Blog 38 | Was nicht ist, wird endlich gut – Ertragshebel für Ihr Zinsbuch

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Die Briten verlassen uns im März, die IBORs sterben und der ESTER erwacht. Italien droht, die EZB erhöht (nicht) und Donald Trump bleibt weiter berechenbar unberechenbar. Und alle scheinen sich einig: Natürlich endet das alles in der Rezession und in einem krisenhaften Umfeld und schlimmer geht´s halt nimmer! Sicher? Stellen Sie sich vor die Krise bleibt aus, das Zinsniveau fällt und die Kurve flacht ab. Echter Handlungsbedarf sicherlich auch in Ihrem Hause….

Näher am Low?


Zugegebenermaßen ein wenig offensiv gedacht; aber wenn Sie ehrlich sind: Hätten Sie denn damit gerechnet, dass die 10jahres-Swapsätze mittlerweile wieder näher an Ihren Tiefs (0,26%/ 28.09.16) handeln als an ihrem letzten Hochs (1,15% 13.02.18)?  Und auch die Zinskurve hat sich deutlich abgeflacht. Vor einem Jahr betrug die Zinsdifferenz zwischen 2 und 10jährigen Swapsätzen noch knapp 130 Punkte, bewegt sie sich aktuell bei knapp 68 Basispunkten. Wohl dem der nicht auf steile Zinskurven angewiesen ist.

Und auch bei den Credit-Spreads hat sich einiges getan. Dort bekommt man Pfandbriefe und Covereds mittlerweile wieder deutlich über der Swapkurve – toller-Spread zwar aber halt trotzdem niedriges Zinsniveau bei negativen EURIBOR-Rates.

Legt man die Thematik rund um die Credit-Spreads noch ein wenig tiefer, fallen mittlerweile wirklich interessante Konstellationen bei Financials wie auch bei Unternehmensanleihen auf. Das Beste daran ist, dass Cash-Anleihen mittlerweile auch wieder über Ihren CDS handeln. Es besteht also die Möglichkeit, die Anleihe zu kaufen und das ADR mit CDS vollständig abzusichern. (Negative Basis). Wirklich interessant.

Genug zum Markt. In diesem Blog soll es darum gehen, wie Sie Ihren Herausforderungen im Zinsbuch 2019 begegnen können. Von Ertragsdruck über Risikobeherrschung zu den anderen Themenstellungen die bei Ihnen so im Treasury herumfleuchen.

Same Procedere as every Year

Sicher kein Geheimnis, auch Ihre hochverzinslichen Bestände verflüchtigen sich ziemlich schnell. Das heißt Ihr Zinsüberschuss geht gleich mit. Die Hoffnung, einer im Gleichklang abschmelzenden Passivseite ist leider eine Mär. Das wissen Sie selbst.

Ziemlich schlecht aufs Gemüt drücken dürften weiter sinkende Zinsen und/oder eine Abflachung der Zinskurve. Dass das Zinsbuch NACH gestiegenem Zinsniveau (hoffentlich) besser dastehen sollte ist gekauft. Interessant wird natürlich wie der Zinsanstieg – falls er denn kommt- verkraftet wird. Investieren Sie dann wirklich aktiv; auch wenn die Einlagen abgezogen werden und auf dem Depot A deutlich stille Lasten liegen? Der Stress steht noch aus…

Natürlich helfen stille Reserven durch das Tal der Tränen, doch wenn Sie ehrlich sind, schwinden die langsam und beständig – nicht nur durch Bestandsfälligkeiten – und einer hohen Vereinnahmung von Vorfälligkeitsentschädigungen dahin. Zeit was auf der Ertragsseite zu tun: 4. Gewinnt:

Der Flattener:

Ihr Risiko ist eine Abflachung der Zinsstruktur. Dann könnten Sie ja einfach nur „Long“ gehen, sofern das passiv und auf eine gleitende Benchmark ausgerichtete Gesamtzinsbuch nebst Basel-II-Kennziffer dies zulässt. Und wenn, stellt sich die Frage: Ob Sie im aktuellen 0,69er Zinsswap-Umfeld „Long“ sein wollen. Für die Outright-Longs auf diesem Niveau braucht man gute Nerven und ganz nebenbei eine psychische Robustheit, für Fragen des Aufsichts- oder Verwaltungsrats. Wie mann auf so einem Niveau “long” gehen kann.

Aber wie von abflachenden Zinskurven profitieren oder zumindest den aktuellen Zinsüberschuss absichern ohne „zu Long“ zu sein. Flattener heißt das Stichwort: Zahlen Sie 2 Jahre, empfangen Sie 10 Jahre – das ganze ZÄR-(PV01) neutral. Kassieren Sie poitive Haltekosten in Form von Carry und profitieren Sie barwertig von abflachenden Kurven. Wie gesagt keine Rocket-Science aber ziemlich effektiv. Sie haben Fragen? Hier klicken…

Der Long-Bond:

Sie sind Fan von 10jährigen Anleihen? Na, klar die Kurve ist immer noch steil und Sie brauchen den Zinsertrag. Etwas flapsig formuliert, steht demgegenüber halt das Risiko eines Zinsanstieges, den es gilt im Fall der Fälle auszuhalten.

Schon mal daran gedacht, die in der bis heute leider nur in der Theorie verbreitete Konvexität zu nutzen. Etwas konkreter: Vergleichen Sie doch mal die Kursentwicklung eines 10jahres mit einem PV01-identischen 30-Jahres-Portfolio in unterschiedlichen Zinsszenarien.

Wieder Plump: Das 30 jahres-Portfolio gewinnt im Zinsrückgang mehr als das ZÄR-gleiche 10jahres-Pendant. Und noch besser: Im Zinsanstieg verliert das lange Portfolio weniger und das obwohl Sie über das doppelte Volumen in 10jährigen investiert sind. Woow, noch Fragen? Just Klick…

Der CMS:

Die sophisticated aber irgendwie echt zielführende Lösung sind CMS. Constant-Maturity-Swaps (CMS) oder Kapitalmarktfloater funktionieren wie ein Floater und passen Ihren Zinssatz z.B. jährlich an den 10 Jahressatz an. Quasi ein Floater mit Referenz 10jahres-Swapsatz (anstatt EURIBOR) der jährlich gefixed wird.

Ist der Kapitalmarktfloater geldmarktfinanziert wäre es schlau wenn der gefixte 10jahres-Satz über dem Geldmarktzins notiert.

Der Clou an CMS-Strukturen liegt daran, dass sich diese in Zinsshifts (Parallelshift) nahezu wertstabil zeigen. Kurvenversteilerung zu barwertgewinnen und Verflachungen zu Barwertverlusten führen. Während die laufenden ZÜB-Beiträge an eine 10jahres-Investition erinnern, sind die Auswirkungen im Basel II-Shift dadurch eher neutral. Wehrmutstropfen: Der notwendige NPP hat es u.U. in sich. Meine Meinung: Wenn Strukturen, dann CMS! Fragen: Just CLICK…

Back to Credit?

Auch die Credit-Seite hat einiges zu bieten, so haben sich die Creditspreads für Pfandbriefe, ungedeckte Unternehmens- und Bankanleihen insbesondere im letzten Quartal deutlich ausgeweitet. Neuemissionsprämien und die „neue Assetklasse Senior Non Prefered“ noch gar nicht berücksichtigt.

Haben Sie als Bank schon einmal für sich ausgerechnet welchen ZÜB-Anteil  beipielsweise Credit-Spreads und Fristentrafo an Ihrem Gesamtzinsüberschuss ausmachen. Nein nicht als Strukturbeitrag über die Restgröße entwickelt, sondern wirklich wieviel kommt rein über die Trafo? Nicht wenig, wette ich. Quasi die Quantifizierung Ihrer ZÄR- oder ADR-Transformation. Auch hier bestehen interessante Möglichkeiten das Portfolio risikobewusst aber doch ökonomisch und sinnvoll auszurichten. Stichwort: Credit Barbell. Interessant? – Just Click….

Und dann wären da noch die Eh-Da-Themen…

Und da wären ja noch die noch so ganz nebenbei mitgeschleppten Themen: IBOR-Transition, Refinanzierungspläne und die bevorstehende Niedrigzinsumfrage der Bundesbank (als neuer LSI-Stress) oder auch die NPL-Offensive nebst Überarbeitung des LCR-Rechtsaktes. Boring ist anders…

Um Sie ein wenig zu beruhigen…

EURIBOR

Wenigstens von der EURIBOR-Front kommen Entspannungssignale. Zwar noch nicht endgültig aber mittlerweile extrem wahrscheinlich. Die neue Berechnungsmethodik des EURIBOR (Hybrid-Modell) wird wohl als benchmarkkonform eingestuft. Damit scheint ein ad hoc Wegfall der EURIBORS –zumindest aus konformitätsgründen -zunächst nicht auf der Tagesordnung zu stehen. Außerdem wird gerade die Verlängerung der Übergangsfrist bis zum 31.12.2021 diskutiert. Damit genug Zeit um Ihre Betroffenheit zu klären. Ganz nebenbei: Sie sind betroffener als Sie denken…. Fragen? Just Klick…

EONIA und ESTER

Hinsichtlich EONIA –nur falls Sie EONIA-Swaps- auf den Büchern halten, geht’s nun Schlag auf Schlag. Ab Oktober wird der EONIA auf Basis des ESTER + Spread ermittelt, was soviel heißt wie: Das Bloombergkürzel des EONIA bleibt zwar gleich, die Berechnung/ Ableitung verändert sich aber. Nach einer 2jährigen Übergangsfrist, wird EONIA dann endgültig durch ESTER ersetzt. Wenn Sie also 3jährige EONIA-Swaps kontrahiert haben, erben Sie die nette Aufgabe, sich mit Ihren Kontrahenten bilateral auf Ausgleichszahlungen und Vertragsadustements zu einigen. Schlau sich jetzt drum zu kümmern. Sie haben Fragen… just Click….

