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Blog 39 | Love it, Change it or Leave it – der ZÜB als Überwindungsprämie

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Love it, Change it or leave it! Keine Angst es geht hier nicht um die X-te Abhandlung des Brexit und wie es mit den Briten weiter gehen könnte oder eben auch nicht. Und es geht auch nicht um Simplify-your-Life Tipps und OOOOMMM. Jede Situation bietet Chancen – auch in Ihrem Zinsbuch.

Wir sind uns sicher und erleben es täglich: Auch im aktuellen (Zins)Umfeld existieren zahlreiche Handlungsoptionen um Ihre Bank voranzubekommen. Ob das ganze zu Ihnen passt? Love it or Leave it. J

Good News are Bad News?

Beginnen wir mit der erfreulichen Nachricht. Im Zuge von 10jährigen Bunds bei -0,03%, 10-Jahres Swaps bei knapp 0,50% und kurzfristigen Rates im Negativbereich, dürften in nahezu jedem Zinsbuch gründlich Reserven vorherrschen. Und das Beste daran, unter Einbezug aktueller Credit-Spreads dürfte sich das Bild sich sogar noch verbessern und zumindest (größtenteils) nicht ändern. Reserven wohin, das Auge reicht und damit quasi alles in Butter? Auf Deutsch “Love it“, oder etwa nicht?

Einmal davon abgesehen, dass es alleine Ihre Entscheidung ist wie Sie mit Ihrem Zinsbuch umgehen, sehen wir auch im aktuellen Zins- und Marktumfeld zahlreiche Chancen wie Sie Ihr Ergebnis stabilisieren. Ergebnisstabilisierung gilt hier im Kontext „sich Zeit für notwendige Anpassungen am Geschäftsmodell „kaufen“ können“. Erfahrungsgemäß ist der Bedarf hierfür hoch.

Vier gewinnt  – die 4. NZU herbei

Immerhin steht ja die 4. Niedrigzinsumfrage (NZU) der Bundesbank bevor . Auch wenn der Ertragstest der Banken zwischenzeitlich „umgetauft“ wurde (LSI), dürften die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Häuser bei weiterhin angespannter Ertragslage, hinsichtlich Reserven mittlerweile deutlich ausgezehrter dastehen. Das neue „Interesse“ der Aufsicht an „funktionierenden“ Geschäftsmodellen untermauert dies.

Woher nehmen und nicht stehlen…?

Ärgerlicherweise hat sich das Zinsniveau mittlerweile auf deutlich tieferem Niveau eingependelt, hochverzinsliche Bestände sind fällig geworden oder wurden sondergetilgt, der Wettbewerb hat deutlich zugenommen und der Provisionsüberschuss fällt auch nicht wie „Manna“ vom Himmel. Love it? Eher die Notwendigkeit von Change it.

Nachdem der 10 Jahres-Swapsatz zwischenzeitlich bei knapp 1,20 BP handelte, bewegen sich die Sätze aktuell in den Vierzigern. Bis 5 Jahre sind damit quasi keine positiven Sätze zu erzielen. Salopp gesagt ist mit 5jähriger Duration nichts zu holen.

Interessant hierbei könnte sein: Welche Duration hat eigentlich Ihr Gesamtzinsbuch?

Erfahrungsgemäß dürfte sich Ihre Gesamtduration in einem Korridor von 4-max 5,5 Jahre bewegen. Würden Sie diese Positionierung heute zu aktuellen Marktsätzen eingehen, hätten Sie sich die Nullrendite eingelockt? Würden Sie? – Quasi Ausfallrisiko unverzinst Leave it!

Passive Benchmark heisst 5 Jahres-Duration- heisst Nullzins…

Verfolgen Sie eine passive Strategie in Ihrem Zinsbuch – würden oder vielmehr „müssen“ Sie wahrscheinlich. Das Beste daran, Immerhin investieren Sie ja selektiv in lange Laufzeiten und „glätten“ mit einer derartigen Strategie Ihr Zinsergebnis, vorausgesetzt es ist künftig noch etwas da, dass Sie glätten können. Spaß beiseite: Die Investition in 5jährige (oder die Aufrechterhaltung eines 5jährigen Portfolios) macht eigentlich nur dann Sinn, wenn Sie über die Refinanzierung deutlich negative Refisätze durchholen können. Stellt sich die Frage: Wie hoch ist Ihr volumensgewichteter Einstandsatz auf Ihrer Passivseite? 0,00%,0,25% oder noch höher?

