Blog 29 | Glaube, Liebe, Hoffnung – Bail-in in Ihrem Zinsbuch?

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Es ist kein Geheimnis mehr, die EZB hat sich hinsichtlich der Notenbankfähigkeit von ungedeckten Bankschuldverschreibungen entschieden. Wie Sie wissen, verlieren große Teile derzeit emittierter ungedeckter Bankschuldverschreibungen zum 01.01.2019 Ihre Notenbankfähigkeit. Not eligible – no Cash. Kalter Kaffee und wenig relevant? Vielleicht ja nicht…

Hintergrund der EZB-Entscheidung ist die geänderte Haftungs-Kaskade gemäß der Bail-In-Regeln im Zuge der BRRD und des gemeinsamen Abwicklungsmechanismus.

Der Mensch denkt, die Aufsicht lenkt…

Im Ergebnis werden bisher emittierte ungedeckte Bankschuldverschreibungen (Senior Unsecured) im Rang zurückgestellt und werden so im Bedarfsfalle Bail-In-fähig. Soll die Bail-In-Fähigkeit vermieden werden, muss die Bank künftig sogenannte nicht strukturierte ungedeckte Schuldverschreibungen mit Prefered-Senior-Rang emittieren. Nur, noch ist es für deutsche Kreditinstitute aufgrund nicht angepasster Regelungen und KWG-Paragrafen derzeit noch nicht möglich derartige Prefered-Bonds zu emittieren. Die Anpassungen des Rechtsrahmens wird aber bis zum Herbst erwartet.

Neben der Geburt einer neuen Assetkategorie (Prefered Seniors) und der Zurückstellung einer Anderen (alte Seniors werden zu Non Prefered Seniors) stellt sich die Frage wie mit den -nennen wir es Altlasten- in Ihren Beständen umgegangen werden soll. Halten, verkaufen, nachkaufen, hoffen?

Isoliert betrachtet scheint die Umsetzung der bereits lang diskutierten Bail-In-Regelungen und infolgedessen dem Verlust der EZB-fähigkeit kein Beinbruch und salopp ausgedrückt tatsächlich kalter Kaffee.

Die Hoffnung stirbt zuletzt?

Riskiert man einen genauen Blick und taucht man etwas tiefer in die Materie ein – am besten in Verbindung mit der aktuellen Gesamtgemengelage um EZB-Exit, Vola-Anstieg und Marktverwerfungen stellt sich schon die Frage nach den Auswirkungen.

Möglicherweise befindet sich auch In Ihrem Eigengeschäftsportfolio die ein oder andere Non Prefered ungedeckte Bankschuldverschreibung. Immerhin war und ist die Investition in derartige „Altschuldverschreibungen“ ein probates Mittel das Eigengeschäftsportfolio ein wenig in Richtung ZÜB zu pimpen. Nicht grandios, aber immer noch mehr als bei gedeckten Titeln.

Nur gut, dass sie die Investments Innerhalb definierter Bandbreiten aufgrund Ihrer EZB-Fähigkeit (eligible Assets) als Fundingpotential und damit zur Sicherstellung Ihres internen Liquiditätspuffers heranziehen konnten. Nur, jetzt ist es vorbei mit dieser Herrlichkeit. Künftig bedeuten derartige Investitionen quasi einen „harten“ Liquiditätsverzehr, ähnlich wie bei Investitionen in Namenspapieren von Banken. No EZB-Fähigkeit – No Offenmarkt – no Repo – No Cash. Nicht nur vor dem Hintergrund – i.S. der MaRisk geforderter interner Refinanzierpläne – eine interessante Sache.

Die künftig Bail-In-fähigen Papiere liegen also de facto als eine Art Kreditersatzgeschäft in Ihrem Iliquiditätsbuch, bestenfalls noch als veräußerbare Assetklasse. Sicherlich kann erwartet werden, dass die Marktliquidität der ab dem 01.01.2019 nicht mehr EZB-privilegierten Titel sukzessive dafür aber deutlich abnehmen dürfte. Kleinerer Markt, weniger Wettbewerb, geringerer Nutzen, höheres Credit-Risk, wunderbar.

Langfristig dürften zahlreiche Investorengruppen sicherlich kein allzu großes Interesse an einer Bail-In-Fähigkeit Ihrer Aktivseiten haben. Banken schon gar nicht. Das heißt mit dem Vollzug der notwenigen Anpassungen von Richtlinien und Gesetztestexten dürfte die Emissionstätigkeit von neuen „bevorzugten (Prefered)“ und damit nicht nachrangigen Bankschuldverschreibungen deutlich an Fahrt gewinnen.

Es ist schon immer gutgegangen?

Stellt sich die Frage was mit den „bekannten Altbeständen“ passiert. Klar dürfte sein: Die Altbestände dürften spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf allzu große Nachfrage mehr stoßen, dürften illiquider werden und dürften die ein oder andere Anlagelinie „verstopfen“. Rosige Aussichten?

Interessant wird zudem die Behandlung in den Kreditrisikomodellen. Potentieller Nachrang mit Solva 20? Never!
Echter Spaßfaktor oder zumindest interessante Diskussionen im RWA-Management scheinen garantiert.

Glaube, Liebe, Hoffung vs. Auswirkungsanalyse?

Hinsichtlich künftiger Performanceentwicklung der neuen „Alten“ Assetklasse bietet die Marktentwicklung vom Jahresanfang einen möglichen Vorgeschmack. So ergaben sich bei nichtdeutschen Emissionen (dort existieren die unterschiedlichen Senior-Stufen bereits seit dem letzten Jahr) deutliche Performanceunterschiede zwischen Non-Prefered und Prefered-Emissionen. Teilweise um 45 Bp. Na ja für den gleichen Emittenten, und das gefühlte gleiche Adressausfallrisiko ne echte Hausnummer. 45 BP x 10 Jahre sind barwertig 4,50 Euro. Wow. Reservieren Sie schon mal Platz in Ihrer Risikvorsorge. Spaß beiseite. Keep Care.

Interessant wird das Ganze wenn wir versuchen ein aktuelles Gesamtbild zu zeichnen. Eine EZB im Tapering-Modus, temporär selektiv steigende Refinanzierungskosten, zunehmende Volatilitäten am Finanzmarkt, einen tendenziell reifen Konjunkturzyklus und regulatorische Experimenten – Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Folgende Grafik verdeutlichen die Zusammenhänge.

Was Gewinner von Verlierer unterscheidet ist, wie jemand auf Wendungen des Schicksals reagiert.

Klar, keine Wirkung ohne Ursache. Und da gibt es potentiell viele. Das sollten Sie nun tun:

  1. Identifizieren Sie Ihre ungedeckten Schuldverschreibungen Eigenbestand
  2. Diskutieren Sie wie Sie mit dem Bestand perspektivisch Umgehen wollen, denken Sie dabei auch an Auswirkungen hinsichtlich potentieller Ratingeinschätzungen, RWA-Änderungen, Risikovorsorge
  3. Welche Auswirkungen ergeben sich infolge des Verlusts hinsichtlich EZB-Fähigkeit, auf Ihr Funding-Potenzial.
  4. Machen Sie sich Gedanken über das Funding derartiger Positionen. Auch der Repomarkt dürfte schwieriger werden.
  5. Wie viel Freiräume bestehen noch in Ihren Credit-Linien um neue „Vorrangige“ Bonds zu kaufen – sicherlich werden im Rahmen einer regen Emissionstätigkeit der eine oder andere Spreadaufschlag zu vereinnahmen sein-, sofern der Altbestand Ihre Anlagelinie nicht „verstopft“.
  6. Welche Spielräume bestehen im Abbau der Altpositionen. Oder ab wann macht es Sinn gerade in Non-Prefered-Titel zu investieren.
  7. Denken Sie auch an Asset-Swap-Packages und damit variabler Positionen.
  8. Setzen Sie sich zum Monitoring eine Musterportfolio – aus Prefered und Non-Prefered Emissionen europäischer Emittenten auf. So bekommen Sie Entwicklungen rechtzeitig mit.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Intention ist es nicht – aus den aktuellen Entwicklungen ein ausgeklügeltes Tradingkonzept zur Vereinnahmung von Handelsgewinnen zu machen!

Vielmehr sollten rechtzeitig Handlungsoptionen und Alternativen zum Umgang mit der neuen Situation entwickelt werden. Noch ist das Zeitfenster geöffnet.

Here we go…

Erfahrungsgemäß macht es Sinn, sich diesem Thema konzentriert und fokussiert zu widmen. Keine Zeit, keine Ressourcen? Warum nicht mit einem persönlichen Sparringspartner und Fachexperten die Thematik gemeinsam und fokussiert, entwickeln, diskuttieren und Handlungsoptionen und Lösungsalternativen abzuleiten. Wir stehen bereit.

Bleiben Sie erfolgreich
Herzliche Grüsse
Ihr Dennis Bach

 

 

Blog 28 | Waschen, legen, föhnen – Goldilocks in Ihrem Zinsbuch

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Was sagen Ihnen die 80iger? Ja coole Songs, hohe Zinssätze, Inflationsraten die teilweise an heute erinnern und -oh Gott – die Dauerwelle. Ganz sicher hatte Ihre Mutter eine. Und seit dem letzten Jahr schummelt sich die Dauerwelle wieder unter die Leute. Ob dies an Trump liegt bleibt zu klären. Und die Goldilocks? Trendmäßig sind sie immer dort zu finden wo die Party gerade läuft und die Feierlaune gut ist. Nur, auch die schönste Dauerwelle verliert mit der Dauer an Spannkraft…

Natürlich zu Beginn eines jeden Jahres fragt man sich wie man die Ziele und Vorgaben überhaupt erreichen soll. Irgendwie klappt es dann meistens und das Jahr läuft dann doch besser als erwartet. Natürlich nur wenn die Märkte mitspielen. Und das taten und tun Sie ja noch.

Nicht zu heiß und nicht zu kalt – die Goldilocks

Ganz bestimmt kennen Sie den Begriff der Goldilocks. Marktteilnehmer nennen so die Zeiten , in denen die Wirtschaft weder „zu heiß noch zu kalt“ ist, also moderat und nachhaltig wächst und die Inflationsraten absolut im Rahmen bleiben. Im Ergebnis laufen auch die Finanzmärkte und alle freuen sich. Führt man sich die einzelnen Research-Ausgaben und Jahresausblicke für 2018 zu Gemüte scheint sich eine neue Begrifflichkeit für das Jahr 2018 herauszubilden: Die Premium-Goldilocks – schön, stabil und robust.

