Blog 34 | Himbeereis und Kalter Kaffee – Erfrischung für Ihr Bankbuch?

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Nach der Özil-Affäre und dem US-Handelsstreit hat Deutschland endlich wieder ein neues Thema: Die Hitzewelle und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Laufe der Woche soll gar die 40 Grad-Marke fallen. Hier hilft nur noch Himbeereis & Eiskaffee, die der Chef ruhig mal ausgeben könnte. Apropos kalter Kaffee: Studiert man die Ertragszahlen-Berichtswelle der Verbände von Genossen, Sparkassen oder Bundesbank scheinen das Niedrigzinsumfeld und die Zinsüberschuss-Diskussionen mittlerweile genau das zu sein: Nämlich Kalter Kaffee! Aber möglicherweise nur auf den ersten Blick! Seien sie gespannt, Wie SIE und Ihr Gesamtzinsbuch erfrischend durch den Sommer kommen lesen Sie hier…

Nur zur Klarstellung:  Mit kaltem Kaffee ist nicht etwa das neue Trendgetetränk mit Hipp-Garantie gemeint: Cold Brew Coffee, dem kalt angemachten Kaffee in zahlreichen Geschmackserlebnissen von Minze bis Guiness-Chia.

36 Grad Cesius, Nullzins – Let the BVR-Summer begin…

Nein, vielmehr scheinen sich die Verbände mit der schönen neuen Welt ohne Zins dafür mit umso mehr Provisionsgeschäft zu arrangieren. Es scheint gar so, als ein gewisses Maß an Sommerfestlaune herrscht. Zu den Details: Den BVR-Genossen gelang es in 2017 ihren Zinsüberschuss mit € 18,6 Mrd. minimal unter dem Vorjahr zu stabilisieren, während sich der Provisionsüberschuss dagegen außerordentlich kräftig um knapp 9,00% und sehr positiv entwickelte. Leicht nachvollziehbar, dass das Jahresergebnis bei weitgehend unveränderter Risikovorsorge deutlich ansteigen muss.

Ein Regenschauer macht noch keinen Herbst…

Wenngleich der (Gesamt)Sparkassensektor kein konsolidiertes Gesamtergebnis analog zum BVR veröffentlicht, wirft auch der Hessisch-Thüringische Sparkassenverband für seine 50 Sparkassen die Rechenmaschinen an und kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Zwar ist der Zinsüberschuss dort bei genauerem Hinsehen etwas deutlicher unter Druck, wird aber auch hier massiv über prosperierende Provisionsüberschüsse in Verbindung mit reduzierten Verwaltungskosten überkompensiert. Wundervoll!

Grillparty im Südwesten…

Und der Verband im Südwesten lässt gar die Sektkorken knallen und verweist auf ein gleichermaßen starkes Kredit- und Einlagenwachstum im 1. Halbjahr 2018. Wirklich total aus dem Häuschen!

Auf der Meta-Ebene scheint zu gelten: Boomendes Kundengeschäft im Immobilienbereich und insbesondere im investitionsgetriebenen Gewerbekreditgeschäft. Und das Sahnehäubchen auf dem Himbeer-Eisbecher scheint aus der Vogelperspektive ein wieder erstarktes Wertpapiergeschäft renditehungriger Kunden darzustellen. Läuft, und das ist auch gut so. Banken sind halt doch zäher als man denkt.

Nutzen Sie Ihr Sommerfest…

Doch wer aufgrund einer eindrucksvollen Serie schöner Tage nun daran glaubt, der Sommer währt unendlich und es wird nie wieder regnen, gewittern oder gar stürmen, hat wahrscheinlich bereits einen Sonnenstich.

Mehr als sinnvoll erscheint, das selektiv gute – und dadurch möglicherweise etwas geöffnete Zeitfenster zu nutzen um weitere strategische und notwendige Stellhebel der Gesamtbank oder zumindest wichtiger Teilbereiche in Position zu bringen. – (Anmerkung: Natürlich könnnen Sie auch abwarten bis es wirklich dringend wird, aber dan wird´s halt stressig…)

Warum, warum … ?

  • Weil der Zinsüberschuss weiter unter Druck bleibt (Bestandsabläufe, Vorfälligkeiten)
  • Weil die aktuelle Zinskurve schneller als bisher erwartet abflachen könnte, z.B. in einem etwas restriktiveren EZB-Umfeld (Immerhin bewegt sich in 12 vom 19 Ländern der Eurozone die Inflationsrate über 2,00%).
  • Weil die Zinsen im Zuge (oder vielmehr im Vorfeld) eines erwarteten Konjunkturabschwungs schnell wieder sinken können
  • Weil die US-Zinskurve nahezu invers ist und damit rezessive Tendenzen anzeigt (natürlich ist dieses mal alles anders und es wird niemals mehr einen konjunkturellen Abschwung geben)
  • Weil die Gewinnerwartungen und Aktienmarktentwicklung mittlerweile eine außerordentlich reifen Konjunkturzyklus anzeigen
  • Weil die Risikovorsorge in Verbindung mit höherer Kreditvolumina und reifen Konjunkturzyklus eher nach oben tendieren wird
  • Weil das Abschmelzen der Eigengeschäftsbestände nicht nur den Zinsüberschuss, sondern auch Reservensituation, und damit die Anfälligkeit gegen steigende Zinsen negativ beeinflusst
  • Weil die positiven Einflüsse negativer Refinanzierungskosten (“Assetklasse” Refinanzierung) sich im Zuge von EZB-Maßnahmen weiter reduzieren (versuchen Sie mal Jahresgeld zu sehr günstigen Konditionen aufzunehmen)
  • Weil sich auch die Spreads im Kontext nachlassender EZB-Käufe nicht mehr auf den Lows bewegen
  • Weil im Zuge weiterer regulatorischer “Ideen” die erfolgreiche Zinsbuchsteuerung erschwert wird und damit der ZÜB weiter unter Druck gerät
  • Weil Sie mit dem starken Einlagenwachstum (von kurzfristigen Anlagen/ Speed Money) nicht gerade Ihr Profit-Center stärken
  • Weil die Vorfälligkeitsentschädigungen und Sondertilgungen den ZÜB weiterhin belasten werden.
  • Weil die BGB §489-Kündiger erst noch vor uns liegen
  • Weil das Low-Volatility-Umfeld so nicht anhalten dürfte
  • Weil das starke Kreditwachstum (in Verbindung mit Margenrückgängen) die Bestandsmargen verwässern
  • Weil Ihnen die richten Tools in Ihrem Instrumentenkasten fehlen um das ALM zu steuern und die Ressourcen für NPP´s fehlen
  • Und weil Ihnen mittlerweile vielleicht die Ideen, die motivierten Mitarbeiter mit Erfahrung und Fachskills und damit die Schlagkraft und Umsetzungsgeschwindigkeit abhanden kommen.
  • Und weil es mit hoher Wahrscheinlichkeit noch viel mehr Gründe gibt sich auf die Zukunft vorzubereiten…

Gründe genug – und sicherlich fallen Ihn en noch zahlreiche weitere ein- um die richtigen Vorbereitungen zu treffen. Machen Sie im Privaten ja auch: Sonnenschutz, Geburtstag der Frau, Winterreifem, mit dem Rauchen aufhören, Sport ☺  … und vor dem aufsichtsrechtlichen Gespräch ziehen Sie sich ganz bestimmt die aktuellen Geschäfts- und Risikokennziffern rein. Irgendwie zukunftsbasiert.

Eis essen hilft temporär…

Da Sie heute schon wissen, dass das Morgen sagen wir anspruchsvoll bleibt haben Sie wie immer 3 Optionen:

1. Eis essen und Ignorieren (Totstellen)
2. Resignieren, Schuldige suchen oder gar Kündigen (Flucht)
3. Kontinuierlich und Dauerhaft Maßnahmen entwickeln (Angriff)

Die Eis-Option: Na ja gegen ein paar Eis ist nichts einzuwenden. Aber da dauerhaftes Eis essen zu Bauchschmerzen, Übergewicht, Zahnscherzen und wahrscheinlich mit zunehmender Dauer einen eher geringen Spassfaktor hat: Schwierig.

Resignation und Ablenkungsmanöver werden auf die Dauer ganz schön anstrengend. Immerhin könnte überall der Entlarver und Verfolger lauern. Entspannung ist anders.