Die Ausführungen unterstreichen den vorherrschenden Handlungsbedarf, nur woher nehmen und nicht stehlen zu deutsch:

Welche Handlungsoptionen haben Sie:

Die Assetklasse Refinanzierung

Mario Draghi sei Dank, bekommen Sie am Interbankgeldmarkt immer noch kurzfristige ungedeckte Refinanzierungen bei Sätzen um die -0,35%. Über Repogeschäfte erreichen Sie sogar -0,40% und wenn Sie die richtige Bund hatten konnten Sie sich in den letzten 2 Monaten auch zu – 0,70% refinanzieren. Eigentlich interessant: 35-70 Basispunkte über eine Geldaufnahme zu erzielen, also ohne Adressausfallrisiko- schon beinahe skurril.

Nutzen Sie die Assetklasse Refinanzierung und zwar solange es Sie noch gibt. Immerhin denkt Super Mario bereits darüber nach, bei fortlaufender Niedrigzinsphase sogenannte Threshholds (Freibeträge) auf der Einlagenfazilität einzuholen.

Hindernis oder Hemmnis – Zum Teufel mit den Reserven

Wir haben definitiv nichts gegen hohe Reserven im Eigengschäftsportfolio. Allerdings, machen wir regelmäßig die Erfahrung, dass Positionen allein aufgrund Ihrer Reservensituation gehalten werden. Ökonomische oder Risiko-Aspekte werden hier oftmals ausgeblendet. Change it!

Schon mal daran gedacht, Ihr Zinsbuch auch (zumindest teilweise) mit Terminkäufen und -verkäufen zu steuern.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen 5%er Bond mit deutlichen Reserven. Wie wäre der Verkauf z.B. 3 Jahre auf Termin? Über den Verkauf zum (niedrigeren) Terminkurs realisieren Sie weniger Reserven und vereinnahmen den hohen Kupon noch die nächsten 3 Jahre. Ganz nebenbei hat das Ganze den Scharm des reduzierten Adressausfallrisikos. Think about it.

Flach, flacher, invers – Survival comes first

Die Zinskurve in Euroland hat sich deutlich verflacht. Nachdem sich der 2s10 (Zinsdifferenz zwischen 10 und 2 Jahren) mittlerweile von 100 BP auf rund 60 BP verflacht hat, dürfte man Auswirkungen im Strukturbeitrag spüren. (Lesen Sie hierzu gerne vergangene Blogartikel – vielleicht haben Sie ja was umgesetzt?)

Mit ziemlicher Sicherheit hat auch Ihr Gesamtzinsbuch und die GUV Ihrer Bank etwas davon, wenn sich die Zinskurve weiter abflacht. Wir würden mit deutlich negativen Effekten rechnen. Ganz blöde wäre eine flache oder gar Inverse Zinskurve.

Gesetzt dem theoretischen Falle, Ihre Position würde so aussehen: Bei steiler Kurve profitieren Sie im Gesamtzinsbuch, hingegen im Abflachungsszenario verlieren Sie periodisch und barwertig.

Lösungsansatz: Sie benötigen eine Zinsposition, die barwertig von einer Abflachung der Zinskurve profitiert, sich im Zinsanstiegsszenario (Parallelshift) dagegen neutral verhält: Der 2s10s Flattener.

Zahlen Sie bspw. € 40 Mio. 2 Jahre und empfangen Sie ≈ €10 Mio. 10 Jahre. è Im übrigen anfänglich ZÄR (PV0- neutral).

Simulieren sich doch mal genau: Sie werden die Besonderheit und den Nutzen der Position schnell identifizieren. Sie können mich auch gerne einfach anrufen.

2,15% für 100 Jahre – jetzt wird´s lächerlich?

Who the F..ck investiert bei diesem Zinsniveau in 100jährige NRW-oder Österreich-Anleihen? Wie kann man nur? By the Way: Wo würden Sie den Anleihenkurs der 100- jährigen Anleihe erwarten wenn die Rendite um 100 BP ansteigt? Schätzen Sie mal?

Genau, der Kurs geht auf knapp 70% (Upps, hätten sie mehr erwartet?

Im übrigen eine 30jährige würde auf rund 77% fallen. 3x längere Laufzeit, doppelt so hoher Zins, aber kaum mehr Kursrisiko? Oha, was soll das denn? Willkommen Konvexität. Sie kennen ja die Geschichte vom Hase und dem Igel, wer ist wohl schlauer.

Vergleichen Sie doch mal verschiedene Portfolios anhand harter Zahlen. PS: Sie müssen ja nicht gleich in 100jährige Investieren, aber machen Sie sich doch mal die Mühe und vergleichen Sie Ihr aktuelles Zinsbuch mit ein paar durchgemischten Alternativportfolien (barwertig und periodisch), Sie werden begeistert sein. Neugierig geworden: Ein Inhouse-Workshop oder FachCoaching zum Thema Zinsbuchsteuerung/ Zinskurvenmanagement bringt maximale Klarheit, Inspiration und Umsetzungsideen.

