Blog 27 | Zins- oder Zimtstern – 10 Dinge die Sie vor Weihnachten für ihr Treasury klären sollten

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Am nächsten Sonntag ist der 1. Advent. Spätestens dann beginnt auch die „staade“ Zeit. Der Begriff rührt noch von Früher: Die Ernte war eingebracht, die Felder vorbereitet – und es gab nicht mehr so viel zu tun. Aufgrund kürzerer Tage, saß man eher in der Stube und stimmte sich auf Weihnachten ein, oder machte sich Gedanken über sein Zinsbuch… P.S: und das „Goody“wartet am Ende dieses Blogs.

Wenn gleich wir nicht behaupten, Sie säßen an dunklen Novembertagen in ihrem Treasury-Office in einem Stuhlkreis zwischen Punsch, Dominosteinen und Zimtsternen und bereiten sich auf Weihnachten vor, haben wir Ihnen ein paar Ideen zusammengestellt, wie Sie die staade Treasury-Zeit noch verbringen können.

1.    Reflektieren Sie Ihr Treasury/ Zinsbuch

Ist die Ernte für 2017 eingebracht? Mehr Schlecht als Recht? Gleicht Ihr Treasury-Ergebnis eher eine Residualgröße -die sich offensiv gesprochen- so ergeben hat – oder was haben Sie konkret dafür getan? Welche Themenstellungen könnten Sie vorantreiben, umsetzen und verbessern?

Und nicht zuletzt: Welches Alpha – also die durch Ihre Managementleistung erzielte Überrendite – haben Sie erreicht? Konnten Sie Ihr Treasury/ Depot A oder das Zinsbuch weiterentwickeln oder warum nicht?

Reflektieren Sie: Was lief gut, was eher Schlecht und was soll/ muss sich ändern damit Ihre Motivation explodiert und Ihr Treasury Jahr 2018 für SIE erfolgreich wird?

Ihre Fachskills? Ihr Vorgesetzter, der Vorstand? Werden Sie sich über den Status Quo bewusst. Am besten bei einer Tasse Tee und ein paar Zimtsternen….

2.    The 3 Big Things – Think Big

Was sind die Sie Ihre drei wichtigsten Themenstellungen für Ihr Treasury/ Zinsbuch für das nächste Jahr? Ob hochverzinste Bestandsabläufe im Depot A, ein unsicheres Marktumfeld oder die Weiterentwicklung Ihrer Eigengeschäftsstrategie; ganz sicher werden die Herausforderungen nicht geringer. Was ist Ihr Actionplan 2018? Überraschen Sie Ihren Vorstand doch einmal mit einer strategischen Perspektive und legen ihm IHRE 3 Big Things für das nächste Jahr vor. Immerhin sind SIE doch der Fachexperte. So halten Sie das Konzept des handeln in der Hand. Und ganz nebenbei schaffen Sie Raum für Orientierung. Wer will findet Wege …Erfahrungsgemäß kommt dies gut an -versprochen-

3.    Gesamtbankziele im Fokus

Treasury ist der Motor für den Unternehmenserfolg. Natürlich nicht als Selbstzweck oder gar Eigenverwirklichung im Investmentbanking. Nein ein funktionierendes integriert denkend und handelndes Treasury bewirtschaftet die über das Kundengeschäft eingekauften Risiken optimal und sorgt so für die Stabilisierung des Geschäftsmodells.

Achten Sie daher auf eine integrierte Sicht auf die Gesamtbank. Stellen Sie mit Ihrem Team die Gesamtbankorientierung in den Fokus. Dieser Fokus bringt Sie garantiert auf andere Dinge. Ansatzpunkte sind: Optimierung und Profitabilisierung der Einlagensteuerung, Anpassung passive Benchmarksteuerung, das optimale Depot-A-Volumen, Profitabilisierung LCR-Steuerung, FTP, Vorfälligkeiten, Standardzinsschock, Ansatzpunkte im Kundengeschäft, der richtige Hedgen…

4.    Stellen Sie Ihre Leiter, an die richtige Hauswand!

Sicherlich kennen Sie die Geschichte von Herrn Effizient. Demnach gelang es keinem anderen Menschen weit und Breit, jemals eine Leiter schneller, ästhetischer und zugleich sicherer hochzuklettern, als Ihm. Sehr beeindruckend. Nur: Der Erfolg von Herrn Effizient blieb aus! Warum? Die Leiter lehnte an der falschen Hauswand.

Die Richtigen Dinge tun – oder die Dinge richtig tun, das ist hier die Frage. Haben Sie die richtigen Produkte im Einsatz? Ist Ihr Instrumentenbaukasten auf dem aktuellen Stand? Was würde passieren, wenn sich das Marktumfeld ändert – bietet Ihre Toolbox dann immer noch ausreichenden Handlungsspielraum? Identifizieren Sie mindestens 1 notwendiges Produkt, für einen NPP im nächsten Jahr. Hilfestellung: Wie sichern Sie eigentlich die niedrige Kreditrisikovorsorge? Oder wie begegnen Sie hohen Pull-to-Par-Effekten?

5.    Von der Komfortzone in die Entwicklungszone


Die Treasury-/ Banken Welt um uns verändert sich ständig, gar „disruptiv“. O.K, keine Raketenwissenschaft. Nur, wie begegnen Sie diesem Thema in der Praxis?

Alle Themen abarbeiten bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird? Das müssen Sie ohnehin. Aber führen Sie sich und Ihre Mitarbeiter in die Entwicklungszone, indem Sie Fachskills hinterfragen und Entwicklungspotentiale identifizieren. Ihre Aufgabe als Führungskraft, oder Vorstand ist es ohnehin, die Rahmenbedingungen für Ihre Mitarbeiter so zu gestalten dass Ihre Mitarbeiter durch die eigene Arbeit und bedarfsweiser Weiterbildungsmaßnahmen fachlich immer besser werden, die Produktivität steigern und in Ihrem Selbstbewusstsein wachsen. Das macht Menschen stolz auf ihre Leistung – und führt Ihr Unternehmen nachhaltig zum Erfolg. Zur Verfügung stehen: Praxisworkshops, ELearning-Kurse, FachCoachings – je besser Ihr Mitarbeiter, desto größer der Unternehmenserfolg. Also wie sieht Ihr Entwicklungsplan aus…?

6.    Be Prepared – Erwarten Sie die Zukunft

Kennen Sie dies: Die Zinssituation verändert sich, und alle Marktteilnehmer diskutieren plötzlich einen Zinsanstieg. Obwohl Sie eigentlich investieren müssten, lautet die Devise: Limit erreicht – Order gestrichen. Oder umgekehrt: Ein paar unerwartete Äußerungen von Herrn Draghi und die ganze Herde rennt in den Markt. Möglicherweise ein gutes Verkaufsniveau? Überarbeiten Sie doch mal Ihre Timing-Systematik. Seien Sie mental bereits in der Zukunft und vermeiden Sie Überraschungen! Zu theoretisch? Oder welche Marktentwicklungen erwarten Sie im Vorfeld der in Italien im Frühjahr…? Frage: Was sind die Big 5 of Events in 2018?

7.    Ökonomie – Risiko – Bilanz – die Reihenfolge

Ansatzpunkte gibt es eigentlich genug. Deutlich stille Reserven auf den Eigenbeständen bei gleichzeitig negativen Renditen am kurzen Laufzeitensegment. Überteuerte Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und Peripherie-Anleihen. Und eine steile Zinskurve. Die Voraussetzungen zur Neuausrichtung des Portfolios sind doch gar nicht so schlecht – zumindest aus Sicht der Verkäuferseite. Sitzen Sie Trotzdem auf den „zu teuren“ Beständen? Diktiert Ihnen die Bilanz die Ökonomie? Wirtschaftlich sinnfrei aber bilanziell ok.? Überprüfen Sie Ihre Positionen mal kritisch: 1. Ökonomisch sinnvoll, 2. Risiko beherrschbar, 3. Bilanzielle Gegebenheiten.

8.    Verbessern Sie Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen

Sie stellen Ihre gesamte Arbeitskraft mit Motivation, Passion und Stringenz Ihrem Arbeitgeber zu Verfügung. Sie ackern was das Zeug hält und bringen Ihren Bereich und damit Ihre Bank nach vorne. Super!

Aber Denken Sie auch an sich. Kümmern Sie sich auch um Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen. Wie bleiben Sie Up-to-date. Wie groß ist ihr EXTERNES Netzwerk. Haben Sie einen Sparringspartner mit dem Sie sich REGELMÄ?IG FACHLICH UND KRITISCH austauschen können. Wie laden Sie Ihre Batterien auf und wie bleiben Sie widerstandsfähig?

Das Jahr hat 365 Tage, davon Arbeiten Sie rund 230 Tage. 10 Tage für Ihre individuelle Weiterbildung stellen das Mindestmaß dar. Just Think about it.

9.    Am 24.12. ist Weihnachten…

Nur so am Rande: In 4 Wochen fallen der 4. Advent UND Weihnachten auf den selben Tag. Uns fehlt damit fast 1 Woche J. Also besorgen Sie die Geschenke für Ihre Liebsten rechtzeitig. Am besten sofort…Noch ist Zeit….

10. Bank Treasury Summit 2018

Noch keine Geschenk? Am 22.Februar 2018 findet in Frankfurt das Bank Treasury Summit 2018 statt. Die etwas andere Treasury Konferenz! Endlich Hintergründe, Inspiration und Lösungen für die aktuellen und künftigen Herausforderungen. Ökonomen-Panel, Bitcoin als Assetklasse?, Niedrigzinslösungen und Speed-Workshops – The new Art of Treasury! Nähere Infos unter www.banktreasurysummit2018.de Limitierte Teilnehmeranzahl. Hier gehts zur Anmeldung!

Bleiben Sie erfolgreich! Herzlichst Ihr Dennis Bach

Blog 25 | Sommerweinchen oder kalter Kaffee – Was Ihr Zinsbuch aus der Niedrigzinsumfrage lernen kann

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Wunderbar. Die Ergebnisse der am 30.August veröffentlichten Niedrigzinsumfrage unter 1555 kleineren und Less Signifikant Institutions (LSI´s) sind schlecht, aber besser als erwartet. Bleiben die Zinsen konstant auf dem Niveau vom Jahresanfang sind nur Ertragseinbußen von bis zu 40% zu verkraften. Gegenüber der NZU im Jahr 2015 scheinen die Umfrageergebnisse etwas besser. Endlich reduzierter Handlungsbedarf im Zinsbuch? Mitnichten! Das Zeitfenster schließt sich und Draghi schweigt hinsichtlich steigender Zinsen. Was ist zu tun?

Als grober Abriss zur  Niedrigzinsumfrage 2017 gilt: Die Zinsergebnisse bleiben weiter unter Druck und sollen „wunschgemäß“ laut den Planungen der befragten Kreditinstitute immer noch über ein stärkeres Provisonsgeschäft kompensiert werden.

