Blog 36 | „LMAA & VUCA“ – Schnellcheck für Ihr Zinsbuch?

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Die Bundesbank wird nervös und laut Markus Koch – der Wallstreet-Ikone- befinden wir uns bereits im Bärenmarkt. Die Italiener zündeln an den Anleihemärkten und das IFO-Institut erwartet eine längere Konjunkturschwäche. Na und wenn´s am schönsten ist, verlässt auch Angela Merkel die Party vorzeitig. Was bedeutet dies für Ihr Treasury, Zinsbuch oder Depot A? Soviel ist klar: Welcome back in der VUCA-Welt; Risiko ahead? Ein paar Fragestellungen für Liquidität, Marktpreisrisiko und Asset Allocation (LMAA). Seien Sie gespannt.

Die VUCA-Welt bringt uns zurück in die Realität

Volatilität

Nur kurz rekapituliert: Letztendlich beschreibt dies die Rückkehr zu einem gewissen Volatilitätsregime, d.h. die Schwankungen an den Finanzmärkten dürften wieder zunehmen. Auch verständlich, wenn man beachtet, dass die EZB Ihren „ich kaufe alles was bei 3 nicht auf den Bäumen ist-Modus“ wieder verlässt.

Unsicherheit

Die Märkte, sind so wieder eher auf sich alleine gestellt. Unter Einbezug der altbekannten Mitspieler Trump, Brexit & Co – dürfte damit die Unsicherheit wieder deutlich spürbarer werden.

Komplexität

Die Komplexität war dagegen nie weg, wurde aber durch die EZB-Maßnahmen, das gute Konjunkturumfeld und dem Risk-On-Modus am Kapitalmarkt überlagert. Kommen die Märkte nun in Bewegung, fallen die Ursache-Wirkungs-Ketten wieder ins Gewicht…

Mehrdeutigkeit (Ambiguität)

One fits all z.B. be long Bunds, Aktien, High-Yield, Immobilien passt möglicherweise künftig nicht mehr. Davon abgesehen, dass Sie u.U. möglichweise in viel zu geringem Maße von den bisherigen Entwicklung profitiert haben dürften, wird die Welt künftig wieder bunter (mehrdeutiger), was für Sie heißt schnelle(re) und flexible Antworten zu finden.

War Treasury bisher zu einfach…

Kühn oder gar forsch und ex post beschrieben war die Welt zumindest seit Draghi´s „Whatever it takes-Beruhigungspille“ eher wenig VUCA und geradezu „einfach“.

  • Die Zinsen sind gesunken, (was Ihren Zinsbuchbarwert) grundsätzlich gut bekommen sein dürfte
  • Die Refinanzierungssätze waren deutlich negativ (was Ihren ZÜB subventioniert hat)
  • Liqui- und Credit-Spreads sind implodiert (Ihre Risikovorsorge dankt es Ihnen)
  • Risikoprämien bei Aktien und High-Yields haben sich ebenfalls ständig reduziert (Wundervoll)
  • Die Kreditrisikovorsorge ist auf historischen Lows (und subventioniert den Gesamtertrag)
  • Und auch die Finanzmarkt-Volatilität bewegt sich auf historischen Tiefständen (was Ihre Nerven und Ihren VaR schont)
  • Die Notenbanken kündigen bevorstehende Aktionen vorsichtig und sogar mehrfach an, (und zahlt damit auf das Low-Vola-Umfeld ein)
  • Außerdem finanzieren die Notenbanken Hypothekenbanken, Corporates und Staaten (was für eine gewisse Ruhe sorgte)

Unterstrichen werden die Aussagen im aktuell veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht 2018 der Deutschen Bundesbank. “Die Wirtschaft befindet sich im längsten Aufschwung seit der Wiedervereinigung. Die Zinsen sind seit mehreren Jahren äußerst niedrig, die Vermögenspreise sind hoch, und die Volatilität an den Finanzmärkten ist vergleichsweise gering“.

Nur mal so by the Way: Auf 2017 passen die beschriebenen Entwicklungen wie angegossen. So zeigten 2017 rund 99% aller beobachteten Assetklassen, eine positive Performance. Das gab´s noch nie. Nur wie gesagt, das war die Welt in 2017.

Doch warum in der Vergangenheit herumstochern? Die Zukunft ist doch wichtiger! Genau, deshalb.

Die Vergangenheit im Treasury war eben durch die Low-VUCA-Welt geprägt. Wenngleich Ihr Zinsbuchbarwert nicht durch die Decke ging, wurde das Zinsbuch volatilitätsmäßig verschont und musste sich kaum mit steigenden Zinsen auseinandersetzen.

Und auch wenn der Zinsüberschuss grundsätzlich gelitten hat, waren die periodischen Risiken beherrschbar. So konnte die ein oder andere ZÜB-induzierte Ergebnislücke auch anderweitig kompensiert werden: Kreditrisikovorsorge, Reserven-Management oder Eigengeschäftsopportunitäten  – schlimm ist anders .

In einem Satz: Natürlich ergaben sich zahlreiche Herausforderungen – im übrigen auf der Ertragsseite- welche infolge einer –vielleicht etwas kühn gesprochen- zu defensiven Anlage- & Geschäftspolitik resultierten. Und nochmal verkürzt: “Haben Banken in der Vergangenheit Adressausfallrisiko gegen Ertragsrisiko getauscht?”.

Der Treasurer als Gewohnheitstier

Auch wenn sich die beschriebene und seit langem anhaltende Low-VUCA-World gut anfühlt wird der Zustand nicht ewig anhalten. Sie wissen das, ganz sicher!

Stellen sich die Frage wie sich die Treasury-Aktivitäten, d.h. das Liquiditätsmanagement, die Ausrichtung des Gesamtzinsbuches und die Asset-Allokation auf Gesamtbank und Eigengeschäftssicht infolge der Low-VUCA-Welt verändert haben bzw. wie Sie künftig aufgestellt sein möchten (müssen?).

Warum, das Ganze?

Sie ahnen es selbst: Oktober und November erinnern dieses Jahr eher an eine Winterdepression als an einen goldenen Herbst. So haben im Gegensatz zu 2017 aktuell 89% aller Assetklassen eine negative Year-to-Date-Performance abgeliefert. Schlechter war´s nur in den Jahren 1904 und 1920. Schön ist anders!

Ob Euro-Unternehmensanleihen, US-Treasury´s, Emerging-Markets-Bonds, US, UK-oder Euro Aktien inkl. Rohstoffe, es sind nahezu alle Assetklassen vom Performance-Lag betroffen. Ganz nebenbei gehörte die Wertentwicklung italienischer Staatsanleihen in diesem Zusammenhang noch zu den unauffälligen Assetklassen.

 Es ist solange zu früh bis es zu spät ist…

Erfahrungsgemäß kommt man in derartigen Marktphasen mit nahezu digital in der Realität an:

Spiegelglatte See, kein Wölkchen am Himmel, Sonne pur. Kaum mit dem Schlauchboot auf See kommt es wie aus dem Nichts zu einem Wetterumschwung und die Gefahr einer Panik ist nicht mehr nur Theorie. Nicht weil es sich um einen gewaltigen Orkan handelt, sondern weil man sich vom guten Laune-Wetter nahezu unvorbereitet hat „einlullen“ lassen.

Die aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten ähneln diesem Beispiel. Nach 9 Jahren Aufschwung, wird die Luft nun dünner und die nächste Phase ist in der Regel Konjunkturabflachung, Abschwung oder gar Rezession.

Dies gilt natürlich erst recht vor dem Hintergrund tendenziell schlechterer Kapitalmarktkonditionen und einer bereits angekündigten restriktiveren Notenbankpolitik. (P.S: weniger ultraexpansiv ist auch restriktiv).

Hohe Ölpreise, Verspannungen in Geo- , Handels-, und Innenpolitik tun Ihr übriges. Nüchtern betrachtet ist es eigentlich ein Wunder, dass die Finanzmarktwelt noch so ist wie sie ist. Es scheint fast so als haben die Aktienmärkte die neue Realität nun berücksichtigt, quasi: Nächster Halt Abschwung. Und weil Aktienmärkte, Volatilität, Credit-Spreads etc. unweigerlich miteinander verwoben sind, haben alle auch im Eigengeschäftsportfolio etwas davon. Und Abschwung bedeutet Zinsrückgang. P.S: Sind Sie Long Duration?

Man spürt in einem derartigen Neuorientierungsumfeld wie schnell sich aufgebaute Reserven in Luft auflösen können oder sich -und zwar losgelöst von hohen Nettoreserven- selektiv und klammheimlich auch stille Lasten im Eigengeschäftsbuch „einschleichen“.

Irgendwann schaut man dann wieder genauer hin…

Wagt man spätestens jetzt einen Detailblick ins Portfolio rücken oftmals eher geduldete als gewollte „Bad Guys“ im Portfolio in den Fokus. Nicht nur in der Theorie sondern oft genug in der Praxis erlebt, gelangt man schnell zu der Frage, warum man diverse Titel überhaupt im Portfolio hält. Im übrigen kein Vorwurf. Sondern Selbsterfahrung!

Hintergrund ist regelmäßig das historisch gewachsene Portfolio mit Buy and Hold Status oder zumindest geringer Kapitalumschlaghäufigkeit. Im beschriebenen Goldi-Lock/ QE-Umfeld bestand ja „nicht unbedingt die Notwendigkeit“ das Portfolio kritisch zu hinterfragen oder gar neu zu ordnen. Tanze solange die Musik spielt.

Um bei der Metapher mit der See zu bleiben: Suchen Sie die Rettungsweste oder das Rettungsboot nicht erst wenn Sie es brauchen.

Schuss vor den Bug oder Gezeitenwende?

Ob das Low-VUCA-Ding noch ein Weile andauert, morgen der große Abschwung einsetzt oder uns eine neue Krise heimsucht wissen wir nicht. Ob Ihr mittlerweile „historisch gewachsenes Low-VUCA-Gesamt-Portfolio“ (welches über das bloße Eigengeschäftsportfolio hinausgeht) noch Ihre Anforderungen – auch hinsichtlich Ihrem wirklichen Risikoappetit – erfüllt wäre zu klären. Folgende Fragestellungen helfen bei der Beantwortung:

 Liquidität

  • Zeichnen Sie für sich ein realistisches Bild zu Ihrer Liquiditätssituation, welche Befürchtungen, Risiken sehen Sie? Wo haben Sie ein ungutes Gefühl?
  • Sind sämtliche Liquiditätspockets in Qualität und Quantität bekannt?
  • Wie lange dauert die Aktivierung oder „Zugriffsdauer“?
  • Ist Ihr aktueller Instrumentenkasten inkl. Fachskills adäquat und angemessen? Ehrlich wert am längsten!

Eigengeschäftsportfolio

  • Beschreiben Sie in wenigen Worten Zielsetzung, Zusammensetzung, Ihre Bewirtschaftungsmethodik und die Risiken in Ihrem Portfolio? Leichtgefallen?
  • Haben Sie einen Asset-Allokation-Prozess, eine Eigenanlagenstrategie festgelegt? Es geht nicht um den Prozess, sondern darum welche Erträge und Risiken wirklich wollen und die Rahmenbedingungen bekannt sind. Quasi: Das historisch (in der Low VUCA-World) gewachsene Portfolio vs. Strategischer Ausrichtung.
  • Beurteilen Sie Ihr Portfolio doch mal nach Qualität und Quantität
  • Würden Sie Ihr aktuelles Portfolio morgen zum aktuellen Marktwert wieder genauso kaufen?
  • Was sind Ihre 10 Top-Guys und Bad-Guys in Ihrem Portfolio? Welche Positionen fallen und „Hope and Pray?“
  • Welche Transaktionen fehlen um Ihr jetziges Portfolio „

Gesamtzinsbuch

  • Stressen Sie die Transparenz ihres Gesamtzinsbuches in Zusammensetzung, Cash-Flows, Modellierung, Zinssensitivität und Volatilität – Erkenntnisse?
  • Welche Zielsetzungen/ Resultate erwarten Sie im Gesamtzinsbuch?
  • Warum steuern Sie so wie Sie steuern? (Methodik, Frequenz, Instrumente, etc.)
  • Was sind Ihre Risiko-Szenarien im Gesamtzinsbuch (natürlich barwertig und periodisch) und welche Transaktionen müssten Sie mit welchen Instrumenten tätigen um diese Risiken abzusichern. Ist der theoretische Hedge bereits bekannt, oder wird dieser erst ad hoc bei Bedarf hektisch entwickelt?

