Blog 46 | Das Corona-Narrativ – Sortieren, Bewerten, Entscheiden – Ihr Treasury-Plan

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What a Week. Risk Off überall. Zinsen, Aktienkurse, Rohstoffpreise und Inflationserwartungen implodieren und nun auch noch ein Emergency-Rate-Cut der Fed um 50 BP! Das SARS-CoV-2 hat die Finanzmärkte nun endgültig infiziert. Kurz gesagt: Panik pur! Was Sie jetzt tun müssen? Können? Oder Sollen? Eine Einordnung…

Survival comes first I

Zunächst gilt: Achten Sie selbst auf Ihre Gesundheit. Das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene und Abstand zu Erkrankten schützen auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus. Im Übrigen auch in Anbetracht der Grippewelle empfehlenswert.

Survival comes first II

Wenn gleich die Weltgesundheitsorganisation aufgehört hat die Ausbreitung des  Corona-Virus  als Pandemie zu bezeichnen, erscheint eine prophylaktische Einwertung der Gesamtsituation mehr als schlau. (Anmerkung: Wenn mittlerweile über 70 Länder infiziert sind, ist es dann immer noch keine Pandemie?)

Spätestens seit Freitag, erscheint zumindest die vorsorgliche  Einberufung des BCM-Krisenstabes im Rahmen Ihres Business Continuity Managements ratsam. Wirklich? Ja wirklich:

Wie es im BCM-Handbuch stehen dürfte: Bewerten Sie aktuelle Lage wie auch die potentiellen Auswirkungen auf Geschäftsfeldsteuerung, Finance, IT und  Produktion und gehen Sie dabei Sie vom Worst-Case aus. Ausfälle von Mitarbeitern oder Quarantäne-Anordnungen bei Kunden können schneller Realität werden, also  seien Sie mental in der Zukunft, das kann nicht schaden. Ganz im Ernst.

Survival comes first III

Apropos Zukunft. Das aktuelle Zinsniveau dürfte Ihrem Zinsüberschuss nochmals einen ordentlichen oder krassen Dämpfer verpassen haben. 40 BP tiefer als zum Dezember-Ultimo, bei gleichzeitig extrem abgeflachter Kurve und neuen Zinssenkungsspekulationen der EZB. Die FED hat mit 50 BP in Emergency-Manier geliefert. JP-Morgan erwartet nun T-Note-Renditen bei 0% (!), Aktuell 0.96%. Bleibt zu hoffen, dass die Kreditrisikovorsorge nicht ansteigt. Wahrlich kein Stoff aus dem „Banker-Träume sind“. Besteht Handlungsbedarf in Ihrem Zinsbuch? Mit ziemlicher Sicherheit ja! Ob Sie was tun sollen? Hmm, Let me think! Ich glaube schon…

Save-Haven-Infekt

Same procedure as every year –  die  „Hoffnungen“ auf zumindest leicht steigende Zinsen wurden wieder einmal jäh zerstört. Nachdem 10jährige Bunds zum Jahresstart noch bei -0,15% handelten, rentiert die aktuelle 10jährige (nach dem Fed-Cut) bei aktuell  -0,62%. Bei 10jährigen €-Zinsswaps (minus 21 BP) rücken die Tiefstände wieder in greifbare Nähe. Insbesondere die langen Laufzeiten – von 30- 100 Jahren- kamen und kommen überproportional zurück. Auch wenn Sie nicht in 50jährige investieren, aber der Swap handelt bei -3 BP, quasi bald invers vs. 10Jahre. Wird die Kurve invers auf ultraniedrigem Niveau. Keep an eye on that. Und nur zur Vollständigkeit: Der Bund-Swapspread startete durch von 36 auf 42,5 BP (Save Haven pur).

Hustet der Zins …

…bekommt Ihr ZÜB den Schnupfen (mir ist nichts besseres eingefallen :-))
Für ihr Zinsergebnis bedeutet dies – Sie sind wieder ein deutliches Stück näher an Ihre Worst-Case-Szenarien gerückt. Niedrigzins – Ungünstig; Flacher – alles andere als freudig; Invers auf niedrigem Niveau – Horror!

Wenngleich sich Aktien – auch nach oder inbesondere wegen dem Fed-Cut – im Panik-Modus befinden, halten sich Credits und Peripherie-Bonds noch erstaunlich stabil. Long Duration und Beimischung in Credits war (und ist wohl) damit die richtige Strategie. Zu deutsch: Die lange Duration in Flight in Quality brachte (und bringt) Barwert, hingegen die Kupons aus Credit den laufenden Ertrag. Das gute dabei: Die geringe Spreadausweitung wurden damit von der langen Durationsbonds deutlich überkompensiert. (P.S. Und die Fed signaliesiert wohl, dass das auch so bleiben soll) Wie sind Sie eigentlich positioniert?

Erfahrungsgemäß dürften Sie im Gesamtzinbuch auf der Durationsseite mit tendenziell 10Jahren gleitend– was in etwa einer durchschnittlichen Duration von 5 Jahren entspricht – exponiert sein. Kühn oder gar forsch formuliert: Nicht wirklich lang.

Auf der Credit-Seite (Depot A) – würde ich vermuten – dürfte eine „echte Creditexponierung“ ebenfalls nur unterproportional vertreten sein. Irgendwie auch verständlich, aber trotzdem ungünstig.

Fair enough I

…das Eigengeschäftsportfolio soll bekanntermaßen das Residual des Kundengeschäfts wiederspiegeln, d.h. Sie steuern mit Hilfe ihres Eigengeschäftes das Gesamtportfolio der Bank in die gewünschte Zielrichtung.

Zu deutsch: Viel Gewerbekredite im Kundengeschäft resultieren in einem eher qualitativ ausgerichtetem Depot A. Hingegen dürfte (oder besser könnte) ein starkes Geschäft in hypothekenbesicherten Kundenkrediten in eine -sagen wir- tendenziell credit-orientiertere Ausrichtung münden. Natürlich ergänzt um die Sichtweise der Dimensionen „Laufzeit“ und der bankspezifischen (Aktiv-oder Passiv) „Engpass-Situation“.

Letztendlich entscheiden Sie sich im beschriebenen Kontext für das Mischungsverhältnis Adress- vs. Zinsänderungsrisiko. Im Optimum eben nicht nur auf Fondebene oder im Depot A , sondern und quasi eine Strategische Asset-Allokation auf Gesamtbankeben und  Salopp ausgeprochen: SAA auf horizontaler und vertikaler Ebene der Bilanzstruktur 🙂

Fair-enough II

Wenn Sie sich etwas wünschen dürften bestünde Ihr Hauptportfolio wohl aus 10- max. 15jährigen hypothekengesicherten Kundenkreditgeschäften, welche über einen stabilen Bodensatz optimal modellierter und natürlich stabilen Einlagen refinanziert ist. Das dazwischen liegende Gap – nennen wir es strukturelle Liquiditäts- und Fristentransformation- bringt einen Strukturbeitrag von sagen wir 15-20%. (Nicht mehr, da wir die Aufsicht ja nicht “erschrecken” wollen.)

Das Depot A Geschäft benötigen Sie eigentlich nur zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen, d.h. LCR-Erfüllung und Liqui-Reserve. Am besten Buy und hold, nit kurzen Laufzeiten un enig Credit).
Wundervoll, oder? O.K. zurück zur Realität!