Ertragseinbussen je nach Szenario bis zu 60%

Hinsichtlich Erträge: Bleibt das Zinsniveau auf konstantem Niveau, oder dreht die Zinskurve auf invers resultieren daraus massive Ertragseinbußen von bis zu 40%. Ausserdem wäre ein heftiger Zinsanstieg  das kurzfristig dominierende Schreckensszenario, da Wertberichtigungen insbesondere der zinstragenden Aktiva zu Buche schlagen würden.

Bei Anwendung der 5 Stressszenarien stellte sich heraus, das 68 oder 4,5 % der Häuser die aufsichtlichen EK-Mindestanforderungen unterschreiten und das obwohl stille Reserven bereits im EK berücksichtigt sind.

Aber wie heißt es schön: Hässlich aber nicht existenzgefährdend! Und es würde ja alle oder ziemlich viele betreffen. Rund die Hälfte der befragten Banken könnte sich zur Lösung eine Fusion – zur Reduzierung der Kostenbasis vorstellen. F

Das  alte Fazit  ist das neue Fazit

Fazit von Bundesbank und BaFin: Trotz leicht verbesserter Situation im Vergleich zur NZU 2015 ist die Lage immer noch besorgniserregend. Insbesondere die enorme Zinsabhängigkeit der Ergebnisse und die damit verbundene Abhängigkeit vom ZÄR werden durch Andreas Dombret  massiv angemahnt. Das ganze gewinnt an Brisanz, wenn man berücksichtigt, das rund die Hälfte der Kreditinstitute den unrühmlichen internen Titel „Kreditinstitut mit erhöhten Zinsänderungsrisiken“ tragen.

Damit scheint alles beim Alten: Das ZÄR ist (zu) hoch, die Kosten ebenfalls, die Provisionen zu niedrig und Banken gibt es auch zu viele! – Kalter Kaffee und nicht wirklich neu!

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nur, in Anbetracht der Tatsache, dass der Zinsüberschuss rund 2/3 der Erträge ausmacht, dürfte es schwierig sein, den Rückgang dauerhaft über den Provisionsüberschuss zu kompensieren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Sicherlich, sind Gebühreneinführungen und sagen wir eine Anpassung der Bepreisung gewisser Dienstleistungen zielführend und legitim, aber eben auch deutlich begrenzt.

Weitere Provisionsquelle ist das Wertpapiertransaktions- & Fondsgeschäft. Auch hier ruhen zahlreiche Hoffnungen auf Erhöhung der Erlöse. Doch der Börsenzyklus scheint reif, und seitwärts- bzw. Bärenmärkte zeigten selten nachhaltige Anstiege im Provisonsüberschuss. Und MiFID blenden wir aus.

Stellhebel Zinsbuch –  keine Raketenwissenschaft – aber wirksam

Na ja und wieder bleibt das Gesamtzinsbuch – neben den Anpassungen der Kundenmargen- als ein elementarer Stellhebel des Zinsüberschusses übrig? Nur, im Umfeld der Bundesbankäußerungen um die Höhe des ZÄR und der intensiven Zinsabhängigkeit eher schwierig? Nicht unbedingt.

Wenn gleich Sie die Anstrengungen zur Steigerung des Provisionsüberschusses und Erhöhung der Kundenmargen in jedem Fall weiter vorantreiben sollten, werden Sie an der Stabilisierung Ihres Zinsüberschusses – zunächst über das Eigengeschäft- nicht vorbeikommen. Never!

Richtig ist, dass die bloße Erhöhung der Duration im Eigengeschäftsportfolio oder im Gesamtzinsbuch kaum umsetzbar sein dürfte.

Temporäre Freiheitsgrade durch Überarbeitung Standardzinsshock?

Gerade vor dem Hintergrund der von der BaFin avisierten Neufassung des seit 2011 geltenden Rundschreibens 11/2011 (BA) für das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (Standardzinsschock) leuchtet dies ein.

Dies gilt umso mehr, als das Modellierungen von Zinsbindungsannahmen wie sie bei Verbindlichkeiten mit unbestimmter Zinsbindung auftreten in Anlehnung an die EBA-Leitlinie nun auf durchschnittlich 5 Jahre begrenzt werden sollen. Hier kann u.U. also eine entlastende Wirkung der modellierten Passiva im ZÄR wegfallen. Fazit: Abbau von Fristentrafo?

Eher nicht, da Ihre Modellierung höchstwahrscheinlich im Mittel bei 5 Jahren (max. 10Jahre Gleitend) modelliert sein dürfte. Hört sich also schlimmer an, als es ist.

Gone with the Wind – Schwellenwert 20%?

Erfreuliche Konkretisierung im überarbeiteten Entwurf ist zudem , dass der bekannte 20%-Schwellenwert des szenariobedingten Barwertverlust in Relation zu den regulatorischen Eigenmitteln zwar weiterhin als Indikator für „Institute mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko“ gelten soll, dieser aber in der Weise relativiert wird, dass er nicht als harte Schwellenwerte für die Anordnung aufsichtlicher Maßnahmen angewandt wird . Im Ergebnis soll die bisherige Ad-hoc-Meldepflicht bei erstmaliger Überschreitung des Schwellenwerts, entfallen. Super, oder?

Perspektivisch kommt es aber hart – EBA und CRD V

Achtung. Das Rundschreiben (Entwurf) ist das Eine, die avisierte Überarbeitung der CRDIV und EBA-Guidelines das andere. Artikel 98 – „Ausreißer-Kriterium“ und Standardzinsschock

So ist das Langfristziel der o.a. Papiere eine Begrenzung des „Standardzinsschocks“, auf einen Barwertverlust in Höhe 15 % des harten Kernkapitals. Und das Ganze dann noch mit 4 zusätzlichen auf 6 erweiterte Zinsszenarien.

Der Handlungsdruck bleibt enorm

Lange Rede kurze Sinn: Während die Ergebnisse der NZU mittlerweile etwas an Schrecken verloren haben (man kann es ja beinahe nicht mehr hören), die Bundesbank Ihren Standardzinsschock augenscheinlich zunächst etwas entspannt bzw. zumindest die EBA-Ideen nicht vorwegnimmt, bleibt der Handlungsdruck hoch. Der Standardzinsshock nach EBA und CRDV werden mittelfristig Ihre Fristentransformationsmöglichkeiten de facto weiter reduzieren. Im Ergebnis bedeutet dies:

Noch haben Sie Spielräume

Noch haben Sie Spielräume Ihr Eigengeschäftsportfolio & Gesamtzinsbuch umzugestalten, sich Gedanken über einen angepassten Steuerungsansatz des Gesamtzinsbuches zu machen. Weg von Duration, möglicherweise hin zu einem „prognosefreien Zinsbuch“. Und operativ gesehen, war es wahrscheinlich noch nie so leicht, sich von „ungeliebten“ Positionen – dank der draghischen Kauflust -zu trennen.

Wie das funktioniert? Überprüfen Sie Ihre gelebte Strategie zum Eigengeschäft. Ist das Eigengeschäft bloßes Residual oder systematisch, diszipliniert und Transparent abgeleitet. Beantworten Sie die Fragen, nach dem optimalen Zielvolumen und der Funktion. Setzen Sie Ihr EG in den Kontext der verfügbaren Risikobudgets und reflektieren Sie die Ergebnisse. Sie werden überrascht sein. Belive us. Noch bestehen vor dem Hintergrund des regulatorischen Rahmenwerkes und des Marktumfeldes Handlungsoptionen zur Stabilisierung der Ertragslage. Noch.

Was hält Sie eigentlich ab?

Was hält Sie eigentlich davon ab, eine Task-Force Zinsüberschuss zu Gründen, die der Thematik systematisch, diszipliniert und Transparent bearbeitet und bewirtschaftet?

Möglicherweise Fusionsgedanken, wie die anderen 50%. Nur – Die Fusion kommt, das ZÜB-Problem bleibt.

Problemlöser derivatexx. Mit unserer jahrelangen Erfahrung in Treasury, Gesamtbanksteuerung und Organisationsentwicklung zeigen wir Ihnen wie Sie durchs flache Grass kommen. systematisch, diszipliniert und Transparent – und zwar so dass die Risiken beherrschbar bleiben und Sie ruhig schlafen können.

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Bleieben Sie erfolgreich.
Ihr derivatexx Team

Blog 24 | Zinsanstieg voraus oder Risikoart „Hoffnung“? – Die Episode im SummerCamp

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Endlich Bewegung am Zinsmarkt. Die Low´s liegen definitiv hinter uns und endlich steigen die Zinsen – nicht zu schnell einfach stetig – Perfekt. Endlich, die GuV wird entlastet und alles wird gut. Wirklich? Oder stirbt die Hoffnung möglicherweise zuletzt?

Die große Frage: Zinsanstieg voraus, oder Gelegenheit zur Investition oder Durationsverlängerung? Nur eines von vielen Schwerpunkthemen in unserem exklusiven derivatexx | SummerCamp Treasury & Gesamtbanksteuerung vom 12.09.17 -15.09. 2017 in Tirol.

Weitere Zinsanstieg?

10 jährige Bunds durchbrechen die Marke von 50 BP nach oben und die Pendants bei Zinsswaps knabbern beinahe an der 1% Grenze. Unter Berücksichtigung der negativen Euribor-Sätze mittlerweile ein anfänglicher Ertrag von knapp 1,20%. Wow, und für 5 jährige Festsatzempfänger-Zinsswaps gab´s zwischenzeitlich sogar 35 BP. Nicht schlecht im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit.

Und auch die Kurven sind steil. So beträgt die Zinsdifferenz zwischen 2 und 10 Jahren knapp 100 BP. Es gab auch schon schlechtere Zeiten.
Es stellt sich die Frage, wie geht’s weiter mit der Zinsentwicklung?– Up or Down dass ist hier die Frage.

D(T)rag(h)ik – Hin und Her macht Taschen leer

Die „d(t)rag(h)ische Rede von “Super-Mario“ im portugiesischen Sintra und das selektive zurückrudern vom zurückrudern im QE trägt hierbei nicht unbedingt zur Klarstellung oder gar Beruhigung der Märkte bei. Ja und im Spätsommer treffen sich dann die wieder Notenbank.-Chefs  zum Fliegenfisch-Angeln in Jackson Hole. Mal gespannt, was Draghi dort an der Angel hat.

Neben den „Spielchen“ der Notenbank-Guidance ergeben sich aber auch bei den verschiedenen fundamentalen Einflussparametern interessante Konstellationen. Zunächst fallen hier die weit von den Notenbankzielen entfernten Kerninflationsraten auf. Hinzu kommen fallende Energiepreise, die letztendlich über Basis-Effekte ein Wörtchen bei der weiteren Inflationsentwicklung – oder auch bei den Break-Even-Raten- mitreden. Keine Raketenwissenschaft – aber trotzdem ein bedeutender Einflussparameter ist der konjunkturelle Reifegrad in den USA. Nicht nur bei genauerem hinschauen, ergeben sich hierbei interessante Rückschlüsse.

Ich wünschte mir die Zinsen steigen…

Die Essenz zur Zinsentwicklung erhalten wir, wenn wir die weiteren Faktoren wie Aktienmarkt, USD, Rohstoffpreise, Volatilität wie auch diverse Forwards und Kurvensteilheiten in die Meinungsbildung einbeziehen. So viel sei verraten: Es scheint als ob sich derzeit zahlreiche Kapitalmarktplayer, Treasurer und Bankvorstände einen weiteren Zinsanstieg wünschen. Ob Wünsche in Erfüllung gehen, steht auf einem anderen Blatt.

