Blog 28 | Waschen, legen, föhnen – Goldilocks in Ihrem Zinsbuch

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Was sagen Ihnen die 80iger? Ja coole Songs, hohe Zinssätze, Inflationsraten die teilweise an heute erinnern und -oh Gott – die Dauerwelle. Ganz sicher hatte Ihre Mutter eine. Und seit dem letzten Jahr schummelt sich die Dauerwelle wieder unter die Leute. Ob dies an Trump liegt bleibt zu klären. Und die Goldilocks? Trendmäßig sind sie immer dort zu finden wo die Party gerade läuft und die Feierlaune gut ist. Nur, auch die schönste Dauerwelle verliert mit der Dauer an Spannkraft…

Natürlich zu Beginn eines jeden Jahres fragt man sich wie man die Ziele und Vorgaben überhaupt erreichen soll. Irgendwie klappt es dann meistens und das Jahr läuft dann doch besser als erwartet. Natürlich nur wenn die Märkte mitspielen. Und das taten und tun Sie ja noch.

Nicht zu heiß und nicht zu kalt – die Goldilocks

Ganz bestimmt kennen Sie den Begriff der Goldilocks. Marktteilnehmer nennen so die Zeiten , in denen die Wirtschaft weder „zu heiß noch zu kalt“ ist, also moderat und nachhaltig wächst und die Inflationsraten absolut im Rahmen bleiben. Im Ergebnis laufen auch die Finanzmärkte und alle freuen sich. Führt man sich die einzelnen Research-Ausgaben und Jahresausblicke für 2018 zu Gemüte scheint sich eine neue Begrifflichkeit für das Jahr 2018 herauszubilden: Die Premium-Goldilocks – schön, stabil und robust.

Interessant, da lesen wir überall von VUCA-Welten, Disruption und Grenzen des Wachstums. Sie erinnern sich: VUCA beschreibt angeblich die neue Normalität als Volatil (Voalitility) – Unsicher (Uncertainty) – Komplex (Complexity) & Mehrdeutig (Ambiguity). Nur an den Finanz- und Kapitalmärkten herrschen die (Premium) Goldilocks – Aus der schönen neuen Welt 🙂

Finanzmarktstress geht anders…

Hinsichtlich Volatilität, war die Finanzmarktvolatilität im vergangenen Jahr schon mal nicht der relevante Risiko- oder Wertreiber. Allein die Vola-Ausschläge des DAX blieben sogar noch unter denen des Vorjahres. Und wer Bond-Optionen oder Swaptions – direkt oder indirekt in seinem Gesamtzinsbuch einsetzt weiß, die Vola-Prämien waren auch schon mal höher. Dank Forward-Guidance … Sell Vola!

Und Unsicherheit? Bestenfalls zu Beginn des Jahres, hinsichtlich zahlreicher Parlamentswahlen und Regierungsbildungen in Europa. Irgendwie hatten zahlreiche Marktteilnehmer zunehmend die Hosen voll, doch klebrig wurde es überraschenderweise nur in Deutschland. Hier hält die Unsicherheit zur Regierungsbildung noch an, sollte aber spätestens bis Ostern geklärt sein. Und Katalonien? Unsicher? vielleicht, aber es hat trotzdem niemanden interessiert, noch nicht mal spanische Staatstitel.

Bleibt noch Komplexität? Irgendwie ein Unwort und in Führungsrunden regelmäßig ein Fall fürs Phrasenschwein. Unterscheiden Sie gefühlte (Ohnmacht) von tatsächlicher Komplexität. Für das letzte Jahr ist zu konstatieren, dass sich die gefühlte und regulationsgetriebene Komplexität mittlerweile etwas reduziert oder zumindest nicht mehr so als Horror wahrgenommen wird. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

Na ja und das Gegenteil von Mehrdeutigkeit ist dann wohl Forward-Guidance. Marktteilnehmer vorbereiten, auf das was übermorgen passiert. Perfekt. Und weil die Welt so einfach geworden ist, performed irgendwie alles Aktien, BitCoin, Credits und Dollar(Shorts J). Mehrdeutigkeit adieu.

Ist Zinsbuch etwa einfach?

Eigentlich Cool. Scheinbar war Zinsbuch noch nie so einfach. Steile Euro-Zinskurve, sagenhafte Refinanzierungskonditionen – zum Jahresende handelten GC-Repos bei knapp minus 60 BP und die TRLTOs wurden bei minus 40 zugeteilt – dazu noch stabile (und engere) Creditspreads und noch stabilere HighYields. Und wer den Mut hatte in Aktien zu gehen wurde mit Dividenden und Kursgewinnen belohnt.

Wann verlieren die Goldilocks Ihre Spannkraft? – Wird nun alles anders?

Laut den allermeisten Ökonomen eher nicht. Wenngleich der neue Fed-Powell wohl nach oben überraschen dürfte – immerhin scheinen zu wenige FED-Hikes eingepreist- , ist sich die Ökonomen-Zunft ziemlich sicher, dass Euro-Draghi eher auf der dovishen Seite überraschen und das Hiking lieber seinem Nachfolger zumutet. Ship it in.

Easy Going – „QE“ =  „no Hikes“

Ja und die Euro-Zinskurven sind für das aktuelle Umfeld immer noch steil, so scheint ein deutlicher Zinsanstieg am langen Ende ebenfalls ausgeschlossen – meinen zumindest zahlreiche Ökonomen. Und da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, werden im Gros sogar noch etwas steilere Euro-Zinskurven erwartet. Dies gilt insbesondere im Kontext der gut verankerten Kurzfristsätze der EZB. Immerhin wird die EZB-Einlagenfazilität – solange QE- anhält bei -40 Basispunkten verharren. Frühestens 6 Monate nach Beendigung der Anleihenkaufprogramme, werden dann die Leitzinsen – vorsichtig und natürlich nur in homöoapathischen Dosen erhöht. Also was soll da schon passieren? Relax.

Ach und Nord und Südkorea reden ja wieder miteinander, und die US-Steuerreform wird auch irgendwie uns entlasten. Easy Going…

Nach der Party kommt der Kater

Ganz sicher konnten Sie von den Entwicklungen an den Finanzmärkten profitieren. Sie es über günstige Refikosten, Spreadeinengungen oder einfach nur eine positive Risikovorsorge und wenig Stress auf der Rating und Bewertungsseite. Auf der anderen Seite dürften im vergangenen Jahr die Fälligkeiten Ihrer hochverzinsten Bestände – ganz egal ob im Eigen- oder Kundengeschäft – spürbar geworden sein. Und in 2018 verkürzen sich die Bestände weiter und Teile der aktuell noch hohen stillen Reserven transferieren sich ganz automatisch in die GuV.

Sie werden zumindest anfälliger

Ob Sie wollen oder nicht, sie werden dadurch anfälliger für den ersehnten Zinsanstieg. Wie viel Reserven liegen bei Ihnen denn in den vorderen Laufzeiten-Buckets und wie sieht die Reservensituation in den langen Buckets aus? Marktbedingt, dürften sich bereits ein paar stille Lasten in den längeren Laufzeitenbuckets eingeschlichen haben. Nicht schlimm, nur Fakt. Behalten die Ökonomen mit der Kurvenversteilerung recht, wird das lange Ende eher etwas belasten. (Das Gros erwartet 10Y Swapsätze um 1,20%).

Und was die günstigen Refinanzierungskonditionen angeht: Senden diese wirklich das Signal des „Abwarten und Tee trinken“ aus? Nur auf den ersten Blick.

Die große Blendung?

Lassen Sie sich von der EZB-verankerten Kasse nicht blenden. Werfen wir einen Blick auf den 1jahres EONIA-Forward in 3 Jahren. Der schummelt sich bereits seit Ende 2016 sukzessive nach oben. Nachdem dieser bei einem Satz von -0,50% begann, wird die Rate aktuell bei rund +44 BP quotiert. Beinahe eine Anstieg von 1% (!), und das bei den kurzen Sätzen. Dovish ist anders.

Ok, sie handeln keine Forwards und schon gar nicht auf EONIA-Basis, nur Implizit sind Sie trotzdem voll tangiert. Spätestens in Ihrer periodischen Zinsüberschussplanung oder Zinsbindungsbilanz setzen Sie Refinanzierungsannahmen über Ihre Schließungsprämissen (in der Regel 1jahres Forwards) und dort wird die Refi nun wieder teurer, was wiederum den Zinsüberschuss belastet.

