Blog 28 | Waschen, legen, föhnen – Goldilocks in Ihrem Zinsbuch

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Was sagen Ihnen die 80iger? Ja coole Songs, hohe Zinssätze, Inflationsraten die teilweise an heute erinnern und -oh Gott – die Dauerwelle. Ganz sicher hatte Ihre Mutter eine. Und seit dem letzten Jahr schummelt sich die Dauerwelle wieder unter die Leute. Ob dies an Trump liegt bleibt zu klären. Und die Goldilocks? Trendmäßig sind sie immer dort zu finden wo die Party gerade läuft und die Feierlaune gut ist. Nur, auch die schönste Dauerwelle verliert mit der Dauer an Spannkraft…

Natürlich zu Beginn eines jeden Jahres fragt man sich wie man die Ziele und Vorgaben überhaupt erreichen soll. Irgendwie klappt es dann meistens und das Jahr läuft dann doch besser als erwartet. Natürlich nur wenn die Märkte mitspielen. Und das taten und tun Sie ja noch.

Nicht zu heiß und nicht zu kalt – die Goldilocks

Ganz bestimmt kennen Sie den Begriff der Goldilocks. Marktteilnehmer nennen so die Zeiten , in denen die Wirtschaft weder „zu heiß noch zu kalt“ ist, also moderat und nachhaltig wächst und die Inflationsraten absolut im Rahmen bleiben. Im Ergebnis laufen auch die Finanzmärkte und alle freuen sich. Führt man sich die einzelnen Research-Ausgaben und Jahresausblicke für 2018 zu Gemüte scheint sich eine neue Begrifflichkeit für das Jahr 2018 herauszubilden: Die Premium-Goldilocks – schön, stabil und robust.

Interessant, da lesen wir überall von VUCA-Welten, Disruption und Grenzen des Wachstums. Sie erinnern sich: VUCA beschreibt angeblich die neue Normalität als Volatil (Voalitility) – Unsicher (Uncertainty) – Komplex (Complexity) & Mehrdeutig (Ambiguity). Nur an den Finanz- und Kapitalmärkten herrschen die (Premium) Goldilocks – Aus der schönen neuen Welt 🙂

Finanzmarktstress geht anders…

Hinsichtlich Volatilität, war die Finanzmarktvolatilität im vergangenen Jahr schon mal nicht der relevante Risiko- oder Wertreiber. Allein die Vola-Ausschläge des DAX blieben sogar noch unter denen des Vorjahres. Und wer Bond-Optionen oder Swaptions – direkt oder indirekt in seinem Gesamtzinsbuch einsetzt weiß, die Vola-Prämien waren auch schon mal höher. Dank Forward-Guidance … Sell Vola!

Und Unsicherheit? Bestenfalls zu Beginn des Jahres, hinsichtlich zahlreicher Parlamentswahlen und Regierungsbildungen in Europa. Irgendwie hatten zahlreiche Marktteilnehmer zunehmend die Hosen voll, doch klebrig wurde es überraschenderweise nur in Deutschland. Hier hält die Unsicherheit zur Regierungsbildung noch an, sollte aber spätestens bis Ostern geklärt sein. Und Katalonien? Unsicher? vielleicht, aber es hat trotzdem niemanden interessiert, noch nicht mal spanische Staatstitel.

Bleibt noch Komplexität? Irgendwie ein Unwort und in Führungsrunden regelmäßig ein Fall fürs Phrasenschwein. Unterscheiden Sie gefühlte (Ohnmacht) von tatsächlicher Komplexität. Für das letzte Jahr ist zu konstatieren, dass sich die gefühlte und regulationsgetriebene Komplexität mittlerweile etwas reduziert oder zumindest nicht mehr so als Horror wahrgenommen wird. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

Na ja und das Gegenteil von Mehrdeutigkeit ist dann wohl Forward-Guidance. Marktteilnehmer vorbereiten, auf das was übermorgen passiert. Perfekt. Und weil die Welt so einfach geworden ist, performed irgendwie alles Aktien, BitCoin, Credits und Dollar(Shorts J). Mehrdeutigkeit adieu.

Ist Zinsbuch etwa einfach?

Eigentlich Cool. Scheinbar war Zinsbuch noch nie so einfach. Steile Euro-Zinskurve, sagenhafte Refinanzierungskonditionen – zum Jahresende handelten GC-Repos bei knapp minus 60 BP und die TRLTOs wurden bei minus 40 zugeteilt – dazu noch stabile (und engere) Creditspreads und noch stabilere HighYields. Und wer den Mut hatte in Aktien zu gehen wurde mit Dividenden und Kursgewinnen belohnt.

Wann verlieren die Goldilocks Ihre Spannkraft? – Wird nun alles anders?

Laut den allermeisten Ökonomen eher nicht. Wenngleich der neue Fed-Powell wohl nach oben überraschen dürfte – immerhin scheinen zu wenige FED-Hikes eingepreist- , ist sich die Ökonomen-Zunft ziemlich sicher, dass Euro-Draghi eher auf der dovishen Seite überraschen und das Hiking lieber seinem Nachfolger zumutet. Ship it in.

Easy Going – „QE“ =  „no Hikes“

Ja und die Euro-Zinskurven sind für das aktuelle Umfeld immer noch steil, so scheint ein deutlicher Zinsanstieg am langen Ende ebenfalls ausgeschlossen – meinen zumindest zahlreiche Ökonomen. Und da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, werden im Gros sogar noch etwas steilere Euro-Zinskurven erwartet. Dies gilt insbesondere im Kontext der gut verankerten Kurzfristsätze der EZB. Immerhin wird die EZB-Einlagenfazilität – solange QE- anhält bei -40 Basispunkten verharren. Frühestens 6 Monate nach Beendigung der Anleihenkaufprogramme, werden dann die Leitzinsen – vorsichtig und natürlich nur in homöoapathischen Dosen erhöht. Also was soll da schon passieren? Relax.

Ach und Nord und Südkorea reden ja wieder miteinander, und die US-Steuerreform wird auch irgendwie uns entlasten. Easy Going…

Nach der Party kommt der Kater

Ganz sicher konnten Sie von den Entwicklungen an den Finanzmärkten profitieren. Sie es über günstige Refikosten, Spreadeinengungen oder einfach nur eine positive Risikovorsorge und wenig Stress auf der Rating und Bewertungsseite. Auf der anderen Seite dürften im vergangenen Jahr die Fälligkeiten Ihrer hochverzinsten Bestände – ganz egal ob im Eigen- oder Kundengeschäft – spürbar geworden sein. Und in 2018 verkürzen sich die Bestände weiter und Teile der aktuell noch hohen stillen Reserven transferieren sich ganz automatisch in die GuV.

Sie werden zumindest anfälliger

Ob Sie wollen oder nicht, sie werden dadurch anfälliger für den ersehnten Zinsanstieg. Wie viel Reserven liegen bei Ihnen denn in den vorderen Laufzeiten-Buckets und wie sieht die Reservensituation in den langen Buckets aus? Marktbedingt, dürften sich bereits ein paar stille Lasten in den längeren Laufzeitenbuckets eingeschlichen haben. Nicht schlimm, nur Fakt. Behalten die Ökonomen mit der Kurvenversteilerung recht, wird das lange Ende eher etwas belasten. (Das Gros erwartet 10Y Swapsätze um 1,20%).

Und was die günstigen Refinanzierungskonditionen angeht: Senden diese wirklich das Signal des „Abwarten und Tee trinken“ aus? Nur auf den ersten Blick.

Die große Blendung?

Lassen Sie sich von der EZB-verankerten Kasse nicht blenden. Werfen wir einen Blick auf den 1jahres EONIA-Forward in 3 Jahren. Der schummelt sich bereits seit Ende 2016 sukzessive nach oben. Nachdem dieser bei einem Satz von -0,50% begann, wird die Rate aktuell bei rund +44 BP quotiert. Beinahe eine Anstieg von 1% (!), und das bei den kurzen Sätzen. Dovish ist anders.

Ok, sie handeln keine Forwards und schon gar nicht auf EONIA-Basis, nur Implizit sind Sie trotzdem voll tangiert. Spätestens in Ihrer periodischen Zinsüberschussplanung oder Zinsbindungsbilanz setzen Sie Refinanzierungsannahmen über Ihre Schließungsprämissen (in der Regel 1jahres Forwards) und dort wird die Refi nun wieder teurer, was wiederum den Zinsüberschuss belastet.

Erfahrungsgemäß stellen die Refikosten in der Periodenplanung einen wesentlichen Wert- oder Risikotreiber dar. Ein detaillierter & systematischer Jahresanfangsblick auf Ihre ZÜB-Prämissen, Planungen und Zielsetzungen könnte sich also lohnen. Der Hintergrund? Noch können Sie über den Einsatz von Repo, Wertpapierleihe und EONIA-Swaps und Portfolioumschichtungen Ihre Refinanzierungskosten langfristig absichern. Sind sie früh dran, schlagen Ihre Maßnahmen in 2018 voll durch.

Der Schnellcheck für Ihr Eigengeschäft und Gesamtzinsbuch – Warum eigentlich nicht?

Schon des öfteren an dieser Stelle genannt – vielleicht ist aktuell ja der richtige Zeitpunkt Ihr Depot A/ Zinsbuch einem Optimierungs-Schnellcheck zu unterziehen, natürlich unter Berücksichtigung einer integrierten Gesamtsicht und der vorherrschenden Rahmenbedingungen. Sie wissen ja Erfolg ist tun? Und noch können Sie ungeliebte Bestände relativ teuer loswerden. Dass Sie auf unverkäuflichen Beständen sitzen – im aktuellen Marktniveau eher unwahrscheinlich.

Doch nicht nur Depot A und Refinanzierungskosten stehen dieses Jahr im Fokus. Möglicherweise planen Sie den verstärkten Vertrieb sehr langfristiger Kundendarlehen. Spätestens dann stehen Fragen zur Absicherung außerordentlicher Kündigungsrechte (§489 BGB), Refinanzierungsprämissen, Margen- & Produktkalkulation im Raum. Das ganze vor dem Hintergrund, dass die Volatilitäten gerade eher niedrig sind, die Refikonditionen absolut und spreadwise günstig sind. Und wenn Ihr Geschäftsmodell von diesen Rahmenbedingungen abhängt, warum nicht die Frage stellen, wie die Konditionen und Risiken langfristig gesichert werden können.

Vom Goldilock zum Zinsschock?