Interessant, da lesen wir überall von VUCA-Welten, Disruption und Grenzen des Wachstums. Sie erinnern sich: VUCA beschreibt angeblich die neue Normalität als Volatil (Voalitility) – Unsicher (Uncertainty) – Komplex (Complexity) & Mehrdeutig (Ambiguity). Nur an den Finanz- und Kapitalmärkten herrschen die (Premium) Goldilocks – Aus der schönen neuen Welt 🙂

Finanzmarktstress geht anders…

Hinsichtlich Volatilität, war die Finanzmarktvolatilität im vergangenen Jahr schon mal nicht der relevante Risiko- oder Wertreiber. Allein die Vola-Ausschläge des DAX blieben sogar noch unter denen des Vorjahres. Und wer Bond-Optionen oder Swaptions – direkt oder indirekt in seinem Gesamtzinsbuch einsetzt weiß, die Vola-Prämien waren auch schon mal höher. Dank Forward-Guidance … Sell Vola!

Und Unsicherheit? Bestenfalls zu Beginn des Jahres, hinsichtlich zahlreicher Parlamentswahlen und Regierungsbildungen in Europa. Irgendwie hatten zahlreiche Marktteilnehmer zunehmend die Hosen voll, doch klebrig wurde es überraschenderweise nur in Deutschland. Hier hält die Unsicherheit zur Regierungsbildung noch an, sollte aber spätestens bis Ostern geklärt sein. Und Katalonien? Unsicher? vielleicht, aber es hat trotzdem niemanden interessiert, noch nicht mal spanische Staatstitel.

Bleibt noch Komplexität? Irgendwie ein Unwort und in Führungsrunden regelmäßig ein Fall fürs Phrasenschwein. Unterscheiden Sie gefühlte (Ohnmacht) von tatsächlicher Komplexität. Für das letzte Jahr ist zu konstatieren, dass sich die gefühlte und regulationsgetriebene Komplexität mittlerweile etwas reduziert oder zumindest nicht mehr so als Horror wahrgenommen wird. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

Na ja und das Gegenteil von Mehrdeutigkeit ist dann wohl Forward-Guidance. Marktteilnehmer vorbereiten, auf das was übermorgen passiert. Perfekt. Und weil die Welt so einfach geworden ist, performed irgendwie alles Aktien, BitCoin, Credits und Dollar(Shorts J). Mehrdeutigkeit adieu.

Ist Zinsbuch etwa einfach?

Eigentlich Cool. Scheinbar war Zinsbuch noch nie so einfach. Steile Euro-Zinskurve, sagenhafte Refinanzierungskonditionen – zum Jahresende handelten GC-Repos bei knapp minus 60 BP und die TRLTOs wurden bei minus 40 zugeteilt – dazu noch stabile (und engere) Creditspreads und noch stabilere HighYields. Und wer den Mut hatte in Aktien zu gehen wurde mit Dividenden und Kursgewinnen belohnt.

Wann verlieren die Goldilocks Ihre Spannkraft? – Wird nun alles anders?

Laut den allermeisten Ökonomen eher nicht. Wenngleich der neue Fed-Powell wohl nach oben überraschen dürfte – immerhin scheinen zu wenige FED-Hikes eingepreist- , ist sich die Ökonomen-Zunft ziemlich sicher, dass Euro-Draghi eher auf der dovishen Seite überraschen und das Hiking lieber seinem Nachfolger zumutet. Ship it in.

Easy Going – “QE” =  “no Hikes”

Ja und die Euro-Zinskurven sind für das aktuelle Umfeld immer noch steil, so scheint ein deutlicher Zinsanstieg am langen Ende ebenfalls ausgeschlossen – meinen zumindest zahlreiche Ökonomen. Und da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, werden im Gros sogar noch etwas steilere Euro-Zinskurven erwartet. Dies gilt insbesondere im Kontext der gut verankerten Kurzfristsätze der EZB. Immerhin wird die EZB-Einlagenfazilität – solange QE- anhält bei -40 Basispunkten verharren. Frühestens 6 Monate nach Beendigung der Anleihenkaufprogramme, werden dann die Leitzinsen – vorsichtig und natürlich nur in homöoapathischen Dosen erhöht. Also was soll da schon passieren? Relax.

Ach und Nord und Südkorea reden ja wieder miteinander, und die US-Steuerreform wird auch irgendwie uns entlasten. Easy Going…

Nach der Party kommt der Kater

Ganz sicher konnten Sie von den Entwicklungen an den Finanzmärkten profitieren. Sie es über günstige Refikosten, Spreadeinengungen oder einfach nur eine positive Risikovorsorge und wenig Stress auf der Rating und Bewertungsseite. Auf der anderen Seite dürften im vergangenen Jahr die Fälligkeiten Ihrer hochverzinsten Bestände – ganz egal ob im Eigen- oder Kundengeschäft – spürbar geworden sein. Und in 2018 verkürzen sich die Bestände weiter und Teile der aktuell noch hohen stillen Reserven transferieren sich ganz automatisch in die GuV.

Sie werden zumindest anfälliger

Ob Sie wollen oder nicht, sie werden dadurch anfälliger für den ersehnten Zinsanstieg. Wie viel Reserven liegen bei Ihnen denn in den vorderen Laufzeiten-Buckets und wie sieht die Reservensituation in den langen Buckets aus? Marktbedingt, dürften sich bereits ein paar stille Lasten in den längeren Laufzeitenbuckets eingeschlichen haben. Nicht schlimm, nur Fakt. Behalten die Ökonomen mit der Kurvenversteilerung recht, wird das lange Ende eher etwas belasten. (Das Gros erwartet 10Y Swapsätze um 1,20%).

Und was die günstigen Refinanzierungskonditionen angeht: Senden diese wirklich das Signal des „Abwarten und Tee trinken“ aus? Nur auf den ersten Blick.

Die große Blendung?

Lassen Sie sich von der EZB-verankerten Kasse nicht blenden. Werfen wir einen Blick auf den 1jahres EONIA-Forward in 3 Jahren. Der schummelt sich bereits seit Ende 2016 sukzessive nach oben. Nachdem dieser bei einem Satz von -0,50% begann, wird die Rate aktuell bei rund +44 BP quotiert. Beinahe eine Anstieg von 1% (!), und das bei den kurzen Sätzen. Dovish ist anders.

Ok, sie handeln keine Forwards und schon gar nicht auf EONIA-Basis, nur Implizit sind Sie trotzdem voll tangiert. Spätestens in Ihrer periodischen Zinsüberschussplanung oder Zinsbindungsbilanz setzen Sie Refinanzierungsannahmen über Ihre Schließungsprämissen (in der Regel 1jahres Forwards) und dort wird die Refi nun wieder teurer, was wiederum den Zinsüberschuss belastet.

Erfahrungsgemäß stellen die Refikosten in der Periodenplanung einen wesentlichen Wert- oder Risikotreiber dar. Ein detaillierter & systematischer Jahresanfangsblick auf Ihre ZÜB-Prämissen, Planungen und Zielsetzungen könnte sich also lohnen. Der Hintergrund? Noch können Sie über den Einsatz von Repo, Wertpapierleihe und EONIA-Swaps und Portfolioumschichtungen Ihre Refinanzierungskosten langfristig absichern. Sind sie früh dran, schlagen Ihre Maßnahmen in 2018 voll durch.

Der Schnellcheck für Ihr Eigengeschäft und Gesamtzinsbuch – Warum eigentlich nicht?

Schon des öfteren an dieser Stelle genannt – vielleicht ist aktuell ja der richtige Zeitpunkt Ihr Depot A/ Zinsbuch einem Optimierungs-Schnellcheck zu unterziehen, natürlich unter Berücksichtigung einer integrierten Gesamtsicht und der vorherrschenden Rahmenbedingungen. Sie wissen ja Erfolg ist tun? Und noch können Sie ungeliebte Bestände relativ teuer loswerden. Dass Sie auf unverkäuflichen Beständen sitzen – im aktuellen Marktniveau eher unwahrscheinlich.

Doch nicht nur Depot A und Refinanzierungskosten stehen dieses Jahr im Fokus. Möglicherweise planen Sie den verstärkten Vertrieb sehr langfristiger Kundendarlehen. Spätestens dann stehen Fragen zur Absicherung außerordentlicher Kündigungsrechte (§489 BGB), Refinanzierungsprämissen, Margen- & Produktkalkulation im Raum. Das ganze vor dem Hintergrund, dass die Volatilitäten gerade eher niedrig sind, die Refikonditionen absolut und spreadwise günstig sind. Und wenn Ihr Geschäftsmodell von diesen Rahmenbedingungen abhängt, warum nicht die Frage stellen, wie die Konditionen und Risiken langfristig gesichert werden können.

Vom Goldilock zum Zinsschock?

Warum immer und immer wieder mit dem Depot A, Zinsbuch und Liquidität beschäftigen? Ja weil auch das Jahr 2018 wieder die ein oder andere Überraschung bereithalten wird. Überraschungen könnten sein:

Wildcard Nr. 1: 5 Sterne für Italien?

Welchen Handlungsbedarf in Ihrem Gesamtzinsbuch haben Sie eigentlich, wenn die Zinskurve (vgl. die Vergangenheit) deutlich abflacht oder die Anti-Establishment und eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung, die Italienwahl am 4. März gewinnt?

Wildcard Nr. 2: Immer Liquide bleiben!

Und noch einmal Zentralbankpolitik: Alle Zeichen stehen auf geldpolitische Straffung: Die im Rahmen der Anleihekaufprogramme zulässige Peak Liquidity ist zum Jahresultimo erreicht und mittlerweile sind mit schöner Regelmäßigkeit die Äußerungen fast aller Notenbanker hinsichtlich der Notwendigkeiten zur geldpolitischer Normalisierung zu hören. Letzte Ausfahrt Brooklyn? Machen Sie zumindest Ihren Fundingplan dingfest! Noch haben Sie Zeit. Das Fenster schließt sich aber.