Nur „Ein“ Spezial-Thema in unserem derivatexx | SummerCamp

Es stellt sich die Frage, wie man sich oder die Bank im aktuellen und gleichzeitig schwierigen Marktumfeld aufstellen oder gar positionieren kann, natürlich unter Berücksichtigung einer integrierten Gesamtbanksicht. Immer unter dem Motto: Überleben in allen Szenarien.

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Genau der richtige „Stoff“ für unsere exklusives derivatexx | SummerCamp Treasury & Gesamtbanksteuerung vom 12.-15.09.17 in Achenkirch, Österreich

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Nur noch wenige Plätze verfügbar. Bleiben Se erfolgreich!

Liebe Grüße Dennis Bach
derivatexx | Praxis gelebt , nicht doziert

Blog 21 | Divide et impera -So profitabilisieren Sie ihre Einlagen

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Teile und Herrsche – Der Urheber der lateinischen Redewendung ist nicht wirklich identifiziert. Ob der Vater von Alexander des Großen, Niccoló de Machiavielli oder König Ludwig der XI., alle machten sich die Redewendung irgendwie zu Nutzen. Was das Ganze mit Ihrem Gesamtzinsbuch zu tun hat? Seien Sie gespannt.

Insbesondere die Römer verfolgten lange Zeit die „Teile-&-Herrsche-Taktik“ in vielen ihrer Kriege: Erst den Gegner entzweien um ihn dann zu zerschlagen. Viele Siege der Römer, nicht immer, aber oft.

Was das ganze mit der Bank zu tun hat? Ähnlich wie zum Ende der Blütezeit Roms sind auch im Banking die Herausforderungen riesig. Und heute noch wird darüber spekuliert, ob Rom an der eigenen inneren Schwäche oder aber infolge übermächtiger Gegner zerfallen ist. Entdecken Sie Parallelen?

Keine Angst es folgt nun keine Aufzählung der ungünstigen Rahmenbedingungen von Regulatorik bis Nullzins oder den übermächtigen Gegnern von Digitalisierung bis Wettbewerbsdruck.

In diesem und in den Folgebeiträgen  geht’s um die praktischen Stellschrauben in Ihrem Gesamtzinsbuch und der Gesamtbanksteuerung rund um die Herausforderungen: Einlagenprofitabilität, Vergabe 15jähriger Darlehen, Fristentransformation im SREP- und/oder IRRBB – Regime, oder auch dem Umgang mit dem Depot A im aktuellen Spannungsfeld von Nullzins und Leverage-Ratio etc.

Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach…

Zugegebenermaßen, die Ausgangslage ist bescheiden. Zu wenig Ressourcen, zu viele Themen! Unschön aber leider wahr. Im Übrigen wird es am Ende ohnehin niemanden interessieren ob Ressourcenengpässe der Grund des Scheiterns waren oder nicht. Es geht darum das Scheitern zu verhindern. Und zwar mit aller Kraft.

Elementar in diesem Kontext ist wie die Gesamtgemengelage aussieht und wie sie beherrscht werden kann. Welche Probleme, mit welchen Ertragsauswirkungen und welchem Handlungsdruck?

Ertragskrise in der SELI-Bank

In der Ihnen sicherlich mittlerweile bekannten SELI-Bank stellt sich die Gesamtgemengelage im groben Abriss wie wie folgt dar:

  • Der Zinsüberschuss ist unter Druck. Insbesondere in den nächsten 2 Jahren belasten Bestandsabläufe im Kunden- &  Eigengeschäft die Situation weiter.
  • Die Konditionenbeiträge sind ebenfalls unter Druck.
  • Ist man ehrlich, ist das Einlagengeschäft mittlerweile defizitär; wächst dafür aber aufgrund der Nullverzinsung weiter um wirklich kaum brauchbare „fast-money“-Komponenten.
  • Die Margen der Aktivseiten scheinen gefühlt zwar auskömmlich, erreichen aber lange nicht den notwendigen DB III.
  • Die Zinsbuchsteuerung wirft aufgrund Basel-II-Schock-bedingter reduzierter Hebel und einem fallenden Gleitend-10jahres-Zins
    weniger ab.
  • Das früher sehr ertragreiche Depot A ist mittlerweile eher ein Sammelbecken für HQLA-Papiere und zudem im Volumen deutlich reduziert.
  • Zuletzt befinden sich die Produktkataloge im Kunden- und Eigengeschäft in einer Art Investitionsstarre.
  • Die Risikovorsorgen (Kredit und Wertpapiere) sind aktuelle positiv und scheinen aktuell als „DIE“ neue „Ertragsquelle“ entdeckt worden zu sein.
  • Das Eigenkapital schmilzt infolge zu geringer Thesaurierung eher ab und limitiert die Risikobudgets insbesondere in der Zukunft

Willkommen in der SELI-Bank: Auch wenn das Top-Management und die Mitarbeiter den Handlungsdruck noch nicht voll spüren oder realisiert haben, aber den beschriebenen Aggregatszustand bezeichne ich als Ertragskrise.

Divide et Impera – Insbesondere im Einlagengeschäft

Nun zum Thema „Teile und Herrsche“ – zerlege das eigentliche Problem solange in kleinere und einfachere Teilprobleme, bis man diese einfach lösen kann. Na ja, und dann wird aus diesen Teillösungen eine Lösung für das Gesamtproblem konstruiert. Beginnen wir in diesem Beitrag zunächst mit der Einlagenseite, aktuell einer der größten Herausforderungen unserer SELI-Bank.

Die Einlagen der SELI-Bank

Ein schneller Abriss. Die Einlagensteuerung erfolgt über den Ansatz der gleitenden Durchschnitte. Letztendlich wird die juristische Zinsbindungsdauer des Passivportfolios durch ein Mischungsverhältnis bestehend aus gleitenden Durchschnitten ersetzt. Die Konditionierung der Passivprodukte erfolgt in Abhängigkeit des Replikationsportfolios. Kennen Sie alles – die Herausforderungen auch: In ruhigen Zeiten ein stressfreies Modell, nur: Gleitend bedeutet auch: Sie legen zu historischen Sätzen an, wie das geht? Gute Frage. Das Problem wird drängender, je mehr „fast-money-Gelder“ sich in Ihr Passiv-Portfolio verirren, die Gelder sind schneller wieder weg als Sie da waren. Prämisse „Volumenkonstants“ adjeu. Und zu guter Letzt: Aufgrund deutlich niedriger Opportunitätszinsen der aktuellen Mischungsverhältnisse müsste die Einlagenverzinsung zur Aufrechterhaltung der kalkulierten Marge für einige Produkte schon lange negativ verzinst werden. Aufgrund juristischer, vertrieblicher und liquiditätstechnsicher Faktoren erscheint hier aktuell keine weitere Reduzierung der Passivkonditionen möglich, es herrscht also der sogenannte Nullzins-Floor.

Verlängerung der Mischungsverhältnisse?

Zahlreiche Häuser diskutieren intern gerade die Verlängerung der Mischungsverhältnisse ihrer Passivprodukte. Infolge des dann angestiegenen Opportunitätszinssatzes würde ein steigenden ZKB Passiv zu einer steigenden Produktprofitabilität führen. Eine Reduzierung des Produktzins wäre damit quasi nicht mehr zwingend erforderlich. Wunderbar. Nur, der Bank ist damit nicht geholfen. Der Kniff bringt dem Haus keinen Cent mehr Zinsüberschuss. Vielmehr wird der in der Regel als Residualgröße errechnete Strukturbeitrag zu Gunsten des Konditionenbeitrags belastet.

Fraglich ist zudem inwieweit verlängerte Ablauffiktionen – die ja das Zinsanpassungsverhalten realistisch abbilden sollen- im Falle eines Zinsanstieges überhaupt durchgehalten werden können.

Die Elemente Kapital- und Zinsbindung

Ergänzen Sie Ihrer Methodik der gleitenden Durchschnitte um Elemente der Kapitalbindung, also um die Ermittlung von verschiedenen stabilen Bodensätzen. Ganz sicherlich benötigen Sie hierzu verschiedene statistische Auswertzungen oder mindestens belastbare Expertenschätzungen. Trennen Sie insbesondere die volatilen Anteile (fast money Komponenten) ab. Diese Bestandteile bilden Sie über einen Geldmarktpuffer ab. Das Neugeschäft oder deutliche Teile davon, pricen Sie in keinem Falle über die historischen Sätze.

Sie schaffen letztendlich die  einer getrennten Steuerung von Zins- und Kapitalbindung. Während Sie das über Gleitende Durchschnitte modellierte Zinsänderungsrisiko nahezu in sekundenschnelle über Zinsswaps in jede beliebige Position transferieren und damit steuern können, identifizieren Sie über die Kapitalbindungsdauer ihren wirklichen Impact auf Fundingmix, Bilanz und struktureller Liquiditätstransformation.

Getrennte Steuerung erhöhen Flexibilität und Nutzen

Für Ihre Steuerung eröffnen sich ganz neue Wege z.B. über den Einsatz von Swaptions, Caps, Floors und CMS-Strukturen . Auch die Voraussetzung zur Ableitung eines institutsspezifischen Refinanzierungsmixes wird geschaffen Und wie wir wissen, die Passivseite ist der Wettbewerbsvorteil der Aktivseite.

Während über den o.a. Ansatz letztendlich auch die Frage beantwortet werden kann, für welchen Bestand  eine Negativ-Verzinsung – und damit die Aktivierung des Nullzins Floors- überhaupt erforderlich ist, ist zudem die Frage zu beantworten wie mit einem etwaigen Nullzins-Floor in Steuerung und Bewirtschaftung umgegangen werden soll.

Und der Nullzins-Floor?

Der Nullzins-Floor entsteht letztendlich über die Festlegung -variable Bestände nicht mit einer Negativ-Verzinsung auszugestalten. Dem Kunde wird dadurch – für die Dauer ihres Entschlusses- eine Zinsuntergrenze (Floor) bei 0,00% zugesprochen. Sie haben ihrem Kunden also einen Floor mit 0,00% geschenkt.

Allein schon der Vergleich mit dem aktuellen 6-Monats-Euribor-Fixing bei -0,24% zeigt, dass der Floor für den Kunden einen nicht unerheblichen Wert haben muss. Wert für den Kunden bedeutet in ihrem Fall, die Zeche zahlen sie als Bank: Immerhin verzichten Sie auf Zinsanpassungen nach unten.

Die Idee des Floors als Zinsbegrenzungsvertrag ist der Erhalt einer Ausgleichszahlung wenn das Fixing des gewählten Referenzzinssatzes eine vereinbarte Untergrenze unterschreitet.

Für den Erwerb des Floors fallen Kosten an. Je nach Laufzeit und Strike variieren die Preise erheblich. So kostet ein aktueller Floor mit 3jähriger Laufzeit mit Strike 0% in etwa 45 BP p.a. oder 1,40% Upfront.

