Blog 27 | Zins- oder Zimtstern – 10 Dinge die Sie vor Weihnachten für ihr Treasury klären sollten

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Am nächsten Sonntag ist der 1. Advent. Spätestens dann beginnt auch die „staade“ Zeit. Der Begriff rührt noch von Früher: Die Ernte war eingebracht, die Felder vorbereitet – und es gab nicht mehr so viel zu tun. Aufgrund kürzerer Tage, saß man eher in der Stube und stimmte sich auf Weihnachten ein, oder machte sich Gedanken über sein Zinsbuch… P.S: und das „Goody“wartet am Ende dieses Blogs.

Wenn gleich wir nicht behaupten, Sie säßen an dunklen Novembertagen in ihrem Treasury-Office in einem Stuhlkreis zwischen Punsch, Dominosteinen und Zimtsternen und bereiten sich auf Weihnachten vor, haben wir Ihnen ein paar Ideen zusammengestellt, wie Sie die staade Treasury-Zeit noch verbringen können.

1.    Reflektieren Sie Ihr Treasury/ Zinsbuch

Ist die Ernte für 2017 eingebracht? Mehr Schlecht als Recht? Gleicht Ihr Treasury-Ergebnis eher eine Residualgröße -die sich offensiv gesprochen- so ergeben hat – oder was haben Sie konkret dafür getan? Welche Themenstellungen könnten Sie vorantreiben, umsetzen und verbessern?

Und nicht zuletzt: Welches Alpha – also die durch Ihre Managementleistung erzielte Überrendite – haben Sie erreicht? Konnten Sie Ihr Treasury/ Depot A oder das Zinsbuch weiterentwickeln oder warum nicht?

Reflektieren Sie: Was lief gut, was eher Schlecht und was soll/ muss sich ändern damit Ihre Motivation explodiert und Ihr Treasury Jahr 2018 für SIE erfolgreich wird?

Ihre Fachskills? Ihr Vorgesetzter, der Vorstand? Werden Sie sich über den Status Quo bewusst. Am besten bei einer Tasse Tee und ein paar Zimtsternen….

2.    The 3 Big Things – Think Big

Was sind die Sie Ihre drei wichtigsten Themenstellungen für Ihr Treasury/ Zinsbuch für das nächste Jahr? Ob hochverzinste Bestandsabläufe im Depot A, ein unsicheres Marktumfeld oder die Weiterentwicklung Ihrer Eigengeschäftsstrategie; ganz sicher werden die Herausforderungen nicht geringer. Was ist Ihr Actionplan 2018? Überraschen Sie Ihren Vorstand doch einmal mit einer strategischen Perspektive und legen ihm IHRE 3 Big Things für das nächste Jahr vor. Immerhin sind SIE doch der Fachexperte. So halten Sie das Konzept des handeln in der Hand. Und ganz nebenbei schaffen Sie Raum für Orientierung. Wer will findet Wege …Erfahrungsgemäß kommt dies gut an -versprochen-

3.    Gesamtbankziele im Fokus

Treasury ist der Motor für den Unternehmenserfolg. Natürlich nicht als Selbstzweck oder gar Eigenverwirklichung im Investmentbanking. Nein ein funktionierendes integriert denkend und handelndes Treasury bewirtschaftet die über das Kundengeschäft eingekauften Risiken optimal und sorgt so für die Stabilisierung des Geschäftsmodells.

Achten Sie daher auf eine integrierte Sicht auf die Gesamtbank. Stellen Sie mit Ihrem Team die Gesamtbankorientierung in den Fokus. Dieser Fokus bringt Sie garantiert auf andere Dinge. Ansatzpunkte sind: Optimierung und Profitabilisierung der Einlagensteuerung, Anpassung passive Benchmarksteuerung, das optimale Depot-A-Volumen, Profitabilisierung LCR-Steuerung, FTP, Vorfälligkeiten, Standardzinsschock, Ansatzpunkte im Kundengeschäft, der richtige Hedgen…

4.    Stellen Sie Ihre Leiter, an die richtige Hauswand!

Sicherlich kennen Sie die Geschichte von Herrn Effizient. Demnach gelang es keinem anderen Menschen weit und Breit, jemals eine Leiter schneller, ästhetischer und zugleich sicherer hochzuklettern, als Ihm. Sehr beeindruckend. Nur: Der Erfolg von Herrn Effizient blieb aus! Warum? Die Leiter lehnte an der falschen Hauswand.