CAPtain Future?

Die Erfahrung hat gezeigt, auch Floors mit einem Strike von Null können einen deutlichen Wert entfalten. Das Beste daran, die Floors hatten lange Zeit nichts gekostet; war ja auch unwahrscheinlich die Sache mit den negativen Zinssätzen. Den Rest der Geschichte kennen Sie ja. Schon mal daran gedacht sich im aktuellen Umfeld ein paar Zinsobergrenzen für EURIBOR also Caps zu kaufen? Teuer ist anders, zudem ergeben sich im Vergleich zu Swaptions ergeben sich zahlreiche Vorteile. Die intensive Befassung würde hier zu weit gehen, aber denken Sie doch mal darüber nach oder rufen Sie an.

Denken Sie an die -IBORS und EONIAs – Leave it ist angesagt!

Apropos EURIBOR und by the Way und der Vollständigkeithalber: Die ≈IBOR- und EONIA-Reform ist in vollem Gange. Als freundschaftlicher Tipp: Kümmern Sie sich rechtzeitig darum, die Überraschungen können groß bzw. kostspielig sein – und ich meine nicht dass Risiko dass der EURIBOR wegfällt. Denken Sie auch an Bewertungsrisiken bei collateralisierten Zinsswaps.

…nichts für Sie dabei?

Wir wollen Sie mit unserem Blogartikel nicht langweiligen, aber glauben Sie Handlungsoptionen gibt es genug. ZÜB ist eine Überwindungsprämie. Love it…

Ein kleines Goody für Sie…

Kennen Sie unseren Depot A-Schnellcheck bzw. unser Strategiegespräch rund um das Thema Treasury und Gesamtbanksteuerung? Das Beste daran, aus Sicht der Nutzer ist eben nicht nur, dass Sie das Erstgespräch völlig kostenlos buchen können. Vielmehr honorieren die Nutzer den guten Austausch mit viel Inspiration und wertvollen Handlungsoptionen für die tägliche Praxis. Fragen?.. Wir freuen uns auf Sie. P.S: Ihr Erfolg ist die Summe Ihrer Handlungen 🙂

Bleiben Sie erfolgreich
Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer derivatexx GmbH

 

 

 

 

 

 

Blog 19 | Der Tragödie zweiter Teil – und wie Sie 2017 ihr Zinsbuch steuern

Neues Jahr! Neues Glück. Willkommen in 2017. Die Karten werden neu gemischt. Angelehnt an das Goethe Werk Faust II aus dem Jahre 1832 in der Faust zahlreiche verwirrende Handlungen durchlebt – und u.a. Gold durch Papiergeld abschafft – dürfte auch in 2017 die Gesamtgemengelage an den Kapitalmärkten, der Regulatorik und Bankenlandschaft deutlich unübersichtlicher – und deshalb auch schwieriger für ihr Gesamtzinsbuch werden. Da steh ich nun ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor? Wir bringen Licht ins Dunkel. Schluss mit T(D)rag(h)ödie

Los geht’s mit einem echten Knalleffekt. Da hat das Jahr kaum begonnen und wie aus dem Nichts scheinen Marktteilnehmer sich plötzlich auf deutlich steigende Teuerungsraten einzustellen. Mit anziehenden Energiepreisen und wegfallenden Basiseffekten erwarten zahlreiche Häuser nun Teuerungsraten von knapp 2%. So soll die Inflationsrate in Deutschland – gemessen am Verbraucherpreisindex –im Dezember 2016 voraussichtlich 1,7 % betragen.

Das Ganze dann in einem Umfeld konjunktur-, Trump- & notenbankbedingter Zinssteigerungen in den USA, gewürzt mit ein wenig nachlassender EZB-Ankaufspower und zunehmenden Populismus-Ängsten in Europa.

Die Krönung sind dann noch einzelne Spekulationen hinsichtlich Brexit und gestiegene Risiken eines Wiederauflammens der Eurokrise oder gar Zerfallerscheinungen der Währungsunion.

Differenzierter

Nachdem die Renditen bis auf wenige Ausnahmen, die letzten Jahre nur die eine Richtung kannten, Credit-Spreads bei Banken-, Peripherie und Unternehmensanleihen immer weiter komprimiert wurden und Refinanzierungskosten eher zu einer ertragsreichen Assetklasse mutierten, wird 2017 wohl etwas – sagen wir „differenzierter“.

 

So schlimm, das Null- und Negativzinsumfeld auch ist, so nervig komprimierte Credit-Spreads auch sind und so schwierig die infolge des EZB-Hungers eingeschränkte Marktliquidität erscheint: 2016 erschien hier doch „nicht nur im geldpolitischen Zusammenhang“ eher locker.