Don´t Panic – Erhöhe Deinen Standard

Konnten Sie alle Fragen -gerne auch nur für sich- problemlos beantworten? Welche Fragestellungen haben Ihnen Schwierigkeiten bereitet und welche Themenstellungen erachten Sie möglicherweise auch als unwichtig. Es geht hier zunächst nur um Sie und letztendlich Ihrem Ambitionsniveau.

Welches Niveau verlangen Sie von Ihren Führungskräften, Mitarbeitern und Kollegen? Allein Ihr Thema. Nur als Tipp: Sie fliegen in den Urlaub und Ihr Flugzeug gerät in Turbulenzen. Welches Ambitionsniveau würden Sie von Ihrem Kapitän erwarten?

Derivatexx unterstützt Ihr Treasury, Gesamtbanksteuerung und Portfoliomanagement über bilaterale FachCoachings, Seminare und Praxisworkshops und zwar so, dass Sie was davon haben. Praxis gelebt nicht doziert. Erhöhen Sie Ihr Schlagkraft und Umsetzungsfähigkeit und damit Ihre Resilienz. Neugierig geworden: Kontaktieren Sie uns.

Sie haben Fragen oder Anregungen zu diesem oder einer Themenstellungen rund um Treasury, Gesamtbanksteuerung und ALM? Kontaktieren Sie uns gerne. Wir freuen uns auf Sie. Weiter Informationen zu Ihrem professionellen Partner derivatexx finden Sie hier.

Bleiben Sie erfolgreich.

Herzliche Grüße Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer der derivatexx GmbH

Blog 35 | Hasta la Vista, EURIBOR – Gefahr für Zinsbuch und Gesamtbank?

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Mit “Hasta la Vista, Baby “(„Auf wiedersehen Süße“) schickt Arnold Schwarzenegger als Terminator seine Widersacher in die ewigen Jagdründe. Das gleiche Schicksal scheint nun auch EURIBOR, EONIA & LIBOR zu treffen. Schlimm? Na ja, sagen wir, es kann für die Häuser hässlich werden und es dürfte gelten: Den letzten beißen die Hunde. Ein Blick auf die Auswirkungen und mögliche To Do´s in Ihrem Hause.

Sie kennen den Sachverhalt längst. Infolge manipulierter LIBOR-Sätze antwortete Europa, EBA und Konsorten diesmal mit einer Benchmark-Verordnung (BMR), EU 2016/1011. Die Übergangsfrist endet am 01.01.2020. Gegenstand der Verordnung ist im Wesentlichen, dass sogenannte Indexanbieter künftig eine Zulassung für die Veröffentlichung Ihrer Indizes, Referenzwerte und Benchmarks vorweisen müssen. Auch EURIBOR, EONIA und LIBOR sind betroffen. Neben zahlreichen formalen Anforderungen ist auch eine anspruchsvolle Zulassung notwendig. Blöderweise erfüllen die aktuellen Referenzzinssätze EONIA, EURIBOR und LIBOR diese Anforderungen derzeit nicht. Handlungsbedarf also, für unsere ins Herz geschlossenen und beinahe an jeder Ecke verwendeten „Referenzsätze“.

Love it, Change it or Leave it…

Letztendlich, existieren für die Indexanbieter zum Ende der Übergangsfrist hinsichtlich EURIBOR und EONIA 2 Handlungsoptionen:

  1. Anpassung | Anforderungsgerechte Anpassung der Methode bei der Ermittlung der bisheriger Referenzzinssätze
  2. Neukonzeption | Einführung neuer anforderungskonforme Referenzzinssätze

Nicht lange um den heißen Brei geredet, bedeutet dies:

Leave it – EONIA wird ersetzt  (und wird höchstwahrscheinlich zu ESTER)

Die EZB entschied zwischenzeitlich das EONIA-Tagesgeldfixing durch einen neuen Referenzzinssatz, nämlich durch den neuen ESTER-Satz zu ersetzen. Nur zur Klarstellung: Das EONIA-Fixing stellt u.a. den variablen Referenzzinssatz bei OIS (umgangssprachlich EONIA Swaps) dar.

Das Kürzel ESTER steht für „Euro Short Term Rate“. Die Grundlage für ESTER basiert auf allen im Rahmen der Geldmarktstatistik gemeldeten Transaktionen aller Banken. Das Ergebnis steht am Folgetag um 9:00 Uhr bereit. Die endgültige Einführung von ESTER soll im Oktober 2019 erfolgen. EONIA ist ab 2020 nicht mehr mit der Benchmark-Verordnung der EU vereinbar.

In diesem Zusammenhang ist derzeit auch noch in Klärung, ob ESTER die neue Referenz bei OIS wird, ober andere Risk Free Rates (RFR´s) dies Funktion übernehmen sollen. Zur Debatte stehen noch transaktionsbasierten und zentral geclearten die GC Pooling Deferred Rate und die RepoFunds Rate.

Change it – EURIBOR – hybride Methode

Während das EONIA-Fixing von den Bildschirmen verschwindet bleiben uns die EURIBORs weitgehend –aber mit anderer Ermittlungsmethode und „ausgedünnt“ – erhalten.

Die Key-Facts:

  • Die Referenzlaufzeiten werden deutlich ausgedünnt, ab Oktober 2018 nur noch Berechnung von 1W, 1M, 3M, 6M und 2M (ggf. Entwicklung Tagesgeldbasierter EURIBOR)
  • Euribor wandelt sich von Quote-basiertem zu Transaktions-basiertem Satz
  • Grundlage bilden ebenfalls die in der Geldmarktstatistik gemeldeten Transaktionen aller Banken.
  • Die Interbanken-Sätze orientieren sich infolgedessen eher an den BID-Sätzen (was ja ja irgendwie skurril ist, dass es sich um die offered rate handelt, aber letztendlich die BID-näheren Sätze berücksichtigt werden. Dies aber nur nebenbei).
  • Interessant ist auch , das künftig CDs und CPs banknaher Institutionen in die Modellierung der Referenzsätze einbezogen werden
  • Die Ableitung der EURIBORS erfolgt über ein 3-stufiges Wasserfallprinzip (hybrid methodology), was bedeutet dass zunächst Transaktionsdaten zur Ermittlung herangezogen werden, und diese je nach Situation um theoretische Quotierungen (also quasi wie bisher) und bedarfsweiser Schätzungen angereichert werden.

Die Theorie träumt, die Praxis belehrt.

Soweit zum Hintergrund und zur Theorie der ganzen Benchmark-Irrungen und-Wirrungen. Interessanter dürften aber die Auswirkungsketten in Treasury, Zinsbuch und Gesamtbanksteuerung der sich spätestens in 2020 materialisierenden Änderungen sein.

Elementar oder Non-Event? Die große Frage ist doch – Elementar oder Non-Event? Die berufserfahrenen Semester unter uns, erinnern sich sicherlich noch an den Referenzwechsel von FIBOR auf EURIBOR. In diesem Kontext erfolgte der Wechsel ja ziemlich geräuschlos über die FIBOR-Überleitungsverordnung. Also alles halb so schlimm? Schauen wir mal.

EONIA und ESTER – Es kann passieren was es will, es gibt immer einen der es kommen sah

Ersten (Test)Berechnungen zufolge notiert ESTER rund 5 BP unter der EZB-Einlagenfazilität und 9 BP unter EONIA. Durch das niedrigere „ESTER-Tagesgeldfixing“ ergeben sich – sollte ESTER die neue OIS-Referenz werden – automatisch auch niedrigere Festzinssätze bei EONIA – oder künftig besser gesagt Overnight-Index-Swaps. Je länger die Laufzeiten, desto deutlicher dürften die Auswirkungen sein.

Der reformbedingten Wechsel und Anpassungen erfolgen wohl im Umfeld einer sich  veränderten EZB-Geldpolitik, das macht die Transparenz auf die Auswirkungen nicht leichter. Wenngleich aus der heutigen Perspektive EONIA-Payer-Swaps sinnvoll sein könnten, stellt sich hierbei die Frage inwieweit positive Performance-Effekte durch die Anpassungen (niedrige OIS-Sätze) negiert werden könnten.

Niedrigere Referenzzinssätze können sich insbesondere für Marktteilnehmer, die in langfristigen Zinsswaps als Festzinszahler gebunden sind, negativ auswirken, da ihr Festzinssatz i.d.R. unverändert bleibt, die Gegenpartei jedoch nach Umstellung der Referenzzinssätze z.B. auf das strukturell niedrigere ESTER-„Fixing“ bis zum Laufzeitende einen Vorteil erlangen kann. Besonders bei langfristigen Zinsswaps kann dies für Festzinszahler erhebliche Kostennachteile und Marktwerteinbußen bei vorzeitiger Auflösung bedeuten.

Sehr spannend ist deshalb auch die Frage, wie eine Anpassung des neuen Referenzsatzes bei laufenden EONIA-Swaps erfolgen soll und ob bei laufenden EONIA-Swaps auch der Festzinssatz über einen Korrekturfaktor angepasst werden soll.

Irgendwie scheint aber klar, dass Auswirkungen auf die Marktwerte der bisherigen EONIA-Swaps vorprogrammiert sind. Dies hat zur Folge, dass je nach Bilanzansatz (IFRS, HGB), Institutsgröße oder Transaktionsfrequenz die Auswirkungen spätestens bei einem vorzeitigen Close-Out-spürbar werden.

EURIBOR – trügt der Schein?

Auf der EURIBOR-Seite erscheinen die Auswirkungen ähnlich. Für laufende Testrechnungen zu den der weiterentwickelten EURIBOR-Fixings (evolved EURIBORs) erwarten Marktteilnehmer mit ≈4 BP zwar auch hier etwas niedrigere Sätze als bei den bisherigen Fixings. Nur scheint dies nur die eine Seite der Medaille.

Die Risiken im Euribor-referenzierten Swapmarkt sind hier deutlich größer. Hintergrund ist, dass volumensmäßig die meisten unbesicherten Geldmarkt-Interbank-Transaktionen in den (sehr) kurzen Laufzeitenbuckets (bis max. 3 Monate) liegen. Infolgedessen dürfte hier eine ausreichende Transaktionsbasis zur Ableitung des 3-Monats-Euribors vorliegen.

Bei längeren Referenzzinssätzen (Tenors) z.B. 6er EURIBOR ist die Datenbasis schon massiv dünner. Hier bestehen deutliche „Chancen“, dass der 6erEURIBOR im Rahmen seiner neuen hybriden Methode unter Zuhilfenahme modellierter Bestandteile (also quasi wie bisher) abgeleitet wird. Hier ist mit „illiquideren“ und dadurch höheren Sätzen zu rechnen. Die neue EURIBOR-Kurve dürfte damit strukturell steiler werden.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Sachverhalt, dass die an der Ermittlung der EURIBORs beteiligten Panel Banken (früher waren es ja mal deutlich über 40) deutlich auf aktuell 20 zusammengeschrumpft sind. Aufgrund Reputations- und Haftungsrisiken ist ein weiterer Rückgang der Panel-Banken sicherlich nicht zu schwarz gemalt. In einem solchen Kontext würde die Ableitung insbesondere „längerer“ Euribor-Fixings sagen wir deutlich erschwert.