Leider ist die Welt eine andere und hier gilt immer noch: Der Ertrag von heute ist das EK von Morgen, und dies ist nun mal der Handlungsspielraum von übermorgen. Das Spiel heißt damit: Verdiene, Thesauriere und Transformiere in ein tragfähiges Geschäftsmodell. Wobei wir beim Thema wären:

Verdiene:

Es geht nicht darum Investmentbank zu spielen, zu traden oder gar zu zocken. Es geht letztendlich darum das Eigenkapital adäquat zu bewirtschaften, d.h. eine angemessene Verzinsung des „reservierten“ Eigenkapitals zu erzielen bzw. dieses zu mehren.  Bereits hier wird´s sehr interessant: Was bedeutet eigentlich adäquate EK-Verzinsung? RORC?  – eine ausreichende Verzinsung für das reservierte (RWA). Kapital?- Oder geht es um den wirklich risikoadjustiertes RORAC und damit um eine eine ausreichende Verzinsung des tatsächlich vorgehaltenen Risikokapitals? Vielleicht geht´s aber auch um  einem angemessenen RAROC als weitere variante der RoE-Steuerung? Viele Worte und noch mehr Interpretationen.

Am Ende geht´s darum: Bewirtschaften vs. Verwalten. Denken Sie an Ackerland: Ohne die richtige Bewirtschaftung bleibt der Ertrag selbts bei einm plumpen Acker deutlich zurück. Und wenn Sie noch so viele Kosten sparen, der Werthebel liegt im Ertrag und dazu müssen Sie aktiv bewirtschaften.

Nur WIE bewirtschaften?

Mit klarer Strategie der notwendigen Transparenz, adäquaten Ressourcen mit der richtigen Ausstattung bei hoher Entscheidungskompetenz und Umsetzungsfähigkeit gelingt das Ganze, Versprochen!

Zu schön um wahr zu ein? Dreh und Angelpunkt ist: Welches Ziel wollen und besser gesagt müssen Sie erreichen. Plump formuliert: Verdiene, bleibe Liquide und beherrsche sämtliche Risiken zu jedem Zeitpunkt. Ein andere Wahl haben Sie nicht.

Ist das Ziel bekannt, schaffen Sie die Voraussetzungen für aktive und systematische Bewirtschaftung: Die Implementierung eines Treasury bzw. einer Taskforce Zins, Ertrag oder wie Sie diese auch immer nenen wollen ist der erste Schritt, und der ist ja bekanntlich der wichtigste…. By the Way: Ohne die fokussierte Bewirtschaftung im Sinne eines „Klare Verantwortung für Ergebnis und Risiko“ werden Sie es nicht schaffen.  Belive me! Und  denken Sie daran, die Zeitfenster sind schon beinahe geschlossen.

Thesauriere

OK, jetzt kommt keine Rocket-Science: Die richtige Bewirtschaftung wird zu Erträgen führen. Fokussieren Sie hierbei auf den Barwert mit der sehr strengen Nebenbedingung „adäquate GuV“. Mehr als regelmäßig -nimmt die sagen wir „GuV- Steuerung“- in den Häusern maximalen Raum ein. Quasi: Eine “Ein-Perioden-Steuerung” wir der Steuerung der  Gesamtperiode vorgezogen. Leider wirken die Kundengeschäfte und das Zinsniveau auf sämtliche Perioden. Also steuern Sie auch alle, und zwar aktiv. Der regelmäßige Blick durch die barwertige Brille wirkt hier wie ein Nebelscheinwerfer und sie erkennen Gefahren und Chancen rechtzeitig. Und wieder Salopp: Fokussiere Dich auf den  Barwert, zerschieße dabei aber nicht die GuV. Die Feinsteuerung erfolgt im Nachgang und bestenfalls flankierend. Quasi: Ökonmie, Risko, Reglatorik, Bilanz ist die Reihenfolge.

Noch der “Ein oder Andere” Gedanke

Gesetzt dem Falle ich habe Sie mit meinen Ausführungen nicht gelangweilt und Sie können mit dem Ein- oder anderen Gedanken etwas anfangen, hier noch ein paar Ansatzpunkte …

 Zinsbuch:

Natürlich steuern Sie Ihr Zinsbuch gleitend, überführen den Gesamtbank-Cashflow monatlich mehr oder weniger in die Benchmark. Zerlegen Sie Ihre Cashflows doch mal in Zinssensitivitäten und bewerten Sie in welchem Laufzeitenband Sie  mit welchem ZÄR verdienen. Tipp: Nicht erschrecken und Erkenntnisse notieren. Der Hebel ist enorm. Sie dürfen sich gerne melden….

 

HQLA´s:

Selbstverständlich halten Sie die regulatorisch notwendigen HQLA´s vor. Beantworten Sie doch mal die Frage: Wie hoch sind Ihre indirekten Liquiditätspufferkosten in relativer und absoluter Größe und zwar auf „Heller und Pfennig“. Bitte rechnen Sie hierbei keinerlei „Subventionseffekte“ aus Liqui- und Zinsfristentrafo mit ein. Genießen Sie den klaren Blick auf Ihre Liqui-Pufferkosten. Optimieren Sie dann nach: Nettoabflüssen, Nettozuflüssen, Zusammensetzung des Puffers (Laufzeiten, Bonitäten), Funding des Puffers, LCR-Ratio… Auch darin liegt ein nicht unbedeutender Werthebel. Oder sind sie etwa bereit auf die ein oder andere Mio. zu verzichten. Allein die Optimierung der LCR-Steuerung hat nen enormen Effekt. Sie dürfen sich gerne melden….

Gesamtzinsbuch:

Zerlegen Sie doch mal Ihre Bilanz(struktur) und das Eigengeschäftsportfolio  in einzelne„Assetklassen“. Bilden Sie im Nachgang gedankliche Funktionsportfolien für Liqui-Puffer, Kreditersatzgeschäft, Eigenmittelportfolio, Leverage und das übergreifende Zinsbuch. Ordnen Sie nun die verfügbaren Assetklassen den Funktionsportfolien zu. Wenig zielführend wäre, wenn Teile des Depot A´s  z.B. Pfandbriefe im Funktionsportfolio „Kreditersatzgeschäft“ landen würden. Dann stärken Sie die ohnehin schon über Pfandbriefe kompetitive Refinanzierungsbasis Ihres Mitbewerbers mit Ihren Einlagenüberschüssen. Wenn schon Kreditersatzgeschäft, bitte mit Kreditkomponente. Sie wollen mehr über diesen Ansatz erfahren: Sie dürfen sich gerne melden….