Warum immer und immer wieder mit dem Depot A, Zinsbuch und Liquidität beschäftigen? Ja weil auch das Jahr 2018 wieder die ein oder andere Überraschung bereithalten wird. Überraschungen könnten sein:

Wildcard Nr. 1: 5 Sterne für Italien?

Welchen Handlungsbedarf in Ihrem Gesamtzinsbuch haben Sie eigentlich, wenn die Zinskurve (vgl. die Vergangenheit) deutlich abflacht oder die Anti-Establishment und eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung, die Italienwahl am 4. März gewinnt?

Wildcard Nr. 2: Immer Liquide bleiben!

Und noch einmal Zentralbankpolitik: Alle Zeichen stehen auf geldpolitische Straffung: Die im Rahmen der Anleihekaufprogramme zulässige Peak Liquidity ist zum Jahresultimo erreicht und mittlerweile sind mit schöner Regelmäßigkeit die Äußerungen fast aller Notenbanker hinsichtlich der Notwendigkeiten zur geldpolitischer Normalisierung zu hören. Letzte Ausfahrt Brooklyn? Machen Sie zumindest Ihren Fundingplan dingfest! Noch haben Sie Zeit. Das Fenster schließt sich aber.

Wildcard Nr. 3: Plopp – der Geist aus der Flasche

Nicht ganz aus dem Auge verlieren sollte man in diesem Jahr die Inflationsentwicklung. Ja richtig, 2017 blieben die Teuerungsraten in den USA und Europa natürlich hinter den Erwartungen zurück. Der fairnesshalber muss man konstatieren, dass Überraschungen in Euroland bereits geprobt wurden. Im Angesicht der guten konjunkturellen Verfassung werden die freien Kapazitäten demnächst sicherlich knapper. Ökonomisch betrachtet, ergibt sich somit das Risiko, dass die Teuerungsraten im Jahr 2018 nicht nur steigen, sondern auch nach oben überraschen könnten. Einzelne Marktteilnehmer erwarten in den USA eine Inflationsrate von etwas über 3,00%. Nur ums deutlich zu sagen: Ein Hauptrisiko zahlreicher Ökonomen besteht also in einer unerwartet hohen Inflation. Und das hätte ein deutliche flachere Zinskurve auf höherem Niveau zur Folge. Adieu Zinsüberschuss! Interessant: Halten die Goldilocks an, sind Sie wahrscheinlich zu defensiv in ihrem Zinsbuch positioniert. Das Ende der Goldilockphase wird wohl in flacheren und etwas höheren Zinskurven enden, was dann n bedeuten würde: Sichern Sie Ihre Refikosten und Ihren ZÜB gegen eine Verflachung. Es ist halt so: Erfolg ist tun.

Prognose ist gut – Überleben ist besser

Wir sind weit entfernt Ihnen die Entwicklungen an den Märkten vorauszusagen zu wollen, dass können andere ganz sicher besser. Wir möchten Sie so vorbereiten, dass Sie in jeder Situation und in jedem Szenario souverän und zielführend agieren können und die Risiken zu jedem Zeitpunkt beherrschen.

Was tun sprach Zeus. Keep calm… scheint also nicht angebracht. Nutzen Sie den Jahresbeginn und etablieren Sie Ihren Action-Plan 2018. Gerne helfen wir Ihnen dabei.

Was sind denn Ihre Hauptrisiken? Peripherie? Zinsrückgang? Verflachung? Refi-Konditionen? Nichtlinearität? Bestandsabläufe? Vorfälligkeiten? Default-Risk…

Was sind Ihre schmerzhaften Wildcards? In welcher Form können diese auftreten? Und welche Handlungsoptionen stehen grundsätzlich zur Beherrschung zur Verfügung? Entwickeln Sie Ihren Actionplan für 2018! Einen großen Beitrag hierfür leistet das Bank Treasury Summit 2018 am 22. Februar 2018 in Frankfurt.

Das BANK TREASURY SUMMIT 2018 –  Platz gesichert?

Sichern Sie sich noch heute einen Platz auf dem BANK TREASURY SUMMIT 2018. Hier kommen Sie Ihrem Actionplan 2018 deutlich näher. Diskutieren Sie mit 6 prominenten Chefvolkswirten den Zins- und Marktausblick oder nehmen wertvolle praktisch umsetzbare Handlungsoptionen und Lösungsalternativem für Ihr Treasury, Zinsbuch oder Depot A mit.

Mehr Klarheit und Transparenz versprechen die geplanten Online-Votings zu Zinserwartung, Handlungsoptionen und Herausforderungen. Kurze und massiv auf Lösungen fokussierte „Speed Workshops“ zu den Themen ALM, Treasury-Steuerung, Asset-Klassen, BitCoin und Erhöhung Ihrer „eigenen“ Schlagkraft. Sie werden begeistert sein. Praxis gelebt | nicht doziert.

Als besondere Leckerbissen erleben Sie unsere Special Guests Frank Niehage | Vorstandsvorsitzender der FinTech Group AG und Carl B.Weinberg der Volkswirt direkt aus New York.

Melden Sie sich noch heute an und sichern Sie sich eines von 4 Fachbüchern zu den Themen Treasury, Gesamtbanksteuerung oder SREP. Hier gehts zur Anmeldung!

Mit dem Rabatt Code: „Erfolg2018“ erhalten Sie bis zum 20.01.2018 einen Rabatt in Höhe von € 300 auf den Normalpreis. (Einfach bei der Ticketbuchung unter „WerbeCode“ eingeben. Der Ticketpreis wird dann von € 1.099,00 auf € 799,00 reduziert.

Nicht vergessen; Erfolg ist tun. Bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer
derivatexx GmbH

 

 

 

Blog 27 | Zins- oder Zimtstern – 10 Dinge die Sie vor Weihnachten für ihr Treasury klären sollten

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Am nächsten Sonntag ist der 1. Advent. Spätestens dann beginnt auch die „staade“ Zeit. Der Begriff rührt noch von Früher: Die Ernte war eingebracht, die Felder vorbereitet – und es gab nicht mehr so viel zu tun. Aufgrund kürzerer Tage, saß man eher in der Stube und stimmte sich auf Weihnachten ein, oder machte sich Gedanken über sein Zinsbuch… P.S: und das „Goody“wartet am Ende dieses Blogs.

Wenn gleich wir nicht behaupten, Sie säßen an dunklen Novembertagen in ihrem Treasury-Office in einem Stuhlkreis zwischen Punsch, Dominosteinen und Zimtsternen und bereiten sich auf Weihnachten vor, haben wir Ihnen ein paar Ideen zusammengestellt, wie Sie die staade Treasury-Zeit noch verbringen können.

1.    Reflektieren Sie Ihr Treasury/ Zinsbuch

Ist die Ernte für 2017 eingebracht? Mehr Schlecht als Recht? Gleicht Ihr Treasury-Ergebnis eher eine Residualgröße -die sich offensiv gesprochen- so ergeben hat – oder was haben Sie konkret dafür getan? Welche Themenstellungen könnten Sie vorantreiben, umsetzen und verbessern?

Und nicht zuletzt: Welches Alpha – also die durch Ihre Managementleistung erzielte Überrendite – haben Sie erreicht? Konnten Sie Ihr Treasury/ Depot A oder das Zinsbuch weiterentwickeln oder warum nicht?

Reflektieren Sie: Was lief gut, was eher Schlecht und was soll/ muss sich ändern damit Ihre Motivation explodiert und Ihr Treasury Jahr 2018 für SIE erfolgreich wird?

Ihre Fachskills? Ihr Vorgesetzter, der Vorstand? Werden Sie sich über den Status Quo bewusst. Am besten bei einer Tasse Tee und ein paar Zimtsternen….

2.    The 3 Big Things – Think Big

Was sind die Sie Ihre drei wichtigsten Themenstellungen für Ihr Treasury/ Zinsbuch für das nächste Jahr? Ob hochverzinste Bestandsabläufe im Depot A, ein unsicheres Marktumfeld oder die Weiterentwicklung Ihrer Eigengeschäftsstrategie; ganz sicher werden die Herausforderungen nicht geringer. Was ist Ihr Actionplan 2018? Überraschen Sie Ihren Vorstand doch einmal mit einer strategischen Perspektive und legen ihm IHRE 3 Big Things für das nächste Jahr vor. Immerhin sind SIE doch der Fachexperte. So halten Sie das Konzept des handeln in der Hand. Und ganz nebenbei schaffen Sie Raum für Orientierung. Wer will findet Wege …Erfahrungsgemäß kommt dies gut an -versprochen-

3.    Gesamtbankziele im Fokus

Treasury ist der Motor für den Unternehmenserfolg. Natürlich nicht als Selbstzweck oder gar Eigenverwirklichung im Investmentbanking. Nein ein funktionierendes integriert denkend und handelndes Treasury bewirtschaftet die über das Kundengeschäft eingekauften Risiken optimal und sorgt so für die Stabilisierung des Geschäftsmodells.

Achten Sie daher auf eine integrierte Sicht auf die Gesamtbank. Stellen Sie mit Ihrem Team die Gesamtbankorientierung in den Fokus. Dieser Fokus bringt Sie garantiert auf andere Dinge. Ansatzpunkte sind: Optimierung und Profitabilisierung der Einlagensteuerung, Anpassung passive Benchmarksteuerung, das optimale Depot-A-Volumen, Profitabilisierung LCR-Steuerung, FTP, Vorfälligkeiten, Standardzinsschock, Ansatzpunkte im Kundengeschäft, der richtige Hedgen…

4.    Stellen Sie Ihre Leiter, an die richtige Hauswand!

Sicherlich kennen Sie die Geschichte von Herrn Effizient. Demnach gelang es keinem anderen Menschen weit und Breit, jemals eine Leiter schneller, ästhetischer und zugleich sicherer hochzuklettern, als Ihm. Sehr beeindruckend. Nur: Der Erfolg von Herrn Effizient blieb aus! Warum? Die Leiter lehnte an der falschen Hauswand.

Die Richtigen Dinge tun – oder die Dinge richtig tun, das ist hier die Frage. Haben Sie die richtigen Produkte im Einsatz? Ist Ihr Instrumentenbaukasten auf dem aktuellen Stand? Was würde passieren, wenn sich das Marktumfeld ändert – bietet Ihre Toolbox dann immer noch ausreichenden Handlungsspielraum? Identifizieren Sie mindestens 1 notwendiges Produkt, für einen NPP im nächsten Jahr. Hilfestellung: Wie sichern Sie eigentlich die niedrige Kreditrisikovorsorge? Oder wie begegnen Sie hohen Pull-to-Par-Effekten?