Und es kam wie es kommen musste? Ein Blick auf die Auswirkungen

Im Zuge der beschrieben Entwicklungen, dürfte(n)…

  • sich die neuen ESTER-(OIS)-Festzinssätze (alte EONIA-Swapsätze) tendenziell niedriger entwickeln
  • die ESTER-(OIS)Swapkurve tendenziell flacher werden
  • sich die kurzen EURIBOR-Fixing eher an ESTER-orientieren
  • die Euribor-Fixing-Kurve deutlich steiler werden
  • sich die Basis (Zinsdifferenz) zwischen 6-M-Swaps und EONIA-Swaps eher ausweiten
  • das Interesse von Zinsswaps langfristig deutlich zurückgehen und im Gegenzug das Interesse an Ester-Swaps (Tagesgeldswaps, Ester-Swaps, OIS-Swaps) deutlich erhöhen
  • möglicherweise eine Umstellung von Transferpreisen auf eine ESTER (EONIA-Basierung) opportun erscheinen

 

Gerade wenn Du denkst, dass alles gut läuft, hast Du bestimmt irgend etwas übersehen

Be Prepared…

Neben den dargestellten (und mit Sicherheit nicht vollständigen) potentiellen Auswirkungen stellt sich die Frage wir Ihr Zinsbuch oder die Gesamtbank betroffen sein könnte. Hier ein paar Anregungen:

  • Über 2020 hinausgehende EONIA oder EURIBOR -Swaps sind von der Umstellung der Referenzzinssätze betroffen. Welche Auswirkungen ergeben sich? Möglicherweise erscheint es opportun sein Derivate-Portfolio kritisch zu betrachten
  • Die Bewertung von Zinsswaps erfolgt über einen Dual-Curve-Modell-Ansatz. Dies bedeutet, das die Cashflows des Zinsswaps über die Swapkurve abgeleitet werden, die Diskontierung aber über geldmarktbasierte Sätze  erfolgt.(heute EONIA, später ESTER-Swapsätze). Die deutlichsten Auswirkungen ergeben sich bei Über/oder Unter-Pari-Swaps erfolgt. Durch die neuen Referenzsätze ergeben sich also Verschiebungen in den Cashflows wie auch in der Diskontierung. Marktwertveränderungen vorprogrammiert.
  • Denken Sie bei diesen Veränderungen bitte an Auswirkungen hinsichtlich verlustfreie Bewertung des Bankbuches, VaR-Auslastungen, Liquiditätsauswirkungen i.V.m. Collateral-Management oder IFRS-Bewertungen, etc.
  • Besteht Ihr Derivate-Portfolio aus Zinsswaps verschiedener Referenzzinssätze (möglicherweise Fremdwährung) erhöhen sich die Komplexitätsgrade deutlich. Identifizieren und Simulieren Sie die potentiellen Basisrisiken. Die Aufsicht wird diese Fragen sicherlich stellen.
  • Assetswap-Packages und Bewertungseinheiten. Sie haben Fixed-Bonds in variabel gedreht oder zinsvariable Aktiva oder Passiva in Fix? Bitte beachten Sie potentiell unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Umstellung der Referenzen. Sicherlich dürften auf der Bond-Seite (z.B. bei 6-Monats-Floatern) der Referenzzinssatz EURIBOR weiter genutzt werden, der 6-M-Swaparkt tendenziell aber an Bedeutung verlieren. Auswirkungen?
  • Potentielle Veränderungen der Basis (ESTER vs. 6M-Swaps, 3m vs.- 6 M-Swaps) führen zwangsläufig auch zur Veränderung von Liqui- und Credit-Spreads. Auch hier können sich Auswirkungen auf Ihre Risikomessverfahren und infolge auch auf die Risikoauslastungen ergeben.
  • Mit Sicherheit strahlen die EURIBOR-Anpassungen auch auf das Kundengeschäft aus. Möglicherweise steht der notwendige Referenzzinssatz (z.B. Gleitzinsklausel etc.) nicht mehr zur Verfügung oder es ergeben sich deutliche Herausforderungen infolge einer veränderten Steuerung in Treasury. (z.B. Referenzsätze im variablen Kundengeschäft bleibt bei 6M, Hedging und Steuerung erfolgt auf ESTER- oder 3m-Basis).
  • Operational Readyness– Denken Sie an Ihre Systeme, welche Risikosteuerung, Bestandsverwaltung und Bewertung übernehmen. Der Euribor ist hier regelmäßig standardmäßig hinterlegt.
  • Nutzen Sie EURIBOR-Futures oder Forward-Rate-Agreements? Auf welchen Sätzen basieren Ihre Marktdatenkonzepte, etc. – alles betroffen.
  • Fachskills: Last but not least: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter fachlich Up-to-Date sind. Investieren Sie in Schulung und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter und versetzen Sie sie in die Lage mit dem Thema professionell umzugehen
  • Legen sie sich einen Kommunikationsplan „War-Story“ zurecht, um Fragen Ihrer Stakeholder und der Aufsicht schnell und adressatengerecht beantworten zu können.

 

Sie haben Fragen oder Anregungen zu diesem oder einer Themenstellungen rund um Treasury, Gesamtbanksteuerung und ALM? Kontaktieren Sie uns gerne. Wir freuen uns auf Sie. Weiter Informationen zu Ihrem professionellen Partner derivatexx finden Sie hier.

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Herzliche Grüße Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer der derivatexx GmbH

Blog 31 | Jetzt wird´s schmutzig – 5 Tipps für Ihre Frühjahrsoffensive im Zinsbuch

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche! Die Sonne scheint wieder mit voller Kraft durch die Fenster und der Frühling ist endlich da. Nur, nach dem langen Winter hat sich auch viel Staub und Schmutz angesammelt; und was man bei dunklem Regenwetter nicht unbedingt gesehen hat, wird bei herrlicher Bestrahlung gnadenlos sichtbar. Schon gewusst, über die Hälfte aller deutschen machen alljährlich Ihren Frühjahrsputz, von Wohnung, über Haus zu Auto und Grill wird alles blitze Blank gewienert. Resultat garantiert und Putzen befreit.

Auch im Kontext von Treasury & Gesamtbanksteuerung macht eine kleine Frühjahrsoffensive ebenfalls Sinn… Wetten?

Wintermief im Zinsbuch?

Möglicherweise hat sich im Verlauf der letzten Jahre in Ihrem Eigengeschäftsportfolio, Zinsbuch oder sogar Ihrer Depot A-relevanten Denkweise und Methodik eine gewisse Routine entwickelt. Hier ein paar Ecken, wo man nicht so genau hinschaut, da ein paar kleinere Positionen, die nicht wirklich bewirtschaftet werden. Nicht so schlimm der markt gab es her. Live seems beautiful.

Geprägt waren die letzten Jahre, am Kapitalmarkt rund um Anleihen, Credits, Zins & Co vor allem durch die All-you-Can–Eat Politik der EZB.

Niedrige Zinsvolatilität, zurückgehende Credit-Spreads, negative Refinanzierungskosten und relativ steile Zinskurven. Hinzu kamen fundamental bemerkenswerte konjunkturelle Entwicklungen in USA und Euroland und auf der geopolitischen Seite war es bis auf den Ukraine-Konflikt eher ruhig.

Alles neu macht der …?

Mit den ersten Sonnenstrahlen in diesem Jahr, wurde und wird das Umfeld zwischenzeitlich wieder -sagen wir- anspruchsvoller.

Die EZB verabschiedet sich leise von Ihrem Kaufrausch, diskutiert und dementiert Zinserhöhungen ab 2019. Im übrigen ein typische Vorgehen um Märkte auf einen Wechsel einzustimmen. Hinzu kommt: US-Steuerreform, Handelsstreit(s) und tendenziell reife Konjunkturzyklen mahnen mittlerweile zur Vorsicht, das Ganze im Kontext einer mittlerweile massiv abgeflachten Zinskurve in den USA. Wann wird die Kurve in den USA invers?

Und ganz nebenher, erinnern möglicherweise zunächst nicht ganz ernst genommene Sandkastenspiele diverser Staatspolitiker an die Zeiten des Kalten Krieges.

Verglichen mit den Zeiten seit What-ever-it-Takes im Juli 2012 – verändert sich das Marktumfeld damit zusehends, hier ein bisschen, dort ein wenig – sukzessive, stetig, deutlich und real.

Die 3 Jahres Perspektive.

Credit-Spreads sind auf 3 Jahres Sicht immer noch die Top-Performer. So bewegen sich die Bonitätsaufschläge der lang gehassten Peripherie-Staaten immer noch nahe Ihrer Tiefstände. Beim Blick auf die „wirklichen Credits“also Corporates und Senior Financials entsteht ein anderes Bild. Hier haben die Bonitätsaufschläge der High Yielder bereits deutlich angezogen, die Main-Street -Corporates im IG Bereich- sind noch unverändert.

Interessant: Von der Zinsseite kommend, liegen die Renditetiefs weit hinter uns. Sie erinnern sich? 10jährige Swaps bei 24 BP und 10jahres Bundrenditen unter Null? Alles Geschichte. Betrachtet man die kurzen Sätze genauer, rechnen Marktteilnehmer wohl nun in Bälde mit dem Wegfall der bisher recht profitablen „Assetklasse Refinanzierung“. Konnte man sich noch Ende 2016 eine 1jahres EONIA-Finanzierung auf 3 Jahre zu -0,50 BP absichern, funktioniert dies aktuell nur noch bei knapp +55 BP. Ein Prozent Zinsanstieg – Chapeau!

An der Vola-Front ist noch Ruhe angesagt. Nur die normalisierte Jahres-Volatilität bringt uns nicht weiter. Was fangen Sie mit der Zahl 25% p.a. Vola an? Nichts! Besser ist da schon die tägliche Basispunkt-Volatilität. Die zeigt Ihnen nämlich welche Schwankungsbreite in Basispunkten aktuell in den Zinssätzen eingepreist wird. So werden aktuell je nach Laufzeit und Swaptions rund 2,5 Basispunkte Schwankungsbreite eingepreist. Mit wirklicher Angstprämie hat das noch nichts zu tun. Das Mittel liegt in etwa bei 4 Basispunkten. Spätestens wenn diese Prämien anziehen wird es schwieriger. Have a look!

Was heißt schwieriger? Die letzten Jahre waren für die Zins- und Credit-Bücher wundervoll. Spreadeinengungen, Zinsrückgang, negative Refi-Sätze und niedrige Vola. Herz was willst Du mehr.

April, April – es regnet plötzlich

Dieser „positiven“ und „längerfristigen“ Entwicklung folgend, hat sich zumindest in Teilen die Steuerung und Bewirtschaftung des Eigengeschäftsportfolios/ Zinsbuches verändert. Mehr ungedeckte Senior Titel, mehr Unternehmensanleihen, Internationale Covered Bonds, illiquidere Titel, längere Laufzeiten und im Vergleich zur Vergangenheit deutlich niedrigere Kupons.

Nur – das Umfeld für Portfoliomanagement und Zinsbuchsteuerung -und damit auch der Gesamtbanksteuerung wird wieder anspruchsvoller. Der ganze Mix: Kapitalmarkt, Konjunktur, politische Entwicklungen gepaart mit dem EZB-Exit fallen hier ins Gewicht.

Was ist zu tun? Beantworten Sie für sich die folgenden Fragen:

Risikotreiber und Werthebel – quantifiziert und in Euro und Cent

Was sind die Risikotreiber in Ihrem Zinsbuch/ Eigengeschäftsportfolio? Wie sensitiv sind sie hinsichtlich Spread- und Zinsveränderungen? Was waren bisher die Wertreiber in Ihrem Portfolio? Teilen Sie Ihre Performance in eine Credit- und Direktionalitäts-Komponente auf. Möglicherweise spielt auch die Assetklasse „Kapitalumschlag und Neuemissionen“ eine elementare Rolle. Hintergrund: Sollten die Zeiten schwieriger werden, sollten Sie genau wissen wo Ihre Wert- und Risikohebel liegen.

Assetklasse Refinanzierung – alles blühende vergeht?