Neugierig geworden? Ein paar Ansätze hätte ich noch:

  1. Stärkung der Refinanzierungsbasis –  Elementarer Werthebel für das Kundenkreditgeschäft
  2. Absicherung langlaufender §489- Darlehen
  3. Generierung Zusatzerträge im Bankbuch durch Einsatz von Swaptions
  4. Einlagensteuerung unter Berücksichtigung des Null-Zinsfloors
  5. Stabilisierung des Zinsüberschuss – Ein Maßnahmebündel
  6. 100jährige Bonds – Wer ist der Dumme? Investor oder Emittent?
  7. Optimierung des Kredit-Buches durch Einsatz von Credit-Default-Swaps
  8. Bewirtschaftung des Kundenportfolios – Elementarer Werthebel oder nur Vertrieb?
  9. Das Eigenmittelportfolio – Risiken beherrschen – Erträge generieren
  10. Leverage Portfolio – So kommen Sie beherrschbar durchs flache Gras
  11. Erhöhung der Schlagkraft und Umsetzungsfähigkeit – Wer muss es richten
  12. €STR-/ EURIBOR – Wie geht´s weiter und wo liegt der Werthebel?
  13. Treasury 4.0 – Das richtige Set-Up in der richtigen Zeit
  14. Funding-Planung 2.0.
  15. Der richtige Instrumentenkasten als Performance-Booster

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund und profitabel. Liebe Grüsse Dennis Bach

 

 

 

 

 

Blog 45  |   Let´s talk about Treasury – 26 Inspirationen für Zinsbuch & Co

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Na ja, mit neuem Jahr(zehnt) und neuem Glück hat der Start in 2020 ja sichtlich wenig zu tun. Eskalation im Nahen Osten, Handelsstreit und zuletzt auch noch der 2019 – nCOV-Virus  rund um den Erdball. Kaum vom Handelsstreit-Downturn erholt, fürchtet  man jetzt eine deutliche Schwächephase der chinesischen Wirtschaft, natürlich mit Auswirkungen auf alle anderen. Öl, Zins und Aktien befinden sich gefühlt nun wieder im freien Fall und der “Safe Haven-Modus” ist wieder en Vogue. Treasury Dilemma 2.0 oder Opportunity? Let´s talk about Treasury …

Der Januar 2020 ist quasi Geschichte und 1/12 des Jahres sind bereits um. Gut das Sie 8% Ihres Zinsüberchuss bereits im „Sack“ haben.  Hoffentlich haben Sie Teile der zahlreichen Opportunitäten in den ersten 2 Januarwochen genutzt. Gemeint sind die enormen Neuemissionen, welche zum Jahresstart das Licht der Welt erblickten. Trotz einer Neuemissionsflut von über 200 Mrd. Euro in Staatsanleihen, SSA´s, Pfandbriefen, Ungedeckten Bankschuldverschreibungen und Unternehmensanleihen hat der Markt gute Aufnahmekapazität bewiesen, und das insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Emissionsreigen zu einem signifikanten Anteil aus Langläufern  – teilweise mit Laufzeiten von bis 100 Jahren- bestand.

Das Beste daran: Das Ganze spielte sich in einem engen (Hoch)Zinskorridor für 10jährige Swaps zwischen 0,10% – 0,22% ab. (und damit rund 40-50 BP höher gegenüber dem August-Tief).

Die Creditspreads gaben sich vor dem Hintergrund der Emissionsmassen sichtlich unbeeindruckt und sind und scheinen bis heute – sogar trotz Konjunktursorgen und Corona-Virus – auf den tiefen Niveaus zementiert. Die Zinskurve ist weiterhin flach und flacher, die Volatilität gering und Optionspreise niedrig.

Irgendwie klingt das alles nach „aus der schönen neuen Welt“ und woher soll das Übel kommen? Einfach kaufen, solange die Musik spielt…?

Ist dieses Mal alles anders…?

 

Ehrlich gesagt von „This time is different“-Sprüchen -halte ich sichtlich wenig – da habe ich in den letzten 27 Jahren  Treasury, Eigenhandel und Gesamtbanksteuerung zu viele Krisen, Events & WildCards an der „vordersten Front“  miterlebt. Und ich wette:  Auch dieses Mal werden bei Bedarf irgendwelche Auslöser für einen Wetterumschwung herbeigezaubert werden. Ganz sicher. Fragt sich nur was und wann…

 

…einiges schon

Im Übrigen ist eine Sache gegenüber der Historie „very different“, denn sämtliche Bonds  haben mittlerweile ja keinen Kupon mehr. Tolle Beobachtung denken Sie schmunzelnd? Im Ernst: Sollten die Geldmarktzinsen irgendwann einmal wieder in positives Terrain vorstoßen,  würde dies für die heute gekauften „Null-Kupon“-Bestände schnell negative Haltekosten bedeuten. Barwertverluste würden dann u.U. eine Veräußerung der mit negativen Haltekosten belegten Positionen GuV-bedingt streng limitieren. Man könnte ja grundsätzlich die Frage stellen, ob man deshalb insbesondere „Nullkuponanleihen“ wirklich benötigt, oder lieber etwas höhere Kupons angestrebt werden sollten. Ich sehe es deshalb als äußerst sinnvoll, über kontinuierliche Bestandsumschichtungen den Kupon der Aktivseite langsam nach oben anzupassen. Also quasi jeden Zinsanstieg/ Kurvenversteilerung zu nutzen die laufende Verzinsung des Bestandes zu erhöhen. Nur mal zum Nachdenken.

Kauf und halten ist nur verwalten …

 

Weiterhin gilt: Mit Buy and Hold scheint es dieses Jahr wohl endgültig vorbei zu sein. Bei laufenden Kupons von Null, Negativ oder niedrig gibt´s kaum Carry und damit auch keinen laufenden Ertrag in der GuV und schon gar keinen Puffer für (ohnehin nie mehr eintretende) Kursrückgänge. Und wer auf Riding-down-the-Yield-Curve Gewinne setzt, wird ebenfalls enttäuscht. Die Kurve ist zu flach  – und bietet salopp gesagt kaum noch eine Laufzeitenprämie für Zinsänderungsrisiko. Im Ergebnis bedeutet dies:  No Carry. No Rolldown – Goodbye „Easy Money “.

 

Kühn oder gar forsch formuliert bedeutet dies, dass selbst beim Zukneifen beider Augen, einem irgendwie die Phantasie fehlt mit adressrisikoarmen Rentenpapieren überhaupt noch etwas verdienen zu können. Keine guten Aussichten, schon gar nicht für passive Zinsbuchsteuerer.

 

Sind Credits die Lösung – welcome Goldylock?

 

Augenscheinlich sieht es unter Rendite, Carry und Roll-Down-Gesichtspunkten bei Credits besser aus. So handeln 5jährige Investmentgrade Corporates zwar im Schnitt immerhin um 45 BP;  rechnet man aber die Financials raus, verbleibt ein „Wahnsinnsspread“ von knapp 38 BP für originäre Unternehmenstitel.

 

Würde man hier das ZÄR durch einen Payer-Swap eliminieren – und damit nur die Creditkomponente “spielen“, verbleibt noch ein absoluter Kupon (bei gleichbleibendem EURIBOR) von knapp 5 BP. Furchtbar! Dies bedeutet, dass sich derartige Positionen in der Gesamtsicht nur noch rechnen, wenn es Ihnen gelingt deutlich unter Euribor (-0,33%) zu  refinanzieren. Mit einem durchschnittlichen (und optimistisch kalkulierten Einstands-) Einlagensatz von 0,00% dürfte das wohl kaum gelingen. Um profitabel zu sein  (und dabei sind wir noch nicht bei einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung angekommen) müssen Sie entweder:

 

  1. In die Liquiditätstransformationen gehen (kurze Aufnahme via Repo, Geldmarkt, Leihe (LCR und NSFR beachten)
  2. In die Zinsfristentransformation gehen – sofern Sie noch können und wollen.
  3. Das Credit-Risiko – und damit die Spreads erhöhen um einen „positiveren“ Kupon zu bekommen.
  4. Geeignete Produkte z.B. CDS zu nutzen um die Risikoprämien fokussiert d.h. ohne Nebenwirkungen beherrschen und vereinnahmen “ zu können

 

Irgendwie „Zu wenig um zu „Überleben, zu viel zum Sterben, und möglicherweise zu blöde, um ruhig zu schlafen“.