Die Nutze-den-Sommer-Option: Angriff ist die beste Verteidigung. Sie sollen ja keinen Krieg beginnen, viel-mehr sollen Sie kontinuierlich, diszipliniert und verbindlich an der Zukunft arbeiten. Im übrigen führen ja auch kleinere Schritte zum Ziel.

Keine lauen Worte – um was geht´s konret?

  1. Nehmen Sie sich einen Tag Zeit und sortieren Sie Ihre betrieblichen Themen-stellungen von Aktiv bis Passiv, von Regulatorik bis Zinsüberschuss und von Risiko zur EK-Planung, Zusammenarbeit bis Risikokultur. Sie werden einiges finden, garantiert!
  2. Sie haben keine Zeit? Na, wenn Sie einen Herzinfarkt hätten, würden Sie sich die Zeit auch nehmen (müssen). Zweitens, Elon Musk baut gleich ein paar Unternehmen nebeneinander auf und sein Tag hat auch nur 24 Stunden.
  3. Haben Sie Ihre Themenstellungen, gehen wir ein wenig tiefer: Wo fühlen Sie sich sicher? Welche Themen schieben Sie eher mal weg? Bestehen fachliche Unklarheiten/ Lücken und bei welchen Themen erscheinen die Auswirkungsketten enorm und zu komplex. Hört sich anstrengend an, macht aber Spaß und bringt Sie in 7-Meilenstiefeln voran.
  4. Reflektieren Sie die Themenstellungen mit einer Person Ihres Vertrauens – es muss ja kein Kollege sein. Achten Sie darauf, dass Ihr Sparringspartner gut reflektieren, Sie fachlich (strategisch und mit Tiefgang) und auch in Themenstellungen wie Führung und Methodik weiterbringen kann.
  5. Nutzen Sie den Sparringspartner als Ihr Flügelmann und entwickeln Sie gemeinsam mit einen Masterplan um:

• fachliche Lücken zu schließen,
• einen besseren Überblick hinsichtlich der Wirkungsweisem in der integrierten Gesamtbanksteuerung zu erhalten
• Schnell Handlungsoptionen und Lösungsansätze in Sachen ALM- & Banksteuerung ableiten zu können
• Sicherer und souveräner auf Fragen der Aufsichtsgremien & Kollegen reagieren zu können
• Sie auf den neuesten Stand zu bringen
• Um in Ihre Weiterentwicklung zu investieren
• Um zu erfahren welche Themenstellungen und Lösungsansätze derzeit am Markt diskutiert werden
• Um Ihrer Rolle und Verantwortung als Mitglied der 1. Führungsebene gerecht werden
• Um Ihre Sorgen, Probleme und Herausforderungen den Laufpass zu geben
• Um Sie ein wenig aus der Komfort-Zone zu bewegen
• Um in angenehmer und Vertrauter Atmosphäre, in klimatisierten Räumen viel-leicht auch ein Himbeereis zu genießen.

Lust bekommen? Der Eisbecher ist bestellt. Einfach anrufen oder Kontaktformular ausfüllen. Wir organisieren ihr persönliches Sommerfest.
Sie wären nicht der Erste.

Herzliche Grüße Ihr Dennis Bach
Geschäftsführer der derivatexx GmbH

#die Fußballkrise – Lessons Learned für Treasury & Gesamtbank

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Signale gab es genug: Schlechte Spiele in der Vorbereitung,  ein katastrophaler Start ins Turnier, keine Tore, mentale Schwäche, null Passion und angeblich tiefe Risse in #derMannschaft machen mittlerweile die Runde. Wie immer sind im Nachhinein natürlich alle schlauer und trotzdem hat sich das WM-Aus angekündigt. Wir legen einen drauf und ziehen die Parallelen zu Treasury & Gesamtbank.  Wir haben die Aussagen der Spieler aus den Interviews ausgewertet und in den Kontext zu Treasury & Gesamtbank gebracht. Ganz im Ernst: Reflektieren Sie ihre Mannschaft, aber seien Sie stark – wir sind bei Ihnen und helfen bei Lösungen, Sie wollen doch nicht „raus“.

Los geht’s:

Semi Kheideira

Semi Khedeira, erklärt, dass die Führungsspieler in dergestalt der 2014er-Weltmeister die Verantwortung übernehmen müssen. Weiter analysiert die Nummer 6, dass möglicherweise die WM-Sieger von 2014 nicht hungrig genug waren um die Jüngeren zum Titel oder zumindest ins Viertelfinale zu führen.

#die Parallele in Treasury & Gesamtbank: Wer übernimmt in Ihrem Treasury oder in der Gesamtbanksteuerung die „Verantwortung?“ Nein, nicht im Sinne des KWG 25a – Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung. Da hängt der Vorstand ohnehin drin, genau wie Jogi Löw. Vielmehr wäre doch interessant zu wissen, wer ist Antreiber, Ideengeber, Innovator und Impulsgeber um übermächtige Gegner zu schlagen. Wer zieht in Zeiten der #war of talents Ihren Fachkräftenachwuchs heran und beseitigt Kopfmonopole. Fehlen die Führungsspieler –quasi ein Bastian Schweinsteiger des Treasury- merken Sie dies zumindest langfristig in Ihrem Hause. Vorausgesetzt Sie spielen dann noch mit.

Mats Hummels

Mats Hummels ist fassungslos und analysiert brilliant: Die Mannschaft habe bis zum Schluss an den Sieg geglaubt (Anmerkung: oder eher gehofft), aber leider den Ball nicht ins Tor gebracht. Gelegenheiten gab es genug. Und in der 86.Minute hätte er selbst das Tor machen müssen. Seit Herbst 2017 wurde kein Spiel mehr gewonnen. Es gibt zahlreiche Punkte an denen man ansetzen muss.

#die Parallele in Treasury & Gesamtbank: Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Mannschaft hat auf den Sieg gehofft, aber leider ging´s schief. Hoffen Sie auch auf Zinsüberschuss, geringe Volatilität und sukzessive steigende Zinsen? #hope and see? Auch in Treasury und Gesamtbanksteuerung müssen Sie die sogenannten 100%igen Chancen verwerten. Der Ertrag von heute ist das EK von morgen, also quasi die Punkte fürs weiterkommen. Natürlich dürfen Sie die Ein oder Andere Chance versemmeln, aber einige Chancen sollten Sie schon verwerten. Denn wer vorne keine Tore schießt, geht schnell als Verlierer vom Platz. Anders ausgedrückt: Ohne Ertrag werden Sie langfristig nicht gewinnen. Welche Ansätze bestehen bei Ihnen im Hause um eine Ertragsoffensive (mit beherrschbarem Risiko) zu starten. Auch im aktuellen Umfeld bestehen genügend Chancen um durchs flache Gras zu kommen. Sie müssen halt „wollen“ und einfach ist es nicht.

Thomas Müller

Thomas Müller: Stellt fest, dass #dieMannschaft nur ein Tor aus dem Spiel heraus erzielt hat. Zudem erfolgten immer Gegentore. Die Chancen, die Spiele aus eigener Kraft umzubiegen hat man „liegenlassen“ Im Ergebnis ist #dieMannschaft nun gegen jedes Argument machtlos, das nun kommt. Die Weltmeister sind den Ansprüchen damit nicht gerecht geworden.

#die Parallele in Treasury & Gesamtbank: Das mit dem Chancen liegen lassen hatten wir im vorherigen Punkt. Betrachten wir Ihr Eigengeschäftsportfolio: Auch heute bestehen im aktuellen Umfeld extrem niedriger Zinsen und Credit-Spreads Möglichkeiten Ihr Portfolio zukunftsfähig zu machen. Nutzen Sie aktuelle stille Reserven zur Umstrukturierung. Ganz sicher finden Sie auch heute Kupons die unter Wasser sind und getauscht werden können. Trennen Sie sich von illiquiden Beständen und nutzen Sie aktuelle Chancen. Optimieren Sie ihre Portfolien hinsichtlich Fungibilität, Kupons, Asset-Allokation, u.v.m. – es gibt unzählige Ideen. Sind Sie untätig, sind Sie machtlos gegen jedes Argument! Unsere Mannschaft hat nichts getan und zahlt halt jetzt die Zeche. Was müssen Sie tun um den Ansprüchen gerecht zu werden?