Erfahrungsgemäß stellen die Refikosten in der Periodenplanung einen wesentlichen Wert- oder Risikotreiber dar. Ein detaillierter & systematischer Jahresanfangsblick auf Ihre ZÜB-Prämissen, Planungen und Zielsetzungen könnte sich also lohnen. Der Hintergrund? Noch können Sie über den Einsatz von Repo, Wertpapierleihe und EONIA-Swaps und Portfolioumschichtungen Ihre Refinanzierungskosten langfristig absichern. Sind sie früh dran, schlagen Ihre Maßnahmen in 2018 voll durch.

Der Schnellcheck für Ihr Eigengeschäft und Gesamtzinsbuch – Warum eigentlich nicht?

Schon des öfteren an dieser Stelle genannt – vielleicht ist aktuell ja der richtige Zeitpunkt Ihr Depot A/ Zinsbuch einem Optimierungs-Schnellcheck zu unterziehen, natürlich unter Berücksichtigung einer integrierten Gesamtsicht und der vorherrschenden Rahmenbedingungen. Sie wissen ja Erfolg ist tun? Und noch können Sie ungeliebte Bestände relativ teuer loswerden. Dass Sie auf unverkäuflichen Beständen sitzen – im aktuellen Marktniveau eher unwahrscheinlich.

Doch nicht nur Depot A und Refinanzierungskosten stehen dieses Jahr im Fokus. Möglicherweise planen Sie den verstärkten Vertrieb sehr langfristiger Kundendarlehen. Spätestens dann stehen Fragen zur Absicherung außerordentlicher Kündigungsrechte (§489 BGB), Refinanzierungsprämissen, Margen- & Produktkalkulation im Raum. Das ganze vor dem Hintergrund, dass die Volatilitäten gerade eher niedrig sind, die Refikonditionen absolut und spreadwise günstig sind. Und wenn Ihr Geschäftsmodell von diesen Rahmenbedingungen abhängt, warum nicht die Frage stellen, wie die Konditionen und Risiken langfristig gesichert werden können.

Vom Goldilock zum Zinsschock?

Warum immer und immer wieder mit dem Depot A, Zinsbuch und Liquidität beschäftigen? Ja weil auch das Jahr 2018 wieder die ein oder andere Überraschung bereithalten wird. Überraschungen könnten sein:

Wildcard Nr. 1: 5 Sterne für Italien?

Welchen Handlungsbedarf in Ihrem Gesamtzinsbuch haben Sie eigentlich, wenn die Zinskurve (vgl. die Vergangenheit) deutlich abflacht oder die Anti-Establishment und eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung, die Italienwahl am 4. März gewinnt?

Wildcard Nr. 2: Immer Liquide bleiben!

Und noch einmal Zentralbankpolitik: Alle Zeichen stehen auf geldpolitische Straffung: Die im Rahmen der Anleihekaufprogramme zulässige Peak Liquidity ist zum Jahresultimo erreicht und mittlerweile sind mit schöner Regelmäßigkeit die Äußerungen fast aller Notenbanker hinsichtlich der Notwendigkeiten zur geldpolitischer Normalisierung zu hören. Letzte Ausfahrt Brooklyn? Machen Sie zumindest Ihren Fundingplan dingfest! Noch haben Sie Zeit. Das Fenster schließt sich aber.

Wildcard Nr. 3: Plopp – der Geist aus der Flasche

Nicht ganz aus dem Auge verlieren sollte man in diesem Jahr die Inflationsentwicklung. Ja richtig, 2017 blieben die Teuerungsraten in den USA und Europa natürlich hinter den Erwartungen zurück. Der fairnesshalber muss man konstatieren, dass Überraschungen in Euroland bereits geprobt wurden. Im Angesicht der guten konjunkturellen Verfassung werden die freien Kapazitäten demnächst sicherlich knapper. Ökonomisch betrachtet, ergibt sich somit das Risiko, dass die Teuerungsraten im Jahr 2018 nicht nur steigen, sondern auch nach oben überraschen könnten. Einzelne Marktteilnehmer erwarten in den USA eine Inflationsrate von etwas über 3,00%. Nur ums deutlich zu sagen: Ein Hauptrisiko zahlreicher Ökonomen besteht also in einer unerwartet hohen Inflation. Und das hätte ein deutliche flachere Zinskurve auf höherem Niveau zur Folge. Adieu Zinsüberschuss! Interessant: Halten die Goldilocks an, sind Sie wahrscheinlich zu defensiv in ihrem Zinsbuch positioniert. Das Ende der Goldilockphase wird wohl in flacheren und etwas höheren Zinskurven enden, was dann n bedeuten würde: Sichern Sie Ihre Refikosten und Ihren ZÜB gegen eine Verflachung. Es ist halt so: Erfolg ist tun.

Prognose ist gut – Überleben ist besser

Wir sind weit entfernt Ihnen die Entwicklungen an den Märkten vorauszusagen zu wollen, dass können andere ganz sicher besser. Wir möchten Sie so vorbereiten, dass Sie in jeder Situation und in jedem Szenario souverän und zielführend agieren können und die Risiken zu jedem Zeitpunkt beherrschen.

Was tun sprach Zeus. Keep calm… scheint also nicht angebracht. Nutzen Sie den Jahresbeginn und etablieren Sie Ihren Action-Plan 2018. Gerne helfen wir Ihnen dabei.

Was sind denn Ihre Hauptrisiken? Peripherie? Zinsrückgang? Verflachung? Refi-Konditionen? Nichtlinearität? Bestandsabläufe? Vorfälligkeiten? Default-Risk…

Was sind Ihre schmerzhaften Wildcards? In welcher Form können diese auftreten? Und welche Handlungsoptionen stehen grundsätzlich zur Beherrschung zur Verfügung? Entwickeln Sie Ihren Actionplan für 2018! Einen großen Beitrag hierfür leistet das Bank Treasury Summit 2018 am 22. Februar 2018 in Frankfurt.

Das BANK TREASURY SUMMIT 2018 –  Platz gesichert?

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Mehr Klarheit und Transparenz versprechen die geplanten Online-Votings zu Zinserwartung, Handlungsoptionen und Herausforderungen. Kurze und massiv auf Lösungen fokussierte „Speed Workshops“ zu den Themen ALM, Treasury-Steuerung, Asset-Klassen, BitCoin und Erhöhung Ihrer „eigenen“ Schlagkraft. Sie werden begeistert sein. Praxis gelebt | nicht doziert.

Als besondere Leckerbissen erleben Sie unsere Special Guests Frank Niehage | Vorstandsvorsitzender der FinTech Group AG und Carl B.Weinberg der Volkswirt direkt aus New York.

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Nicht vergessen; Erfolg ist tun. Bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Dennis Bach

Geschäftsführer
derivatexx GmbH

 

 

 

Blog 16 | Sommer, Sonne, Kaktus – keine Sommerferien für Ihr Zinsbuch

Nur noch ein paar Tage. Raus aus dem Office, den Sommer genießen.. Glückwunsch, die Ferien sind da, und Sie im Urlaub. Sorry, aber die Probleme in Ihrem Zinsbuch bleiben. Also Vorsicht die Bundesbank ist wachsam.

Auch in diesem Sommer werden sich die Herausforderungen in Ihrem Zinsbuch höchstwahrscheinlich nicht selbstständig in Luft auflösen. Im Gegenteil, es ist zu erwarten, dass der Ertragsdruck und die Nervosität zum Jahresende weiter ansteigen.

Grund könnte die nun angekündigte und neu aufgelegte Niedrigzinsumfrage der deutschen Bundesbank sein. So hat die Bundesbank kurz vor Beginn der Sommerferien angekündigt, das anhaltende Zinstief zum Anlass für eine erneute Umfrage über Ertragsbelastungen bei Deutschlands Banken zu nehmen.