Die Richtigen Dinge tun – oder die Dinge richtig tun, das ist hier die Frage. Haben Sie die richtigen Produkte im Einsatz? Ist Ihr Instrumentenbaukasten auf dem aktuellen Stand? Was würde passieren, wenn sich das Marktumfeld ändert – bietet Ihre Toolbox dann immer noch ausreichenden Handlungsspielraum? Identifizieren Sie mindestens 1 notwendiges Produkt, für einen NPP im nächsten Jahr. Hilfestellung: Wie sichern Sie eigentlich die niedrige Kreditrisikovorsorge? Oder wie begegnen Sie hohen Pull-to-Par-Effekten?

5.    Von der Komfortzone in die Entwicklungszone


Die Treasury-/ Banken Welt um uns verändert sich ständig, gar „disruptiv“. O.K, keine Raketenwissenschaft. Nur, wie begegnen Sie diesem Thema in der Praxis?

Alle Themen abarbeiten bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird? Das müssen Sie ohnehin. Aber führen Sie sich und Ihre Mitarbeiter in die Entwicklungszone, indem Sie Fachskills hinterfragen und Entwicklungspotentiale identifizieren. Ihre Aufgabe als Führungskraft, oder Vorstand ist es ohnehin, die Rahmenbedingungen für Ihre Mitarbeiter so zu gestalten dass Ihre Mitarbeiter durch die eigene Arbeit und bedarfsweiser Weiterbildungsmaßnahmen fachlich immer besser werden, die Produktivität steigern und in Ihrem Selbstbewusstsein wachsen. Das macht Menschen stolz auf ihre Leistung – und führt Ihr Unternehmen nachhaltig zum Erfolg. Zur Verfügung stehen: Praxisworkshops, ELearning-Kurse, FachCoachings – je besser Ihr Mitarbeiter, desto größer der Unternehmenserfolg. Also wie sieht Ihr Entwicklungsplan aus…?

6.    Be Prepared – Erwarten Sie die Zukunft

Kennen Sie dies: Die Zinssituation verändert sich, und alle Marktteilnehmer diskutieren plötzlich einen Zinsanstieg. Obwohl Sie eigentlich investieren müssten, lautet die Devise: Limit erreicht – Order gestrichen. Oder umgekehrt: Ein paar unerwartete Äußerungen von Herrn Draghi und die ganze Herde rennt in den Markt. Möglicherweise ein gutes Verkaufsniveau? Überarbeiten Sie doch mal Ihre Timing-Systematik. Seien Sie mental bereits in der Zukunft und vermeiden Sie Überraschungen! Zu theoretisch? Oder welche Marktentwicklungen erwarten Sie im Vorfeld der in Italien im Frühjahr…? Frage: Was sind die Big 5 of Events in 2018?

7.    Ökonomie – Risiko – Bilanz – die Reihenfolge

Ansatzpunkte gibt es eigentlich genug. Deutlich stille Reserven auf den Eigenbeständen bei gleichzeitig negativen Renditen am kurzen Laufzeitensegment. Überteuerte Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und Peripherie-Anleihen. Und eine steile Zinskurve. Die Voraussetzungen zur Neuausrichtung des Portfolios sind doch gar nicht so schlecht – zumindest aus Sicht der Verkäuferseite. Sitzen Sie Trotzdem auf den „zu teuren“ Beständen? Diktiert Ihnen die Bilanz die Ökonomie? Wirtschaftlich sinnfrei aber bilanziell ok.? Überprüfen Sie Ihre Positionen mal kritisch: 1. Ökonomisch sinnvoll, 2. Risiko beherrschbar, 3. Bilanzielle Gegebenheiten.

8.    Verbessern Sie Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen

Sie stellen Ihre gesamte Arbeitskraft mit Motivation, Passion und Stringenz Ihrem Arbeitgeber zu Verfügung. Sie ackern was das Zeug hält und bringen Ihren Bereich und damit Ihre Bank nach vorne. Super!

Aber Denken Sie auch an sich. Kümmern Sie sich auch um Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen. Wie bleiben Sie Up-to-date. Wie groß ist ihr EXTERNES Netzwerk. Haben Sie einen Sparringspartner mit dem Sie sich REGELMÄ?IG FACHLICH UND KRITISCH austauschen können. Wie laden Sie Ihre Batterien auf und wie bleiben Sie widerstandsfähig?