Wär hätte das gedacht, auch das Jahr 2019 bleibt spannend. Gesamtbanksteuerung, Performance, Regulatorik und markttechnische Themenstellungen. Die Herausforderungen bleiben anspruchsvoll. Im übrigen dürfen Sie neben den ganzen Herausforderungen auch an Ihre Weiterenwticklung denken, denn wer aufhört zu lernen hört auf gut zu sein. Neugierig? Kontaktieren Sie uns gerne….Vielleicht ist ja unsere exklusive Whatsapp-Gruppe was für Sie? Der Inner-Circle für Treasury und Gesamtbanksteuerung….. Bewerben Sie sich….

Mit dem FachCoaching-Turbo durch 2019

Im übrigen die pure Fachlichkeit, Inspiration und Training ihrer Methoden- und Treasury-Skills erhalten Sie auch in 2019 im Rahmen unserer exklusiven und beliebten 1:1 FachCoachings zum Thema Treasury und Gesamtbanksteuerung.

Nur Sie und Ihr FachCoach Schließen sich für 2 Tage gemeinsam weg und gehen Ihren Themenstellungen auf den Grund. Transparenz und Lösungen vorprogrammiert. Vorstände, Generalbevollmächtigte, Treasurer, Unternehmenssteuerer – alle waren bisher mehr als begeistert. Auch wenn es zu Beginn ungewohnt scheint, aber der Erfolg liegt nun mal außerhalb der Komfortzone.

Bleiben Sie erfolgreich

Ihr Dennis Bach
Geschäftsführer der derivtaxx GmbH

 

Blog 37 | Schwein gehabt? – Welche Sau Sie in 2019 durch Ihre Bank treiben sollten

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Neues Jahr, neues Glück – willkommen im chinesischen Jahr des Schweins. Ab dem 05. Februar verspricht uns das chinesische 2019 Glück, Reichtum und Zufriedenheit. Zurücklehnen in Treasury und Gesamtbanksteuerung oder doch vielleicht einen kleinen Ausblick wagen? Hier ein paar Tipps welche Sau Sie in 2019 in jedem Fall durch Ihre Bank treiben sollten…

Lassen wir das chinesische Horoskop und die Glückskekse einmal außen vor, dürfte für 2019 klar sein: Die „Challenge Bankgeschäft“ erfährt auch in 2019 wieder Ihre Fortsetzung. Niedrigzins, Regulation, auslaufende hochverzinste Bestände, verändertes Kapitalmarktumfeld, Konjunkturelle Herausforderungen; das Umfeld bleibt -sagen wir- anspruchsvoll.

Kurzum der Ertrags- und Kostendruck bleibt. Doch nicht genug, seit Oktober scheinen Ifo, ZEW und Konsorten nun komplett am Rad zu drehen und signalisieren Endzeitstimmung, zumindest was den Konjunkturboom betrifft. Na ja, was das ganze mit Schwein, Glück, Reichtum und Zufriedenheit zu tun hat bleibt allerdings die Frage. Die noch bessere Frage ist: Was können Sie tun, damit Ihr Jahr erfolgreich wird. Sie wissen ja: Erfolg bedeutet „tun“.

No Action, no Satisfaction…

Wo wir uns doch gerade in den Tierkreiszeichen bewegen: Der berühmte Blick des Kaninchens auf die Schlange wird Sie in jedem Falle nicht wirklich weiterbringen. Werden Sie im neuen Jahr deshalb sofort aktiv! Sie müssen ja als Treasurer nicht gleich alles wegkaufen, was bei 3 nicht auf den Bäumen sitzt. Trotzdem sollten Sie Ihre subjektive Kapitalmarktprognose und Ihre eigene Treasury-Roadmap der relevanten Themenstellungen auf der Agenda haben und diese auch diskutieren. Welche Assetklassen sind Ihre Favoriten, welche nicht? Rechnen Sie mit einem Zinsanstieg oder mit einer Kurvenverflachung? Was sind die WildCards in 2019 und wie gehen Sie vor, wenn Ihr „Prognose“ eintritt oder auch nicht? Sind Sie vorbereitet?

Unnötig? Natürlich können Sie das ganze auch ignorieren und Sie lassen sich ganz einfach überraschen– Hellsehen können Sie ja ohnehin nicht! Ist Ihre Entscheidung.

Die andere Perspektive wäre: Um klare Aussagen machen zu können, müssen Sie sich mit der Gesamtgemengelage, den im Spiel befindlichen Wildcards und ihrer Banksituation intensiv auseinandergesetzt haben. Meine Erfahrungen als Treasurer, Derivate-Händler und Interimsmanager sind: Headlines der Börsenzeitung und eilig überflogenes Research sind nicht ausreichend. Was Sie davon haben? Sie vermeiden Überraschungen, befassen sich mental mit der Zukunft, und werden in volatilen Zeiten ruhiger und zudem noch souveräner.

Im übrigen hat das Top-Management das Recht und eigentlich auch die Pflicht, die dezidierte und qualitative Markteinschätzung des Treasury hinsichtlich Assetklassen, Zinsentwicklung und mögliche Handlungsoptionen zur Zielerreichung zu erfahren – Sie sind ja hoffentlich die Spezialisten in Ihrem Hause. Also Action!

Auch die Leiter ist ein Glücksymbol…

…aber nur wenn Ihre Leiter an der richtigen Hauswand steht.

Ich meine, mal losgelöst von Markteinschätzung und irgendwelchen Prognosen: Was sind die Themenstellungen die Sie die nächsten 220 Arbeitstage voranbringen werden, müssen oder noch besser zum Erfolg führen wollen?

Ich meine die Themen die Ihnen am „Herzen“ liegen? Aufgaben die Ihnen nicht aufgetragen, nachgetragen oder gar untergejubelt werden. Nein, es geht um die Vorhaben welche Sie aus eigenem Antrieb voranbringen möchten? Sie haben keine? Never!

Erfahrungsgemäß gibt es zahlreiche Themenstellungen die man anpacken könnte (und eigentlich muss): Neue Assetklassen, Ausbau des Instrumentenkastens, Weiterentwicklung der eigenen oder abteilungsmäßigen Fach- und Methodenskills, Stärkung der integrierten (Gesamtbank)Sichtweise, Stabilisierung Zinsüberschuss, Reduzierung Zinsabhängigkeit, Abbau der Altlasten, Unterstützung Vertrieb, Professionalisierung des Treasury, und, und, und…

Die falsche Hauswand wäre in diesem Kontext ein „Abwarten“ was so kommt. P.S: Selbst wenn es nichts zu tun gäbe, wäre es ratsam sich selbst zu fordern. Ganz im Sinne eines: „Wer aufhört zu lernen, hört auf gut zu sein.“

Neues Level gefällig? – Erhöhe Deinen Standard

Bekanntlich, wächst ja nicht nur die Leber mit Ihren Aufgaben!

Es müssen ja nicht immer die guten Vorsätze -Abnehmen, Sport und weniger rauchen- sein. Schon mal daran gedacht den eigenen Standard zu erhöhen? Suchen Sie sich Herausforderungen und orientieren Sie sich beruflich an den Vorbildern und Top-Playern in ihrer Bank. Sie haben in Ihrer Organisation niemanden der Sie weiterbringen könnte? Sicher? Überlegen Sie genau. Und wenn es so ist, warum sind sie dann noch dort?

Definitiv klar ist: Der Teeküchen-Tratsch und mögliches Kollektivgejammer wird Sie auch im Jahr 2019 nicht weiterbringen. Versprochen!

 

By the Way und nicht von mir: Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen Du dich umgibst; und zum Anderen bekommst Du immer was du duldest. Think about it!

Was das mit Treasury und Gesamtbanksteuerung zu tun hat? Ganz ehrlich: Treasury und Gesamtbanksteuerung erfordern das Niveau der Champions-League. Und die Sache mit dem Dulden hat es doch in sich, oder? Wo legen Sie Ihren Standard an?

Im Silo der Glückseligkeit…

Mal Butter bei die Fische (schon wieder Tiere :-)) Wenn nur das Rechnungswesen und Risiko-Controlling nicht wäre, weniger Politik vorherrschen und dazu der Vorstand endlich mal entscheiden würde, könnte man auch was bewegen.