 

Ok, im aktuellen “Low-Vola-Goldy-Lock- es-wird-schon-nichts-passieren-Umfeld” scheint es ja so als dass die 10jährigen die neuen 5jährigen sind; und dort gibt’s ja im liquiden IG-Bereich „CDS-wise“ noch 86 BP. P.a.  Allerdings heißt das Spiel – sofern Sie „originäre Unternehmensanleihen“ bevorzugen, „First come, first served. Hintergrund ist die große Saugkraft des “40%-EZB-Kaufsaugers” der auch die verfügbaren Bestände limitiert und die Preise  – sorry dafür – „versaut“.

Stellt sich also die Frage was Sie als verantwortlicher Treasurer/ Vorstand:

  1. a) noch tun können
  2. b) noch tun wollen und
  3. c) noch tun dürfen.

 

Natürlich immer unter der Maßgabe, die Risiken werden zu jedem Zeitpunkt beherrscht, der Ertrag ist angemessenen, Sie haben die richtigen Tools und Mitarbeiter. Und ruhig schlafen wollen Sie natürlich auch noch.

Never walk alone im Treasury

Gemäß dem Motto: Never walk alone haben wir Ihnen zum Start des neuen Jahr(zehnts) 26  Treasury-Blinks zusammengestellt: Handlungsoptionen, Lösungsansätze, Infos, etc. Siehe unten…

Natürlich sind die Zeiten herausfordernd, aber Opportunitäten gibt es immer noch genug. Mit oder ohne Treasury,  mit viel oder wenig-Risiko, mit engem oder breiten Produkte-katalog, mit viel oder wenig Eigengeschäft, mit komplexem – oder weniger komplexem Kundengeschäft  – aber Weiterentwicklung in Treasury und Gesamtbanksteuerung ist und bleibt Pflicht. Immerhin ist Ertrag die Sache, die man bekommt, wenn man das (ALM-Spiel) beherrscht.  Wir helfen Ihnen dabei… Bleiben Sie erfolgreich (und gesund) LG Dennis Bach

 

Und hier die 26 Inspirationen für Treasury, Zinsbuch & Co

 

A wie Assetklassen:

Wie eingangs skizziert stehen grundsätzlich die „Assetklassen“: Duration, Bonität, Liquidität und Illiquidität zur Verfügung. Dabei gilt bzw. galt bisher für die meisten Häuser das Credo: Je länger die Laufzeit, desto höher die Qualität. Quasi wenn nicht unbedingt notwendig erfolgt bitteschön eine unterproportionale Exponierung in Credits. Spätestens seit der Griechenlandkrise Verteufelung von Peripherie-Bonds – was leider bis heute anhält! Auch Aktien findet man in den meisten Bank-Bilanzen kaum.

Das ungünstige daran ist: Vermeiden Sie Credits, Peripherie und gar Aktien tauschen Sie letztendlich Volatilitätsrisiko in Ertragsrisiko – und das ist mittlerweile schlagend geworden.  Zu deutsch: Sie können zwar ruhig schlafen, aber verdienen halt nichts. Sagt im Übrigen auch die Bundesbank. Letztendlich stellt sich die Frage nach einer zielgerichteten, vertretbaren und auch durchhaltbaren Eigengeschäftsstrategie und dem folgend einer geeigneten strategischen Asset-Allokation. (siehe auch F wie Funktionsportfolien). Tipp: bevor Sie auf der SAA herumrutschen und sich mit Markowitz´sche Korrelationsanalysen herumschlagen diskutieren Sie doch mal die für Ihr Haus in kommende Assetklassen.

 

B wie Barbell

Merken Sie sich einen Barbell doch einfach so: Sie investieren nur in den „Außenseiten“. Quasi: Auf der einen Seite investieren Sie in Qualität auf der anderen Seite in creditnahe, also eher risikobehaftete Assets. Operativ gesprochen: Sie kaufen sich in Ihr „Kernportfolio lange Bunds (Qualitätsportfolio) und bestücken Ihr Ertragsportfolio mit Risky Assets zur gezielten Vereinnahmung von Risikoprämien. Sie müssen ja nicht gleich in Emerging, Markets und Private-Debt. Beginnen Sie doch mit Belgien, Bonos, BTP´s, Portugiesen und andere BBB Assets. Idee: Sie „spielen“ bewusst die Flügel und lösen sich von einem möglicherweise historisch gewachsenem Zufallsportfolio mit zahlreichen illiquiden Einzeltiteln. Was haben Sie davon? Während in Stresszeiten das Portfolio der Risiko-Assets leidet, performen die Save-Hafen-Bunds und kompensieren die möglichen Verluste im Ertragsportfolio.  In ruhigeren Fahrwassern liefert das Ertragsportfolio überproportionale Erträge. Und nochmal es kommt nicht auf die letzte Korrelationsprämisse und Markowitz-Schönheit ein, sondern auf das grundsätzlich passende Mischungsverhältnis für Ihr Haus, ihren Risikoappetit und Ihre psychische Resilienz.

 

C wie Credit Default Swaps

Oder sollte ich schreiben T wie Teufelszeug Spaß beiseite: In den allermeisten Häusern gilt heute noch: Unter keinen Umständen CDS weder Kauf noch Verkauf. Schade oder sagen wir ungünstig  eigentlich. Gerade vor dem Hintergrund des unstillbaren Corporate Bond Hungers der EZB, negativer Euribor-Sätze und negativer Bondrenditen entfalten CDS Ihre Stärke. Mit dem Verkauf des CDS erhalten Sie den verhandelten Credit-Spreads des Bonds, das Ganze ohne Refinanzierung, ohne Liquiditätswirkung und ohne Auswirkung auf den Zinsbuch -Cashflow des Gesamtzinsbuches (welches ohnehin ausgefahren sein dürfte).  Hinzu kommt, dass der über den CDS gehandelte Spreads der Wahrheit näher kommen dürfte, als der Spread volumenbegrenzter und überteuerter Corporates Bonds. Natürlich sind CDS nicht ganz trivial, aber das Ganze is beherrschbar: Wie das geht? Sie wissen schon: Just Call…

 

D wie Derivate

Sicherlich setzen Sie bereits Zinsderivate – insbesondere bei der Steuerung ihres Zinsbuches- ein. Vornehmlich dürften dies sein: Zinsswaps, vielleicht auch Forward-Swaps. Bei Swaptions, Caps/ Floors, EONIA-/ oder €STR-Swaps, CMS-Swaps oder gar Termingeschäfte auf Bonds dürfe Ihr Produktkatalog tendenziell an die Grenzen stoßen. Schade eigentlich. Um fokussiert steuern zu können, benötigen Sie eine breite Toolbox an Instrumenten. Hierbei geht es nicht um Zocken, Trading oder gar Investmentbanking. Es geht alleine um fokussierte Steuerung. So gelingt mit Swaptions beispielsweise die Absicherung von Sondertilgung, Monetarisierung von Warteprämien oder die kostengünstige Teilabsicherung des Zinsbuchs. Mit Terminverkäufen von Bonds (diese Geschäftsart zählt zu Derivaten) steuern Sie Adressrisiko, Zinsüberschuss und Risikovorsorge. Not so Bad? Sie dürfen sich gerne melden….