Das Jahr hat 365 Tage, davon Arbeiten Sie rund 230 Tage. 10 Tage für Ihre individuelle Weiterbildung stellen das Mindestmaß dar. Just Think about it.

9.    Am 24.12. ist Weihnachten…

Nur so am Rande: In 4 Wochen fallen der 4. Advent UND Weihnachten auf den selben Tag. Uns fehlt damit fast 1 Woche J. Also besorgen Sie die Geschenke für Ihre Liebsten rechtzeitig. Am besten sofort…Noch ist Zeit….

10. Bank Treasury Summit 2018

Noch keine Geschenk? Am 22.Februar 2018 findet in Frankfurt das Bank Treasury Summit 2018 statt. Die etwas andere Treasury Konferenz! Endlich Hintergründe, Inspiration und Lösungen für die aktuellen und künftigen Herausforderungen. Ökonomen-Panel, Bitcoin als Assetklasse?, Niedrigzinslösungen und Speed-Workshops – The new Art of Treasury! Nähere Infos unter www.banktreasurysummit2018.de Limitierte Teilnehmeranzahl. Hier gehts zur Anmeldung!

Bleiben Sie erfolgreich! Herzlichst Ihr Dennis Bach

Blog 24 | Zinsanstieg voraus oder Risikoart „Hoffnung“? – Die Episode im SummerCamp

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Endlich Bewegung am Zinsmarkt. Die Low´s liegen definitiv hinter uns und endlich steigen die Zinsen – nicht zu schnell einfach stetig – Perfekt. Endlich, die GuV wird entlastet und alles wird gut. Wirklich? Oder stirbt die Hoffnung möglicherweise zuletzt?

Die große Frage: Zinsanstieg voraus, oder Gelegenheit zur Investition oder Durationsverlängerung? Nur eines von vielen Schwerpunkthemen in unserem exklusiven derivatexx | SummerCamp Treasury & Gesamtbanksteuerung vom 12.09.17 -15.09. 2017 in Tirol.

Weitere Zinsanstieg?

10 jährige Bunds durchbrechen die Marke von 50 BP nach oben und die Pendants bei Zinsswaps knabbern beinahe an der 1% Grenze. Unter Berücksichtigung der negativen Euribor-Sätze mittlerweile ein anfänglicher Ertrag von knapp 1,20%. Wow, und für 5 jährige Festsatzempfänger-Zinsswaps gab´s zwischenzeitlich sogar 35 BP. Nicht schlecht im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit.

Und auch die Kurven sind steil. So beträgt die Zinsdifferenz zwischen 2 und 10 Jahren knapp 100 BP. Es gab auch schon schlechtere Zeiten.
Es stellt sich die Frage, wie geht’s weiter mit der Zinsentwicklung?– Up or Down dass ist hier die Frage.

D(T)rag(h)ik – Hin und Her macht Taschen leer

Die „d(t)rag(h)ische Rede von “Super-Mario“ im portugiesischen Sintra und das selektive zurückrudern vom zurückrudern im QE trägt hierbei nicht unbedingt zur Klarstellung oder gar Beruhigung der Märkte bei. Ja und im Spätsommer treffen sich dann die wieder Notenbank.-Chefs  zum Fliegenfisch-Angeln in Jackson Hole. Mal gespannt, was Draghi dort an der Angel hat.

Neben den „Spielchen“ der Notenbank-Guidance ergeben sich aber auch bei den verschiedenen fundamentalen Einflussparametern interessante Konstellationen. Zunächst fallen hier die weit von den Notenbankzielen entfernten Kerninflationsraten auf. Hinzu kommen fallende Energiepreise, die letztendlich über Basis-Effekte ein Wörtchen bei der weiteren Inflationsentwicklung – oder auch bei den Break-Even-Raten- mitreden. Keine Raketenwissenschaft – aber trotzdem ein bedeutender Einflussparameter ist der konjunkturelle Reifegrad in den USA. Nicht nur bei genauerem hinschauen, ergeben sich hierbei interessante Rückschlüsse.