Aber ewige Entscheidungsrunden und zahlreiche Hemmnisse können einen ganz schön demotivieren. Am besten es kümmert sich jeder um seinen eigenen Käse und konzentriert sich auf seine Aufgaben und eben nicht auf die Resultate. Alle arbeiten irgendwie und das Ergebnis ist dann halt ein Residual.

Willkommen im Silo: So kommen weder Sie noch ihr Haus voran. Integriertes Treasury und Gesamtbanksteuerung hängt davon ab, ob und wie es gelingt, ihr Haus auf die neuen Anforderungen (die kennen Sie ja zur Genüge) auszurichten und das Selbstverständnis der Mitarbeiter zu verändern.

Im übrigen dürfen Sie auch von „unten“ (lateral) führen, das wirkt Wunder. Gelingt das Ganze nicht, haben Sie am Ende ohnehin was davon: Der Ertrags- und Kostendruck steigt, und die bekannten Themen müssen dann ohnehin – nur unter Zeitdruck mit hoher Management–Attention umgesetzt werden. Gewonnen hat dadurch also niemand.

Also: Resultate-Orientierung ist ihr Fix-Stern im Jahr 2019. Hole Dir die Themen – je schwieriger, integrierter und wichtiger für die Gesamtbank, umso besser.

Sie müssen die Themen ja nicht alleine beackern. Eine informelle Task-Force, die die Themen einfach in die Hand nehmen. Spaß bei der Entwicklung von Lösungsansätzen und bei der Erreichung von Resultaten. Überraschen Sie doch einfach Ihren Vorstand mit Ihrer Idee. (Sie müssen Ihn ja nicht gleich überfordern). Und ganz nebenbei: Lernt dazu… im übrigen wird dies positiv wahrgenommen.. Ehrenwort.

Die Hausse nährt die Hausse – und der Erfolg den Erfolg

Kennen Sie eigentlich den Spruch: Wer für seinen Erfolg nicht selber sorgt, der hat Ihn nicht verdient. Hässlich oder? Im Prinzip geht es darum, dass sich keiner darauf verlassen darf, dass andere Ihn erfolgreich machen.

Für Ihr Treasury oder Ihre Bank bedeutet dies: Weder Mario Draghi, noch die Italiener und auch nicht Trump haben Schuld am Ertragsdruck, Zinsüberschuss-Dilemma oder am veränderten Kundenverhalten. Die Risiken die Sie ja jeden Tag neu, aktiv und irgendwie auch freiwillig einkaufen sind durch Sie zu beherrschen und zu bewirtschaften. Und wenn Ihnen das nicht gelingt, waren Sie halt nicht gut genug.

Das Dilemma: Erfolg entsteht nicht durch hadern, hoffen oder wünschen, sondern nur mit Eigeninitiative, Biss und Durchhaltevermögen. Die Phrasendreschmaschine würde auswerfen: „Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe“ J

Also was ist zu tun:

Noch im Januar: Starten Sie umgehend die Inventur Ihres Eigenbestandes, Ihre Gesamtzinsbuches und dem Zinsüberschusses. Was würden Sie verändern wenn Sie könnten? Nichts? Sind Sie im falschen Haus?

Fachlichkeit und Mindset?

Vielleicht fanden Sie diesen Blog ja ein wenig zu esoterisch mit zu wenig Fachlichkeit. Zu wenig Tipps hinsichtlich ihres Zinsbuches, Ihrer Bestände, der IBOR-Transition, dem Umgang mit Ihren Pensionsverpflichtungen, der Einlagen-Profitabilisierung, Umschichtungsideen für Ihr Eigengeschäft oder Hedging Ihrer BGB 489er Darlehen, und, und, und … Keine Angst die gibt es in 2019 wieder zuhauf. Zu Beginn des Jahres darf man auch etwas direkter sein, hoffe ich.

Mit dem FachCoaching-Turbo durch 2019

Im übrigen die pure Fachlichkeit, Inspiration und Training ihrer Methoden- und Treasury-Skills erhalten Sie auch in 2019 im Rahmen unserer exklusiven und beliebten 1:1 FachCoachings zum Thema Treasury und Gesamtbanksteuerung.

Nur Sie und Ihr FachCoach Schließen sich für 2 Tage gemeinsam weg und gehen Ihren Themenstellungen auf den Grund. Transparenz und Lösungen vorprogrammiert. Vorstände, Generalbevollmächtigte, Treasurer, Unternehmenssteuerer – alle waren bisher mehr als begeistert. Auch wenn es zu Beginn ungewohnt scheint, aber der Erfolg liegt nun mal außerhalb der Komfortzone.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches 2019. Werden Sie erfolgreicher.

Ihr Dennis Bach
Geschäftsführer derivatexx GmbH

Blog 32 | Italien al forno? | Chance für Ihr Zinsbuch oder kurz vor dem Abgrund ? – Wie Sie mit der Italienkrise umgehen

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Da dachten doch die Italiener tatsächlich, die Horrormeldung für die Azurri wäre, dass Italien bei der am 14. Juni beginnenden Fußballweltmeisterschaft nicht mit dabei ist. Wirklich schlimm. Und seit diesem Wochenende fragen sich scheinbar zahlreiche Marktteilnehmer und Finanzinvestoren, ob Italien in Europa überhaupt noch mitspielen möchte.

Die Ereignisse im politischen Italien überschlagen sich und Gedanken an den Griechenland-Default werden wach. Sie als Bankvorstand oder Treasurer stehen vor möglicherweise vor der Frage wie mit der Situation umzugehen ist. Handelt es sich um eine die „wirkliche Horrormeldung“ oder einfach nur um ein bisschen Volatilität? Steht Italien kurz vor dem Abgrund oder besteht eine Chance für Ihr Zinsbuch? Nach diesem Interview wissen Sie mehr. Lesen Sie exklusiv das Interview mit Jens Franck, Fondsmanager für den nordiX Rentenfonds Plus zu den aktuellen Entwicklungen um Italien und Ihrem Zinsbuch.

Dennis Bach: Hallo Jens, als wir uns im November zum WM-Aus der italienischen Fußballnationalmannschaft lustig gemacht haben, sah die Welt noch in Ordnung aus, oder?

Jens Franck: Was bedeutet eigentlich in Ordnung? 10jährige Bunds handelten damals um die 0,50%, Zinsswaps bei 0,84% und italienische Staatsanleihen bei knapp 1,80%. Der DAX war wie heute um die 13.000 Zähler. Jetzt sieht die Welt schon anders aus. Gerade politisch, aber auch realwirtschaftlich hat sich das Muster verändert.

Ist die Welt eine andere geworden…?

Dennis Bach: Du meinst ein möglicher Zinsanstieg in USA, potentielle Handelskriege und politische Entwicklungen wie zu Zeiten des kalten Krieges und natürlich ganz aktuell Italien und mit etwas weniger Brisanz Spanien?

Jens Franck: Die Welt ist eine andere geworden. Vielleicht nicht im Vergleich zu November 2017; aber die Entwicklungen mahnen zur Vorsicht. Italien befindet sich in der Mitte eines politischen Orkans, und das obwohl es dem Land realwirtschaftlich besser geht als noch vor einigen Jahren. Spanien diskutiert ein Misstrauensvotum gegen Rajoy und die Türkei kämpft aus nachvollziehbaren Gründen gegen einen massiven internationalen Vertrauensverlust, was am Verfall der Währung sehr prominent erkennbar ist.

Dennis Bach: …und das vergangene Wochenende bringt nun das Fass zum Überlaufen? Was ist genau passiert?

Jens Franck: Nachdem es Italien im Nachgang der März-Wahlen nicht gelungen ist, eine tragfähige stabile Regierung aufzustellen, steht das Land nun vor einem politischen Trümmerhaufen. Das brisante daran: Italiens Staatspräsident hat laut Medienberichten den scharfen Euroskeptiker oder vielmehr Eurogegner Paolo Savona als Wirtschaftsminister abgelehnt. Im Gegenzug beauftragte Mattarella nun den früheren IWF-Exekutivdirektor und Sparkommissar Carlo Cottarelli, zur Bildung einer technokratischen Übergangsregierung, die das Land bis zu einer Neuwahl führen soll. Erste vorsichtige Schätzungen, erwarten dann recht schnell, vielleicht schon kurz nach der Sommerpause Neuwahlen. Leider heißt das auch, dass eine gewisse Unsicherheit erstmal bestehen bleibt.

Dennis Bach: OK, aber das ist doch wirklich nichts Neues. Das wäre doch dann die 73. Nachkriegsregierung, glaube ich? Im Süden nichts neues, oder was sagen die Märkte?