5.    Von der Komfortzone in die Entwicklungszone


Die Treasury-/ Banken Welt um uns verändert sich ständig, gar „disruptiv“. O.K, keine Raketenwissenschaft. Nur, wie begegnen Sie diesem Thema in der Praxis?

Alle Themen abarbeiten bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird? Das müssen Sie ohnehin. Aber führen Sie sich und Ihre Mitarbeiter in die Entwicklungszone, indem Sie Fachskills hinterfragen und Entwicklungspotentiale identifizieren. Ihre Aufgabe als Führungskraft, oder Vorstand ist es ohnehin, die Rahmenbedingungen für Ihre Mitarbeiter so zu gestalten dass Ihre Mitarbeiter durch die eigene Arbeit und bedarfsweiser Weiterbildungsmaßnahmen fachlich immer besser werden, die Produktivität steigern und in Ihrem Selbstbewusstsein wachsen. Das macht Menschen stolz auf ihre Leistung – und führt Ihr Unternehmen nachhaltig zum Erfolg. Zur Verfügung stehen: Praxisworkshops, ELearning-Kurse, FachCoachings – je besser Ihr Mitarbeiter, desto größer der Unternehmenserfolg. Also wie sieht Ihr Entwicklungsplan aus…?

6.    Be Prepared – Erwarten Sie die Zukunft

Kennen Sie dies: Die Zinssituation verändert sich, und alle Marktteilnehmer diskutieren plötzlich einen Zinsanstieg. Obwohl Sie eigentlich investieren müssten, lautet die Devise: Limit erreicht – Order gestrichen. Oder umgekehrt: Ein paar unerwartete Äußerungen von Herrn Draghi und die ganze Herde rennt in den Markt. Möglicherweise ein gutes Verkaufsniveau? Überarbeiten Sie doch mal Ihre Timing-Systematik. Seien Sie mental bereits in der Zukunft und vermeiden Sie Überraschungen! Zu theoretisch? Oder welche Marktentwicklungen erwarten Sie im Vorfeld der in Italien im Frühjahr…? Frage: Was sind die Big 5 of Events in 2018?

7.    Ökonomie – Risiko – Bilanz – die Reihenfolge

Ansatzpunkte gibt es eigentlich genug. Deutlich stille Reserven auf den Eigenbeständen bei gleichzeitig negativen Renditen am kurzen Laufzeitensegment. Überteuerte Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und Peripherie-Anleihen. Und eine steile Zinskurve. Die Voraussetzungen zur Neuausrichtung des Portfolios sind doch gar nicht so schlecht – zumindest aus Sicht der Verkäuferseite. Sitzen Sie Trotzdem auf den „zu teuren“ Beständen? Diktiert Ihnen die Bilanz die Ökonomie? Wirtschaftlich sinnfrei aber bilanziell ok.? Überprüfen Sie Ihre Positionen mal kritisch: 1. Ökonomisch sinnvoll, 2. Risiko beherrschbar, 3. Bilanzielle Gegebenheiten.

8.    Verbessern Sie Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen

Sie stellen Ihre gesamte Arbeitskraft mit Motivation, Passion und Stringenz Ihrem Arbeitgeber zu Verfügung. Sie ackern was das Zeug hält und bringen Ihren Bereich und damit Ihre Bank nach vorne. Super!

Aber Denken Sie auch an sich. Kümmern Sie sich auch um Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen. Wie bleiben Sie Up-to-date. Wie groß ist ihr EXTERNES Netzwerk. Haben Sie einen Sparringspartner mit dem Sie sich REGELMÄ?IG FACHLICH UND KRITISCH austauschen können. Wie laden Sie Ihre Batterien auf und wie bleiben Sie widerstandsfähig?

Das Jahr hat 365 Tage, davon Arbeiten Sie rund 230 Tage. 10 Tage für Ihre individuelle Weiterbildung stellen das Mindestmaß dar. Just Think about it.

9.    Am 24.12. ist Weihnachten…

Nur so am Rande: In 4 Wochen fallen der 4. Advent UND Weihnachten auf den selben Tag. Uns fehlt damit fast 1 Woche J. Also besorgen Sie die Geschenke für Ihre Liebsten rechtzeitig. Am besten sofort…Noch ist Zeit….

10. Bank Treasury Summit 2018

Noch keine Geschenk? Am 22.Februar 2018 findet in Frankfurt das Bank Treasury Summit 2018 statt. Die etwas andere Treasury Konferenz! Endlich Hintergründe, Inspiration und Lösungen für die aktuellen und künftigen Herausforderungen. Ökonomen-Panel, Bitcoin als Assetklasse?, Niedrigzinslösungen und Speed-Workshops – The new Art of Treasury! Nähere Infos unter www.banktreasurysummit2018.de Limitierte Teilnehmeranzahl. Hier gehts zur Anmeldung!

Bleiben Sie erfolgreich! Herzlichst Ihr Dennis Bach

Blog 26 | Indian Summer oder Zinsbuchherbst – Goldener Oktober in Ihrem Zinsbuch

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Indian Summer? Haben Sie das schon einmal erlebt; diese ungewöhnlich warme Wetterperiode im Spätherbst auf dem nordamerikanischen Kontinent? Dazu noch einen strahlend blauen Himmel, viel Sonne und einer besonders intensiven Blattverfärbung in den Laub- und Mischwäldern. Sieht toll aus! Aber es ist auch die Phase, die letztendlich die dunkle Jahreszeit einläutet. Wie Sie einen goldenen Herbst in Ihrem Zinsbuch erleben, lesen Sie hier…

Wie geht es Ihnen? So ein goldener Herbst ist quasi Gold wert. Noch einmal richtig Sonne tanken und die müde machenden Melatonin-Speicher entleeren, bevor die ganze Jahresendhektik losgeht und man frühmorgens ins dunkle Büro fährt um im Dunkeln dann wieder nach Hause zu fahren. Genießen Sie die schönen Tage. So golden und schön der Herbst meteorologisch auch ausfallen kann; beim Blick auf das Gesamtzinsbuch ergibt sich wahrscheinlich ein eher anderes Bild.

Novemberstürme in Ihren Zinsbuch?

Der periodische Zinsüberschuss bleibt weiter unter Druck und das Jahr ist schon beinahe rum, Irgendwie hatte man sich auf der Ertragsseite für 2017 mehr vorgenommen und der Schuh der Kostenbasis drückt weiterhin. Regulationsbedingt steht nicht nur  MiFID II nun unmittelbar vor der Tür und hat das Potential ebenfalls für Farbenspiele in Ihrer GuV zu sorgen. Der Subventionshebel der Kreditrisikovorsorge wird nächstes Jahr ganz sicherlich kürzer und die Bestandsabläufe im Kredit- und Eigenegeschäft werden so richtig spürbar. Klingt fasst so wie die Vorbereitung auf die dunkle Jahreszeit. Die Frage nach Lösungen ebbt nicht ab.

In Guter Gesellschaft – die Beschreibung des Status Quo

Im Oktober wurden wieder zahlreiche Berichte über das Eh und Weh in der Bankenbranche publiziert und diskutiert. Da wären beispielsweise die mittlerweile bekannten und etwas entschärften Ergebnisse der Niedrigzinsumfrage 2017 (vgl. auch Blog 25) oder der regelmäßig erscheinende Bundesbankbericht zur Ertragslage der deutschen Kreditinstitute. Beautiful ist anders.

Auch die renommierte Unternehmensberatung Bain & Company meldete sich mit ihrer Studie „Battle of the Banks“ zu Wort. Sehr interessant: Jede 4. Bank kämpft um das Überleben und der Zinsüberschuss ist unter Druck. Aha! Neu?. Das Beraterhaus Oliver Wyman findet in der Ausarbeitung „European Banking Agenda 2017- Leaving, Restructuring, Entering an New World“ heraus, das Banken sich noch nicht stark genug um Ihre Neuausrichtung kümmern, und immer noch ein Stück in der Vergangenheit agieren. Es wird langsam eng.

Die Spatzen auf den bunt gefärbten Herbstbäumen

Eigentlich ist es doch interessant dass mittlerweile nicht nur die Spatzen auf den buntgefärbten Herbstbäumen sondern fast alle „Fachexperten“ von der Notwendigkeit sprechen, bei den Banken das Ruder endlich herumreisen zu müssen… Digitalisierung, Automatisierung, Reduzierung Kostenbasis, EK-Entlastung, Regulation, Niedrigzins, Zahlungsverkehr, Fintech-Kooperationen, Provisionsbasis etc., echt disruptiv.

Strategie – und der Wald vor lauter Bäumen wird unsichtbar

Extrem viele strategische Baustellen. Strategisch ist da einiges zu tun. Lesen wir zumindest in jeder Studie. Absolut korrekt. Doch vor lauter strategischen Diskussionen sollten operative Themenfelder oder ganz einfach grundlegende Anforderungen nicht unbedingt hinten herunterfallen. Immerhin beklagen zahlreiche Häuser, das man vor lauter strategischen Diskussionen das Geld verdienen vergisst. So beginnen zahlreiche Häuser nun Ihre Schwachstellen aufzuschreiben, zu katalogisieren oder das Wunschbild zu diskutieren. Interessant aber irgendwie auch spät.

Der Ertrag von heute ist der Handlungsspielraum von morgen

Immerhin herrscht ein gewisser Ertragsdruck vor und das aktuelle Umfeld bietet auch Chancen. Und diese Chancen werden wir in Zukunft herbei sehnen, Quasi, wenn es Brei regnet, darf oder muss man auch den Löffel heraushalten. Vor allem sollte man wissen was man im Sinne des Risikoappetit, der Risikotragfähigkeit und des Produktkataloges will , kann und darf (vielleicht auch muss). Keine Angst es folgt keine Tirade auf den Handel und hochriskante Tradingstrategien. Es geht darum, zunächst das Eigengeschäftsbuch zu nutzen um durchs flache Gras zu kommen. Quasi sich Zeit kaufen, die die Stabilisierung/ Transformation des Geschäftsmodells benötigt.

Das schwächste Argument Ertrag? Schaufeln Sie rein was geht!

Natürlich wissen wir, dass Ertrag eigentlich das „schwächste Argument ist“. Immerhin werden Sie für 1 Mio. Mehrertrag nicht in den Himmel gelobt, hingegen bei „aktiv produzierten“ Verlusten, wahrscheinlich gevierteilt. Brauch kein Mensch, oder?