Zur Erinnerung: Die Ergebnisse der im September 2015 veröffentlichten Niedrigzinsumfrage unter 1.500 Banken waren haarsträubend. So wurden bei anhaltenden Niedrigzinsniveau Ergebniseinbrüche von 25 zu 75% bei Banken prognostiziert Noch interessanter waren auch die direkten Äußerungen der Bundebank, dass ein etwaiges Aussitzen für das Management keine Option darstellt und Vorstände sich die Frage gefallen lassen müssen, welche Gegensteuerungsmaßnahmen sie zur Stabilisierung entwickelt und umgesetzt haben. Blöde wäre möglicherweise, wenn keine Gegensteuerungsmaßnehmen durch die Aufsicht festzustellen wären.

1+1 = 3 – das Bild wird klarer…

Auf das Ergebnis der nun bevorstehenden Umfrage darf nun wirklich gespannt sein. Etwas salopp formuliert, entsteht mit der zweiten Umfrage eine interessante Vergleichbarkeit hinsichtlich Zinsentwicklung und umgesetzten Maßnahmen zur Stabilisierung der Zinsüberschüsse.

Interessant dürfte sein, wie die Aufsicht mit Häusern umgeht, die keine, wenige oder unzureichende Maßnahmen umgesetzt haben.

Schlimmer gehts nimmer?

Betrachtet man das aktuelle Umfeld, kann einem die Lust auf den Sommerurlaub ja wirklich vergehen. Nachdem das Marktumfeld ja bereits im letzten Jahr von zahlreichen Marktteilnehmern als „Horror oder gelinde gesagt extrem herausfordernd“qualifiziert wurde, hat sich das Umfeld nochmals deutlich verschlimmert. Im Ergebnis hat sich das Zinsniveau nochmals um bis zu 80 BP reduziert und infolgedessen reduzierten sich auch die bei der periodischen Zinsüberschussplanung angewandten 1jahres-Schliessungszinssätze um bis zu 100 BP. Quasi echte Durchschlagskraft in der periodischen Zinsüberschussplanung.

Dank Mario Draghi befinden sich auch die Spreadaufschläge von Unternehmensanleihen der einschlägigen Ratingklassen deutlich unter dem Niveau der 1. Buba-Umfrage. Von wegen Ausweichen in die Bonität?

Und nun..?

Natürlich können Sie nichts dafür, dass sich das Zins- und Spreadumfeld nochmals deutlich verschlechtert hat. Auch ist nachvollziehbar, dass derartige Entwicklungen die Ergebnissituation negativ beeinflussen. Immerhin kommen ja noch die Effekte aus der Wohnungsbaukredit Richtlinie und ein verändertes Kundenverhalten und eine gewisse Regulationswut hinzu.

Am Ende wird man SIE fragen…

Am Ende des Tages wird man Sie aber trotzdem Fragen, welche Schritte Sie zur Beherrschung der Ertragsrisiken letztendlich unternommen haben. Hier sollten Sie zumindest eine Antwort und verschiedene umgesetzte Maßnahmenbündel vorlegen können. Wie regelmäßig in dieser Blog-Serie erläutert, setzt dies voraus dass Sie Ihre Probleme genau kennen.

Wann fehlt Ihnen, in welchem Szenario, wieviel Zinsergebnis, Risikotragfähigkeit und was sind die Risikotreiber? Erst dann können Sie gezielt Maßnahmen entwickeln. Das ganze dann bitte schnell. Kühn oder gar forsch beschrieben: Die Sommerferien dürften ausfallen.

Im übrigen geht es nicht darum, die Gaps heute zu den aktuellen Marktkonditionen zu schließen. Vielmehr sollten Sie einen Plan entwickeln, welche Maßnahmen sie in welchem Marktumfeld umsetzen. Und vor allem: Wer für die Umsetzung verantwortlich ist. Der Vorteil: Sie sind bereits Mental in der Zukunft angekommen und müssen ihre vorbereiteten en Maßnahmenbündel bei entsprechendem Marktzinsniveau nur noch umsetzen. Ein kleiner Tip: Nehmen Sie die Belegschaft heute schon mit. Motivation, Fachskills und Methodik sind hier kritischer Erfolgsfaktor.

Nun beginnen Sie mit dem Brainstorming einiger Ideen….

  • Nutzen Sie Swaptions zur Monetarisierung ihrer Wartezeit auf bessere Zeiten. Aktuell werfen die Prämien verhältnismäßig gute Returns ab.
  • Die Zinskurven sind weiterhin steil, empfangen Sie lang und zahlen sie kurz (Durationsgewichtung) und sie profitieren von einer Verflachung der Zinskurve. Außerdem sichern Sie ihr Negativszenario im Zinsüberschuss bei einer weiteren Kurvenverflachung ab . Periodisch verdienen Sie außerdem mehr, als bei einer risikoreicheren Long-Position.
  • Die USD-Zinskurve bietet immer noch Chancen. Warum nicht USD-Receivers zur Stabilisierung des Zinsergebnis beimischen? Über Swaps vermeiden Sie die Refinanzierungsrisiken im USD. Letztendlich steht nur Ihre Fristentransformationsbeitrag im Risiko.
  • Interessant und aktuell ziemlich en Vogue sind Negativ-Basis-Positionen im Credit-Bereich. Die gewöhnlich über ein Fondkonstrukt umgesetzte Strategie ist hier seit geraumer zeit sehr erfolgreich. Der Ansatz nutzt Unternehmensanleihen und Kreditderivate im Zuge einer Arbitrageüberlegung. Das ganze Adressrisiko-, Währungsrisiko- und Zinsänderungsrisikofrei. Mit Renditebeiträgen von bis zu 3% im aktuellen Umfeld wirklich nicht schlecht.
  • Ein Zinsanstieg hat zwei Seiten. Die Vermögensposition verliert und die Refinanzierungskosten steigen. Ein paar Gedanken zur langfristigen Absicherung der extremst günstigen Refinanzierungskosten kann hier nicht Schaden. Möglichkeiten gibt’s genug….

Blog 6 | „Hunger ist der beste Koch? – Mit nur 3 Schritten zum erfolgreichen Treasury

 Man hört es jeden Tag. Wir lesen es regelmäßig und eigentlich können wir es nicht mehr hören! Kein Entkommen! Aber was ist die Lösung? Das Rezept zur Lösung…

Die Bankenbranche ist im Umbruch. Die Deutsche Bank krempelt Ihren Vorstand kräftig um und verabschiedet sich quasi vom Investmentbanking, zudem wird die Postbank verkauft.

Die Volkbanken retten sich möglicherweise in Zusammenschlüsse. So sieht VR-Verbandschef Uwe Fröhlich eine fusionsbedingte Konsolidierung der Primärinstitute von aktuell 1.047 auf unter 1.000 Institute als unvermeidbar.

Die Sparkassen hadern mit der Regulatorik und sogar die Bausparkassen versuchen mit der Gesetzesänderung des Bausparkassen-gesetzes dem schwierigen Marktumfeld zu entkommen. Hier sollen letztendlich Pfandbriefemissionen die Lösung des Geschäftsmodells sein. Was aber alle gemein haben: Sie kämpfen alle um den so notwendigen Ertrag, versuchen die Kosten zu reduzieren um da
durch ihr Geschäftsmodell zu stabilisieren.

Einer für alle, alle für Einen?

Gemeinsam beklagen sie die Regulationswut der Aufsicht und fokussieren auf das veränderte Kundenverhalten. Digitalisierung ist das Zauberwort. Die Banken -die Verlierer der Finanzkrise- schrauben also ordentlich an Ihren Kosten und Geschäftsmodellen, erfinden sich neu, aber reicht das?

Spare, spare, denn dann hast Du in der Not – Klug?

Konstatiert werden kann, dass in sämtlichen Debatten und Lösungsansätzen von der Neuausrichtung auf das Kundenverhalten, Abspecken in der Produktpalette und Kostenstruktur und Erhöhung der Margen genannt wird.

Interessant hierbei ist, dass im Wertreiber Treasury – sozusagen der Bank der Bank – kaum Veränderungen angestoßen werden. So heißt es weiter: Passive Steuerung, Klumpenrisiken, Leverage, Spread- und Fristentransformation.

Die Frage ist aber, ob es klug ist, an den Geschäftmodellen zu drehen, die Digitalisierung auszurufen jedoch die bisherigen guten Ergebnisbringer dabei auszublenden.