 

E wie EURIBOR und EONIA-Reform

Die gute Nachricht zuerst: Der EURIBOR ist seit dem Juli 2019 benchmark-konform, d.h. der EURIBOR der nun im Rahmen eines „HYBRIDMODELLS“ ermittelt wird, darf weiterverwendet werden. Gute Nachrichten! Bitte bedenken Sie, dass der neue EURIBOR nicht mehr der Interbankensatz ist, sondern auch Corporate-Sätze miteinschließt. Gerade bei Anpassungen der Definitionen in Ihren Kreditverträgen ist das von Relevanz. Und noch ein kleiner Wehrmutstropfen: Niemand weiß ob sich das nun angewandte Hybridmodell – welches in 3. Instanz immer noch Panel-Banken benötigt, welches u.U. die Sätze „schätzt“ – langfristig durchsetzt. Also: Gefahr des Wegfalls zwar fürs erste gebannt, aber halt nicht für immer.

 

Hinsichtlich EONIA: Der fällt nämlich nach dem 31.12.2021 unwiderruflich weg und wird durch den €STR (Bloomberg ESTRON Comdty) ersetzt. D.h. Es ergeben sich Anpassungen bei Ihren Collateral-Verzinsungen und Anpassungen bei der Swapbewertung i.S. des Multi-Curve-Ansatz (Hier müssen Sie ab Anpassung der Collateral-Verzinsung dann auch mit der €STR-Curve ) diskontieren. Damit ergeben sich u.U. Auswirkungen auf das Bewertungsergebnis. Da Sie die meisten Swaps nur im Zuge der verlustfreien Bewertung des Bankbuches bewerten,  sollten die Effekte sehr gering sein. Im Rahmen des Hedge-Accounting existieren zudem auch wohl Übergangslösungen. Aber checken Sie mal….

 

F wie Flattener

Die einschlägigen Zinsüberschusssimulationen zeigen regelmäßig dasselbe Bild: Zinsanstieg und Versteilerung: Zinsüberschuss TOP, Verflachung, Inversion, Rückgang: Zinsüberschuss FLOP!

Am schlimmsten sind Verflachung auf niedrigem Niveau, das fühlt sich dann wirklich hässlich an. Wenn das ein Hauptrisiko Ihrer Zinsüberschussposition ist, sollten Sie sich Flattener-Positionen mal anschauen. Keine wilde Sache: Empfangen Sie beispielsweise 10 Jahre Fest und zahlen Sie dagegen rund das 4-fache Volumen an 2-jährigen.

Ergebnis: Parallelshifts in der Kurve machen Ihnen nichts aus, wenn´s flacher wird profitieren Sie, wenn`s steiler Barwertrückgang (aber dann profitieren Sie im Gesamtzinsbuch).
P.S: Falls Sie Gegenargumente suchen:  Argumentieren Sie nicht über die Laufzeiteninkongruenz, sondern rechnen/ simulieren Sie das Ganze mal durch. Sie werden begeistert sein.

G wie Gesamtzinsbuch

Möglicherweise gehören Sie zu den Häusern, die Ihr Gesamtzinsbuch passiv steuern. Passiv, Gleitend und gehebelt. Im Ergebnis transformieren Sie Ihren „residualen“ Gesamtbankcashflow  monatlich in den festgelegten und gebenchmarkten  Zielcashflow. Operativ empfangen Sie demnach jedem Monat den aktuellen 10 Jahres-Satz ob es Sinn macht oder nicht. Aussage zu Offensiv?
Wollen Sie sich wirklich negative 10jahres-Sätze einloggen, weil es Ihre Benchmark verlangt? Wirklich Zinsänderungsrisiko eingehen, welches weder absolut noch relativ (Laufzeitenprämie) vergütet wird?  Welche Zinssensitivität – d.h. welchen Barwert verliert Ihr Zinsbuch bei 1BP Zinsanstieg – hat Ihr Gesamtzinsbuch eigentlich? Stellen Sie sich doch mal die Frage: Wieviel ZÄR Sie auf dem aktuellen Zinsniveau eigentlich überhaupt wollen bzw. welche Risikoart Ihnen derzeit lieber ist. Adressrisiko oder ZÄR?

 

H wie hochverzinsliche Bestände

Auch keine Rocket-Science: Die hochverzinslichen Aktivbestände entfleuchen auf aktuellem Marktniveau  zunehmend entweder wegen Fälligkeit und/ oder infolge Sondertilgungen im Kundenkreditgeschäft. Im Ergebnis sind dadurch auch die Reserven betroffen. Bedauerlicherweise schmilzt die hochverzinsliche (Einlagen-)Passiva nicht ab. Am Ende drückt das Ganze auf den Zinsüberschuss und damit auf den Ertrag. Sie brauchen Lösungen die: a) die die abfließenden hochverzinsten Aktiva substituiert oder b) den Aufwand der hochverzinsten Passiva zumindest teilweise kompensiert, oder c) die teuren Passiva substituiert. Ihnen wird schwindelig? Ne, welche Handlungsoptionen haben Sie auf der Aktiv- und auf der Passivseite? Denken Sie quer und barrierefrei. Schon mal probiert? Wir machen dies regelmäßig…

 

I wie Integrierte Gesamtbanksicht

Der regelmäßige Leser unseres Blogs weiß: Treasury verfolgt keinen Selbstzweck, sondern hat die Vetriebsmarge des Kundengeschäfts zu sichern und insbesondere die ALM-Risiken zu jedem Zeitpunkt unter Beachtung der Gesamtbankziele beherrschen. Darüber hinaus übernimmt Treasury Innovatoren- und Treiberrolle in der Gesamtbank. Im Ganzen gilt Treasury beherrscht die Wechselwirkungen in der Gesamtbank, denkt integriert und ist elementarer Bestandteil des Think-Tanks Controlling, Treasury, Gesamtbanksteuerung. Lesen Sie hierzu unbedingt Blog Nr. 19….

J wie Junior-Treasurer

One-Man Show, Treasury-Team oder Org-Einheit. Die Anforderungen an Treasury sind mittlerweile komplex , die verlangten Resultate anspruchsvoll. Zahlreiche Treasury-Abteilungen – oder sagen wir lieber – Depot-A-Kümmerer als „Eh-da-Ressource“ werden künftig mit Nachfolger-Problemen zu kämpfen haben. Kümmern Sie sich heute also bereits drum, dass sich ihr Treasury a) gezielt weiterentwickelt (vgl. hierzu Blog 19) b) die Rolle im Haus auch ausfüllen kann c) der wichtige Erfahrungsschatz und das notwendige (integrierte) Wissen gepflegt und auf mehrere Schultern verteilt wird.  Wie wäre es mit einem Junior-Treasurer als Nachwuchskraft. Kein Budget? – dann überdenken Sie generell Ihre Organisation…

 

K wie Kreditrisikovorsorge

Wundervoll, steigende Immobilienpreise, Hohe Verwertungserlöse und historisch geringe Kreditausfallraten. Klar die Kreditrisikovorsorge hat wohl die Talsohle durchschritten, bewegt sich aber immer noch unter ferner liefen. Das ist auch gut so. Immerhin kompensiert (oder subventioniert?) die niedrige Kreditrisikovorsorge mittlerweile das Zinsüberschuss-/ Ertrags-Gap wesentlich. Recht ungünstig wäre, wenn im Rahmen eines deutlichen Konjunkturabschwungs oder gar einer Rezession die Ausfallraten und damit die Rückstellungserfordernisse auf der Kreditseite stark anziehen würden, die Entwicklung des Zinsbuches dies aber nicht durch das bereits heute vorherrschende negative Zinsniveau kompensiert werden kann.