Jens Franck: Hier liegt des Pudels Kern. Die Finanzmärkte bestrafen diese Unsicherheit mit extrem ansteigenden Risikoprämien für italienische Staatsanleihen. Die Risikoprämie für Italienische BTP´s, ausgedrückt im Spread ggü. deutschen Staatsanleihen gleicher Laufzeit, hat sich seit Anfang Mai um mittlerweile knapp 3% (!) ausgeweitet. Das ist fatal, gerade für die südlichen Teilnehmerländer, die sich  die sich höhere Zinsen noch nicht leisten können. Und leider werden auch andere Staatsanleihenmärkte wie z.B. Portugal oder Spanien in Sippenhaft genommen und sehen sich mit einer verteuerten Refinanzierung konfrontiert.

Den letzten beissen die Hunde?

Dennis Bach: Ich verstehe. Nachdem seit 2012 die absoluten Renditeniveaus und Spreads (nicht nur) für italienische Staatsanleihen nur eine Richtung kannten, geht’s nun „digital“ in die andere Richtung. Natürlich ein blödes Timing, da erst in der jüngsten Vergangenheit das eine oder andere Haus begonnen hat, Exposure in Peripherie-Anleihen aufzubauen.

Heißt es nun den letzten beißen die Hunde, und Italien ist das neue Griechenland? Meine Erfahrungen zeigen, dass die Nervosität in den Banken deutlich angestiegen ist. Einige, fragten mich nach der aktuellen Funktionsweise und Größe des ESM-Rettungsschirms. Vorstufe zur Panik?

Jens Franck: Lass uns etwas Realismus in die Diskussion bringen, ohne die Augen vor der politischen und ökonomischen Realität zu verschließen. Wie bereits erwähnt, stehen „wir“ durch politische Erwägungen ausgelöste Unsicherheiten vor der aktuellen Situation. Realwirtschaftlich hat sich die Situation in den sogenannten non-core Märkten wie Italien, Spanien oder Portugal klar verbessert. Alle Länder können sich bis dato noch problemlos an den Kapitalmärkten refinanzieren. Gleichzeitig ist die europäische Notenbank EZB weiterhin, wenn auch mit geringen Volumen als Käufer von Staatsanleihen auch dieser Länder aktiv.

Dennis Bach: Realwirtschaftlich bin ich bei Dir. Aber an den Märkten wird die Zukunft gehandelt und wenn die Massen erst einmal in Panik sind, wird’s eng. Und in der gestrigen „Brandrede“ des eher konservativen italienischen Notenbankchefs Vitor Constancio war von bevorstehenden EZB-Maßnahmen noch nichts zu hören.

Jens Franck: Korrekt da bin ich bei Dir. Sicherlich wird die EZB nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen und die Spekulationen in irgendeiner Weise anfeuern. Wir erinnern uns ja noch an die unbedachten Äußerungen von Merkel und Sarkozy im normannischen Badeort Deauville, zur Sicherheit von griechischen Staatsanleihen. Hinsichtlich EZB-Politik wurden gestern im übrigen die eingepreisten Zinsschritte zur Reduzierung der Strafzinsen ausgepreist. Marktteilnehmer vertrauen, also auf die EZB.

Kein Staatsbankrott?

Dennis Bach: Wenn ich Dich richtig verstehe: Zwar ist Italien das aktuell über alles dominierende Thema, es bestehen derzeit aber noch keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Staatsbankrott und dass die Geschichte von Griechenland sich wiederholt?

Jens Franck: Einen unmittelbaren Staatsbankrott sehe ich nicht, … aber wie ich Anfangs sagte, ist die Lage fragil und kompliziert, insbesondere unter Berücksichtigung der beschriebenen Gesamtgemengelage.

Dennis Bach: Da bin ich bei Dir, ich sehe die von dir angesprochene Fragilität aber nicht nur auf der Seite des Adressausfallrisikos. Das Ertragsrisiko ist auch eine Risikoart.

Jens Franck: Dennis, hilf mir auf die Sprünge…

Tausch von Adressrisiko in Ertragsrisiko?

Dennis Bach: Die Banken und Kapitalsammelstellen befinden sich doch im Dilemma. Da schmelzen die Erträge und Zinsüberschüsse aufgrund des Niedrigzinsumfeldes schneller als das Eis in der Sonne, das ganze noch unter der Situation hochverzinslicher Bestandsabläufe und einem veränderten Kundenverhalten, was mittlerweile echt auf die Erträge drückt. Und wenn es mal 3,00% Rendite gibt traut sich niemand den Löffel rauszuhalten, das belastet auch die Zukunft und wird so zum echten Ertragsrisiko.

Jens Franck: Als Treasurer und Mann der Gesamtbanksteuerung bist Du näher an den Banken als ich. Aber meine Beobachtungen zeigen, dass derzeit das Momentum der Bewegung recht stark ist und da ist es verständlich, dass sich niemand die Finger oder gleich die ganze Hand verbrennen will. Aber dennoch stellt sich die Frage, ob hier eine Investitionschance entsteht, oder die Märkte vor einer Neubewertung mit einem neuen Gleichgewichtszustand stehen. Ich sehe eher die Chance unter Berücksichtigung aller Risiken. Zumal ich nicht in das Camp derer gehöre, die stark steigende Zinsen prognostizieren.

Dennis Bach: Du sprichst mir aus der Seele: In jeder Krise kann auch eine Chance stecken und die sollte man (oder muss man) zumindest teilweise nutzen. Aber bitte nicht unüberlegt. So könnte es doch sinnvoll sein, kurze Anleihen herauszudrehen um diese zu einem gewissen Anteil zu verlängern? Die Credit Curve in Italien ist doch immer noch steil. Wir hätten dann eine höhere Verzinsung eingeloggt ohne das Nominalvolumen sprich das Defaultrisiko zu erhöhen. Da müsste doch was zu holen sein…und die Durationsverlängerung würde die Zinsüberschüsse zumindest teilweise gegen wieder sinkende Zinsen absichern?

Jens Franck: Das mit der partiellen Verlängerung und Ausnutzung der Credit Curve sehe ich auch so. Aber auch für diejenigen, die keine höheren Zinsänderungsrisiken vertragen können, sind inzwischen auch kürzer laufende (italienische) Anleihen attraktiver geworden.

Das klassische Verlaufsmuster von „Einpreisen“ von Krisenzuständen sind im Verlauf flacher werdende Kreditkurven, da Haircuts und/oder Defaults alle gleich trifft. Somit ist die cash-preis Anpassung im kurzen Bereich größer als bei länger laufenden Anleihen. Das haben „wir“ in den letzten Tagen auch in Italien eindrucksvoll gesehen. Interessant war Dein eben erwähnter Aspekt eines Risikos wieder sinkender Zinsen. Das entspricht wie gesagt meinem Kernszenario.

Dennis Bach: Aha? Geht’s´ein wenig genauer…?

Jens Franck: Die Italien-Thematik dominiert derzeit ja alles. Das Risiko besteht darin, dass man hierbei andere Entwicklungen leicht übersehen kann. So bilden sich die Zinsen gerade wieder zurück. Der Konjunkturzyklus hat in der Durchschau seinen Peak überschritten. Somit wirkt der realwirtschaftliche Anteil des Zinses eher sogar wieder dämpfend. Kurzfristig kann es durch Basiseffekte zu einem leicht erhöhten Inflationsanteil kommen, aber das sehen wir nur temporär. Übrigens: 10 jährige US Staatsanleihenzinsen handeln auch wieder unter 3%. Eine scheinbar psychologisch wichtige Marke, die mitverantwortlich für die Schwäche in den Emerging-Markets herhalten musste.

Dennis Bach: Na super! Und am Ende bedeutet dies dann, die Italienkrise hat sich deutlich beruhigt, die Märkte wieder normalisiert, nur die Zinsen sind gefallen… und die Banken stehen wieder vor dem Ertragsproblem ? Das wäre dann Zinsdilemma 2.0.

Jens Franck: Ja, die Herausforderungen sind schwierig…und der Trade-Off zwischen verfügbarem Risikobudget und Ertragsanspruch wird am Ende kritischer Erfolgsfaktor.

Dennis Bach: Ich bin bei Dir, ein Depot A nur über Bunds zu fahren, ist auch keine Ertragsbombe; trotzdem ein isolierter Risk/Return-Ansatz springt m.E. zu kurz. In den Banken gilt es auch neben der Frage der Durchhaltefähigkeit auch den Punkt der internen Schlagkraft, Umsetzungsfähigkeit und Leistbarkeit zum Monitoring eines diversifizierten Portfolios zu beantworten. So bekomme ich im Rahmen unserer Kundenmandate regelmäßig mit, dass Opportunitäten regelmäßig nicht, zu spät identifiziert oder nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Und das sorgt nicht gerade für Vertrauen in den Vorstandsetagen.

Jens Franck: Ohh, sicher das kann ich nachvollziehen. Die Märkte sind mittlerweile illiquider und dadurch auch schneller geworden. Auch als Fondsmanager muss auch ich mich hier täglich neu beweisen.

Gerade die Risikotragfähigkeit von Banken als Liquiditätsprovider im Sekundärmarkt von Anleihen ist ein einschränkender Faktor für die Handelbarkeit von risikotragenden Assets. Bilanzsumme kostet (auch regulatorisch getrieben) viel Geld. Und das Risikobudget muss auch für „schwarze Schwäne“ ausreichend zur Verfügung stehen. Daher stehen die Investmentprozesse gleichermaßen unter Überprüfungsbedarf. Liquidität und Risiko muss deshalb auch als Assetklasse verstanden werden und muss entsprechend in jedem Zinstragenden Portfolio allokiert und bewirtschaftet werden.