Wahrscheinlich doch, denn der Ertrag von heute ist das Eigenkapital von morgen ist Ihr Handlungsspielraum von Übermorgen. Also schaufeln Sie rein was geht, Sie brauchen die Erträge zur Finanzierung Ihres Geschäftsmodells. Oberste Prämisse ist jedoch die Risiken zu jedem Zeitpunkt zu beherrschen. Quasi ein intelligentes in die integrierte Gesamtbanksteuerung eingebettetes Asset Liability Management. Ja auch als kleine Bank. Verständlicherweise erfordert dies bei Führungskräften, Mitarbeitern neue nicht nur fachliche Fähigkeiten, Arbeitsansätze und Partnerschaften. Nur so werden Sie es schaffen, die Opportunitäten für sich zu nutzen. Und es gibt Opportunitäten um durchs flache Gras zu kommen. Ein paar kleine Auszüge:

Trotzdem ein paar Denkanstösse

Die neue Assetklasse Refinanzierung 
Stellen Sie sich ein Wertpapierportfolio – vereinfacht als gleichverteilte Laufzeiten- zusammen, refinanzieren Sie das Depot über einen Refinanzierungsmix aus Tagesgeld und Repos und lassen Sie das Ergebnis auf sich wirken. Der originäre Zinsertrag – also der Ertrag aus den Kupons Ihrer Aktivseite – ist der geringste Teil. Der Hebel liegt in der Refinanzierung.

Keine unbedingt hoch wissentschaftliche Erkenntnis, aber dennoch sehr interessant. Die Frage ist doch, wie kann man das Ganze nutzen. Mit den richtigen Produkten (Repo, TRLTRO, Leihe, EONIA-Swap) bestehen Möglichkeiten, auch ohne zu stark ins ZÄR zu gehen.

Die Immer noch steile Zinskurve
Regelmäßig wird das aktuelle Niedrigzinsniveau diskutiert. Klar, die „Windfall-Profite“ aus der Veranlagung der Eigenmittel fehlen im Strukturbeitrag natürlich. Aber ein hohes Zinsniveau sorgt noch nicht automatisch zu hohen Zinsüberschuss. Vielmehr ist die Steilheit der Zinskurve der interessantere Teil. Aktuell sehen die Zinsdifferenzen auf der Euro-Zinskurve mit 108 BP (2s10s), 65 BP (5s10s) oder gar ausgesuchte Zinsdifferenzen gegen 6-Monatsgeld gar nicht so schlecht aus. Noch sind die Zinskurven eher Steil und diese ist nutzbar. Möglicherweise nicht über SREP-schädliche direktionale Positionierung vielmehr über weitgehend ZÄR-freie (Parallelshift) Investitionen. Schauen Sie über den Teich: Dort notiert die Zinsdifferenz 2 gegen 10 Jahre mittlerweile bei nur noch 48 BP – eine sehr flache Kurve. Es kann also nicht Schaden, sich die steilen Euro-Zinskurven -und damit den Zinsüberschuss- für die Zukunft zu sichern.

Schöne Einstandsätze bei US-Zinsen bei gleichzeitig hohem Euro – Bevor Sie Jetzt gleich abwinken. Es geht hierbei nicht um die Übernahme von Fremdwährungsrisiken, sondern um die Vereinnahmung einer Fristentransformationsmarge in Fremdwährung. So befindet sich beispielsweise die US/ Euro-Zinsdifferenz bei 2 jährigen Zinsswaps auf einem Extrem-Niveau (Grafik). Während die FED weiter in Tippelschritten agiert und Yellen wohl ihre letzten Zinserhöhungen vorbereiten darf, steht die EZB eher vor dem Einstieg in den Ausstieg Ihrer ultraexpansiven Zinspolitik. Die vorgeschlagene Position bringt Carry, ist relativ ZÄR arm und stellt einen gewissen Hedge gegen den EZB-Exit oder einer Konjunkturabkühlung in USA dar. Auch ein Rückgang des Euro macht sich positiv bemerkbar.

Bei den Staatsanleihen und Pfandbriefen existieren ebenfalls Opportunitäten. Doch die Identifizierung ist nicht ganz einfach.

Haben Sie irische oder portugiesische Staatsanleihen, Österreicher oder französische Titel im Buch? Vielleicht agieren Sie auch in Bundesländern, EFSF Bonds oder europäischen Covereds und Unternehmensanleihen? Erfahrungsgemäß bestehen hier zahlreiche Ansätze zur Optimierung von Risk, Return und RWA´s.

Ein kleines Beispiel: Österreich sorgte in der jüngsten Vergangenheit mit Ihrer 100jährigen Kapitalmarktaufnahme für Furore. Im Zuge dessen kam es nachvollziehbarer Weise aiúch zu Anpassungen bei der Gesamtrenditekurve. So bewegt sich die Zinsdifferenz zwischen 10 und 30 jährigen Austria-Bonds derzeit auf dem absoluten High (rund 100 BP) der letzten 5 Jahre. Warum switchen Sie Ihre 10jährigen Österreicher nicht in ein geringeres Volumen 30jähriger. Mit besserem Assetswapspread, höherer Verzinsung, höherer Konvexität und Entlastung der Risikobudgets und das ganze mit Mehrertrag. Zwar nur ein einfaches aber ertragreiches und damit dankbares Beispiel. Interessant wird’s bei systematischer Aufarbeitung des Portfolios, das macht Lust auf mehr. Versprochen.

Um den strategischen Blick nicht zu verlieren. Die Welt am Kapitalmarkt scheint derzeit in Ordnung. Woher soll denn Ungemach drohen? Aussitzen eine echte Option?

Der Anfang kennt das Ende nicht…

Aber Achtung auch der schönste goldene Herbst endet in der Regel mit Regen, Sturm oder Schnee. Haben Sie die richtigen Produkte, Methoden- & Fachskills griffbereit und funktionsbereit? Nutzen Sie das ruhige Umfeld. Wir helfen Ihnen gerne. derivatexx | systematisch, diszipliniert, transparent.

Schauen Sie doch einfach auf unserer Website www.derivatexx.de vorbei. Stöbern Sie in unserem interessanten Weiterbildungskatalog zu den Themen Treasury und Gesamtbanksteuerung oder rufen Sie uns einfach an. Eines versprechen wir Ihnen. Mehr Praxis geht nicht! Bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Dennis Bach

Blog 25 | Sommerweinchen oder kalter Kaffee – Was Ihr Zinsbuch aus der Niedrigzinsumfrage lernen kann

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Wunderbar. Die Ergebnisse der am 30.August veröffentlichten Niedrigzinsumfrage unter 1555 kleineren und Less Signifikant Institutions (LSI´s) sind schlecht, aber besser als erwartet. Bleiben die Zinsen konstant auf dem Niveau vom Jahresanfang sind nur Ertragseinbußen von bis zu 40% zu verkraften. Gegenüber der NZU im Jahr 2015 scheinen die Umfrageergebnisse etwas besser. Endlich reduzierter Handlungsbedarf im Zinsbuch? Mitnichten! Das Zeitfenster schließt sich und Draghi schweigt hinsichtlich steigender Zinsen. Was ist zu tun?

Als grober Abriss zur  Niedrigzinsumfrage 2017 gilt: Die Zinsergebnisse bleiben weiter unter Druck und sollen „wunschgemäß“ laut den Planungen der befragten Kreditinstitute immer noch über ein stärkeres Provisonsgeschäft kompensiert werden.

Ertragseinbussen je nach Szenario bis zu 60%

Hinsichtlich Erträge: Bleibt das Zinsniveau auf konstantem Niveau, oder dreht die Zinskurve auf invers resultieren daraus massive Ertragseinbußen von bis zu 40%. Ausserdem wäre ein heftiger Zinsanstieg  das kurzfristig dominierende Schreckensszenario, da Wertberichtigungen insbesondere der zinstragenden Aktiva zu Buche schlagen würden.

Bei Anwendung der 5 Stressszenarien stellte sich heraus, das 68 oder 4,5 % der Häuser die aufsichtlichen EK-Mindestanforderungen unterschreiten und das obwohl stille Reserven bereits im EK berücksichtigt sind.

Aber wie heißt es schön: Hässlich aber nicht existenzgefährdend! Und es würde ja alle oder ziemlich viele betreffen. Rund die Hälfte der befragten Banken könnte sich zur Lösung eine Fusion – zur Reduzierung der Kostenbasis vorstellen. F

Das  alte Fazit  ist das neue Fazit

Fazit von Bundesbank und BaFin: Trotz leicht verbesserter Situation im Vergleich zur NZU 2015 ist die Lage immer noch besorgniserregend. Insbesondere die enorme Zinsabhängigkeit der Ergebnisse und die damit verbundene Abhängigkeit vom ZÄR werden durch Andreas Dombret  massiv angemahnt. Das ganze gewinnt an Brisanz, wenn man berücksichtigt, das rund die Hälfte der Kreditinstitute den unrühmlichen internen Titel „Kreditinstitut mit erhöhten Zinsänderungsrisiken“ tragen.

Damit scheint alles beim Alten: Das ZÄR ist (zu) hoch, die Kosten ebenfalls, die Provisionen zu niedrig und Banken gibt es auch zu viele! – Kalter Kaffee und nicht wirklich neu!

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nur, in Anbetracht der Tatsache, dass der Zinsüberschuss rund 2/3 der Erträge ausmacht, dürfte es schwierig sein, den Rückgang dauerhaft über den Provisionsüberschuss zu kompensieren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Sicherlich, sind Gebühreneinführungen und sagen wir eine Anpassung der Bepreisung gewisser Dienstleistungen zielführend und legitim, aber eben auch deutlich begrenzt.

Weitere Provisionsquelle ist das Wertpapiertransaktions- & Fondsgeschäft. Auch hier ruhen zahlreiche Hoffnungen auf Erhöhung der Erlöse. Doch der Börsenzyklus scheint reif, und seitwärts- bzw. Bärenmärkte zeigten selten nachhaltige Anstiege im Provisonsüberschuss. Und MiFID blenden wir aus.

Stellhebel Zinsbuch –  keine Raketenwissenschaft – aber wirksam

Na ja und wieder bleibt das Gesamtzinsbuch – neben den Anpassungen der Kundenmargen- als ein elementarer Stellhebel des Zinsüberschusses übrig? Nur, im Umfeld der Bundesbankäußerungen um die Höhe des ZÄR und der intensiven Zinsabhängigkeit eher schwierig? Nicht unbedingt.

Wenn gleich Sie die Anstrengungen zur Steigerung des Provisionsüberschusses und Erhöhung der Kundenmargen in jedem Fall weiter vorantreiben sollten, werden Sie an der Stabilisierung Ihres Zinsüberschusses – zunächst über das Eigengeschäft- nicht vorbeikommen. Never!