Assetklasse Refinanzierung: Investiert man heute in eine 10jährige Anleihe bei knapp 1% p.a. und funded die Position am Repo/ Geldmarkt mit -0,30% resultiert daraus zunächst ein Zinsüberschuss in Höhe von 1,30% p.a. Ein etwas genauerer Blick offenbart, dass rund 25% des ZÜB aus der Assetklasse Refinanzierung resultieren. Nicht unbedingt Normalität. In welcher höher Profitieren Sie von der Assetklasse Refinanzierung? Je nach Hebel erscheinen Absicherungen auf dem immer noch niedrigen Niveau zum Teil sinnvoll.

P.S. Die Optionsprämien erscheinen noch günstig. Marktteilnehmer rechnen mittlerweile mit einer deutlich restriktiver werdenden EZB. Dies hat bereits dazu geführt, dass die sogenannten Null-Zins-Floors deutlich günstiger geworden sind.

Floater und Floors – kommen Sie aus der Reserve

Mussten für einen 5jährigen Floor mit Strike 0,00% Mitte 2016 noch rund 2,20% Optionsprämie bezahlt werden, hat sich die Situation mittlerweile deutlich entspannt. So sind mittlerweile für einen 5jährigen 0,00% Floor noch rund 0,60% zu berappen.

Was das soll?: Möglicherweise haben Sie ja Floater im Bestand. Da sie bei Ihren zinsvariable Anleihen den Floor long sind, macht sich der Floor-Preis in Ihrem Kurswert des FRN bemerkbar. Im Resultat ergeben sich dadurch Reserven. Wird der Floor billiger, schmelzen Ihre Reserven dahin. Schade eigentlich, denn Sie bekommen einen Nullzins aus dem Floater, Sie zahlen einen Nullzins auf Ihren Einlagen – Zinsergebnis Null aber Reserven im Plus. Realisieren Sie die Reserven und stärken Sie Ihr EK. Es gibt bessere Alternativen!

Entgleitet das Gleitende Zinsbuch?

Gleiten Sie auch auf der 10 Jahres- Welle? Im Zuge einer passiven Zinsbuchsteuerung – in der Regel 10 Jahre Gleitend, Hebel 1,5 -2,0 – profitieren Sie augenscheinlich von sinkenden Zinsen. In welcher Höhe? Was sich nach langer Zinsbindung anhört, ist gar nicht so lang. Berechnen Sie doch einmal aus welchen Laufzeitenbuckets sich Ihr Zinsrisiko im Gesamtzinsbuch zusammensetzt. Und rechnen Sie doch mal Ihre Cash-Flows zum “Inennzins”. Welche Buckets sind Zinsrisikotreiber? Welche bringen Ertrag? Und klären Sie doch einmal die Frage nach der „Wette im Zinsrisiko die Sie gerade am laufen haben“. Keine? Sicher? – Wie wärs mit einer kleinen Frühjahrs-Challenge?

Neue Besen kehren gut… Ihre Optionen!

Gemäß dem Zitat: Neue Besen kehren gut, aber die Alten kennen die Ecken. – Nutzen Sie das aktuell und noch weitgehend entspannte Umfeld und beginnen Sie mit einem „Frühjahrsputz“. Sie haben mehrere Optionen:

Option I: Sie packen die Thematik alleine an: Ziele setzen, herunterbrechen, umsetzen!
Motivieren Sie sich selber und halten Sie durch! Inspiration lesen Sie sich an. – Schwierig?

Option 2: Sie engagieren temporär eine erfahrene und vor allem wenig Staub aufwirbelnde Putzkolonne und durchforsten systematisch, diszipliniert und transparent Ihre Bestände und Themenstellungen. derivatexx unterstützt sie hier gerne. Wir sorgen etwa nicht nur dafür, dass der Auftrag umgesetzt wird. Wir sorgen dafür, dass Ihre Mitarbeiter neben dem notwendigen Wissen und Erfahrungsschatz, auch das Gelernte sofort im Alltag anwenden können. Nur das bringt Ergebnisse. Entwickeln Sie mit uns Ihre Key-Player zu Problemlösern, die effektiver arbeiten, integriert denken und die Themenstellungen sicher und schnell umsetzen. Was Sie mitnehmen? Schnell vorankommen, Zeitfenster nutzen, Sie machen sich Sommerfest und profitieren von unserem externen Erfahrungsschatz.

Option 3: Sie machen nichts – der nächste Winter kommt bestimmt.

In diesem Sinne. Bleiben Sie erfolgreich. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Herzliche Grüsse

Ihr Dennis Bach
Geschäftsführer der derivatexx GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blog 30 | Das Ei des Kolumbus – oder die Einfachheit des Treasury?

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Im Nachhinein sind alle schlauer. So auch Kardinal Mendoza, der die Leistung von Christoph Kolumbus zur Entdeckung Amerikas massiv schmälerte. Er behauptete, die neue Welt hätte jeder entdecken können. Ein leichtes Unterfangen also. Daraufhin verlangt Kolumbus von den anwesenden Personen, ein gekochtes Ei auf der Spitze aufzustellen. Alle versuchen sich daran, niemand schafft es. Es besteht Einigkeit: Unlösbar! Demonstrativ, schlägt der Entdecker ein Ei mit der Spitze auf den Tisch, so dass das eingedrückte Ei stehen bleibt. Die Gesellschaft protestiert: So hätte man das auch gekonnt! „Sicher, aber der Unterschied ist, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“. So und nun zu ihrem Treasury und Zinsüberschuss…

Keep calm and carry on…

Das erste Quartal ist quasi um, d.h. Sie können den bisherigen Jahresverlauf für sich einwerten und Rückschlüsse auf die aktuelle Geschäftsentwicklung ableiten. Ist der anteilige Zinsüberschuss im Plan? Die Risikovorsorge in Line und das Treasury-Ergebnis in Butter? Mit ziemlicher Sicherheit sind Sie entweder zufrieden, begeistert oder auch enttäuscht. Eines wird schon zutreffen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hinkt Ihr Provisionsüberschuss und das Zinsergebnis dem Plan aktuell etwas hinterher. Im Gegenzug ist die Risikovorsorge der Wertpapiere noch im Plan. Das Jahr hat ja erst begonnen und Einlösungsverluste und Abschreibungen sind noch nicht spürbar angefallen. Also alles in Butter? Sie könnten sich zurücklehnen, in 3 Monaten sehen Sie ohnehin klarer, oder?

Aber was machen Sie bis dahin? Eher weniger, man sieht ja noch nicht so klar. Warum jetzt schon das Kreditgeschäft anschieben, Vetriebsmaßnahmen puschen, Altlasten abarbeiten und Ideen für die Zukunft generieren? Kann man immer noch machen, wenn es nötig wird. Man weiss ja was man tun müsste? Sicher?

Kolumbus und Goethe waren Ihrer Zeit voraus?

Es ist nicht genug zu wissen, wir müssen auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, wir müssen auch tun!

Ein kleines Osternest für Sie…

Ein kleines Osternest: Reflektieren Sie über Ostern doch mal „ihre“ offenen Punkte hinsichtlich Treasury , Zinsüberschuss oder Gesamtbank. Haben Sie Maßnahmen zur Stabilisierung ihres Zinsüberschuss bereits in petto? Arbeiten Sie wirklich konsequent an Ihrem notwendigen Handlungsspielraum für die Zukunft? Ich meine nicht nur Digitalisierung. Stichwort: Der Ertrag von heute ist das Eigenkapital/ RTF von morgen, ist der Handlungsspielraum von übermorgen.

  1. Kommen Sie bei der Umsetzung der neuen MaRisk voran? Refinanzierungspläne, Risikokultur, NPP´s, etc.
  2. Fühlen Sie sich wohl mit Ihrer aktuellen Treasury- & Eigengeschäftsstrategie?
  3. Erinnert Sie Ihr Depot A eher an ein “Zufallsprodukt“ oder an eine systematisch abgeleitete Asset-Allokation, und, und, und…das Osterwochenende könnte kurz werden.

Spaß beiseite, ich möchte Ihnen natürlich keinesfalls das lange Osterwochenende vermiesen und Sie schon gar nicht bei Ihren Ei des Kolumbus-Übungen stören. Ehrenwort.

Resultate –  Die Schlagkraft Ihres Hauses als Werthebel?

Trotzdem;  haben Sie schon einmal daran gedacht, dass das Gesamtergebnis Ihres Hauses in Gestalt von Zins- & Provisionsüberschuss, Risikovorsorge, Handelserfolg oder Kreditwachstum, etc. letztendlich das Resultat des Zusammenspiels in Ihrer Organisation ist.

Letztendlich geht es um die optimale Interaktion von Fachskills, Strukturen, Zusammenarbeit, Entscheidungsprozesse und Umsetzung und vor allem dem Tun. Systematisch, diszipliniert, Transparent.

Die Grafik illustriert das Ganze.

Die Theorie ist klar….

Letztendlich ist der Output das Produkt aus den einzelnen Bullets. In jedem einzelnen Schwerpunkt sind max. 10 Punkte zu vergeben. Sind Sie in allen Themen optimal aufgestellt bewerten Sie sich jeweils mit 10 Punkten. Je nach „ehrlicher“ Einschätzung vergeben Sie Punkte zwischen 1 und 10. Multiplizieren Sie nun die Punktestände der einzelnen Sektoren miteinander und Sie erhalten das Produkt Ihres Outputs. Setzen Sie Ihre erreichte Punktzahl ins Verhältnis zu 10.000 (max. erreichbarer Score).

…und die Realität erschreckend?

Im dargestellten Beispiel erreichen Sie trotz guter Zusammenarbeit und schneller Entscheidungsfähigkeit 2304 Punkte. Dies entspricht einem Werthebel Ihrer (Muster) Organisation von 23%. (!). Wo war nochmals das Problem?

Sind wir nicht alle ein bisschen Kardinal Mendoza?

Wissen sie alles? Wunderbar, willkommen im Club. Aber setzen Sie auch um? Sie agieren in einem schwierigen Marktumfeld, Ihre Mitwettbewerber sind Profis, die Ressourcen sind angespannt und keine Besserung in Sicht. Sie brauchen das beste Team! Nur das ist nicht Gott gegeben und vom Himmel fällt es auch nicht. Bauen und entwickeln Sie ein solches Team und fordern Sie es. Nicht nur die Leber, wächst mit Ihren Aufgaben. Es wird kein Nachteil sein. Alles Theorie: Sicher nicht.

Versprochen. Rufen Sie uns gerne an! Wir helfen Ihnen.

Fröhliche Ostern | Ihr Team derivatexx

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blog 18 | Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg – die Brandbekämpfung in Ihrer GuV

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 Jetzt wird´s brenzlig. Die EZB hat´s geschafft. Am Geld- und Kapitalmarkt dominieren mittlerweile die negativen Vorzeichen. Der Sparer soll nun zahlen und die Geldaufnahme wird belohnt. Ein echtes Training für Ihre Synapsen und vor allem Interessant für Ihr Gesamtzinsbuch und damit für Ihre GuV. Aus Risiko und Ertragssicht wird´s nun richtig heiß. So bekommen Sie Ihren Brand in der GuV unter Kontrolle.

Null und Negativ

Nicht nur die Euribor- und EONIA-Fixings werden mittlerweile unter 0% gefixed. Auch über 10 Billionen Nominalwerte ausstehender Staatsanleihen rentieren mittlerweile in negativem Terrain. Und wenngleich bei den Zinsswaps aktuell eine kleine Yellen-bedingte Gegenbewegung eingesetzt hat, handeln die Zinsswaps bis zu Laufzeiten von 6 Jahren immer noch in negativen Sphären. Selbst zahlreiche Corporate-Bonds fordern dem Anleger nun negative Renditen ab. So gelang es u.a. den Unternehmen Henkel, Sanofi, BASF und der Deutschen Bahn, Schuldverschreibungen mit negativer Rendite zu platzieren.

