Blog 3 | Und ewig grüßt das Murmeltier – FED verschiebt Zinswende – und wie hedgen Sie ihr Zinsbuch?

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank beschloss auf seiner kürzlich beendeten Sitzung am 16./17. September 2015 das Zielband des US-Tagesgeldsatz bei 0,00 % bis 0,25 % zu belassen.

Just Zero!

Damit verschiebt die US-Notenbank wieder einmal die herbeigesehnte Zinswende. Die FED hält also weiterhin an Ihrer Nullzinspolitik fest und traut sich nicht, auch nur sanft an der Zinsschraube -falls man das Ganze noch Zins nennen kann- zu drehen.

Janet Yellen – die Notenbankchefin – identifiziert als Begründung nachlassende Inflationserwartungen im Kontext mit den jüngsten konjunkturellen und finanzmarkttechnischen Unsicherheiten in Fernost.

Marktreaktion – wie immer!

Nur allzu klar wie die Finanzmärkte reagiert haben. Selbstverständlich fielen die Renditen der 10-jährigen T-Notes nach der Fed-Entscheidung um rund 10 BP. Verständlicherweise erwachten auch die Aktien aus ihrer Lähmung und schossen – wenn auch nur kurzfristig- binnen kurzer Zeit nach oben und der Dollar schwächelt umgehend und hieft den EURUSD um rund 1 Cent auf 1,14 in die Höhe.

Alles beim Alten, nichts Neues in der Pipeline? Und ewig grüßt das Murmeltier?

Genau! Nach der FED ist ja bekanntlich vor der FED, und deshalb warten nun „Alle“ auf die Dezembersitzung der Fed. Kurzfristig wird zwischenzeitlich der ersehnte „1. Zinsschritt“ nun hier erwartet. Immerhin dürfte spätestens dann, die US-Arbeitslosenrate die 4 vor dem Komma zeigen. Alles Spekulation? Noch lange hin?

Handlungsbedarfe in Treasury?

Dennoch ergibt sich aus Sicht des Treasury die Frage des Handlungsbedarfes in einem künftigen Umfeld weniger expansiver Notenbanken. Immerhin sollte ein Treasurer in sämtlichen Szenarien und nicht nur im präferierten überleben.

Es stellt sich also die Frage, welche Entwicklungen und Themenstellungen sich im Falle einer irgendwann vollziehenden -wenn auch vorsichtigen- Zinswende ergeben könnten und inwieweit sich Tresaury bereits heute auf die Situation einstellen kann und muss.

Risiko? Welches Risiko?

Zunächst wäre hier die Fragestellungen der aktuellen Risikoposition aus Gesamtbanksicht zu klären. Ein kleines Beispiel: Der Großteil der Banken – das liegt in der Natur der Sache – dürfte von einer Verflachung der Zinskurve ziemlich negativ in der G
uV getroffen werden. Hintergrund sind latente Konditionsanpassungen auf der Einlagenseite und weiter fällig werdende (hochverzinste) Aktivbestände.

Im Zuge einer sich vollziehenden Zinswende werden sich die Zinskurven -wie bereits zig mal und regelmäßig in der Vergangenheit beobachtet- verflachen.

Mit zunehmenden Zinserhöhungen, möglicherweise bis zur Inversität. Zugegebenermaßen erscheint aus heutiger Sicht ein inverse Zinskurve äußerst unwahrscheinlich, trotzdem wäre es für die meisten Banken – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Ertragslagen – der gefühlte Super Gau.

Ahead the Curve oder Wait and See?

Salopp gesagt bestehen für das Treasury zwei Möglichkeiten:

  1. Abwarten und Tee trinken
  2. Entwicklung von Handlungsmaßnahmen um bereits heute mögliche Risikoszenarien in die Überlegungen mit einzubeziehen und letztendlich zu beherrschen.

Unter näherer Betrachtung des aktuellen Marktumfeldes fällt auf, dass die Zinskurven immer noch verhältnismäßig steil sind. Weiterhin notiert das kurze Ende in der Nähe des Nullzins.

Flach, Flacher – die Absicherung der GuV

Der Abschluss von deltaneutralen – also gegen Parallelverschiebungen immune Kurvenpositionen (sogenannten Flatteningpositionen) – drängen sich beinahe auf.

Deltaneutrale Verflachungspositionen -welche nur von Kurvenveränderungen barwertig beeinflusst werden – können derzeit immer noch günstig eingegangen werden.

So sind die Zinskurven wie bereits erwähnt immer noch verhältnismäßig steil. Außerdem ergeben sich beim Eingehen der Position positive Zinsergebnisbeiträge (Carry) ohne bzw. mit nur geringem direktionalem Risiko.

Während das Gesamtzinsbuch einer Bank im Zuge einer Zinskurvenverflachung zusehends belastet werden dürfte, profitiert die Verflachungsposition von der Entwicklung. Die positive Barwertentwicklung des „Flatteners“ kann somit zur Absicherung der GuV in einem solchen Szenario verwendet werden.

Derartige Positionen können verhältnismäßig einfach über Zinsswaps oder auch Optionen oder Bonds abgebildet werden. Auch wenn die Umsetzung verhältnismäßig einfach ist, ergeben sich diverse Fragestellungen wie Auswirkung auf die periodische Zinsergebnisplanung, Entwicklung Derivatevolumen, fachliche Skills, Barwertentwicklungen, Prozessanpassungen, etc. welche im Vorfeld geklärt sein sollten.

Und nochmals die  Kurzform:

  1. Periodische GuV bei Verflachung belastet die GuV
  2. Zinskurven heute noch steil
  3. Position welche von der Verflachung der Zinskurve  profitiert zielführend
  4. Verflachungspositionen aktuell mit positivem Zinsergebnisbeitrag (deltaneutral)
  5. Zinsimmune Verflachungsposition kompensiert GuV
  6. GUV-stabilisiert

    Aber:  Skill Ausbau und Erfahrungen  umgehend  starten …. z.B.unserem Zinskurven-Praxisworkshop von derivatexx | simplify financial markets  am 30.11.2015

    Fordern Sie hier Informationen an!

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