Richtig ist, dass die bloße Erhöhung der Duration im Eigengeschäftsportfolio oder im Gesamtzinsbuch kaum umsetzbar sein dürfte.

Temporäre Freiheitsgrade durch Überarbeitung Standardzinsshock?

Gerade vor dem Hintergrund der von der BaFin avisierten Neufassung des seit 2011 geltenden Rundschreibens 11/2011 (BA) für das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (Standardzinsschock) leuchtet dies ein.

Dies gilt umso mehr, als das Modellierungen von Zinsbindungsannahmen wie sie bei Verbindlichkeiten mit unbestimmter Zinsbindung auftreten in Anlehnung an die EBA-Leitlinie nun auf durchschnittlich 5 Jahre begrenzt werden sollen. Hier kann u.U. also eine entlastende Wirkung der modellierten Passiva im ZÄR wegfallen. Fazit: Abbau von Fristentrafo?

Eher nicht, da Ihre Modellierung höchstwahrscheinlich im Mittel bei 5 Jahren (max. 10Jahre Gleitend) modelliert sein dürfte. Hört sich also schlimmer an, als es ist.

Gone with the Wind – Schwellenwert 20%?

Erfreuliche Konkretisierung im überarbeiteten Entwurf ist zudem , dass der bekannte 20%-Schwellenwert des szenariobedingten Barwertverlust in Relation zu den regulatorischen Eigenmitteln zwar weiterhin als Indikator für „Institute mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko“ gelten soll, dieser aber in der Weise relativiert wird, dass er nicht als harte Schwellenwerte für die Anordnung aufsichtlicher Maßnahmen angewandt wird . Im Ergebnis soll die bisherige Ad-hoc-Meldepflicht bei erstmaliger Überschreitung des Schwellenwerts, entfallen. Super, oder?

Perspektivisch kommt es aber hart – EBA und CRD V

Achtung. Das Rundschreiben (Entwurf) ist das Eine, die avisierte Überarbeitung der CRDIV und EBA-Guidelines das andere. Artikel 98 – „Ausreißer-Kriterium“ und Standardzinsschock

So ist das Langfristziel der o.a. Papiere eine Begrenzung des „Standardzinsschocks“, auf einen Barwertverlust in Höhe 15 % des harten Kernkapitals. Und das Ganze dann noch mit 4 zusätzlichen auf 6 erweiterte Zinsszenarien.

Der Handlungsdruck bleibt enorm

Lange Rede kurze Sinn: Während die Ergebnisse der NZU mittlerweile etwas an Schrecken verloren haben (man kann es ja beinahe nicht mehr hören), die Bundesbank Ihren Standardzinsschock augenscheinlich zunächst etwas entspannt bzw. zumindest die EBA-Ideen nicht vorwegnimmt, bleibt der Handlungsdruck hoch. Der Standardzinsshock nach EBA und CRDV werden mittelfristig Ihre Fristentransformationsmöglichkeiten de facto weiter reduzieren. Im Ergebnis bedeutet dies:

Noch haben Sie Spielräume

Noch haben Sie Spielräume Ihr Eigengeschäftsportfolio & Gesamtzinsbuch umzugestalten, sich Gedanken über einen angepassten Steuerungsansatz des Gesamtzinsbuches zu machen. Weg von Duration, möglicherweise hin zu einem „prognosefreien Zinsbuch“. Und operativ gesehen, war es wahrscheinlich noch nie so leicht, sich von „ungeliebten“ Positionen – dank der draghischen Kauflust -zu trennen.

Wie das funktioniert? Überprüfen Sie Ihre gelebte Strategie zum Eigengeschäft. Ist das Eigengeschäft bloßes Residual oder systematisch, diszipliniert und Transparent abgeleitet. Beantworten Sie die Fragen, nach dem optimalen Zielvolumen und der Funktion. Setzen Sie Ihr EG in den Kontext der verfügbaren Risikobudgets und reflektieren Sie die Ergebnisse. Sie werden überrascht sein. Belive us. Noch bestehen vor dem Hintergrund des regulatorischen Rahmenwerkes und des Marktumfeldes Handlungsoptionen zur Stabilisierung der Ertragslage. Noch.

Was hält Sie eigentlich ab?

Was hält Sie eigentlich davon ab, eine Task-Force Zinsüberschuss zu Gründen, die der Thematik systematisch, diszipliniert und Transparent bearbeitet und bewirtschaftet?

Möglicherweise Fusionsgedanken, wie die anderen 50%. Nur – Die Fusion kommt, das ZÜB-Problem bleibt.

Problemlöser derivatexx. Mit unserer jahrelangen Erfahrung in Treasury, Gesamtbanksteuerung und Organisationsentwicklung zeigen wir Ihnen wie Sie durchs flache Grass kommen. systematisch, diszipliniert und Transparent – und zwar so dass die Risiken beherrschbar bleiben und Sie ruhig schlafen können.

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Ihr derivatexx Team

Blog 24 | Zinsanstieg voraus oder Risikoart „Hoffnung“? – Die Episode im SummerCamp

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Endlich Bewegung am Zinsmarkt. Die Low´s liegen definitiv hinter uns und endlich steigen die Zinsen – nicht zu schnell einfach stetig – Perfekt. Endlich, die GuV wird entlastet und alles wird gut. Wirklich? Oder stirbt die Hoffnung möglicherweise zuletzt?

Die große Frage: Zinsanstieg voraus, oder Gelegenheit zur Investition oder Durationsverlängerung? Nur eines von vielen Schwerpunkthemen in unserem exklusiven derivatexx | SummerCamp Treasury & Gesamtbanksteuerung vom 12.09.17 -15.09. 2017 in Tirol.

Weitere Zinsanstieg?

10 jährige Bunds durchbrechen die Marke von 50 BP nach oben und die Pendants bei Zinsswaps knabbern beinahe an der 1% Grenze. Unter Berücksichtigung der negativen Euribor-Sätze mittlerweile ein anfänglicher Ertrag von knapp 1,20%. Wow, und für 5 jährige Festsatzempfänger-Zinsswaps gab´s zwischenzeitlich sogar 35 BP. Nicht schlecht im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit.

Und auch die Kurven sind steil. So beträgt die Zinsdifferenz zwischen 2 und 10 Jahren knapp 100 BP. Es gab auch schon schlechtere Zeiten.
Es stellt sich die Frage, wie geht’s weiter mit der Zinsentwicklung?– Up or Down dass ist hier die Frage.

D(T)rag(h)ik – Hin und Her macht Taschen leer

Die „d(t)rag(h)ische Rede von “Super-Mario“ im portugiesischen Sintra und das selektive zurückrudern vom zurückrudern im QE trägt hierbei nicht unbedingt zur Klarstellung oder gar Beruhigung der Märkte bei. Ja und im Spätsommer treffen sich dann die wieder Notenbank.-Chefs  zum Fliegenfisch-Angeln in Jackson Hole. Mal gespannt, was Draghi dort an der Angel hat.

Neben den „Spielchen“ der Notenbank-Guidance ergeben sich aber auch bei den verschiedenen fundamentalen Einflussparametern interessante Konstellationen. Zunächst fallen hier die weit von den Notenbankzielen entfernten Kerninflationsraten auf. Hinzu kommen fallende Energiepreise, die letztendlich über Basis-Effekte ein Wörtchen bei der weiteren Inflationsentwicklung – oder auch bei den Break-Even-Raten- mitreden. Keine Raketenwissenschaft – aber trotzdem ein bedeutender Einflussparameter ist der konjunkturelle Reifegrad in den USA. Nicht nur bei genauerem hinschauen, ergeben sich hierbei interessante Rückschlüsse.

Ich wünschte mir die Zinsen steigen…

Die Essenz zur Zinsentwicklung erhalten wir, wenn wir die weiteren Faktoren wie Aktienmarkt, USD, Rohstoffpreise, Volatilität wie auch diverse Forwards und Kurvensteilheiten in die Meinungsbildung einbeziehen. So viel sei verraten: Es scheint als ob sich derzeit zahlreiche Kapitalmarktplayer, Treasurer und Bankvorstände einen weiteren Zinsanstieg wünschen. Ob Wünsche in Erfüllung gehen, steht auf einem anderen Blatt.

Nur „Ein“ Spezial-Thema in unserem derivatexx | SummerCamp

Es stellt sich die Frage, wie man sich oder die Bank im aktuellen und gleichzeitig schwierigen Marktumfeld aufstellen oder gar positionieren kann, natürlich unter Berücksichtigung einer integrierten Gesamtbanksicht. Immer unter dem Motto: Überleben in allen Szenarien.

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Genau der richtige „Stoff“ für unsere exklusives derivatexx | SummerCamp Treasury & Gesamtbanksteuerung vom 12.-15.09.17 in Achenkirch, Österreich

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Liebe Grüße Dennis Bach
derivatexx | Praxis gelebt , nicht doziert

Blog 22 | Sommerloch & SummerCamp – Kein Sommerloch für Ihr Zinsbuch

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Endlich! Sommer, Sonne, Grillen, ein kühles Bier, Sommerweinchen und natürlich das Sommerloch im Büro. Die Urlaubszeit beginnt und es wird ruhiger im Office. Auch wenn uns die letzten Tage der ein oder andere „(d)trag(h)ische“ Regenschauer (Bund) oder gar ein kleines Sommergewitter (italienische Banken, Aktien) überraschte, dürften die nächsten Wochen transaktions- und Steuerungsmäßig eher dünn verlaufen. So machen Sie das Sommerloch zur Ertragsoffensive für Ihr Zinsbuch und Ihre eigenen Unternehmenskennzahlen. Wetten?

Warum eigentlich Sommerloch? Na, ja: Entweder gibt es keine Stücke mehr, da die EZB in Ihrer Frühjahrsoffensive alles gekauft hat, was bei 3 nicht auf den Bäumen war; oder weil man den optimalen Kaufzeitpunkt z.B. französischer Anleihen ärgerlicherweise verpasst hat. Und jetzt signalisiert uns die EZB auch noch dem Einstieg in den Exit. Gut die Füße still zu halten. Just Sommerloch.

Etwas ruhiger schadet nicht, aber…

Zu Beginn erscheint ein Sommerloch gar nicht so schlecht. Alles ein bisschen ruhiger, Vorstände in Urlaub, weniger ad hoc Aufträge und dadurch kaum operative Hektik. Wunderbar, etwas früher aus dem Büro, es gibt wirklich schlimmeres! Hält die Flaute eine gewisse Zeit lang an – und das ist erfahrungsgemäß meist bis Mitte September der Fall – kann es schon fast „langweilig“ werden. Immerhin können die Tage in einem schwülen Büro ohne eine gewisse Auslastung bzw. ohne „Drive“ ganz schön lange werden. So viel Research-Material oder EBA-Guidelines können oder wollen Sie gar nicht lesen.