Love it, change it or leave it

Für das Management ihres Zinsüberschuss bedeutet dies, Sie können die bestehende Zinsüberschusslücke über Konditionenanpassungen vom Kunde „holen“ oder diese über den Derivate-Einsatz am Kapitalmarkt schließen (Kauf Floor). Quasi der Tradeoff zwischen Reputation, Liquiditätsabfluss und Optionsaufwand. Nicht gleich erschrecken.

Zunächst ist es doch hilfreich die Kosten des Nullzins Floors zu bemessen, so schaffen Sie überhaupt eine Basis zur Ableitung von Handlungsoptionen und Maßnahmen. Im zweiten Schritt können Sie dann verschiedene Alternativen quantifizieren und ableiten.

derivatexx – unser Support für Ihre Schlagkraft

Die derivatexx GmbH unterstützt Sie als echter Sparringspartner bei Ihren Themenstellungen im Treasury und in der Gesamtbanksteuerung. Zielsetzung ist, schnellstmöglichst Ihre eigene Schlagkraft –anhand ihrer konkreten Themenstellungen zu erhöhen. Hierzu identifizieren wir mit Ihnen die Handlungsfelder, Entwickeln mit Ihnen die Lösungen, Trainieren Ihre Fachskills und helfen bei der Entscheidungsvorbereitung und Umsetzung. So kommen Sie voran. Neugierig geworden? Kontaktieren Sie uns gerne.

Ihr Dennis Bach,
Geschäftsführer, derivatexx GmbH, Stuttgart

 

 

 

Blog 18 | Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg – die Brandbekämpfung in Ihrer GuV

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 Jetzt wird´s brenzlig. Die EZB hat´s geschafft. Am Geld- und Kapitalmarkt dominieren mittlerweile die negativen Vorzeichen. Der Sparer soll nun zahlen und die Geldaufnahme wird belohnt. Ein echtes Training für Ihre Synapsen und vor allem Interessant für Ihr Gesamtzinsbuch und damit für Ihre GuV. Aus Risiko und Ertragssicht wird´s nun richtig heiß. So bekommen Sie Ihren Brand in der GuV unter Kontrolle.

Null und Negativ

Nicht nur die Euribor- und EONIA-Fixings werden mittlerweile unter 0% gefixed. Auch über 10 Billionen Nominalwerte ausstehender Staatsanleihen rentieren mittlerweile in negativem Terrain. Und wenngleich bei den Zinsswaps aktuell eine kleine Yellen-bedingte Gegenbewegung eingesetzt hat, handeln die Zinsswaps bis zu Laufzeiten von 6 Jahren immer noch in negativen Sphären. Selbst zahlreiche Corporate-Bonds fordern dem Anleger nun negative Renditen ab. So gelang es u.a. den Unternehmen Henkel, Sanofi, BASF und der Deutschen Bahn, Schuldverschreibungen mit negativer Rendite zu platzieren.

Der Fairnesshalber oder eher glücklicherweise, muss man sagen, dass sich das Negativ-Terrain außerhalb der Staatsanleihen vor allem auf die kurzen und mittleren Laufzeiten bezieht. Lange Maturitäten weisen hier zwar noch in absoluten Terms positive Renditen auf, handeln aber im Vergleich zur Swap-Kurve mit Abschlägen. Diese Abschläge schmerzen mittlerweile ebenfalls deutlich. Nicht genug das die allermeisten Wertpapiere nun unter Swap handeln, über den Einlagen-Floor verzichtet die Bank zusätzlich auf mindestens 35 BP Refinanzierungsvorteil. Die Steilheit der Zinskurve schmilzt dadurch auf 30 BP (!) ab.

Die Welt steht Kopf oder scheint zumindest aktuell etwas anders zu funktionieren. Der beschriebene Zustand der Anlagealternativen ist für Banken – zumindest für diejenigen mit Anlagebedarf ziemlich bescheiden.

Da so ziemlich jede Bank im Kunden- wie auch im Eigengeschäft mit gewissen „hochverzinslichen Bestandsabläufen“ zu kämpfen haben, trifft die aktuelle Situation so ziemlich jede Bank.

Verständlicherweise arbeiten am oder überprüfen nahezu alle Banken gerade ihr Geschäftsmodell. Interessant ist, dass eine relativ kleine Anzahl der Häuser zwischenzeitlich wirklich eingesehen hat, dass insbesondere das Kundengeschäft dringend und ernsthaft profitabilisiert werden muss. Ode,  wie hoch ist Ihr Zinskonditionenbeitrag denn wirklich?

Die Situation

Realistisch gesprochen dürfte zutreffen:

  • Der Zinskonditionenbeitrag Aktiv ist deutlich geringer als angenommen
  • Der Zinskonditionenbeitrag Passiv ist negativ
  • Der Strukturbeitrag schmilzt deutlich ab (und ist/ wird möglicherweise negativer)
  • In den Produktsegmenten herrscht eine nicht unerhebliche Quersubventionierung

Die Herausforderungen wie ich behaupte sind enorm. Letztendlich bleibt hoffentlich nicht die Frage offen, ob man die Herausforderungen sondern wie man sie erfolgreich meistert. Dies führt uns automatisch zur Frage, wie viel Zeit für eine erfolgreiche  Transformation eigentlich erforderlich ist.

Das erforderliche Zeitbudget determiniert dann automatisch den Handlungsdruck in Ihrer Gesamtbank- und Treasury-Steuerung. Wetten, der ist hoch?

Kommen wir zur Frage, was Sie letztendlich tun können. Was ist der kurz-, mittel- und langfristige Handlungsplan. Ich sehe dies  so:

Langfristig:

Die Kundenkonditionsbeiträge sind zu erhöhen – machen Sie lieber weniger Kreditgeschäft , dies jedoch mit deutlich  höherer Marge.

Auf der Passivseite lösen Sie sich von Ihrem starren Modell der gleitenden Durchschnitte. Das Modell funktioniert ohnehin nur in einer konstruierten Modellwelt. Dynamisieren Sie dieses Modell. Entwickeln Sie Ihre Passivprodukte weiter und verdienen Sie wenigstens Geld damit, solange die Gelder noch zur Verfügung stehen.

Der Strukturbeitrag ist ihr Sorgenkind. Ein zu hoher Strukturbeitrag macht die Aufsicht und den Wirtschaftsprüfer nervös und unterstellt letztendlich zu hohe Zinsänderungsrisiken. Ist die in den meisten Häuser als Residualgröße ermittelte Ertragsgröße zu gering, wird der Zinsüberschuss und letztendlich das Betriebsergebnis und damit das zukünftige EK belastet. Also, revitalisieren Sie Ihre Restgröße und erhöhen Sie Ihren Strukturbeitrag. Erachten Sie den Strukturbeitrag genauso wichtig wie Ihr Kundengeschäft. Entledigen Sie sich dem Begriff der Residual- oder Restgröße. Bestimmen Sie Verantwortlichkeiten zur Steuerung der Ertragsgröße. Es gibt Möglichkeiten.

Mittelfristig:

Da steh nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor. Die Langfristziele scheinen klar. Aber wie soll die ganze Komplexität angegangen werden?

Sie werden sich von Ihren bisherigen Modellen zumindest teilweise lösen oder diese zumindest teilweise anpassen müssen. Die Steuerung des Gesamtzinsbuches über 10jahres Gleitend ist zwar angenehm, aber nicht mehr zielführend. Entwickeln Sie neue Steuerungskonzepte. Teilen Sie Ihr Gesamtzinsbuch zumindest gedanklich auf und implementieren Sie fokussierte Steuerungsmodelle beispielsweise für Kunden- und Eigengeschäftsbank.

Im Zuge Ihrer Anpassungs- und Weiterentwicklungsoffensive werden Sie schnell an Ihre Grenzen stoßen. Fehlende Produkte, intransparente Prozesse, ungünstige Datenbasen und fehlende Ressourcen. Welcome in the Club. Hilft nur nicht. Anfangen!

Sie werden neue Produkte benötigen. Denken Sie hierbei nicht nur an komplexe Kundenprodukte (aus vertrieblicher Sicht). Fragen Sie nach dem Engpass, den Ihr Kunde verspürt. Hinterfragen Sie auch ihren aktuellen Instrumentenbaukasten im Eigengeschäft, welcher für die erfolgreiche Bewirtschaftung ihres Gesamtzinsbuches und Beherrschung der Risiken erforderlich ist.

Denken Sie hierbei an eine fokussierte Steuerung. Steuern und Bewirtschaften Sie ZÄR, ADR und Liquiditätsrisiken weitgehend getrennt. Jedes Steuerungsziel hat sein passgenaues Produkt. Vermeiden Sie also das Breitbandantibiotika. Steuern Sie fokussiert. Denken Sie auch an die Zukunft und in realistischen Szenarien.

Berücksichtigen Sie dabei alle ihre Produktionsfaktoren: Mensch, Maschine, Masse. Insbesondere ihren Human Resources kommen hierbei besondere Bedeutung zu. Motivieren Sie, Entwickeln Sie fachlich wie auch persönlich weiter, fordern Sie Verantwortungsübernahme.

Kurzfristig:

Wo ist Ihr Status Quo? Was sind die genauen Herausforderungen? Kennen Ihre Mitarbeiter die Situation und die Zielsetzung?

Beginnen Sie jetzt! Wie kommen Sie durchs kurze Gras? Gibt es schon jetzt Ideen und Ansatzmöglichkeiten im Kunden- und Eigengeschäft. Bestehen Möglichkeiten negative Zinsen zumindest im Eigengeschäft auszunutzen?

Immerhin beträgt der Abstand zwischen Geldmarktrefinanzierung und 10jährigen Zinsswaps 82 Basispunkte. Repo-Refinanzierungen haben sich zwischenzeitlich zwischen 40 und 50 BP eingependelt und bei ausgesuchten Bundesanleihen sind Reposätze bis auf minus 1,5% zu beobachten.

Die Zinskurve ist immer noch steil. Bestehen Möglichkeiten zur Absicherung von Reserven oder der Ergebnissicherung falls die Zinskurve weiter abflacht oder sogar invertiert?

Können Swaptions, Caps und Floors zur Stabilisierung der Situation zumindest übergangsweise eingesetzt werden? Bestehen Anlagemöglichkeiten in anderen Währungen unter Absicherung des Währungsrisikos?

Suchen Sie die Nadel im Heuhaufen.

Wie Sie dass alles schaffen?

Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg – gehen Sie äußerst systematisch vor. Alle an einen Tisch und an einem Strang. Legen Sie das Silodenken ab und entwickeln Sie gemeinsam einen ersthaften Maßnahmenplan. Alles Theorie:? Fragen Sie mal Banken, die wir bisher unterstützt haben…

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Blog 14 | Treasury 4.0© – Das Treasury ist tot, es lebe das Treasury!

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Mit schöner Regelmäßigkeit tickern Warnungen diesmal vom ehrenwerten Bundesbankvorstand Andreas Dombret durch die Gazetten: „Niedrigzinsen und die zunehmende Digitalisierung setzen den Kreditinstituten nicht nur in Deutschland zu“. Dombret sieht dringenden Handlungsbedarf und erwartet für nicht wenige Kreditinstitute einen heißen Sommer. Hintergrund sei die starke Abhängigkeit vom Zinsrisiko und die Profitabilitätsschwäche.