Der Fairnesshalber oder eher glücklicherweise, muss man sagen, dass sich das Negativ-Terrain außerhalb der Staatsanleihen vor allem auf die kurzen und mittleren Laufzeiten bezieht. Lange Maturitäten weisen hier zwar noch in absoluten Terms positive Renditen auf, handeln aber im Vergleich zur Swap-Kurve mit Abschlägen. Diese Abschläge schmerzen mittlerweile ebenfalls deutlich. Nicht genug das die allermeisten Wertpapiere nun unter Swap handeln, über den Einlagen-Floor verzichtet die Bank zusätzlich auf mindestens 35 BP Refinanzierungsvorteil. Die Steilheit der Zinskurve schmilzt dadurch auf 30 BP (!) ab.

Die Welt steht Kopf oder scheint zumindest aktuell etwas anders zu funktionieren. Der beschriebene Zustand der Anlagealternativen ist für Banken – zumindest für diejenigen mit Anlagebedarf ziemlich bescheiden.

Da so ziemlich jede Bank im Kunden- wie auch im Eigengeschäft mit gewissen „hochverzinslichen Bestandsabläufen“ zu kämpfen haben, trifft die aktuelle Situation so ziemlich jede Bank.

Verständlicherweise arbeiten am oder überprüfen nahezu alle Banken gerade ihr Geschäftsmodell. Interessant ist, dass eine relativ kleine Anzahl der Häuser zwischenzeitlich wirklich eingesehen hat, dass insbesondere das Kundengeschäft dringend und ernsthaft profitabilisiert werden muss. Ode,  wie hoch ist Ihr Zinskonditionenbeitrag denn wirklich?

Die Situation

Realistisch gesprochen dürfte zutreffen:

  • Der Zinskonditionenbeitrag Aktiv ist deutlich geringer als angenommen
  • Der Zinskonditionenbeitrag Passiv ist negativ
  • Der Strukturbeitrag schmilzt deutlich ab (und ist/ wird möglicherweise negativer)
  • In den Produktsegmenten herrscht eine nicht unerhebliche Quersubventionierung

Die Herausforderungen wie ich behaupte sind enorm. Letztendlich bleibt hoffentlich nicht die Frage offen, ob man die Herausforderungen sondern wie man sie erfolgreich meistert. Dies führt uns automatisch zur Frage, wie viel Zeit für eine erfolgreiche  Transformation eigentlich erforderlich ist.

Das erforderliche Zeitbudget determiniert dann automatisch den Handlungsdruck in Ihrer Gesamtbank- und Treasury-Steuerung. Wetten, der ist hoch?

Kommen wir zur Frage, was Sie letztendlich tun können. Was ist der kurz-, mittel- und langfristige Handlungsplan. Ich sehe dies  so:

Langfristig:

Die Kundenkonditionsbeiträge sind zu erhöhen – machen Sie lieber weniger Kreditgeschäft , dies jedoch mit deutlich  höherer Marge.

Auf der Passivseite lösen Sie sich von Ihrem starren Modell der gleitenden Durchschnitte. Das Modell funktioniert ohnehin nur in einer konstruierten Modellwelt. Dynamisieren Sie dieses Modell. Entwickeln Sie Ihre Passivprodukte weiter und verdienen Sie wenigstens Geld damit, solange die Gelder noch zur Verfügung stehen.

Der Strukturbeitrag ist ihr Sorgenkind. Ein zu hoher Strukturbeitrag macht die Aufsicht und den Wirtschaftsprüfer nervös und unterstellt letztendlich zu hohe Zinsänderungsrisiken. Ist die in den meisten Häuser als Residualgröße ermittelte Ertragsgröße zu gering, wird der Zinsüberschuss und letztendlich das Betriebsergebnis und damit das zukünftige EK belastet. Also, revitalisieren Sie Ihre Restgröße und erhöhen Sie Ihren Strukturbeitrag. Erachten Sie den Strukturbeitrag genauso wichtig wie Ihr Kundengeschäft. Entledigen Sie sich dem Begriff der Residual- oder Restgröße. Bestimmen Sie Verantwortlichkeiten zur Steuerung der Ertragsgröße. Es gibt Möglichkeiten.

Mittelfristig:

Da steh nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor. Die Langfristziele scheinen klar. Aber wie soll die ganze Komplexität angegangen werden?

Sie werden sich von Ihren bisherigen Modellen zumindest teilweise lösen oder diese zumindest teilweise anpassen müssen. Die Steuerung des Gesamtzinsbuches über 10jahres Gleitend ist zwar angenehm, aber nicht mehr zielführend. Entwickeln Sie neue Steuerungskonzepte. Teilen Sie Ihr Gesamtzinsbuch zumindest gedanklich auf und implementieren Sie fokussierte Steuerungsmodelle beispielsweise für Kunden- und Eigengeschäftsbank.

Im Zuge Ihrer Anpassungs- und Weiterentwicklungsoffensive werden Sie schnell an Ihre Grenzen stoßen. Fehlende Produkte, intransparente Prozesse, ungünstige Datenbasen und fehlende Ressourcen. Welcome in the Club. Hilft nur nicht. Anfangen!

Sie werden neue Produkte benötigen. Denken Sie hierbei nicht nur an komplexe Kundenprodukte (aus vertrieblicher Sicht). Fragen Sie nach dem Engpass, den Ihr Kunde verspürt. Hinterfragen Sie auch ihren aktuellen Instrumentenbaukasten im Eigengeschäft, welcher für die erfolgreiche Bewirtschaftung ihres Gesamtzinsbuches und Beherrschung der Risiken erforderlich ist.

Denken Sie hierbei an eine fokussierte Steuerung. Steuern und Bewirtschaften Sie ZÄR, ADR und Liquiditätsrisiken weitgehend getrennt. Jedes Steuerungsziel hat sein passgenaues Produkt. Vermeiden Sie also das Breitbandantibiotika. Steuern Sie fokussiert. Denken Sie auch an die Zukunft und in realistischen Szenarien.

Berücksichtigen Sie dabei alle ihre Produktionsfaktoren: Mensch, Maschine, Masse. Insbesondere ihren Human Resources kommen hierbei besondere Bedeutung zu. Motivieren Sie, Entwickeln Sie fachlich wie auch persönlich weiter, fordern Sie Verantwortungsübernahme.

Kurzfristig:

Wo ist Ihr Status Quo? Was sind die genauen Herausforderungen? Kennen Ihre Mitarbeiter die Situation und die Zielsetzung?

Beginnen Sie jetzt! Wie kommen Sie durchs kurze Gras? Gibt es schon jetzt Ideen und Ansatzmöglichkeiten im Kunden- und Eigengeschäft. Bestehen Möglichkeiten negative Zinsen zumindest im Eigengeschäft auszunutzen?

Immerhin beträgt der Abstand zwischen Geldmarktrefinanzierung und 10jährigen Zinsswaps 82 Basispunkte. Repo-Refinanzierungen haben sich zwischenzeitlich zwischen 40 und 50 BP eingependelt und bei ausgesuchten Bundesanleihen sind Reposätze bis auf minus 1,5% zu beobachten.

Die Zinskurve ist immer noch steil. Bestehen Möglichkeiten zur Absicherung von Reserven oder der Ergebnissicherung falls die Zinskurve weiter abflacht oder sogar invertiert?

Können Swaptions, Caps und Floors zur Stabilisierung der Situation zumindest übergangsweise eingesetzt werden? Bestehen Anlagemöglichkeiten in anderen Währungen unter Absicherung des Währungsrisikos?

Suchen Sie die Nadel im Heuhaufen.

Wie Sie dass alles schaffen?

Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg – gehen Sie äußerst systematisch vor. Alle an einen Tisch und an einem Strang. Legen Sie das Silodenken ab und entwickeln Sie gemeinsam einen ersthaften Maßnahmenplan. Alles Theorie:? Fragen Sie mal Banken, die wir bisher unterstützt haben…

derivatexx | Praxis gelebt | nicht doziert

Blog 14 | Treasury 4.0© – Das Treasury ist tot, es lebe das Treasury!

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Mit schöner Regelmäßigkeit tickern Warnungen diesmal vom ehrenwerten Bundesbankvorstand Andreas Dombret durch die Gazetten: „Niedrigzinsen und die zunehmende Digitalisierung setzen den Kreditinstituten nicht nur in Deutschland zu“. Dombret sieht dringenden Handlungsbedarf und erwartet für nicht wenige Kreditinstitute einen heißen Sommer. Hintergrund sei die starke Abhängigkeit vom Zinsrisiko und die Profitabilitätsschwäche.

Ja wir wissen es! Disruption durch Null- & Niedrigzins, niedrige Spreads und geändertes Kundenverhalten.

Gibt es einen Ausweg?

  • Aussitzen? Verbietet die Bundesbank.
  • Weglaufen? Funktioniert nicht!
  • Wegdiskutieren? Klappt schon seit 20 Jahren nicht!

Klar ist, eine Lösung muss her! Schnell! Sofort und profitabel. –
Wie wär’s mit Treasury 4.0?

Industrie 4.0 und Treasury 4.0 ©

Außerhalb der Bankbranche schreiben im Zuge von Industrie 4.0 schon heute Maschinen Zeitungsartikel, steuern Fabriken, bestellen Ersatzteile, und operieren sogar Menschen im Krankenhaus. Mittlerweile beginnt die „künstliche Intelligenz“ sogar zu denken und entwickelt sich quasi selbst.

Keine Angst, Treasury 4.0 beschreibt nicht die Bewirtschaftung der Risiken über Maschinen und künstliche Intelligenz. Vielmehr beschreibt Treasury 4.0 die Transformation vom Depot A Manager/ Händler hin zum Treasury als Wertreiber einer integrierten Gesamtbanksteuerung.

Zur Erinnerung:

  • Industrie 1.0: Die Dampfmaschine als Motor
  • Industrie 2.0: Akkordarbeit am Fließband
  • Industrie 3.0: Automatisierung durch Computer
  • Industrie 4.0: Digitalisierung & Vernetzung

Disruptive Entwicklungen hat es also immer schon gegeben, so wurden in der Vergangenheit regelmäßig Produkte, Dienstleistungen und Prozesse von neuem verdrängt. Interessant ist aber, dass trotz der knallharten Herausforderungen in Kreditinstituten das Treasury nebenher bzw. in der Version 1.0 gelebt wird.

TREASURY 1.0 – ENE MENE MU … UND RAUS BIS DU

Die Begrifflichkeit Finanzsteuerung trifft es wohl besser. Liquiditätsüberschüsse müssen veranlagt bzw. Liquiditätsbedarfe gedeckt werden. Zudem existiert ein gewisses Depot A als Liquiditätsreserve welches „betreut“ werden muss. Irgendjemand muss es ja schließlich machen. Was liegt da näher, einen Wertpapierberater auf das Thema zu setzen. Entscheidungen werden ohnehin direkt vom Vorstand gefällt.

 TREASURY 2.0 – DAS GREMIUM WIRD’S SCHON RICHTEN

Mit zunehmenden regulatorischen Anforderungen (z.B. Einführung der MaH’s) wie auch erhöhte Komplexitätsgrade z.B. Replikationsmodelle im Einlagengeschäft, Strukturierte Produkte implementierten zahlreiche Häuser diverse Steuerungsgremien (Aktiv-Passiv-Gremium, ALCO, Dispo-Ausschuss, etc.). In der Regel wurden die Gremien mit Entscheidungskompetenz ausgestattet, so dass zahlreiche Themenstellungen an die Gremien delegiert werden können. Der Hauptfocus des Treasury oder des Handels umfasst im Wesentlichen die Umsetzung der Gremienents
cheidungen hinsichtlich Eigengeschäft. Schwerpunkthema war die Disposition des LZB-Kontos und Erfüllung der Mindestreseverpflichtungen.

Im Ergebnis ist das Gesamtzinsbuch ist passiv auf 10 Jahre gleitend ausgerichtet, die restliche Verantwortung ist an das monatlich tagende Aktiv-Passiv-Gremium delegiert. Umsetzungen erfolgen erst nach genauer Diskussion und Auftragserteilung durch das Gremium. Natürlich umgehend, denn wer will sich schon gerne sagen lassen, ihm wäre der Markt weggelaufen. Timing Adieu.