Das Sterne-Restaurant „Treasury“

Haben Sie schon einmal gefragt, was einen guten Restaurantbesuch ausmacht? Top-Service, noch besseres Essen und eine gute Atmosphäre. Ähnlich in der Bank: Verabschieden Sie sich also von der Illusion Top-Bankergebnisse seien ohne ein gut ausgebildetes, schlagkräftiges und integriert denkendes Treasury zu ereichen.
Nicht heute und nicht in der Zukunft.

Vom guten Menü und dessen Zubereitung…

Wie bei der Herstellung eines guten Menüs, kommen auch in der Bank dem Rezept (Geschäftsmodell), den Zutaten (Produkte), den Köchen (Mitarbeiter, Fähigkeiten, Organisationseinheiten) und zuletzt dem Chefkoch (Management) maximale Bedeutung zu.

Welches Menu möchten Sie zubereiten? Die Fertigsuppe oder das anspruchsvolle Menü? Mit welchem Menü werden Sie wohl Erfolg haben und mehr verdienen? Ihre Fähigkeiten und damit Ihre eigene Schlagfähigkeit ausbauen? Überlegen Sie selbst.

Wass soll auf den Tisch?

Wissen Sie überhaupt was Sie kochen wollen? Oder lassen Sie sich treiben, von den Zutaten die im Kühlschrank liegen? Den vorhandenen Assets, dem aktuellen Produktkatalog und den niedrigen Zinsen.

Das Treasury-Menü besteht bekanntermaßen aus einer Vielzahl von Zutaten. Dem Kundengeschäft, Gesamtzinsbuch, Liquiditäts- und Adressrisikokomponenten Regulatorik.

Die Kunst liegt darin, aus einer Vielzahl von Einzelingredienzen ein stimmiges Menü zu zaubern. In Treasury-Worten: “Alle Risiken nicht nur beherrschen sondern adäquat zu bewirtschaften um Ergebnispotentiale zu realisieren“.

Kennen Sie Ihr Depot A? Kennen Sie es wirklich?

  • Welche Ergebnisbeiträge liefert das Depot A und welche künftig nicht mehr?
  • Wie ist der genaue Bestandsablauf Ihre Portfolios und welche genauen Ergebnisauswirkungen und Wirkungsketten auf ergeben sich dadurch?
  • Welche Ergebniskomponenten dominieren Ihr Depot A Ergebnis? Zinstransformation oder Spreaderträge? Wie entwickelt sich das Portfolio in der Zukunft?

Die Hauptspeise Zinsergebnis?

Erfahrungsgemäß spielt das Zinsergebnis im Bankensektor die zentrale Rolle. Solange das Zinsergebnis stimmt und das Management weder von der Aufsicht oder anderen Stakeholdern Druck bekommt , scheint die Quelle der Ergebnisbeiträge oftmals sekundär.

Aber auch hinsichtlich der anderen Komponenten stellt sich die Frage mit welchen Bestandsvolumen, Risk Weightet Assets und letztendlich welchen Risiken, welche Ergebnisse erzielt werden. Wie sind Sie hier aufgestellt Gut oder Schlecht?

Können Sie die aufgeführten Fragen ad hoc beantworten? Wenn ja, sind Sie auf einem guten Weg. Denn nur wer seine Zutaten und die Wirkungsketten während des Kochvorgangs kennt, gelingt ein gutes Menü.

Im Treasury-Kontext bedeutet dies, die Ausgangslage genau zu kennen. Erst dann können konkrete Handlungsoptionen- und Maßnahmen zur Stabilisierung des Geschäftsmodells erarbeitet werden. Denn was nutzt das beste Geschäftsmodell, wenn die nachgelagerte aber zwingend notwendige Prozess der Risikobewirtschaftung Schwächen aufweist:

Mit nur drei Schritten zum Erfolg:

  1. Status Quo – Erfahren Sie alles – Alles!
  • Stressen Sie sich und ihr Depot A/ Gesamtzinsbuch – Kennen Sie wirklich sämtliche Bestandteile, Einflussfaktoren und Wirkungsketten?
  • Wie sind die Positionen in den (Kernbanksystemen/ Pla
    nungstools?) abgebildet. Besteht ausreichend Transparenz? Gibt es Diskrepanzen zur gelebten Praxis?
  • Was ist Ihre emotionslose Conclusio hinsichtlich Ihres Depot A/ Gesamtzinsbuches/ der Gesamtsituation?
  • Notieren Sie „Ihre“ Conclusio
  1. Die Zielsetzung!
  • Welches Ziel soll verfolgt werden bzw. welches Ziel wird verfolgt? Ist Ihnen das Steuerungsziel ausreichend bekannt?
  • Benötigen Sie periodisches oder barwertige Ergebnissteigerungen?
  • Stehen WP-oder die Kredit-Risikovorsorge im Vordergrund? oder dominieren IFRS- Themenstellungen oder die Stärkung des Eigenkapitals/ der Risikotragfähigkeit die Zielsetzungen?
  • Sind die Zielsetzung auf betriebswirtschaftliche oder regulatorische Effekte fokussiert?
  1. Das Gap!
  • Sie haben sich mit der Ist- und Soll-Situation intensiv beschäftigt. In diesem Kontext dürften sich bereits zahlreiche Fragestellungen ergeben haben. Möglicherweise werden Sie festgestellt haben, dass eine gewisse Intransparenz vorherrscht oder Themenstellungen ohne weitere Klärungen nicht erfolgreich bearbeitet werden können. Sollten Sie keine Gaps zwischen dem Status Quo und dem Ziel entdeckt haben, planen Sie ihren nächsten Urlaub, wenn nicht gehen Sie es an.
  • In Jedem Fall haben Sie nun ein vollständiges Bild. Beginnen Sie nun mit der Entwicklung von Handlungsoptionen zur Schließung der Gaps. Entwickeln Sie nur die Handlungsoptionen – je mehr desto besser – Bewerten Sie die Optionen noch nicht.
  • Vorteil dieses Vorgehensmodells ist, das Sie noch keine Handlungsoption von vornherein ausschließen, sie sammeln einfach Ideen. Die Kreativität der Treasury-Mitarbeiter ist gefragt, die Mitarbeiter können sich entwickeln – ein gutes Training und höchst motivierend.
  • Nachdem alle Handlungsoptionen auf dem Tisch liegen erfolgt die integrierte Diskussion und Bewertung der Ideen hinsichtlich des Nutzen, der Wirkungsketten und möglicher Herausforderungen bei der Entscheidungs- (vorbereitung) und Umsetzung.

Ihr Menü ist nun beinahe fertig. Es fehlt nun wie in der Sternegastronomie üblich, noch die professionelle Anrichtung und Präsentation der Speisen.

Das Auge isst mit…

In der Treasurypraxis ist damit die Präsentation der sorgfältig erarbeiteten und präferierten Handlungsempfehlungen im Top-Management gemeint. Nur so kann letztendlich eine verbindliche Entscheidung durch das Top-Management herbeigeführt werden.

Mit FachCoaching „Treasury und Gesamtbanksteuerung“ die eigene Schlagkraft erhöhen….

Eine große Herausforderung! Nutzen Sie unser individuelles 2-tägige FachCoaching oder unsere Treasury-Praxisworkshops zum Sortieren, Angehen und Umsetzen der Themenstellungen und erhöhen Sie die Schlagkraft ihrer Bank.

Praxis wird gelebt, nicht doziert!

Bon Appetit

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Blog 5 | „Stuck in the middle“ | Ein paar Gedanken zum Depot A

Kennen Sie die Abkürzung “SELI“? Ich wiederhole Siegfried, Emil, Ludwig, Ida – SELI.

Die 4 Buchstaben stehen für die Wortfolge StrukturkriseErgebniskriseLiquiditätskriseInsolvenz. Die Schlagworte beschreiben sehr prägnant die Phasen des Niedergangs eines Unternehmens.

Selbsterklärend beginnt die Unternehmenskrise in einer fehlendennicht gelebten Unternehmensstrategie oder falsch aufgesetzten Unternehmensstrukturen. Das Geschäftsmodell ist überholt und möglicherweise nicht mehr tragfähig.

Infolge der fehlenden aber notwendigen Rahmenbedingungen und Orientierungspunkte ergeben sich zunehmend negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg. Ertragsrückgang oder Verluste stellen sich ein.