Ich wünschte mir die Zinsen steigen…

Die Essenz zur Zinsentwicklung erhalten wir, wenn wir die weiteren Faktoren wie Aktienmarkt, USD, Rohstoffpreise, Volatilität wie auch diverse Forwards und Kurvensteilheiten in die Meinungsbildung einbeziehen. So viel sei verraten: Es scheint als ob sich derzeit zahlreiche Kapitalmarktplayer, Treasurer und Bankvorstände einen weiteren Zinsanstieg wünschen. Ob Wünsche in Erfüllung gehen, steht auf einem anderen Blatt.

Nur „Ein“ Spezial-Thema in unserem derivatexx | SummerCamp

Es stellt sich die Frage, wie man sich oder die Bank im aktuellen und gleichzeitig schwierigen Marktumfeld aufstellen oder gar positionieren kann, natürlich unter Berücksichtigung einer integrierten Gesamtbanksicht. Immer unter dem Motto: Überleben in allen Szenarien.

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Genau der richtige „Stoff“ für unsere exklusives derivatexx | SummerCamp Treasury & Gesamtbanksteuerung vom 12.-15.09.17 in Achenkirch, Österreich

Nutzen Sie den aktuellen Promotion Code und sichern Sie sich Ihren exklusiven Platz mit einem 10% igen Rabatt. Das SummerCamp: Weil SIE sich weiterentwickeln wollen! Weil SIE die Themen anpacken! Und weil SIE überzeugt sind, dass man Herausforderungen meistern kann. Hier geht zur Anmeldung.

Nur noch wenige Plätze verfügbar. Bleiben Se erfolgreich!

Liebe Grüße Dennis Bach
derivatexx | Praxis gelebt , nicht doziert

Blog 20 | No Zins, No Credit? | Free Lunch für Ihr Zinsbuch? – Das Interview

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Trotz Zinsanstieg und teilweiser Ausweitung der Creditspreads nutzen nur wenige Bank-Treasurer das aktuelle Zinsniveau zur Durationsverlängerung oder Credit-Investition. Vor dem Hintergrund einer Menge bevorstehender hochverzinslicher Bestandsfälligkeiten im Kunden- und Eigengeschäft ist dies zunächst etwas verwunderlich. Was sind die Gründe? Und gibt es Alternativen zu Long Duration oder Long Credit? Seien Sie gespannt.

Es ist zum Haare raufen…

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es ist noch einmal alles gut gegangen quasi gerade noch von der Schippe gesprungen. Noch im August verharrten die Zinssätze für zehnjährige Zinsswaps bei 0,22%, Staatsanleihen unter der Nullmarke und auch für andere Assetklassen gab es irgendwie nichts. Es war zum Haare raufen.

Und dann Trump sei ausnahmsweise Dank, setzte endlich ein gewisser Zins- und Spreadanstieg ein. Nicht riesig aber in die richtige Richtung. Pühhh.

Limit erreicht! Order gestrichen!

So konnte man im Januar zumindest wieder Zinserträge über Fristentransformation generieren. Nur: Man konnte, hat aber nicht! Quasi Limit erreicht, Order gestrichen!

Irgendwie scheint Long Duration out zu sein. Die verschiedenen Research-Häuser mahnen zur Vorsicht und sehen weiteren Zinsanstiegsspielraum, nicht nur Inflationsbedingt. Weiterhin herrscht echter (großer) Respekt vor dem Super-Wahljahr 2017: Frankreich, Niederlande, Deutschland, Italien – Keine Experimente, Überraschungen sind out.

Na und zu guter Letzt scheint sich auch noch das Vertrauen in die Schlagkraft der EZB sukzessive aber stetig zu verflüchtigen. Genug Gründe an der Seitenlinie zu verharren.

Trotzdem gibt es ein paar mutige Treasurer und Bankvorstände, die die Credit- und Durationsentwicklungen für sich nutzen wollen. Nur sie „können oder dürfen“ nicht.

Wollen aber nicht dürfen?

Hintergrund ist das letztjährige Weihnachtsgeschenk der Aufsicht an die Banken. So stellt die verhängte Allgemeinverfügung des SREP, u.a. über die Kennziffer des Basel II-Schock , das Zinsänderungsrisiko in den Fokus. Reflexartig reduzieren die Banken Ihre Trafo-Kennziffer und fahren ihre Fristentransformation nochmals zurück. Zielkennziffern zwischen 12-und 15% scheinen sich einzupendeln. Na ja, kein gutes Umfeld für Duration und ein noch schlechteres für den Ertrag.