Manuel Neuer

Manuel Neuer bemerkt, dass mit der Nationalelf keine Mannschaft auf dem Feld war, vor der man richtig großen Respekt hat und gegen die man ungerne spielt.

#die Parallele in Treasury & Gesamtbank: Jetzt wird’s interessant: Welche Mannschaft steht denn bei Ihnen auf dem Platz? Spielt da der Trainer selbst? oder in welchem System spielen Sie: Wait and see?

Wie ist die Rolle von Treasury in Ihrem Hause definiert bzw. wie wird die Rolle tatsächlich ausgefüllt? Zum Wie: Möglicherweise haben Sie derzeit die Rolle des Treasury ja noch gar nicht definiert? Hmm, dann spielen Sie eben in Unterzahl, versprochen.

Wird die Rolle des Treasury nicht voll ausgefüllt spielen Sie ohne Plan: Treasury als Quasi-Bank-in-der-Bank hat die über das Kundengeschäft hereingenommenen bankbetrieblichen Risiken zu steuern, zu beherrschen und zu bewirtschaften. Immer unter dem Fokus, Vertriebsmargen zu sichern und dadurch das Geschäftsmodell zu stabilisieren. Das Ganze erfolgt über Kapitalmarktinstrumente und bitte unter integrierter Gesamtbanksicht, was heißt unter Berücksichtigung von zahlreichen Nebenbedingungen. Vom ZÜB bis zur RTF, vom Produktkatalog zur Absicherung, von Liquidität bis SREP – Spinne im Netz eben und mit Leidenschaft.

Nur wenn Treasury die Gesamtbank versteht, auch eingebunden wird, und liefern muss, kann es Lösungen einfordern und entwickeln. Im Übrigen kennt ein guter Treasurer seine Bestände, Risiken und Handlungsmarken auswendig und aus dem “FF”. Ein Treasury, dass wesentliche Informationen auf Anfrage erst zusammentragen muss, füllt die Rolle hingegen nicht aus und wird damit den Ansprüchen nicht gerecht. Wie das geht: Starten Sie mit einem Praxisworkshop oder einem FachCoaching von derivatexx: Wir zeigen Ihnen die Kniffe und wie Sie schnell vorankommen.

Joshua Kimmich

Joshua Kimmich “Wir waren in der ersten Halbzeit nicht mutig genug”

#die Parallele in Treasury & Gesamtbank: Wie mutig sind Sie in Treasury und Gesamtbank. „Kuschen“ Sie vor starken Gegnern und beim ersten Gegenwind? Als Treasurer und Gesamtbanksteuerung dürfen Sie sich auch mal mit Ihrem Vorstand reiben. Das ist sogar notwendig. Seien Sie mutig, Sie sind nicht beim Kaffeekränzchen, sondern Sie haben die Aufgabe die Unternehmensziele umzusetzen und sollen das Spiel gewinnen. Sollen Sie? Also arbeiten Sie verschiedene Ideen und Handlungsoptionen aus und fordern Sie auch Entscheidungen ein. Ihr Vorstand wird’s ihnen danken. Haben Sie auch den Mut nachzufragen, welche Zielsetzung Ihr Coach (Vorstand) denn konkret verfolgt. Im Rahmen meiner Tätigkeit erleben ich regelmäßig, dass Mitarbeiter möglich negative Antworten z.B. des Vorstands vorwegnehmen, was dann soviel heißt wie, dann fangen wir erst gar nicht an nachzudenken. Das ist aber der falsche Weg: Mut wird belohnt: Fragen Sie mal Toni Kroos.

Julian Draxler:

Julian Draxler: Er konstatiert, dass man an das Leistungsoptimum nicht annäherungsweise herangekommen ist. So kann man bei einer Weltmeisterschaft nichts reißen.

#die Parallele in Treasury & Gesamtbank: Realisieren Sie Ihr Leistungsoptimum in Treasury und Gesamtbanksteuerung. Mental und Physisch. Geben Sie nachdem ersten Gegenwind auf und schieben die „Pille“ schnell an den nächsten Mitspieler weiter? Sind Sie in der Lage mitzuhalten? Wie steht´s um Ihre Fachs-, Führungs- und Methodenskills rund um Treasury und Gesamtbanksteuerung. Sind Sie in der Lage schnelle Lösungsansätze und Handlungsoptionen zu entwickeln? Haben Sie die richtigen Instrumente und Tools? Wann kommen Sie an Ihre Grenzen. Fordern Sie sich regelmäßig, damit Sie Ihre Leistung bei Bedarf abrufen können oder führen Sie Aufträge nur aus. So werden Sie garantiert nicht Weltmeister und landen möglicherweise in einer anderen Mannschaft.

Oliver Kahn (ZDF-Experte)

Oliver Kahn (ZDF-Experte): meint, dass es so scheint, als das Nationaltrikot bei den Spielern mehrere Tonnen wiegt. Die Spieler haben die Verantwortung immer weiter geschoben. Nimm Du den Ball ich habe ihn sicher. Eine Achse war in keinem Spiel vorhanden, die das Team durch´s Turnier bringen konnte.

#die Parallele in Treasury & Gesamtbank: Oliver Kahn meint: Das #aktive Wegducken war auffällig. Niemand entwickelte eine Idee und den notwendigen Elan oder Passion um was zu reissen. Am besten die heiße Kartoffel weiterschieben.

Auch im Treasury und in der Gesamtbanksteuerung ist oft festzustellen: Der Risikocontroller rechnet am Besten ein paar Risikopuffer ein, dem Treasurer bleiben notwendige Anlagelimite verwehrt und ein NPP scheint auch nicht umsetzbar. Ressourcenprobleme hat ohnehin jeder. Die Aufgaben sind zu groß. Als Gesamtmannschaft gilt aber: “Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe “– das meine ich ernst. Beginnen Sie mit kleinen Schritten: Sofort, dauerhaft und infizieren Sie andere. Nicht Ihr Thema? Dann fahren Sie halt Heim…

Jogi Löw

Jogi Löw: “Vielleicht hatten wir vor dem Mexiko-Spiel eine gewisse Selbstherrlichkeit.”

#die Parallele in Treasury & Gesamtbank: Na ja, was soll einem als amtierender Weltmeister schon passieren. Und dazu noch mit zahlreichen und guten Einzelspielern. Genau, was soll Ihnen mit so vielen zinsbedingten stillen Reserven, einer niedrigen Kreditrisikovorsorge und einer passiven Zinsbuchstserung schon passieren. Sie haben ja noch Zeit. Tja, eine Wild-Card -oder von mir aus auch schwarzer Schwan- gibt es immer. Der schwarze Schwan der Nationalelf hieß Südkorea. Erstens kommt’s halt anders und zweitens als man denkt. Verlassen Sie sich nicht auf Ihre stillen Reserven, entwickeln Sie konkrete und umsetzbare Pläne wie Sie dem aktuellen Umfeld begegnen und was Sie bei der nächsten Herausforderung oder gar Krise machen. Profitabilisierung Depot A, Asset Allokation, Refinanzierungspläne, Weiterentwicklung Produktkatalog, und, und, und…

Seien Sie mental bereits in der Zukunft, so vermeiden Sie Überraschungen. Stärken Sie Ihre Risikotragfähigkeit, beseitigen Sie Kopfmonopole, denken und handeln Sie integriert. Das ist Ihnen zu Theoretisch: Fragen Sie gerne unsere Kunden.

Alles Theorie?

Sind Ihnen die Vergleiche zu weit hergeholt? Ich denke nicht. Am Ende des Weges zählt nämlich das Resultat. Natürlich brauchen Sie eine klare Zielsetzung. Die Zielsetzung “Gewinnen oder nicht verlieren” das macht einen großen Unterschied. Denken Sie mal darüber nach. Nicht nur der Fußball zeigt, dass letztendlich Physis, mentale Resilienz,  Führungsstärke und Durchhaltevermögen die elementaren Gewinner-Faktoren sind. Auf Treasury und Gesamtbank bezogen übersetze ich dies in Fachskills, Einsatz und Zusammenarbeit. Klar manchmal braucht man auch ein wenig Glück. Und wie wir wissen ist Glück ja eine Überwindungsprämie und gehört dem Tüchtigen.