In jeder Krise liegt eine Chance – wirklich?

Dennis Bach: Nochmals zu den Chancen: Ich verstehe Dich so, dass es in einem solchen Umfeld auch Chancen gibt. Drängen sich welche auf? Neben Switch-Ideen könnte ich mir vorstellen, dass möglicherweise Opportunitäten in Nachbarsegmenten wie Senior Unsecured Bonds , bei CDS oder sogar bei Aktien bestehen. Was machst Du denn in einem solchen Umfeld als Fondsmanager? Immerhin wurde Dein Fonds kürzlich mit 5 Sternen bei Morningstar bewertetet?

 Jens Franck: Alle zinstragenden Fonds jenseits derer, die z.B. nur in Bundesanleihen investieren leiden in solchen Stressphasen. Ich bleibe bei meiner Aussage, dass hier eine Chance entsteht. Ganz gleich ob es Italien, Portugal, Spanien oder die Türkei ist. Alle Länder wollen nicht den Zugang zu den Kapitalmärkten verlieren. Daher sehe ich eine Rückkehr zu deutlich mehr Besonnenheit und versöhnliche Signale an die Märkte in naher Zukunft kommend. Ich habe in unserem Fonds nordIX Renten plus (A0YAEJ) Mittelzuflüsse zu Neu- bzw. Aufstockungsinvestitionen genutzt. In Italien war ich noch zurückhaltender, bin aber Gewehr bei Fuß attraktive Einstiegsrenditen von zum Teil >5% zu nutzen.

 Dennis Bach: Ohh, implizit sprichst Du letztendlich von der Assetklasse „Kapitalumschlag“…

 Jens Franck: Wenn Du mit Kapitalumschlag in Bewegung bleiben meinst, bin ich voll bei Dir. Wenn ein stabiles Szenario in einer solchen Phase Signale liefert, muss man handeln. Im Übrigen handeln in Stressphasen auch vermeintlich sichere Assetklassen mit Abschlägen, allerdings nur durch das Gesamtmarktrisiko getrieben und weniger durch eine idiosynkratische Bonitätsverschlechterung.

Dennis Bach: Das ideosynkratische Risiko ist nochmals ein gutes Stichwort. In unseren regelmäßig durchgeführten FachCoachings – in den wir gemeinsam mit den Teilnehmern ihre Portfolien systematisch durchchecken und Handlungsoptionen für Optimierungen ableiten, erklären wir regelmäßig die Zusammenhänge oder Muster im Falle eines Finanzmarktstresses. Wie ist Deine Sicht auf die Dinge?

Jens Franck: Ich stimme Dir zu, Finanzmarktstress läuft regelmäßig nach einem ähnlichen Muster ab. Zunächst löst ein bestimmtes Trigger-Event Kursabschläge und Spreadausweitungen bei der betroffenen Assetklasse aus. Oftmals spürbar bei langen Laufzeiten. In der Regel folgen ein spürbarer aber noch kein panikartiger Volatilitätsanstieg bei Aktien. In Schritt 3 erfolgen dann Sippenhaft direkter Nachbarsegmente wie in der aktuellen Lage Portugal und Spanien. Weitere Eskalation mündet dann wie vorhin beschrieben in eine deutliche Verflachung der Credit-Curve, die Vola steigt bei Aktien steigt dann ebenfalls deutlich an. Und im letzten Schritt meiden die Marktteilnehmer dann irgendwie alles, was mit den krisenbehafteten Assets in Verbindung gebracht werden kann.(Covered Bonds, Unternehmensanleihen, etc.). Hier ergeben sich dann regelmäßig Chancen. Man sieht hier deutlich wie integriert und verwoben die Finanzmärkte sind.

Dennis Bach: (lacht) Super, dies deckt sich mit meiner Einschätzung. Spaß beiseite: Und was ist am Ende Deine Conclusio?

Jens Franck : Dennis, alle müssen sich mit dem Szenario länger als erwartet niedriger Zinsen anfreunden, daher werden risikotragende Assetklassen wie z.B. die einer starken Regulierung unterliegenden Bank- und Versicherungsanleihen den seit Jahren bestehenden Rückenwind behalten. Und das gilt auch für die Nachranganleihen. Ein Investitionsschwerpunkt, in den der NRP investiert.

Und die kleinen Häuser fallen durch das Raster?

Dennis Bach: Aber wie sollen beispielsweise mittlere und kleinere Häuser an die Thematik herangehen. Den ganzen Tag vor dem (nicht vorhandenem) Bloomberg sitzen? Soll nun jeder Treasurer zum Händler werden?

Jens Franck: (Lacht), Aber nein, ganz sicher nicht. Es gibt ja noch einen Unterschied zwischen Handel und einem etwas aktiveren Portfoliomanagement. Wenngleich die Zusammensetzung der Asset Allokation die Portfoliorendite massiv beeinflusst, besteht bei einer reinen Buy-and-Hold-Strategie die Gefahr, zu viele Erträge auf der Straße zu lassen. Das eingegangene Risiko wird dadurch möglicherweise nicht adäquat bezahlt.

Dennis Bach: Ok, jetzt hast Du mich wieder im Boot. Hättest Du noch ‘nen Tipp für den Italien exponierten Investor? Im Gegenzug hätte ich dann auch noch einen…

 Jens Franck: Als Portfoliomanager empfehle ich natürlich einen Fonds, gerade wenn man in Risiken mit hoher Notwendigkeit von Researchtiefe investiert. Und wenn man noch kein Italienexposure hat, ist natürlich auf diesen Niveaus eine erste Investition via kurz laufender Staatsanleihen sehr interessant. Der Investor sollte allerdings einen gewissen Grad an Risikotragfähigkeit haben, um zwischenzeitliche Volatilität ertragen und aushalten zu können.

Jens Franck: So, damit ich auch was lerne, was ist denn Dein Tipp?

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser?

Dennis Bach: Wir liegen gar nicht soweit auseinander. Im Rahmen unserer Mandate zur praktischen, fachlichen und methodischen Weiterentwicklung von Treasury und Gesamtbanksteuerung stellen wir immer wieder fest, dass bei Auftreten sogenannter WildCards (oder von mir aus auch schwarzen Schwänen) in den Häusern schnell eine Große Unsicherheit herrscht. Das interessante dabei ist, dass regelmäßig nicht der Auslöser die Unsicherheit und auch Ängste verursachen, sondern eher die Fragestellung des Top-Managements wie die Organisation mit den Risiken umgeht.

Vorstände fragen sich oft: „Bemerkt die Organisation rechtzeitig, wenn sich an den Märkten Unheil zusammenbraut? Werden Krisensignale erkannt? Und kann ich mir als verantwortlicher Vorstand sichersein, dass meine Mannschaft die Risiken schnell genug identifiziert, beurteilt und auch kommuniziert?, Maßnahmenbündel proaktiv entwickelt? Wie lange dauert die Entscheidungsvorbereitung, Entscheidung und Umsetzung?

Vor diesem Hintergrund gilt es, das Treasury, Monitoring und Kommunikation so aufzubauen, dass potentielle Risiken schnell erkannt und beherrscht werden können. Wächst und entwickelt sich das Vertrauen des Top-Managements hinsichtlich „Risikobeherrschungsskills“, können auch Krisen zur Nutzung von Chancen genutzt werden.

Der Tipp: Es ist nicht genug zu wissen, wir müssen auch tun, es ist nicht genug zu wollen wir müssen auch tun. – Wie das professionell, systematisch und diszipliniert funktioniert lernen die Teilnehmer in unseren FachCoachings.

Jens Franck: Du meinst, gebe dem Topmanagement das Gefühl, dass du die Risiken zu jedem Zeitpunkt beherrschen kannst und er wird auch auf Deine Ideen eingehen?

Dennis Bach: (lacht) Exakt, bis dahin sind Fonds eine wirklich gute Alternative. Jens, danke für das spannende interview.

Jens Franck: Immer gerne wieder, die nächste Krise kommt bestimmt.

Dennis Bach

Unterstützt mit der derivatexx GmbH Banken und Finanzdienstleister bei der Professionalisierung des Treasury und der integrierten Gesamtbanksteuerung. Hierzu stehen zur Verfügung Consulting, FachCoaching und Interim-Mangement. Motto: Praxis gelebt | Nicht doziert.

 

Jens Franck

Fondsmanager des nordIX Renten plus

 

 

 

 

Bleiben Sie erfolgreich! Praxis gelebt | Nicht doziert!