Wildcard Nr. 3: Plopp – der Geist aus der Flasche

Nicht ganz aus dem Auge verlieren sollte man in diesem Jahr die Inflationsentwicklung. Ja richtig, 2017 blieben die Teuerungsraten in den USA und Europa natürlich hinter den Erwartungen zurück. Der fairnesshalber muss man konstatieren, dass Überraschungen in Euroland bereits geprobt wurden. Im Angesicht der guten konjunkturellen Verfassung werden die freien Kapazitäten demnächst sicherlich knapper. Ökonomisch betrachtet, ergibt sich somit das Risiko, dass die Teuerungsraten im Jahr 2018 nicht nur steigen, sondern auch nach oben überraschen könnten. Einzelne Marktteilnehmer erwarten in den USA eine Inflationsrate von etwas über 3,00%. Nur ums deutlich zu sagen: Ein Hauptrisiko zahlreicher Ökonomen besteht also in einer unerwartet hohen Inflation. Und das hätte ein deutliche flachere Zinskurve auf höherem Niveau zur Folge. Adieu Zinsüberschuss! Interessant: Halten die Goldilocks an, sind Sie wahrscheinlich zu defensiv in ihrem Zinsbuch positioniert. Das Ende der Goldilockphase wird wohl in flacheren und etwas höheren Zinskurven enden, was dann n bedeuten würde: Sichern Sie Ihre Refikosten und Ihren ZÜB gegen eine Verflachung. Es ist halt so: Erfolg ist tun.

Prognose ist gut – Überleben ist besser

Wir sind weit entfernt Ihnen die Entwicklungen an den Märkten vorauszusagen zu wollen, dass können andere ganz sicher besser. Wir möchten Sie so vorbereiten, dass Sie in jeder Situation und in jedem Szenario souverän und zielführend agieren können und die Risiken zu jedem Zeitpunkt beherrschen.

Was tun sprach Zeus. Keep calm… scheint also nicht angebracht. Nutzen Sie den Jahresbeginn und etablieren Sie Ihren Action-Plan 2018. Gerne helfen wir Ihnen dabei.

Was sind denn Ihre Hauptrisiken? Peripherie? Zinsrückgang? Verflachung? Refi-Konditionen? Nichtlinearität? Bestandsabläufe? Vorfälligkeiten? Default-Risk…

Was sind Ihre schmerzhaften Wildcards? In welcher Form können diese auftreten? Und welche Handlungsoptionen stehen grundsätzlich zur Beherrschung zur Verfügung? Entwickeln Sie Ihren Actionplan für 2018! Einen großen Beitrag hierfür leistet das Bank Treasury Summit 2018 am 22. Februar 2018 in Frankfurt.

Das BANK TREASURY SUMMIT 2018 –  Platz gesichert?

Sichern Sie sich noch heute einen Platz auf dem BANK TREASURY SUMMIT 2018. Hier kommen Sie Ihrem Actionplan 2018 deutlich näher. Diskutieren Sie mit 6 prominenten Chefvolkswirten den Zins- und Marktausblick oder nehmen wertvolle praktisch umsetzbare Handlungsoptionen und Lösungsalternativem für Ihr Treasury, Zinsbuch oder Depot A mit.

Mehr Klarheit und Transparenz versprechen die geplanten Online-Votings zu Zinserwartung, Handlungsoptionen und Herausforderungen. Kurze und massiv auf Lösungen fokussierte „Speed Workshops“ zu den Themen ALM, Treasury-Steuerung, Asset-Klassen, BitCoin und Erhöhung Ihrer „eigenen“ Schlagkraft. Sie werden begeistert sein. Praxis gelebt | nicht doziert.

Als besondere Leckerbissen erleben Sie unsere Special Guests Frank Niehage | Vorstandsvorsitzender der FinTech Group AG und Carl B.Weinberg der Volkswirt direkt aus New York.

Melden Sie sich noch heute an und sichern Sie sich eines von 4 Fachbüchern zu den Themen Treasury, Gesamtbanksteuerung oder SREP. Hier gehts zur Anmeldung!

Mit dem Rabatt Code: “Erfolg2018” erhalten Sie bis zum 20.01.2018 einen Rabatt in Höhe von € 300 auf den Normalpreis. (Einfach bei der Ticketbuchung unter „WerbeCode“ eingeben. Der Ticketpreis wird dann von € 1.099,00 auf € 799,00 reduziert.

Nicht vergessen; Erfolg ist tun. Bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer
derivatexx GmbH

 

 

 

Blog 26 | Indian Summer oder Zinsbuchherbst – Goldener Oktober in Ihrem Zinsbuch

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Indian Summer? Haben Sie das schon einmal erlebt; diese ungewöhnlich warme Wetterperiode im Spätherbst auf dem nordamerikanischen Kontinent? Dazu noch einen strahlend blauen Himmel, viel Sonne und einer besonders intensiven Blattverfärbung in den Laub- und Mischwäldern. Sieht toll aus! Aber es ist auch die Phase, die letztendlich die dunkle Jahreszeit einläutet. Wie Sie einen goldenen Herbst in Ihrem Zinsbuch erleben, lesen Sie hier…

Wie geht es Ihnen? So ein goldener Herbst ist quasi Gold wert. Noch einmal richtig Sonne tanken und die müde machenden Melatonin-Speicher entleeren, bevor die ganze Jahresendhektik losgeht und man frühmorgens ins dunkle Büro fährt um im Dunkeln dann wieder nach Hause zu fahren. Genießen Sie die schönen Tage. So golden und schön der Herbst meteorologisch auch ausfallen kann; beim Blick auf das Gesamtzinsbuch ergibt sich wahrscheinlich ein eher anderes Bild.

Novemberstürme in Ihren Zinsbuch?

Der periodische Zinsüberschuss bleibt weiter unter Druck und das Jahr ist schon beinahe rum, Irgendwie hatte man sich auf der Ertragsseite für 2017 mehr vorgenommen und der Schuh der Kostenbasis drückt weiterhin. Regulationsbedingt steht nicht nur  MiFID II nun unmittelbar vor der Tür und hat das Potential ebenfalls für Farbenspiele in Ihrer GuV zu sorgen. Der Subventionshebel der Kreditrisikovorsorge wird nächstes Jahr ganz sicherlich kürzer und die Bestandsabläufe im Kredit- und Eigenegeschäft werden so richtig spürbar. Klingt fasst so wie die Vorbereitung auf die dunkle Jahreszeit. Die Frage nach Lösungen ebbt nicht ab.

In Guter Gesellschaft – die Beschreibung des Status Quo

Im Oktober wurden wieder zahlreiche Berichte über das Eh und Weh in der Bankenbranche publiziert und diskutiert. Da wären beispielsweise die mittlerweile bekannten und etwas entschärften Ergebnisse der Niedrigzinsumfrage 2017 (vgl. auch Blog 25) oder der regelmäßig erscheinende Bundesbankbericht zur Ertragslage der deutschen Kreditinstitute. Beautiful ist anders.

Auch die renommierte Unternehmensberatung Bain & Company meldete sich mit ihrer Studie „Battle of the Banks“ zu Wort. Sehr interessant: Jede 4. Bank kämpft um das Überleben und der Zinsüberschuss ist unter Druck. Aha! Neu?. Das Beraterhaus Oliver Wyman findet in der Ausarbeitung „European Banking Agenda 2017- Leaving, Restructuring, Entering an New World“ heraus, das Banken sich noch nicht stark genug um Ihre Neuausrichtung kümmern, und immer noch ein Stück in der Vergangenheit agieren. Es wird langsam eng.

Die Spatzen auf den bunt gefärbten Herbstbäumen

Eigentlich ist es doch interessant dass mittlerweile nicht nur die Spatzen auf den buntgefärbten Herbstbäumen sondern fast alle „Fachexperten“ von der Notwendigkeit sprechen, bei den Banken das Ruder endlich herumreisen zu müssen… Digitalisierung, Automatisierung, Reduzierung Kostenbasis, EK-Entlastung, Regulation, Niedrigzins, Zahlungsverkehr, Fintech-Kooperationen, Provisionsbasis etc., echt disruptiv.

Strategie – und der Wald vor lauter Bäumen wird unsichtbar

Extrem viele strategische Baustellen. Strategisch ist da einiges zu tun. Lesen wir zumindest in jeder Studie. Absolut korrekt. Doch vor lauter strategischen Diskussionen sollten operative Themenfelder oder ganz einfach grundlegende Anforderungen nicht unbedingt hinten herunterfallen. Immerhin beklagen zahlreiche Häuser, das man vor lauter strategischen Diskussionen das Geld verdienen vergisst. So beginnen zahlreiche Häuser nun Ihre Schwachstellen aufzuschreiben, zu katalogisieren oder das Wunschbild zu diskutieren. Interessant aber irgendwie auch spät.

Der Ertrag von heute ist der Handlungsspielraum von morgen

Immerhin herrscht ein gewisser Ertragsdruck vor und das aktuelle Umfeld bietet auch Chancen. Und diese Chancen werden wir in Zukunft herbei sehnen, Quasi, wenn es Brei regnet, darf oder muss man auch den Löffel heraushalten. Vor allem sollte man wissen was man im Sinne des Risikoappetit, der Risikotragfähigkeit und des Produktkataloges will , kann und darf (vielleicht auch muss). Keine Angst es folgt keine Tirade auf den Handel und hochriskante Tradingstrategien. Es geht darum, zunächst das Eigengeschäftsbuch zu nutzen um durchs flache Gras zu kommen. Quasi sich Zeit kaufen, die die Stabilisierung/ Transformation des Geschäftsmodells benötigt.

Das schwächste Argument Ertrag? Schaufeln Sie rein was geht!

Natürlich wissen wir, dass Ertrag eigentlich das „schwächste Argument ist“. Immerhin werden Sie für 1 Mio. Mehrertrag nicht in den Himmel gelobt, hingegen bei „aktiv produzierten“ Verlusten, wahrscheinlich gevierteilt. Brauch kein Mensch, oder?

Wahrscheinlich doch, denn der Ertrag von heute ist das Eigenkapital von morgen ist Ihr Handlungsspielraum von Übermorgen. Also schaufeln Sie rein was geht, Sie brauchen die Erträge zur Finanzierung Ihres Geschäftsmodells. Oberste Prämisse ist jedoch die Risiken zu jedem Zeitpunkt zu beherrschen. Quasi ein intelligentes in die integrierte Gesamtbanksteuerung eingebettetes Asset Liability Management. Ja auch als kleine Bank. Verständlicherweise erfordert dies bei Führungskräften, Mitarbeitern neue nicht nur fachliche Fähigkeiten, Arbeitsansätze und Partnerschaften. Nur so werden Sie es schaffen, die Opportunitäten für sich zu nutzen. Und es gibt Opportunitäten um durchs flache Gras zu kommen. Ein paar kleine Auszüge:

Trotzdem ein paar Denkanstösse

Die neue Assetklasse Refinanzierung 
Stellen Sie sich ein Wertpapierportfolio – vereinfacht als gleichverteilte Laufzeiten- zusammen, refinanzieren Sie das Depot über einen Refinanzierungsmix aus Tagesgeld und Repos und lassen Sie das Ergebnis auf sich wirken. Der originäre Zinsertrag – also der Ertrag aus den Kupons Ihrer Aktivseite – ist der geringste Teil. Der Hebel liegt in der Refinanzierung.