Strategisch ist zu überlegen, ob das niedrige Niveau der Kreditrisikovorsorge heute schon für künftige Perioden abgesichert werden kann. Mir fallen dabei Strategien via Credit-Default-swaps und Optionsstrategien ein. Dabei gilt wie immer: Sie können entweder Risiken vermeiden, oder Auswirkungen kompensieren (Absicherung). That´s it! Gerne tauschen wir uns aus…

 

L wie Leverage

Die Ergebnisbeiträge der einzelnen Assetklassen sind mittlerweile sehr begrenzt und regelmäßig bereits negativ verzinst. D.h. die bloße Veranlagung von Cash – z.B. aus nullverzinsten Einlagen – rechnet sich kaum. Tiering sei Dank, gab´s noch eine kleine Wildcard. Ein relevanter Ertragshebel ist im übrigen auch Leverage oder besser gesagt Bilanzverlängerung. Verlängern Sie die Bilanz auf beiden Seiten z.B. durch kurzfristige Geldaufnahmen und Veranlagung in relativ risikoarme Eigengeschäftspositionen nutzen Sie die Assetklasse Refinanzierung und Leverage. Ob Bund bei -0,34%, 3jährige Italiener bei rund 0,10% oder  Floater auf der Senior-Non-Prefered-Seite (0,30%), so lassen sich zumindest noch Erträge generieren. Denken Sie dabei auch an die TRLTOs, Repos, Derivate (z.B. kurze CDS) wie auch Kundenkreditgeschäft.

 

M wie Mindset im Treasury

Toolset, Skillset, Mindset: natürlich ist entscheidend Treasury ob Treasury über die notwendige Transparenz des relevanten Datenkranzes, deren Auswirkungsketten und den  geeigneten Tools und Kompetenzen verfügt. Man könnte auch Fragen: Verfügt Treasury über die Qualität und Akzeptanz in der Unternehmenssteuerung?  Klares Votum: Weiterentwicklung kann (und muss) man sich immer. Wesentlicher Erfolgsfaktor ist in diesem Zusammenhang die intrinsische Motivation und dem zufolge unser Mindset. Im Übrigen mehr als ein verbranntes Wort aus dem Phrasen-Bullshit-Bingo. Immer noch gilt: Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe. Als CFO wünsche ich mir Treasurer und Controller die Dinge ermöglichen und zwar unter der Maßgabe, dass die Risiken zu jedem Zeitpunkt beherrscht werden. Streichen Sie, Sätze wie : „Historisch gewachsen…, das Problem ist…, man müsste/ sollte…, u.v.m.“ aus Ihrem Vokabular und besser noch aus Ihrem Gedächtnis.

N wie Nullzinsfloor

Bei 0%-gefloorten Einlagenbeständen haben Sie kapitalmarkttechnisch „Floors“ verkauft und sind quasi Stillhalter der Option. Halten Sie hingegen Floating-Rate-Notes (deren Kupons nicht unter 0% rutschen können) sind sie hingegen „Long Floor“ Preisfrage: Bedeutet dies, dass wenn Sie sämtliche „fast Money“ Einlagenüberschüsse in Floating Rate Notes anlegen, dass Sie gar kein „Floor-Problem“ haben? Korrekt; zu beantworten ist die Frage, nach der Ausgestaltung Ihre Floor-Portfolios (Laufzeit, Strikes, Volumen, etc.) – Schon mal angeschaut? Ich verspreche Ihnen – Transparenz erlaubt Steuerung und Maßnahmen werden sich aufdrängen….

 

O wie Opportunitäten

Opportunitäten existieren auch heute noch genug. Es stellen sich salopp gesagt nur folgende 3 Fragen:
1) Sehen und identifizieren Sie die Opportunitäten?

2) Wollen und Können Sie diese nutzen?

3) Haben Sie die Kraft/ Akzeptanz sich durchzusetzen und auch durchzuhalten?

  • Ein kleiner Auszug: Die Vergütung von Creditsrisiko (ADR)  über den Verkauf CDS (Protection-Seller) ist deutlich günstiger. – CDS können/ wollen Sie aber nicht?
  • Gesetz dem Falle Ihr Hauptrisiko im Gesamtzinsbuch ist die Kurvenverflachung oder gar Inversion der Zinskurve , sie vergöttern aber weiterhin Ihre gleitende passive Struktur.
  • Sie haben Ertragsdruck – verzichten aber auf jeglichen Credit und Kapitalumschlag? Sie sind  Immobilienfinanzierer (quasi Hypothekenbank) nutzen aber keine Pfandbriefe in Ihrem Instrumentenkasten? Spektrum zur Refinanzierung, Sie haben massenhaft negativ rentierliche Bonds im Bestand, veräußern diese aber nicht, weil sie die Reserven nicht realisieren wollen/ können? Auch hier gibt es Möglichkeiten…Sie haben ausreichend Risikobudget aber…

 

P wie Planung Zinsüberschuss

Theoretisches Beispiel: Die Zinsüberschussplanung erwartet € 120 Mio. Zinsüberschuss für das Jahr 2020. Linear hochgerechnet bedeutet dies einen monatlichen ZÜB-Zuwachs von € 10 Mio. Ende Februar stellen Sie fest, der anteilige ZÜB liegt mit 5 Mio. unter Plan? Frage: Wer hat was zu tun? Erfahrungsgemäß startet In zahlreichen Häusern dann die Diskussion nach den Ursachen, des Gaps   –  vorausgesetzt es wird in dieser Größe- identifiziert. Gemäß Verursacherprinzip soll dann die verursachende Einheit/ das Produktsegment die ZÜB-Lücke  beseitigen. Papperlapapp: Sobald sich eine ZÜB-Lücke abzeichnet, hat Treasury umgehend Maßnahmen zur Kompensation vorzuschlagen und ggf. einzuleiten. Flankierend haben die anderen Produktsegmente ebenfalls Maßnahmen zu entwickeln. Zuviel ZÜB bekommen Sie „weggedrückt“.

Herausforderung im Rahmen eines solchen Vorgehens ist die regelmäßig eingesetzte „Ergebnisvorschaurechnung (EVR). Fraglich ist nämlich, ob das o.a. beispielhafte Gap in dieser Größe überhaupt identifiziert worden wäre, da in der aktuellen EVR ja auch 8/12 Planrechnung (Hoffnungswerte weitere Prämissen) enthalten sind. Das Risiko besteht darin, dass erst zum Jahresende die „Zahlen“ verlässlicher werden. Zeit für Kompensationsmaßnahmen ist dann aber kaum mehr vorhanden. Zu weit hergeholt?

 

Q wie Quantifizierung In Einheiten des ZÜB

Limitstreichungen, Limitablehnungen, Modelanpassungen, Lähmende Prozesse, Repriorisierung, Erleichterungen Meldewesen, fehlende Entscheidungen, Instrumentenkasten – quantifizieren Sie künftig alles in ZÜB-Einheiten und Ertrag und kleben Sie ein Preisschild an jedes der o.a. „Hemmnisse“. Erschrecken Sie aber nicht aber seien Sie sicher… es wird vorangehen…

R wie Regelkommunikation

Jedes Haus hat seine turnusgemäßen Gremien: ALKO, Aktiv/Passiv-Ausschuss, Dispoausschuß, GBS-Gremium, Risk-Board, Anlageausschuss, etc.