Man benötigt keinen Doktortitel um zu erkennen, dass der heutige Ertrag, das Eigenkapital von morgen darstellt. Die Kurzform: “No Ertrag – No Eigenkapital“ resultiert in einem Rückgang der Risikodeckungsmassen und der Risikotragfähigkeit.

No Risk no Money, no Money no Risk..

Wieder logisch, dass ein begrenztes Risikobudget auch die dringend notwendigen Handlungsspielräume zur Realisierung von Ertragschancen einschränkt. Ein negativer Kreislauf beginnt!

Ist die Ertragserosion erst einmal im Gange, sind sofortige und teils drastische Maßnahmen zur Umsteuerung geboten. Denn, interpretieren oder vermuten Marktteilnehmer einen Rückgang der Bonität steigen die Liquiditäts– und Risikoprämien ziemlich schnell an oder sicher geglaubte Liquiditätslinien werden auf Investoren- und Gläubigerseite gestrichen. Ist der aktuelle Liquiditätspuffer dann erst einmal aufgebraucht wird’s schnell richtig eng. Die Klappe fällt! Insolvenz!

Dass die Marktkräfte funktionieren konnte jüngst bei den Großunternehmen Glencore und Volkswagen eindrucksvoll beobachtet werden. Beinahe digital kletterten die Refinanzierungsaufschläge für 5jährige Anleihen um über 150 BP. Tolle Aussichten für den Ertrag.

Während alle von Volkswagen, Glencore und Konsorten reden, stecken die Banken schon ein ganze Zeit lang in der Ertragskrise. Das Zinsergebnis sinkt seit 40 Jahren kontinuierlich. Und sogar Erfahrungen mit Liquiditätskrisen hat man zu hauf. Trotzdem stellt sich die Frage wie die Banken die Ertragskrise bekämpfen kann und was die Gesamtbanksteuerung und Treasury-Abteilung beitragen kann.

Nicht mit den Vorgehensmodellen der Vergangenheit…

Ein plakatives theoretisches Beispiel verdeutlicht dies:

Die zentrale Ergebnisgröße -periodischer Zinsüberschuss ist unter Druck-. Die Ursachen werden im aktuellen Niedrigzinsumfeld und im Rückgang des Strukturbeitrages gesehen. Die Margen im Kundenneugeschäft sind „gefühlt“ o.k.

Zur kurzfristigen Stabilisierung des periodischen Zinsüberschusses erfolgen regelmäßig  Allokationsanpassungen und Volumensausweitungen im Eigenbuch. Während in Hochzinsphasen in eher qualitativ höherwertige Anleihen und Bonds investiert wird, erfolgt mit zunehmendem Zinsrückgang die Allokation in Richtung Durationsverlängerung und Credit-Verschlechterung.

Irgendwie muss das Zinsergebnis ja „kompensiert“ werden. Am Ende bestehen möglicherweise veritable Teile des Portfolio aus längeren, marktilliquiden Credit- und gar komplexen Zinsstrukturen.

Die schnell erhoffte Ertragsstabilsierung wird im genannten Beispiel über “Illiquidisierung & Kompexitätserhöhung“ im Niedrigzins/ Niedrigspreadniveau erkauft. Ein schlaues Vorgehensmodell? Überlegen Sie selbst.

Selbstverständlich ist gegen lange Duration, Credit-Exposure und die Beimischung von Kapitalmarktstrukturen nichts einzuwenden, solange das ganze in Maßen und beherrschbaren Risikograden erfolgt.

Leider ist in der Realität festzustellen, dass der Zinsergebnisbedarf die Portfolioallokation stark bestimmt. Ganz nach dem Motto: “Take no Risk, make no Money“ wird eine sukzessive Qualitätsverschlechterung hingenommen und das Portfolio entwickelt sich sukzessive zum „Zufallsbestand“. Die erhofften Zusatzerträge werden selten generiert, da die Qualitätsverschlechterung ja erst sukzessive im Zuge des Zinsrückgangs zum Auffangen des Zinsüberschusses erfolgt.

Löst man seinen Blick vom Tellerrand in Richtung Realwirtschaft kann man lernen…

Sie kennen Michael Porter? Und sein Konzept der generischen Strategien? Porter geht davon aus, dass Unternehmen nur dann Wettbewerbsvorteile erzielen können, wenn sie sich auf eine strategische Hauptrichtung festlegen. Anderenfalls würden sie „stuck in the middle“ – quasi in der Mitte festhängen –  sie würden alles gleichzeitig versuchen und nichts davon erfolgreich durchsetzen.

Michael Porter sieht deshalb nur 2 grundlegende Möglichkeiten, Wettbewerbsvorteile zu erreichen: nämlich durch Kostenführerschaft oder durch Differenzierung.

Die Porter-Kurve verdeutlicht dies.

Die Erkenntnisse von Michael Porter kann man im Grundgedanken auf das Depot A/ Treasury anwenden. Wie auch bei Porter kann man das Eigenportfolio in 2 Hauptrichtungen einteilen. Zum einen in den Block „Qualitativ hochwertige und liquide Anleihen, zum Anderen in eher schlecht geratete und illiquide Titel. Wie auch bei Porter ergibt sich ein dritter Teil: Stuck in the Middle, welche zwischen den zwei Bereichen angesiedelt ist. Pfandbriefe, Senior unsecured, Schuldscheine, Floater, Corporates, etc. von allem ein bisschen, illiquide, etc.

Bei genauer Analyse wird ersichtlich, dass das „Stuck-in- the-middle-Portfolio“ relativ viel Volumen bindet, ein zusätzlicher Ertrag aber nicht realisiert wird.

In Zeiten zurückgehender Risk Weightet Assets (RWA´s), begrenzter Risikobudgets und komprimierter Credit-und marktliquiditätsspreads, eine gewagte Strategie.

Wenngleich, im aktuellen Marktumfeld nicht unbedingt hochverzinsliche Investitionen getätigt werden können, bietet sich die Gelegenheit, die aktuelle Zusammensetzung des Eigendepots um illiquide, niedrigverzinsliche oder gar komplexe Strukturen zu bereinigen. Sich ergebende Freiheitsgrade und Handlungsspielräume können so zur Stärkung des Geschäftmodells – beispielsweise durch die Vergabe von margenreicherem Kundengeschäft- erreicht werden.

Letztendlich stellt sich die Frage, welche Portfoliogröße. Welche Allokation zum Geschäftsmodell und den aktuellen unterspezifischen Rahmenbedingungen passen. Erst dann sind Lösungen zu finden.

Gemäß Albert Einstein. Das Problem zu erkennen ist wichtiger, als die Lösung zu erkennen, denn die genaue Darstellung des Problems führt zur Lösung.

Beginnen Sie sofort mit der genauem und integrierten Analyse der Ursachen der Ertragsschwäche. Vom Geschäftsmodell bis zum Depot A. Nehmen Sie die Mitarbeiter mit. Ganz nach dem Motto: Strukturkrise adieu, der Ertrag wird sich dann einstellen.

Gerne helfen wir Ihnen! derivatexx | simplify financial markets

Blog 4 | Der Bundesbankschock oder „Time is running out fast!“

Mit einer kleinen aber feinen Präsentation sorgt die deutsche Bundesbank aktuell für Schockwellen im deutschen Bankgewerbe. Hintergrund sind die Ergebnisse einer durch die Bundesbank durchgeführten Niedrigzinsstudie bei 1.500 kleineren und mittelgroßen Kreditinstituten in Deutschland hinsichtlich der Folgewirkungen der aktuellen Niedrigzinsphase. Die Ergebnisse sind alarmierend und erschreckend.

Ergebniseinbrüche von 25-75% voraus!

So identifiziert die Bundesbank bei anhaltendem Niedrigzinsniveau im besten Fall Ergebniseinbrüche in der Bankenwelt von 25%. Im ungünstigen Fall ist mit Ergebnisrückgängen von bis zu 75% zu rechnen. Die Aussagen in der Bundesbankunterlage „das grundsätzlich Marktaustritte von Instituten als gesund und legitim gelten“ verdeutlichen die Sichtweise der Bundesbank. Gelinde gesagt für Banker keine schönen Aussichten.