Keine unbedingt hoch wissentschaftliche Erkenntnis, aber dennoch sehr interessant. Die Frage ist doch, wie kann man das Ganze nutzen. Mit den richtigen Produkten (Repo, TRLTRO, Leihe, EONIA-Swap) bestehen Möglichkeiten, auch ohne zu stark ins ZÄR zu gehen.

Die Immer noch steile Zinskurve
Regelmäßig wird das aktuelle Niedrigzinsniveau diskutiert. Klar, die „Windfall-Profite“ aus der Veranlagung der Eigenmittel fehlen im Strukturbeitrag natürlich. Aber ein hohes Zinsniveau sorgt noch nicht automatisch zu hohen Zinsüberschuss. Vielmehr ist die Steilheit der Zinskurve der interessantere Teil. Aktuell sehen die Zinsdifferenzen auf der Euro-Zinskurve mit 108 BP (2s10s), 65 BP (5s10s) oder gar ausgesuchte Zinsdifferenzen gegen 6-Monatsgeld gar nicht so schlecht aus. Noch sind die Zinskurven eher Steil und diese ist nutzbar. Möglicherweise nicht über SREP-schädliche direktionale Positionierung vielmehr über weitgehend ZÄR-freie (Parallelshift) Investitionen. Schauen Sie über den Teich: Dort notiert die Zinsdifferenz 2 gegen 10 Jahre mittlerweile bei nur noch 48 BP – eine sehr flache Kurve. Es kann also nicht Schaden, sich die steilen Euro-Zinskurven -und damit den Zinsüberschuss- für die Zukunft zu sichern.

Schöne Einstandsätze bei US-Zinsen bei gleichzeitig hohem Euro – Bevor Sie Jetzt gleich abwinken. Es geht hierbei nicht um die Übernahme von Fremdwährungsrisiken, sondern um die Vereinnahmung einer Fristentransformationsmarge in Fremdwährung. So befindet sich beispielsweise die US/ Euro-Zinsdifferenz bei 2 jährigen Zinsswaps auf einem Extrem-Niveau (Grafik). Während die FED weiter in Tippelschritten agiert und Yellen wohl ihre letzten Zinserhöhungen vorbereiten darf, steht die EZB eher vor dem Einstieg in den Ausstieg Ihrer ultraexpansiven Zinspolitik. Die vorgeschlagene Position bringt Carry, ist relativ ZÄR arm und stellt einen gewissen Hedge gegen den EZB-Exit oder einer Konjunkturabkühlung in USA dar. Auch ein Rückgang des Euro macht sich positiv bemerkbar.

Bei den Staatsanleihen und Pfandbriefen existieren ebenfalls Opportunitäten. Doch die Identifizierung ist nicht ganz einfach.

Haben Sie irische oder portugiesische Staatsanleihen, Österreicher oder französische Titel im Buch? Vielleicht agieren Sie auch in Bundesländern, EFSF Bonds oder europäischen Covereds und Unternehmensanleihen? Erfahrungsgemäß bestehen hier zahlreiche Ansätze zur Optimierung von Risk, Return und RWA´s.

Ein kleines Beispiel: Österreich sorgte in der jüngsten Vergangenheit mit Ihrer 100jährigen Kapitalmarktaufnahme für Furore. Im Zuge dessen kam es nachvollziehbarer Weise aiúch zu Anpassungen bei der Gesamtrenditekurve. So bewegt sich die Zinsdifferenz zwischen 10 und 30 jährigen Austria-Bonds derzeit auf dem absoluten High (rund 100 BP) der letzten 5 Jahre. Warum switchen Sie Ihre 10jährigen Österreicher nicht in ein geringeres Volumen 30jähriger. Mit besserem Assetswapspread, höherer Verzinsung, höherer Konvexität und Entlastung der Risikobudgets und das ganze mit Mehrertrag. Zwar nur ein einfaches aber ertragreiches und damit dankbares Beispiel. Interessant wird’s bei systematischer Aufarbeitung des Portfolios, das macht Lust auf mehr. Versprochen.

Um den strategischen Blick nicht zu verlieren. Die Welt am Kapitalmarkt scheint derzeit in Ordnung. Woher soll denn Ungemach drohen? Aussitzen eine echte Option?

Der Anfang kennt das Ende nicht…

Aber Achtung auch der schönste goldene Herbst endet in der Regel mit Regen, Sturm oder Schnee. Haben Sie die richtigen Produkte, Methoden- & Fachskills griffbereit und funktionsbereit? Nutzen Sie das ruhige Umfeld. Wir helfen Ihnen gerne. derivatexx | systematisch, diszipliniert, transparent.

Schauen Sie doch einfach auf unserer Website www.derivatexx.de vorbei. Stöbern Sie in unserem interessanten Weiterbildungskatalog zu den Themen Treasury und Gesamtbanksteuerung oder rufen Sie uns einfach an. Eines versprechen wir Ihnen. Mehr Praxis geht nicht! Bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Dennis Bach

Blog 18 | Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg – die Brandbekämpfung in Ihrer GuV

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 Jetzt wird´s brenzlig. Die EZB hat´s geschafft. Am Geld- und Kapitalmarkt dominieren mittlerweile die negativen Vorzeichen. Der Sparer soll nun zahlen und die Geldaufnahme wird belohnt. Ein echtes Training für Ihre Synapsen und vor allem Interessant für Ihr Gesamtzinsbuch und damit für Ihre GuV. Aus Risiko und Ertragssicht wird´s nun richtig heiß. So bekommen Sie Ihren Brand in der GuV unter Kontrolle.

Null und Negativ

Nicht nur die Euribor- und EONIA-Fixings werden mittlerweile unter 0% gefixed. Auch über 10 Billionen Nominalwerte ausstehender Staatsanleihen rentieren mittlerweile in negativem Terrain. Und wenngleich bei den Zinsswaps aktuell eine kleine Yellen-bedingte Gegenbewegung eingesetzt hat, handeln die Zinsswaps bis zu Laufzeiten von 6 Jahren immer noch in negativen Sphären. Selbst zahlreiche Corporate-Bonds fordern dem Anleger nun negative Renditen ab. So gelang es u.a. den Unternehmen Henkel, Sanofi, BASF und der Deutschen Bahn, Schuldverschreibungen mit negativer Rendite zu platzieren.

Der Fairnesshalber oder eher glücklicherweise, muss man sagen, dass sich das Negativ-Terrain außerhalb der Staatsanleihen vor allem auf die kurzen und mittleren Laufzeiten bezieht. Lange Maturitäten weisen hier zwar noch in absoluten Terms positive Renditen auf, handeln aber im Vergleich zur Swap-Kurve mit Abschlägen. Diese Abschläge schmerzen mittlerweile ebenfalls deutlich. Nicht genug das die allermeisten Wertpapiere nun unter Swap handeln, über den Einlagen-Floor verzichtet die Bank zusätzlich auf mindestens 35 BP Refinanzierungsvorteil. Die Steilheit der Zinskurve schmilzt dadurch auf 30 BP (!) ab.

Die Welt steht Kopf oder scheint zumindest aktuell etwas anders zu funktionieren. Der beschriebene Zustand der Anlagealternativen ist für Banken – zumindest für diejenigen mit Anlagebedarf ziemlich bescheiden.

Da so ziemlich jede Bank im Kunden- wie auch im Eigengeschäft mit gewissen „hochverzinslichen Bestandsabläufen“ zu kämpfen haben, trifft die aktuelle Situation so ziemlich jede Bank.

Verständlicherweise arbeiten am oder überprüfen nahezu alle Banken gerade ihr Geschäftsmodell. Interessant ist, dass eine relativ kleine Anzahl der Häuser zwischenzeitlich wirklich eingesehen hat, dass insbesondere das Kundengeschäft dringend und ernsthaft profitabilisiert werden muss. Ode,  wie hoch ist Ihr Zinskonditionenbeitrag denn wirklich?

Die Situation

Realistisch gesprochen dürfte zutreffen:

  • Der Zinskonditionenbeitrag Aktiv ist deutlich geringer als angenommen
  • Der Zinskonditionenbeitrag Passiv ist negativ
  • Der Strukturbeitrag schmilzt deutlich ab (und ist/ wird möglicherweise negativer)
  • In den Produktsegmenten herrscht eine nicht unerhebliche Quersubventionierung

Die Herausforderungen wie ich behaupte sind enorm. Letztendlich bleibt hoffentlich nicht die Frage offen, ob man die Herausforderungen sondern wie man sie erfolgreich meistert. Dies führt uns automatisch zur Frage, wie viel Zeit für eine erfolgreiche  Transformation eigentlich erforderlich ist.

Das erforderliche Zeitbudget determiniert dann automatisch den Handlungsdruck in Ihrer Gesamtbank- und Treasury-Steuerung. Wetten, der ist hoch?

Kommen wir zur Frage, was Sie letztendlich tun können. Was ist der kurz-, mittel- und langfristige Handlungsplan. Ich sehe dies  so:

Langfristig:

Die Kundenkonditionsbeiträge sind zu erhöhen – machen Sie lieber weniger Kreditgeschäft , dies jedoch mit deutlich  höherer Marge.

Auf der Passivseite lösen Sie sich von Ihrem starren Modell der gleitenden Durchschnitte. Das Modell funktioniert ohnehin nur in einer konstruierten Modellwelt. Dynamisieren Sie dieses Modell. Entwickeln Sie Ihre Passivprodukte weiter und verdienen Sie wenigstens Geld damit, solange die Gelder noch zur Verfügung stehen.

Der Strukturbeitrag ist ihr Sorgenkind. Ein zu hoher Strukturbeitrag macht die Aufsicht und den Wirtschaftsprüfer nervös und unterstellt letztendlich zu hohe Zinsänderungsrisiken. Ist die in den meisten Häuser als Residualgröße ermittelte Ertragsgröße zu gering, wird der Zinsüberschuss und letztendlich das Betriebsergebnis und damit das zukünftige EK belastet. Also, revitalisieren Sie Ihre Restgröße und erhöhen Sie Ihren Strukturbeitrag. Erachten Sie den Strukturbeitrag genauso wichtig wie Ihr Kundengeschäft. Entledigen Sie sich dem Begriff der Residual- oder Restgröße. Bestimmen Sie Verantwortlichkeiten zur Steuerung der Ertragsgröße. Es gibt Möglichkeiten.