 3 Alternativen für Ihr Sommerloch…

Wie wäre es damit? Sie nehmen sich für das Sommerloch genau 1 Thema vor, welches Sie aus eigenem Interesse intensiv bearbeiten. Der Vorteil, Sie sind produktiv, sie haben ein gutes Gewissen. Außerdem bringen ein für SIE wichtiges Thema voran. Im Ernst! Hier 3 Alternativen fürs Sommerloch:

  1. Später kommen, Früher gehen – die Zinsen steigen wir werden sehen
  2. Exit, Brexit, Trump it – Keine Überraschungen für Ihre Zinsbuch
  3. Besuch des Summer exklusiven derivatexx | SummerCamp© Treasury & Gesamtbanksteuerung – Offensive für Ihre Fachskills und Ihre Ban
    I.  Exit, Brexit, Trump it – Keine Überraschungen für Ihre Zinsbuch

Ihnen ist natürlich klar: Themenstellungen gibt es genug. Mit ziemlicher Sicherheit steht auch ihr Haus vor zahlreichen (un)erträglichen Herausforderungen: Stabilisierung des Zinsüberschusses, Propfitabisileierung der Einlagen(steuerungI, Margenausweitung im Kundengeschäft und natürlich die mittlerweile fast liebgewonnene Regulatorik führen hier die Hitlisten an. Hinzukommen Unsicherheiten über das weiteren Vorgehen der EZB oder vielmehr potentieller Marktreaktionen auf die EZB-Strategie.

Wir können sicher sein, es kommt anders als wir denken. Die EZB wird weder abrupt die Käufe einstellen noch wird sie sich an der Erhöhung der Einlagenfazilität versuchen. Und schon gar nicht wird sich die EZB an einem Fahrplan anlehnen den wir uns wünschen. Im Gegenteil, die Märkte werden die ein oder andere Zinsrichtung austesten. Das Ganze in umsatzarmen Tagen, the same procedure as every year.

Ob der Auslöser Brexit-Verhandlungen, Trump-Sonderdebatten oder diverse EZB-Spekulationen sind ist unerheblich.

Sind Sie vorbereitet? – die WildCard kommt sicherlich

Und Sie? Sie sollten trotzdem vorbereitet sein. Vergessen Sie hierbei nicht; Die Zinsen haben sich seit ihrem Tief nahezu verdreifacht. Der vor allem basisgetriebene Inflationsschock scheint verdaut, die Konjunktur brummt (noch) und auch die europäische Wirtschaft wächst. Politisch sind die Wildcards nicht eingetreten und die FED schummelt die Fed Funds nach oben. Also alles in Butter? Und die Zinsen steigen bald?

Na ja, muss nicht sein. Was wenn während des politischen Sommertheaters Trump unter Druck gerät? Der Konjunkturhype etwas abklingt oder sich die Inflationsraten wieder etwas reduzieren? Immerhin mahnt der Ölpreis zur Vorsicht. Bahnt sich hier eine Konjunkturabkühlung an?

Aus Bankensicht dürften nach wie vor die Konstant- wie auch die Niedrigzinsszenarien das Hauptrisiko für den Zinsüberschuss darstellen. Wäre es da nicht schlau, die Wildcard eines potentiellen Zinsrückgangs oder gar eine Verflachung der Zinskurve im Auge zu behalten oder gar ganz systematisch zu analysieren? Wie wäre es mit einem Handlungsplan?

Zuviel Arbeit für ein Sommerloch? Wetten nicht?

 Alternative III:
Sie besuchen das derivatexx Summer Camp© 
Treasury & Gesamtbanksteuerung – DIE Offensive für Ihre Fachskills

Die Gefahr des Sommerlochs liegt eindeutig darin, irgendwie nicht aus dem Quark zu kommen, Kennen Sie, oder? Da haben Sie in normalen Zeiten Stress ohne Ende ggf. auch 5 Dinge synchron zu beackern und. trotz des ganzen Chaos, bekommen Sie alles irgendwie hin. Das beste daran ist, Sie fühlen sich noch nicht mal gestresst.

Und dann im Sommerloch: In einem ruhigen Umfeld – nur 1 Aufgabe – und Sie sind am Abend fix und fertig. Tja, irgendwie ein Geheimnis des Sommers – Das Sommerloch. In einem solchen Umfeld sich selbst zu motivieren – schwierig. Sehr schwierig – aber nicht unmöglich.

Carpe Sommerloch  …

Realistisch gesehen werden Sie im weiteren Laufe des Jahres nie mehr soviel Zeit für Ihre EIGENE Entwicklung haben wie im Sommer(Loch). Also warum nicht ein paar Tage investieren und das derivatexx | Summer Camp © Treasury & Gesamtbanksteuerung zu besuchen.

Das derivatexx | SummerCamp Treasury & Gesamtbanksteuerung

Unser exklusives und beliebtes derivatexx | SummerCamp© Treasury & Gesamtbanksteuerung ist die Sommeroffensive für ihre Fach- & Methodenskills.

Quasi DIE Entwicklungsmaßnahme zur Lösung Ihrer aktuellen Herausforderungen und Erhöhung ihrer Schlagkraft.

Im Zuge unseres  SummerCamps werden IHRE Themenstellungen „aufgerollt: Zinsüberschusslücke, Ertragsoffensive, Gesamtbanksteuerung, Depot A, Treasury, Regulatorik etc.

In exklusiver Runde von max. 8 Teilnehmern diskutieren, entwickeln, bearbeiten und trainieren Sie verschiedene Handlungsoptionen und Alternativen zur Weiterentwicklung der integrierten Gesamtsicht und Bewirtschaftung Ihres Geschäftsmodells.

Im Zuge des Intensiv-Camps entwickeln und trainieren Sie Ihre Fachlichkeit. Das Ganze gepaart mit der Richtigen Methode und den Quellen der Motivation ein echtes Offensivprogramm. Und da es gemäß dem Motto: Mens sana in corpore sano – einen gesunden Geist in einem gesunden Körper braucht, beginnen Ihr Tag in unserem SummerCamp abwechselnd sportlich und aktiv.

Intensiver geht nicht!

So dass Sie das Maximum aus dem Wissenstransfer und unserem Erfahrungsschatz rausholen. 3 Tage für Sie, Ihren Geist, Ihrem Unternehmen und Ihrer Gesundheit. IHR Sommer-Offensiv-Programm Offensivprogramm.
Nach Ihrer Rückkehr werden sie vor Tatendrang sprühen und Ihre Bank nach vorne bringen. Darauf verzichten? Sie würden es bereuen.

Ein echtes Sommerlochprogramm. Neugierig geworden? Hier geht’s zu den Informationen zum derivatexx | SummerCamp© Treasury & Gesamtbanksteuerung

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Neugierig. Wir freuen uns.

derivatexx |
Praxis gelebt , nicht doziert

Blog 21 | Divide et impera -So profitabilisieren Sie ihre Einlagen

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Teile und Herrsche – Der Urheber der lateinischen Redewendung ist nicht wirklich identifiziert. Ob der Vater von Alexander des Großen, Niccoló de Machiavielli oder König Ludwig der XI., alle machten sich die Redewendung irgendwie zu Nutzen. Was das Ganze mit Ihrem Gesamtzinsbuch zu tun hat? Seien Sie gespannt.

Insbesondere die Römer verfolgten lange Zeit die „Teile-&-Herrsche-Taktik“ in vielen ihrer Kriege: Erst den Gegner entzweien um ihn dann zu zerschlagen. Viele Siege der Römer, nicht immer, aber oft.

Was das ganze mit der Bank zu tun hat? Ähnlich wie zum Ende der Blütezeit Roms sind auch im Banking die Herausforderungen riesig. Und heute noch wird darüber spekuliert, ob Rom an der eigenen inneren Schwäche oder aber infolge übermächtiger Gegner zerfallen ist. Entdecken Sie Parallelen?

Keine Angst es folgt nun keine Aufzählung der ungünstigen Rahmenbedingungen von Regulatorik bis Nullzins oder den übermächtigen Gegnern von Digitalisierung bis Wettbewerbsdruck.

In diesem und in den Folgebeiträgen  geht’s um die praktischen Stellschrauben in Ihrem Gesamtzinsbuch und der Gesamtbanksteuerung rund um die Herausforderungen: Einlagenprofitabilität, Vergabe 15jähriger Darlehen, Fristentransformation im SREP- und/oder IRRBB – Regime, oder auch dem Umgang mit dem Depot A im aktuellen Spannungsfeld von Nullzins und Leverage-Ratio etc.

Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach…

Zugegebenermaßen, die Ausgangslage ist bescheiden. Zu wenig Ressourcen, zu viele Themen! Unschön aber leider wahr. Im Übrigen wird es am Ende ohnehin niemanden interessieren ob Ressourcenengpässe der Grund des Scheiterns waren oder nicht. Es geht darum das Scheitern zu verhindern. Und zwar mit aller Kraft.

Elementar in diesem Kontext ist wie die Gesamtgemengelage aussieht und wie sie beherrscht werden kann. Welche Probleme, mit welchen Ertragsauswirkungen und welchem Handlungsdruck?

Ertragskrise in der SELI-Bank

In der Ihnen sicherlich mittlerweile bekannten SELI-Bank stellt sich die Gesamtgemengelage im groben Abriss wie wie folgt dar:

  • Der Zinsüberschuss ist unter Druck. Insbesondere in den nächsten 2 Jahren belasten Bestandsabläufe im Kunden- &  Eigengeschäft die Situation weiter.
  • Die Konditionenbeiträge sind ebenfalls unter Druck.
  • Ist man ehrlich, ist das Einlagengeschäft mittlerweile defizitär; wächst dafür aber aufgrund der Nullverzinsung weiter um wirklich kaum brauchbare „fast-money“-Komponenten.
  • Die Margen der Aktivseiten scheinen gefühlt zwar auskömmlich, erreichen aber lange nicht den notwendigen DB III.
  • Die Zinsbuchsteuerung wirft aufgrund Basel-II-Schock-bedingter reduzierter Hebel und einem fallenden Gleitend-10jahres-Zins
    weniger ab.
  • Das früher sehr ertragreiche Depot A ist mittlerweile eher ein Sammelbecken für HQLA-Papiere und zudem im Volumen deutlich reduziert.
  • Zuletzt befinden sich die Produktkataloge im Kunden- und Eigengeschäft in einer Art Investitionsstarre.
  • Die Risikovorsorgen (Kredit und Wertpapiere) sind aktuelle positiv und scheinen aktuell als „DIE“ neue „Ertragsquelle“ entdeckt worden zu sein.
  • Das Eigenkapital schmilzt infolge zu geringer Thesaurierung eher ab und limitiert die Risikobudgets insbesondere in der Zukunft

Willkommen in der SELI-Bank: Auch wenn das Top-Management und die Mitarbeiter den Handlungsdruck noch nicht voll spüren oder realisiert haben, aber den beschriebenen Aggregatszustand bezeichne ich als Ertragskrise.