Die Ausführung wird dann intensiv durch die Marktfolgeeinheit überwacht. Unverzügliche Erfassung, Marktgerechtigkeit und Limitkonform.

Der Vollständigkeitshalber seien noch die Einheiten in Finance genannt, die im Nachfolgeprozess das ganze buchen und irgendwie kommentieren dürfen. Willkommen im Treasury 2.0.

TREASURY 3.0 – EIN SCHRITT IN DIE RICHTIGE RICHTUNG

Mit zunehmenden Ertragsdruck und notwendig gewordenen zahlreicher neuer Produkte (Derivate, Repo´s, Verbriefung, Kundenoptionen, etc.) entwickelt sich die Vorläufer des Treasury sukzessive zu einer Treasury-Einheit. Treasury übernimmt in Stufe 3 endlich Verantwortung für die operative Liquiditätssteuerung, und das Management des Depot A. Neue regulatorische Anforderungen (Bankenrichtlinie, LiqV, Besicherungen, Zinsschock) erfordern einen stärkeren Austausch mit anderen Abteilungen und Schnittstellenbereichen. Es erfolgen sukzessive Einbindungen von Treasury in den Themenstellungen Funds-Transfer-Pricing, Besicherungen, Gleitzinsthemen, Absicherung, etc. Es erfolgt die Erkenntnis, dass die Delegation sämtlicher Themenstellungen an die Gremien zeitaufwändig und dadurch teuer ist. Es erfolgt ein vorsichtiger Aufbau von Ressourcen in Treasury. Verantwortlichkeiten werden vergeben. Sicherstellung der Liquidität, Management des Depot A, Absicherung Vertriebsmarge & Generierung von Risikomargen. Die richtige und notwendige Richtung.

TREASURY 4.0© – ALTERNATIVLOS

Der Ertragsdruck aufgrund Niedrig- und Nullzinsumfeld ist enorm angestiegen. Regulatorische Anforderungen limitieren den Handlungsspielraum massiv und erhöhen zudem den Kostendruck. Das geänderte Kundenverhalten (digitaler & finanzrationaler) erfordern Schnelligkeit, Flexibilität & Innovationskraft“. In jedem Falle wird ein sehr hohes Maß an einer integrierten Gesamtbanksicht erforderlich.

Letztendlich erfordern die externen Autoritäten ein tiefgreifendes Verständnis über das Bank- & Kundengeschäft, der regulatorischen Anforderungen (ja auch außerhalb der LCR) , interner (Risiko)Modelle, und der Bewirtschaftung und Steuerung der verschiedenen Risiken.

Es lebe das Treasury – seien Sie dabei

Die Zeiten in denen Treasury mit Handel gleichgesetzt wurden sind deshalb endgültig vorbei. Das Kreditinstitut benötigt einen technisch versierten Spielemacher, der die Gesamtzusammenhänge versteht und pro aktiv Lösungsalternativen aus seinem Erfahrungsschatz entwickelt, zur Entscheidung bringt und umsetzt.

Wer kann dies leisten? Die Antwort steht fest:

Bereits in der dualen Banksteuerung, übernimmt Treasury die Risiken und hat die Verantwortung die Konditionenbeiträge zu sichern. Daneben generiert Treasury Risikomargen aus der Zinsfristen-, Bonitäts- und Liquiditätstransformation. Kenntnisse hinsichtlich Transferpreise, Risikomanagement und Produkten sind vorhanden. Treasury besitzt Marktzugang, und die Instrumente zur schnellen Umsetzung und Bewirtschaftung. Beste Voraussetzungen für Stufe 4.0.

Im Treasury 4.0 ist Treasury „Die Spinne im Netz“ und vertritt kompromisslos die integrierte Gesamtbanksicht. Dies bedeutet, nicht etwa die persönlichen Verwirklichung des Treasurers und Transformation zur Investmentbank, sondern die massive Unterstützung des Geschäftsmodells. So wird das Depot A zum Residual des Geschäftsmodells – also nur Mittel zum Zweck um bilanzielle Gaps oder Risikobudgets auszusteuern. Im Ergebnis müssen die Bestände professionell bewirtschaftet und nicht nur “verwaltet” werden. Aufgrund der bilanziellen und regulatorischen Anforderungen wird die fokussierte Bewirtschaftung und Steuerung der Resource Risiko unabdingbar. Immerhin ist der Ertrag von Heute, das Eigenkapital von morgen, die Freiheitsgrade von übermorgen. Zur fokussierten Steuerung sind natürlich die entsprechenden Instrumente notwendig und ggf. zu implementieren. Elementar erscheinen hier die Produkte, welche zur Steuerung der Gesamtbankrisiken (also auch Kundenverhalten, Liquidität und Zinsänderungs- & Creditsrisiko) eingesetzt werden können.

Für die Kritiker unter Ihnen sei angemerkt, dass Funktionstrennung von Markt- und Marktfolge natürlich zu jedem Zeitpunkt ein muss.

Risiken bewirtschaften und beherrschen

Die Zielsetzung „Vermeidung der Risiken“ wird künftig ziemlich sicher dem Fokus: „Zu jedem Zeitpunkt die Risiken beherrschen“ weichen. Anderweitig ist hier kein Staat zu machen.

Die Risiken stets beherrschen, kann nur wer die Risiken kennt und die richtigen Steuerungsimpulse erhält. Als elementarer Bestandteil der Risikosteuerung sind Transferpreise und vor allem der richtige und konsequente Einsatz zur Ergebnisaufspaltung nicht nur wichtig sondern elementar. Da Treasury die Risiken zum Transferpreis übernimmt, spricht auch hier TR ein Wörtchen mit. Genauso wie beim Zinsüberschuss, Zinsbuch, Kundenprodukte, und, und, und…

Und wo bleiben Sie?

Vielleicht sind die einzelnen Evolutionsstufen hart geschnitten und etwas überzeichnet. Klar ist, dass ein „wie bisher“ als Option künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Zu eng sind die Resourcen, zu hoch sind die Kosten, und zu hoch der Ertragsdruck.

Wie erreichen Ihren nächsten Entwicklungsschritt hinsichtlich Fachlicher Skills, Motivation, Problemerkennung, Entwicklung von Handlungsoptionen, etc. in Richtung 4.0?

derivatexx | Praxis gelebt, nicht doziert!

Wie bieten mit unseren bilateralen FachCoaching oder Praxisworkshops „ Treasury 4.0“ unterschiedliche Maßnahmenpakete.

Im Rahmen des bilateralen FachCoaching oder eines Praxisworkshop zum Treasury 4.0 entwickeln wir mit Ihnen Handlungsoptionen im aktuellen Marktumfeld oder Entwickeln Sie konkret zum Treasurer 4.0.

Was Sie dafür brauchen?

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BLOG 13 | Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom, beginnen Sie mit der Zinsbuchrettung -Jetzt-

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Sie kennen die Redewendungen, dass bekanntlich nur tote Fische mit dem Strom schwimmen? Oder, dass Schäfchen sich gerne in der Herde aufhalten, am Ende aber dummerweise geschlachtet werden? Und dann wäre da noch der Ausdruck des Beamtenmikado, wer sich zuerst bewegt, verliert.

Alles nicht neu? Und ohnehin nur Sprüche? Wirklich? – Da wäre ich mir nicht so sicher.

Die „Null & Zero Bank“

Betrachten wir die natürlich rein fiktive und erfundene „Null & Zero Bank“ ein wenig genauer. In bester Gesellschaft kämpft das Kreditinstitut den Kampf um immer steigende regulatorische Anforderungen hinsichtlich EK-Bedarf, Risikosteuerung und Meldewesen. Der mittlerweile finanzrationale Kunde macht was er will – nur nicht das was der Bank guttut. Und Super-Mario zerschießt das gesamte Marktumfeld- in eine Nullzins und Spreadwüste. Zinsdefekt wohin das Auge reicht. Definitiv keine gute Ausgangslage für Banken und derer Treasury-Abteilungen.

Kühn oder gar Forsch formuliert, befinden befinden sich also zahlreiche Treasury-Mitarbeiter, Zinsbuchbeteiligte und Depot A-Verantwortliche inkl. Vorstände in einem Zustand zwischen Ratlosigkeit, Schockstarre und Resignation. Es scheint beinahe so, als scheinen sämtliche Möglichkeiten zur Ertragsgenerierung, Zinsüberschuss-Stabilisierung und Risikobewirtschaftung ausgereizt. Intensive Debatten mit anderen Häusern bestätigen dies. Einige stellen deshalb sogar die Assetklasse Zins in Frage. Das Ende vom Lied: Kollektives Nichtstun, Jammern, Frustration – der Beginn des Niedergangs.

Also: Haben sie ne Idee? Glauben Sie mir die haben Sie:
„Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.“ Sie sind kein toter Fisch

derivatexx | simplify financial markets – Praxis gelebt | nicht doziert!

Gerne skizzieren wir Ihnen nachfolgend ein paar unserer in verschiedenen Banken und Kapitalsammelstellen erarbeiteten und mit uns gemeinsam umgesetzte Lösungsansätze und Handlungsoptionen. Gemäß dem Motto: Praxis gelebt| nicht doziert identifizieren wir im Rahmen von Praxisworkshops, bilateralen FachCoachings oder mittels interimistischen
Einsätzen Ihren Handlungsbedarf, erarbeiten Lösungen und setzen mit Ihnen gemeinsam um. Quasi: Erhöhung ihrer eigenen Schlagkräftigkeit.

Beispiel I:
Depot A/ Eigengeschäftsportfolio

Ausgangslage: Das Eigenegeschäftsportfolio, die Liquiditätsreserve, das LCR-Portfolio sowie ein gewisses „Kreditersatzgeschäft“ haben in Größe und Zusammensetzung sukzessive eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Die vorhandenen Rahmenbedingungen wie Ausgestaltung der Anlagelinien, Strukturlimite, Ratingklassen, wie auch Rendite- und Spreadniveau, und Beleihbarkeit beeinflussten die Portfoliodiversifikation deutlich.

Fragestellung: Zu beantworten war die Fragestellung inwieweit im Zuge der Eigengeschäftsoptimierung verschiedene Handlungsbedarfe zur Ertragsstabilisierung, Renditeoptimierung unter dem Blickwinkel einer integrierten und ertragreichen Gesamtbanksteuerung bestehen. Das ganze unter dem Fokus des aktuellen Marktumfeldes und schnell wirkenden Massnahmen.

Umsetzung: Im Rahmen verschiedener zwischen den Abteilungen Treasury, Finance, Controlling durchgeführter Praxisworkshops und FachCoachings wurde die aktuelle Ausgangslage diskutiert und gemeinsam erarbeitet. Gegenstand dieser Phase waren u.a. Diskussion sämtlicher bekannter Einflussparameter wie Wertpapierbestände; Zinsüberschusssimulationen, Risiko- und Regulationsparameter. In Phase II und III erfolgte die Problemerkennung und Zielsetzung um dann in Phase IV gemeinsam mit allen Beteiligten verschiedentlichste und noch unbewertete Handlungsoptionen zur Lösung zu erarbeiten.

Im genannten Beispiel ergaben sich zahlreiche Handlungsoptionen zur Profitabilisierung des Depot A bei gleichzeitiger Reduzierung des Investitionsvolumens. Im Ergebnis ergaben sich Ausstrahl- und Entlastungseffekte in der LCR-Steuerung bei gleichzeitiger Reduzierung der Auslastungsgrade im Adressrisiko. Der Ansatz der integrierten Gesamtbanksicht bei der Erarbeitung der Handlungsoptionen, konnten weitere ertragsoptimierende Maßnahmenbündel auch unter Berücksichtigung des Kundengeschäfts umgesetzt werden.