Aber wie Erträge stabilisieren, Eigenkapitalien thesaurieren und künftige Handlungsspielräume schaffen? Kosteneinsparung ist endlich.

Gesucht:  Free Lunch!

Gesucht: Erträge ohne Duration und Credit-Risiko. Diese wären, natürlich neben Margenausweitungen im Kundengeschäft, die Lösung. So eine Art Free Lunch? Interessant aber unrealistisch?

Der weisse Ritter NBT?

Seit geraumer Zeit machen sogenannte Credit-Basis-Fonds die Runde. Mit Ihrer durationsneutralen und weitestgehend creditrisikofreien Ausrichtung, scheinen die Fonds den Zahn der Zeit zu treffen. Das Ganze noch mit einer Rendite von 2,0 % p.a.

Klingt interessant? Ein Grund das Ganze näher zu betrachten und ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. derivatexx | simplify financial markets hat sich mit Claus Tumbrägel, Vorstand der nordIX AG und Initiator des „nordIX Basis UI“, Fonds näher unterhalten.

Das Interview | Dennis Bach (derivatexx GmbH) vs. Claus Tumbrägel (nordIx AG)

Dennis Bach: Herr Tumbrägel, was sind den bitteschön NBT-Basis-Fonds? Hört sich ein wenig an wie National Basketball League?

Claus Tumbrägel: (lacht) Nein mitnichten, aber mindestens so interessant! Spaß beiseite NBT ist die Abkürzung für Negativ-Basis-Trade.

Dennis Bach: Negative Basis Trades. Das ist doch die Kombination von Anleihen mit Credit Default Swaps (CDS).

Claus Tumbrägel: Korrekt. Im Zuge derartiger Strategien kauft der Investor eine Anleihe und sichert diese gleichzeitig mit einem CDS ab, so dass die Kreditrisiken (Adressausfallrisiken) der Anleihe eliminiert sind. Übrig bleibt eine positive Marge.

Dennis Bach: Aha! Nun klingt es irgendwie nach „free Lunch“.

Claus Tumbrägel: In gewisser Weise ist das tatsächlich so. Bedingt durch Marktverwerfungen, Illiquidität und Intransparenz bei Unternehmensanleihen gibt es phasenweise Situationen, in denen die Rendite einer Anleihe höher ist, als die Kosten für deren Absicherung des Kreditausfallrisikos über den CDS.

Dennis Bach: Das klingt einleuchtend. Aber ist es richtig, die Anleihenrendite mit dem CDS-Spread zu vergleichen? Der CDS sichert doch nicht das direktionale Risiko? Und was geschieht bei einem Zinsanstieg?

Claus Tumbrägel: Auch da stimme ich Ihnen zu. Im Zuge von Negative Basis-Geschäftenerfolgt der Kauf der Anleihe im zinsvariablen Asset-Swap. Das heißt das direktionale Risiko ist zu jedem Zeitpunkt eliminiert.

Dennis Bach: …und andere Risiken wie z.B. Fremdwährungsrisiken?

Claus Tumbrägel: …werden ebenfalls voll abgesichert. Im Ergebnis gilt: Alleinige Zielsetzung ist, von der Differenz CDS-Spread vs. Anleihenspread zu profitieren. Alle anderen Risiken werden fristenkongruent abgesichert.

Dennis Bach: Da beginnt mein Treasurer Herz zu schlagen. Wo liegen die Gründe für die Möglichkeiten des Arbitrage-Ansatzes?

Claus Tumbrägel: Negative Basen – (also Situationen, in denen CDS-Spread kleiner Anleihenspread) beruhen letztendlich auf temporären Anomalien und Verwerfungen zwischen Anleihemarkt und CDS-Markt. Typischerweise sind solche Differenzen besonders häufig in einem volatilen oder von Sondereinflüssen geprägten Marktumfeld vorzufinden.

Dennis Bach: Welche Art von Sondereinflüssen können dies sein? Illiquide Märkte oder eher EZB-Käufe.

Claus Tumbrägel: Der EZB-Hunger würde eher zu positiven Basen führen, da sich infolge der andauernden Käufe die Anleihen zunehmend verknappen. Im Ergebnis geraten die Anleihenrenditen zunehmend unter Druck und handeln quasi mit negativen Liquiditätsprämien.