Mittelfristig:

Da steh nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor. Die Langfristziele scheinen klar. Aber wie soll die ganze Komplexität angegangen werden?

Sie werden sich von Ihren bisherigen Modellen zumindest teilweise lösen oder diese zumindest teilweise anpassen müssen. Die Steuerung des Gesamtzinsbuches über 10jahres Gleitend ist zwar angenehm, aber nicht mehr zielführend. Entwickeln Sie neue Steuerungskonzepte. Teilen Sie Ihr Gesamtzinsbuch zumindest gedanklich auf und implementieren Sie fokussierte Steuerungsmodelle beispielsweise für Kunden- und Eigengeschäftsbank.

Im Zuge Ihrer Anpassungs- und Weiterentwicklungsoffensive werden Sie schnell an Ihre Grenzen stoßen. Fehlende Produkte, intransparente Prozesse, ungünstige Datenbasen und fehlende Ressourcen. Welcome in the Club. Hilft nur nicht. Anfangen!

Sie werden neue Produkte benötigen. Denken Sie hierbei nicht nur an komplexe Kundenprodukte (aus vertrieblicher Sicht). Fragen Sie nach dem Engpass, den Ihr Kunde verspürt. Hinterfragen Sie auch ihren aktuellen Instrumentenbaukasten im Eigengeschäft, welcher für die erfolgreiche Bewirtschaftung ihres Gesamtzinsbuches und Beherrschung der Risiken erforderlich ist.

Denken Sie hierbei an eine fokussierte Steuerung. Steuern und Bewirtschaften Sie ZÄR, ADR und Liquiditätsrisiken weitgehend getrennt. Jedes Steuerungsziel hat sein passgenaues Produkt. Vermeiden Sie also das Breitbandantibiotika. Steuern Sie fokussiert. Denken Sie auch an die Zukunft und in realistischen Szenarien.

Berücksichtigen Sie dabei alle ihre Produktionsfaktoren: Mensch, Maschine, Masse. Insbesondere ihren Human Resources kommen hierbei besondere Bedeutung zu. Motivieren Sie, Entwickeln Sie fachlich wie auch persönlich weiter, fordern Sie Verantwortungsübernahme.

Kurzfristig:

Wo ist Ihr Status Quo? Was sind die genauen Herausforderungen? Kennen Ihre Mitarbeiter die Situation und die Zielsetzung?

Beginnen Sie jetzt! Wie kommen Sie durchs kurze Gras? Gibt es schon jetzt Ideen und Ansatzmöglichkeiten im Kunden- und Eigengeschäft. Bestehen Möglichkeiten negative Zinsen zumindest im Eigengeschäft auszunutzen?

Immerhin beträgt der Abstand zwischen Geldmarktrefinanzierung und 10jährigen Zinsswaps 82 Basispunkte. Repo-Refinanzierungen haben sich zwischenzeitlich zwischen 40 und 50 BP eingependelt und bei ausgesuchten Bundesanleihen sind Reposätze bis auf minus 1,5% zu beobachten.

Die Zinskurve ist immer noch steil. Bestehen Möglichkeiten zur Absicherung von Reserven oder der Ergebnissicherung falls die Zinskurve weiter abflacht oder sogar invertiert?

Können Swaptions, Caps und Floors zur Stabilisierung der Situation zumindest übergangsweise eingesetzt werden? Bestehen Anlagemöglichkeiten in anderen Währungen unter Absicherung des Währungsrisikos?

Suchen Sie die Nadel im Heuhaufen.

Wie Sie dass alles schaffen?

Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg – gehen Sie äußerst systematisch vor. Alle an einen Tisch und an einem Strang. Legen Sie das Silodenken ab und entwickeln Sie gemeinsam einen ersthaften Maßnahmenplan. Alles Theorie:? Fragen Sie mal Banken, die wir bisher unterstützt haben…

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Blog 15 | Die Kalte Dusche – Just take Action – Ertragsoffensive für Ihr Zinsbuch

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Seien Sie morgen früh Eiskalt: Gehen Sie ins Bad, ziehen Sie sich aus, drehen Sie die Dusche auf Eiskalt. Checken Sie ob die Temperatur wirklich Eiskalt ist. Ja Sie wissen was kommt, Sie werden nun einfach drunterstehen. Aber vorher, genießen Sie Ihren inneren Schweinehund der Ihnen erklärt wie blöde, ja wie sinnlos diese Übung ist.

Treten Sie jetzt unter Ihre Eisdusche, verweilen Sie ein paar Sekunden. Langsam wirdes angenehmer, und Sie fühlen sich aufgepumpt und sogar energetisiert. Yes, besser als je zuvor. (Und lassen Sie mich wissen ob Sie es getan haben!)

Jetzt geht´s ins Büro…

Schnappen Sie sich zunächst die Wertpapierbestände, das Zinsbuch und zerpflücken Sie die Daten und stellen Sie sich die Fragen Sie sich noch nicht oder noch nicht intensiv gestellt haben. Legen Sie sofort los und duschen Sie auch hier quasi eiskalt.

Aus welchen Senioritäten und Verbriefungsformaten besteht das aktuelle Wertpapierportfolio. Analysieren Sie die detaillierte Fälligkeitsstruktur in den einzelnen Formaten, und hinterfragen Sie die Bestandsabläufe in Ihren einzelnen Laufzeitenbuckets.

Identifizieren Sie Ihre Wert- und Risikotreiber für Zins- und Bewertungsergebnis und machen Sie sich ein Bild über das Profil hinsichtlich Zins- & Credit-Spreadsensitivitäten, nicht zu vergessen des Rating-Profils.

Beantworten Sie die Fragen, nach der aktuellen und künftigen Entwicklung ihren stillen Reserven und Lasten, wie auch der möglichen Auswirkungen der Pull-to-Par-Effekte zum Jahresende. Aussagen über Repofähigkeit und Marktliquidität diskutieren Sie später.

Berechnen Sie für jede Einzelposition in Ihrem Eigengeschäftsportfolio die aktuelle Marktrendite. Leiten Sie jeweils den volumensgewichteten Renditeeinstand, für Ihr Gesamtportfolio wie auch den einzelnen Jahresbuckets ab. Welchen genauen Ergebnisbeitrag liefert ihr Portfolio hinsichtlich: Zinsergebnis, Bewertungsergebnis, Total-Return-Ergebnis und wie viel Risikokapital wird dafür benötigt.

 

Breiten Sie Ihre Auswertungen vor sich aus und Beantworten Sie die Fragen:

  • Warum halte ich die vorliegenden Einzelpositionen im aktuellen Bestand
  • Würde ich in die aktuelle Position zur aktuellen Rendite sofort wieder investieren?
  • Worin liegt die Chance und das Risiko für jede einzelne Position?
  • Welche Gründe sprechen für das Halten oder für eine Veräußerung
  • Welche 5 Positionen wären sofort rigoros zu veräußern? Welche sofort verdoppeln?
  • Was sind die Hemmnisse dies nicht zu tun?
  • Welche Handlungsalternativen ergeben sich um 20% mehr Ertrag zu generieren?
  • Sicherlich ergeben Sich weitere Fragestellungen…
  • Wer trägt die Verantwortung für das Portfolio im Status Quo

Haben Sie wirklich den Mut oder besser gesagt die Muße die kalte Dusche einzuschalten, oder verlieren Sie bereits vor dem zur Seite schieben des Duschvorhangs das Spiel gegen Ihren inneren Schweinehund? Keine Zeit? Keine Ressourcen? Keine Datentransparenz?

Die meisten Strategien zur Überwindung des inneren Schweinehunds scheitern, weil sie nur die Verstandesebene ansprechen. Es geht aber um Gefühle. Also Tricksen Sie Ihren inneren Schweinehund einfach aus:

Hilfreich ist die „10-10-10-Regel“: Stellen Sie sich vor, welche Relevanz Ihr Entschluss „Beispilesweische Dusche oder Sofortige Portfoliooffensive“ in zehn Minuten, zehn Monaten und zehn Jahren für Sie haben wird. Das bewahrt Sie davor, Impulsen zu folgen, die Ihnen langfristig schaden.

Die Antworten könnten aussehen:

In 10 Minuten: Ich habe vollständige Transparenz über mein aktuelles Eigengeschäftsportfolio, ich kenne die Chancen und die Risiken, ich habe mir die wichtigste Voraussetzung zur Beherrschung und Bewirtschaftung der Risiken erarbeitet. Ich bin zu jedem Zeitpunkt auskunftsbereit und kann mich zu einem wichtiger Ansprechpartner für meinen Vorgesetzten entwickeln.

In 10 Monaten:
Im Zuge eines konsequenten Durchhaltens, einer systematischen Methodik , entwickeln Sie sich unvermeidlich weiter. So identifizieren Sie relativ Schnell Handlungsspielräume und entwickeln Handlungsoptionen und Alternativen. Sie haben eine hohes Problemverständnis und Sie wissen: „Das Problem zu erkennen führt automatisch zur Lösung.“ In diesem Kontext werden Sie Fachlich und Methodische Stärker, Ihr mein Eigengschäftsportfolio wird in 10 Monaten deutlich profitabler und resilienter bestehen. Ihre eigene Rolle wird gestärkt, Sie sind auf einem Guten Wege, Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen steigen…

 In 10 Jahren: Hier dürfen Sie ????

Warum diese Ausführungen? Ganz einfach! Das Zinsniveau ist niedrig, die Credit-Spreads ebenso. Die Welt wird volatiler, fragiler und mit hoher Wahrscheinlichkeit unberechenbarer.

Übersetzt auf Ihr Zinsbuch:
Noch ist die Welt in Ordnung, Mario Draghi verwöhnt die Kapitalmarktexperten via „All-You -Can-Eat““, die FED geht nur wohldosiert an die Baustellen einer Zinserhöhung und die Konjunktur läuft noch ziemlich rund. Kreditrisikovorsorge ist „Out of Sight“ und das Politische Gefüge scheint derzeit nicht überschwänglich, aber dennoch noch o.k.

Doch möglicherweise wird die Zeit knapper: Die aktuellen Marktverwerfungen im Rahmen des Brexit haben gezeigt, was passiert wenn sich Einschätzungen (digital) ändern und zahlreiche Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß verwischt werden. Aktuell war´s der Brexit und Morgen? Neuwahlen? Drexit, Spexit? MREL? Ende QE? Bankenpleite… this Time is different? Never!