Wesentliche Stellhebel waren: Größe und Zusammensetzung des Eigengeschäftsportfolios, Haftungs- und Laufzeitendiversifikation, Zins-, Marktliquiditäts- und Kapitalbindung des Eigengechäftsportfolios, Einführung einer integrierten und fokussierten Steuerungsphilosophie, Verhältnismäßigkeit Eigengeschäfts- vs. Kundengeschäftsportfolio, Institutsspezifische Rahmenbedingungen hinsichtlich struktureller Transformationsbeiträge,

Optimierung/ Entschlackung/ Anpassung der aktuellen Produktkataloge
Stärkung fachlicher Skills und Umsetzungsmethodik

Beispiel II
Ausweitung der Assetklassen um Aktien

Ausgangslage: Die Aktie ist der neue Zins? Wie kann eine Ergänzung/ Ausweitung der bisher „Fixed-Income-fokussierten-Assetklassen“ in Richtung Aktie erfolgen. Institutsspezifische Rahmenbedingungen insbesondere Risikotoleranz und Erfahrungskurve/ Handling) sind zu beachten.

Umsetzung: Im Zuge einer ähnlichen Vorgehensweise wie im Beispiel 1 erfolgte zunächst die Fokussierung auf die Problemerkennung und den Abgleich der Zielsetzungen. Fragestellungen, warum Aktieninvestments, regulatorische Wirkungsketten und Fragestellungen nach der wirklichen Risikotoleranz und Durchhaltefähigkeit wie auch betriebswirtschaftliche „Wunschvorstellungen“ standen hier an der Tagesordnung. In einem weiteren Schritt folgte die Aufarbeitung fachlicher, regulatorischer, prozessualer und methodischer Fragestellungen. Immer mit den Beteiligten Treasury, Finance, Controlling.

Nach Einwertung der Gesamtgemengelage erfolgte wiederum die Erarbeitung zahlreicher zunächst grundsätzlicher Handlungsoptionen zur Umsetzung der Erweiterung der Assetklasse. So wurden hier die verschiedenen Produktausgestaltungsmöglichkeiten diskutiert: Einige Auszüge waren:

Long Only, Abgesicherte/ Protection Put-Strategie, Covered Call-Writing, Dividenden-Strategien. Wandelanleihen, Investition in Aktienanleihen oder Discount-Zertifikate.

Nach Bewertung der einzelnen Handlungsalternativen, hinsichtlich Wirkungsketten, Risikobeherrschung, Erfahrungen, Umsetzbarkeit, erfolgte die Festlegung und Entscheidungsvorbereitung. Umgesetzt wurden die Investition in dividendenstarken Aktien-Anleihen, und Protection Put-Strategie. Immer im Fokus: Die Risiken müssen zu jeem Zeitpunkt beherrschbar bleiben.

Weitere Projekte waren:

  • Die Einführung von Credit-Default-Swaps – Vermeidung illiquiditätsprämien und Generierung optimierter Ertragsanspruch aus Adressrisiko
  • Profitabilisierung des Gesamtzinsbuches durch Einsatz von Swaptions – Monetarisierung wiederkehrender Steuerungsmaßnahmen, Ausnutzung Volatilitätsprämien
  • Ausnutzung ausländischer Zinskurven zur Stabilisierung des periodischen Zinsüberschusses (bei Eliminierung FX-Risiko)

Hübsch ist anders – Jetzt erst recht!

Die Gesamtgemengelage ist alles andere als hübsch. Wie ersichtlich existieren noch zahlreiche Handlungsoptionen und Handlungsalternativen um durchs „flache Grass“ zu komemn. Letztendlich müssen Sie diese nur finden. Voraussetzung ist, dass Sie ihr Problem kennen. Nur dann gelingt die fokussierte und zielgerichtete Beseitigung.

Glauben Sie mir. Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe! Sie sind kein Fisch Bleiben Sie erfolgreich!

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Blog 10 | Just Eleven to go – vom Zeitwert des Zinsbuches

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Relativ betrachtet ist das Jahr noch Jung. Jung genug um Ihre Ziele und Vorsätze umzusetzen. Aus der absoluten Perspektive jedoch, ist bereits ein Monat vergangen. Dies bedeutet noch 11 Monate Zeit um weiter systematisch und fokussiert am Zinsüberschuss und an  ihren Jahres- und Unternehmenszielen zu arbeiten.

Themenstellungen gibt es genug wie: dem Zinsüberschuss, ihrem Strukturbeitrag, Provisionsbeiträgen, ihren laufenden Projekten zur Verbesserung der Ablaufprozesse, der Erweiterung des Produktkataloges und vor allem der Verbesserung Ihrer eigenen Unternehmenskennzahlen – nämlich Ihrer eigenen fachlichen Skills oder Führungsqualitäten. Zu tun gibt es genug.

PRT – Performance – Risiko – Treasury? Nein Pro-Rata-Temporis!

Treasury-, Bank- und Kapitalmarktgeschäft bezeichne ich gerne als „Pro-Rata-Temporis-Geschäft“. Hintergrund ist, dass zur Erreichung der relevanten Ergebnisgrößen (z.B: Zinsüberschuss) untrennbar ein notwendiges Zeitbudget verbunden sein muss. So ergibt sich beispielsweise der Zinsüberschuss letztendlich aus der Formel Zins x Zeit. Heisst: Je früher Sie mit Maßnahmen zur Stabilisierung des Zinsüberschusses oder anderer Ergebnisbeiträgen beginnen (und auch durchhalten), desto stärker dürften sich Ihre Bemühungen in erfreulichen Zahlen niederschlagen.

Der Zeitwert des Zinsbuches

Die angeführten Ausführungen sind nicht neu und höchstwahrscheinlich auch nicht nobelpreisverdächtig, aber stimmen tun Sie doch alle mal. So ist Zinsüberschuss nun mal über die Zeit ( & Zins) zu erreichen und auch Neue Produkte Prozesse benötigen Ihr Zeitbudget. Auch und vor allem die Diskussion von Fachthemen, Handlungsoptionen und Lösungsmöglichkeiten wie auch die eigene Weiterbildung benötigen Zeit.

Ein Blick in Ihr Zinsbuch

Betrachten wir uns das Zinsbuch. Im Januar sind sicherlich auch in Ihrem Zinsbuch hochverzinsliche Bestände fällig geworden. Zudem ist unschön, dass die bereits fällig gewordenen und auch künftig fällig werdenden Kupons in Ihrer Höhe kompensiert werden müssen.

Bleibt die Frage inwieweit das entstehende Zinsüberschuss-Gap beispielsweise über eine Anpassung der Volumen und Laufzeiten kompensiert werden kann.

Losgelöst von regulatorischen und risikorelevanten Kenngrössen scheint klar, dass zur Kompensation der Zinsüberschussgaps mittlerweile deutlich längere Laufzeiten und betragsmäßig deutlich höhere Investitionen erfolgen müssen.

In einem typischen Zinsbuch dürften mittlerweile die letzten 5%-Kupons aus der Hochzinsphase 2008 fällig geworden sein oder noch fällig werden. Möchte man das schwindende Zinsergebnis durch Veranlagungsmöglichkeiten auf der aktuellen Zinskurve (Swapkurve) kompensieren sind je nach Laufzeitenpräferenz Volumenserhöhungen zwischen dem Faktor 55 (bei 5 jährigen) und 4 (bei 30jährigen) notwendig. Zinskurvenbedingt liefern nur noch lange Laufzeiten einen wahrnehmbaren Beitrag zur Zinsergebnisstabilisierung. Allerdings mit massiven Auswirkungen auf das laufzeitenbedingt deutlich erhöhte Zinsänderungsrisiko.

Eine Kompensation ausschließlich erhöhte Veranlagungsbeträge und über das Zinsrisiko scheint deshalb kaum darstellbar oder zielführend.

Die Beimischung von Credits

Fraglich ist inwieweit die Beimischung von Spreadprodukten als eine sinnvolle Handlungsalterative zur Stabilisierung des periodischen Zinsüberschuss darstellen kann.

Das derivatexx | Zinsüberschuss-Gebirge zeigt die Ergebnisbeiträge verschiedener Credit-Investitionen. Das ganze auf ein einheitliches PV01-Budget kalibriert. So werden Investments auf der Credit und Zinskurve vergleichbar. Eine hervorragendes Monitoring Tool.

Hier zeigt sich ein gemischtes Bild. So können mit Hilfe von Spreadaufschlägen ungedeckter Bankanleihen die Zinsergebnisbeiträge zwar deutlich stabilisiert werden, der Risikotoleranz des Top-Management und die vorherrschenden Risikotragfähigkeiten dürften und werden hier insbesondere hinsichtlich des Adressrisikos aber als stark limitierender Faktor gelten.

Duration, Credit, Forward, Vola – der Vierklang des Erfolgs

Neben Duration und Credit lohnt es sich, den Blick auch auf die Forwards bzw. auf die Volatilitätskomponenten zu richten. So bieten mittlerweile wieder deutlich gestiegene Zinsvolatilitäten interessante Handlungsalternativen zur Stabilisierung des Zinsergebnisses.

So können die Zinsvolatilitäten beispielsweise zum Verkauf von Payer-Swaptions – quasi zur Monetarisierung der Zeitkomponente- genutzt werden. Ergebnis sind zinsergebnisstabilisierende Prämieneinahmen und das Ganze bei ähnlichem Marktverhalten und Risikoposition im Vergleich zu einer „normalen“ Longposition. Wetten?

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass regelmäßig die Prämieneinnahmen mehr abwerfen, als der Transformationsbeitrag im Zinsswaps innerhalb eines Jahres generiert. Kein schlechtes Risk/ Return-Verhältnis? In jedem Fall wert, der Sache auf den Grund zu gehen. Ziele wollen schließlich erreicht werden.

Einfach war gestern – Kombinieren Sie!

Kombinieren Sie die 3 Sichtweisen ergeben sich zahlreiche Handlungsoptionen zur Steuerung Ihres Zinsbuches/Portfolio und Stabilisierung Ihres Zinsergebnisses. Nicht ganz trivial aber immerhin sehr zielführend und vor allem beherrschbar.

Sie finden die Anregungen interessant oder haben Fragen? Überlegen Sie nicht zu Lange, wie gesagt ein zwölftel des Jahres sind bereits verstrichen. Denken Sie an PRT.

Aber wo, wie und wann beginnen? Die Herausforderungen sind groß, die Themenstellungen zahlreich und die Zeitbudgets zu knapp. Gibt es ein Vorgehensmodell was schnelle Hilfe verspricht?

Wer will findet Wege – derivatexx | Praxis gelebt nicht doziert!

Mit unserem FachCoaching Treasury oder einem speziell auf Ihre Themenstellungen zugeschnittenen Praxisworkshop zur Stabilisierung des Zinsergebnisses kommen Sie schnell voran.  Und wenn Sie es wünschen helfen wir Ihnen im Rahmen eines Interim Mandates.

Ideen und Handlungsalternativen zur Stabilisierung des Zinsergebnis, Verbesserung der eigenen Unternehmenskennzahlen, systematische Befassung mit ihren Themenstellungen die einen hohen Lösungsdruck erfordern und einem Sparringspartner.

Ein Schritt in die richtige Richtung, Immerhin, denn time is running out fast.

Bleiben Sie erfolgreich

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Blog 9 | Das Jahr des Affen – 6 Anregungen für Ihr erfolgreiches Treasury 2016

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Fed-Erhöhung, Konjunkturrückgang, Renminbiabwertung, Börsenturbulenzen…China, China, China! Und nach dem chinesischen Kalender nun auch noch das Jahr des Affen! Als das Ganze nicht langsam genug wäre.

Der Affe löst am 08. Februar 2016 das kalendarische Schaf ab. Gemäß der Chinesen liebt der Affe mit seinem pfiffigen Charakter ja alle Herausforderungen die ihn zu immer erfindungsreicheren Strategien anspornen.

Zielsetzung ist, so die Legende. den Sieg stilvoll davonzutragen. Weiter möchte sich das Tier auch in schwierigen Situationen bewähren. Zwischenzeitliche Verluste wird er als Ansporn nutzen, um seine Ziele auf andere Weise zu erreichen. Erfindungsgeist steht im chinesischen Jahr des Affen deshalb an vorderster Stelle.