Sie wollen im Spiel bleiben? Sie wollen Fehler vermeiden und nicht zu früh nach Hause fliegen? Sie wollen auch im Umfeld von Krisen, Konjunkturabschwung und Marktvolatilität, ruhig schlafen können und Ihre Bank wie auch sich selbst voranbringen? Dann kontaktieren Sie doch Ihren Treasury und Gesamtbankcoach. derivatexx | Praxis gelebt | Nicht doziert.

Bilaterale FachCoachings |
Nur Sie und FachCoach kümmern sich um Ihre Belange!

Zielsetzung: IHRE fachliche Weiterentwicklung, anhand IHRER Themenstellungen und Fragen: Sie bekommen Handlungsoptionen und Lösungsansätze gleich mit. Vertraulich und Power pur!

Situative praktische Begleitung |
Wir begleiten Ihre Teams im Rahmen des Training on the Job. Wir zeigen Ihnen was wirklich in Ihren Teams steckt. Und bei bedarf packen wir natürlich mit an. Schulung, Fachskills, Methodik, Entscheidungsvorbereitung, etc. Sie werden begeistert sein.

Fachliche Weiterbildung | Seminare
Vergessen Sie Standardseminare. Ihre Mitarbeiter und Führungskräfte brauchen Praktiker und keine Referenten. Oder wie haben Sie Radfahren gelernt? Mit unseren Seminaren, Praxisworkshops (auch Inhouse) kommen Sie voran. Praxis gelebt eben | nicht doziert!

Selbststudium | E-Learning
Und für das Lernen im Selbststudium – immerhin wollen Sie den Anschluss ja nicht verpassen, zum Training oder zur Vertiefung steht unsere moderne E-Learning-Plattform zur Verfügung. Demo-Version gefällig? Von A wie ALM über M wie MaRisk zu Risikotragfähigkeit und Zinsswaps.

Bleiben Sie erfolgreich!
Herzliche Grüsse Ihr Dennis Bach

 

 

Blog 32 | Italien al forno? | Chance für Ihr Zinsbuch oder kurz vor dem Abgrund ? – Wie Sie mit der Italienkrise umgehen

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Da dachten doch die Italiener tatsächlich, die Horrormeldung für die Azurri wäre, dass Italien bei der am 14. Juni beginnenden Fußballweltmeisterschaft nicht mit dabei ist. Wirklich schlimm. Und seit diesem Wochenende fragen sich scheinbar zahlreiche Marktteilnehmer und Finanzinvestoren, ob Italien in Europa überhaupt noch mitspielen möchte.

Die Ereignisse im politischen Italien überschlagen sich und Gedanken an den Griechenland-Default werden wach. Sie als Bankvorstand oder Treasurer stehen vor möglicherweise vor der Frage wie mit der Situation umzugehen ist. Handelt es sich um eine die „wirkliche Horrormeldung“ oder einfach nur um ein bisschen Volatilität? Steht Italien kurz vor dem Abgrund oder besteht eine Chance für Ihr Zinsbuch? Nach diesem Interview wissen Sie mehr. Lesen Sie exklusiv das Interview mit Jens Franck, Fondsmanager für den nordiX Rentenfonds Plus zu den aktuellen Entwicklungen um Italien und Ihrem Zinsbuch.

Dennis Bach: Hallo Jens, als wir uns im November zum WM-Aus der italienischen Fußballnationalmannschaft lustig gemacht haben, sah die Welt noch in Ordnung aus, oder?

Jens Franck: Was bedeutet eigentlich in Ordnung? 10jährige Bunds handelten damals um die 0,50%, Zinsswaps bei 0,84% und italienische Staatsanleihen bei knapp 1,80%. Der DAX war wie heute um die 13.000 Zähler. Jetzt sieht die Welt schon anders aus. Gerade politisch, aber auch realwirtschaftlich hat sich das Muster verändert.

Ist die Welt eine andere geworden…?

Dennis Bach: Du meinst ein möglicher Zinsanstieg in USA, potentielle Handelskriege und politische Entwicklungen wie zu Zeiten des kalten Krieges und natürlich ganz aktuell Italien und mit etwas weniger Brisanz Spanien?

Jens Franck: Die Welt ist eine andere geworden. Vielleicht nicht im Vergleich zu November 2017; aber die Entwicklungen mahnen zur Vorsicht. Italien befindet sich in der Mitte eines politischen Orkans, und das obwohl es dem Land realwirtschaftlich besser geht als noch vor einigen Jahren. Spanien diskutiert ein Misstrauensvotum gegen Rajoy und die Türkei kämpft aus nachvollziehbaren Gründen gegen einen massiven internationalen Vertrauensverlust, was am Verfall der Währung sehr prominent erkennbar ist.

Dennis Bach: …und das vergangene Wochenende bringt nun das Fass zum Überlaufen? Was ist genau passiert?

Jens Franck: Nachdem es Italien im Nachgang der März-Wahlen nicht gelungen ist, eine tragfähige stabile Regierung aufzustellen, steht das Land nun vor einem politischen Trümmerhaufen. Das brisante daran: Italiens Staatspräsident hat laut Medienberichten den scharfen Euroskeptiker oder vielmehr Eurogegner Paolo Savona als Wirtschaftsminister abgelehnt. Im Gegenzug beauftragte Mattarella nun den früheren IWF-Exekutivdirektor und Sparkommissar Carlo Cottarelli, zur Bildung einer technokratischen Übergangsregierung, die das Land bis zu einer Neuwahl führen soll. Erste vorsichtige Schätzungen, erwarten dann recht schnell, vielleicht schon kurz nach der Sommerpause Neuwahlen. Leider heißt das auch, dass eine gewisse Unsicherheit erstmal bestehen bleibt.

Dennis Bach: OK, aber das ist doch wirklich nichts Neues. Das wäre doch dann die 73. Nachkriegsregierung, glaube ich? Im Süden nichts neues, oder was sagen die Märkte?

Jens Franck: Hier liegt des Pudels Kern. Die Finanzmärkte bestrafen diese Unsicherheit mit extrem ansteigenden Risikoprämien für italienische Staatsanleihen. Die Risikoprämie für Italienische BTP´s, ausgedrückt im Spread ggü. deutschen Staatsanleihen gleicher Laufzeit, hat sich seit Anfang Mai um mittlerweile knapp 3% (!) ausgeweitet. Das ist fatal, gerade für die südlichen Teilnehmerländer, die sich  die sich höhere Zinsen noch nicht leisten können. Und leider werden auch andere Staatsanleihenmärkte wie z.B. Portugal oder Spanien in Sippenhaft genommen und sehen sich mit einer verteuerten Refinanzierung konfrontiert.

Den letzten beissen die Hunde?

Dennis Bach: Ich verstehe. Nachdem seit 2012 die absoluten Renditeniveaus und Spreads (nicht nur) für italienische Staatsanleihen nur eine Richtung kannten, geht’s nun „digital“ in die andere Richtung. Natürlich ein blödes Timing, da erst in der jüngsten Vergangenheit das eine oder andere Haus begonnen hat, Exposure in Peripherie-Anleihen aufzubauen.

Heißt es nun den letzten beißen die Hunde, und Italien ist das neue Griechenland? Meine Erfahrungen zeigen, dass die Nervosität in den Banken deutlich angestiegen ist. Einige, fragten mich nach der aktuellen Funktionsweise und Größe des ESM-Rettungsschirms. Vorstufe zur Panik?

Jens Franck: Lass uns etwas Realismus in die Diskussion bringen, ohne die Augen vor der politischen und ökonomischen Realität zu verschließen. Wie bereits erwähnt, stehen „wir“ durch politische Erwägungen ausgelöste Unsicherheiten vor der aktuellen Situation. Realwirtschaftlich hat sich die Situation in den sogenannten non-core Märkten wie Italien, Spanien oder Portugal klar verbessert. Alle Länder können sich bis dato noch problemlos an den Kapitalmärkten refinanzieren. Gleichzeitig ist die europäische Notenbank EZB weiterhin, wenn auch mit geringen Volumen als Käufer von Staatsanleihen auch dieser Länder aktiv.

Dennis Bach: Realwirtschaftlich bin ich bei Dir. Aber an den Märkten wird die Zukunft gehandelt und wenn die Massen erst einmal in Panik sind, wird’s eng. Und in der gestrigen „Brandrede“ des eher konservativen italienischen Notenbankchefs Vitor Constancio war von bevorstehenden EZB-Maßnahmen noch nichts zu hören.

