Blog 4 | Der Bundesbankschock oder „Time is running out fast!“

Mit einer kleinen aber feinen Präsentation sorgt die deutsche Bundesbank aktuell für Schockwellen im deutschen Bankgewerbe. Hintergrund sind die Ergebnisse einer durch die Bundesbank durchgeführten Niedrigzinsstudie bei 1.500 kleineren und mittelgroßen Kreditinstituten in Deutschland hinsichtlich der Folgewirkungen der aktuellen Niedrigzinsphase. Die Ergebnisse sind alarmierend und erschreckend.

Ergebniseinbrüche von 25-75% voraus!

So identifiziert die Bundesbank bei anhaltendem Niedrigzinsniveau im besten Fall Ergebniseinbrüche in der Bankenwelt von 25%. Im ungünstigen Fall ist mit Ergebnisrückgängen von bis zu 75% zu rechnen. Die Aussagen in der Bundesbankunterlage „das grundsätzlich Marktaustritte von Instituten als gesund und legitim gelten“ verdeutlichen die Sichtweise der Bundesbank. Gelinde gesagt für Banker keine schönen Aussichten.

Die Bundesbank verdeutlicht in Ihrem Analysepapier, die Herausforderungen der Bankenbranche und signalisiert mögliche Handlungsoptionen der Aufsicht. So…

  • …erwartet die Aufsicht Gegensteuerungsmaßnahmen der Institute im Niedrigzinsumfeld und deutet ein intensiveres Monitoring der besonders anfälligen/ auffälligen Institute an.
  • …wird auch eine Stabilisierung des Ertrags durch den Ausbau des nicht zinstragenden Geschäfts erwartet.
  • ,,, sollen Reserven für schlechtere Zeiten gesichert werden

Die Aussagen der Bundesbank sind mehr als deutlich!

Tatsächlich scheint die Realität in zahlreichen Häusern noch nicht angekommen zu sein. In gewisser Weise Verständlich?

Noch sind die hochverzinslichen Bestände der „Hochzinsphase in 2008“ noch nicht fällig geworden. Die Zinskurve ist immer noch verhältnismäßig steil und sorgt immer noch für positive Transformationsbeiträge. Auf der Risikoseite ist Dank des „EZB-Market-Makings“ die Volatilität und damit des Risiko gering und die Reserven hoch. Gut für die Risikovorsorge. Auf der Darlehensseite sorgen konjunkturbedingte historisch niedrigeAusfallraten für ebenfalls geringen Vorsorgebedarf. Damit alles in Butter?

Das aktuelle beschriebene Umfeld erinnert schon beinahe an die sogenannten „Goldi-locks“ Szenarien. Alle freuen sich und die Welt ist „rosarot“.

Nach Rosarot kommt Schwarz!

Aber Achtung der Schein trügt. Ein enormer Handlungsbedarf in den einzelnen Häusern wird mit fortschreitender Zeit, anhaltendem Niedrigzinsniveau und Bestandsfälligkeiten immer deutlicher sichtbar werden.

Die Hauptertragsquellen der Banken ist nach wie vor der Zinsüberschuss. Laut aktuellster Bundesbankveröffentlichung „ Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2014“ beträgt der Anteil des Zinsüberschusses rund 74% am Gesamtergebnis. Das Provisionsergebnis bewegt sich in der Bandbreite 15-20%.

Der Logik folgend, sind die Ängste der Bundesbank im aktuellen Zinsdilemma spätestens jetzt nachvollziehbar. Gerne ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung:

Selbst wenn die Zinsen steigen gehen die Zinserträge zurück

Erfahrungsgemäß disponieren zahlreiche Banken Ihre Zinsbuch passiv und 10 Jahre gleitend. Freie Mittel werden also monatlich in gleichen Tranchen zum 10 jahres-Satz angelegt. Im Ergebnis ergibt sich eine Verzinsung zum 10jahres-Gleitenden-Durchshnitt. Soweit alles gut. Aber Achtung: Durch die ratierliche Veranlagung wird das heutige Zinsergebnis, durch früher veranlagte höher verzinste Tranchen „subventioniert“ (Trägheit). Auch im Umfeld steigender Sätze, schlägt die Trägheit zu, da nur die neuesten Tranchen zu aktuellen Sätzen angelegt werden können. Im Ergebnis wird das „gleitende“ Zinsergebnis selbst bei ein

em deutlich steigenden Zinsniveau immer noch belastet.