Ja wir wissen es! Disruption durch Null- & Niedrigzins, niedrige Spreads und geändertes Kundenverhalten.

Gibt es einen Ausweg?

  • Aussitzen? Verbietet die Bundesbank.
  • Weglaufen? Funktioniert nicht!
  • Wegdiskutieren? Klappt schon seit 20 Jahren nicht!

Klar ist, eine Lösung muss her! Schnell! Sofort und profitabel. –
Wie wär’s mit Treasury 4.0?

Industrie 4.0 und Treasury 4.0 ©

Außerhalb der Bankbranche schreiben im Zuge von Industrie 4.0 schon heute Maschinen Zeitungsartikel, steuern Fabriken, bestellen Ersatzteile, und operieren sogar Menschen im Krankenhaus. Mittlerweile beginnt die „künstliche Intelligenz“ sogar zu denken und entwickelt sich quasi selbst.

Keine Angst, Treasury 4.0 beschreibt nicht die Bewirtschaftung der Risiken über Maschinen und künstliche Intelligenz. Vielmehr beschreibt Treasury 4.0 die Transformation vom Depot A Manager/ Händler hin zum Treasury als Wertreiber einer integrierten Gesamtbanksteuerung.

Zur Erinnerung:

  • Industrie 1.0: Die Dampfmaschine als Motor
  • Industrie 2.0: Akkordarbeit am Fließband
  • Industrie 3.0: Automatisierung durch Computer
  • Industrie 4.0: Digitalisierung & Vernetzung

Disruptive Entwicklungen hat es also immer schon gegeben, so wurden in der Vergangenheit regelmäßig Produkte, Dienstleistungen und Prozesse von neuem verdrängt. Interessant ist aber, dass trotz der knallharten Herausforderungen in Kreditinstituten das Treasury nebenher bzw. in der Version 1.0 gelebt wird.

TREASURY 1.0 – ENE MENE MU … UND RAUS BIS DU

Die Begrifflichkeit Finanzsteuerung trifft es wohl besser. Liquiditätsüberschüsse müssen veranlagt bzw. Liquiditätsbedarfe gedeckt werden. Zudem existiert ein gewisses Depot A als Liquiditätsreserve welches „betreut“ werden muss. Irgendjemand muss es ja schließlich machen. Was liegt da näher, einen Wertpapierberater auf das Thema zu setzen. Entscheidungen werden ohnehin direkt vom Vorstand gefällt.

 TREASURY 2.0 – DAS GREMIUM WIRD’S SCHON RICHTEN

Mit zunehmenden regulatorischen Anforderungen (z.B. Einführung der MaH’s) wie auch erhöhte Komplexitätsgrade z.B. Replikationsmodelle im Einlagengeschäft, Strukturierte Produkte implementierten zahlreiche Häuser diverse Steuerungsgremien (Aktiv-Passiv-Gremium, ALCO, Dispo-Ausschuss, etc.). In der Regel wurden die Gremien mit Entscheidungskompetenz ausgestattet, so dass zahlreiche Themenstellungen an die Gremien delegiert werden können. Der Hauptfocus des Treasury oder des Handels umfasst im Wesentlichen die Umsetzung der Gremienents
cheidungen hinsichtlich Eigengeschäft. Schwerpunkthema war die Disposition des LZB-Kontos und Erfüllung der Mindestreseverpflichtungen.

Im Ergebnis ist das Gesamtzinsbuch ist passiv auf 10 Jahre gleitend ausgerichtet, die restliche Verantwortung ist an das monatlich tagende Aktiv-Passiv-Gremium delegiert. Umsetzungen erfolgen erst nach genauer Diskussion und Auftragserteilung durch das Gremium. Natürlich umgehend, denn wer will sich schon gerne sagen lassen, ihm wäre der Markt weggelaufen. Timing Adieu.

Die Ausführung wird dann intensiv durch die Marktfolgeeinheit überwacht. Unverzügliche Erfassung, Marktgerechtigkeit und Limitkonform.

Der Vollständigkeitshalber seien noch die Einheiten in Finance genannt, die im Nachfolgeprozess das ganze buchen und irgendwie kommentieren dürfen. Willkommen im Treasury 2.0.

TREASURY 3.0 – EIN SCHRITT IN DIE RICHTIGE RICHTUNG

Mit zunehmenden Ertragsdruck und notwendig gewordenen zahlreicher neuer Produkte (Derivate, Repo´s, Verbriefung, Kundenoptionen, etc.) entwickelt sich die Vorläufer des Treasury sukzessive zu einer Treasury-Einheit. Treasury übernimmt in Stufe 3 endlich Verantwortung für die operative Liquiditätssteuerung, und das Management des Depot A. Neue regulatorische Anforderungen (Bankenrichtlinie, LiqV, Besicherungen, Zinsschock) erfordern einen stärkeren Austausch mit anderen Abteilungen und Schnittstellenbereichen. Es erfolgen sukzessive Einbindungen von Treasury in den Themenstellungen Funds-Transfer-Pricing, Besicherungen, Gleitzinsthemen, Absicherung, etc. Es erfolgt die Erkenntnis, dass die Delegation sämtlicher Themenstellungen an die Gremien zeitaufwändig und dadurch teuer ist. Es erfolgt ein vorsichtiger Aufbau von Ressourcen in Treasury. Verantwortlichkeiten werden vergeben. Sicherstellung der Liquidität, Management des Depot A, Absicherung Vertriebsmarge & Generierung von Risikomargen. Die richtige und notwendige Richtung.

TREASURY 4.0© – ALTERNATIVLOS

Der Ertragsdruck aufgrund Niedrig- und Nullzinsumfeld ist enorm angestiegen. Regulatorische Anforderungen limitieren den Handlungsspielraum massiv und erhöhen zudem den Kostendruck. Das geänderte Kundenverhalten (digitaler & finanzrationaler) erfordern Schnelligkeit, Flexibilität & Innovationskraft“. In jedem Falle wird ein sehr hohes Maß an einer integrierten Gesamtbanksicht erforderlich.

Letztendlich erfordern die externen Autoritäten ein tiefgreifendes Verständnis über das Bank- & Kundengeschäft, der regulatorischen Anforderungen (ja auch außerhalb der LCR) , interner (Risiko)Modelle, und der Bewirtschaftung und Steuerung der verschiedenen Risiken.

Es lebe das Treasury – seien Sie dabei

Die Zeiten in denen Treasury mit Handel gleichgesetzt wurden sind deshalb endgültig vorbei. Das Kreditinstitut benötigt einen technisch versierten Spielemacher, der die Gesamtzusammenhänge versteht und pro aktiv Lösungsalternativen aus seinem Erfahrungsschatz entwickelt, zur Entscheidung bringt und umsetzt.

Wer kann dies leisten? Die Antwort steht fest:

Bereits in der dualen Banksteuerung, übernimmt Treasury die Risiken und hat die Verantwortung die Konditionenbeiträge zu sichern. Daneben generiert Treasury Risikomargen aus der Zinsfristen-, Bonitäts- und Liquiditätstransformation. Kenntnisse hinsichtlich Transferpreise, Risikomanagement und Produkten sind vorhanden. Treasury besitzt Marktzugang, und die Instrumente zur schnellen Umsetzung und Bewirtschaftung. Beste Voraussetzungen für Stufe 4.0.

Im Treasury 4.0 ist Treasury „Die Spinne im Netz“ und vertritt kompromisslos die integrierte Gesamtbanksicht. Dies bedeutet, nicht etwa die persönlichen Verwirklichung des Treasurers und Transformation zur Investmentbank, sondern die massive Unterstützung des Geschäftsmodells. So wird das Depot A zum Residual des Geschäftsmodells – also nur Mittel zum Zweck um bilanzielle Gaps oder Risikobudgets auszusteuern. Im Ergebnis müssen die Bestände professionell bewirtschaftet und nicht nur “verwaltet” werden. Aufgrund der bilanziellen und regulatorischen Anforderungen wird die fokussierte Bewirtschaftung und Steuerung der Resource Risiko unabdingbar. Immerhin ist der Ertrag von Heute, das Eigenkapital von morgen, die Freiheitsgrade von übermorgen. Zur fokussierten Steuerung sind natürlich die entsprechenden Instrumente notwendig und ggf. zu implementieren. Elementar erscheinen hier die Produkte, welche zur Steuerung der Gesamtbankrisiken (also auch Kundenverhalten, Liquidität und Zinsänderungs- & Creditsrisiko) eingesetzt werden können.

Für die Kritiker unter Ihnen sei angemerkt, dass Funktionstrennung von Markt- und Marktfolge natürlich zu jedem Zeitpunkt ein muss.

Risiken bewirtschaften und beherrschen

Die Zielsetzung „Vermeidung der Risiken“ wird künftig ziemlich sicher dem Fokus: „Zu jedem Zeitpunkt die Risiken beherrschen“ weichen. Anderweitig ist hier kein Staat zu machen.

Die Risiken stets beherrschen, kann nur wer die Risiken kennt und die richtigen Steuerungsimpulse erhält. Als elementarer Bestandteil der Risikosteuerung sind Transferpreise und vor allem der richtige und konsequente Einsatz zur Ergebnisaufspaltung nicht nur wichtig sondern elementar. Da Treasury die Risiken zum Transferpreis übernimmt, spricht auch hier TR ein Wörtchen mit. Genauso wie beim Zinsüberschuss, Zinsbuch, Kundenprodukte, und, und, und…

Und wo bleiben Sie?

Vielleicht sind die einzelnen Evolutionsstufen hart geschnitten und etwas überzeichnet. Klar ist, dass ein „wie bisher“ als Option künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Zu eng sind die Resourcen, zu hoch sind die Kosten, und zu hoch der Ertragsdruck.

Wie erreichen Ihren nächsten Entwicklungsschritt hinsichtlich Fachlicher Skills, Motivation, Problemerkennung, Entwicklung von Handlungsoptionen, etc. in Richtung 4.0?

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Wie bieten mit unseren bilateralen FachCoaching oder Praxisworkshops „ Treasury 4.0“ unterschiedliche Maßnahmenpakete.

Im Rahmen des bilateralen FachCoaching oder eines Praxisworkshop zum Treasury 4.0 entwickeln wir mit Ihnen Handlungsoptionen im aktuellen Marktumfeld oder Entwickeln Sie konkret zum Treasurer 4.0.

Was Sie dafür brauchen?

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BLOG 13 | Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom, beginnen Sie mit der Zinsbuchrettung -Jetzt-

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Sie kennen die Redewendungen, dass bekanntlich nur tote Fische mit dem Strom schwimmen? Oder, dass Schäfchen sich gerne in der Herde aufhalten, am Ende aber dummerweise geschlachtet werden? Und dann wäre da noch der Ausdruck des Beamtenmikado, wer sich zuerst bewegt, verliert.

Alles nicht neu? Und ohnehin nur Sprüche? Wirklich? – Da wäre ich mir nicht so sicher.