Das Zinsbuch oder Depot A mutiert im dargestellten Szenario nicht gerade zur Ertragsbombe. Trotzdem können immer noch gewisse Transformationserträge generiert werden.

Et lääuuffttt – solange sich die Märkte „ruhig“ verhalten

Solange die Märkte „ruhig“ bleiben und marktbedingte Abschreibungen in der Risikovorsorge damit nicht entstehen, ja sogar eingeplante Einlösungsverluste (Pull-To-Par-Effekte) zunächst ausbleiben, ist die Welt noch „sehr“ in Ordnung.
Wenig Ertrag – Geringes Risiko – Wundervoll. Doch, was ist wenn die Stimmung dreht? Ja, schon klar. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wann werden Sie eigentlich Wie in in Ihrem Zinsbuch tätig? Zu welcher Fraktion gehören Sie?

  1. Et läääuuffftttt (scheinbar)
    Wir steuern dass Zinsbuch passiv auf 10 Jahre gleitend. Die Cash-Flow-Anpassungen erfolgen demnach 1x monatlich. Wen die Zinsen steigen kommt uns das gerade gut gelegen. Wir investieren ja jeden Monat zu gleichen Teilen. Zins- und Credit Spreads tangieren uns kaum. Wir investieren ohnehin nur in unser Kundekreditgeschäft oder im Depot A in kurze Laufzeiten und gute Bonitäten. Außerdem: Hin und Her macht Taschen leer, also nicht übersteuern.

 

  1. Limit erreicht, Order gestrichen

Grundsätzlich sollen Opportunitäten an den Zinsmärkten mitgenommen werden. Das ungünstige an der Sache ist, dass Opportunitäten in der Regel mit volatileren Märkten einhergehen. Und blöderweise weiß vorher Niemand ob der Zinsanstieg letztendlich zur „Baisse“ oder der Zinsrückgang gar zur „Hausse“ wird. Im Zuge von Marktvolatilität diskutieren Sie zwar intensiv und leidenschaftlich, aber weil zahlreiche GuV, regulatorischen & bilanziellen Nebenbedingungen ohnehin zu berücksichtigen wären, Unsicherheiten vorherrschen, oder gar Risiken zur Fehlsteuerung bestehen, machen Sie lieber mal nichts.

  1. Wenn´s Brei regnet, Löffel raushalten

Das Zinsbuch wie auch das Depot A werden quasi „Semi“-Aktiv gesteuert. In Konsequenz bedeutet dies, bei vorherrschenden Marktopportunitäten auch definitiv aktiv zu werden. Im Zuge eines Zinsanstieges soll auch sukzessive investiert werden. Im Zuge von deutlichen Zinsrückgängen einzelne Bestände auch abgebaut werden. Quasi „Kaufe die Prämie, verkaufe den Discount“. Nicht Trading sondern professionelles Management. Sie sind zu jedem Zeitpunkt „Mental bereits in der Zukunft“ und schließen Überraschungen damit weitgehend aus. Bei auftretenden „Events“ setzen Sie vorher geplantes um.

Keep Calm And Carry On?

Erfahrungsgemäß agieren die meisten Häuser nach 1 und 2. Das langfristig erfolgreichere aber auch anstrengendere Vorgehensmodell ist Modell 3. Sie wissen zu jedem Zeitpunkt Was Sie Wann und Wie umsetzen wollen. Welche Bestände Sie auf- abbauen oder absichern wollen. In welchem Volumen, welcher Schrittfolge, mit welchen Instrumenten und zu welchen Marktsätzen.

Sie monitoren nicht nur Ihr Zinsbuch, sondern auch die Märkte. Die Herausforderungen ihrer Gesamtbank sind Ihnen klar. Sie wissen, dass ihr periodisches Zinsüberschuss-Gap vor allem im Flacher-, Konstant- und Invers-Szenario belastet wird. Sie kennen auch die quantifizierten Lücken in den einzelnen Jahresscheiben. Nicht nur deshalb beobachten Sie auch Ihre Schließungszinsen (i.d.R. die 1jahres Forwards) um rechtzeitig und pro aktiv Handlungsmöglichkeiten ableiten zu können.

Nicht nur die Bondrenditen oder gar die Swapsätze sind Ihnen wichtig. Nein, um mental in der Zukunft zu sein, gehören die Forwardsätze zu Ihrem festen Monitoring-Set. Immerhin ist Ihnen klar, dass wesentliche Teile der periodischen Zinsüberschussplanung von den Forward-Rates abhängen (und damit ein gewisser Zinsanstieg in der Planung bereits eingepreist ist). Und wenn dies schon so ist, ergeben sich je nach Zinsniveau sicherlich auch Steuerungsansätze über den Einsatz von Forward-Produkten. Zumindest ist es die Frage wert, welche Forwards der Treiber für Ihren periodisches Zinsänderungsrisiko ist.