Also nutzen Sie die Gunst der Stunde und gönnen Sie sich umgehend die eiskalte Dusche in den tiefen Ihres Portfolios. Die Wirkung wird überaus energetisch sein. Versprochen.

Gerne drehen wir Ihnen das eiskalte Wasser auf und wecken Ihren inneren Schweinehund. Wir zeigen Ihnen wie Sie methodisch und fachlich vorgehen können und ordnen und bewerten mit Ihnen die Ergebnisse – so dass Sie Fit(ter) for Future werden.

Hierfür bieten wir:

  • Bilaterale FachCoachings– Working Learning Training – Nur Sie und der FachCoach
  • Unser Praxisworkshop –  Treasury Analytic Toolkit© – So bewirtschaften Sie ihr Zinsbuch

Blog 14 | Treasury 4.0© – Das Treasury ist tot, es lebe das Treasury!

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Mit schöner Regelmäßigkeit tickern Warnungen diesmal vom ehrenwerten Bundesbankvorstand Andreas Dombret durch die Gazetten: „Niedrigzinsen und die zunehmende Digitalisierung setzen den Kreditinstituten nicht nur in Deutschland zu“. Dombret sieht dringenden Handlungsbedarf und erwartet für nicht wenige Kreditinstitute einen heißen Sommer. Hintergrund sei die starke Abhängigkeit vom Zinsrisiko und die Profitabilitätsschwäche.

Ja wir wissen es! Disruption durch Null- & Niedrigzins, niedrige Spreads und geändertes Kundenverhalten.

Gibt es einen Ausweg?

  • Aussitzen? Verbietet die Bundesbank.
  • Weglaufen? Funktioniert nicht!
  • Wegdiskutieren? Klappt schon seit 20 Jahren nicht!

Klar ist, eine Lösung muss her! Schnell! Sofort und profitabel. –
Wie wär’s mit Treasury 4.0?

Industrie 4.0 und Treasury 4.0 ©

Außerhalb der Bankbranche schreiben im Zuge von Industrie 4.0 schon heute Maschinen Zeitungsartikel, steuern Fabriken, bestellen Ersatzteile, und operieren sogar Menschen im Krankenhaus. Mittlerweile beginnt die „künstliche Intelligenz“ sogar zu denken und entwickelt sich quasi selbst.

Keine Angst, Treasury 4.0 beschreibt nicht die Bewirtschaftung der Risiken über Maschinen und künstliche Intelligenz. Vielmehr beschreibt Treasury 4.0 die Transformation vom Depot A Manager/ Händler hin zum Treasury als Wertreiber einer integrierten Gesamtbanksteuerung.

Zur Erinnerung:

  • Industrie 1.0: Die Dampfmaschine als Motor
  • Industrie 2.0: Akkordarbeit am Fließband
  • Industrie 3.0: Automatisierung durch Computer
  • Industrie 4.0: Digitalisierung & Vernetzung

Disruptive Entwicklungen hat es also immer schon gegeben, so wurden in der Vergangenheit regelmäßig Produkte, Dienstleistungen und Prozesse von neuem verdrängt. Interessant ist aber, dass trotz der knallharten Herausforderungen in Kreditinstituten das Treasury nebenher bzw. in der Version 1.0 gelebt wird.

TREASURY 1.0 – ENE MENE MU … UND RAUS BIS DU

Die Begrifflichkeit Finanzsteuerung trifft es wohl besser. Liquiditätsüberschüsse müssen veranlagt bzw. Liquiditätsbedarfe gedeckt werden. Zudem existiert ein gewisses Depot A als Liquiditätsreserve welches „betreut“ werden muss. Irgendjemand muss es ja schließlich machen. Was liegt da näher, einen Wertpapierberater auf das Thema zu setzen. Entscheidungen werden ohnehin direkt vom Vorstand gefällt.

 TREASURY 2.0 – DAS GREMIUM WIRD’S SCHON RICHTEN

Mit zunehmenden regulatorischen Anforderungen (z.B. Einführung der MaH’s) wie auch erhöhte Komplexitätsgrade z.B. Replikationsmodelle im Einlagengeschäft, Strukturierte Produkte implementierten zahlreiche Häuser diverse Steuerungsgremien (Aktiv-Passiv-Gremium, ALCO, Dispo-Ausschuss, etc.). In der Regel wurden die Gremien mit Entscheidungskompetenz ausgestattet, so dass zahlreiche Themenstellungen an die Gremien delegiert werden können. Der Hauptfocus des Treasury oder des Handels umfasst im Wesentlichen die Umsetzung der Gremienents
cheidungen hinsichtlich Eigengeschäft. Schwerpunkthema war die Disposition des LZB-Kontos und Erfüllung der Mindestreseverpflichtungen.

Im Ergebnis ist das Gesamtzinsbuch ist passiv auf 10 Jahre gleitend ausgerichtet, die restliche Verantwortung ist an das monatlich tagende Aktiv-Passiv-Gremium delegiert. Umsetzungen erfolgen erst nach genauer Diskussion und Auftragserteilung durch das Gremium. Natürlich umgehend, denn wer will sich schon gerne sagen lassen, ihm wäre der Markt weggelaufen. Timing Adieu.

Die Ausführung wird dann intensiv durch die Marktfolgeeinheit überwacht. Unverzügliche Erfassung, Marktgerechtigkeit und Limitkonform.

Der Vollständigkeitshalber seien noch die Einheiten in Finance genannt, die im Nachfolgeprozess das ganze buchen und irgendwie kommentieren dürfen. Willkommen im Treasury 2.0.

TREASURY 3.0 – EIN SCHRITT IN DIE RICHTIGE RICHTUNG

Mit zunehmenden Ertragsdruck und notwendig gewordenen zahlreicher neuer Produkte (Derivate, Repo´s, Verbriefung, Kundenoptionen, etc.) entwickelt sich die Vorläufer des Treasury sukzessive zu einer Treasury-Einheit. Treasury übernimmt in Stufe 3 endlich Verantwortung für die operative Liquiditätssteuerung, und das Management des Depot A. Neue regulatorische Anforderungen (Bankenrichtlinie, LiqV, Besicherungen, Zinsschock) erfordern einen stärkeren Austausch mit anderen Abteilungen und Schnittstellenbereichen. Es erfolgen sukzessive Einbindungen von Treasury in den Themenstellungen Funds-Transfer-Pricing, Besicherungen, Gleitzinsthemen, Absicherung, etc. Es erfolgt die Erkenntnis, dass die Delegation sämtlicher Themenstellungen an die Gremien zeitaufwändig und dadurch teuer ist. Es erfolgt ein vorsichtiger Aufbau von Ressourcen in Treasury. Verantwortlichkeiten werden vergeben. Sicherstellung der Liquidität, Management des Depot A, Absicherung Vertriebsmarge & Generierung von Risikomargen. Die richtige und notwendige Richtung.

TREASURY 4.0© – ALTERNATIVLOS

Der Ertragsdruck aufgrund Niedrig- und Nullzinsumfeld ist enorm angestiegen. Regulatorische Anforderungen limitieren den Handlungsspielraum massiv und erhöhen zudem den Kostendruck. Das geänderte Kundenverhalten (digitaler & finanzrationaler) erfordern Schnelligkeit, Flexibilität & Innovationskraft“. In jedem Falle wird ein sehr hohes Maß an einer integrierten Gesamtbanksicht erforderlich.

Letztendlich erfordern die externen Autoritäten ein tiefgreifendes Verständnis über das Bank- & Kundengeschäft, der regulatorischen Anforderungen (ja auch außerhalb der LCR) , interner (Risiko)Modelle, und der Bewirtschaftung und Steuerung der verschiedenen Risiken.

Es lebe das Treasury – seien Sie dabei

Die Zeiten in denen Treasury mit Handel gleichgesetzt wurden sind deshalb endgültig vorbei. Das Kreditinstitut benötigt einen technisch versierten Spielemacher, der die Gesamtzusammenhänge versteht und pro aktiv Lösungsalternativen aus seinem Erfahrungsschatz entwickelt, zur Entscheidung bringt und umsetzt.

Wer kann dies leisten? Die Antwort steht fest:

Bereits in der dualen Banksteuerung, übernimmt Treasury die Risiken und hat die Verantwortung die Konditionenbeiträge zu sichern. Daneben generiert Treasury Risikomargen aus der Zinsfristen-, Bonitäts- und Liquiditätstransformation. Kenntnisse hinsichtlich Transferpreise, Risikomanagement und Produkten sind vorhanden. Treasury besitzt Marktzugang, und die Instrumente zur schnellen Umsetzung und Bewirtschaftung. Beste Voraussetzungen für Stufe 4.0.

Im Treasury 4.0 ist Treasury „Die Spinne im Netz“ und vertritt kompromisslos die integrierte Gesamtbanksicht. Dies bedeutet, nicht etwa die persönlichen Verwirklichung des Treasurers und Transformation zur Investmentbank, sondern die massive Unterstützung des Geschäftsmodells. So wird das Depot A zum Residual des Geschäftsmodells – also nur Mittel zum Zweck um bilanzielle Gaps oder Risikobudgets auszusteuern. Im Ergebnis müssen die Bestände professionell bewirtschaftet und nicht nur “verwaltet” werden. Aufgrund der bilanziellen und regulatorischen Anforderungen wird die fokussierte Bewirtschaftung und Steuerung der Resource Risiko unabdingbar. Immerhin ist der Ertrag von Heute, das Eigenkapital von morgen, die Freiheitsgrade von übermorgen. Zur fokussierten Steuerung sind natürlich die entsprechenden Instrumente notwendig und ggf. zu implementieren. Elementar erscheinen hier die Produkte, welche zur Steuerung der Gesamtbankrisiken (also auch Kundenverhalten, Liquidität und Zinsänderungs- & Creditsrisiko) eingesetzt werden können.

Für die Kritiker unter Ihnen sei angemerkt, dass Funktionstrennung von Markt- und Marktfolge natürlich zu jedem Zeitpunkt ein muss.

Risiken bewirtschaften und beherrschen

Die Zielsetzung „Vermeidung der Risiken“ wird künftig ziemlich sicher dem Fokus: „Zu jedem Zeitpunkt die Risiken beherrschen“ weichen. Anderweitig ist hier kein Staat zu machen.

Die Risiken stets beherrschen, kann nur wer die Risiken kennt und die richtigen Steuerungsimpulse erhält. Als elementarer Bestandteil der Risikosteuerung sind Transferpreise und vor allem der richtige und konsequente Einsatz zur Ergebnisaufspaltung nicht nur wichtig sondern elementar. Da Treasury die Risiken zum Transferpreis übernimmt, spricht auch hier TR ein Wörtchen mit. Genauso wie beim Zinsüberschuss, Zinsbuch, Kundenprodukte, und, und, und…

Und wo bleiben Sie?