Die „Null & Zero Bank“

Betrachten wir die natürlich rein fiktive und erfundene „Null & Zero Bank“ ein wenig genauer. In bester Gesellschaft kämpft das Kreditinstitut den Kampf um immer steigende regulatorische Anforderungen hinsichtlich EK-Bedarf, Risikosteuerung und Meldewesen. Der mittlerweile finanzrationale Kunde macht was er will – nur nicht das was der Bank guttut. Und Super-Mario zerschießt das gesamte Marktumfeld- in eine Nullzins und Spreadwüste. Zinsdefekt wohin das Auge reicht. Definitiv keine gute Ausgangslage für Banken und derer Treasury-Abteilungen.

Kühn oder gar Forsch formuliert, befinden befinden sich also zahlreiche Treasury-Mitarbeiter, Zinsbuchbeteiligte und Depot A-Verantwortliche inkl. Vorstände in einem Zustand zwischen Ratlosigkeit, Schockstarre und Resignation. Es scheint beinahe so, als scheinen sämtliche Möglichkeiten zur Ertragsgenerierung, Zinsüberschuss-Stabilisierung und Risikobewirtschaftung ausgereizt. Intensive Debatten mit anderen Häusern bestätigen dies. Einige stellen deshalb sogar die Assetklasse Zins in Frage. Das Ende vom Lied: Kollektives Nichtstun, Jammern, Frustration – der Beginn des Niedergangs.

Also: Haben sie ne Idee? Glauben Sie mir die haben Sie:
„Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.“ Sie sind kein toter Fisch

derivatexx | simplify financial markets – Praxis gelebt | nicht doziert!

Gerne skizzieren wir Ihnen nachfolgend ein paar unserer in verschiedenen Banken und Kapitalsammelstellen erarbeiteten und mit uns gemeinsam umgesetzte Lösungsansätze und Handlungsoptionen. Gemäß dem Motto: Praxis gelebt| nicht doziert identifizieren wir im Rahmen von Praxisworkshops, bilateralen FachCoachings oder mittels interimistischen
Einsätzen Ihren Handlungsbedarf, erarbeiten Lösungen und setzen mit Ihnen gemeinsam um. Quasi: Erhöhung ihrer eigenen Schlagkräftigkeit.

Beispiel I:
Depot A/ Eigengeschäftsportfolio

Ausgangslage: Das Eigenegeschäftsportfolio, die Liquiditätsreserve, das LCR-Portfolio sowie ein gewisses „Kreditersatzgeschäft“ haben in Größe und Zusammensetzung sukzessive eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Die vorhandenen Rahmenbedingungen wie Ausgestaltung der Anlagelinien, Strukturlimite, Ratingklassen, wie auch Rendite- und Spreadniveau, und Beleihbarkeit beeinflussten die Portfoliodiversifikation deutlich.

Fragestellung: Zu beantworten war die Fragestellung inwieweit im Zuge der Eigengeschäftsoptimierung verschiedene Handlungsbedarfe zur Ertragsstabilisierung, Renditeoptimierung unter dem Blickwinkel einer integrierten und ertragreichen Gesamtbanksteuerung bestehen. Das ganze unter dem Fokus des aktuellen Marktumfeldes und schnell wirkenden Massnahmen.

Umsetzung: Im Rahmen verschiedener zwischen den Abteilungen Treasury, Finance, Controlling durchgeführter Praxisworkshops und FachCoachings wurde die aktuelle Ausgangslage diskutiert und gemeinsam erarbeitet. Gegenstand dieser Phase waren u.a. Diskussion sämtlicher bekannter Einflussparameter wie Wertpapierbestände; Zinsüberschusssimulationen, Risiko- und Regulationsparameter. In Phase II und III erfolgte die Problemerkennung und Zielsetzung um dann in Phase IV gemeinsam mit allen Beteiligten verschiedentlichste und noch unbewertete Handlungsoptionen zur Lösung zu erarbeiten.

Im genannten Beispiel ergaben sich zahlreiche Handlungsoptionen zur Profitabilisierung des Depot A bei gleichzeitiger Reduzierung des Investitionsvolumens. Im Ergebnis ergaben sich Ausstrahl- und Entlastungseffekte in der LCR-Steuerung bei gleichzeitiger Reduzierung der Auslastungsgrade im Adressrisiko. Der Ansatz der integrierten Gesamtbanksicht bei der Erarbeitung der Handlungsoptionen, konnten weitere ertragsoptimierende Maßnahmenbündel auch unter Berücksichtigung des Kundengeschäfts umgesetzt werden.

Wesentliche Stellhebel waren: Größe und Zusammensetzung des Eigengeschäftsportfolios, Haftungs- und Laufzeitendiversifikation, Zins-, Marktliquiditäts- und Kapitalbindung des Eigengechäftsportfolios, Einführung einer integrierten und fokussierten Steuerungsphilosophie, Verhältnismäßigkeit Eigengeschäfts- vs. Kundengeschäftsportfolio, Institutsspezifische Rahmenbedingungen hinsichtlich struktureller Transformationsbeiträge,

Optimierung/ Entschlackung/ Anpassung der aktuellen Produktkataloge
Stärkung fachlicher Skills und Umsetzungsmethodik

Beispiel II
Ausweitung der Assetklassen um Aktien

Ausgangslage: Die Aktie ist der neue Zins? Wie kann eine Ergänzung/ Ausweitung der bisher „Fixed-Income-fokussierten-Assetklassen“ in Richtung Aktie erfolgen. Institutsspezifische Rahmenbedingungen insbesondere Risikotoleranz und Erfahrungskurve/ Handling) sind zu beachten.

Umsetzung: Im Zuge einer ähnlichen Vorgehensweise wie im Beispiel 1 erfolgte zunächst die Fokussierung auf die Problemerkennung und den Abgleich der Zielsetzungen. Fragestellungen, warum Aktieninvestments, regulatorische Wirkungsketten und Fragestellungen nach der wirklichen Risikotoleranz und Durchhaltefähigkeit wie auch betriebswirtschaftliche „Wunschvorstellungen“ standen hier an der Tagesordnung. In einem weiteren Schritt folgte die Aufarbeitung fachlicher, regulatorischer, prozessualer und methodischer Fragestellungen. Immer mit den Beteiligten Treasury, Finance, Controlling.

Nach Einwertung der Gesamtgemengelage erfolgte wiederum die Erarbeitung zahlreicher zunächst grundsätzlicher Handlungsoptionen zur Umsetzung der Erweiterung der Assetklasse. So wurden hier die verschiedenen Produktausgestaltungsmöglichkeiten diskutiert: Einige Auszüge waren:

Long Only, Abgesicherte/ Protection Put-Strategie, Covered Call-Writing, Dividenden-Strategien. Wandelanleihen, Investition in Aktienanleihen oder Discount-Zertifikate.

Nach Bewertung der einzelnen Handlungsalternativen, hinsichtlich Wirkungsketten, Risikobeherrschung, Erfahrungen, Umsetzbarkeit, erfolgte die Festlegung und Entscheidungsvorbereitung. Umgesetzt wurden die Investition in dividendenstarken Aktien-Anleihen, und Protection Put-Strategie. Immer im Fokus: Die Risiken müssen zu jeem Zeitpunkt beherrschbar bleiben.

Weitere Projekte waren:

  • Die Einführung von Credit-Default-Swaps – Vermeidung illiquiditätsprämien und Generierung optimierter Ertragsanspruch aus Adressrisiko
  • Profitabilisierung des Gesamtzinsbuches durch Einsatz von Swaptions – Monetarisierung wiederkehrender Steuerungsmaßnahmen, Ausnutzung Volatilitätsprämien
  • Ausnutzung ausländischer Zinskurven zur Stabilisierung des periodischen Zinsüberschusses (bei Eliminierung FX-Risiko)

Hübsch ist anders – Jetzt erst recht!

Die Gesamtgemengelage ist alles andere als hübsch. Wie ersichtlich existieren noch zahlreiche Handlungsoptionen und Handlungsalternativen um durchs „flache Grass“ zu komemn. Letztendlich müssen Sie diese nur finden. Voraussetzung ist, dass Sie ihr Problem kennen. Nur dann gelingt die fokussierte und zielgerichtete Beseitigung.

Glauben Sie mir. Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe! Sie sind kein Fisch Bleiben Sie erfolgreich!

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Blog 12 | Vom Suppenkasper und Ihrem Depot A – 5 interessante Ansätze im Niedrigzinsumfeld

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Sie kennen die Geschichte vom Suppenkasper? Das Stück erzählt von einem zunächst sehr wohlgenährten Jungen, der seine Suppe einfach nicht essen will. Ohne die nahrhafte Suppe verliert er aber jeden Tag an Gewicht und erleidet letztendlich den Hungerstod.

„Ich esse keine Suppe! Nein! Ich esse meine Suppe nicht!, Nein, meine Suppe ess ich nicht!“.

Na ja warum der kleine Junge seine Suppe nicht essen wollte wird in der Erzählung aus dem frühen 19. Jahrhundert nicht näher ausgeführt. Es scheint aber so, als dass ihm die Suppe wohl nicht schmeckte bzw. er aus Prinzip die Suppe ablehnte. – Eine Bankenanalogie?
Was hat der Suppenkasper mit Ihrem Depot A oder Ihrem Gesamtzinsbuch zu tun? Na ja, zwar bewirtschaften Sie Ihr Zinsbuch nicht mit Suppe, doch auch für ihren Strukturbeitrag ist eine gewisse Nahrung in Form von Zins, Kurvensteilheit, Credit-Spreads – letztendlich Ergebnisbeitrag elementar. Ohne diese „Grundnahr
ngsmittel“ dürfte ihrer Bank langfristig das gleiche Schicksal wie dem Suppenkasper ereilen.

Kurz gesagt: Auf dem gedeckten Bankentisch stehen gerade Nullzins, historisch niedrige Credit Spreads und negative Kurzfristzinsen. Diese mögen Sie nicht. Sie befinden sich außerdem in bester Gesellschaft und versuchen über selektive Durationsverlängerungen und sukzessive Bonitätsverschlechterungen der Niedrigertragslage zu entkommen. Nicht nur Ihre Risikotragfähigkeit und die Regulatorik bringen Sie nunmehr mit diesen Ansätzen an die Grenzen. Die Erträge sind einfach zu gering.

Im stillen Kämmerlein fragen Sie sich womöglich ob die Assetklasse Zins im aktuellen Umfeld überhaupt noch einen Wert hat, oder ob Sie besser auf andere Assetklassen ausweichen sollten. Doch schnell verwerfen Sie diese Hirngespinste wieder, da Ihnen klar ist, dass es ohne die Assetklasse Zins nicht geht. Auch der Vorstand dürfte nicht begeistert sein. Also verwerfen Sie Ihre Ausschweifungen schnell.

Besser als die Alternative – Probiere von der Suppe!

Aber warum nicht einmal ein wenig Quer denken? (Vgl. auch Blog 10) Ausgetretene Pfade verlassen und dort hingehen „where the magic happens?“ Es bedeutet ja nicht, dass Sie ihr gesamtes Depot A nun veräußern und umbauen müssen. Vielmehr können doch auch interessante Assetklassen oder Ansätze beigemischt werden. Lassen Sie sich überraschen und lesen Sie weiter….