Die Bundesbank verdeutlicht in Ihrem Analysepapier, die Herausforderungen der Bankenbranche und signalisiert mögliche Handlungsoptionen der Aufsicht. So…

  • …erwartet die Aufsicht Gegensteuerungsmaßnahmen der Institute im Niedrigzinsumfeld und deutet ein intensiveres Monitoring der besonders anfälligen/ auffälligen Institute an.
  • …wird auch eine Stabilisierung des Ertrags durch den Ausbau des nicht zinstragenden Geschäfts erwartet.
  • ,,, sollen Reserven für schlechtere Zeiten gesichert werden

Die Aussagen der Bundesbank sind mehr als deutlich!

Tatsächlich scheint die Realität in zahlreichen Häusern noch nicht angekommen zu sein. In gewisser Weise Verständlich?

Noch sind die hochverzinslichen Bestände der „Hochzinsphase in 2008“ noch nicht fällig geworden. Die Zinskurve ist immer noch verhältnismäßig steil und sorgt immer noch für positive Transformationsbeiträge. Auf der Risikoseite ist Dank des „EZB-Market-Makings“ die Volatilität und damit des Risiko gering und die Reserven hoch. Gut für die Risikovorsorge. Auf der Darlehensseite sorgen konjunkturbedingte historisch niedrigeAusfallraten für ebenfalls geringen Vorsorgebedarf. Damit alles in Butter?

Das aktuelle beschriebene Umfeld erinnert schon beinahe an die sogenannten „Goldi-locks“ Szenarien. Alle freuen sich und die Welt ist „rosarot“.

Nach Rosarot kommt Schwarz!

Aber Achtung der Schein trügt. Ein enormer Handlungsbedarf in den einzelnen Häusern wird mit fortschreitender Zeit, anhaltendem Niedrigzinsniveau und Bestandsfälligkeiten immer deutlicher sichtbar werden.

Die Hauptertragsquellen der Banken ist nach wie vor der Zinsüberschuss. Laut aktuellster Bundesbankveröffentlichung „ Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2014“ beträgt der Anteil des Zinsüberschusses rund 74% am Gesamtergebnis. Das Provisionsergebnis bewegt sich in der Bandbreite 15-20%.

Der Logik folgend, sind die Ängste der Bundesbank im aktuellen Zinsdilemma spätestens jetzt nachvollziehbar. Gerne ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung:

Selbst wenn die Zinsen steigen gehen die Zinserträge zurück

Erfahrungsgemäß disponieren zahlreiche Banken Ihre Zinsbuch passiv und 10 Jahre gleitend. Freie Mittel werden also monatlich in gleichen Tranchen zum 10 jahres-Satz angelegt. Im Ergebnis ergibt sich eine Verzinsung zum 10jahres-Gleitenden-Durchshnitt. Soweit alles gut. Aber Achtung: Durch die ratierliche Veranlagung wird das heutige Zinsergebnis, durch früher veranlagte höher verzinste Tranchen „subventioniert“ (Trägheit). Auch im Umfeld steigender Sätze, schlägt die Trägheit zu, da nur die neuesten Tranchen zu aktuellen Sätzen angelegt werden können. Im Ergebnis wird das „gleitende“ Zinsergebnis selbst bei ein

em deutlich steigenden Zinsniveau immer noch belastet.

Natürlich gibt es weitere Herausforderungen und Störfaktoren welche das Zinsergebnis letztendlich belasten. Auch hier steckt der Teufel im Detail.

.,, und Intransparenz führt uns in die falsche Richtung!

Die Ursache liegt regelmäßig in den Planungsprozessen und Prämissen der Banken. So bestehen verständlicherweise zahlreiche Modellannahmen in der periodischen Zinsüberschussplanung. Die Gefahr besteht hier in von der Realität abweichendenPlanungsprämissen, welche den Blick auf das tatsächliche Risiko erschweren.

Als das es nicht genug wäre, kommt noch hinzu, dass aufgrund der aktuellen Vielzahl von Herausforderungen Niedrigzinsumfeld, Regulatorik, Digitalisierung und Kostendruck die Mitarbeitermotivation ziemlich leidet.

Eine schlagkräftige Bank heisst gute Mitarbeiter… wenn die „Sau“ nicht wär…

So beklagen mittlerweile zahlreiche Mitarbeiter, dass Sie es gewohnt sind, dass je nach Großwetterlage jeweils eine neue „Sau durchs Dorf getrieben wird“. An die notwendige und sogar elementare Orientierung, Mitarbeitermotivation und zielgerichtetes Arbeiten -geschweige dann Weiterentwicklung- ist hierbei nicht zu denken.

Ein Pulverfass:Externe Autoritäten

Externe Autoritäten gewinnen die Oberhand und führen in vielen Häusern zu einem reaktiven Handlungsstil. Die eigentlich so notwendige Erhöhung der eigenen Schlagkraft der Bank wird so ganz sicher nicht erreicht.

Die Lösung zur Beherrschung der Herausforderungen

Zu Beherrschung des Umfeldes ist letztendlich ist eine systematische und fokussierte Aufarbeitung des Status Quo und ein Abgleich mit den (wirklichen) aktuell gültigen und verfolgten Unternehmenszielen notwendig. Erst im nächsten Schritt kann dann im Mehrklang Treasury, Controlling, Finance und Vertrieb eine fokussierte Aufbereitung der Gaps erfolgen. Der Dritte Step erarbeitet dann sämtliche Handlungalternativen zur Schließung der Gaps.

Erst nach Bewertung der Handlungsoptionen und der Entscheidung erfolgt die massive Konzentration auf die Umsetzung der Maßnahmen. Was sich leicht anhört ist in zahlreichen Häusern geradezu schwierig.

Die Ursache liegt erfahrungsgemäß oftmals in einer zu oberflächlichen Analyse, nicht verstandenen Problemen, fehlender fachlicher Skills oder sogar in zu schnell und unvollständig durchdachten Lösungsansätzen.

Als langjähriger verantwortlicher Treasurer in verschiedenen Häusern sind die Herausforderungen, Lösungsansätze und Umsetzungsprobleme im Zuge der Treasury- und Gesamtbanksteuerung bestens bekannt.

Aber die Probleme sind lösbar. Allerdings wird die Beseitigung mit jedem Tag schwieriger. Es ist also allerhöchste Zeit anzupacken. Und zwar gemeinsam und systematisch!

Erfahrungsgemäß ist die Entwicklung eines in kleinen Dosen operativ schnell umsetzbares Maßnahmenpaket sehr zielführend und erfolgsversprechend. Zudem muss dem Human-Kapital – also die Mitarbeiter – zwingend mitgenommen werden. Möglicherweise müssen die Mitarbeiter, deren fachlichen Skills und die Fähigkeit zur integrierten Sicht schnell entwickelt werden. Hierzu sind die Zielsetzungen und Rahmenbedingungen zu verdeutlichen.

Ein Spielertrainer hilft zügig…

Eine interimistische Unterstützung durch einen Change-Management erfahrenen Personaler und gesamtbanksteuerungserfahrenen Finanzexperten welche sich operativ in die Organisation einbettet können sich hierbei bewähren. Immerhin sollen schnelle und lohnenswerte Resultate erzielt werden.

Begegnen Sie den Aussagen der Bundesbank und packen Sie die Probleme – möglicherweise auch unter der Wasseroberfläche- an.

Zeitpunkt?
Sofort!

Treffpunkt?
Unter der Wasseroberfläche!

Die Wahrheit wird gelebt, nicht doziert! 
Wir helfen Ihnen gerne. Sprechen Sie uns an.
derivatexx | simplify financial markets.

Blog 3 | Und ewig grüßt das Murmeltier – FED verschiebt Zinswende – und wie hedgen Sie ihr Zinsbuch?

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank beschloss auf seiner kürzlich beendeten Sitzung am 16./17. September 2015 das Zielband des US-Tagesgeldsatz bei 0,00 % bis 0,25 % zu belassen.

Just Zero!

Damit verschiebt die US-Notenbank wieder einmal die herbeigesehnte Zinswende. Die FED hält also weiterhin an Ihrer Nullzinspolitik fest und traut sich nicht, auch nur sanft an der Zinsschraube -falls man das Ganze noch Zins nennen kann- zu drehen.