Der CDS-Markt ist mittlerweile sehr liquide wird aber plakativ gesprochen über die Ausfallwahrscheinlichkeiten gepreist, so dass sich im CDS keine preisbeeinflussenden Verknappungsprämien ergeben.

Dennis Bach: Ihr Beispiel mit der EZB ist nachvollziehbar. Da Sie ja Negative Basen suchen, benötigen Sie ja Anleihen mit Spread deutlich über dem CDS. Wer emittiert den sowas?

Claus Tumbrägel: Ein Beispiel für negative Basen wäre z.B. Anleihen von Emittenten ausserhalb des Heimatmarktes, also z.B. die europäische Banca Intesa emittiert in USD. Während der Primärmarkt im Auslandsmarkt gut funktioniert, ist der Sekundärmarkt nach der Primärphase deutlich enger. Hier gibt es dann Gelegenheiten. Die zu finden ist aber nicht einfach.

Dennis Bach: Wie ich verstanden habe, gelingt über die Strategie ohne Durations-, Währungs- oder Kreditausfallrisiko die Vereinnahmung positiver Margen. Müssen die Positionen bis auf Endfälligkeit gehalten werden?

Claus Tumbrägel: Die Anleihen können im Bedarfsfalle bis Endfälligkeit gehalten werden. In einem solchen Fall würde genau die angestrebte Basis (Marge) realisiert werden.

Dennis Bach: …und andernfalls?

Claus Tumbrägel: Erfahrungsgemäß engen sich der Spread zwischen Anleihe und CDS während der Laufzeit ein bzw. die anfänglich negative Basis wird wieder positiv (CDS über Anleihenspread). In einen solchen Fall würde der Ertrag vor Fälligkeit realisiert werden.

Dennis Bach: Herr Tumbrägel, das klingt ja wirklich sehr spannend! Aber Arbitrage-Ansatz bei gleichzeitig voller Absicherung klingt nach verdammt wenig Ertrag. Rechnet sich die Strategie überhaupt?

Claus Tumbrägel:   Ich verstehe Ihre Bedenken. Sicherlich ist diese Strategie nichts für langfristige Buy & Hold-Investoren im Direktbestand. Hintergrund sind zahlreiche notwendige Transaktionen, die Sie durchführen müssen: Anleihe, Zinsswap, CDS, bei Bedarf FX-Hedge und bei vorzeitiger Auflösung alles wieder zurück. Wir präferieren die Abbildung in einem Publikumsfonds, denn Sie natürlich langfristig halten können.

Dennis Bach: …bleibt immer noch die Frage, was man verdienen kann?

Claus Tumbrägel: Natürlich basiert die Strategie auch auf einem gewissen Kapitalumschlag, d.h. zu den Erfolgsfaktoren zählen neben den negativen Basen insbesondere ein aktives Management und höchste Expertise in den Corporate und CDS-Märkten. Im der Regel bleiben wir etwa 4-6 Monate in einer Negative Basis Position investiert, teilweise gelingt es, innerhalb von 12 Monaten in einer Anleihe stetig negative Basis-Geschäfte zu machen und wieder aufzulösen. So erreichen wir insgesamt eine Zielrendite von etwa 2,0 -2,5% für die institutionelle Tranche.

Dennis Bach: Hammerhart! 2,0% Rendite ohne Zinsänderungs- und Kreditausfallrisiko? Wie sieht es mit der EK-Unterlegung im KSA aus? Solva 100 bei Unternehmensanleihen wäre ja auch suboptimal und würde die Säule 1 belasten. SREP again.

Claus Tumbrägel: In der Tat eine gute Frage. Die Eigenmittelunterlegung richtet sich nach der zugrundeliegenden Anleihe bzw. dem jeweiligen Sicherungsgeber.

Dennis Bach: Dies bedeutet ja, dass das jeweilige KSA-Gewicht des Sicherungsgebers (CDS-Kontrahent) in der Regel deutlich geringer sein dürfte, als des Referenzschuldners. in diesem Falle greift also der Substitutionsansatz im KSA? Zudem sind CDS ja ohnehin Cash besichert.

Claus Tumbrägel: So ist es!

Dennis Bach: Lassen Sie mich überlegen. Für Volks- und Raiffeisenbanken, oder auch Sparkassen beispielweise würde dies ja bedeuten, dass das Gesamtpaket (Anleihe & CDS) – sofern der Sicherungsgeber beispielsweise ein Mitglied im entsprechenden Haftungsverbund ist – ebenfalls nullgewichtet sind.