Divide et Impera – Insbesondere im Einlagengeschäft

Nun zum Thema „Teile und Herrsche“ – zerlege das eigentliche Problem solange in kleinere und einfachere Teilprobleme, bis man diese einfach lösen kann. Na ja, und dann wird aus diesen Teillösungen eine Lösung für das Gesamtproblem konstruiert. Beginnen wir in diesem Beitrag zunächst mit der Einlagenseite, aktuell einer der größten Herausforderungen unserer SELI-Bank.

Die Einlagen der SELI-Bank

Ein schneller Abriss. Die Einlagensteuerung erfolgt über den Ansatz der gleitenden Durchschnitte. Letztendlich wird die juristische Zinsbindungsdauer des Passivportfolios durch ein Mischungsverhältnis bestehend aus gleitenden Durchschnitten ersetzt. Die Konditionierung der Passivprodukte erfolgt in Abhängigkeit des Replikationsportfolios. Kennen Sie alles – die Herausforderungen auch: In ruhigen Zeiten ein stressfreies Modell, nur: Gleitend bedeutet auch: Sie legen zu historischen Sätzen an, wie das geht? Gute Frage. Das Problem wird drängender, je mehr „fast-money-Gelder“ sich in Ihr Passiv-Portfolio verirren, die Gelder sind schneller wieder weg als Sie da waren. Prämisse „Volumenkonstants“ adjeu. Und zu guter Letzt: Aufgrund deutlich niedriger Opportunitätszinsen der aktuellen Mischungsverhältnisse müsste die Einlagenverzinsung zur Aufrechterhaltung der kalkulierten Marge für einige Produkte schon lange negativ verzinst werden. Aufgrund juristischer, vertrieblicher und liquiditätstechnsicher Faktoren erscheint hier aktuell keine weitere Reduzierung der Passivkonditionen möglich, es herrscht also der sogenannte Nullzins-Floor.

Verlängerung der Mischungsverhältnisse?

Zahlreiche Häuser diskutieren intern gerade die Verlängerung der Mischungsverhältnisse ihrer Passivprodukte. Infolge des dann angestiegenen Opportunitätszinssatzes würde ein steigenden ZKB Passiv zu einer steigenden Produktprofitabilität führen. Eine Reduzierung des Produktzins wäre damit quasi nicht mehr zwingend erforderlich. Wunderbar. Nur, der Bank ist damit nicht geholfen. Der Kniff bringt dem Haus keinen Cent mehr Zinsüberschuss. Vielmehr wird der in der Regel als Residualgröße errechnete Strukturbeitrag zu Gunsten des Konditionenbeitrags belastet.

Fraglich ist zudem inwieweit verlängerte Ablauffiktionen – die ja das Zinsanpassungsverhalten realistisch abbilden sollen- im Falle eines Zinsanstieges überhaupt durchgehalten werden können.

Die Elemente Kapital- und Zinsbindung

Ergänzen Sie Ihrer Methodik der gleitenden Durchschnitte um Elemente der Kapitalbindung, also um die Ermittlung von verschiedenen stabilen Bodensätzen. Ganz sicherlich benötigen Sie hierzu verschiedene statistische Auswertzungen oder mindestens belastbare Expertenschätzungen. Trennen Sie insbesondere die volatilen Anteile (fast money Komponenten) ab. Diese Bestandteile bilden Sie über einen Geldmarktpuffer ab. Das Neugeschäft oder deutliche Teile davon, pricen Sie in keinem Falle über die historischen Sätze.

Sie schaffen letztendlich die  einer getrennten Steuerung von Zins- und Kapitalbindung. Während Sie das über Gleitende Durchschnitte modellierte Zinsänderungsrisiko nahezu in sekundenschnelle über Zinsswaps in jede beliebige Position transferieren und damit steuern können, identifizieren Sie über die Kapitalbindungsdauer ihren wirklichen Impact auf Fundingmix, Bilanz und struktureller Liquiditätstransformation.

Getrennte Steuerung erhöhen Flexibilität und Nutzen

Für Ihre Steuerung eröffnen sich ganz neue Wege z.B. über den Einsatz von Swaptions, Caps, Floors und CMS-Strukturen . Auch die Voraussetzung zur Ableitung eines institutsspezifischen Refinanzierungsmixes wird geschaffen Und wie wir wissen, die Passivseite ist der Wettbewerbsvorteil der Aktivseite.

Während über den o.a. Ansatz letztendlich auch die Frage beantwortet werden kann, für welchen Bestand  eine Negativ-Verzinsung – und damit die Aktivierung des Nullzins Floors- überhaupt erforderlich ist, ist zudem die Frage zu beantworten wie mit einem etwaigen Nullzins-Floor in Steuerung und Bewirtschaftung umgegangen werden soll.

Und der Nullzins-Floor?

Der Nullzins-Floor entsteht letztendlich über die Festlegung -variable Bestände nicht mit einer Negativ-Verzinsung auszugestalten. Dem Kunde wird dadurch – für die Dauer ihres Entschlusses- eine Zinsuntergrenze (Floor) bei 0,00% zugesprochen. Sie haben ihrem Kunden also einen Floor mit 0,00% geschenkt.

Allein schon der Vergleich mit dem aktuellen 6-Monats-Euribor-Fixing bei -0,24% zeigt, dass der Floor für den Kunden einen nicht unerheblichen Wert haben muss. Wert für den Kunden bedeutet in ihrem Fall, die Zeche zahlen sie als Bank: Immerhin verzichten Sie auf Zinsanpassungen nach unten.

Die Idee des Floors als Zinsbegrenzungsvertrag ist der Erhalt einer Ausgleichszahlung wenn das Fixing des gewählten Referenzzinssatzes eine vereinbarte Untergrenze unterschreitet.

Für den Erwerb des Floors fallen Kosten an. Je nach Laufzeit und Strike variieren die Preise erheblich. So kostet ein aktueller Floor mit 3jähriger Laufzeit mit Strike 0% in etwa 45 BP p.a. oder 1,40% Upfront.

Love it, change it or leave it

Für das Management ihres Zinsüberschuss bedeutet dies, Sie können die bestehende Zinsüberschusslücke über Konditionenanpassungen vom Kunde „holen“ oder diese über den Derivate-Einsatz am Kapitalmarkt schließen (Kauf Floor). Quasi der Tradeoff zwischen Reputation, Liquiditätsabfluss und Optionsaufwand. Nicht gleich erschrecken.

Zunächst ist es doch hilfreich die Kosten des Nullzins Floors zu bemessen, so schaffen Sie überhaupt eine Basis zur Ableitung von Handlungsoptionen und Maßnahmen. Im zweiten Schritt können Sie dann verschiedene Alternativen quantifizieren und ableiten.

derivatexx – unser Support für Ihre Schlagkraft

Die derivatexx GmbH unterstützt Sie als echter Sparringspartner bei Ihren Themenstellungen im Treasury und in der Gesamtbanksteuerung. Zielsetzung ist, schnellstmöglichst Ihre eigene Schlagkraft –anhand ihrer konkreten Themenstellungen zu erhöhen. Hierzu identifizieren wir mit Ihnen die Handlungsfelder, Entwickeln mit Ihnen die Lösungen, Trainieren Ihre Fachskills und helfen bei der Entscheidungsvorbereitung und Umsetzung. So kommen Sie voran. Neugierig geworden? Kontaktieren Sie uns gerne.

Ihr Dennis Bach,
Geschäftsführer, derivatexx GmbH, Stuttgart

 

 

 

Blog 20 | No Zins, No Credit? | Free Lunch für Ihr Zinsbuch? – Das Interview

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Trotz Zinsanstieg und teilweiser Ausweitung der Creditspreads nutzen nur wenige Bank-Treasurer das aktuelle Zinsniveau zur Durationsverlängerung oder Credit-Investition. Vor dem Hintergrund einer Menge bevorstehender hochverzinslicher Bestandsfälligkeiten im Kunden- und Eigengeschäft ist dies zunächst etwas verwunderlich. Was sind die Gründe? Und gibt es Alternativen zu Long Duration oder Long Credit? Seien Sie gespannt.

Es ist zum Haare raufen…

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es ist noch einmal alles gut gegangen quasi gerade noch von der Schippe gesprungen. Noch im August verharrten die Zinssätze für zehnjährige Zinsswaps bei 0,22%, Staatsanleihen unter der Nullmarke und auch für andere Assetklassen gab es irgendwie nichts. Es war zum Haare raufen.

Und dann Trump sei ausnahmsweise Dank, setzte endlich ein gewisser Zins- und Spreadanstieg ein. Nicht riesig aber in die richtige Richtung. Pühhh.

Limit erreicht! Order gestrichen!

So konnte man im Januar zumindest wieder Zinserträge über Fristentransformation generieren. Nur: Man konnte, hat aber nicht! Quasi Limit erreicht, Order gestrichen!

Irgendwie scheint Long Duration out zu sein. Die verschiedenen Research-Häuser mahnen zur Vorsicht und sehen weiteren Zinsanstiegsspielraum, nicht nur Inflationsbedingt. Weiterhin herrscht echter (großer) Respekt vor dem Super-Wahljahr 2017: Frankreich, Niederlande, Deutschland, Italien – Keine Experimente, Überraschungen sind out.

Na und zu guter Letzt scheint sich auch noch das Vertrauen in die Schlagkraft der EZB sukzessive aber stetig zu verflüchtigen. Genug Gründe an der Seitenlinie zu verharren.

Trotzdem gibt es ein paar mutige Treasurer und Bankvorstände, die die Credit- und Durationsentwicklungen für sich nutzen wollen. Nur sie „können oder dürfen“ nicht.

Wollen aber nicht dürfen?