Um integriert und zielgerichtet steuern und vor allem bewirtschaften zu können, liefern  turnusgemäße (mind. 14-tägige) operative Plattformen zu den Themen Liquidität, ZÜB & ZÄR, GBS einen extremguten Werthebel. Quasi: Systematischer, transparenter, disziplinierter und unpolitischer Austausch auf operative Ebene mit echten Ergebnissen. Alle werden besser, integrierter, die Organisation wird schneller ..nur gute Erfahrungen.

S wie Strategische Asset-Allokation

Natürlich sollen Sie sich Gedanken über die Strategische Ausrichtung Ihrer Assetklassen und möglicher Korrelationen machen – nur nicht als ersten Schritt. Wir präferieren zunächst die Identifizierung möglicher Assetklassen die zu Geschäftsmodell, Risikokultur und Regulatorik passen. Im zweiten Schritt erfolgt die Ableitung und Befüllung von gedanklichen Funktionsportfolien, die sich an verschiedenen Rahmenbedingungen wie LCR-Portfolio, Aktiv-Engpass, Eigenmittel und Risikobudget orientieren. Schritt 3 simuliert, die Auswirkungen, gerne mit Markowitz und Konsorten. So wird SAA transparent, verständlich und erklärbar…Ihr Vorstand und Aufsichtsrat wird´s ihnen danken…

T wie Tiering

“Tieren sie eigentlich? Bestimmt und ganz sicher. Auf die Nullverzinsung in Höhe ihrs 6 Fachen Mindestresreve-Solls verzichten Sie ntürlich nicht. Frage: Haben Sie HQLA´s im Gegenzug abgebaut? Warum eigentlich? Negativ-Rendite? Zu wenig Ertrag? Geben Sie d ie Dinger lieber ins Repo und tauschen Sie diese in HQLA´s der 2. Kategorie – denn Ertrag brauchen Sie…

 

U wie Unsicherheit und Unverbindliches Strategiegespräch

Die Zeiten sind herausfordernd. Nahezu jeden Tag werden von Ihnen als Unternehmenssteuerer, Treasurer, Vorstand zahlreiche Entscheidungen gefordert. Jede Handlung hat hierbei Impact und die meisten Entscheidungen fallen unter Unsicherheit. Sicherlich sind Sie fachlich gut aufgestellt und verfügen über einen breiten Erfahrungsschatz und trotzdem reflektieren Sie ab und an: Bin ich auf dem richtigen Weg? Habe ich etwas übersehen? Gibt es weitere Handlungsoptionen und Lösungsansätze? Welche alternativen Umsetzungswege existieren und wie machen es andere?

Exzellente Erfahrungen haben wir mit unseren Sparring-Programmen FachCoaching und Strategiegesprächen. Vereinbaren Sie doch einfach einen unverbindlichen Termin in unsere Online-Kalender.

 V  wie Veroptionierung und Volatilität  

Volatilität als Assetklasse wird immer sehr schnell ausgeklammert. Gekauft. Aber in Zeiten von Null-, Negativ- und Nichtig-Zins sind wir auf ertragsbringende Assetklassen angewiesen. Volatilität bringt uns zu Optionalität. Über Optionalität können Optionsprämien als Zusatzerträge generiert werden. Produkte wie Aktienanleihen (Reverse Convertibles) oder kündbare Anleihen (Callables) zeigen dies eindrücklich.

Die funktionsweise kennen Sie bestimmt. Im Zinsbuch ergeben sich ganz andere Möglichkeiten:

Der aktuelle 10 Jahres Swapsatz ist bei aktuell bei 0,00%. Sie wollen bei 0,30% ohnehin empfangen. Welche Handlungsoptionen haben Sie:

  1. Sie warten auf Ihr Niveau
  2. Sie verpflichten sich bereits heute schon, u.U. in einen 10jährigen Receiver-Swap bei 0,30% einzutreten.

 

Während Sie bei a) u.U. warten bis Sie schwarz werden, keinen Carry erhalten und auch noch das Risiko haben, dass Ihnen der Markt nach unten wegläuft sieht es bei b) deutlich besser aus.

Für die Verpflichtung (Stillhalterposition) bekommen Sie eine Prämie – sagen wir in Höhe von 40 BP upfront. Steigen die Sätze, müssen Sie zu 0,30% Fest empfangen. Unter Einrechnung der erhaltenen Prämie haben Sie einen Break-Even von 0,34% und einen deutlich besseren Einstand, wenn Sie in der Kasse empfangen hätten.

Bleiben die Sätze konstant oder fallen, haben Sie die Prämie als a.o. Ertrag im ZÜB realisiert. Wenn man bedenkt, dass die erhaltenen Prämien i.d.R. den Carry einer 10jähres-Halteposition für das erste Jahr kompensieren, gar nicht so schlecht…

 

W wie Warteprämie

Siehe unter V wie Veroptionierung

 

X wie X-Over

Creditspreads notieren auf den historischen Lows, d.h. für Investmentgrade- Titel gibt es kaum mehr adäquate Risikoaufschläge. Dadurch rückt der sogenannte CDS-Index X-Over (Cross-Over) in den Fokus. Der Baket investiert in die 75 liquidesten below IG Titel und handelt aktuell bei rund 230 BP (5Y). Doch Vorsicht an der Bahnsteinkante: Das sind Credits und Volatilität pur. Die Spannbreite der Spreads beträgt derzeit von 70-900 BP. Also nur was für hartgesottene und wirklich Credit erfahrene Asset-Manager.

  Z- wie zahlreiche andere Punkte

SFTR-Anforderungen – Meldeanforderungen für Repogeschäfte ab dem April 2020, RWA-Optimierung, Optimierungsmöglichkeiten ihres Regulatorischen Kapitals, Ausbau des Instrumentenkasten, Konvexität, Liquiditätspockets, NSFR- Transformation, FTP, Reduzierung Liquiditätspufferkosten, Weiterleitungsdarlehen, Weiterbildung, …. melden Sie sich gerne…

Blog 44 | #2020 Treasury – Make your Treasury great again

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Der Startschuss ist gefallen, in weniger als einem Jahr wählt Amerika wieder ihren Präsidenten. Ob ein Machtwechsel im Weißen Haus bevorsteht wissen die Götter. Aber klar scheint wohl: Trump ist fest entschlossen das Spiel für sich zu entscheiden. In der Nacht zum 04.11.2020 werden wir schlauer sein. Nicht nur in der (Neben)Sache Trump, auch in unserem Hauptfokus Gesamtbank! Hier stehen ZÜB, Risiko, Marktumfeld, Geschäftsmodell und deren Steuerung im Fokus. Was müssen Sie eigentlich HEUTE tun damit sich der Erfolg Ende 2020 einstellt? Keine Ideen? Wir schon…

Wenn gleich wir nicht wissen ob Trump, Biden, Bloomberg oder wer auch immer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein wird, bleibt oder wird der Wahlkampf spannend, „faky“ und möglicherweise auch schmutzig. Logisch, ist ja auch kein Kindergeburtstag. Wo wir nun bei Treasury und Gesamtbanksteuerung angekommen wären.