Claus Tumbrägel: Exakt!

Dennis Bach: Lassen Sie mich zusammenfassen: Kein Durationrisiko! Kein Ausfallrisiko! Kein Währungsrisiko! Niedriges KSA-Gewicht! (Substitutionsansatz)! Zielrendite 2,0%. Wo ist der Haken?

Claus Tumbrägel: Wie vorher bereits erwähnt, ist die saubere Abbildung des Fonds nicht trivial. Damit die Substitution durchschlägt, muss der Investor den Fonds in das Risikomanagement einbetten und auf die Positionen durchschauen. Die bisher investierten Banken erhalten das erforderliche Reporting von uns, müssen aber die Abbildung in den eigenen Systemen ermöglichen.

Möglicher zweiter Haken könnten stark steigende Zinsen sein, so dass sich die Negativen Basen temporär etwas Ausweiten könnten. Im Ergebnis kann daraus ein gewisses Fondpreisschwankungen resultieren.

Dennis Bach: Im Zuge einer Durchschau dürfte sich die Frage stellen ob Credit Default-Swaps im aktuellen Produkt- und Märktekatalog des (Bank-Investors) vorhanden sind.

Claus Tumbrägel: Da bin ich bei Ihnen. Ist die Durchführung von NPP´s und die Vermittlung von Fachskills nicht eine Kernkompetenz von derivatexx? (lacht)

Dennis Bach: Herzlichen Dank für das Interview

Claus Tumbrägel: Gerne geschehen.

Wer will findet Wege…

Die Bewirtschaftung der Zinsbücher, Stabilisierung des periodischen Zinsüberschusses und Treasury- und Gesamtbanksteuerung ist kein Selbstläufer mehr. Die bekannten Einflussfaktoren sind bekannt | Lösungen & Handlungsoptionen eher noch nicht.

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Blog 7 | Spectre? – FED-Hike oder Fehlalarm – Schützen Sie ihr Zinsbuch!

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Für viele steht fest: Die Zinserhöhung der FED am 16. Dezember ist ausgemacht. Die US-Notenbankchefin Yellen signalisiert Mut den bisherigen Nullzinspfad zu verlassen. Interessant ist, ob ein neuer Zinserhöhungszyklus tatsächlich beginnt oder die FED wieder zurückrudert. Noch viel interessanter ist aber, mit welchen Folgewirkungen das Treasury, das Zinsbuch oder die Gesamtbanksteuerung im Fall der Fälle konfrontiert wird. Eine  Übersicht.

Für viele steht fest: Die Zinserhöhung der FED am 16. Dezember ist ausgemacht. Die zuletzt außerordentlich guten Arbeitsmarktzahlen machen der US-Notenbankchefin Mut ihren Nullzinspfad zu verlassen. Interessant ist, ob die in schöner Regelmäßigkeit geführte Hiking-Diskussion wieder einmal nur ein Gespenst ist oder tatsächlich Chancen auf Umsetzung hat. Tatsächlich sollte man dieses Mal auf der Hut sein, denn: Wird der Hiking Cycle erst einmal begonnen, dürfte eine Neubewertung der Märkte ins Haus stehen. Ganz nach alter Bond-Manier: „Ein Hike ist nicht genug!“ – so sollten Sie bereits heute auf Ihr Zinsbuch achten.

Ein Quantum Hike?

Während die Einen der Überzeugung sind, dass der seit der Krise aufrechterhaltene Ausnahmezustand “Nullzins“ nun endgültig endet, halten Andere  dagegen. Zu oft hat die Fed auch in der jüngsten Vergangenheit wiederholt gezögert an den Zinsen zu schrauben.

Zahlreiche Marktteilnehmer sind sich deshalb sicher, dass der Hiking Cycle bereits enden wird bevor er richtig begonnen hat.

Von „Ob?“ nach „In welchem Tempo?“

Die Diskussion ändert sich also von „Wird die FED die Zinsen erhöhen?“ auf „In welchem Tempo wird die FED die Zinsen straffen?“. 

Marktteilnehmer preisen derzeit bestenfalls eine relative entspannte und nur leichte Straffung ein. So illustrieren die OIS-Forwards auf Jahressicht 2, bestenfalls 3 Zinserhöhungen.
Die FED steckt im Dilemma: So richtig scheint niemand an ihre Projektionen zu glauben. Während die Notenbank in ihren Projektionen 3 Zinserhöhungen signalis
iert, implizieren die Terminsätze einen Anstieg um nur 50 BP auf Jahressicht.