Sei es zur Schließung der Zinspositionen (Zinsbindungsbilanzen) oder zur Absicherung von Depot-A-Beständen oder der Steuerung des Kundenkreditgeschäfts: Go Forward.

In der jüngsten Vergangenheit (Oktober – Dezember) beeinflussten energiepreisbedingte Reflationierungsgedanken die Zinsentwicklung. So zogen im Zuge sogenannter „bearisher Gedankenspiele“ die Renditen über die gesamte Kurve hinweg deutlich an. Mit dem anspringen der Kassazinssätze und einer steiler werdenden Zinskurve ergaben sich damit auch deutliche Änderungen bei den Forward Zinssätzen.

Interessant ist, dass zahlreiche Häuser nun im Zuge der ansatzweise bearishen Entwicklung über Absicherungsstrategien diskutieren. Dabei fällt auf, dass die günstigen Absicherungsniveaus bereits Schnee von gestern sind.

Bei der Entwicklung der Cap- und Swaptions-Preise wird dies sogar besonders auffällig. Hier scheint sich der Markt auf die Möglichkeit auch mal wieder steigender Zinsen einzustellen. Absicherungsstrategien werden dadurch teurer. Ein guter Grund, sich das Gesamtzinsbuch mal näher anzuschauen. Welche Positionen möchte ich noch, welche nicht und welche sollen perspektivisch wie abgesichert werden? The early Bird, catch the Worm.

„Da steh ich nun ich armer Tor, und bin so Klug als wie zu vor:

Ja und was sollen Sie nun tun? Na ja, entweder Sie checken Ihre Gesamtgemengelage in Ihrem Gesamtzinsbuch anhand des dargestellten „Schnell-Checks“ selbst oder wir übernehmen das für Sie:

Ihr Kurzcheck fürs Zinsbuch: Sie oder Wir?

  1. Wo liegen die konkreten Risiken in Ihrem Zinsbuch! Barwertig? Periodisch? Credit-Wise?
  1. Welche Auswirkungen ergeben sich bei Marktveränderungen auf Ihre Risikovorsorge? Die Zinsüberschuss-Lücke vs. Plan (natürlich nur falls Sie eine haben) und welche Auswirkungen ergeben sich infolge der Laufzeitenverkürzung und der Bestandsfälligkeiten im Eigen- und Kundengeschäft. Auswirkungen auf auf Zinsergebnis, (Kredit)Risikovorsorge und Adressrisiko.
  1. Ergeben sich Änderungen Ihrer Risikotragfähigkeit bei Marktveränderungen oder infolge von Laufzeitverkürzungseffekten. Welchen Spielraum erlaubt Ihre Risikotragfähigkeit oder Risikotoleranz (auch im Hinblick auf SREP) überhaupt.
  1. Welche Ergebnisbeiträge, Zinsüberschuss oder Risikovorsorge etc. entsprechen Ihrer Zielsetzung.
  1. Welche Möglichkeiten – auch „Unkonventionelle“ – bestehen grundsätzlich um das Ist/ Soll-Gap zu reduzieren? Gelingt dies mit den aktuellen Risikobudgets überhaupt?
  1. Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind notwendig um die Ziele zu erreichen?
  1. Wer übernimmt die Führung und Verantwortung bei der Entwicklung, Entscheidungsvorbereitung, und Umsetzung eines Maßnahmenbündels?

 

Alles keine Raketenwissenschaft? Stimmt. Nur Komplex. Wir helfen Ihnen dabei. Sie wünschen einen Depot A Schnell-Check? derivatexx | Praxis gelebt, nicht doziert!

 

Blog 15 | Die Kalte Dusche – Just take Action – Ertragsoffensive für Ihr Zinsbuch

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Seien Sie morgen früh Eiskalt: Gehen Sie ins Bad, ziehen Sie sich aus, drehen Sie die Dusche auf Eiskalt. Checken Sie ob die Temperatur wirklich Eiskalt ist. Ja Sie wissen was kommt, Sie werden nun einfach drunterstehen. Aber vorher, genießen Sie Ihren inneren Schweinehund der Ihnen erklärt wie blöde, ja wie sinnlos diese Übung ist.

Treten Sie jetzt unter Ihre Eisdusche, verweilen Sie ein paar Sekunden. Langsam wirdes angenehmer, und Sie fühlen sich aufgepumpt und sogar energetisiert. Yes, besser als je zuvor. (Und lassen Sie mich wissen ob Sie es getan haben!)

