe von Spreadaufschlägen ungedeckter Bankanleihen die Zinsergebnisbeiträge zwar deutlich stabilisiert werden, der Risikotoleranz des Top-Management und die vorherrschenden Risikotragfähigkeiten dürften und werden hier insbesondere hinsichtlich des Adressrisikos aber als stark limitierender Faktor gelten.

Duration, Credit, Forward, Vola – der Vierklang des Erfolgs

Neben Duration und Credit lohnt es sich, den Blick auch auf die Forwards bzw. auf die Volatilitätskomponenten zu richten. So bieten mittlerweile wieder deutlich gestiegene Zinsvolatilitäten interessante Handlungsalternativen zur Stabilisierung des Zinsergebnisses.

So können die Zinsvolatilitäten beispielsweise zum Verkauf von Payer-Swaptions – quasi zur Monetarisierung der Zeitkomponente- genutzt werden. Ergebnis sind zinsergebnisstabilisierende Prämieneinahmen und das Ganze bei ähnlichem Marktverhalten und Risikoposition im Vergleich zu einer „normalen“ Longposition. Wetten?

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass regelmäßig die Prämieneinnahmen mehr abwerfen, als der Transformationsbeitrag im Zinsswaps innerhalb eines Jahres generiert. Kein schlechtes Risk/ Return-Verhältnis? In jedem Fall wert, der Sache auf den Grund zu gehen. Ziele wollen schließlich erreicht werden.

Einfach war gestern – Kombinieren Sie!

Kombinieren Sie die 3 Sichtweisen ergeben sich zahlreiche Handlungsoptionen zur Steuerung Ihres Zinsbuches/Portfolio und Stabilisierung Ihres Zinsergebnisses. Nicht ganz trivial aber immerhin sehr zielführend und vor allem beherrschbar.

Sie finden die Anregungen interessant oder haben Fragen? Überlegen Sie nicht zu Lange, wie gesagt ein zwölftel des Jahres sind bereits verstrichen. Denken Sie an PRT.

Aber wo, wie und wann beginnen? Die Herausforderungen sind groß, die Themenstellungen zahlreich und die Zeitbudgets zu knapp. Gibt es ein Vorgehensmodell was schnelle Hilfe verspricht?

Wer will findet Wege – derivatexx | Praxis gelebt nicht doziert!

Mit unserem FachCoaching Treasury oder einem speziell auf Ihre Themenstellungen zugeschnittenen Praxisworkshop zur Stabilisierung des Zinsergebnisses kommen Sie schnell voran.  Und wenn Sie es wünschen helfen wir Ihnen im Rahmen eines Interim Mandates.

Ideen und Handlungsalternativen zur Stabilisierung des Zinsergebnis, Verbesserung der eigenen Unternehmenskennzahlen, systematische Befassung mit ihren Themenstellungen die einen hohen Lösungsdruck erfordern und einem Sparringspartner.

Ein Schritt in die richtige Richtung, Immerhin, denn time is running out fast.

Bleiben Sie erfolgreich

derivatexx | simplify financial markets

Blog 6 | „Hunger ist der beste Koch? – Mit nur 3 Schritten zum erfolgreichen Treasury

 Man hört es jeden Tag. Wir lesen es regelmäßig und eigentlich können wir es nicht mehr hören! Kein Entkommen! Aber was ist die Lösung? Das Rezept zur Lösung…

Die Bankenbranche ist im Umbruch. Die Deutsche Bank krempelt Ihren Vorstand kräftig um und verabschiedet sich quasi vom Investmentbanking, zudem wird die Postbank verkauft.

Die Volkbanken retten sich möglicherweise in Zusammenschlüsse. So sieht VR-Verbandschef Uwe Fröhlich eine fusionsbedingte Konsolidierung der Primärinstitute von aktuell 1.047 auf unter 1.000 Institute als unvermeidbar.

Die Sparkassen hadern mit der Regulatorik und sogar die Bausparkassen versuchen mit der Gesetzesänderung des Bausparkassen-gesetzes dem schwierigen Marktumfeld zu entkommen. Hier sollen letztendlich Pfandbriefemissionen die Lösung des Geschäftsmodells sein. Was aber alle gemein haben: Sie kämpfen alle um den so notwendigen Ertrag, versuchen die Kosten zu reduzieren um da
durch ihr Geschäftsmodell zu stabilisieren.