Quasi ein guter Jahresanfang für den chinesischen Affen, denn mit den Jahresanfangsturbulenzen an den Finanzmärkten dürften die Risikobudgets, Verlustlimite und die Motivation schon deutlich „angekratzt“ zu sein. Darüberhinaus gibt es im Treasury und Gesamtbank-Biz bekanntermaßen ohnehin genügend Herausforderungen.

Nachvollziehbar dürfte sein, dass man das mittlerweile populäre Kollektivgeheule bzw.-gejammer hinsichtlich der zahlreichem Herausforderungen um Nullzins- & Niedrigzinsniveau, eine weiter ausufernde Bankenregulatorik, komprimierte Credit-Spreads, Kostendruck und zuletzt das verändertes Kundenverhalten nicht mehr hören können.

Eins ist sicher: Durchhalten ist angesagt.

Im Klartext: Jammern hilft nicht! Hier hilft nur Ärmel hochkrempeln und durch. Aber wie?

Gibt es ein Vorgehensmodell oder gar ein Erfolgskonzept? Und wie machen es Andere?Ganz sicher: Lösungen gibt es immer und ganz bestimmt.

Raus aus der Komfortzone denken Sie mal quer.

Folie3

 

Ein paar „Quer“-Gedanken – von Herausforderungen und Lösungsansätzen

 

Challenge I: Das Zinsergebnis ist unter Druck und wird sich wohl auch im gegebenen Niedrigzinsumfeld weiter reduzieren. Bestandsabläufe aus Ideeder Hochzinsphase belasten natürlich zusätzlich. Es besteht Handlungsbedarf:

Das regelmäßig angewandte Standardvorgehen nämlich das periodische Zinsergebnis mit Hilfe deutlicher Durationsverlängerungen zu stabilisieren dürfte im aktuellen Markt- und Regulationsumfeld eher schwerfallen. Zu niedrig ist das aktuelle Zinsniveau und zu eng sind die Creditspreads. So ist mit Laufzeiten bis zu 5 Jahren kein Blumentopf mehr zu gewinnen und auch lange Anleihen die eher an eine „Geldmarktverzinsung“ erinnern, erscheinen im Risiko/ Ertragskontext deutlich zu risikoreich. Schon mancher Manager hat lernen müssen, dass es den Lohn fürs Durchhalten und nicht für das Eingehen einer Positionierung gibt.

LösungIdee: Helfen dürften Ihrem periodischen Zinsergebnis die Margen aus dem Kundenkreditgeschäft. Mit Kundenmargen zwischen 70 und 120 BP erzielen Sie im Kundengeschäft bereits soviel Ertrag (oder etwas mehr) wie bei einer 10jährige Long-Position mit voller Fristentransformation.

Wie wäre es also mit einem kleinen Sonderkreditprogramm auf Kasse oder Forwardbasis? Geht es um Prolongationen, dürften die Kunden ohnehin schnell zugreifen und Sie erhöhen ganz elegant Ihre Prolongationsquote. Im Gegenzug könnte das Treasury das aktuell weniger rentable Eigengeschäft und damit Adressausfall- und Marktpreisrisiken zurückfahren.

Quasi Stärkung des Geschäftsmodell zu Lasten des aktuell unattraktiven Eigengeschäft. Innovative Häuser kombinieren zinsvariables Kundengeschäft beispielsweise mit derivativen Instrumenten und stärken gleichzeitig das Provisionsgeschäft der Bank. Nicht sinnvoll? Fragen Sie mal andere….

IdeeChallenge II: Das Zinsergebnis stellt im aktuellen Marktumfeld bereits eine ziemliche Herausforderung dar? In zahlreichen Häusern dürfte das Zinsergebnis zur wirklichen Herausforderung werden, sobald die Zinskurven weiter abflachen oder gar invertieren. In diesem Falle implodiert Ihr Zinsergebnis regelrecht. Ihr Teilbetriebsergebnis höchstwahrscheinlich ebenfalls. Was dies bedeuten kann, wissen Sie selbst.

LösungIdee: Noch sind die Zinskurven verhältnismäßig steil. Erfahrungsgemäß und -regelmäßig hier vorgestellt- verflachen sich im Zuge einer estriktiveren Notenbankpolitik auch die Zinskurven. Infolgedessen reduzieren sich auch die aktuell wichtigen (Fristen)Transformationsbeiträge massiv.

Schon einmal daran gedacht, sich die aktuell noch verhältnismäßig steilen Zinskurven einzuloggen? Quasi eine Sicherung der Transformationsbeiträge vorzunehmen?

Aufgrund der Nullzinsniveaus am vorderen Ende, bringt dies sogar noch Zinsertrag und Sie profitieren von einer Kurvenverflachung. There is no free lunch! Wirklich?

IdeeChallenge III: Möglicherweise befindet sich ihre Bafin-Kennziffer zum 200 BP-Zinsschock (Plusszenario) über der Meldegrenze von 20% des haftenden Eigenkapitals und Sie zählen zur prominenten Peergroup „Kreditinstitute mit erhöhtem Zinsänderungsrisiken“.

Solange Sie das über die Meldegrenze hinausgehende Zinsänderungsrisiko über die erweiterte Gesamtkennziffer mit freiem Risikokapital abdecken können, ist dies bekanntermaßen (noch) nicht unbedingt dramatisch. Doch die Zeiten werden schwieriger. Die Aufsicht schaut intensiver hin und Eigenkapital haben Sie definitiv nicht zu üppig.
Sie haben das „Gefühl“ der Bafin-Zinsschock limitiert Ihre Ertragschancen massiv?

LösungIdee: Lösen Sie sich vom bloßen „Durationsgedanken“ und der ausschließlichen Möglichkeit Zinsergebnis über das Eingehen zusätzlicher Longpositionen zu generieren. Der BaFin-Stress bringt sie hier ohnehin schnell an die Grenzen. Der Einsatz von optionalen Instrumenten wie Swaptions und Caps bietet hier gute Möglichkeiten.

Optionen sind für Sie bisher Teufelszeug? Undurchschaubar? Suspekt? Hier empfehle ich:
„Auf zu neuern Ufern“, denn das asymmetrische Risikoprofil von Optionen bietet hier interessante und Bafin-schonende Handlungsalternativen zur Steuerung ihres (Gesamt)Zinsbuches. Gerade im aktuellen Marktumfeld locken hier zahlreiche Handlungsalternativen zur Steuerung und Zusatzerträge. Ein genauer Blick erscheint daher mehr als lohnenswert.

IdeeChallenge 4: Ihr Portfolio im Eigengeschäft hat sich im Zuge der Rendite- und Spreadkompression isoliert betrachtet hervorragend entwickelt. Obwohl es sich in ihren Portfolien mittlerweile weitgehend um Überpari-Investments handelt, bewegt sich ihre Wertpapierrisikovorsorge immer noch auf sehr niedrigem Niveau oder sogar im positiven Terrain. Ursächlich dafür dürften u.a. die aufgrund niedriger Renditen nicht angefallenen Einlösungsverluste (Pull-to-Par-Effekte) sein.

Nur irgendwann werden die Pull-to-Par-Effekte unweigerlich schlagend werden. Im Zuge eines Zinsanstieges sogar deutlich schneller. So lange Sie die Risikobudgets vorhalten (können) kein Problem.

LösungIdee: Eine intensive Betrachtung Ihrer Bestände auf (ggf. auf Forwardbasis) empfiehlt sich. Wie verhalten sich die Einlösungseffekte im Kontext einer Zinsveränderung? Zur Absicherung bestehen diverse Möglichkeiten. Umwidmungen sind hier argumentativ oder aufgrund Verschiebungseffekten in der GuV meist unpopulär.

Aber haben Sie schon mal an den Einsatz von Termingeschäften (Terminkäufe/ Terminverkäufe) gedacht mit Hilfe derer Teile der Bestände beispielsweise mit einer 2jährigen Valuta auf Termin veräußert werden können? Vorteil ist, dass Sie bereits heute das Adressrisiko im Portfolio reduzieren, den Zinskupon aber weiter im Buch behalten. Sie vermeiden zwar nicht gesamten Einlösungsverlust aber zumindest einen Teil. Gut für das Zinsergebnis.

IdeeChallenge 5: Ihr Kundenkreditgeschäft brummt und Sie könnten deutlich mehr Kreditgeschäft absetzen. Leider fokussieren Ihre Kunden im aktuellen Niedrigzinsumfeld auf sehr lange Zinsbindungen und beispielsweise 15jähriges Darlehensgeschäft. In diesem Zusammenhang wird das unter Banken bestens bekannte ordentliche Kündigungsrecht gemäß § 489 BGB für Darlehen mit Laufzeiten über 10 Jahren schlagend. Wenngleich der (komplexen) Option aufgrund des Zinstiefs aktuell kein allzu hoher Wert beigemessen wird – lohnt sich das Nachdanken und ein wenig Hirnschmalz zu investieren.

Denn, neben der mit schöner Regelmäßigkeit diskutierten Risikoreduzierung hat Gesamtbanksteuerung und Treasury-Management ja auch etwas mit Risikobewirtschaftung und Ausnutzung von Ertragschancen zu tun. Immerhin ist ja der Zins von Heute das (verlustabsorbierende) Eigenkapital von morgen.

LösungIdee: Über leicht veränderte Produktausgestaltungen im (Firmen)Kundengeschäft und eine angepasste Absicherungsstrategie -Stichwort Swaptions- im Treasury – ergeben sich im aktuellen Umfeld interessante Ertragschancen zur Nutzung des aktuellen Umfelds. Seien Sie gespannt.

 

Idee

Challenge 6: Ihr Zinsergebnis ist unter Druck, Ihr Risikobudget zu klein, die Regulationsanforderungen schon lange nicht mehr zu Überblicken und das Topmangement ohnehin ziemlich nervös.

Natürlich haben Sie Ideen wie Sie einzelnen Problemen und Herausforderungen begegnen wollen. Aber die Vielzahl der Themenstellungen macht Ihnen oder ihrem Personalkörper –schon allein aufgrund der Quantität- das Leben schwer.

Und spätestens im Rahmen der Bearbeitung der Themenkomplexe unter integrierter Sichtweise – die Wirkungsketten auf Gesamtbankebene stets im Blick – wird’s schwierig und komplex.

Zu viele Stakeholder verfolgen Eigeninteressen, möglicherweise sind Mitarbeiter überlastet, und die Motivation sinkt rapide. Wie sollen in einem solchen Umfeld Lösungsmöglichkeiten entwickelt, Entscheidungen adressatengerecht vorbereitet und dazu noch zeitnah entschieden und umgesetzt werden?

LösungIdee: Systematik und Erfahrungsschatz wirken hier Wunder. Sie oder Ihre Mitarbeiter besuchen eines unserer bilateralen FachCoachings zum Thema Treasury, Gesamtbanksteuerung und Kapitalmarkt. Hier kümmern wir uns ausschließlich um SIE.

Nur Sie und Ihr Coach arbeiten an IHREN Themen, IHRER Entwicklung und LÖSUNGEN die Sie voranbringen.

Nach dem Motto Working, Learning, Training erfolgt nach der Abfrage Ihrer präferierten Interessens- und Schwerpunktthemen die Entwicklung ihres hochindividuellen FachCoaching.

Natürlich unter Berücksichtigung Ihres Vorwissens. Mittels des für Sie entwickelten Konzeptes erfolgt dann im Präsenztermin die Bearbeitung und das Training Ihrer Themenstellungen in einer Art „Trainingslager“.

Praxis gelebt nicht doziert – Nur SIE und Ihr Coach

Nähere Informationen finden Sie unter www.derivatexx.de/fachcoaching. Gerne senden wir Ihnen Informationsmaterial zu oder stehen telefonisch zur Verfügung.

Bleiben Sie erfolgreich!
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Quellverweis: eRecht24