Jens Franck: Korrekt da bin ich bei Dir. Sicherlich wird die EZB nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen und die Spekulationen in irgendeiner Weise anfeuern. Wir erinnern uns ja noch an die unbedachten Äußerungen von Merkel und Sarkozy im normannischen Badeort Deauville, zur Sicherheit von griechischen Staatsanleihen. Hinsichtlich EZB-Politik wurden gestern im übrigen die eingepreisten Zinsschritte zur Reduzierung der Strafzinsen ausgepreist. Marktteilnehmer vertrauen, also auf die EZB.

Kein Staatsbankrott?

Dennis Bach: Wenn ich Dich richtig verstehe: Zwar ist Italien das aktuell über alles dominierende Thema, es bestehen derzeit aber noch keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Staatsbankrott und dass die Geschichte von Griechenland sich wiederholt?

Jens Franck: Einen unmittelbaren Staatsbankrott sehe ich nicht, … aber wie ich Anfangs sagte, ist die Lage fragil und kompliziert, insbesondere unter Berücksichtigung der beschriebenen Gesamtgemengelage.

Dennis Bach: Da bin ich bei Dir, ich sehe die von dir angesprochene Fragilität aber nicht nur auf der Seite des Adressausfallrisikos. Das Ertragsrisiko ist auch eine Risikoart.

Jens Franck: Dennis, hilf mir auf die Sprünge…

Tausch von Adressrisiko in Ertragsrisiko?

Dennis Bach: Die Banken und Kapitalsammelstellen befinden sich doch im Dilemma. Da schmelzen die Erträge und Zinsüberschüsse aufgrund des Niedrigzinsumfeldes schneller als das Eis in der Sonne, das ganze noch unter der Situation hochverzinslicher Bestandsabläufe und einem veränderten Kundenverhalten, was mittlerweile echt auf die Erträge drückt. Und wenn es mal 3,00% Rendite gibt traut sich niemand den Löffel rauszuhalten, das belastet auch die Zukunft und wird so zum echten Ertragsrisiko.

Jens Franck: Als Treasurer und Mann der Gesamtbanksteuerung bist Du näher an den Banken als ich. Aber meine Beobachtungen zeigen, dass derzeit das Momentum der Bewegung recht stark ist und da ist es verständlich, dass sich niemand die Finger oder gleich die ganze Hand verbrennen will. Aber dennoch stellt sich die Frage, ob hier eine Investitionschance entsteht, oder die Märkte vor einer Neubewertung mit einem neuen Gleichgewichtszustand stehen. Ich sehe eher die Chance unter Berücksichtigung aller Risiken. Zumal ich nicht in das Camp derer gehöre, die stark steigende Zinsen prognostizieren.

Dennis Bach: Du sprichst mir aus der Seele: In jeder Krise kann auch eine Chance stecken und die sollte man (oder muss man) zumindest teilweise nutzen. Aber bitte nicht unüberlegt. So könnte es doch sinnvoll sein, kurze Anleihen herauszudrehen um diese zu einem gewissen Anteil zu verlängern? Die Credit Curve in Italien ist doch immer noch steil. Wir hätten dann eine höhere Verzinsung eingeloggt ohne das Nominalvolumen sprich das Defaultrisiko zu erhöhen. Da müsste doch was zu holen sein…und die Durationsverlängerung würde die Zinsüberschüsse zumindest teilweise gegen wieder sinkende Zinsen absichern?

Jens Franck: Das mit der partiellen Verlängerung und Ausnutzung der Credit Curve sehe ich auch so. Aber auch für diejenigen, die keine höheren Zinsänderungsrisiken vertragen können, sind inzwischen auch kürzer laufende (italienische) Anleihen attraktiver geworden.

Das klassische Verlaufsmuster von „Einpreisen“ von Krisenzuständen sind im Verlauf flacher werdende Kreditkurven, da Haircuts und/oder Defaults alle gleich trifft. Somit ist die cash-preis Anpassung im kurzen Bereich größer als bei länger laufenden Anleihen. Das haben „wir“ in den letzten Tagen auch in Italien eindrucksvoll gesehen. Interessant war Dein eben erwähnter Aspekt eines Risikos wieder sinkender Zinsen. Das entspricht wie gesagt meinem Kernszenario.

Dennis Bach: Aha? Geht’s´ein wenig genauer…?

Jens Franck: Die Italien-Thematik dominiert derzeit ja alles. Das Risiko besteht darin, dass man hierbei andere Entwicklungen leicht übersehen kann. So bilden sich die Zinsen gerade wieder zurück. Der Konjunkturzyklus hat in der Durchschau seinen Peak überschritten. Somit wirkt der realwirtschaftliche Anteil des Zinses eher sogar wieder dämpfend. Kurzfristig kann es durch Basiseffekte zu einem leicht erhöhten Inflationsanteil kommen, aber das sehen wir nur temporär. Übrigens: 10 jährige US Staatsanleihenzinsen handeln auch wieder unter 3%. Eine scheinbar psychologisch wichtige Marke, die mitverantwortlich für die Schwäche in den Emerging-Markets herhalten musste.

Dennis Bach: Na super! Und am Ende bedeutet dies dann, die Italienkrise hat sich deutlich beruhigt, die Märkte wieder normalisiert, nur die Zinsen sind gefallen… und die Banken stehen wieder vor dem Ertragsproblem ? Das wäre dann Zinsdilemma 2.0.

Jens Franck: Ja, die Herausforderungen sind schwierig…und der Trade-Off zwischen verfügbarem Risikobudget und Ertragsanspruch wird am Ende kritischer Erfolgsfaktor.

Dennis Bach: Ich bin bei Dir, ein Depot A nur über Bunds zu fahren, ist auch keine Ertragsbombe; trotzdem ein isolierter Risk/Return-Ansatz springt m.E. zu kurz. In den Banken gilt es auch neben der Frage der Durchhaltefähigkeit auch den Punkt der internen Schlagkraft, Umsetzungsfähigkeit und Leistbarkeit zum Monitoring eines diversifizierten Portfolios zu beantworten. So bekomme ich im Rahmen unserer Kundenmandate regelmäßig mit, dass Opportunitäten regelmäßig nicht, zu spät identifiziert oder nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Und das sorgt nicht gerade für Vertrauen in den Vorstandsetagen.

Jens Franck: Ohh, sicher das kann ich nachvollziehen. Die Märkte sind mittlerweile illiquider und dadurch auch schneller geworden. Auch als Fondsmanager muss auch ich mich hier täglich neu beweisen.

Gerade die Risikotragfähigkeit von Banken als Liquiditätsprovider im Sekundärmarkt von Anleihen ist ein einschränkender Faktor für die Handelbarkeit von risikotragenden Assets. Bilanzsumme kostet (auch regulatorisch getrieben) viel Geld. Und das Risikobudget muss auch für „schwarze Schwäne“ ausreichend zur Verfügung stehen. Daher stehen die Investmentprozesse gleichermaßen unter Überprüfungsbedarf. Liquidität und Risiko muss deshalb auch als Assetklasse verstanden werden und muss entsprechend in jedem Zinstragenden Portfolio allokiert und bewirtschaftet werden.

In jeder Krise liegt eine Chance – wirklich?

Dennis Bach: Nochmals zu den Chancen: Ich verstehe Dich so, dass es in einem solchen Umfeld auch Chancen gibt. Drängen sich welche auf? Neben Switch-Ideen könnte ich mir vorstellen, dass möglicherweise Opportunitäten in Nachbarsegmenten wie Senior Unsecured Bonds , bei CDS oder sogar bei Aktien bestehen. Was machst Du denn in einem solchen Umfeld als Fondsmanager? Immerhin wurde Dein Fonds kürzlich mit 5 Sternen bei Morningstar bewertetet?

 Jens Franck: Alle zinstragenden Fonds jenseits derer, die z.B. nur in Bundesanleihen investieren leiden in solchen Stressphasen. Ich bleibe bei meiner Aussage, dass hier eine Chance entsteht. Ganz gleich ob es Italien, Portugal, Spanien oder die Türkei ist. Alle Länder wollen nicht den Zugang zu den Kapitalmärkten verlieren. Daher sehe ich eine Rückkehr zu deutlich mehr Besonnenheit und versöhnliche Signale an die Märkte in naher Zukunft kommend. Ich habe in unserem Fonds nordIX Renten plus (A0YAEJ) Mittelzuflüsse zu Neu- bzw. Aufstockungsinvestitionen genutzt. In Italien war ich noch zurückhaltender, bin aber Gewehr bei Fuß attraktive Einstiegsrenditen von zum Teil >5% zu nutzen.