Natürlich gibt es weitere Herausforderungen und Störfaktoren welche das Zinsergebnis letztendlich belasten. Auch hier steckt der Teufel im Detail.

.,, und Intransparenz führt uns in die falsche Richtung!

Die Ursache liegt regelmäßig in den Planungsprozessen und Prämissen der Banken. So bestehen verständlicherweise zahlreiche Modellannahmen in der periodischen Zinsüberschussplanung. Die Gefahr besteht hier in von der Realität abweichendenPlanungsprämissen, welche den Blick auf das tatsächliche Risiko erschweren.

Als das es nicht genug wäre, kommt noch hinzu, dass aufgrund der aktuellen Vielzahl von Herausforderungen Niedrigzinsumfeld, Regulatorik, Digitalisierung und Kostendruck die Mitarbeitermotivation ziemlich leidet.

Eine schlagkräftige Bank heisst gute Mitarbeiter… wenn die „Sau“ nicht wär…

So beklagen mittlerweile zahlreiche Mitarbeiter, dass Sie es gewohnt sind, dass je nach Großwetterlage jeweils eine neue „Sau durchs Dorf getrieben wird“. An die notwendige und sogar elementare Orientierung, Mitarbeitermotivation und zielgerichtetes Arbeiten -geschweige dann Weiterentwicklung- ist hierbei nicht zu denken.

Ein Pulverfass:Externe Autoritäten

Externe Autoritäten gewinnen die Oberhand und führen in vielen Häusern zu einem reaktiven Handlungsstil. Die eigentlich so notwendige Erhöhung der eigenen Schlagkraft der Bank wird so ganz sicher nicht erreicht.

Die Lösung zur Beherrschung der Herausforderungen

Zu Beherrschung des Umfeldes ist letztendlich ist eine systematische und fokussierte Aufarbeitung des Status Quo und ein Abgleich mit den (wirklichen) aktuell gültigen und verfolgten Unternehmenszielen notwendig. Erst im nächsten Schritt kann dann im Mehrklang Treasury, Controlling, Finance und Vertrieb eine fokussierte Aufbereitung der Gaps erfolgen. Der Dritte Step erarbeitet dann sämtliche Handlungalternativen zur Schließung der Gaps.

Erst nach Bewertung der Handlungsoptionen und der Entscheidung erfolgt die massive Konzentration auf die Umsetzung der Maßnahmen. Was sich leicht anhört ist in zahlreichen Häusern geradezu schwierig.

Die Ursache liegt erfahrungsgemäß oftmals in einer zu oberflächlichen Analyse, nicht verstandenen Problemen, fehlender fachlicher Skills oder sogar in zu schnell und unvollständig durchdachten Lösungsansätzen.

Als langjähriger verantwortlicher Treasurer in verschiedenen Häusern sind die Herausforderungen, Lösungsansätze und Umsetzungsprobleme im Zuge der Treasury- und Gesamtbanksteuerung bestens bekannt.

Aber die Probleme sind lösbar. Allerdings wird die Beseitigung mit jedem Tag schwieriger. Es ist also allerhöchste Zeit anzupacken. Und zwar gemeinsam und systematisch!

Erfahrungsgemäß ist die Entwicklung eines in kleinen Dosen operativ schnell umsetzbares Maßnahmenpaket sehr zielführend und erfolgsversprechend. Zudem muss dem Human-Kapital – also die Mitarbeiter – zwingend mitgenommen werden. Möglicherweise müssen die Mitarbeiter, deren fachlichen Skills und die Fähigkeit zur integrierten Sicht schnell entwickelt werden. Hierzu sind die Zielsetzungen und Rahmenbedingungen zu verdeutlichen.

Ein Spielertrainer hilft zügig…

Eine interimistische Unterstützung durch einen Change-Management erfahrenen Personaler und gesamtbanksteuerungserfahrenen Finanzexperten welche sich operativ in die Organisation einbettet können sich hierbei bewähren. Immerhin sollen schnelle und lohnenswerte Resultate erzielt werden.

Begegnen Sie den Aussagen der Bundesbank und packen Sie die Probleme – möglicherweise auch unter der Wasseroberfläche- an.

Zeitpunkt?
Sofort!

Treffpunkt?
Unter der Wasseroberfläche!

Die Wahrheit wird gelebt, nicht doziert! 
Wir helfen Ihnen gerne. Sprechen Sie uns an.
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