Jetzt geht´s ins Büro…

Schnappen Sie sich zunächst die Wertpapierbestände, das Zinsbuch und zerpflücken Sie die Daten und stellen Sie sich die Fragen Sie sich noch nicht oder noch nicht intensiv gestellt haben. Legen Sie sofort los und duschen Sie auch hier quasi eiskalt.

Aus welchen Senioritäten und Verbriefungsformaten besteht das aktuelle Wertpapierportfolio. Analysieren Sie die detaillierte Fälligkeitsstruktur in den einzelnen Formaten, und hinterfragen Sie die Bestandsabläufe in Ihren einzelnen Laufzeitenbuckets.

Identifizieren Sie Ihre Wert- und Risikotreiber für Zins- und Bewertungsergebnis und machen Sie sich ein Bild über das Profil hinsichtlich Zins- & Credit-Spreadsensitivitäten, nicht zu vergessen des Rating-Profils.

Beantworten Sie die Fragen, nach der aktuellen und künftigen Entwicklung ihren stillen Reserven und Lasten, wie auch der möglichen Auswirkungen der Pull-to-Par-Effekte zum Jahresende. Aussagen über Repofähigkeit und Marktliquidität diskutieren Sie später.

Berechnen Sie für jede Einzelposition in Ihrem Eigengeschäftsportfolio die aktuelle Marktrendite. Leiten Sie jeweils den volumensgewichteten Renditeeinstand, für Ihr Gesamtportfolio wie auch den einzelnen Jahresbuckets ab. Welchen genauen Ergebnisbeitrag liefert ihr Portfolio hinsichtlich: Zinsergebnis, Bewertungsergebnis, Total-Return-Ergebnis und wie viel Risikokapital wird dafür benötigt.

 

Breiten Sie Ihre Auswertungen vor sich aus und Beantworten Sie die Fragen:

  • Warum halte ich die vorliegenden Einzelpositionen im aktuellen Bestand
  • Würde ich in die aktuelle Position zur aktuellen Rendite sofort wieder investieren?
  • Worin liegt die Chance und das Risiko für jede einzelne Position?
  • Welche Gründe sprechen für das Halten oder für eine Veräußerung
  • Welche 5 Positionen wären sofort rigoros zu veräußern? Welche sofort verdoppeln?
  • Was sind die Hemmnisse dies nicht zu tun?
  • Welche Handlungsalternativen ergeben sich um 20% mehr Ertrag zu generieren?
  • Sicherlich ergeben Sich weitere Fragestellungen…
  • Wer trägt die Verantwortung für das Portfolio im Status Quo

Haben Sie wirklich den Mut oder besser gesagt die Muße die kalte Dusche einzuschalten, oder verlieren Sie bereits vor dem zur Seite schieben des Duschvorhangs das Spiel gegen Ihren inneren Schweinehund? Keine Zeit? Keine Ressourcen? Keine Datentransparenz?

Die meisten Strategien zur Überwindung des inneren Schweinehunds scheitern, weil sie nur die Verstandesebene ansprechen. Es geht aber um Gefühle. Also Tricksen Sie Ihren inneren Schweinehund einfach aus:

Hilfreich ist die „10-10-10-Regel“: Stellen Sie sich vor, welche Relevanz Ihr Entschluss „Beispilesweische Dusche oder Sofortige Portfoliooffensive“ in zehn Minuten, zehn Monaten und zehn Jahren für Sie haben wird. Das bewahrt Sie davor, Impulsen zu folgen, die Ihnen langfristig schaden.

Die Antworten könnten aussehen:

In 10 Minuten: Ich habe vollständige Transparenz über mein aktuelles Eigengeschäftsportfolio, ich kenne die Chancen und die Risiken, ich habe mir die wichtigste Voraussetzung zur Beherrschung und Bewirtschaftung der Risiken erarbeitet. Ich bin zu jedem Zeitpunkt auskunftsbereit und kann mich zu einem wichtiger Ansprechpartner für meinen Vorgesetzten entwickeln.

In 10 Monaten:
Im Zuge eines konsequenten Durchhaltens, einer systematischen Methodik , entwickeln Sie sich unvermeidlich weiter. So identifizieren Sie relativ Schnell Handlungsspielräume und entwickeln Handlungsoptionen und Alternativen. Sie haben eine hohes Problemverständnis und Sie wissen: „Das Problem zu erkennen führt automatisch zur Lösung.“ In diesem Kontext werden Sie Fachlich und Methodische Stärker, Ihr mein Eigengschäftsportfolio wird in 10 Monaten deutlich profitabler und resilienter bestehen. Ihre eigene Rolle wird gestärkt, Sie sind auf einem Guten Wege, Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen steigen…

 In 10 Jahren: Hier dürfen Sie ????