Vielleicht sind die einzelnen Evolutionsstufen hart geschnitten und etwas überzeichnet. Klar ist, dass ein „wie bisher“ als Option künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Zu eng sind die Resourcen, zu hoch sind die Kosten, und zu hoch der Ertragsdruck.

Wie erreichen Ihren nächsten Entwicklungsschritt hinsichtlich Fachlicher Skills, Motivation, Problemerkennung, Entwicklung von Handlungsoptionen, etc. in Richtung 4.0?

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Wie bieten mit unseren bilateralen FachCoaching oder Praxisworkshops „ Treasury 4.0“ unterschiedliche Maßnahmenpakete.

Im Rahmen des bilateralen FachCoaching oder eines Praxisworkshop zum Treasury 4.0 entwickeln wir mit Ihnen Handlungsoptionen im aktuellen Marktumfeld oder Entwickeln Sie konkret zum Treasurer 4.0.

Was Sie dafür brauchen?

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BLOG 13 | Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom, beginnen Sie mit der Zinsbuchrettung -Jetzt-

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Sie kennen die Redewendungen, dass bekanntlich nur tote Fische mit dem Strom schwimmen? Oder, dass Schäfchen sich gerne in der Herde aufhalten, am Ende aber dummerweise geschlachtet werden? Und dann wäre da noch der Ausdruck des Beamtenmikado, wer sich zuerst bewegt, verliert.

Alles nicht neu? Und ohnehin nur Sprüche? Wirklich? – Da wäre ich mir nicht so sicher.

Die „Null & Zero Bank“

Betrachten wir die natürlich rein fiktive und erfundene „Null & Zero Bank“ ein wenig genauer. In bester Gesellschaft kämpft das Kreditinstitut den Kampf um immer steigende regulatorische Anforderungen hinsichtlich EK-Bedarf, Risikosteuerung und Meldewesen. Der mittlerweile finanzrationale Kunde macht was er will – nur nicht das was der Bank guttut. Und Super-Mario zerschießt das gesamte Marktumfeld- in eine Nullzins und Spreadwüste. Zinsdefekt wohin das Auge reicht. Definitiv keine gute Ausgangslage für Banken und derer Treasury-Abteilungen.

Kühn oder gar Forsch formuliert, befinden befinden sich also zahlreiche Treasury-Mitarbeiter, Zinsbuchbeteiligte und Depot A-Verantwortliche inkl. Vorstände in einem Zustand zwischen Ratlosigkeit, Schockstarre und Resignation. Es scheint beinahe so, als scheinen sämtliche Möglichkeiten zur Ertragsgenerierung, Zinsüberschuss-Stabilisierung und Risikobewirtschaftung ausgereizt. Intensive Debatten mit anderen Häusern bestätigen dies. Einige stellen deshalb sogar die Assetklasse Zins in Frage. Das Ende vom Lied: Kollektives Nichtstun, Jammern, Frustration – der Beginn des Niedergangs.

Also: Haben sie ne Idee? Glauben Sie mir die haben Sie:
„Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.“ Sie sind kein toter Fisch

derivatexx | simplify financial markets – Praxis gelebt | nicht doziert!

Gerne skizzieren wir Ihnen nachfolgend ein paar unserer in verschiedenen Banken und Kapitalsammelstellen erarbeiteten und mit uns gemeinsam umgesetzte Lösungsansätze und Handlungsoptionen. Gemäß dem Motto: Praxis gelebt| nicht doziert identifizieren wir im Rahmen von Praxisworkshops, bilateralen FachCoachings oder mittels interimistischen
Einsätzen Ihren Handlungsbedarf, erarbeiten Lösungen und setzen mit Ihnen gemeinsam um. Quasi: Erhöhung ihrer eigenen Schlagkräftigkeit.

Beispiel I:
Depot A/ Eigengeschäftsportfolio

Ausgangslage: Das Eigenegeschäftsportfolio, die Liquiditätsreserve, das LCR-Portfolio sowie ein gewisses „Kreditersatzgeschäft“ haben in Größe und Zusammensetzung sukzessive eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Die vorhandenen Rahmenbedingungen wie Ausgestaltung der Anlagelinien, Strukturlimite, Ratingklassen, wie auch Rendite- und Spreadniveau, und Beleihbarkeit beeinflussten die Portfoliodiversifikation deutlich.

Fragestellung: Zu beantworten war die Fragestellung inwieweit im Zuge der Eigengeschäftsoptimierung verschiedene Handlungsbedarfe zur Ertragsstabilisierung, Renditeoptimierung unter dem Blickwinkel einer integrierten und ertragreichen Gesamtbanksteuerung bestehen. Das ganze unter dem Fokus des aktuellen Marktumfeldes und schnell wirkenden Massnahmen.

Umsetzung: Im Rahmen verschiedener zwischen den Abteilungen Treasury, Finance, Controlling durchgeführter Praxisworkshops und FachCoachings wurde die aktuelle Ausgangslage diskutiert und gemeinsam erarbeitet. Gegenstand dieser Phase waren u.a. Diskussion sämtlicher bekannter Einflussparameter wie Wertpapierbestände; Zinsüberschusssimulationen, Risiko- und Regulationsparameter. In Phase II und III erfolgte die Problemerkennung und Zielsetzung um dann in Phase IV gemeinsam mit allen Beteiligten verschiedentlichste und noch unbewertete Handlungsoptionen zur Lösung zu erarbeiten.

Im genannten Beispiel ergaben sich zahlreiche Handlungsoptionen zur Profitabilisierung des Depot A bei gleichzeitiger Reduzierung des Investitionsvolumens. Im Ergebnis ergaben sich Ausstrahl- und Entlastungseffekte in der LCR-Steuerung bei gleichzeitiger Reduzierung der Auslastungsgrade im Adressrisiko. Der Ansatz der integrierten Gesamtbanksicht bei der Erarbeitung der Handlungsoptionen, konnten weitere ertragsoptimierende Maßnahmenbündel auch unter Berücksichtigung des Kundengeschäfts umgesetzt werden.

Wesentliche Stellhebel waren: Größe und Zusammensetzung des Eigengeschäftsportfolios, Haftungs- und Laufzeitendiversifikation, Zins-, Marktliquiditäts- und Kapitalbindung des Eigengechäftsportfolios, Einführung einer integrierten und fokussierten Steuerungsphilosophie, Verhältnismäßigkeit Eigengeschäfts- vs. Kundengeschäftsportfolio, Institutsspezifische Rahmenbedingungen hinsichtlich struktureller Transformationsbeiträge,

Optimierung/ Entschlackung/ Anpassung der aktuellen Produktkataloge
Stärkung fachlicher Skills und Umsetzungsmethodik

Beispiel II
Ausweitung der Assetklassen um Aktien

Ausgangslage: Die Aktie ist der neue Zins? Wie kann eine Ergänzung/ Ausweitung der bisher „Fixed-Income-fokussierten-Assetklassen“ in Richtung Aktie erfolgen. Institutsspezifische Rahmenbedingungen insbesondere Risikotoleranz und Erfahrungskurve/ Handling) sind zu beachten.

Umsetzung: Im Zuge einer ähnlichen Vorgehensweise wie im Beispiel 1 erfolgte zunächst die Fokussierung auf die Problemerkennung und den Abgleich der Zielsetzungen. Fragestellungen, warum Aktieninvestments, regulatorische Wirkungsketten und Fragestellungen nach der wirklichen Risikotoleranz und Durchhaltefähigkeit wie auch betriebswirtschaftliche „Wunschvorstellungen“ standen hier an der Tagesordnung. In einem weiteren Schritt folgte die Aufarbeitung fachlicher, regulatorischer, prozessualer und methodischer Fragestellungen. Immer mit den Beteiligten Treasury, Finance, Controlling.

Nach Einwertung der Gesamtgemengelage erfolgte wiederum die Erarbeitung zahlreicher zunächst grundsätzlicher Handlungsoptionen zur Umsetzung der Erweiterung der Assetklasse. So wurden hier die verschiedenen Produktausgestaltungsmöglichkeiten diskutiert: Einige Auszüge waren:

Long Only, Abgesicherte/ Protection Put-Strategie, Covered Call-Writing, Dividenden-Strategien. Wandelanleihen, Investition in Aktienanleihen oder Discount-Zertifikate.

Nach Bewertung der einzelnen Handlungsalternativen, hinsichtlich Wirkungsketten, Risikobeherrschung, Erfahrungen, Umsetzbarkeit, erfolgte die Festlegung und Entscheidungsvorbereitung. Umgesetzt wurden die Investition in dividendenstarken Aktien-Anleihen, und Protection Put-Strategie. Immer im Fokus: Die Risiken müssen zu jeem Zeitpunkt beherrschbar bleiben.

Weitere Projekte waren:

  • Die Einführung von Credit-Default-Swaps – Vermeidung illiquiditätsprämien und Generierung optimierter Ertragsanspruch aus Adressrisiko
  • Profitabilisierung des Gesamtzinsbuches durch Einsatz von Swaptions – Monetarisierung wiederkehrender Steuerungsmaßnahmen, Ausnutzung Volatilitätsprämien
  • Ausnutzung ausländischer Zinskurven zur Stabilisierung des periodischen Zinsüberschusses (bei Eliminierung FX-Risiko)

Hübsch ist anders – Jetzt erst recht!

Die Gesamtgemengelage ist alles andere als hübsch. Wie ersichtlich existieren noch zahlreiche Handlungsoptionen und Handlungsalternativen um durchs „flache Grass“ zu komemn. Letztendlich müssen Sie diese nur finden. Voraussetzung ist, dass Sie ihr Problem kennen. Nur dann gelingt die fokussierte und zielgerichtete Beseitigung.

Glauben Sie mir. Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe! Sie sind kein Fisch Bleiben Sie erfolgreich!

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Blog 12 | Vom Suppenkasper und Ihrem Depot A – 5 interessante Ansätze im Niedrigzinsumfeld

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Sie kennen die Geschichte vom Suppenkasper? Das Stück erzählt von einem zunächst sehr wohlgenährten Jungen, der seine Suppe einfach nicht essen will. Ohne die nahrhafte Suppe verliert er aber jeden Tag an Gewicht und erleidet letztendlich den Hungerstod.

„Ich esse keine Suppe! Nein! Ich esse meine Suppe nicht!, Nein, meine Suppe ess ich nicht!“.