 Dennis Bach: Ohh, implizit sprichst Du letztendlich von der Assetklasse „Kapitalumschlag“…

 Jens Franck: Wenn Du mit Kapitalumschlag in Bewegung bleiben meinst, bin ich voll bei Dir. Wenn ein stabiles Szenario in einer solchen Phase Signale liefert, muss man handeln. Im Übrigen handeln in Stressphasen auch vermeintlich sichere Assetklassen mit Abschlägen, allerdings nur durch das Gesamtmarktrisiko getrieben und weniger durch eine idiosynkratische Bonitätsverschlechterung.

Dennis Bach: Das ideosynkratische Risiko ist nochmals ein gutes Stichwort. In unseren regelmäßig durchgeführten FachCoachings – in den wir gemeinsam mit den Teilnehmern ihre Portfolien systematisch durchchecken und Handlungsoptionen für Optimierungen ableiten, erklären wir regelmäßig die Zusammenhänge oder Muster im Falle eines Finanzmarktstresses. Wie ist Deine Sicht auf die Dinge?

Jens Franck: Ich stimme Dir zu, Finanzmarktstress läuft regelmäßig nach einem ähnlichen Muster ab. Zunächst löst ein bestimmtes Trigger-Event Kursabschläge und Spreadausweitungen bei der betroffenen Assetklasse aus. Oftmals spürbar bei langen Laufzeiten. In der Regel folgen ein spürbarer aber noch kein panikartiger Volatilitätsanstieg bei Aktien. In Schritt 3 erfolgen dann Sippenhaft direkter Nachbarsegmente wie in der aktuellen Lage Portugal und Spanien. Weitere Eskalation mündet dann wie vorhin beschrieben in eine deutliche Verflachung der Credit-Curve, die Vola steigt bei Aktien steigt dann ebenfalls deutlich an. Und im letzten Schritt meiden die Marktteilnehmer dann irgendwie alles, was mit den krisenbehafteten Assets in Verbindung gebracht werden kann.(Covered Bonds, Unternehmensanleihen, etc.). Hier ergeben sich dann regelmäßig Chancen. Man sieht hier deutlich wie integriert und verwoben die Finanzmärkte sind.

Dennis Bach: (lacht) Super, dies deckt sich mit meiner Einschätzung. Spaß beiseite: Und was ist am Ende Deine Conclusio?

Jens Franck : Dennis, alle müssen sich mit dem Szenario länger als erwartet niedriger Zinsen anfreunden, daher werden risikotragende Assetklassen wie z.B. die einer starken Regulierung unterliegenden Bank- und Versicherungsanleihen den seit Jahren bestehenden Rückenwind behalten. Und das gilt auch für die Nachranganleihen. Ein Investitionsschwerpunkt, in den der NRP investiert.

Und die kleinen Häuser fallen durch das Raster?

Dennis Bach: Aber wie sollen beispielsweise mittlere und kleinere Häuser an die Thematik herangehen. Den ganzen Tag vor dem (nicht vorhandenem) Bloomberg sitzen? Soll nun jeder Treasurer zum Händler werden?

Jens Franck: (Lacht), Aber nein, ganz sicher nicht. Es gibt ja noch einen Unterschied zwischen Handel und einem etwas aktiveren Portfoliomanagement. Wenngleich die Zusammensetzung der Asset Allokation die Portfoliorendite massiv beeinflusst, besteht bei einer reinen Buy-and-Hold-Strategie die Gefahr, zu viele Erträge auf der Straße zu lassen. Das eingegangene Risiko wird dadurch möglicherweise nicht adäquat bezahlt.

Dennis Bach: Ok, jetzt hast Du mich wieder im Boot. Hättest Du noch ‘nen Tipp für den Italien exponierten Investor? Im Gegenzug hätte ich dann auch noch einen…

 Jens Franck: Als Portfoliomanager empfehle ich natürlich einen Fonds, gerade wenn man in Risiken mit hoher Notwendigkeit von Researchtiefe investiert. Und wenn man noch kein Italienexposure hat, ist natürlich auf diesen Niveaus eine erste Investition via kurz laufender Staatsanleihen sehr interessant. Der Investor sollte allerdings einen gewissen Grad an Risikotragfähigkeit haben, um zwischenzeitliche Volatilität ertragen und aushalten zu können.

Jens Franck: So, damit ich auch was lerne, was ist denn Dein Tipp?

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser?

Dennis Bach: Wir liegen gar nicht soweit auseinander. Im Rahmen unserer Mandate zur praktischen, fachlichen und methodischen Weiterentwicklung von Treasury und Gesamtbanksteuerung stellen wir immer wieder fest, dass bei Auftreten sogenannter WildCards (oder von mir aus auch schwarzen Schwänen) in den Häusern schnell eine Große Unsicherheit herrscht. Das interessante dabei ist, dass regelmäßig nicht der Auslöser die Unsicherheit und auch Ängste verursachen, sondern eher die Fragestellung des Top-Managements wie die Organisation mit den Risiken umgeht.

Vorstände fragen sich oft: „Bemerkt die Organisation rechtzeitig, wenn sich an den Märkten Unheil zusammenbraut? Werden Krisensignale erkannt? Und kann ich mir als verantwortlicher Vorstand sichersein, dass meine Mannschaft die Risiken schnell genug identifiziert, beurteilt und auch kommuniziert?, Maßnahmenbündel proaktiv entwickelt? Wie lange dauert die Entscheidungsvorbereitung, Entscheidung und Umsetzung?

Vor diesem Hintergrund gilt es, das Treasury, Monitoring und Kommunikation so aufzubauen, dass potentielle Risiken schnell erkannt und beherrscht werden können. Wächst und entwickelt sich das Vertrauen des Top-Managements hinsichtlich „Risikobeherrschungsskills“, können auch Krisen zur Nutzung von Chancen genutzt werden.

Der Tipp: Es ist nicht genug zu wissen, wir müssen auch tun, es ist nicht genug zu wollen wir müssen auch tun. – Wie das professionell, systematisch und diszipliniert funktioniert lernen die Teilnehmer in unseren FachCoachings.

Jens Franck: Du meinst, gebe dem Topmanagement das Gefühl, dass du die Risiken zu jedem Zeitpunkt beherrschen kannst und er wird auch auf Deine Ideen eingehen?

Dennis Bach: (lacht) Exakt, bis dahin sind Fonds eine wirklich gute Alternative. Jens, danke für das spannende interview.

Jens Franck: Immer gerne wieder, die nächste Krise kommt bestimmt.

Dennis Bach

Unterstützt mit der derivatexx GmbH Banken und Finanzdienstleister bei der Professionalisierung des Treasury und der integrierten Gesamtbanksteuerung. Hierzu stehen zur Verfügung Consulting, FachCoaching und Interim-Mangement. Motto: Praxis gelebt | Nicht doziert.

 

Jens Franck

Fondsmanager des nordIX Renten plus

 

 

 

 

Bleiben Sie erfolgreich! Praxis gelebt | Nicht doziert!

Ihr Dennis Bach
Geschäftsführer der derivatexx GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blog 31 | Jetzt wird´s schmutzig – 5 Tipps für Ihre Frühjahrsoffensive im Zinsbuch

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche! Die Sonne scheint wieder mit voller Kraft durch die Fenster und der Frühling ist endlich da. Nur, nach dem langen Winter hat sich auch viel Staub und Schmutz angesammelt; und was man bei dunklem Regenwetter nicht unbedingt gesehen hat, wird bei herrlicher Bestrahlung gnadenlos sichtbar. Schon gewusst, über die Hälfte aller deutschen machen alljährlich Ihren Frühjahrsputz, von Wohnung, über Haus zu Auto und Grill wird alles blitze Blank gewienert. Resultat garantiert und Putzen befreit.

Auch im Kontext von Treasury & Gesamtbanksteuerung macht eine kleine Frühjahrsoffensive ebenfalls Sinn… Wetten?