Janet Yellen – die Notenbankchefin – identifiziert als Begründung nachlassende Inflationserwartungen im Kontext mit den jüngsten konjunkturellen und finanzmarkttechnischen Unsicherheiten in Fernost.

Marktreaktion – wie immer!

Nur allzu klar wie die Finanzmärkte reagiert haben. Selbstverständlich fielen die Renditen der 10-jährigen T-Notes nach der Fed-Entscheidung um rund 10 BP. Verständlicherweise erwachten auch die Aktien aus ihrer Lähmung und schossen – wenn auch nur kurzfristig- binnen kurzer Zeit nach oben und der Dollar schwächelt umgehend und hieft den EURUSD um rund 1 Cent auf 1,14 in die Höhe.

Alles beim Alten, nichts Neues in der Pipeline? Und ewig grüßt das Murmeltier?

Genau! Nach der FED ist ja bekanntlich vor der FED, und deshalb warten nun „Alle“ auf die Dezembersitzung der Fed. Kurzfristig wird zwischenzeitlich der ersehnte „1. Zinsschritt“ nun hier erwartet. Immerhin dürfte spätestens dann, die US-Arbeitslosenrate die 4 vor dem Komma zeigen. Alles Spekulation? Noch lange hin?

Handlungsbedarfe in Treasury?

Dennoch ergibt sich aus Sicht des Treasury die Frage des Handlungsbedarfes in einem künftigen Umfeld weniger expansiver Notenbanken. Immerhin sollte ein Treasurer in sämtlichen Szenarien und nicht nur im präferierten überleben.

Es stellt sich also die Frage, welche Entwicklungen und Themenstellungen sich im Falle einer irgendwann vollziehenden -wenn auch vorsichtigen- Zinswende ergeben könnten und inwieweit sich Tresaury bereits heute auf die Situation einstellen kann und muss.

Risiko? Welches Risiko?

Zunächst wäre hier die Fragestellungen der aktuellen Risikoposition aus Gesamtbanksicht zu klären. Ein kleines Beispiel: Der Großteil der Banken – das liegt in der Natur der Sache – dürfte von einer Verflachung der Zinskurve ziemlich negativ in der G
uV getroffen werden. Hintergrund sind latente Konditionsanpassungen auf der Einlagenseite und weiter fällig werdende (hochverzinste) Aktivbestände.

Im Zuge einer sich vollziehenden Zinswende werden sich die Zinskurven -wie bereits zig mal und regelmäßig in der Vergangenheit beobachtet- verflachen.

Mit zunehmenden Zinserhöhungen, möglicherweise bis zur Inversität. Zugegebenermaßen erscheint aus heutiger Sicht ein inverse Zinskurve äußerst unwahrscheinlich, trotzdem wäre es für die meisten Banken – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Ertragslagen – der gefühlte Super Gau.

Ahead the Curve oder Wait and See?

Salopp gesagt bestehen für das Treasury zwei Möglichkeiten:

  1. Abwarten und Tee trinken
  2. Entwicklung von Handlungsmaßnahmen um bereits heute mögliche Risikoszenarien in die Überlegungen mit einzubeziehen und letztendlich zu beherrschen.

Unter näherer Betrachtung des aktuellen Marktumfeldes fällt auf, dass die Zinskurven immer noch verhältnismäßig steil sind. Weiterhin notiert das kurze Ende in der Nähe des Nullzins.

Flach, Flacher – die Absicherung der GuV

Der Abschluss von deltaneutralen – also gegen Parallelverschiebungen immune Kurvenpositionen (sogenannten Flatteningpositionen) – drängen sich beinahe auf.

Deltaneutrale Verflachungspositionen -welche nur von Kurvenveränderungen barwertig beeinflusst werden – können derzeit immer noch günstig eingegangen werden.

So sind die Zinskurven wie bereits erwähnt immer noch verhältnismäßig steil. Außerdem ergeben sich beim Eingehen der Position positive Zinsergebnisbeiträge (Carry) ohne bzw. mit nur geringem direktionalem Risiko.

Während das Gesamtzinsbuch einer Bank im Zuge einer Zinskurvenverflachung zusehends belastet werden dürfte, profitiert die Verflachungsposition von der Entwicklung. Die positive Barwertentwicklung des „Flatteners“ kann somit zur Absicherung der GuV in einem solchen Szenario verwendet werden.

Derartige Positionen können verhältnismäßig einfach über Zinsswaps oder auch Optionen oder Bonds abgebildet werden. Auch wenn die Umsetzung verhältnismäßig einfach ist, ergeben sich diverse Fragestellungen wie Auswirkung auf die periodische Zinsergebnisplanung, Entwicklung Derivatevolumen, fachliche Skills, Barwertentwicklungen, Prozessanpassungen, etc. welche im Vorfeld geklärt sein sollten.

Und nochmals die  Kurzform:

  1. Periodische GuV bei Verflachung belastet die GuV
  2. Zinskurven heute noch steil
  3. Position welche von der Verflachung der Zinskurve  profitiert zielführend
  4. Verflachungspositionen aktuell mit positivem Zinsergebnisbeitrag (deltaneutral)
  5. Zinsimmune Verflachungsposition kompensiert GuV
  6. GUV-stabilisiert

    Aber:  Skill Ausbau und Erfahrungen  umgehend  starten …. z.B.unserem Zinskurven-Praxisworkshop von derivatexx | simplify financial markets  am 30.11.2015

    Fordern Sie hier Informationen an!

Blog 2 | Die Rolle des Treasury – auf zu neuen Ufern?

Treasury, Handel, Depot A? Alles dasselbe? Oft hört man die Begrifflichkeiten in einem Satz oder ohne Unterscheidung. So wird regelmäßig die Treasury, der Handel von Wertpapieren wie auch Cash- & Liquiditätsmanagement in eine Schublade gesteckt. Dahinter verbirgt sich die Frage, welche Rolle die Treasury im Rahmen der Gesamtbanksteuerung wahrnimmt und inne hält.

Die des Händlers, der letztendlich die beschlossenen Transaktionen im Depot-A umsetzt? oder die Treasury als Bank in der Bank, welche als wichtiger Partner im Rahmen der Gesamtbanksteuerung eine elementare und sogar treibende Rolle hinsichtlich Risikobeherrschung, Risikobewirtschaftung und integrierter Steuerung wahrnimmt. Doch der Reihe nach:

Status Quo Gesamtbanksteuerung

Steuerungsziel Regulatorik?
Während in früheren Zeiten eher Bilanzsummenwachstum und betriebswirtschaftliche Kenngrößen im Fokus der Gesamtbanksteuerung standen, ticken die Uhren heute anders. So stöhnen mittlerweile die Markt- und & Marktfolge gleichermaßen unter dem steigenden und zusehends unbeherrschbar werdenden Komplexitätsgrad im Rahmen der Gesamtbanksteuerung. Damit einhergehend ergibt sich der Eindruck, dass aufgrund der mittlerweile stark in den Vordergrund gedrängten regulatorischen Anforderungen -viele sprechen vom Regulatory Tsunami- betriebswirtschaftliche Erfordernisse bestenfalls noch als Nebenbedingung gelten und dadurch vorsichtig gesagt die ökonomischen Belange in den Hintergrund rücken. Vor dem Hintergrund, der aktuellen und prognostizierten Ertragsentwicklungen der Banken, ein wenig akzeptables Bild.

Rollenverständnis der Gesamtbanksteuerung
Gefährlich im Zuge der beschriebenen regulatorisch verzerrten Gesamtgemengelage ist, dass unter den Bankmanagern große Unsicherheiten hinsichtlich der Steuerungsverantwortung vorhanden zu sein scheinen. So ist in zahlreichen Kreditinstituten zu konstatieren, dass sich das Rollenverständnis: „Treasury handelt, Controlling überwacht, Finance bucht“ noch an der alten Welt orientiert.

Die externen Autoritäten bestimmen Rolle und Schlagzahl

Zwar werden in den Gremiensitzungen zahlreiche Einzelfacetten und Wirkungszusammenhänge auf die Gesamtbank diskutiert, eine Gesamtsicht der Beteiligten scheint regelmäßig aber weit entfernt.