Ihr Dennis Bach
Geschäftsführer der derivatexx GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blog 31 | Jetzt wird´s schmutzig – 5 Tipps für Ihre Frühjahrsoffensive im Zinsbuch

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche! Die Sonne scheint wieder mit voller Kraft durch die Fenster und der Frühling ist endlich da. Nur, nach dem langen Winter hat sich auch viel Staub und Schmutz angesammelt; und was man bei dunklem Regenwetter nicht unbedingt gesehen hat, wird bei herrlicher Bestrahlung gnadenlos sichtbar. Schon gewusst, über die Hälfte aller deutschen machen alljährlich Ihren Frühjahrsputz, von Wohnung, über Haus zu Auto und Grill wird alles blitze Blank gewienert. Resultat garantiert und Putzen befreit.

Auch im Kontext von Treasury & Gesamtbanksteuerung macht eine kleine Frühjahrsoffensive ebenfalls Sinn… Wetten?

Wintermief im Zinsbuch?

Möglicherweise hat sich im Verlauf der letzten Jahre in Ihrem Eigengeschäftsportfolio, Zinsbuch oder sogar Ihrer Depot A-relevanten Denkweise und Methodik eine gewisse Routine entwickelt. Hier ein paar Ecken, wo man nicht so genau hinschaut, da ein paar kleinere Positionen, die nicht wirklich bewirtschaftet werden. Nicht so schlimm der markt gab es her. Live seems beautiful.

Geprägt waren die letzten Jahre, am Kapitalmarkt rund um Anleihen, Credits, Zins & Co vor allem durch die All-you-Can–Eat Politik der EZB.

Niedrige Zinsvolatilität, zurückgehende Credit-Spreads, negative Refinanzierungskosten und relativ steile Zinskurven. Hinzu kamen fundamental bemerkenswerte konjunkturelle Entwicklungen in USA und Euroland und auf der geopolitischen Seite war es bis auf den Ukraine-Konflikt eher ruhig.

Alles neu macht der …?

Mit den ersten Sonnenstrahlen in diesem Jahr, wurde und wird das Umfeld zwischenzeitlich wieder -sagen wir- anspruchsvoller.

Die EZB verabschiedet sich leise von Ihrem Kaufrausch, diskutiert und dementiert Zinserhöhungen ab 2019. Im übrigen ein typische Vorgehen um Märkte auf einen Wechsel einzustimmen. Hinzu kommt: US-Steuerreform, Handelsstreit(s) und tendenziell reife Konjunkturzyklen mahnen mittlerweile zur Vorsicht, das Ganze im Kontext einer mittlerweile massiv abgeflachten Zinskurve in den USA. Wann wird die Kurve in den USA invers?

Und ganz nebenher, erinnern möglicherweise zunächst nicht ganz ernst genommene Sandkastenspiele diverser Staatspolitiker an die Zeiten des Kalten Krieges.

Verglichen mit den Zeiten seit What-ever-it-Takes im Juli 2012 – verändert sich das Marktumfeld damit zusehends, hier ein bisschen, dort ein wenig – sukzessive, stetig, deutlich und real.

Die 3 Jahres Perspektive.

Credit-Spreads sind auf 3 Jahres Sicht immer noch die Top-Performer. So bewegen sich die Bonitätsaufschläge der lang gehassten Peripherie-Staaten immer noch nahe Ihrer Tiefstände. Beim Blick auf die „wirklichen Credits“also Corporates und Senior Financials entsteht ein anderes Bild. Hier haben die Bonitätsaufschläge der High Yielder bereits deutlich angezogen, die Main-Street -Corporates im IG Bereich- sind noch unverändert.

Interessant: Von der Zinsseite kommend, liegen die Renditetiefs weit hinter uns. Sie erinnern sich? 10jährige Swaps bei 24 BP und 10jahres Bundrenditen unter Null? Alles Geschichte. Betrachtet man die kurzen Sätze genauer, rechnen Marktteilnehmer wohl nun in Bälde mit dem Wegfall der bisher recht profitablen „Assetklasse Refinanzierung“. Konnte man sich noch Ende 2016 eine 1jahres EONIA-Finanzierung auf 3 Jahre zu -0,50 BP absichern, funktioniert dies aktuell nur noch bei knapp +55 BP. Ein Prozent Zinsanstieg – Chapeau!

An der Vola-Front ist noch Ruhe angesagt. Nur die normalisierte Jahres-Volatilität bringt uns nicht weiter. Was fangen Sie mit der Zahl 25% p.a. Vola an? Nichts! Besser ist da schon die tägliche Basispunkt-Volatilität. Die zeigt Ihnen nämlich welche Schwankungsbreite in Basispunkten aktuell in den Zinssätzen eingepreist wird. So werden aktuell je nach Laufzeit und Swaptions rund 2,5 Basispunkte Schwankungsbreite eingepreist. Mit wirklicher Angstprämie hat das noch nichts zu tun. Das Mittel liegt in etwa bei 4 Basispunkten. Spätestens wenn diese Prämien anziehen wird es schwieriger. Have a look!

Was heißt schwieriger? Die letzten Jahre waren für die Zins- und Credit-Bücher wundervoll. Spreadeinengungen, Zinsrückgang, negative Refi-Sätze und niedrige Vola. Herz was willst Du mehr.

April, April – es regnet plötzlich

Dieser „positiven“ und „längerfristigen“ Entwicklung folgend, hat sich zumindest in Teilen die Steuerung und Bewirtschaftung des Eigengeschäftsportfolios/ Zinsbuches verändert. Mehr ungedeckte Senior Titel, mehr Unternehmensanleihen, Internationale Covered Bonds, illiquidere Titel, längere Laufzeiten und im Vergleich zur Vergangenheit deutlich niedrigere Kupons.

Nur – das Umfeld für Portfoliomanagement und Zinsbuchsteuerung -und damit auch der Gesamtbanksteuerung wird wieder anspruchsvoller. Der ganze Mix: Kapitalmarkt, Konjunktur, politische Entwicklungen gepaart mit dem EZB-Exit fallen hier ins Gewicht.

Was ist zu tun? Beantworten Sie für sich die folgenden Fragen:

Risikotreiber und Werthebel – quantifiziert und in Euro und Cent

Was sind die Risikotreiber in Ihrem Zinsbuch/ Eigengeschäftsportfolio? Wie sensitiv sind sie hinsichtlich Spread- und Zinsveränderungen? Was waren bisher die Wertreiber in Ihrem Portfolio? Teilen Sie Ihre Performance in eine Credit- und Direktionalitäts-Komponente auf. Möglicherweise spielt auch die Assetklasse „Kapitalumschlag und Neuemissionen“ eine elementare Rolle. Hintergrund: Sollten die Zeiten schwieriger werden, sollten Sie genau wissen wo Ihre Wert- und Risikohebel liegen.

Assetklasse Refinanzierung – alles blühende vergeht?

Assetklasse Refinanzierung: Investiert man heute in eine 10jährige Anleihe bei knapp 1% p.a. und funded die Position am Repo/ Geldmarkt mit -0,30% resultiert daraus zunächst ein Zinsüberschuss in Höhe von 1,30% p.a. Ein etwas genauerer Blick offenbart, dass rund 25% des ZÜB aus der Assetklasse Refinanzierung resultieren. Nicht unbedingt Normalität. In welcher höher Profitieren Sie von der Assetklasse Refinanzierung? Je nach Hebel erscheinen Absicherungen auf dem immer noch niedrigen Niveau zum Teil sinnvoll.

P.S. Die Optionsprämien erscheinen noch günstig. Marktteilnehmer rechnen mittlerweile mit einer deutlich restriktiver werdenden EZB. Dies hat bereits dazu geführt, dass die sogenannten Null-Zins-Floors deutlich günstiger geworden sind.

Floater und Floors – kommen Sie aus der Reserve

Mussten für einen 5jährigen Floor mit Strike 0,00% Mitte 2016 noch rund 2,20% Optionsprämie bezahlt werden, hat sich die Situation mittlerweile deutlich entspannt. So sind mittlerweile für einen 5jährigen 0,00% Floor noch rund 0,60% zu berappen.

Was das soll?: Möglicherweise haben Sie ja Floater im Bestand. Da sie bei Ihren zinsvariable Anleihen den Floor long sind, macht sich der Floor-Preis in Ihrem Kurswert des FRN bemerkbar. Im Resultat ergeben sich dadurch Reserven. Wird der Floor billiger, schmelzen Ihre Reserven dahin. Schade eigentlich, denn Sie bekommen einen Nullzins aus dem Floater, Sie zahlen einen Nullzins auf Ihren Einlagen – Zinsergebnis Null aber Reserven im Plus. Realisieren Sie die Reserven und stärken Sie Ihr EK. Es gibt bessere Alternativen!

Entgleitet das Gleitende Zinsbuch?

Gleiten Sie auch auf der 10 Jahres- Welle? Im Zuge einer passiven Zinsbuchsteuerung – in der Regel 10 Jahre Gleitend, Hebel 1,5 -2,0 – profitieren Sie augenscheinlich von sinkenden Zinsen. In welcher Höhe? Was sich nach langer Zinsbindung anhört, ist gar nicht so lang. Berechnen Sie doch einmal aus welchen Laufzeitenbuckets sich Ihr Zinsrisiko im Gesamtzinsbuch zusammensetzt. Und rechnen Sie doch mal Ihre Cash-Flows zum “Inennzins”. Welche Buckets sind Zinsrisikotreiber? Welche bringen Ertrag? Und klären Sie doch einmal die Frage nach der „Wette im Zinsrisiko die Sie gerade am laufen haben“. Keine? Sicher? – Wie wärs mit einer kleinen Frühjahrs-Challenge?