Einer für alle, alle für Einen?

Gemeinsam beklagen sie die Regulationswut der Aufsicht und fokussieren auf das veränderte Kundenverhalten. Digitalisierung ist das Zauberwort. Die Banken -die Verlierer der Finanzkrise- schrauben also ordentlich an Ihren Kosten und Geschäftsmodellen, erfinden sich neu, aber reicht das?

Spare, spare, denn dann hast Du in der Not – Klug?

Konstatiert werden kann, dass in sämtlichen Debatten und Lösungsansätzen von der Neuausrichtung auf das Kundenverhalten, Abspecken in der Produktpalette und Kostenstruktur und Erhöhung der Margen genannt wird.

Interessant hierbei ist, dass im Wertreiber Treasury – sozusagen der Bank der Bank – kaum Veränderungen angestoßen werden. So heißt es weiter: Passive Steuerung, Klumpenrisiken, Leverage, Spread- und Fristentransformation.

Die Frage ist aber, ob es klug ist, an den Geschäftmodellen zu drehen, die Digitalisierung auszurufen jedoch die bisherigen guten Ergebnisbringer dabei auszublenden.

Das Sterne-Restaurant „Treasury“

Haben Sie schon einmal gefragt, was einen guten Restaurantbesuch ausmacht? Top-Service, noch besseres Essen und eine gute Atmosphäre. Ähnlich in der Bank: Verabschieden Sie sich also von der Illusion Top-Bankergebnisse seien ohne ein gut ausgebildetes, schlagkräftiges und integriert denkendes Treasury zu ereichen.
Nicht heute und nicht in der Zukunft.

Vom guten Menü und dessen Zubereitung…

Wie bei der Herstellung eines guten Menüs, kommen auch in der Bank dem Rezept (Geschäftsmodell), den Zutaten (Produkte), den Köchen (Mitarbeiter, Fähigkeiten, Organisationseinheiten) und zuletzt dem Chefkoch (Management) maximale Bedeutung zu.

Welches Menu möchten Sie zubereiten? Die Fertigsuppe oder das anspruchsvolle Menü? Mit welchem Menü werden Sie wohl Erfolg haben und mehr verdienen? Ihre Fähigkeiten und damit Ihre eigene Schlagfähigkeit ausbauen? Überlegen Sie selbst.

Wass soll auf den Tisch?

Wissen Sie überhaupt was Sie kochen wollen? Oder lassen Sie sich treiben, von den Zutaten die im Kühlschrank liegen? Den vorhandenen Assets, dem aktuellen Produktkatalog und den niedrigen Zinsen.

Das Treasury-Menü besteht bekanntermaßen aus einer Vielzahl von Zutaten. Dem Kundengeschäft, Gesamtzinsbuch, Liquiditäts- und Adressrisikokomponenten Regulatorik.

Die Kunst liegt darin, aus einer Vielzahl von Einzelingredienzen ein stimmiges Menü zu zaubern. In Treasury-Worten: “Alle Risiken nicht nur beherrschen sondern adäquat zu bewirtschaften um Ergebnispotentiale zu realisieren“.

Kennen Sie Ihr Depot A? Kennen Sie es wirklich?

  • Welche Ergebnisbeiträge liefert das Depot A und welche künftig nicht mehr?
  • Wie ist der genaue Bestandsablauf Ihre Portfolios und welche genauen Ergebnisauswirkungen und Wirkungsketten auf ergeben sich dadurch?
  • Welche Ergebniskomponenten dominieren Ihr Depot A Ergebnis? Zinstransformation oder Spreaderträge? Wie entwickelt sich das Portfolio in der Zukunft?

Die Hauptspeise Zinsergebnis?

Erfahrungsgemäß spielt das Zinsergebnis im Bankensektor die zentrale Rolle. Solange das Zinsergebnis stimmt und das Management weder von der Aufsicht oder anderen Stakeholdern Druck bekommt , scheint die Quelle der Ergebnisbeiträge oftmals sekundär.

Aber auch hinsichtlich der anderen Komponenten stellt sich die Frage mit welchen Bestandsvolumen, Risk Weightet Assets und letztendlich welchen Risiken, welche Ergebnisse erzielt werden. Wie sind Sie hier aufgestellt Gut oder Schlecht?