Wintermief im Zinsbuch?

Möglicherweise hat sich im Verlauf der letzten Jahre in Ihrem Eigengeschäftsportfolio, Zinsbuch oder sogar Ihrer Depot A-relevanten Denkweise und Methodik eine gewisse Routine entwickelt. Hier ein paar Ecken, wo man nicht so genau hinschaut, da ein paar kleinere Positionen, die nicht wirklich bewirtschaftet werden. Nicht so schlimm der markt gab es her. Live seems beautiful.

Geprägt waren die letzten Jahre, am Kapitalmarkt rund um Anleihen, Credits, Zins & Co vor allem durch die All-you-Can–Eat Politik der EZB.

Niedrige Zinsvolatilität, zurückgehende Credit-Spreads, negative Refinanzierungskosten und relativ steile Zinskurven. Hinzu kamen fundamental bemerkenswerte konjunkturelle Entwicklungen in USA und Euroland und auf der geopolitischen Seite war es bis auf den Ukraine-Konflikt eher ruhig.

Alles neu macht der …?

Mit den ersten Sonnenstrahlen in diesem Jahr, wurde und wird das Umfeld zwischenzeitlich wieder -sagen wir- anspruchsvoller.

Die EZB verabschiedet sich leise von Ihrem Kaufrausch, diskutiert und dementiert Zinserhöhungen ab 2019. Im übrigen ein typische Vorgehen um Märkte auf einen Wechsel einzustimmen. Hinzu kommt: US-Steuerreform, Handelsstreit(s) und tendenziell reife Konjunkturzyklen mahnen mittlerweile zur Vorsicht, das Ganze im Kontext einer mittlerweile massiv abgeflachten Zinskurve in den USA. Wann wird die Kurve in den USA invers?

Und ganz nebenher, erinnern möglicherweise zunächst nicht ganz ernst genommene Sandkastenspiele diverser Staatspolitiker an die Zeiten des Kalten Krieges.

Verglichen mit den Zeiten seit What-ever-it-Takes im Juli 2012 – verändert sich das Marktumfeld damit zusehends, hier ein bisschen, dort ein wenig – sukzessive, stetig, deutlich und real.

Die 3 Jahres Perspektive.

Credit-Spreads sind auf 3 Jahres Sicht immer noch die Top-Performer. So bewegen sich die Bonitätsaufschläge der lang gehassten Peripherie-Staaten immer noch nahe Ihrer Tiefstände. Beim Blick auf die „wirklichen Credits“also Corporates und Senior Financials entsteht ein anderes Bild. Hier haben die Bonitätsaufschläge der High Yielder bereits deutlich angezogen, die Main-Street -Corporates im IG Bereich- sind noch unverändert.

Interessant: Von der Zinsseite kommend, liegen die Renditetiefs weit hinter uns. Sie erinnern sich? 10jährige Swaps bei 24 BP und 10jahres Bundrenditen unter Null? Alles Geschichte. Betrachtet man die kurzen Sätze genauer, rechnen Marktteilnehmer wohl nun in Bälde mit dem Wegfall der bisher recht profitablen „Assetklasse Refinanzierung“. Konnte man sich noch Ende 2016 eine 1jahres EONIA-Finanzierung auf 3 Jahre zu -0,50 BP absichern, funktioniert dies aktuell nur noch bei knapp +55 BP. Ein Prozent Zinsanstieg – Chapeau!

An der Vola-Front ist noch Ruhe angesagt. Nur die normalisierte Jahres-Volatilität bringt uns nicht weiter. Was fangen Sie mit der Zahl 25% p.a. Vola an? Nichts! Besser ist da schon die tägliche Basispunkt-Volatilität. Die zeigt Ihnen nämlich welche Schwankungsbreite in Basispunkten aktuell in den Zinssätzen eingepreist wird. So werden aktuell je nach Laufzeit und Swaptions rund 2,5 Basispunkte Schwankungsbreite eingepreist. Mit wirklicher Angstprämie hat das noch nichts zu tun. Das Mittel liegt in etwa bei 4 Basispunkten. Spätestens wenn diese Prämien anziehen wird es schwieriger. Have a look!

Was heißt schwieriger? Die letzten Jahre waren für die Zins- und Credit-Bücher wundervoll. Spreadeinengungen, Zinsrückgang, negative Refi-Sätze und niedrige Vola. Herz was willst Du mehr.

April, April – es regnet plötzlich

Dieser „positiven“ und „längerfristigen“ Entwicklung folgend, hat sich zumindest in Teilen die Steuerung und Bewirtschaftung des Eigengeschäftsportfolios/ Zinsbuches verändert. Mehr ungedeckte Senior Titel, mehr Unternehmensanleihen, Internationale Covered Bonds, illiquidere Titel, längere Laufzeiten und im Vergleich zur Vergangenheit deutlich niedrigere Kupons.

Nur – das Umfeld für Portfoliomanagement und Zinsbuchsteuerung -und damit auch der Gesamtbanksteuerung wird wieder anspruchsvoller. Der ganze Mix: Kapitalmarkt, Konjunktur, politische Entwicklungen gepaart mit dem EZB-Exit fallen hier ins Gewicht.

Was ist zu tun? Beantworten Sie für sich die folgenden Fragen:

Risikotreiber und Werthebel – quantifiziert und in Euro und Cent

Was sind die Risikotreiber in Ihrem Zinsbuch/ Eigengeschäftsportfolio? Wie sensitiv sind sie hinsichtlich Spread- und Zinsveränderungen? Was waren bisher die Wertreiber in Ihrem Portfolio? Teilen Sie Ihre Performance in eine Credit- und Direktionalitäts-Komponente auf. Möglicherweise spielt auch die Assetklasse „Kapitalumschlag und Neuemissionen“ eine elementare Rolle. Hintergrund: Sollten die Zeiten schwieriger werden, sollten Sie genau wissen wo Ihre Wert- und Risikohebel liegen.

Assetklasse Refinanzierung – alles blühende vergeht?

Assetklasse Refinanzierung: Investiert man heute in eine 10jährige Anleihe bei knapp 1% p.a. und funded die Position am Repo/ Geldmarkt mit -0,30% resultiert daraus zunächst ein Zinsüberschuss in Höhe von 1,30% p.a. Ein etwas genauerer Blick offenbart, dass rund 25% des ZÜB aus der Assetklasse Refinanzierung resultieren. Nicht unbedingt Normalität. In welcher höher Profitieren Sie von der Assetklasse Refinanzierung? Je nach Hebel erscheinen Absicherungen auf dem immer noch niedrigen Niveau zum Teil sinnvoll.

P.S. Die Optionsprämien erscheinen noch günstig. Marktteilnehmer rechnen mittlerweile mit einer deutlich restriktiver werdenden EZB. Dies hat bereits dazu geführt, dass die sogenannten Null-Zins-Floors deutlich günstiger geworden sind.

Floater und Floors – kommen Sie aus der Reserve

Mussten für einen 5jährigen Floor mit Strike 0,00% Mitte 2016 noch rund 2,20% Optionsprämie bezahlt werden, hat sich die Situation mittlerweile deutlich entspannt. So sind mittlerweile für einen 5jährigen 0,00% Floor noch rund 0,60% zu berappen.

Was das soll?: Möglicherweise haben Sie ja Floater im Bestand. Da sie bei Ihren zinsvariable Anleihen den Floor long sind, macht sich der Floor-Preis in Ihrem Kurswert des FRN bemerkbar. Im Resultat ergeben sich dadurch Reserven. Wird der Floor billiger, schmelzen Ihre Reserven dahin. Schade eigentlich, denn Sie bekommen einen Nullzins aus dem Floater, Sie zahlen einen Nullzins auf Ihren Einlagen – Zinsergebnis Null aber Reserven im Plus. Realisieren Sie die Reserven und stärken Sie Ihr EK. Es gibt bessere Alternativen!

Entgleitet das Gleitende Zinsbuch?