Erfahrungsgemäß stellt sich zudem die Frage wer den Hut im Rahmen einer integrierten (Gesamtbank)Steuerung eigentlich aufhaben sollte? Wer Treiber der Themen ist? Und vor allem wer und wie der Dreiklang – und letztendlich eine notwendige integrierte Sichtweise zwischen Betriebswirtschaft, Regulatorik und Risikomanagement hergestellt werden kann und wer letztendlich für eine schnelle Umsetzung sorgt. Sprich wer übernimmt und lebt die Verantwortung?

Im alten Rollenverständnis der Treasury ergibt sich m.E. keine zufriedenstellende Lösung. Vielmehr ist zur Bewirtschaftung der zahlreichen Herausforderungen und Herstellung einer integrierten Sichtweise ein neues Rollenverständnis der Treasury notwendig.

Das zeitgemäße Treasury mit neuem Rollenverständnis
So muss ein zeitgemäßes Treasury künftig in sämtlichen Steuerungsthemen und Bankfragestellungen involviert sein. Infolgedessen wird sich die Rolle der erfolgreichen Treasury deutlich verändern. Während in zahlreichen Häusern sich die Treasury bisher um eher operative Belange wie Liquiditätsmanagement oder um das Depot A kümmert, werden künftig Themen wie strategisches Funding, Einhaltung und Steuerung wie auch Bewirtschaftung der relevanten Kennziffern (LCR, NSFR, Leverage Ratio, CET Ratio oder RWA-Quoten, etc.) die Rolle des Treasury maßgeblich bestimmen.

Zwar wird weiterhin die Hauptaufgabe der Treasury sein, die Vertriebsmargen aus dem Kundengeschäft zu sichern, gleichzeitig stellt sich aber nicht nur die philosophische Frage ob dies letztendlich ausreicht? Kann es sich eine Bank erlauben, im aktuellen Zinsumfeld nur die Vertriebsmarge zu sichern? Müssen nicht auch andere Ergebnisquellen „angezapft“ werden?

Die Mindestzielsetzung der Treasury ist deshalb die Sicherung des Vertriebsergebnis. Weiter ist aber auch dafür Sorge zu tragen, andere Ergebnisquellen zu erschließen. Das Ganze dann unter Berücksichtigung integrierter Bankbelange.

Um dies leisten zu können wird Treasury nicht umhinkommen künftig auch die Treiberrolle zur Schaffung der für die adäquate Steuerung notwendigen Voraussetzungen zu übernehmen.

Und warum die Treasury?
Wie beschrieben ist zur Bewirtschaftung der Ressource Eigenkapital, künftig ein integriertes Risiko-/Ertrags- wie auch ein verzahntes Sicherheiten- und Regulationsmanagement über das gesamte Unternehmen erforderlich.

Im Treasury besteht bereits bisher ohnehin die natürliche Verbindung zwischen Mittelherkunft und Mittelverwendung. In Treasury werden bereits heute passivische und aktivische Liquiditäts-, Zins- & Kapitalströme bewirtchaftet und letztendlich ausgesteuert. Je nach Zielsetzungen werden zur Bewirtschaftung der Ressourcen unterschiedlichste Finanzinstrumente mit mehr oder minder großen bilanziellen Auswirkungen eingesetzt.

Zudem können über das in Treasury ohnehin verantwortete Eigengeschäft, notwendige steuerungsrelevante Neupositionierungen umgehend und sehr fokussiert wie auch zeitnah umgesetzt werden.

Es erscheint als mehr als zielführend, dass der Bereich mit dem größten und flexiblen Steuerungshebel, hoher Markt- und Produktexpertise eine aktive Steuerungsrolle im Unternehmen wahrnimmt. Im Ergebnis bedeutet dies:

  • Treasury entwickelt sich vom eher taktisch operativen Manager mehr zur strategischen Einheit mit Steuerungsrolle
  • Kernelemente des Treasury wie Liquiditäts- & Fundingerfordernisse rücken regulationsbedingt in den Vordergrund und stärken diese Rolle
  • Neue Steuerungsanforderungen erfordern (Eigengeschäfts)Produkte zur fokussierten Steuerung der Gesamtbank (Wertpapierleihe, CMS, Optionen, etc.) und machen Anpassungen in den Produktkatalogen notwendig.
  • Neue Zielsetzungen erfordern neue Steuerungsimpulse und infolgedessen Anpassungen der verschieden Transferpreise welche sich direkt in der Treasury-Steuerung und damit auf Gesamtbankebene auswirken.
  • Infolge der neuen Welt, ergeben sich für die Treasury-Abteilungen neue Anforderungen an die Mitarbeiter hinsichtlich fachlicher Skills, Zuständigkeiten und Produktausgestaltungen und Prozessabläufen. Keine einfache und bei Leibe keine zeitsparende Herausforderung
    Gerne unterstützen wir Sie…

Auch wenn es abgedroschen klingt: Die (Banken)welt und das (Banken)umfeld haben sich dramatisch geändert. Märkte, Kunden, Regulatorik, IT – alles ist im Umbruch. Die Anpassungen an diese externen Autoritäten erfolgen derzeit. Höchste Zeit, die Rolle des Treasury´s zu überprüfen. Auf zu neuen Ufern. Gerne helfen wir dabei. Melden sie sich www.derivatexx.de

 

Blog 1 | Liquidity Coverage Ratio – Mehr als eine Verhältniszahl!

LCR – Liquidity-Buffer Costs Results?
Es ist heiß! Nicht nur im Freien! Auch im Rahmen der regulatorischen Kennzahlen rund um die Liquidität Coverage Ratio beginnt die „heiße Phase“. So ist ab dem 01.10.2015 die Einhaltung einer LCR-Minimum-Ratio von 60% zu gewährleisten. Wo stehen Sie?

Ab dem 01.01.2016 steigt dann die einzuhaltende Mindest-Ratio jährlich zunächst um jeweils 10% an. Zum 01.01.2018 müssen dann die gesamten Nettomittelabflüsse über den Liquiditätspufferr abgedeckt sein! Alles in allem bisher nichts neues, die Zahlen kennen Sie,

„Die Ratio-Diskussion“ dürfte ausreichend bekannt sein, aber…

Aber wie sieht es neben den regulatorischen Erfordernissen mit den interessanten betriebswirtschaftlichen Fragestellungen aus? Was sind die Treiber der LCR? Sind es die vorgegebenen Nettomittelabflüsse aus stabilen/ weniger stabilen Privatkundeneinlagen? Sind es die bisherigen Refinanzierungspartner und Wholesalekunden? Wie wirkt die Zusammensetzung des geforderten Liquiditätspuffers auf Betriebswirtschaft und Anlagelinien? Und spielen die Refinanzierungskosten des Pufferportfolios die treibende Rolle? Besteht ausreichend Transparenz? Und, und, und…

Offene Fragestellungen zur praktischen Steuerung…..

Hier bestehen in zahlreichen Häusern verständlicherweise noch offene Fragestellungen und Handlungsbedarfe hinsichtlich Management und vorallem (betriebswirtschaftlicher) Steuerung der neuen Kennzahl.

Dies gilt insbesondere vor den Hintergrund des delegierten Rechtsaktes (Delegated Act VO 2015/61) mit seinen Änderungen und Anpassungen bei Abflussvorgaben und Pufferzusammensetzung.

Integrierte Sicht und praktische Umsetzung stabilisieren GuV

Interessant wird spätestens das Ergebnis bei einer integrierten Sichtweise, wonach sich je nach Steuerungsansatz die „bloße Einhaltung der regulatorischen Kennziffer“ deutlich „betriebswirtschaftlich“ auf die GuV auswirken dürfte.

Musterrechnungen zeigen, dass der Liquiditätspuffer die ROE regelmäßig um bis zu 1,5% belasten kann. Nicht unbedingt Wünschenswert, in einem Umfeld von Niedrig-Zins, Kostendruck und EK-Bedarf.

Kühlen Kopf behalten haben die Teilnehmer des in der letzten Woche durchgeführten Inhouse Praxis-Workshop zum LCR-Management und Steuerung, Super war´s. Danke dafür. Interesse?  Abonnieren Sie unseren Newsletter zu den Themen Gesamtbanksteuerung und integriertes Treasury!  oder kontaktieren Sie uns www.derivatexx.de

Bleiben Sie erfolgreich!
Ihr Treasurycoach