Können Sie die aufgeführten Fragen ad hoc beantworten? Wenn ja, sind Sie auf einem guten Weg. Denn nur wer seine Zutaten und die Wirkungsketten während des Kochvorgangs kennt, gelingt ein gutes Menü.

Im Treasury-Kontext bedeutet dies, die Ausgangslage genau zu kennen. Erst dann können konkrete Handlungsoptionen- und Maßnahmen zur Stabilisierung des Geschäftsmodells erarbeitet werden. Denn was nutzt das beste Geschäftsmodell, wenn die nachgelagerte aber zwingend notwendige Prozess der Risikobewirtschaftung Schwächen aufweist:

Mit nur drei Schritten zum Erfolg:

  1. Status Quo – Erfahren Sie alles – Alles!
  • Stressen Sie sich und ihr Depot A/ Gesamtzinsbuch – Kennen Sie wirklich sämtliche Bestandteile, Einflussfaktoren und Wirkungsketten?
  • Wie sind die Positionen in den (Kernbanksystemen/ Pla
    nungstools?) abgebildet. Besteht ausreichend Transparenz? Gibt es Diskrepanzen zur gelebten Praxis?
  • Was ist Ihre emotionslose Conclusio hinsichtlich Ihres Depot A/ Gesamtzinsbuches/ der Gesamtsituation?
  • Notieren Sie „Ihre“ Conclusio
  1. Die Zielsetzung!
  • Welches Ziel soll verfolgt werden bzw. welches Ziel wird verfolgt? Ist Ihnen das Steuerungsziel ausreichend bekannt?
  • Benötigen Sie periodisches oder barwertige Ergebnissteigerungen?
  • Stehen WP-oder die Kredit-Risikovorsorge im Vordergrund? oder dominieren IFRS- Themenstellungen oder die Stärkung des Eigenkapitals/ der Risikotragfähigkeit die Zielsetzungen?
  • Sind die Zielsetzung auf betriebswirtschaftliche oder regulatorische Effekte fokussiert?
  1. Das Gap!
  • Sie haben sich mit der Ist- und Soll-Situation intensiv beschäftigt. In diesem Kontext dürften sich bereits zahlreiche Fragestellungen ergeben haben. Möglicherweise werden Sie festgestellt haben, dass eine gewisse Intransparenz vorherrscht oder Themenstellungen ohne weitere Klärungen nicht erfolgreich bearbeitet werden können. Sollten Sie keine Gaps zwischen dem Status Quo und dem Ziel entdeckt haben, planen Sie ihren nächsten Urlaub, wenn nicht gehen Sie es an.
  • In Jedem Fall haben Sie nun ein vollständiges Bild. Beginnen Sie nun mit der Entwicklung von Handlungsoptionen zur Schließung der Gaps. Entwickeln Sie nur die Handlungsoptionen – je mehr desto besser – Bewerten Sie die Optionen noch nicht.
  • Vorteil dieses Vorgehensmodells ist, das Sie noch keine Handlungsoption von vornherein ausschließen, sie sammeln einfach Ideen. Die Kreativität der Treasury-Mitarbeiter ist gefragt, die Mitarbeiter können sich entwickeln – ein gutes Training und höchst motivierend.
  • Nachdem alle Handlungsoptionen auf dem Tisch liegen erfolgt die integrierte Diskussion und Bewertung der Ideen hinsichtlich des Nutzen, der Wirkungsketten und möglicher Herausforderungen bei der Entscheidungs- (vorbereitung) und Umsetzung.

Ihr Menü ist nun beinahe fertig. Es fehlt nun wie in der Sternegastronomie üblich, noch die professionelle Anrichtung und Präsentation der Speisen.

Das Auge isst mit…

In der Treasurypraxis ist damit die Präsentation der sorgfältig erarbeiteten und präferierten Handlungsempfehlungen im Top-Management gemeint. Nur so kann letztendlich eine verbindliche Entscheidung durch das Top-Management herbeigeführt werden.

Mit FachCoaching „Treasury und Gesamtbanksteuerung“ die eigene Schlagkraft erhöhen….

Eine große Herausforderung! Nutzen Sie unser individuelles 2-tägige FachCoaching oder unsere Treasury-Praxisworkshops zum Sortieren, Angehen und Umsetzen der Themenstellungen und erhöhen Sie die Schlagkraft ihrer Bank.

Praxis wird gelebt, nicht doziert!

Bon Appetit

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