Warum diese Ausführungen? Ganz einfach! Das Zinsniveau ist niedrig, die Credit-Spreads ebenso. Die Welt wird volatiler, fragiler und mit hoher Wahrscheinlichkeit unberechenbarer.

Übersetzt auf Ihr Zinsbuch:
Noch ist die Welt in Ordnung, Mario Draghi verwöhnt die Kapitalmarktexperten via „All-You -Can-Eat““, die FED geht nur wohldosiert an die Baustellen einer Zinserhöhung und die Konjunktur läuft noch ziemlich rund. Kreditrisikovorsorge ist „Out of Sight“ und das Politische Gefüge scheint derzeit nicht überschwänglich, aber dennoch noch o.k.

Doch möglicherweise wird die Zeit knapper: Die aktuellen Marktverwerfungen im Rahmen des Brexit haben gezeigt, was passiert wenn sich Einschätzungen (digital) ändern und zahlreiche Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß verwischt werden. Aktuell war´s der Brexit und Morgen? Neuwahlen? Drexit, Spexit? MREL? Ende QE? Bankenpleite… this Time is different? Never!

Also nutzen Sie die Gunst der Stunde und gönnen Sie sich umgehend die eiskalte Dusche in den tiefen Ihres Portfolios. Die Wirkung wird überaus energetisch sein. Versprochen.

Gerne drehen wir Ihnen das eiskalte Wasser auf und wecken Ihren inneren Schweinehund. Wir zeigen Ihnen wie Sie methodisch und fachlich vorgehen können und ordnen und bewerten mit Ihnen die Ergebnisse – so dass Sie Fit(ter) for Future werden.

Hierfür bieten wir:

  • Bilaterale FachCoachings– Working Learning Training – Nur Sie und der FachCoach
  • Unser Praxisworkshop –  Treasury Analytic Toolkit© – So bewirtschaften Sie ihr Zinsbuch

Blog 11 | „Erstens kommt es anders und zweitens: Als Du denkst.“ – Be prepared!

Der Spruch ist wohl hinlänglich bekannt und wahrscheinlich hat man das Ganze auch schon selbst erlebt. Ob im Treasury-/Gesamtbankbusiness, im Unternehmertum oder ganz Privat. Man hat sich eindeutig positioniert, fühlt sich sicher und plötzlich gehen die anfangs so klaren Pläne nicht auf: Es kommt ganz anders, als man es sich vorgestellt hatte. Tja und plötzlich ist das erhoffte Ziel in weiter Ferne und sogar der als sicher geglaubte Erfolg in Gefahr. So gilt, gut beraten ist, wer in Szenarien denkt: Immerhin wollen Sie nicht nur im BestCase sondern in allen Szenarien „überleben“. Wie steht es um Ihr Zinsbuch?

Schauen wir auf die jüngere Vergangenheit. Die EZB hält ihre Schleusen offen, der Niedrig- und Nullzins regiert die Welt und die Forwards implizieren die Nullzinsphase hält noch mindestens 3 Jahre an. Gut nachvollziehbar, die realisierten und aktuellen Inflationsraten sind ja kaum spürbar, die EZB kauft munter Wertpapiere, die Rohstoffpreise sind tief und die Weltkonjunktur schaltet nicht nur chinabedingt einen Gang zurück. Mittlerweile ist zu hören die Aktien sind in einem Bärenmarkt, und, und, und…

Die Mehrzahl ist sich einig: Die Zinsen bleiben tief, kein Grund und zur Sorge.

Verständlicherweise ist auch in der Gesambank- und Treasury-Steuerung dieses Umfeld und die Erwartungshaltung spürbar. So wurden über zahlreiche Planszenarien mittlerweile das Niedrigzinsumfeld berücksichtigt. Und so scheint mittlerweile die erwartete Unwägbarkeit „langandauerndes Niedrigzinsumfeld“ hinreichend bedacht. Nur der Vollständigkeitshalber: Dies bedeutet nicht, dass es für dieses Szenario bereits Lösungen gibt, sondern nur dass sich das Gros auf dieses Szenario konzentriert. Aber „Erstens kommt es anders und zweitens: Als Du denkst.“

Mittlerweile hat sich das frühere Risikoszenario „Langandauerndes Niedrigzinsniveau“ zum Hauptszenario entwickelt. Es stellt sich somit die Frage, welche weiteren Neben- oder Risikoszenarien bestehen. Und vor allem wie diese beherrscht werden können. Möglicherweise bestehen Handlungsoptionen das aktuelle Marktumfeld zur ökonomisch sinnvollen oder gar notwendigen (Teil)absicherung des Zinsbuches/ Depot A zu nutzen.