Hintergrund ist das letztjährige Weihnachtsgeschenk der Aufsicht an die Banken. So stellt die verhängte Allgemeinverfügung des SREP, u.a. über die Kennziffer des Basel II-Schock , das Zinsänderungsrisiko in den Fokus. Reflexartig reduzieren die Banken Ihre Trafo-Kennziffer und fahren ihre Fristentransformation nochmals zurück. Zielkennziffern zwischen 12-und 15% scheinen sich einzupendeln. Na ja, kein gutes Umfeld für Duration und ein noch schlechteres für den Ertrag.

Aber wie Erträge stabilisieren, Eigenkapitalien thesaurieren und künftige Handlungsspielräume schaffen? Kosteneinsparung ist endlich.

Gesucht:  Free Lunch!

Gesucht: Erträge ohne Duration und Credit-Risiko. Diese wären, natürlich neben Margenausweitungen im Kundengeschäft, die Lösung. So eine Art Free Lunch? Interessant aber unrealistisch?

Der weisse Ritter NBT?

Seit geraumer Zeit machen sogenannte Credit-Basis-Fonds die Runde. Mit Ihrer durationsneutralen und weitestgehend creditrisikofreien Ausrichtung, scheinen die Fonds den Zahn der Zeit zu treffen. Das Ganze noch mit einer Rendite von 2,0 % p.a.

Klingt interessant? Ein Grund das Ganze näher zu betrachten und ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. derivatexx | simplify financial markets hat sich mit Claus Tumbrägel, Vorstand der nordIX AG und Initiator des „nordIX Basis UI“, Fonds näher unterhalten.

Das Interview | Dennis Bach (derivatexx GmbH) vs. Claus Tumbrägel (nordIx AG)

Dennis Bach: Herr Tumbrägel, was sind den bitteschön NBT-Basis-Fonds? Hört sich ein wenig an wie National Basketball League?

Claus Tumbrägel: (lacht) Nein mitnichten, aber mindestens so interessant! Spaß beiseite NBT ist die Abkürzung für Negativ-Basis-Trade.

Dennis Bach: Negative Basis Trades. Das ist doch die Kombination von Anleihen mit Credit Default Swaps (CDS).

Claus Tumbrägel: Korrekt. Im Zuge derartiger Strategien kauft der Investor eine Anleihe und sichert diese gleichzeitig mit einem CDS ab, so dass die Kreditrisiken (Adressausfallrisiken) der Anleihe eliminiert sind. Übrig bleibt eine positive Marge.

Dennis Bach: Aha! Nun klingt es irgendwie nach „free Lunch“.

Claus Tumbrägel: In gewisser Weise ist das tatsächlich so. Bedingt durch Marktverwerfungen, Illiquidität und Intransparenz bei Unternehmensanleihen gibt es phasenweise Situationen, in denen die Rendite einer Anleihe höher ist, als die Kosten für deren Absicherung des Kreditausfallrisikos über den CDS.

Dennis Bach: Das klingt einleuchtend. Aber ist es richtig, die Anleihenrendite mit dem CDS-Spread zu vergleichen? Der CDS sichert doch nicht das direktionale Risiko? Und was geschieht bei einem Zinsanstieg?

Claus Tumbrägel: Auch da stimme ich Ihnen zu. Im Zuge von Negative Basis-Geschäftenerfolgt der Kauf der Anleihe im zinsvariablen Asset-Swap. Das heißt das direktionale Risiko ist zu jedem Zeitpunkt eliminiert.

Dennis Bach: …und andere Risiken wie z.B. Fremdwährungsrisiken?

Claus Tumbrägel: …werden ebenfalls voll abgesichert. Im Ergebnis gilt: Alleinige Zielsetzung ist, von der Differenz CDS-Spread vs. Anleihenspread zu profitieren. Alle anderen Risiken werden fristenkongruent abgesichert.

Dennis Bach: Da beginnt mein Treasurer Herz zu schlagen. Wo liegen die Gründe für die Möglichkeiten des Arbitrage-Ansatzes?

Claus Tumbrägel: Negative Basen – (also Situationen, in denen CDS-Spread kleiner Anleihenspread) beruhen letztendlich auf temporären Anomalien und Verwerfungen zwischen Anleihemarkt und CDS-Markt. Typischerweise sind solche Differenzen besonders häufig in einem volatilen oder von Sondereinflüssen geprägten Marktumfeld vorzufinden.

Dennis Bach: Welche Art von Sondereinflüssen können dies sein? Illiquide Märkte oder eher EZB-Käufe.

Claus Tumbrägel: Der EZB-Hunger würde eher zu positiven Basen führen, da sich infolge der andauernden Käufe die Anleihen zunehmend verknappen. Im Ergebnis geraten die Anleihenrenditen zunehmend unter Druck und handeln quasi mit negativen Liquiditätsprämien.

Der CDS-Markt ist mittlerweile sehr liquide wird aber plakativ gesprochen über die Ausfallwahrscheinlichkeiten gepreist, so dass sich im CDS keine preisbeeinflussenden Verknappungsprämien ergeben.

Dennis Bach: Ihr Beispiel mit der EZB ist nachvollziehbar. Da Sie ja Negative Basen suchen, benötigen Sie ja Anleihen mit Spread deutlich über dem CDS. Wer emittiert den sowas?

Claus Tumbrägel: Ein Beispiel für negative Basen wäre z.B. Anleihen von Emittenten ausserhalb des Heimatmarktes, also z.B. die europäische Banca Intesa emittiert in USD. Während der Primärmarkt im Auslandsmarkt gut funktioniert, ist der Sekundärmarkt nach der Primärphase deutlich enger. Hier gibt es dann Gelegenheiten. Die zu finden ist aber nicht einfach.

Dennis Bach: Wie ich verstanden habe, gelingt über die Strategie ohne Durations-, Währungs- oder Kreditausfallrisiko die Vereinnahmung positiver Margen. Müssen die Positionen bis auf Endfälligkeit gehalten werden?

Claus Tumbrägel: Die Anleihen können im Bedarfsfalle bis Endfälligkeit gehalten werden. In einem solchen Fall würde genau die angestrebte Basis (Marge) realisiert werden.

Dennis Bach: …und andernfalls?

Claus Tumbrägel: Erfahrungsgemäß engen sich der Spread zwischen Anleihe und CDS während der Laufzeit ein bzw. die anfänglich negative Basis wird wieder positiv (CDS über Anleihenspread). In einen solchen Fall würde der Ertrag vor Fälligkeit realisiert werden.

Dennis Bach: Herr Tumbrägel, das klingt ja wirklich sehr spannend! Aber Arbitrage-Ansatz bei gleichzeitig voller Absicherung klingt nach verdammt wenig Ertrag. Rechnet sich die Strategie überhaupt?

Claus Tumbrägel:   Ich verstehe Ihre Bedenken. Sicherlich ist diese Strategie nichts für langfristige Buy & Hold-Investoren im Direktbestand. Hintergrund sind zahlreiche notwendige Transaktionen, die Sie durchführen müssen: Anleihe, Zinsswap, CDS, bei Bedarf FX-Hedge und bei vorzeitiger Auflösung alles wieder zurück. Wir präferieren die Abbildung in einem Publikumsfonds, denn Sie natürlich langfristig halten können.

Dennis Bach: …bleibt immer noch die Frage, was man verdienen kann?

Claus Tumbrägel: Natürlich basiert die Strategie auch auf einem gewissen Kapitalumschlag, d.h. zu den Erfolgsfaktoren zählen neben den negativen Basen insbesondere ein aktives Management und höchste Expertise in den Corporate und CDS-Märkten. Im der Regel bleiben wir etwa 4-6 Monate in einer Negative Basis Position investiert, teilweise gelingt es, innerhalb von 12 Monaten in einer Anleihe stetig negative Basis-Geschäfte zu machen und wieder aufzulösen. So erreichen wir insgesamt eine Zielrendite von etwa 2,0 -2,5% für die institutionelle Tranche.

Dennis Bach: Hammerhart! 2,0% Rendite ohne Zinsänderungs- und Kreditausfallrisiko? Wie sieht es mit der EK-Unterlegung im KSA aus? Solva 100 bei Unternehmensanleihen wäre ja auch suboptimal und würde die Säule 1 belasten. SREP again.

Claus Tumbrägel: In der Tat eine gute Frage. Die Eigenmittelunterlegung richtet sich nach der zugrundeliegenden Anleihe bzw. dem jeweiligen Sicherungsgeber.

Dennis Bach: Dies bedeutet ja, dass das jeweilige KSA-Gewicht des Sicherungsgebers (CDS-Kontrahent) in der Regel deutlich geringer sein dürfte, als des Referenzschuldners. in diesem Falle greift also der Substitutionsansatz im KSA? Zudem sind CDS ja ohnehin Cash besichert.

Claus Tumbrägel: So ist es!

Dennis Bach: Lassen Sie mich überlegen. Für Volks- und Raiffeisenbanken, oder auch Sparkassen beispielweise würde dies ja bedeuten, dass das Gesamtpaket (Anleihe & CDS) – sofern der Sicherungsgeber beispielsweise ein Mitglied im entsprechenden Haftungsverbund ist – ebenfalls nullgewichtet sind.

Claus Tumbrägel: Exakt!

Dennis Bach: Lassen Sie mich zusammenfassen: Kein Durationrisiko! Kein Ausfallrisiko! Kein Währungsrisiko! Niedriges KSA-Gewicht! (Substitutionsansatz)! Zielrendite 2,0%. Wo ist der Haken?

Claus Tumbrägel: Wie vorher bereits erwähnt, ist die saubere Abbildung des Fonds nicht trivial. Damit die Substitution durchschlägt, muss der Investor den Fonds in das Risikomanagement einbetten und auf die Positionen durchschauen. Die bisher investierten Banken erhalten das erforderliche Reporting von uns, müssen aber die Abbildung in den eigenen Systemen ermöglichen.

Möglicher zweiter Haken könnten stark steigende Zinsen sein, so dass sich die Negativen Basen temporär etwas Ausweiten könnten. Im Ergebnis kann daraus ein gewisses Fondpreisschwankungen resultieren.

Dennis Bach: Im Zuge einer Durchschau dürfte sich die Frage stellen ob Credit Default-Swaps im aktuellen Produkt- und Märktekatalog des (Bank-Investors) vorhanden sind.

Claus Tumbrägel: Da bin ich bei Ihnen. Ist die Durchführung von NPP´s und die Vermittlung von Fachskills nicht eine Kernkompetenz von derivatexx? (lacht)

Dennis Bach: Herzlichen Dank für das Interview

Claus Tumbrägel: Gerne geschehen.

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