Neue Besen kehren gut… Ihre Optionen!

Gemäß dem Zitat: Neue Besen kehren gut, aber die Alten kennen die Ecken. – Nutzen Sie das aktuell und noch weitgehend entspannte Umfeld und beginnen Sie mit einem „Frühjahrsputz“. Sie haben mehrere Optionen:

Option I: Sie packen die Thematik alleine an: Ziele setzen, herunterbrechen, umsetzen!
Motivieren Sie sich selber und halten Sie durch! Inspiration lesen Sie sich an. – Schwierig?

Option 2: Sie engagieren temporär eine erfahrene und vor allem wenig Staub aufwirbelnde Putzkolonne und durchforsten systematisch, diszipliniert und transparent Ihre Bestände und Themenstellungen. derivatexx unterstützt sie hier gerne. Wir sorgen etwa nicht nur dafür, dass der Auftrag umgesetzt wird. Wir sorgen dafür, dass Ihre Mitarbeiter neben dem notwendigen Wissen und Erfahrungsschatz, auch das Gelernte sofort im Alltag anwenden können. Nur das bringt Ergebnisse. Entwickeln Sie mit uns Ihre Key-Player zu Problemlösern, die effektiver arbeiten, integriert denken und die Themenstellungen sicher und schnell umsetzen. Was Sie mitnehmen? Schnell vorankommen, Zeitfenster nutzen, Sie machen sich Sommerfest und profitieren von unserem externen Erfahrungsschatz.

Option 3: Sie machen nichts – der nächste Winter kommt bestimmt.

In diesem Sinne. Bleiben Sie erfolgreich. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Herzliche Grüsse

Ihr Dennis Bach
Geschäftsführer der derivatexx GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blog 28 | Waschen, legen, föhnen – Goldilocks in Ihrem Zinsbuch

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Was sagen Ihnen die 80iger? Ja coole Songs, hohe Zinssätze, Inflationsraten die teilweise an heute erinnern und -oh Gott – die Dauerwelle. Ganz sicher hatte Ihre Mutter eine. Und seit dem letzten Jahr schummelt sich die Dauerwelle wieder unter die Leute. Ob dies an Trump liegt bleibt zu klären. Und die Goldilocks? Trendmäßig sind sie immer dort zu finden wo die Party gerade läuft und die Feierlaune gut ist. Nur, auch die schönste Dauerwelle verliert mit der Dauer an Spannkraft…

Natürlich zu Beginn eines jeden Jahres fragt man sich wie man die Ziele und Vorgaben überhaupt erreichen soll. Irgendwie klappt es dann meistens und das Jahr läuft dann doch besser als erwartet. Natürlich nur wenn die Märkte mitspielen. Und das taten und tun Sie ja noch.

Nicht zu heiß und nicht zu kalt – die Goldilocks

Ganz bestimmt kennen Sie den Begriff der Goldilocks. Marktteilnehmer nennen so die Zeiten , in denen die Wirtschaft weder „zu heiß noch zu kalt“ ist, also moderat und nachhaltig wächst und die Inflationsraten absolut im Rahmen bleiben. Im Ergebnis laufen auch die Finanzmärkte und alle freuen sich. Führt man sich die einzelnen Research-Ausgaben und Jahresausblicke für 2018 zu Gemüte scheint sich eine neue Begrifflichkeit für das Jahr 2018 herauszubilden: Die Premium-Goldilocks – schön, stabil und robust.

Interessant, da lesen wir überall von VUCA-Welten, Disruption und Grenzen des Wachstums. Sie erinnern sich: VUCA beschreibt angeblich die neue Normalität als Volatil (Voalitility) – Unsicher (Uncertainty) – Komplex (Complexity) & Mehrdeutig (Ambiguity). Nur an den Finanz- und Kapitalmärkten herrschen die (Premium) Goldilocks – Aus der schönen neuen Welt 🙂

Finanzmarktstress geht anders…

Hinsichtlich Volatilität, war die Finanzmarktvolatilität im vergangenen Jahr schon mal nicht der relevante Risiko- oder Wertreiber. Allein die Vola-Ausschläge des DAX blieben sogar noch unter denen des Vorjahres. Und wer Bond-Optionen oder Swaptions – direkt oder indirekt in seinem Gesamtzinsbuch einsetzt weiß, die Vola-Prämien waren auch schon mal höher. Dank Forward-Guidance … Sell Vola!

Und Unsicherheit? Bestenfalls zu Beginn des Jahres, hinsichtlich zahlreicher Parlamentswahlen und Regierungsbildungen in Europa. Irgendwie hatten zahlreiche Marktteilnehmer zunehmend die Hosen voll, doch klebrig wurde es überraschenderweise nur in Deutschland. Hier hält die Unsicherheit zur Regierungsbildung noch an, sollte aber spätestens bis Ostern geklärt sein. Und Katalonien? Unsicher? vielleicht, aber es hat trotzdem niemanden interessiert, noch nicht mal spanische Staatstitel.

Bleibt noch Komplexität? Irgendwie ein Unwort und in Führungsrunden regelmäßig ein Fall fürs Phrasenschwein. Unterscheiden Sie gefühlte (Ohnmacht) von tatsächlicher Komplexität. Für das letzte Jahr ist zu konstatieren, dass sich die gefühlte und regulationsgetriebene Komplexität mittlerweile etwas reduziert oder zumindest nicht mehr so als Horror wahrgenommen wird. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

Na ja und das Gegenteil von Mehrdeutigkeit ist dann wohl Forward-Guidance. Marktteilnehmer vorbereiten, auf das was übermorgen passiert. Perfekt. Und weil die Welt so einfach geworden ist, performed irgendwie alles Aktien, BitCoin, Credits und Dollar(Shorts J). Mehrdeutigkeit adieu.

Ist Zinsbuch etwa einfach?

Eigentlich Cool. Scheinbar war Zinsbuch noch nie so einfach. Steile Euro-Zinskurve, sagenhafte Refinanzierungskonditionen – zum Jahresende handelten GC-Repos bei knapp minus 60 BP und die TRLTOs wurden bei minus 40 zugeteilt – dazu noch stabile (und engere) Creditspreads und noch stabilere HighYields. Und wer den Mut hatte in Aktien zu gehen wurde mit Dividenden und Kursgewinnen belohnt.

Wann verlieren die Goldilocks Ihre Spannkraft? – Wird nun alles anders?

Laut den allermeisten Ökonomen eher nicht. Wenngleich der neue Fed-Powell wohl nach oben überraschen dürfte – immerhin scheinen zu wenige FED-Hikes eingepreist- , ist sich die Ökonomen-Zunft ziemlich sicher, dass Euro-Draghi eher auf der dovishen Seite überraschen und das Hiking lieber seinem Nachfolger zumutet. Ship it in.

Easy Going – “QE” =  “no Hikes”

Ja und die Euro-Zinskurven sind für das aktuelle Umfeld immer noch steil, so scheint ein deutlicher Zinsanstieg am langen Ende ebenfalls ausgeschlossen – meinen zumindest zahlreiche Ökonomen. Und da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, werden im Gros sogar noch etwas steilere Euro-Zinskurven erwartet. Dies gilt insbesondere im Kontext der gut verankerten Kurzfristsätze der EZB. Immerhin wird die EZB-Einlagenfazilität – solange QE- anhält bei -40 Basispunkten verharren. Frühestens 6 Monate nach Beendigung der Anleihenkaufprogramme, werden dann die Leitzinsen – vorsichtig und natürlich nur in homöoapathischen Dosen erhöht. Also was soll da schon passieren? Relax.

Ach und Nord und Südkorea reden ja wieder miteinander, und die US-Steuerreform wird auch irgendwie uns entlasten. Easy Going…

Nach der Party kommt der Kater

Ganz sicher konnten Sie von den Entwicklungen an den Finanzmärkten profitieren. Sie es über günstige Refikosten, Spreadeinengungen oder einfach nur eine positive Risikovorsorge und wenig Stress auf der Rating und Bewertungsseite. Auf der anderen Seite dürften im vergangenen Jahr die Fälligkeiten Ihrer hochverzinsten Bestände – ganz egal ob im Eigen- oder Kundengeschäft – spürbar geworden sein. Und in 2018 verkürzen sich die Bestände weiter und Teile der aktuell noch hohen stillen Reserven transferieren sich ganz automatisch in die GuV.

Sie werden zumindest anfälliger

Ob Sie wollen oder nicht, sie werden dadurch anfälliger für den ersehnten Zinsanstieg. Wie viel Reserven liegen bei Ihnen denn in den vorderen Laufzeiten-Buckets und wie sieht die Reservensituation in den langen Buckets aus? Marktbedingt, dürften sich bereits ein paar stille Lasten in den längeren Laufzeitenbuckets eingeschlichen haben. Nicht schlimm, nur Fakt. Behalten die Ökonomen mit der Kurvenversteilerung recht, wird das lange Ende eher etwas belasten. (Das Gros erwartet 10Y Swapsätze um 1,20%).