Denkanstoß I:
Government Bond Strategie – der systematische Kapitalumschlag als Assetklasse

Die aktuellen Bondrenditen sind niedrig oder negativ. Eine Buy- & Hold Strategie rechnet sich nicht mehr. Carry und Roll-Down sind eher gering. Alles in allem ist das Risk-/ Return-Profil sehr ungünstig. Verständlich, denn bei einer aktuellen Rendite 10jähriger Bunds von 0,30% p.a. ist der Jahreskupon bereits bei einem Zinsanstieg von 2 BP aufgezehrt. Na ja, es gibt sicher Besseres.

Neben Buy & Hold stellt m.E. auch der Kapitalumschlag eine interessante Assetklasse dar. Bevor Sie das Ganze nun unter Zockerei abschmettern, empfehle ich: Durchhalten und weiterlesen.

So bietet ein systematischer Kapitalumschlaginteressante Chancen. Schlüssel sind hier sogenannte Daten-Analyse-System-Ansätze. Im Zuge einer solchen Vorgehensweise erfolgen die Positionierungen über ein systematisches Handelssystem, das beispielsweise darauf ausgelegt ist, von wöchentlichen und täglichen Preisbewegungen in ausgewählten Zinsmärkten (z.B. Bund-Future, T-Note, etc.) zu profitieren. Plump gesagt: Simple, Transparent und Liquide.

Solche Handelsmodelle auf einem quantitativem Daten-Analyse-System, das auf Basis der gewählten Intervalle Long-, Short- oder Neutral-Positionen in den 3 Zinsmärkten eingeht. Unterschiedliche Modelle innerhalb des Handelssystems führen zu einer Glättung der Performance. Je nach Modell erzielen Sie dadurch der Zinsentwicklung unabhängige stabile Renditen.

Das untersuchte Handelsmodell– mit Gleichgewichtung auf Bund-, T-Note- und Gilt Future – erzielte in den letzten Jahren jeweils Performance-Beiträge zwischen 7,5% und 20%. Negative Jahresergebnisse wurden bisher vermieden.

Wie gesagt, Sie sollen nicht Ihr gesamtes Zinsbuch über das Handelsmodell oder gar den Bund-Future abbilden, aber eine Beimischung über ein Managed Account, Fonds im wäre doch ein paar Gedanken Wert. Die Fondslösung bietet hier eine hohe Flexibilität und bilanzielle Beweglichkeit. Neugierig geworden. Kontaktieren Sie uns gerne…

Denkanstoß II:
Aktien – Dividenden sind der neue Zins – wenn nur das Risiko nicht wäre

Im Kontext des Niedrigzinsniveaus wird in immer mehr Banken auch die Aktie diskutiert. Im Kontext guter Konjunktur, im Vergleich zu Anleihen eine hohe Dividendenrendite und letztendlich mangelnder Anlagealternativen drängen sich Aktien auch in Banken schon beinahe auf. So wurden zwischenzeitlich sogar die Restriktionen im Bausparkassengesetz hinsichtlich Aktieninvestments gelockert.

Damit richtet sich der Blick verstärkt auf (dividendenstarke) Aktien. In etlichen Fällen werden hier Dividenderenditen von bis zu 6% erzielt.

Bedauerlicherweise kauft man sich mit der begehrten Ausschüttung auch das Marktpreisrisiko der Papiere mit ein. Nicht erst seit dem Jahresanfang wissen wir, dass es schnell auch mal in die falsche Richtung gehen kann. Gerade vor dem Hintergrund bereits stark gestiegener Aktienkurse – bei immer noch hohen Dividendenrenditen scheint eine „Long-Only-Strategie“ risikobedingt eigentlich auszuscheiden. Zwar präferieren zahlreiche Assetmanager die Strategie, doch unter Risk-return-Gesichtspunkte sollte hier Vorsicht walten. „Großanleger fürchten Extremrisiken – schützen sich aber zumeist nicht“, so die Erkenntnis aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage von Allianz Global Investors. Grund sei die vorherrschende Meinung, dass Tail-Risk-Management zu teuer sei.

Nun zu Ihnen: Investieren Sie in (dividentenstarke Aktien) aber sichern sie die Extremrisiken ab. Gelingt eine Vermeidung der Extremrisiken, erreichen Sie auch mit einem gehedgten Portfolio veritable Renditen von 5,00% p.a. Was Sie tun müssen? Sie implementieren ein einfaches aber kontinuierliches Absicherungsmodell via. Puts und Calls. Nicht nachvollziehbar? Kontaktieren Sie uns. Es funktioniert.

Denkanstoß III:
Das Corporate Portfolio ohne Bonitätsrisiko? – Do the Basis

Die bisherige Teilantwort auf einbrechende passivische Konditionenbeiträge waren plump gesagt die Erhöhung der Portfolioduration und die Qualitätsverschlechterung des Portfolios. In diesem Zusammenhang erfolgte die sukzessive Beimischung von Unternehmensanleihen in den Eigengeschäftsportfolien. So weit so gut. Nur die zuletzt, durch die ECB verkündete Ausweitung ihre mittlerweile relativ abgedrehten Maßnahmen erschwert die Lage weiter.

So möchte die EZB nun auch zahlreiche Unternehmensanleihen im Rahmen Ihres Kaufprogramms auf die Bücher nehmen, was zu weiteren Spreadrückgängen und einer weiteren Iliquidisierung des Segments führen dürfte. Die Verwerfungen am Markt für Corporate-Anleihen machen sich auch hier einige gewiefte Portfoliomanager zu nutze. Sie nutzen nämlich die Credit Basis – also die Differenz zwischen Corporate Bond und Credit Default Swap aus. Und nur diese! Zinsänderungsrisiken, Bonitäts- und Währungsrisiken sind ausgeschlossen. Aufgrund einer relativ hohen Umschlaghäufigkeit werden hier Returns von bis zu 3% p.a. erzielt. Hört sich doch gar nicht so schlecht an, oder? Questions? Gerne…

Denkanstoß IV:
Immobilien ja – Illiquidität Nein – der ETI

Neben der Investition in Offene und geschlossene Immobilen Fonds beteiligen sich immer mehr Kreditinstitute aufgrund des Zinsdilemmas auch direkt an größeren Immobilien- oder Gewerbeprojekten. Mit allen Chancen und Risiken.

Relativ neu am Investorenhimmel sind sogenannte ETI´s. Ähnlich wie bei einem Direktinvestment beteiligen Sie sich auch an einem Immobilienportfolio, aber eben eher indirekt. So investiert das ETI nicht in die Immobilie selbst, sondern zeichnet dinglich besicherte Anleihen (ähnlich eines Pfandbriefes) direkt von der Objektgesellschaft. Der Kupon der Laufzeit orientiert sich an den Mieterträgen und den Bewertungsgewinnen der zugrundeliegenden „Investments”. Die bisherige Wertentwicklung von rund 5% p.a.
verspricht hier einiges.

Denkanstoß V:
Know – How – Gewusst wie! – das beste Asset sind Sie selbst

Die Zeiten sind ungemütlich. Die EZB agiert mittlerweile mehr als unkonventionell und langsam geht’s an die Substanz. Das Top-Management oder Ihre Führungskraft verlangt von Ihnen den vollen Einsatz und Ideen wie die Risiken beherrscht werden können. Vor lauter operativer Hektik fehlt Ihnen die Zeit und ein erfahrener Sparringspartner der Sie unterstützt und die Thematik mit Ihnen angeht. Nutzen Sie doch ein FachCoaching oder einen Interim-Einsatz von derivatexx um sie schnell weiter zu bringen. Praxis gelebt nicht doziert!

Zugegebenermaßen stellen die o.a. „Ansätze“ nicht unbedingt das Kerngeschäft einer Bank dar, doch handelt es sich auch nicht um Denkanstöße die völlig abgedreht oder gar verwerflich sind. Vielmehr können sich für Sie Handlungsoptionen ergeben welche Sie möglicherweise durchs flache Gras bringen können. Also: Essen Sie ihre Suppe!

Haben Sie Fragen zu den vorgestellten Handlungsoptionen und Handelsansätzen? Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung.

Bleiben Sie erfolgreich

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Blog 10 | Just Eleven to go – vom Zeitwert des Zinsbuches

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Relativ betrachtet ist das Jahr noch Jung. Jung genug um Ihre Ziele und Vorsätze umzusetzen. Aus der absoluten Perspektive jedoch, ist bereits ein Monat vergangen. Dies bedeutet noch 11 Monate Zeit um weiter systematisch und fokussiert am Zinsüberschuss und an  ihren Jahres- und Unternehmenszielen zu arbeiten.

Themenstellungen gibt es genug wie: dem Zinsüberschuss, ihrem Strukturbeitrag, Provisionsbeiträgen, ihren laufenden Projekten zur Verbesserung der Ablaufprozesse, der Erweiterung des Produktkataloges und vor allem der Verbesserung Ihrer eigenen Unternehmenskennzahlen – nämlich Ihrer eigenen fachlichen Skills oder Führungsqualitäten. Zu tun gibt es genug.

PRT – Performance – Risiko – Treasury? Nein Pro-Rata-Temporis!

Treasury-, Bank- und Kapitalmarktgeschäft bezeichne ich gerne als „Pro-Rata-Temporis-Geschäft“. Hintergrund ist, dass zur Erreichung der relevanten Ergebnisgrößen (z.B: Zinsüberschuss) untrennbar ein notwendiges Zeitbudget verbunden sein muss. So ergibt sich beispielsweise der Zinsüberschuss letztendlich aus der Formel Zins x Zeit. Heisst: Je früher Sie mit Maßnahmen zur Stabilisierung des Zinsüberschusses oder anderer Ergebnisbeiträgen beginnen (und auch durchhalten), desto stärker dürften sich Ihre Bemühungen in erfreulichen Zahlen niederschlagen.

Der Zeitwert des Zinsbuches

Die angeführten Ausführungen sind nicht neu und höchstwahrscheinlich auch nicht nobelpreisverdächtig, aber stimmen tun Sie doch alle mal. So ist Zinsüberschuss nun mal über die Zeit ( & Zins) zu erreichen und auch Neue Produkte Prozesse benötigen Ihr Zeitbudget. Auch und vor allem die Diskussion von Fachthemen, Handlungsoptionen und Lösungsmöglichkeiten wie auch die eigene Weiterbildung benötigen Zeit.

Ein Blick in Ihr Zinsbuch

Betrachten wir uns das Zinsbuch. Im Januar sind sicherlich auch in Ihrem Zinsbuch hochverzinsliche Bestände fällig geworden. Zudem ist unschön, dass die bereits fällig gewordenen und auch künftig fällig werdenden Kupons in Ihrer Höhe kompensiert werden müssen.

Bleibt die Frage inwieweit das entstehende Zinsüberschuss-Gap beispielsweise über eine Anpassung der Volumen und Laufzeiten kompensiert werden kann.

Losgelöst von regulatorischen und risikorelevanten Kenngrössen scheint klar, dass zur Kompensation der Zinsüberschussgaps mittlerweile deutlich längere Laufzeiten und betragsmäßig deutlich höhere Investitionen erfolgen müssen.