Na ja warum der kleine Junge seine Suppe nicht essen wollte wird in der Erzählung aus dem frühen 19. Jahrhundert nicht näher ausgeführt. Es scheint aber so, als dass ihm die Suppe wohl nicht schmeckte bzw. er aus Prinzip die Suppe ablehnte. – Eine Bankenanalogie?
Was hat der Suppenkasper mit Ihrem Depot A oder Ihrem Gesamtzinsbuch zu tun? Na ja, zwar bewirtschaften Sie Ihr Zinsbuch nicht mit Suppe, doch auch für ihren Strukturbeitrag ist eine gewisse Nahrung in Form von Zins, Kurvensteilheit, Credit-Spreads – letztendlich Ergebnisbeitrag elementar. Ohne diese „Grundnahr
ngsmittel“ dürfte ihrer Bank langfristig das gleiche Schicksal wie dem Suppenkasper ereilen.

Kurz gesagt: Auf dem gedeckten Bankentisch stehen gerade Nullzins, historisch niedrige Credit Spreads und negative Kurzfristzinsen. Diese mögen Sie nicht. Sie befinden sich außerdem in bester Gesellschaft und versuchen über selektive Durationsverlängerungen und sukzessive Bonitätsverschlechterungen der Niedrigertragslage zu entkommen. Nicht nur Ihre Risikotragfähigkeit und die Regulatorik bringen Sie nunmehr mit diesen Ansätzen an die Grenzen. Die Erträge sind einfach zu gering.

Im stillen Kämmerlein fragen Sie sich womöglich ob die Assetklasse Zins im aktuellen Umfeld überhaupt noch einen Wert hat, oder ob Sie besser auf andere Assetklassen ausweichen sollten. Doch schnell verwerfen Sie diese Hirngespinste wieder, da Ihnen klar ist, dass es ohne die Assetklasse Zins nicht geht. Auch der Vorstand dürfte nicht begeistert sein. Also verwerfen Sie Ihre Ausschweifungen schnell.

Besser als die Alternative – Probiere von der Suppe!

Aber warum nicht einmal ein wenig Quer denken? (Vgl. auch Blog 10) Ausgetretene Pfade verlassen und dort hingehen „where the magic happens?“ Es bedeutet ja nicht, dass Sie ihr gesamtes Depot A nun veräußern und umbauen müssen. Vielmehr können doch auch interessante Assetklassen oder Ansätze beigemischt werden. Lassen Sie sich überraschen und lesen Sie weiter….

Denkanstoß I:
Government Bond Strategie – der systematische Kapitalumschlag als Assetklasse

Die aktuellen Bondrenditen sind niedrig oder negativ. Eine Buy- & Hold Strategie rechnet sich nicht mehr. Carry und Roll-Down sind eher gering. Alles in allem ist das Risk-/ Return-Profil sehr ungünstig. Verständlich, denn bei einer aktuellen Rendite 10jähriger Bunds von 0,30% p.a. ist der Jahreskupon bereits bei einem Zinsanstieg von 2 BP aufgezehrt. Na ja, es gibt sicher Besseres.

Neben Buy & Hold stellt m.E. auch der Kapitalumschlag eine interessante Assetklasse dar. Bevor Sie das Ganze nun unter Zockerei abschmettern, empfehle ich: Durchhalten und weiterlesen.

So bietet ein systematischer Kapitalumschlaginteressante Chancen. Schlüssel sind hier sogenannte Daten-Analyse-System-Ansätze. Im Zuge einer solchen Vorgehensweise erfolgen die Positionierungen über ein systematisches Handelssystem, das beispielsweise darauf ausgelegt ist, von wöchentlichen und täglichen Preisbewegungen in ausgewählten Zinsmärkten (z.B. Bund-Future, T-Note, etc.) zu profitieren. Plump gesagt: Simple, Transparent und Liquide.

Solche Handelsmodelle auf einem quantitativem Daten-Analyse-System, das auf Basis der gewählten Intervalle Long-, Short- oder Neutral-Positionen in den 3 Zinsmärkten eingeht. Unterschiedliche Modelle innerhalb des Handelssystems führen zu einer Glättung der Performance. Je nach Modell erzielen Sie dadurch der Zinsentwicklung unabhängige stabile Renditen.

Das untersuchte Handelsmodell– mit Gleichgewichtung auf Bund-, T-Note- und Gilt Future – erzielte in den letzten Jahren jeweils Performance-Beiträge zwischen 7,5% und 20%. Negative Jahresergebnisse wurden bisher vermieden.

Wie gesagt, Sie sollen nicht Ihr gesamtes Zinsbuch über das Handelsmodell oder gar den Bund-Future abbilden, aber eine Beimischung über ein Managed Account, Fonds im wäre doch ein paar Gedanken Wert. Die Fondslösung bietet hier eine hohe Flexibilität und bilanzielle Beweglichkeit. Neugierig geworden. Kontaktieren Sie uns gerne…

Denkanstoß II:
Aktien – Dividenden sind der neue Zins – wenn nur das Risiko nicht wäre

Im Kontext des Niedrigzinsniveaus wird in immer mehr Banken auch die Aktie diskutiert. Im Kontext guter Konjunktur, im Vergleich zu Anleihen eine hohe Dividendenrendite und letztendlich mangelnder Anlagealternativen drängen sich Aktien auch in Banken schon beinahe auf. So wurden zwischenzeitlich sogar die Restriktionen im Bausparkassengesetz hinsichtlich Aktieninvestments gelockert.

Damit richtet sich der Blick verstärkt auf (dividendenstarke) Aktien. In etlichen Fällen werden hier Dividenderenditen von bis zu 6% erzielt.

Bedauerlicherweise kauft man sich mit der begehrten Ausschüttung auch das Marktpreisrisiko der Papiere mit ein. Nicht erst seit dem Jahresanfang wissen wir, dass es schnell auch mal in die falsche Richtung gehen kann. Gerade vor dem Hintergrund bereits stark gestiegener Aktienkurse – bei immer noch hohen Dividendenrenditen scheint eine „Long-Only-Strategie“ risikobedingt eigentlich auszuscheiden. Zwar präferieren zahlreiche Assetmanager die Strategie, doch unter Risk-return-Gesichtspunkte sollte hier Vorsicht walten. „Großanleger fürchten Extremrisiken – schützen sich aber zumeist nicht“, so die Erkenntnis aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage von Allianz Global Investors. Grund sei die vorherrschende Meinung, dass Tail-Risk-Management zu teuer sei.

Nun zu Ihnen: Investieren Sie in (dividentenstarke Aktien) aber sichern sie die Extremrisiken ab. Gelingt eine Vermeidung der Extremrisiken, erreichen Sie auch mit einem gehedgten Portfolio veritable Renditen von 5,00% p.a. Was Sie tun müssen? Sie implementieren ein einfaches aber kontinuierliches Absicherungsmodell via. Puts und Calls. Nicht nachvollziehbar? Kontaktieren Sie uns. Es funktioniert.

Denkanstoß III:
Das Corporate Portfolio ohne Bonitätsrisiko? – Do the Basis

Die bisherige Teilantwort auf einbrechende passivische Konditionenbeiträge waren plump gesagt die Erhöhung der Portfolioduration und die Qualitätsverschlechterung des Portfolios. In diesem Zusammenhang erfolgte die sukzessive Beimischung von Unternehmensanleihen in den Eigengeschäftsportfolien. So weit so gut. Nur die zuletzt, durch die ECB verkündete Ausweitung ihre mittlerweile relativ abgedrehten Maßnahmen erschwert die Lage weiter.

So möchte die EZB nun auch zahlreiche Unternehmensanleihen im Rahmen Ihres Kaufprogramms auf die Bücher nehmen, was zu weiteren Spreadrückgängen und einer weiteren Iliquidisierung des Segments führen dürfte. Die Verwerfungen am Markt für Corporate-Anleihen machen sich auch hier einige gewiefte Portfoliomanager zu nutze. Sie nutzen nämlich die Credit Basis – also die Differenz zwischen Corporate Bond und Credit Default Swap aus. Und nur diese! Zinsänderungsrisiken, Bonitäts- und Währungsrisiken sind ausgeschlossen. Aufgrund einer relativ hohen Umschlaghäufigkeit werden hier Returns von bis zu 3% p.a. erzielt. Hört sich doch gar nicht so schlecht an, oder? Questions? Gerne…

Denkanstoß IV:
Immobilien ja – Illiquidität Nein – der ETI

Neben der Investition in Offene und geschlossene Immobilen Fonds beteiligen sich immer mehr Kreditinstitute aufgrund des Zinsdilemmas auch direkt an größeren Immobilien- oder Gewerbeprojekten. Mit allen Chancen und Risiken.

Relativ neu am Investorenhimmel sind sogenannte ETI´s. Ähnlich wie bei einem Direktinvestment beteiligen Sie sich auch an einem Immobilienportfolio, aber eben eher indirekt. So investiert das ETI nicht in die Immobilie selbst, sondern zeichnet dinglich besicherte Anleihen (ähnlich eines Pfandbriefes) direkt von der Objektgesellschaft. Der Kupon der Laufzeit orientiert sich an den Mieterträgen und den Bewertungsgewinnen der zugrundeliegenden „Investments”. Die bisherige Wertentwicklung von rund 5% p.a.
verspricht hier einiges.

Denkanstoß V:
Know – How – Gewusst wie! – das beste Asset sind Sie selbst

Die Zeiten sind ungemütlich. Die EZB agiert mittlerweile mehr als unkonventionell und langsam geht’s an die Substanz. Das Top-Management oder Ihre Führungskraft verlangt von Ihnen den vollen Einsatz und Ideen wie die Risiken beherrscht werden können. Vor lauter operativer Hektik fehlt Ihnen die Zeit und ein erfahrener Sparringspartner der Sie unterstützt und die Thematik mit Ihnen angeht. Nutzen Sie doch ein FachCoaching oder einen Interim-Einsatz von derivatexx um sie schnell weiter zu bringen. Praxis gelebt nicht doziert!

Zugegebenermaßen stellen die o.a. „Ansätze“ nicht unbedingt das Kerngeschäft einer Bank dar, doch handelt es sich auch nicht um Denkanstöße die völlig abgedreht oder gar verwerflich sind. Vielmehr können sich für Sie Handlungsoptionen ergeben welche Sie möglicherweise durchs flache Gras bringen können. Also: Essen Sie ihre Suppe!

Haben Sie Fragen zu den vorgestellten Handlungsoptionen und Handelsansätzen? Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung.

Bleiben Sie erfolgreich

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