ZÜB und Zuführung Risikovorsoerge – besser wird´s nicht

Auch hier werden wir in einem Jahr deutlich schlauer sein, was 2020 gebracht hat. Schlauer hinsichtlich der Lagard´schen Geldpolitik, der Zins-und ZÜB-Entwicklung in Ihren Hause, Konjunktursentiment, Kreditrisikovorsorge, Ertragsentwicklung und, und, und…

Emotionslos betrachtet wissen wir ja heute schon, dass die nächsten 300 Tage vorsichtig ausgerückt nicht unbedingt der Selbstläufer sein werden. Ich wiederhole mich: Ablaufende (Hochzins)Bestände, Vorfälligkeiten, unrentable oder zumindest ungünstige Zins- und Credit-Spreadniveau, konjunkturelle Unsicherheiten, anziehende Kreditrisikovorsorge bei abschmelzenden Reserven und ein u.U. nicht zeitgemäßer Instrumentenkasten für Steuerung und Bewirtschaftung im ALM.

Konkreter “Action-Plan” für 2020?

Wohl wissentlich, dass Ihnen die Themen längst bekannt sind, stellt sich die Frage nach dem konkreten und sehr verbindlichen „Action-Plan“ für die nächsten 300 Tage um das Ziel zu erreichen oder zumindest die Zielerreichung so positiv wie möglich zu beeinflussen. Quasi “Durchwurschteln“ vs. “systematischer Abarbeitung der Themenstellungen“.

Womöglich Sie können das ganze „Phrasengedresche“ um Zielerreichung und „nochmals eine Schippe drauflegen“ schon lange nicht mehr hören. Verständlich, aber halt keine Option. Die Zeiten sind mal wie Sie sind, und das Geschäftsmodell geht Ihnen langsam flöten!

 

Beherrschen, bewirtschaften, Erträge generieren… klassisches Treasury?

Salopp gesagt ist das Geschäftsmodell sicherlich auch Ihrer Bank, der aktive Einkauf bankbetrieblicher Risiken – Liquiditätszusagen, Festzinsbindungen, Sonderkündigungen, Adressrisiken, etc.). Durch die professionelle Steuerung oder meinetwegen auch „Veredelung“ der Risiken generieren Sie Ihre Erträge. Salopp formuliert gilt:

“Ertrag ist dass was man bekommt, wenn man das Spiel beherrscht“. Stellt sich die Frage warum gerade zahlreiche Häuser ein Ertragsproblem haben. O.K, das klingt offensiv, aber das Sind Sie von mir ja gewohnt 🙂

 

Spiel beherrschen heißt in diesem Kontext, beherrsche die Risiken zu jedem Zeitpunkt. Kernbotschaft ist also die Steuerung und Bewirtschaftung der ALM-Risiken mit Kapitalmarktinstrumenten. Quasi klassisches Treasury.

Ich selbst war seit Ende der Sommerferien für zahlreiche Key-Notes, Praxisworkshops und Webinare zum Thema Lösungen in Treasury und Gesamtbanksteuerung im aktuellen Umfeld ziemlich unterwegs. Die Fragen sind regelmäßig:

Wie mit dem aktuellen Umfeld umgehen? Welche Handlungsmöglichkeiten zur Ertragsstabilisierung bestehen? Und wie die Organisation, Treasury und Mindset in Bewegung bringen? Das Ganze vor dem Hintergrund Kosten- & Ertragsdruck, Ressourcenengpässe und nie endenden regulatorischen Diskussion.

One-Man-Show Treasury …

Zahlreiche Wortmeldungen und Diskussionen gingen in die Richtung: Kleine Häuser können Sich keine Treasury-Einheit leisten. Außerdem stehen Instrumente wie Zinsswaps, Repos oder gar CDS, Caps, Floors und Terminverkäufe in Anleihen gar nicht zur Verfügung? Und selbst wenn man wollte: Wie soll man denn eine schlagkräftige Einheit kurzfristig aufbauen? Und warum muss es ein Treasury sein, das kann doch auch Risiko-Controlling? …

Die Fragen sind O.K. und am Ende des Weges sind diese zu lösen. Irgendjemand muss sich halt um die systematische Steuerung UND die Bewirtschaftung der Risiken wie auch der Ertragsgenerierung kümmern. Risk-Control scheidet hier aus – die sollen die Risiken messen, quantifizieren und überwachen. Ein früherer Vorstand von mir nannte dies treffend: “Klare Verantwortung für Ergebnis und Risiko“.

Make Treasury great again!

Gesetzt dem Falle Sie kaufen mir ab, dass Sie eine Einheit brauchen die Sie dem Thema der Steuerung, Risiko-Bewirtschaftung, Instrumentenkasten und Ertragsgenerierung wie auch Innovatoren und Treiber-Rolle annimmt, stellt sich die Frage nach dem WIE beginnen.

Schrittweise und dauerhaft… Zerlegen Sie die Bank

Beginnen Sie einfach mit der „Zerlegung“ Ihres (typischerweise Treasury nahen) Eigengeschäfts in Funktionsportfolien. Clustern Sie doch einfach die Bestände in LCR-Puffer, weiterer Liqui-Puffer, Zinsbuch, Kreditersatzgeschäft, Eigenmittelportfolio, und sonstiges.

Am Ende dieser Transparenz-Übung identifizieren Sie und „schneiden“ quasi die Profit- und Cost-Center Ihres Eigengeschäftsbuches und können Ableitungen zum aktuellen Ertragsbeitrag, Ertragspotential und Risikoverbrauch gut abschätzen.

Deep-Dive in Zinsbuch und Bestand

Zerlegen Sie in einem 2. Schritt die Portfolien mit einem solchen Tiefgang, dass Sie Ihr Portfolio, die Risiken, die Ertragschancen „auswendig“ kennen. (PV01, Reserven, Risikotreiber, Abläufe, ZÄR, Kurvenposition, Repo-Fähigkeit, RWA´s, Rating, Ausfallwahrscheinlichkeit, … ! Ich verspreche Ihnen – Sie werden Erkenntnisse bis zum „Kopfschmerz“ haben. Danach stellt sich ein Gefühl der Kontrolle und Beherrschung ein.

Garantiert werden sich nach dieser Übung Handlungsoptionen zur Risiko- und Ertragsoptimierung nicht nur herausschälen sondern „aufdrängen“.

Im Übrigen mache ich diese „Übung“ regelmäßig mit zahlreichen Mandanten und Kunden. Sind Sie erst einmal soweit, erkennen Sie umgehend welchen Instrumentenkasten Sie zur angemessenen, risikobeherrschenden und ertragreichen Bewirtschaftung des Eigengeschäftsportfolios benötigen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, Der Werthebel ist hier verdammt hoch, Immerhin repräsentiert das Eigengeschäftsportfolio einer Bank, das residual des GesamtbankCash-Flows.

Transparenz erlaubt Steuerung, Steuerung ermöglicht Bewirtschaftung

Keine Raketen-Wissenschaft aber doch so war: Transparenz erlaubt Steuerung und fokussierte Bewirtschaftung. Bewirtschaftung führt zu Erträgen. Erträge von heute ist das Eigenkapital von morgen. Das Eigenkapital von morgen ist der Handlungsspielraum von Übermorgen.

Verdammt gute Gründe sich eine professionelle Treasury-Einheit aufzubauen. Keine Angst es geht nicht um ein Händler-Team das Investmentbank „spielt“ und sich selbst verwirklicht! Es geht einzig und allein darum, die über das Geschäftsmodell hereingenommen bankbetrieblichen Risiken zu beherrschen und adäquat mit den richtigen Instrumenten über eine Einheit, die dafür auch die Verantwortung übernimmt zu bewirtschaften. Denken Sie immer daran:

Ertrag ist das was man bekommt, wenn man das Spiel beherrscht …

Bleiben Sie erfolgreich!

Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer derivatexx GmbH