Blog 30 | Das Ei des Kolumbus – oder die Einfachheit des Treasury?

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Im Nachhinein sind alle schlauer. So auch Kardinal Mendoza, der die Leistung von Christoph Kolumbus zur Entdeckung Amerikas massiv schmälerte. Er behauptete, die neue Welt hätte jeder entdecken können. Ein leichtes Unterfangen also. Daraufhin verlangt Kolumbus von den anwesenden Personen, ein gekochtes Ei auf der Spitze aufzustellen. Alle versuchen sich daran, niemand schafft es. Es besteht Einigkeit: Unlösbar! Demonstrativ, schlägt der Entdecker ein Ei mit der Spitze auf den Tisch, so dass das eingedrückte Ei stehen bleibt. Die Gesellschaft protestiert: So hätte man das auch gekonnt! „Sicher, aber der Unterschied ist, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“. So und nun zu ihrem Treasury und Zinsüberschuss…

Keep calm and carry on…

Das erste Quartal ist quasi um, d.h. Sie können den bisherigen Jahresverlauf für sich einwerten und Rückschlüsse auf die aktuelle Geschäftsentwicklung ableiten. Ist der anteilige Zinsüberschuss im Plan? Die Risikovorsorge in Line und das Treasury-Ergebnis in Butter? Mit ziemlicher Sicherheit sind Sie entweder zufrieden, begeistert oder auch enttäuscht. Eines wird schon zutreffen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hinkt Ihr Provisionsüberschuss und das Zinsergebnis dem Plan aktuell etwas hinterher. Im Gegenzug ist die Risikovorsorge der Wertpapiere noch im Plan. Das Jahr hat ja erst begonnen und Einlösungsverluste und Abschreibungen sind noch nicht spürbar angefallen. Also alles in Butter? Sie könnten sich zurücklehnen, in 3 Monaten sehen Sie ohnehin klarer, oder?

Aber was machen Sie bis dahin? Eher weniger, man sieht ja noch nicht so klar. Warum jetzt schon das Kreditgeschäft anschieben, Vetriebsmaßnahmen puschen, Altlasten abarbeiten und Ideen für die Zukunft generieren? Kann man immer noch machen, wenn es nötig wird. Man weiss ja was man tun müsste? Sicher?

Kolumbus und Goethe waren Ihrer Zeit voraus?

Es ist nicht genug zu wissen, wir müssen auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, wir müssen auch tun!

Ein kleines Osternest für Sie…

Ein kleines Osternest: Reflektieren Sie über Ostern doch mal „ihre“ offenen Punkte hinsichtlich Treasury , Zinsüberschuss oder Gesamtbank. Haben Sie Maßnahmen zur Stabilisierung ihres Zinsüberschuss bereits in petto? Arbeiten Sie wirklich konsequent an Ihrem notwendigen Handlungsspielraum für die Zukunft? Ich meine nicht nur Digitalisierung. Stichwort: Der Ertrag von heute ist das Eigenkapital/ RTF von morgen, ist der Handlungsspielraum von übermorgen.

  1. Kommen Sie bei der Umsetzung der neuen MaRisk voran? Refinanzierungspläne, Risikokultur, NPP´s, etc.
  2. Fühlen Sie sich wohl mit Ihrer aktuellen Treasury- & Eigengeschäftsstrategie?
  3. Erinnert Sie Ihr Depot A eher an ein “Zufallsprodukt“ oder an eine systematisch abgeleitete Asset-Allokation, und, und, und…das Osterwochenende könnte kurz werden.

Spaß beiseite, ich möchte Ihnen natürlich keinesfalls das lange Osterwochenende vermiesen und Sie schon gar nicht bei Ihren Ei des Kolumbus-Übungen stören. Ehrenwort.

Resultate –  Die Schlagkraft Ihres Hauses als Werthebel?

Trotzdem;  haben Sie schon einmal daran gedacht, dass das Gesamtergebnis Ihres Hauses in Gestalt von Zins- & Provisionsüberschuss, Risikovorsorge, Handelserfolg oder Kreditwachstum, etc. letztendlich das Resultat des Zusammenspiels in Ihrer Organisation ist.

Letztendlich geht es um die optimale Interaktion von Fachskills, Strukturen, Zusammenarbeit, Entscheidungsprozesse und Umsetzung und vor allem dem Tun. Systematisch, diszipliniert, Transparent.

Die Grafik illustriert das Ganze.

Die Theorie ist klar….

Letztendlich ist der Output das Produkt aus den einzelnen Bullets. In jedem einzelnen Schwerpunkt sind max. 10 Punkte zu vergeben. Sind Sie in allen Themen optimal aufgestellt bewerten Sie sich jeweils mit 10 Punkten. Je nach „ehrlicher“ Einschätzung vergeben Sie Punkte zwischen 1 und 10. Multiplizieren Sie nun die Punktestände der einzelnen Sektoren miteinander und Sie erhalten das Produkt Ihres Outputs. Setzen Sie Ihre erreichte Punktzahl ins Verhältnis zu 10.000 (max. erreichbarer Score).

…und die Realität erschreckend?

Im dargestellten Beispiel erreichen Sie trotz guter Zusammenarbeit und schneller Entscheidungsfähigkeit 2304 Punkte. Dies entspricht einem Werthebel Ihrer (Muster) Organisation von 23%. (!). Wo war nochmals das Problem?

Sind wir nicht alle ein bisschen Kardinal Mendoza?

Wissen sie alles? Wunderbar, willkommen im Club. Aber setzen Sie auch um? Sie agieren in einem schwierigen Marktumfeld, Ihre Mitwettbewerber sind Profis, die Ressourcen sind angespannt und keine Besserung in Sicht. Sie brauchen das beste Team! Nur das ist nicht Gott gegeben und vom Himmel fällt es auch nicht. Bauen und entwickeln Sie ein solches Team und fordern Sie es. Nicht nur die Leber, wächst mit Ihren Aufgaben. Es wird kein Nachteil sein. Alles Theorie: Sicher nicht.

Versprochen. Rufen Sie uns gerne an! Wir helfen Ihnen.

Fröhliche Ostern | Ihr Team derivatexx