In einem typischen Zinsbuch dürften mittlerweile die letzten 5%-Kupons aus der Hochzinsphase 2008 fällig geworden sein oder noch fällig werden. Möchte man das schwindende Zinsergebnis durch Veranlagungsmöglichkeiten auf der aktuellen Zinskurve (Swapkurve) kompensieren sind je nach Laufzeitenpräferenz Volumenserhöhungen zwischen dem Faktor 55 (bei 5 jährigen) und 4 (bei 30jährigen) notwendig. Zinskurvenbedingt liefern nur noch lange Laufzeiten einen wahrnehmbaren Beitrag zur Zinsergebnisstabilisierung. Allerdings mit massiven Auswirkungen auf das laufzeitenbedingt deutlich erhöhte Zinsänderungsrisiko.

Eine Kompensation ausschließlich erhöhte Veranlagungsbeträge und über das Zinsrisiko scheint deshalb kaum darstellbar oder zielführend.

Die Beimischung von Credits

Fraglich ist inwieweit die Beimischung von Spreadprodukten als eine sinnvolle Handlungsalterative zur Stabilisierung des periodischen Zinsüberschuss darstellen kann.

Das derivatexx | Zinsüberschuss-Gebirge zeigt die Ergebnisbeiträge verschiedener Credit-Investitionen. Das ganze auf ein einheitliches PV01-Budget kalibriert. So werden Investments auf der Credit und Zinskurve vergleichbar. Eine hervorragendes Monitoring Tool.

Hier zeigt sich ein gemischtes Bild. So können mit Hilfe von Spreadaufschlägen ungedeckter Bankanleihen die Zinsergebnisbeiträge zwar deutlich stabilisiert werden, der Risikotoleranz des Top-Management und die vorherrschenden Risikotragfähigkeiten dürften und werden hier insbesondere hinsichtlich des Adressrisikos aber als stark limitierender Faktor gelten.

Duration, Credit, Forward, Vola – der Vierklang des Erfolgs

Neben Duration und Credit lohnt es sich, den Blick auch auf die Forwards bzw. auf die Volatilitätskomponenten zu richten. So bieten mittlerweile wieder deutlich gestiegene Zinsvolatilitäten interessante Handlungsalternativen zur Stabilisierung des Zinsergebnisses.

So können die Zinsvolatilitäten beispielsweise zum Verkauf von Payer-Swaptions – quasi zur Monetarisierung der Zeitkomponente- genutzt werden. Ergebnis sind zinsergebnisstabilisierende Prämieneinahmen und das Ganze bei ähnlichem Marktverhalten und Risikoposition im Vergleich zu einer „normalen“ Longposition. Wetten?

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass regelmäßig die Prämieneinnahmen mehr abwerfen, als der Transformationsbeitrag im Zinsswaps innerhalb eines Jahres generiert. Kein schlechtes Risk/ Return-Verhältnis? In jedem Fall wert, der Sache auf den Grund zu gehen. Ziele wollen schließlich erreicht werden.

Einfach war gestern – Kombinieren Sie!

Kombinieren Sie die 3 Sichtweisen ergeben sich zahlreiche Handlungsoptionen zur Steuerung Ihres Zinsbuches/Portfolio und Stabilisierung Ihres Zinsergebnisses. Nicht ganz trivial aber immerhin sehr zielführend und vor allem beherrschbar.

Sie finden die Anregungen interessant oder haben Fragen? Überlegen Sie nicht zu Lange, wie gesagt ein zwölftel des Jahres sind bereits verstrichen. Denken Sie an PRT.

Aber wo, wie und wann beginnen? Die Herausforderungen sind groß, die Themenstellungen zahlreich und die Zeitbudgets zu knapp. Gibt es ein Vorgehensmodell was schnelle Hilfe verspricht?

Wer will findet Wege – derivatexx | Praxis gelebt nicht doziert!

Mit unserem FachCoaching Treasury oder einem speziell auf Ihre Themenstellungen zugeschnittenen Praxisworkshop zur Stabilisierung des Zinsergebnisses kommen Sie schnell voran.  Und wenn Sie es wünschen helfen wir Ihnen im Rahmen eines Interim Mandates.

Ideen und Handlungsalternativen zur Stabilisierung des Zinsergebnis, Verbesserung der eigenen Unternehmenskennzahlen, systematische Befassung mit ihren Themenstellungen die einen hohen Lösungsdruck erfordern und einem Sparringspartner.

Ein Schritt in die richtige Richtung, Immerhin, denn time is running out fast.

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Blog 7 | Spectre? – FED-Hike oder Fehlalarm – Schützen Sie ihr Zinsbuch!

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Für viele steht fest: Die Zinserhöhung der FED am 16. Dezember ist ausgemacht. Die US-Notenbankchefin Yellen signalisiert Mut den bisherigen Nullzinspfad zu verlassen. Interessant ist, ob ein neuer Zinserhöhungszyklus tatsächlich beginnt oder die FED wieder zurückrudert. Noch viel interessanter ist aber, mit welchen Folgewirkungen das Treasury, das Zinsbuch oder die Gesamtbanksteuerung im Fall der Fälle konfrontiert wird. Eine  Übersicht.

Für viele steht fest: Die Zinserhöhung der FED am 16. Dezember ist ausgemacht. Die zuletzt außerordentlich guten Arbeitsmarktzahlen machen der US-Notenbankchefin Mut ihren Nullzinspfad zu verlassen. Interessant ist, ob die in schöner Regelmäßigkeit geführte Hiking-Diskussion wieder einmal nur ein Gespenst ist oder tatsächlich Chancen auf Umsetzung hat. Tatsächlich sollte man dieses Mal auf der Hut sein, denn: Wird der Hiking Cycle erst einmal begonnen, dürfte eine Neubewertung der Märkte ins Haus stehen. Ganz nach alter Bond-Manier: „Ein Hike ist nicht genug!“ – so sollten Sie bereits heute auf Ihr Zinsbuch achten.

Ein Quantum Hike?

Während die Einen der Überzeugung sind, dass der seit der Krise aufrechterhaltene Ausnahmezustand “Nullzins“ nun endgültig endet, halten Andere  dagegen. Zu oft hat die Fed auch in der jüngsten Vergangenheit wiederholt gezögert an den Zinsen zu schrauben.

Zahlreiche Marktteilnehmer sind sich deshalb sicher, dass der Hiking Cycle bereits enden wird bevor er richtig begonnen hat.

Von „Ob?“ nach „In welchem Tempo?“

Die Diskussion ändert sich also von „Wird die FED die Zinsen erhöhen?“ auf „In welchem Tempo wird die FED die Zinsen straffen?“. 

Marktteilnehmer preisen derzeit bestenfalls eine relative entspannte und nur leichte Straffung ein. So illustrieren die OIS-Forwards auf Jahressicht 2, bestenfalls 3 Zinserhöhungen.
Die FED steckt im Dilemma: So richtig scheint niemand an ihre Projektionen zu glauben. Während die Notenbank in ihren Projektionen 3 Zinserhöhungen signalis
iert, implizieren die Terminsätze einen Anstieg um nur 50 BP auf Jahressicht.

Aber was geschieht wenn die Arbeitslosenquote weiter sinkt?
Immerhin ist ein Wachstum in den Oktober-Payrolls von 274.000 ist alles andere als gering.
Auch eine Arbeitslosenrate mit einer 4 vor dem Komma, zeugt nicht von Krise.

Und was passiert bei weiter steigenden Arbeitskosten?
Hier schlägt im laufenden Jahr bereits ein Anstieg von rund 2,4% zu Buche. Krise? Welche Krise?

Die all umfassende Frage: „Was geschieht also, wenn Die FED ihrem angedachten Pfad diesmal folgt?“

Eines scheint klar, der Markt wird die bisherige Situation neu einschätzen müssen. Das ist gefährlich, denn die letzten 8 Jahre waren Händler, Treasurer, Risikomanager und Banksteuerung gleichermaßen von Nullzins, QE und Liquidität im Überfluss und geringer Volatilität verwöhnt.

Neubewertung des Umfelds wird erfolgen

Vor dem Hintergrund einer restriktiveren Notenbank
wird das Marktumfeld sicherlich so nicht bleiben. Bereiten Sie sich deshalb bereits heute auf ein verändertes Marktumfeld und Folgewirkungen auf Bestände vor.

Entwickeln sie bereits heute einen Plan B und seien Sie mental bereits in der Zukunft. Werde Sie mental überrascht, reagieren Sie nur noch. Das ist nicht nur „unschön“ sondern kostet in der Regel Geld und bringt Risiko.

Was passiert im Angesicht steigender Zinsen?

Absolutes Zinsniveau:
Werden die Sätze steigen? Welche Fristigkeiten? Die kurzen Sätze sicherlich. Schauen Sie sich doch mal  Forwards an. Hier werden bereits 70% eingepreist, neben dem absoluten Zinsniveau ergeben sich im Umfeld einer Neueinschätzung der Märkte weitere Auswirkungen.Slopes USD

Zinskurve: Im Umfeld einer weniger ultraexpansiven – also restriktiveren Geldpolitik – ist mit einer deutlichen Verflachung der Zinskurven zu rechnen. So dürften sich insbesondere die Zinsdifferenzen zwischen 2 und 10 Jahren (2s10s) und 10 und 30 Jahren einengen. Damit dürfte der Spielraum für Fristentransformation langsam verschwinden.
beginnen sich die Zinskurven bereits im Vorfeld der Notenbankaktionen zu verflachen. Doch startet die Notenbank mit Ihren Aktionen zündet erfahrungsgemäß der Turbo.

Geänderte Rahmenbedingungen für das Treasury, das Zinsbuch , Die Gesamtbanksteuerung – Haben Sie einen Plan B?

Die Kausalitätenkette geht weiter. Ändert sich der Geldmarktändert sich die Zinskurve, ändern sich die Forwards, die Spreads, die Vola… ändern sich die Rahmenbedingungenfür Treasury, das Zinsbuch und der die Gesamtbanksteuerung.

Wie ist zu agieren? Wie soll das Zinsbuch oder Depot A in einem solchen Umfeld bZinskurvenworkshop Anzeige Bildewirtschaftet und gemanagt werden? Wann ist was, wie zu tun?

Machen Sie ihr ZInsbuch/ Depot A  wetterfest!

Noch ist die See glatt, bestenfalls nur kleine Wölkchen am Himmel, kein Sturm in Sicht. (Noch) ein gutes Umfeld ihr Schiff rechtzeitig wetterfest und sturmtüchtig zu machen und die Positionierung, Bestände und Szenarien zu überprüfen. Im Sturm ist es zu spät.

Sichern Sie sich einen Restplatz im Workshop am 30.11.15 in Stuttgart

Im Zinskurvenworkshop am 30.11.2015 in Stuttgart beschäftigen wir uns intensiv mit diesen Themen rund um das Zinskurvenmanagement, Zinsbuch, Hedging, Positionierung im Umfeld agierender Notenbanken. Zur Anmeldung gehts hier!

Noch ist Zeit aber die Wolken werden dichter!

Bleiben Sie erfolgreich

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