So scheint klar: Irgendwann wird das Zinsniveau auch wieder steigen. Und im Ergebnis sollte sich die Ertragslage auf einem höheren Zinsniveau auch verbessern. Vor dem Lohn steht aber sicherlich eine schwierige Übergangs- und Anpassungsphase, die es zu überstehen gilt. Sie müssen die Anpassungsphase auch überstehen. Sicherlich alles andere als leicht.

Beschäftigen Sie sich bereits heute mit der Zukunft und Fragen sie sich:

  • Wie stellt sich die Gesamtgemengelage in Ihrem Depot A/ Gesamtzinsbuch im Zuge eines schnellen starken Zinsanstieges dar?
  • Wie entwickeln sich Ihre Reserven?
  • Ergeben sich Abschreibungen? Oder Auswirkungen auf die verlustfreie Bewertung des Bankbuches?
  • Welche Folgewirkungen ergeben sich hinsichtlich Collateralstellungen oder welche Wirkungsketten entfalten hinischtlich Beleihbarkeit Ihres EZB-Dispodepots?
  • Kommt es im Zuge eines Zinsanstieges zu Sensitivitätsveränderungen in Ihrem Gesamtzinsbuch beispielsweise durch Konvexitätsanpassungen oder Anpassung des Kundenverhaltens?
  • Und welche Auswirkungen/ Steuerungsbedarf erwarten Sie im Zusammenhang mit Ihren zinsveribalen Einlagenbeständen? Fragen gibt es sicherlich genug.

Im Zuge eines Brain-Stormings im Expertenkreis hinsichtlich anderer möglichen neuen Risikoszenarien und Wirkungsketten ergeben sich möglicherweise interessante Handlungsoptionen zur Teilabsicherung. Ganz bestimmt!

Ein Paar Gedanken:

  • Die Zinsen bis in den 5jährigen Bereich (Zinsswaps) sind nahezu negativ. d.h. es besteht die Chance sich auf einem extrem günstigen Zinsniveau langfristig abzusichern.
  • Auch sehr kurzfristige Absicherungen über beispielsweise 1 oder 2 jährige Payer-Swaps (Zinsswaps oder EONIA Basis) erscheinen hochinteressant.
  • Auch ultralange Absicherungen auf Forwardbasis erscheinen hochinteressant. So können hier teilweise 20jährige Absicherungen unter 1% erzielt werden. Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Swaptions erzielen hier teilweise sehr opportune Ergebnisse hinsichtlich Absicherungskosten. Ja auch das aktuell vermeintliche ungünstige Niedrigzinsumfeld bietet auch seine Chancen.
  • Auch Bunds haben sich im Zuge der aktuellen Turbulenzen und EZB-Käufe wieder deutlich verteuert. So erscheint es aktuell sinnvoll, das Depot wieder etwas mehr in Richtung Covereds, möglicherweise auch in Richtung Senior unsecured zu positionieren. Und nebenbei realisieren Sie auch noch Reserven durch den Verkauf negativ rentierlicher Staastanleihen.

Und nun noch die Einlagensteuerung…

Hinsichtlich Ihrer Einlagensteuerung können ebenfalls Überlegungen angestellt werden. So wäre letztendlich die Frage zu klären, in welchem Ausmaß im Umfeld steigender Sätze das Einlagenvolumen stabil bleibt oder abfließt und welche Maßnahmen zur Steuerung und Stabilisierung/ Sicherung des Konditionenbeitrages (Passiv) in einem solchem Szenario notwendig werden können. Erfahrungsgemäß dürften Konditionserhöhungen auch außerhalb der bisher angewandten“ Modelle notwendig werden. Das aktuelle Umfeld bietet hier interessante Chancen zur (Teil)Absicherung über Caps und Swaptions. Die Zeit scheint reif.

Mental in der Zukunft – sind Sie vorbereitet?

Denken Sie hierbei nicht nur an die Absicherung der Risiken. Denken Sie auch an die notwendigen Umsetzungsschritte. Den notwendigen Informationen, Produkte und Prozesse die Sie letztendlich zur Identifizierung, Steuerung und Umsetzung benötigen. Beginnen Sie sofort. Auch wenn alles noch ruhig ist. As u Know: Erstens kommt es anders und zweitens: Als Du denkst.“ Glauben Sie mir.

derivatexx unterstützt Sie – und zwar so, dass Ihre eigene Schlagkraft erhöht wird! Praxis gelebt! Nicht doziert!

Gerne unterstützen wir Sie im Rahmen eines gemeinsamen Praxisworkshops oder eines FachCoachings in Ihrem Hause oder wir packen einfach mit an! Praxis gelebt! nicht doziert! Kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns auf Sie.

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