Und was die günstigen Refinanzierungskonditionen angeht: Senden diese wirklich das Signal des „Abwarten und Tee trinken“ aus? Nur auf den ersten Blick.

Die große Blendung?

Lassen Sie sich von der EZB-verankerten Kasse nicht blenden. Werfen wir einen Blick auf den 1jahres EONIA-Forward in 3 Jahren. Der schummelt sich bereits seit Ende 2016 sukzessive nach oben. Nachdem dieser bei einem Satz von -0,50% begann, wird die Rate aktuell bei rund +44 BP quotiert. Beinahe eine Anstieg von 1% (!), und das bei den kurzen Sätzen. Dovish ist anders.

Ok, sie handeln keine Forwards und schon gar nicht auf EONIA-Basis, nur Implizit sind Sie trotzdem voll tangiert. Spätestens in Ihrer periodischen Zinsüberschussplanung oder Zinsbindungsbilanz setzen Sie Refinanzierungsannahmen über Ihre Schließungsprämissen (in der Regel 1jahres Forwards) und dort wird die Refi nun wieder teurer, was wiederum den Zinsüberschuss belastet.

Erfahrungsgemäß stellen die Refikosten in der Periodenplanung einen wesentlichen Wert- oder Risikotreiber dar. Ein detaillierter & systematischer Jahresanfangsblick auf Ihre ZÜB-Prämissen, Planungen und Zielsetzungen könnte sich also lohnen. Der Hintergrund? Noch können Sie über den Einsatz von Repo, Wertpapierleihe und EONIA-Swaps und Portfolioumschichtungen Ihre Refinanzierungskosten langfristig absichern. Sind sie früh dran, schlagen Ihre Maßnahmen in 2018 voll durch.

Der Schnellcheck für Ihr Eigengeschäft und Gesamtzinsbuch – Warum eigentlich nicht?

Schon des öfteren an dieser Stelle genannt – vielleicht ist aktuell ja der richtige Zeitpunkt Ihr Depot A/ Zinsbuch einem Optimierungs-Schnellcheck zu unterziehen, natürlich unter Berücksichtigung einer integrierten Gesamtsicht und der vorherrschenden Rahmenbedingungen. Sie wissen ja Erfolg ist tun? Und noch können Sie ungeliebte Bestände relativ teuer loswerden. Dass Sie auf unverkäuflichen Beständen sitzen – im aktuellen Marktniveau eher unwahrscheinlich.

Doch nicht nur Depot A und Refinanzierungskosten stehen dieses Jahr im Fokus. Möglicherweise planen Sie den verstärkten Vertrieb sehr langfristiger Kundendarlehen. Spätestens dann stehen Fragen zur Absicherung außerordentlicher Kündigungsrechte (§489 BGB), Refinanzierungsprämissen, Margen- & Produktkalkulation im Raum. Das ganze vor dem Hintergrund, dass die Volatilitäten gerade eher niedrig sind, die Refikonditionen absolut und spreadwise günstig sind. Und wenn Ihr Geschäftsmodell von diesen Rahmenbedingungen abhängt, warum nicht die Frage stellen, wie die Konditionen und Risiken langfristig gesichert werden können.

Vom Goldilock zum Zinsschock?

Warum immer und immer wieder mit dem Depot A, Zinsbuch und Liquidität beschäftigen? Ja weil auch das Jahr 2018 wieder die ein oder andere Überraschung bereithalten wird. Überraschungen könnten sein:

Wildcard Nr. 1: 5 Sterne für Italien?

Welchen Handlungsbedarf in Ihrem Gesamtzinsbuch haben Sie eigentlich, wenn die Zinskurve (vgl. die Vergangenheit) deutlich abflacht oder die Anti-Establishment und eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung, die Italienwahl am 4. März gewinnt?

Wildcard Nr. 2: Immer Liquide bleiben!

Und noch einmal Zentralbankpolitik: Alle Zeichen stehen auf geldpolitische Straffung: Die im Rahmen der Anleihekaufprogramme zulässige Peak Liquidity ist zum Jahresultimo erreicht und mittlerweile sind mit schöner Regelmäßigkeit die Äußerungen fast aller Notenbanker hinsichtlich der Notwendigkeiten zur geldpolitischer Normalisierung zu hören. Letzte Ausfahrt Brooklyn? Machen Sie zumindest Ihren Fundingplan dingfest! Noch haben Sie Zeit. Das Fenster schließt sich aber.

Wildcard Nr. 3: Plopp – der Geist aus der Flasche

Nicht ganz aus dem Auge verlieren sollte man in diesem Jahr die Inflationsentwicklung. Ja richtig, 2017 blieben die Teuerungsraten in den USA und Europa natürlich hinter den Erwartungen zurück. Der fairnesshalber muss man konstatieren, dass Überraschungen in Euroland bereits geprobt wurden. Im Angesicht der guten konjunkturellen Verfassung werden die freien Kapazitäten demnächst sicherlich knapper. Ökonomisch betrachtet, ergibt sich somit das Risiko, dass die Teuerungsraten im Jahr 2018 nicht nur steigen, sondern auch nach oben überraschen könnten. Einzelne Marktteilnehmer erwarten in den USA eine Inflationsrate von etwas über 3,00%. Nur ums deutlich zu sagen: Ein Hauptrisiko zahlreicher Ökonomen besteht also in einer unerwartet hohen Inflation. Und das hätte ein deutliche flachere Zinskurve auf höherem Niveau zur Folge. Adieu Zinsüberschuss! Interessant: Halten die Goldilocks an, sind Sie wahrscheinlich zu defensiv in ihrem Zinsbuch positioniert. Das Ende der Goldilockphase wird wohl in flacheren und etwas höheren Zinskurven enden, was dann n bedeuten würde: Sichern Sie Ihre Refikosten und Ihren ZÜB gegen eine Verflachung. Es ist halt so: Erfolg ist tun.

Prognose ist gut – Überleben ist besser

Wir sind weit entfernt Ihnen die Entwicklungen an den Märkten vorauszusagen zu wollen, dass können andere ganz sicher besser. Wir möchten Sie so vorbereiten, dass Sie in jeder Situation und in jedem Szenario souverän und zielführend agieren können und die Risiken zu jedem Zeitpunkt beherrschen.

Was tun sprach Zeus. Keep calm… scheint also nicht angebracht. Nutzen Sie den Jahresbeginn und etablieren Sie Ihren Action-Plan 2018. Gerne helfen wir Ihnen dabei.

Was sind denn Ihre Hauptrisiken? Peripherie? Zinsrückgang? Verflachung? Refi-Konditionen? Nichtlinearität? Bestandsabläufe? Vorfälligkeiten? Default-Risk…

Was sind Ihre schmerzhaften Wildcards? In welcher Form können diese auftreten? Und welche Handlungsoptionen stehen grundsätzlich zur Beherrschung zur Verfügung? Entwickeln Sie Ihren Actionplan für 2018! Einen großen Beitrag hierfür leistet das Bank Treasury Summit 2018 am 22. Februar 2018 in Frankfurt.

Das BANK TREASURY SUMMIT 2018 –  Platz gesichert?

Sichern Sie sich noch heute einen Platz auf dem BANK TREASURY SUMMIT 2018. Hier kommen Sie Ihrem Actionplan 2018 deutlich näher. Diskutieren Sie mit 6 prominenten Chefvolkswirten den Zins- und Marktausblick oder nehmen wertvolle praktisch umsetzbare Handlungsoptionen und Lösungsalternativem für Ihr Treasury, Zinsbuch oder Depot A mit.

Mehr Klarheit und Transparenz versprechen die geplanten Online-Votings zu Zinserwartung, Handlungsoptionen und Herausforderungen. Kurze und massiv auf Lösungen fokussierte „Speed Workshops“ zu den Themen ALM, Treasury-Steuerung, Asset-Klassen, BitCoin und Erhöhung Ihrer „eigenen“ Schlagkraft. Sie werden begeistert sein. Praxis gelebt | nicht doziert.

Als besondere Leckerbissen erleben Sie unsere Special Guests Frank Niehage | Vorstandsvorsitzender der FinTech Group AG und Carl B.Weinberg der Volkswirt direkt aus New York.

Melden Sie sich noch heute an und sichern Sie sich eines von 4 Fachbüchern zu den Themen Treasury, Gesamtbanksteuerung oder SREP. Hier gehts zur Anmeldung!

Mit dem Rabatt Code: “Erfolg2018” erhalten Sie bis zum 20.01.2018 einen Rabatt in Höhe von € 300 auf den Normalpreis. (Einfach bei der Ticketbuchung unter „WerbeCode“ eingeben. Der Ticketpreis wird dann von € 1.099,00 auf € 799,00 reduziert.

Nicht vergessen; Erfolg ist tun. Bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer
derivatexx GmbH