Gleiten Sie auch auf der 10 Jahres- Welle? Im Zuge einer passiven Zinsbuchsteuerung – in der Regel 10 Jahre Gleitend, Hebel 1,5 -2,0 – profitieren Sie augenscheinlich von sinkenden Zinsen. In welcher Höhe? Was sich nach langer Zinsbindung anhört, ist gar nicht so lang. Berechnen Sie doch einmal aus welchen Laufzeitenbuckets sich Ihr Zinsrisiko im Gesamtzinsbuch zusammensetzt. Und rechnen Sie doch mal Ihre Cash-Flows zum “Inennzins”. Welche Buckets sind Zinsrisikotreiber? Welche bringen Ertrag? Und klären Sie doch einmal die Frage nach der „Wette im Zinsrisiko die Sie gerade am laufen haben“. Keine? Sicher? – Wie wärs mit einer kleinen Frühjahrs-Challenge?

Neue Besen kehren gut… Ihre Optionen!

Gemäß dem Zitat: Neue Besen kehren gut, aber die Alten kennen die Ecken. – Nutzen Sie das aktuell und noch weitgehend entspannte Umfeld und beginnen Sie mit einem „Frühjahrsputz“. Sie haben mehrere Optionen:

Option I: Sie packen die Thematik alleine an: Ziele setzen, herunterbrechen, umsetzen!
Motivieren Sie sich selber und halten Sie durch! Inspiration lesen Sie sich an. – Schwierig?

Option 2: Sie engagieren temporär eine erfahrene und vor allem wenig Staub aufwirbelnde Putzkolonne und durchforsten systematisch, diszipliniert und transparent Ihre Bestände und Themenstellungen. derivatexx unterstützt sie hier gerne. Wir sorgen etwa nicht nur dafür, dass der Auftrag umgesetzt wird. Wir sorgen dafür, dass Ihre Mitarbeiter neben dem notwendigen Wissen und Erfahrungsschatz, auch das Gelernte sofort im Alltag anwenden können. Nur das bringt Ergebnisse. Entwickeln Sie mit uns Ihre Key-Player zu Problemlösern, die effektiver arbeiten, integriert denken und die Themenstellungen sicher und schnell umsetzen. Was Sie mitnehmen? Schnell vorankommen, Zeitfenster nutzen, Sie machen sich Sommerfest und profitieren von unserem externen Erfahrungsschatz.

Option 3: Sie machen nichts – der nächste Winter kommt bestimmt.

In diesem Sinne. Bleiben Sie erfolgreich. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Herzliche Grüsse

Ihr Dennis Bach
Geschäftsführer der derivatexx GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blog 30 | Das Ei des Kolumbus – oder die Einfachheit des Treasury?

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Im Nachhinein sind alle schlauer. So auch Kardinal Mendoza, der die Leistung von Christoph Kolumbus zur Entdeckung Amerikas massiv schmälerte. Er behauptete, die neue Welt hätte jeder entdecken können. Ein leichtes Unterfangen also. Daraufhin verlangt Kolumbus von den anwesenden Personen, ein gekochtes Ei auf der Spitze aufzustellen. Alle versuchen sich daran, niemand schafft es. Es besteht Einigkeit: Unlösbar! Demonstrativ, schlägt der Entdecker ein Ei mit der Spitze auf den Tisch, so dass das eingedrückte Ei stehen bleibt. Die Gesellschaft protestiert: So hätte man das auch gekonnt! „Sicher, aber der Unterschied ist, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“. So und nun zu ihrem Treasury und Zinsüberschuss…

Keep calm and carry on…

Das erste Quartal ist quasi um, d.h. Sie können den bisherigen Jahresverlauf für sich einwerten und Rückschlüsse auf die aktuelle Geschäftsentwicklung ableiten. Ist der anteilige Zinsüberschuss im Plan? Die Risikovorsorge in Line und das Treasury-Ergebnis in Butter? Mit ziemlicher Sicherheit sind Sie entweder zufrieden, begeistert oder auch enttäuscht. Eines wird schon zutreffen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hinkt Ihr Provisionsüberschuss und das Zinsergebnis dem Plan aktuell etwas hinterher. Im Gegenzug ist die Risikovorsorge der Wertpapiere noch im Plan. Das Jahr hat ja erst begonnen und Einlösungsverluste und Abschreibungen sind noch nicht spürbar angefallen. Also alles in Butter? Sie könnten sich zurücklehnen, in 3 Monaten sehen Sie ohnehin klarer, oder?

Aber was machen Sie bis dahin? Eher weniger, man sieht ja noch nicht so klar. Warum jetzt schon das Kreditgeschäft anschieben, Vetriebsmaßnahmen puschen, Altlasten abarbeiten und Ideen für die Zukunft generieren? Kann man immer noch machen, wenn es nötig wird. Man weiss ja was man tun müsste? Sicher?

Kolumbus und Goethe waren Ihrer Zeit voraus?

Es ist nicht genug zu wissen, wir müssen auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, wir müssen auch tun!

Ein kleines Osternest für Sie…

Ein kleines Osternest: Reflektieren Sie über Ostern doch mal „ihre“ offenen Punkte hinsichtlich Treasury , Zinsüberschuss oder Gesamtbank. Haben Sie Maßnahmen zur Stabilisierung ihres Zinsüberschuss bereits in petto? Arbeiten Sie wirklich konsequent an Ihrem notwendigen Handlungsspielraum für die Zukunft? Ich meine nicht nur Digitalisierung. Stichwort: Der Ertrag von heute ist das Eigenkapital/ RTF von morgen, ist der Handlungsspielraum von übermorgen.

  1. Kommen Sie bei der Umsetzung der neuen MaRisk voran? Refinanzierungspläne, Risikokultur, NPP´s, etc.
  2. Fühlen Sie sich wohl mit Ihrer aktuellen Treasury- & Eigengeschäftsstrategie?
  3. Erinnert Sie Ihr Depot A eher an ein “Zufallsprodukt“ oder an eine systematisch abgeleitete Asset-Allokation, und, und, und…das Osterwochenende könnte kurz werden.

Spaß beiseite, ich möchte Ihnen natürlich keinesfalls das lange Osterwochenende vermiesen und Sie schon gar nicht bei Ihren Ei des Kolumbus-Übungen stören. Ehrenwort.

Resultate –  Die Schlagkraft Ihres Hauses als Werthebel?

Trotzdem;  haben Sie schon einmal daran gedacht, dass das Gesamtergebnis Ihres Hauses in Gestalt von Zins- & Provisionsüberschuss, Risikovorsorge, Handelserfolg oder Kreditwachstum, etc. letztendlich das Resultat des Zusammenspiels in Ihrer Organisation ist.

Letztendlich geht es um die optimale Interaktion von Fachskills, Strukturen, Zusammenarbeit, Entscheidungsprozesse und Umsetzung und vor allem dem Tun. Systematisch, diszipliniert, Transparent.

Die Grafik illustriert das Ganze.

Die Theorie ist klar….

Letztendlich ist der Output das Produkt aus den einzelnen Bullets. In jedem einzelnen Schwerpunkt sind max. 10 Punkte zu vergeben. Sind Sie in allen Themen optimal aufgestellt bewerten Sie sich jeweils mit 10 Punkten. Je nach „ehrlicher“ Einschätzung vergeben Sie Punkte zwischen 1 und 10. Multiplizieren Sie nun die Punktestände der einzelnen Sektoren miteinander und Sie erhalten das Produkt Ihres Outputs. Setzen Sie Ihre erreichte Punktzahl ins Verhältnis zu 10.000 (max. erreichbarer Score).

…und die Realität erschreckend?

Im dargestellten Beispiel erreichen Sie trotz guter Zusammenarbeit und schneller Entscheidungsfähigkeit 2304 Punkte. Dies entspricht einem Werthebel Ihrer (Muster) Organisation von 23%. (!). Wo war nochmals das Problem?

Sind wir nicht alle ein bisschen Kardinal Mendoza?

Wissen sie alles? Wunderbar, willkommen im Club. Aber setzen Sie auch um? Sie agieren in einem schwierigen Marktumfeld, Ihre Mitwettbewerber sind Profis, die Ressourcen sind angespannt und keine Besserung in Sicht. Sie brauchen das beste Team! Nur das ist nicht Gott gegeben und vom Himmel fällt es auch nicht. Bauen und entwickeln Sie ein solches Team und fordern Sie es. Nicht nur die Leber, wächst mit Ihren Aufgaben. Es wird kein Nachteil sein. Alles Theorie: Sicher nicht.

Versprochen. Rufen Sie uns gerne an! Wir helfen Ihnen.

Fröhliche Ostern | Ihr Team derivatexx