Aber was geschieht wenn die Arbeitslosenquote weiter sinkt?
Immerhin ist ein Wachstum in den Oktober-Payrolls von 274.000 ist alles andere als gering.
Auch eine Arbeitslosenrate mit einer 4 vor dem Komma, zeugt nicht von Krise.

Und was passiert bei weiter steigenden Arbeitskosten?
Hier schlägt im laufenden Jahr bereits ein Anstieg von rund 2,4% zu Buche. Krise? Welche Krise?

Die all umfassende Frage: „Was geschieht also, wenn Die FED ihrem angedachten Pfad diesmal folgt?“

Eines scheint klar, der Markt wird die bisherige Situation neu einschätzen müssen. Das ist gefährlich, denn die letzten 8 Jahre waren Händler, Treasurer, Risikomanager und Banksteuerung gleichermaßen von Nullzins, QE und Liquidität im Überfluss und geringer Volatilität verwöhnt.

Neubewertung des Umfelds wird erfolgen

Vor dem Hintergrund einer restriktiveren Notenbank
wird das Marktumfeld sicherlich so nicht bleiben. Bereiten Sie sich deshalb bereits heute auf ein verändertes Marktumfeld und Folgewirkungen auf Bestände vor.

Entwickeln sie bereits heute einen Plan B und seien Sie mental bereits in der Zukunft. Werde Sie mental überrascht, reagieren Sie nur noch. Das ist nicht nur „unschön“ sondern kostet in der Regel Geld und bringt Risiko.

Was passiert im Angesicht steigender Zinsen?

Absolutes Zinsniveau:
Werden die Sätze steigen? Welche Fristigkeiten? Die kurzen Sätze sicherlich. Schauen Sie sich doch mal  Forwards an. Hier werden bereits 70% eingepreist, neben dem absoluten Zinsniveau ergeben sich im Umfeld einer Neueinschätzung der Märkte weitere Auswirkungen.Slopes USD

Zinskurve: Im Umfeld einer weniger ultraexpansiven – also restriktiveren Geldpolitik – ist mit einer deutlichen Verflachung der Zinskurven zu rechnen. So dürften sich insbesondere die Zinsdifferenzen zwischen 2 und 10 Jahren (2s10s) und 10 und 30 Jahren einengen. Damit dürfte der Spielraum für Fristentransformation langsam verschwinden.
beginnen sich die Zinskurven bereits im Vorfeld der Notenbankaktionen zu verflachen. Doch startet die Notenbank mit Ihren Aktionen zündet erfahrungsgemäß der Turbo.

Geänderte Rahmenbedingungen für das Treasury, das Zinsbuch , Die Gesamtbanksteuerung – Haben Sie einen Plan B?

Die Kausalitätenkette geht weiter. Ändert sich der Geldmarktändert sich die Zinskurve, ändern sich die Forwards, die Spreads, die Vola… ändern sich die Rahmenbedingungenfür Treasury, das Zinsbuch und der die Gesamtbanksteuerung.

Wie ist zu agieren? Wie soll das Zinsbuch oder Depot A in einem solchen Umfeld bZinskurvenworkshop Anzeige Bildewirtschaftet und gemanagt werden? Wann ist was, wie zu tun?

Machen Sie ihr ZInsbuch/ Depot A  wetterfest!

Noch ist die See glatt, bestenfalls nur kleine Wölkchen am Himmel, kein Sturm in Sicht. (Noch) ein gutes Umfeld ihr Schiff rechtzeitig wetterfest und sturmtüchtig zu machen und die Positionierung, Bestände und Szenarien zu überprüfen. Im Sturm ist es zu spät.

Sichern Sie sich einen Restplatz im Workshop am 30.11.15 in Stuttgart

Im Zinskurvenworkshop am 30.11.2015 in Stuttgart beschäftigen wir uns intensiv mit diesen Themen rund um das Zinskurvenmanagement, Zinsbuch, Hedging, Positionierung im Umfeld agierender Notenbanken. Zur Anmeldung gehts hier!

Noch ist Zeit aber die Wolken werden dichter!

Bleiben Sie erfolgreich

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